13. JUNI: DER HEILIGE ANTONIUS VON PADUA

Von Br. Andreas-Pazifikus Alkofer OFM Conv.

Der hl. Antonius von Padua wird ca. 1195 – das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt – in Lissabon geboren. Er entstammt einer adeligen Familie. Seine Eltern, Martin und Maria Bulhoes y Taveira de Azevedo (diesen Familiennamen überliefert eine nicht gesicherte Tradition) lassen den späteren Antonius auf den Namen Fernando taufen.

Die Zeit, in die Antonius hineingeboren wird, ist eine politisch, wirtschaftlich und kirchlich turbulente Zeit des Umbruchs, dessen Zentrum vor allem in Italien liegt, an dem gemessen Portugal tiefste Provinz ist. Das Land selbst ist erst seit kurzen von den Arabern zurückerobert worden. Neben der Reconquista der iberischen Halbinsel, die erst 300 Jahre später beendet sein wird, und neben der Vielzahl lokaler politischer Konflikte sorgt auch eine Vielzahl neu entstehender radikaler Armutsbewegungen in der Kirche für Spannungen. Zudem sind diese knapp vier Jahrzehnte der Lebenszeit des Antonius überschattet von immer neuen Ausbrüchen des Kreuzzugsfiebers. Der wirtschaftliche Umbruch, vor allem in Italien und Südfrankreich, der den Namen ‚Frühkapitalismus‘ trägt, tut ein übriges und lässt durch das Wiederaufkommen der Geldwirtschaft und intensivierter Handelsbeziehungen soziale Stände- und Gesellschaftsordnungen in Bewegung geraten. Mit den Folgen all dessen auf das Leben der einfachen Leute wird Antonius sein Leben lang konfrontiert sein.

Von den ersten Lebensjahren, von Kindheit und Jugend des hl. Antonius wissen wir wenig. Sicher ist nur, dass er relativ behütet und in gesicherten Verhältnissen aufwächst und an der Kathedralschule in Lissabon Lesen und Schreiben lernt, was für damalige Verhältnisse keine Selbstverständlichkeit ist. Um 1210, also mit ca. 15. Jahren, tritt Antonius bei den Augustiner-Chorherren in Lissabon ins Kloster ein. Er bleibt dort etwa zwei Jahre, bevor er 1212/13 von Lissabon aus in das Augustiner-Chorherren-Kloster von Coimbra, der damaligen Hauptstadt des Königreiches Portugal, wechselt. Die Gründe für den Wechsel sind nicht gesichert, aber es steht zu vermuten, dass ein zu enger Kontakt mit Familie und Freunden das Klosterleben des Antonius zu häufig gestört hat.

In Coimbra, wo Antonius bis 1220 bleiben wird, erhält er eine gediegene theologische Ausbildung und eignet sich dabei eine außerordentliche Kenntnis der Heiligen Schrift und der Kirchenväter an. Zudem wird er dort, wohl in der letzten Phase seines Aufenthaltes, zum Priester geweiht.

In dieser Zeit lernt Antonius eine Gruppe von Minderbrüdern kennen – so heißen die Mitbrüder der noch jungen Bewegung des hl. Franziskus, die im Gefolge des Heiligen aus Assisi ein Leben in radikaler Evangelium gemäßer Armut leben wollen, ohne persönlichen und gemeinschaftlichen Besitz, ohne festen Wohnsitz. Die Brüder leben seit 1217 in einer kleinen Einsiedelei bei Coimbra, die dem Einsiedler und Wüstenvater Antonius (* 251/252) geweiht ist und ihnen von der Königin auf Zeit zur Verfügung gestellt ist. Ein maßgebliches Moment für den Wechsel des hl. Antonius von den Chorherren in die junge Franziskaner-Gemeinschaft, neben den persönlichen Kontakten mit den Brüdern vor Ort, ist der Martertod einer Gruppe von Franziskanern um den hl. Berard Anfang 1220 in Marokko. Sie waren dorthin über Portugal aufgebrochen, um bei den Moslems zu missionieren. Ihr Tod hinterlässt in Portugal einen tiefen Eindruck und bewegt Antonius zum Übertritt zu den Minderbrüdern. Er nimmt erst jetzt den Namen an, unter dem er später berühmt wird und entlehnt ihn sich von dem Heiligen, an dessen Kapelle die Brüder bei Coimbra leben. Antonius bricht mit dem Ziel, zu missionieren und ebenfalls den Martertod zu finden, sofort nach Nordafrika auf. Doch seine Pläne scheitern. Er erkrankt und wird über den Umweg über Sizilien statt nach Portugal nach Italien verschlagen.

Dort ist er 1221 im Mai beim Mattenkapitel der Franziskaner anwesend (der jährlichen Versammlung aller Brüder an Pfingsten). Allerdings spielt er dort eine untergeordnete Rolle. Man findet keine Aufgabe für ihn, den ausgebildeten Theologen und Priester, von denen es im Orden eigentlich noch nur wenige gibt. So wird er zunächst in eine kleine Einsiedelei bei Forli in Oberitalien geschickt.

In Forlì ändert sich dann auch das Schicksal des Antonius, als er angelegentlich einer Priesterweihe aus dem Stegreif eine staunenerregende Ansprache hält (alle anderen gaben vor, nicht genug vorbereitet zu sein). Von diesem Augenblick an ist der weitere Weg des Antonius vorbestimmt: Er wird Ausbilder, Organisator in Teilen des jungen Ordens und vor allem Prediger. Schon um 1223 beauftragt Franziskus ihn damit, den Brüdern Theologie zu lehren. Dieser Brief des Franziskus an Antonius ist erhalten! Von da an ist Antonius als ‚Theologieprofessor‘ (wenn man das unzeitgemäße Wort verwenden will) und als Prediger in Oberitalien unterwegs. Von 1224 bis 1227 finden wir ihn in Südfrankreich, wo er sich als Kustos um die Neuorganisation der Ordensprovinz kümmert und als Prediger – wie in Italien – vor einen teilweise sehr desolaten und verwirrenden innerkirchlichen Zustand steht. Auch hier gibt es viele Armutsbewegungen, die in ihrer Radikalität die Kirche kritisieren und einfache Gläubige verunsichern. Antonius versucht durch ein authentisches Leben und durch kraftvolle Predigten, dem gegenzusteuern.

1227 kehrt Antonius aus Frankreich nach Italien zurück und wird beim Mattenkapitel in der Nähe von Assisi zum Provinzialminister der Ordensprovinz der Romagna gewählt. In diesen letzten Jahren bis 1231, in denen er sich unermüdlich um die ihm anvertrauten Mitbrüder kümmert, neue Konvente gründet, bestehende besucht, entstehen seine beiden Predigtwerke, die Sonntagspredigten (1227-1228) und die Festtagspredigten (1230-1231). Letztere kann Antonius nicht mehr vollenden. Beide Reihen, als Handbücher konzipiert, offenbaren deutlich die profunde Kenntnis der Bibel und der Texte der Kirchenväter, die sich Antonius angeeignet hat.

In diesen letzten Lebensjahren entwickelt sich auch immer mehr die Beziehung des Antonius zu Padua, die so etwas wie seine ‚Lieblingsstadt‘ in Norditalien wird. Immer wieder macht er dort Halt bei seinen vielen Reisen. Er sucht die Ruhe und die Erholung, die er als kranker Mann braucht, denn seit 1220 begleiten ihn ständig gesundheitliche Probleme. Diese Beziehung zu Padua erreicht ihren Gipfelpunkt in der Fastenzeit 1231. Antonius predigt jeden Tag in einer der Kirchen Paduas und, als die Kirche zu klein werden, um die Scharen der Hörer zu fassen, auf den Plätzen der Stadt. Diese Fastenpredigten machen Antonius zum untrennbaren Teil der Geschichte dieser Stadt und sind ein durchschlagender Erfolg. Er erreicht sogar, dass ein Gesetz erlassen wird, dass die Schuldner in der Stadt vor dem Verlust ihrer Freiheit bewahren und sie vor Übergriffen von Wucherern schützen soll.

Nach Ostern 1231 zieht sich Antonius, erschöpft und ermüdet von dieser großen Anstrengung, in eine Einsiedelei außerhalb Paduas zurück: nach Camposampiero, wo ein den Franziskanern verbundener Graf, ihm und zwei Begleitern das nötigste zur Verfügung stellt. Am 13. Juni 1231 verschlechtert sich der Zustand des Antonius dramatisch. Die Brüder versuchen, ihn nach Padua zurückzubringen, aber am Abend dieses Tages stirbt Antonius in dem kleinen Vorort Arcella. Die Nachricht vom Tod des Antonius verbreitet sich wie ein Lauffeuer und es setzt, vor allem in Padua, unmittelbar seine Verehrung als Heiliger ein.

Nicht einmal ein Jahr nach seinem Tod wird Antonius von Padua am 30. Mai 1232 durch Papst Gregor IX. in Spoleto dann offiziell heiliggesprochen. 1946 erklärt ihn Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer und verleiht ihm den Titel ‚doctor evangelicus‘.

Antonius ist in der Basilika, die man zu seinen Ehren in Padua errichtet, bestattet, die seither zum Ziel für Abertausende von Pilgern geworden ist, die Antonius als ihrem Fürsprecher vertrauen.

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Siehe ferner:

„Ich möchte als Hirte der universalen Kirche zur Gottesmutter kommen“

Capela Das Aparições, Fátima / Wikimedia Commons – Petr Adam Dohnálek, CC BY-SA 3.0 CZ

Videobotschaft von Papst Franziskus
an das portugiesische Volk am 10. Mai 2017

„Ich möchte nämlich als Hirte der universalen Kirche zur Gottesmutter kommen“, erklärte Papst Franziskus gestern abend um 18.00 Uhr in einer Videobotschaft an das portugiesische Volk anlässlich seiner anstehenden Reise nach Fatima zum 100-jährigen Jubiläum seit den Marienerscheinungen in der „Cova da Iria“.

Die Reise des Papstes am 12. und 13. Mai 2017 trägt den Titel „Mit Maria, Pilger in der Hoffnung und im Frieden“. In seiner Botschaft kündigte Papst Franziskus, Unserer Lieben Frau von Fatima „den Strauß der schönsten Blumen dar[zu]bringen, die Jesus meiner Hirtensorge anvertraut hat (vgl. Joh 21,15-17), d.h. die Brüder und Schwestern in aller Welt, die durch sein Blut erlöst sind, ohne dass jemand ausgeschlossen ist“.

Der Papst erklärte, dass sich der Besuch „auf die üblichen Momente und Abläufe einer Pilgerfahrt zum Heiligtum von Fatima“ beschränke und in die Pilgerfahrt „ein ganzes Programm der Bekehrung eingeschlossen“ sei.

Für die Gebete und Opfer bedankte sich Papst Franziskus: „Das Gebet weitet unser Herz und macht es bereit, Gottes Gaben zu empfangen. […] Das Gebet erleuchte meine Augen, damit ich die anderen sehen kann, wie Gott sie sieht, und die anderen liebe, wie er sie liebt. In seinem Namen werde ich zu euch kommen in der Freude, mit allen das Evangelium der Hoffnung und des Friedens zu teilen. Der Herr segne euch und die Jungfrau und Mutter Maria beschütze euch!“

Der Volltext der Videobotschaft ist hier abrufbar.

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Wie ein Kreuz eine der großen Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts ankündigte

Ungefähr 40 Meilen nördlich von Porto in Portugal liegt das Dorf Balazar. Hier wurde die selige Mystikerin Alexandrina Da Costa 1904 geboren. Auf der Flucht vor einigen Männern, die sie vergewaltigen wollten, erlitt sie eine Lähmung. Bekannt wurde sie dadurch, dass sie Anteil an den Leiden der Passion und Kreuzigung Christi erhalten hatte.

Viele Jahre vor Geburt der Seligen trat in Balazar ein merkwürdiges Kreuz am Erdboden auf, das bis heute sichtbar ist. Am Fronleichnamstag des Jahres 1832 bemerkten die Gläubigen, die zur Heiligen Messe gingen, nahe der Kirche dieses geheimnisvolle Kreuz.

Damals sandte der Pfarrer von Balazar einen Brief an den Erzbischof von Braga, in welchem er ihm berichtete, „dass die Erde, die das Kreuz zeichnete, weißer war als die umliegende und dass es schien, als würde auf den gesamten Erdboden Tau gefallen sein, außer auf die Stelle, an der sich das Kreuz befand.“

„Ich bat sie, den ganzen Staub und die Erde wegzufegen, die an diesem Ort verstreut waren, und wie zuvor erschien an der gleichen Stelle und in der gleichen Form das Kreuz. Ich befahl, reichlich Wasser darauf zu schütten, damit das Kreuz und die Erde verschwänden. Daraufhin nahm die Erde, die die Form des Kreuzes bildete, eine schwarze Färbung an, welche sie bis heute bewahrt hat“ schildert Pater Leopoldino Mateus.

Am Ort der Erscheinung des Kreuzes wurde eine Kapelle errichtet, mit der Zeit nahm die Verehrung zu und es geschahen Wunder. Trotzdem konnte sich niemand erklären, warum sich dieser Vorfall in Balazar ereignet hatte.

An einem Donnerstag, dem 30. März 1904, wurde in diesem Dorf Alexandrina María Da Costa geboren. Als die Selige 14 Jahre alt war, drangen Männer in ihr Haus ein, in der Absicht sich an ihr, an ihrer Schwester und an einer Freundin der beiden zu vergehen. Um ihre Reinheit zu verteidigen, stürzte sich Alexandrina aus dem Fenster des zweiten Stocks und blieb später aufgrund der Folgen des Sturzes für den Rest ihres Lebens gelähmt.

Ihr Gebetsleben vertiefte sich und sie hatte mehrere mystische Visionen, in denen der Herr sie einlud, ihre Leiden und Opfer für die Rettung der Seelen darzubringen.

Die selige Alexandrina erlitt mehrere Jahre hindurch an jedem Freitag die Schmerzen der Passion Christi und am 5. Dezember 1947 offenbarte ihr Christus die Bedeutung der Erscheinung des Kreuzes in Balazar.

„Ich habe der Pfarrei dieses Kreuz gesandt als Vorankündigung Deiner Kreuzigung. Das Kreuz war bereit, Du aber fehltest noch. Du bist das erwählte Opfer des göttlichen Ratschlusses. Es ist nicht nur meine Alexandrina, die gekreuzigt ist, sondern Christus in ihr. Durch sie habe ich zwei Früchte erhalten: die Liebe zum Kreuz und eine große Sühne für die Sünden der Welt.“

Gegenwärtig hat sich die Kapelle, die an der Stelle des Kreuzes und des Geburtshauses der seligen Alexandrina Da Costa steht, in eine Gebets- und Wallfahrtsstätte für Tausende von Gläubigen aus aller Welt verwandelt. Das Fest des Heiligen Kreuzes (auch Fest des Herrn vom Kreuz genannt) wird in Balazar jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli mit einem feierlichen Gottesdienst begangen.

(Eine frühere Version dieser Geschichte wurde am 10. Oktober 2015 veröffentlicht.)

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PORTO , 03 January, 2017 / 8:47 AM (CNA Deutsch).-

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Seelsorge für katholische Migranten aus dem Christlichen Orient

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Piano Degli Albanesi, Provinz Palermo, Sizilien / Wikimedia Commons – Arbereshe (?), Public Domain (Cropped)

 

Begegnung der Bischöfe der katholischen Ostkirchen in Europa

Die jährliche Tagung der Bischöfe der katholischen Ostkirchen findet dieses Jahr auf Einladung des Patriarchen von Lissabon, Kardinal Manuel Clemente, Vorsitzender der portugiesischen Bischofskonferenz, in Fátima (Portugal) statt.

Im Laufe dieser Begegnung, die auch Wallfahrt zum Marienheiligtum Fátima ist, wo sich 2017 der Tag der Marienerscheinungen zum hundertsten Mal jährt, versammeln sich die bischöflichen Repräsentanten von 15 katholischen Ostkirchen und die Vertreter mehrerer Bischofskonferenzen aus westeuropäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Portugal, Vereinigtes Königreich und Spanien), um über die Herausforderung zu sprechen, die die Seelsorge für zu den katholischen Ostkirchen gehörende Migranten in ihren jeweiligen Ländern darstellt.

Seit dem Zusammenbruch der totalitären Regimes in den osteuropäischen Ländern strömen zahlreiche katholische Migranten in die westlichen Länder, um hier ein neues Leben zu beginnen; sie gehören den katholischen Ostkirchen, also mehrheitlich Kirchen sui iuris, an. Nach 20 Jahren, angesichts eines immer noch relativ konstanten Zustroms neuer Migranten und der Geburt der zweiten Generation unter den Erstankömmlingen, stehen die aufnehmenden Kirchen vor Ort, die mehrheitlich dem lateinischen Ritus der westlichen Länder folgen, vor neuen Herausforderungen bei der Bewahrung der kulturellen und kirchlichen Identität dieser Migranten.

Im Marien-Wallfahrtsort Fátima analysieren die Teilnehmer zusammen mit dem Präfekten für die Kongregation der Ostkirchen, Kardinal Leonardo Sandri, daher einige Fragen und Aufgaben, die sich im Zusammenhang mit dieser besonderen Art der Einwanderung stellen. Besprochen werden die zur Migration führende wirtschaftliche Situation in den osteuropäischen Ländern, mit einem Beitrag des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. João Luís César das Neves, das Problem der Integration anhand der Aussagen einer rumänischen Familie und einer Lehrerin, die täglich mit Migrantenkindern arbeitet, sowie das Verhältnis zwischen der aufnehmenden Kirche und der Kirche des Herkunftslandes.

Die Tagung ist auch geprägt von der täglichen Eucharistiefeier in verschiedenen orientalischen Riten, die die Vielfalt der liturgischen Traditionen innerhalb der katholischen Kirche bezeugen. Vorgesehen sind außerdem ein Besuch der Wallfahrtsstätte Unserer Lieben Frau von Nazaré und ein Vertrauensgebet im Heiligtum von Fátima unter der Leitung des des slowakischen Erzbischofs Cyril Vasil‘, Sekretär des vatikanischen Dikasteriums für die Ostkirchen.

An der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) organsierten Tagung nimmt auch Kardinal Angelo Bagnasco in seiner Eigenschaft als neuer Präsident des CCEE teil.

Die Arbeiten schließen am Sonntag, 23. Oktober mit dem Durchschreiten der Heiligen Pforte der Barmherzigkeit und dem feierlichen Hochamt in der Dreifaltigkeitskirche unter der Leitung Seiber Seligkeit Swiatoslav Schewtschuk, Großerzbischof von Kiew-Halytsch.

Die Tagung findet im Haus Nossa Senhora das Dores in Fátima statt.

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Innerhalb der katholischen Kirche gibt es mehrere Teilkirchen eigenen Rechts (sui iuris) und mit eigenem Ritus, die ganz und gar zur römisch-katholischen Kirche gehören, sich aber von der lateinischen Kirche durch anders geartete Liturgieformen und Volksfrömmigkeit, sakramentale und kanonische Disziplinen (Spendung der Sakramente, Rechtsvorschriften), sowie durch Terminologie und theologische Tradition unterscheiden. Derzeit existieren weltweit 24 Kirchen sui iuris mit verschiedenem liturgischem Ritus, aber in vollkommener Glaubensgemeinschaft mit Rom; 15 davon folgen dem byzantinischen Ritus.

Die an der Begegnung teilnehmenden Kirche sui iuris:

• Italo-albanische katholische Kirche (Diözesen Lungro und Piana degli Albanesi, in Italien)
• Weißrussische griechisch-katholische Kirche (Weißrussland)
• Bulgarische katholische Kirche (Bulgarien)
• Erzdiözese Zypern der Maroniten und Maroniten in Europa (Zypern, Frankreich und westliche EU)
• Griechisch-katholische Kirche mit byzantinischem Ritus (Griechenland und Türkei)
• Griechisch-katholische Kirche in Polen
• Rumänische griechisch-katholische Kirche (Rumänien)
• Rutenische griechisch-katholische Kirche (Heparchie von Mukačevo, Ukraine)
• Slowakische griechisch-katholische Kirche (Slowakei, Tschechien)
• Ukrainische griechisch-katholische Kirche (Ukraine, Polen, USA, Kanada, ukrainische Gemeinschaften in der Welt)
• Ungarische griechisch-katholische Kirche (Ungarn)
• Armenische katholische Kirche (Europa)
• Chaldäische Kirche in Europa
• Syrisch-katholische Kirche
• Melkitische griechisch-katholische Kirche

Die erste Begegnung dieser Art fand 1997 in der ungarischen Diözese Hajdúdorog auf Anregung Kardinal Achille Silvestrinis statt, der damals Präfekt für die Kongregation der Ostkirchen war und einen Raum schaffen wollte, wo die Bischöfe dieser von den atheistischen Regierungen besonders getroffenen Kirchen „mit immer größerer Klarheit in ihre Rolle im heutigen Europa finden können und geliebt und geschätzt werden für ihre Geschichte und ihre Treue zum Papst und zur Kirche, die sie so teuer bezahlt haben“ (aus der Vorstellung der Unterlagen der ersten Begegnung durch Kardinal Silvestrini).

(Quelle: Pressemitteilung CCEE)

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Papst Benedikt XVI. zum: „Text des dritten Geheimnisses von Fatima“

Golden Rose_Pope presnts 2010 at the Shrine of Our Lady of Fatima

Papst Benedikt XVI. überreicht Unserer Lieben Frau von Fatima die Goldene Rose

Ein Auszug aus dem
INTERVIEW VON BENEDIKT XVI.
MIT DEN JOURNALISTEN AUF DEM FLUG NACH PORTUGAL

Dienstag, 11. Mai 2010

 

Pater Lombardi: Danke. Jetzt kommen wir zu Fatima, das gewissermaßen auch der geistliche Höhepunkt dieser Reise sein wird. Heiliger Vater, welche Bedeutung haben heute für uns die Erscheinungen von Fatima? Als Sie den Text des dritten Geheimnisses im Juni 2000 im Presseamt des Heiligen Stuhls vorgestellt haben, waren manche von uns und andere Kollegen von damals dabei, und Sie wurden gefragt, ob die Botschaft von Fatima über das Attentat auf Johannes Paul II. hinaus auch auf andere Leiden der Päpste bezogen werden kann. Können Ihrer Ansicht nach auch die durch den Mißbrauch von Minderjährigen verursachten Leiden der Kirche von heute im Rahmen dieser Vision gesehen werden?

Heiliger Vater: Ich möchte zunächst meine Freude über die Reise nach Fatima zum Ausdruck bringen und darüber, vor der Muttergottes von Fatima zu beten, die für uns ein Zeichen der Gegenwart des Glaubens ist, daß gerade aus den Kleinen eine neue Kraft des Glaubens geboren wird, die nicht auf die Kleinen beschränkt bleibt, sondern eine Botschaft für die ganze Welt hat, und die die Geschichte gerade auch in ihrem Heute berührt und diese Geschichte erleuchtet. Bei der Präsentation im Jahr 2000 habe ich gesagt, daß eine Erscheinung – das heißt ein übernatürlicher Impuls, der nicht bloß der Vorstellungskraft der Person entspringt, sondern tatsächlich von der Jungfrau Maria, vom Übernatürlichen herkommt – daß ein solcher Impuls in das Subjekt eintritt und gemäß den Möglichkeiten des Subjekts zum Ausdruck gebracht wird. Das Subjekt ist von seinen geschichtlichen, persönlichen, und charakterlichen Gegebenheiten bestimmt und übersetzt den großen übernatürlichen Impuls daher in sein Seh-, Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen, aber in diesen Ausdrucksweisen, die vom Subjekt geformt sind, verbirgt sich ein Inhalt, der darüber hinausgeht, der tiefer ist, und nur im Lauf der Zeit können wir die ganze Tiefe sehen, die – sagen wir mal – in dieser für die konkreten Personen möglichen Vision „gekleidet“ war. So würde ich sagen, werden auch hier über die große Vision des Leidens des Papstes hinaus, die wir in erster Linie auf Papst Johannes Paul II. beziehen können, Realitäten der Zukunft der Kirche aufgezeigt, die sich nach und nach entfalten und zeigen. Daher ist es richtig, daß man über den in der Vision gezeigten Moment hinaus die Notwendigkeit eines Leidens der Kirche sieht, das sich natürlich in der Person des Papstes widerspiegelt, aber der Papst steht für die Kirche und daher werden Leiden der Kirche angekündigt. Der Herr hat uns gesagt, daß die Kirche auf verschiedene Weise immer leiden würde bis zum Ende der Welt. Wichtig ist dabei, daß die Botschaft, die Antwort von Fatima im Wesentlichen nicht auf bestimmte Andachtsübungen abzielt, sondern auf die grundlegende Antwort, das heißt die ständige Umkehr, die Buße, das Gebet und die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. So sehen wir hier die wahre und grundlegende Antwort, die die Kirche geben muß, die wir, jeder von uns, in dieser Situation geben müssen. Unter dem Neuen, das wir heute in dieser Botschaft entdecken können, ist auch die Tatsache, daß die Angriffe gegen den Papst und die Kirche nicht nur von außen kommen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche. Und darum ist es für die Kirche zutiefst notwendig, daß sie neu lernt, Buße zu tun, die Reinigung anzunehmen; daß sie einerseits zu vergeben lernt, aber auch die Notwendigkeit der Gerechtigkeit sieht; denn Vergebung ersetzt die Gerechtigkeit nicht. Mit einem Wort, wir müssen gerade das Wesentliche neu lernen: die Umkehr, das Gebet, die Buße und die göttlichen Tugenden. So antworten wir. Seien wir realistisch darauf gefaßt, daß das Böse immer angreift, von innen und von außen, aber daß auch die Kräfte des Guten immer gegenwärtig sind und daß letztendlich der Herr stärker ist als das Böse. Und die Muttergottes ist für uns eine sichtbare, mütterliche Garantie der Güte Gottes, die immer das letzte Wort in der Geschichte ist.

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Siehe dazu: