Wie ein Kreuz eine der großen Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts ankündigte

Ungefähr 40 Meilen nördlich von Porto in Portugal liegt das Dorf Balazar. Hier wurde die selige Mystikerin Alexandrina Da Costa 1904 geboren. Auf der Flucht vor einigen Männern, die sie vergewaltigen wollten, erlitt sie eine Lähmung. Bekannt wurde sie dadurch, dass sie Anteil an den Leiden der Passion und Kreuzigung Christi erhalten hatte.

Viele Jahre vor Geburt der Seligen trat in Balazar ein merkwürdiges Kreuz am Erdboden auf, das bis heute sichtbar ist. Am Fronleichnamstag des Jahres 1832 bemerkten die Gläubigen, die zur Heiligen Messe gingen, nahe der Kirche dieses geheimnisvolle Kreuz.

Damals sandte der Pfarrer von Balazar einen Brief an den Erzbischof von Braga, in welchem er ihm berichtete, „dass die Erde, die das Kreuz zeichnete, weißer war als die umliegende und dass es schien, als würde auf den gesamten Erdboden Tau gefallen sein, außer auf die Stelle, an der sich das Kreuz befand.“

„Ich bat sie, den ganzen Staub und die Erde wegzufegen, die an diesem Ort verstreut waren, und wie zuvor erschien an der gleichen Stelle und in der gleichen Form das Kreuz. Ich befahl, reichlich Wasser darauf zu schütten, damit das Kreuz und die Erde verschwänden. Daraufhin nahm die Erde, die die Form des Kreuzes bildete, eine schwarze Färbung an, welche sie bis heute bewahrt hat“ schildert Pater Leopoldino Mateus.

Am Ort der Erscheinung des Kreuzes wurde eine Kapelle errichtet, mit der Zeit nahm die Verehrung zu und es geschahen Wunder. Trotzdem konnte sich niemand erklären, warum sich dieser Vorfall in Balazar ereignet hatte.

An einem Donnerstag, dem 30. März 1904, wurde in diesem Dorf Alexandrina María Da Costa geboren. Als die Selige 14 Jahre alt war, drangen Männer in ihr Haus ein, in der Absicht sich an ihr, an ihrer Schwester und an einer Freundin der beiden zu vergehen. Um ihre Reinheit zu verteidigen, stürzte sich Alexandrina aus dem Fenster des zweiten Stocks und blieb später aufgrund der Folgen des Sturzes für den Rest ihres Lebens gelähmt.

Ihr Gebetsleben vertiefte sich und sie hatte mehrere mystische Visionen, in denen der Herr sie einlud, ihre Leiden und Opfer für die Rettung der Seelen darzubringen.

Die selige Alexandrina erlitt mehrere Jahre hindurch an jedem Freitag die Schmerzen der Passion Christi und am 5. Dezember 1947 offenbarte ihr Christus die Bedeutung der Erscheinung des Kreuzes in Balazar.

„Ich habe der Pfarrei dieses Kreuz gesandt als Vorankündigung Deiner Kreuzigung. Das Kreuz war bereit, Du aber fehltest noch. Du bist das erwählte Opfer des göttlichen Ratschlusses. Es ist nicht nur meine Alexandrina, die gekreuzigt ist, sondern Christus in ihr. Durch sie habe ich zwei Früchte erhalten: die Liebe zum Kreuz und eine große Sühne für die Sünden der Welt.“

Gegenwärtig hat sich die Kapelle, die an der Stelle des Kreuzes und des Geburtshauses der seligen Alexandrina Da Costa steht, in eine Gebets- und Wallfahrtsstätte für Tausende von Gläubigen aus aller Welt verwandelt. Das Fest des Heiligen Kreuzes (auch Fest des Herrn vom Kreuz genannt) wird in Balazar jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli mit einem feierlichen Gottesdienst begangen.

(Eine frühere Version dieser Geschichte wurde am 10. Oktober 2015 veröffentlicht.)

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PORTO , 03 January, 2017 / 8:47 AM (CNA Deutsch).-

Quelle

Seelsorge für katholische Migranten aus dem Christlichen Orient

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Piano Degli Albanesi, Provinz Palermo, Sizilien / Wikimedia Commons – Arbereshe (?), Public Domain (Cropped)

 

Begegnung der Bischöfe der katholischen Ostkirchen in Europa

Die jährliche Tagung der Bischöfe der katholischen Ostkirchen findet dieses Jahr auf Einladung des Patriarchen von Lissabon, Kardinal Manuel Clemente, Vorsitzender der portugiesischen Bischofskonferenz, in Fátima (Portugal) statt.

Im Laufe dieser Begegnung, die auch Wallfahrt zum Marienheiligtum Fátima ist, wo sich 2017 der Tag der Marienerscheinungen zum hundertsten Mal jährt, versammeln sich die bischöflichen Repräsentanten von 15 katholischen Ostkirchen und die Vertreter mehrerer Bischofskonferenzen aus westeuropäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Portugal, Vereinigtes Königreich und Spanien), um über die Herausforderung zu sprechen, die die Seelsorge für zu den katholischen Ostkirchen gehörende Migranten in ihren jeweiligen Ländern darstellt.

Seit dem Zusammenbruch der totalitären Regimes in den osteuropäischen Ländern strömen zahlreiche katholische Migranten in die westlichen Länder, um hier ein neues Leben zu beginnen; sie gehören den katholischen Ostkirchen, also mehrheitlich Kirchen sui iuris, an. Nach 20 Jahren, angesichts eines immer noch relativ konstanten Zustroms neuer Migranten und der Geburt der zweiten Generation unter den Erstankömmlingen, stehen die aufnehmenden Kirchen vor Ort, die mehrheitlich dem lateinischen Ritus der westlichen Länder folgen, vor neuen Herausforderungen bei der Bewahrung der kulturellen und kirchlichen Identität dieser Migranten.

Im Marien-Wallfahrtsort Fátima analysieren die Teilnehmer zusammen mit dem Präfekten für die Kongregation der Ostkirchen, Kardinal Leonardo Sandri, daher einige Fragen und Aufgaben, die sich im Zusammenhang mit dieser besonderen Art der Einwanderung stellen. Besprochen werden die zur Migration führende wirtschaftliche Situation in den osteuropäischen Ländern, mit einem Beitrag des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. João Luís César das Neves, das Problem der Integration anhand der Aussagen einer rumänischen Familie und einer Lehrerin, die täglich mit Migrantenkindern arbeitet, sowie das Verhältnis zwischen der aufnehmenden Kirche und der Kirche des Herkunftslandes.

Die Tagung ist auch geprägt von der täglichen Eucharistiefeier in verschiedenen orientalischen Riten, die die Vielfalt der liturgischen Traditionen innerhalb der katholischen Kirche bezeugen. Vorgesehen sind außerdem ein Besuch der Wallfahrtsstätte Unserer Lieben Frau von Nazaré und ein Vertrauensgebet im Heiligtum von Fátima unter der Leitung des des slowakischen Erzbischofs Cyril Vasil‘, Sekretär des vatikanischen Dikasteriums für die Ostkirchen.

An der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) organsierten Tagung nimmt auch Kardinal Angelo Bagnasco in seiner Eigenschaft als neuer Präsident des CCEE teil.

Die Arbeiten schließen am Sonntag, 23. Oktober mit dem Durchschreiten der Heiligen Pforte der Barmherzigkeit und dem feierlichen Hochamt in der Dreifaltigkeitskirche unter der Leitung Seiber Seligkeit Swiatoslav Schewtschuk, Großerzbischof von Kiew-Halytsch.

Die Tagung findet im Haus Nossa Senhora das Dores in Fátima statt.

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Innerhalb der katholischen Kirche gibt es mehrere Teilkirchen eigenen Rechts (sui iuris) und mit eigenem Ritus, die ganz und gar zur römisch-katholischen Kirche gehören, sich aber von der lateinischen Kirche durch anders geartete Liturgieformen und Volksfrömmigkeit, sakramentale und kanonische Disziplinen (Spendung der Sakramente, Rechtsvorschriften), sowie durch Terminologie und theologische Tradition unterscheiden. Derzeit existieren weltweit 24 Kirchen sui iuris mit verschiedenem liturgischem Ritus, aber in vollkommener Glaubensgemeinschaft mit Rom; 15 davon folgen dem byzantinischen Ritus.

Die an der Begegnung teilnehmenden Kirche sui iuris:

• Italo-albanische katholische Kirche (Diözesen Lungro und Piana degli Albanesi, in Italien)
• Weißrussische griechisch-katholische Kirche (Weißrussland)
• Bulgarische katholische Kirche (Bulgarien)
• Erzdiözese Zypern der Maroniten und Maroniten in Europa (Zypern, Frankreich und westliche EU)
• Griechisch-katholische Kirche mit byzantinischem Ritus (Griechenland und Türkei)
• Griechisch-katholische Kirche in Polen
• Rumänische griechisch-katholische Kirche (Rumänien)
• Rutenische griechisch-katholische Kirche (Heparchie von Mukačevo, Ukraine)
• Slowakische griechisch-katholische Kirche (Slowakei, Tschechien)
• Ukrainische griechisch-katholische Kirche (Ukraine, Polen, USA, Kanada, ukrainische Gemeinschaften in der Welt)
• Ungarische griechisch-katholische Kirche (Ungarn)
• Armenische katholische Kirche (Europa)
• Chaldäische Kirche in Europa
• Syrisch-katholische Kirche
• Melkitische griechisch-katholische Kirche

Die erste Begegnung dieser Art fand 1997 in der ungarischen Diözese Hajdúdorog auf Anregung Kardinal Achille Silvestrinis statt, der damals Präfekt für die Kongregation der Ostkirchen war und einen Raum schaffen wollte, wo die Bischöfe dieser von den atheistischen Regierungen besonders getroffenen Kirchen „mit immer größerer Klarheit in ihre Rolle im heutigen Europa finden können und geliebt und geschätzt werden für ihre Geschichte und ihre Treue zum Papst und zur Kirche, die sie so teuer bezahlt haben“ (aus der Vorstellung der Unterlagen der ersten Begegnung durch Kardinal Silvestrini).

(Quelle: Pressemitteilung CCEE)

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Quelle

Papst Benedikt XVI. zum: „Text des dritten Geheimnisses von Fatima“

Golden Rose_Pope presnts 2010 at the Shrine of Our Lady of Fatima

Papst Benedikt XVI. überreicht Unserer Lieben Frau von Fatima die Goldene Rose

Ein Auszug aus dem
INTERVIEW VON BENEDIKT XVI.
MIT DEN JOURNALISTEN AUF DEM FLUG NACH PORTUGAL

Dienstag, 11. Mai 2010

 

Pater Lombardi: Danke. Jetzt kommen wir zu Fatima, das gewissermaßen auch der geistliche Höhepunkt dieser Reise sein wird. Heiliger Vater, welche Bedeutung haben heute für uns die Erscheinungen von Fatima? Als Sie den Text des dritten Geheimnisses im Juni 2000 im Presseamt des Heiligen Stuhls vorgestellt haben, waren manche von uns und andere Kollegen von damals dabei, und Sie wurden gefragt, ob die Botschaft von Fatima über das Attentat auf Johannes Paul II. hinaus auch auf andere Leiden der Päpste bezogen werden kann. Können Ihrer Ansicht nach auch die durch den Mißbrauch von Minderjährigen verursachten Leiden der Kirche von heute im Rahmen dieser Vision gesehen werden?

Heiliger Vater: Ich möchte zunächst meine Freude über die Reise nach Fatima zum Ausdruck bringen und darüber, vor der Muttergottes von Fatima zu beten, die für uns ein Zeichen der Gegenwart des Glaubens ist, daß gerade aus den Kleinen eine neue Kraft des Glaubens geboren wird, die nicht auf die Kleinen beschränkt bleibt, sondern eine Botschaft für die ganze Welt hat, und die die Geschichte gerade auch in ihrem Heute berührt und diese Geschichte erleuchtet. Bei der Präsentation im Jahr 2000 habe ich gesagt, daß eine Erscheinung – das heißt ein übernatürlicher Impuls, der nicht bloß der Vorstellungskraft der Person entspringt, sondern tatsächlich von der Jungfrau Maria, vom Übernatürlichen herkommt – daß ein solcher Impuls in das Subjekt eintritt und gemäß den Möglichkeiten des Subjekts zum Ausdruck gebracht wird. Das Subjekt ist von seinen geschichtlichen, persönlichen, und charakterlichen Gegebenheiten bestimmt und übersetzt den großen übernatürlichen Impuls daher in sein Seh-, Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen, aber in diesen Ausdrucksweisen, die vom Subjekt geformt sind, verbirgt sich ein Inhalt, der darüber hinausgeht, der tiefer ist, und nur im Lauf der Zeit können wir die ganze Tiefe sehen, die – sagen wir mal – in dieser für die konkreten Personen möglichen Vision „gekleidet“ war. So würde ich sagen, werden auch hier über die große Vision des Leidens des Papstes hinaus, die wir in erster Linie auf Papst Johannes Paul II. beziehen können, Realitäten der Zukunft der Kirche aufgezeigt, die sich nach und nach entfalten und zeigen. Daher ist es richtig, daß man über den in der Vision gezeigten Moment hinaus die Notwendigkeit eines Leidens der Kirche sieht, das sich natürlich in der Person des Papstes widerspiegelt, aber der Papst steht für die Kirche und daher werden Leiden der Kirche angekündigt. Der Herr hat uns gesagt, daß die Kirche auf verschiedene Weise immer leiden würde bis zum Ende der Welt. Wichtig ist dabei, daß die Botschaft, die Antwort von Fatima im Wesentlichen nicht auf bestimmte Andachtsübungen abzielt, sondern auf die grundlegende Antwort, das heißt die ständige Umkehr, die Buße, das Gebet und die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. So sehen wir hier die wahre und grundlegende Antwort, die die Kirche geben muß, die wir, jeder von uns, in dieser Situation geben müssen. Unter dem Neuen, das wir heute in dieser Botschaft entdecken können, ist auch die Tatsache, daß die Angriffe gegen den Papst und die Kirche nicht nur von außen kommen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche. Und darum ist es für die Kirche zutiefst notwendig, daß sie neu lernt, Buße zu tun, die Reinigung anzunehmen; daß sie einerseits zu vergeben lernt, aber auch die Notwendigkeit der Gerechtigkeit sieht; denn Vergebung ersetzt die Gerechtigkeit nicht. Mit einem Wort, wir müssen gerade das Wesentliche neu lernen: die Umkehr, das Gebet, die Buße und die göttlichen Tugenden. So antworten wir. Seien wir realistisch darauf gefaßt, daß das Böse immer angreift, von innen und von außen, aber daß auch die Kräfte des Guten immer gegenwärtig sind und daß letztendlich der Herr stärker ist als das Böse. Und die Muttergottes ist für uns eine sichtbare, mütterliche Garantie der Güte Gottes, die immer das letzte Wort in der Geschichte ist.

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Quelle

Siehe dazu:

FATIMA: „DIE WORTE MARIENS ERFÜLLEN SICH“ *)

Collegial-Consecration

Johannes Paul II. erneuert die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens am 25. März 1984

Der Weiheakt von Johannes Paul II.


Ich [POS] veröffentliche nachfolgend den 2-teiligen Artikel des „Schweizer Fatima-Bote“ [Nrn. 67 und 68, Januar und Februar 2016 – ohne persönlich Stellung zu nehmen dazu:

 


*) Pfr. Dr. A. Fugel, ehemaliger Geisticher Leiter des Fatima-Weltapostolats der Deutsch-Schweiz

Bemerkung der Redaktion.- Die offizielle Haltung der Kirche ist, dass Russland durch die Weihe am 25. März 1984 geweiht worden ist. Als öffentlicher Verein von Gläubigen päpstlichen Rechts müssen wir diese Ansicht hochhalten. Das schliesst aber nicht aus, hier auch andere Meinungen zu veröffentlichen. 

[1. Teil – Schweizer Fatima-Bote Nr. 67:] 

Drei Etappen zum Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens

„Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und es wird der Welt eine Zeit des Friedens geschenkt werden“. So die Gottesmutter am 13. Juli 1917 in Fatima. Wir nähern uns der Jahrhundertfeier des Geschehens von Fatima im Jahre 1917. Da Fatima ein zentrales Ereignis im Leben der Kirche ist und eine Kirche Christi ohne Fatima nicht mehr vorstellbar noch möglich ist, stellt sich die Frage, wie dieses Jubiläum würdig begangen werden kann.

Droht das Fatima-Jahr 2017 global zu scheitern?

Die Unkenntnis viel zu vieler Katholiken und noch mehr Nichtkatholiken über Marias Wirken im Heilsplan Gottes ist gross. Maria ist die Mutter Jesu und somit gelten ihre Worte allen, die an Jesus glauben! Allen! Nicht nur Katholiken. Die Irreführung durch ihre eigene Kirche bezüglich Maria muss aufhören!

Es sind bei den Feierlichkeiten in Fatima jedes Mal mehrere Bischöfe zugegen, doch im Prozentsatz aller Bischöfe der Welt ist das eine kaum relevante Grösse; Kardinäle sind eher selten anzutreffen. Umso mehr sind alle marianischen Apostolate bereit, ohne Furcht in die Worte der Gottesmutter von 1917 tief einzudrin­gen, zu verstehen und weiter zu geben. 2017 ist ein Jahr, das feierlich begangen wird, entweder feiern wir den Frieden, den die Gottesmutter versprochen hat oder den Beginn der seither vielhundertfachen Zersplit­terung der Kirche Jesu Christi durch den von der Kirche abgefallenen Priester Martin Luther.

In Fatima geht es um viel, viel mehr als um Erscheinungen, Visionen etc. und schon gar nicht um Sensatio­nen. Fatima ist der Blitzschlag Gottes mitten in den Lauf der Menschheitsgeschichte hinein, dessen Donnergrollen die Menschheit bis zu ihrem Ende vernehmen wird (müssen).

„Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“ steht als absolute Aussage, die sich ohne Wenn und Aber erfüllen wird. Dies ist daher eher keine Prophetie, sondern schlicht die Feststellung einer Tatsache. Mit anderen Worten könnte man sagen: Über den ersten Teil, über die Worte, welche vor dieser Feststellung stehen: „Wenn ihr tut, was ich euch sage, wird Friede sein“, dürft ihr Menschen selber entschei­den. Entscheidet ihr euch jedoch gegen mein Friedensangebot, dann wird sich das Böse weltweit verbreiten und unendliches Leid über die Menschheit bringen. Ja, selbst wenn sich alle Menschen gegen mich ent­scheiden würden, bleibt doch noch die Tatsache bestehen: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz trium­phieren!“

Betrachten wir den Glaubenszerfall seit 1917, muss wohl der Teil der Aussage Mariens: „Wenn nicht, dann…“ als Entscheidung der Menschheit gelten.

Damit nähern wir uns der Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens.

Wie wir noch sehen werden, geht es der Gottesmutter weder um ein triumphalistisches Auftreten eines Papstes mit allen Bischöfen der Welt, noch um eine Weihe, die alles Mögliche zitiert, nur Russland nicht. Ein kurzes Gebet von ein paar Zeilen, durch den Papst in Einheit mit dem Weltepiskopat gesprochen, in welchem Russland innig in das Herz Mariä gelegt wird, hätte genügt! Betrachten wir die Worte der Gottes­mutter vom 13. Juli 1917 genau, so schließt sich der Triumph des Unbefleckten Herzen Mariens nicht sofort einer ersten Weihe an, da Russland Zeit haben muss, seine Bekehrung, ja seine Abkehr vom Atheismus zu beweisen und den Rest der Welt davon zu überzeugen, ja diese vom Atheismus zu bekehren. Maria nennt die Weihe Russlands als einen Moment, der das Ende satanischer Irreführung und Herrschaft über den Menschen markiert, und der sich VOR IHREM Triumph vollziehen muss.

Die Hierarchie des Triumphes Mariens

  • Zuerst muss es einen Triumph der Sühne an ihr Unbeflecktes Herz geben. Dieser wird herbeigeführt durch den gehorsamen und demütigen Vollzug der fünf Herz-Maria-Sühnesamstage, der wiederum sei­nerseits die Bekehrung Russlands erwirken wird. Noch vor den spektakulären „Weltweihen“ Seiner Heilig­keit Papst Johannes Paul II. in Fatima (1982) und Rom (1984), hätte der Andacht der Sühnesamstage ein gebührender Platz in der Liturgie der Kirche eingeräumt werden müssen, ähnlich dem Herz-Jesu Freitag.

Das ist nicht geschehen. Seit über 90 Jahren fordert Jesus die Einfüh­rung der Sühnesamstage und kein einziger Papst hat sich die Mühe gegeben, diese weltweit zu verbreiten. Eine „Weihe“ jedoch ohne die Einführung der fünf Sühnesamstage kann nicht der richtige Weg sein. So hat die Kirche selbst den ersten Triumph der Gottesmutter vereitelt.

  • Der zweite Triumph der Gottesmutter ist die nach Erreichung des Zieles des ersten Triumphes folgende Weihe und Bekehrung Russ­lands. Ist der Triumph der Sühne erreicht, wird der Himmel diesen Tri­umph der Sühne in der Weihe Russlands durch den HI. Vater an Ihr Unbeflecktes Herz in Einheit mit ALLEN Bischöfen der Welt in der völli­gen Abkehr „Russlands“ — und somit der ganzen Welt – vom Atheismus krönen. Der tiefe Sinn der Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens liegt darin, dass der HI. Vater als Krönung der ersten Stufe (Sühnestufe) „Russland“, d.h. alle Irrtümer und satanische Verirrungen, die in diesem Lande entstanden, tief ins Herz Mariens versenkt, damit wenn „Russland“ neu ersteht, es aus dem Herzen Mariens neu gebo­ren werde. Es ist anzunehmen, dass dies auch einen grossen Schub zur Einheit der beiden Schwesterkirchen, der katholischen und der or­thodoxen, geführt hätte. Von einer politischen diplomatischen Kompli­kation hätte sich kein Papst fürchten müssen. Denn in der Zeit, in der die Weihe Russlands hätte stattfinden sollen, gab es kein Land mit die­sem Namen. Im Oktober 1917 hörten die Visionen in Fatima auf und es hörte auch auf, ein Land mit dem Namen Russland zu existieren, da es sich den Namen Sowjetunion gegeben hat. Erst 1990 gab es wie­der ein Land namens Russland! Das wusste die Gottesmutter und rief uns auf, IHR „Russland“ zu weihen! Von hier aus gesehen kann die ab­solute Notwendigkeit der deutlichen Aussage des Wortes Russland in der Weihe nicht kleingeredet werden!
  • Dann erst folgt der letzte Triumph, DER TRIUMPH DES UNBE­FLECKTEN HERZENS MARIENS in der völligen Vernichtung Satans und satanischer Macht über den Menschen, in der Ankunft und Ver­wirklichung des Reiches Mariens, das der endgültigen Herrschaft Christi vorauszugehen hat, da Maria IMMER Wegbereiterin für Jesus Christus ist, Wegbereiterin auch seiner Wiederkunft in Herrlichkeit.

Was ist „Fatima“?

Zunächst ein Wallfahrtsort. Wer dorthin pilgert ist bereit, die Grundaus­sagen der Botschaft von Fatima in sich aufzunehmen. Dann aber ist Fatima nicht mehr nur ein Ort! Sondern mehr! Fatima ist eine Pro­phetie! „So ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt all das, wozu ich es ausgesandt habe.“(Jes 55,11)

Diese Worte des Propheten umschreiben Echtheit und Wirkung einer Prophetie, die von Gott kommt! Die „Prophetie Fatima“ hat 1917 ihren Weg für Menschheit und Kirche begonnen und strebt unbeirrt ihrem Gott gewollten Ziel entgegen! Kein Mensch, kein Ereignis kann ihren Lauf aufhalten bis zu ihrer Vollendung! Das ist Fatima!

Worte von Papst Johannes Paul II. in Fatima:

„Der Ruf des Evangeliums zur Busse und Bekehrung, geäussert in der Fatima-Botschaft der Mutter, ist noch immer von Bedeutung. Sie bleibt nach wie vor wichtig, ja sie ist heute noch dringlicher“.

Joseph Kardinal Ratzinger zur Veröffentlichung des dritten Teils des Geheimnisses von Fatima in Rom am 26. Juni 2000:

„In ihrer Botschaft und Segnung bedeutet Fatima die Bekehrung zu Gott. Hier können wir das Zeugnis der Erlösung der Menschheit fühlen, durch ihre Fürsprache, sie, die mit ihrem Fuss den Kopf der alten Schlange zerdrückte und im­mer zerdrücken wird. Das ist auch die Botschaft von Fati­ma, die mit ihrem bekümmer­ten Ruf zu Umkehr und Busse tatsächlich zum Herzen des Menschen vordringt. Fatima ist unter den modernen Er­scheinungen zweifellos die prophetischste. Die drei Hir­tenkinder von Fatima schauen, hören und bewahren es im Ge­dächtnis auf, und Lucia, die Zeugin, die überlebt hat, schreibt es nieder in dem Au­genblick, als sie vom Bischof von Leiria den Auftrag und von Unserer Lieben Frau die Erlaubnis erhält…“

„Von dem Augenblick an, da wir dem Ruf der Botschaft nicht Rechnung trugen, stellen wir fest, dass die Botschaft sich bewahrheitet hat, dass Russland die Welt mit sei­nen Irrlehren eingenommen hat. Und wenn wir die voll­ständige Erfüllung des En­des dieser Prophezeiung noch nicht feststellen, dann sehen wir, dass wir allmäh­lich mit weiten Schritten da­rauf zusteuern“…

„Wenn wir nicht den Weg der Sünde, des Hasses, der Ra­che, der Ungerechtigkeit, der Verletzung der menschlichen Person, des unmoralischen Verhaltens und der Gewalt usw. verlassen. Und sagen wir nicht, dass Gott es ist, der uns so straft; im Gegenteil: Es sind die Menschen, die sich selbst die Strafe berei­ten. Gott gibt uns das in sei­ner Fürsorge kund und ruft auf den guten Weg. Dabei achtet er die Freiheit, die er uns ge­geben hat. Deshalb sind die Menschen verantwortlich.“ So weit Papst Benedikt XVI.

3. Die Endzeit

Die Zeit bzw. die Vorbereitung auf das Zweite Kommen Jesu, diesmal nicht mehr in Knechts­gestalt, sondern in „Macht und Herrlichkeit“ (vgl. Mt. 25,31) nennt christlicher Glaube DIE ENDZEIT.

Und in der Endzeit wird wiederhergestellt und nicht vernichtet! Die Welt wird nicht in Schutt und Asche gelegt, sondern wieder her­gestellt nach dem anfänglichen Schöpfungsplan Gottes.

Christus fordert uns auf, wenn wir die Zeichen der Ankunft dieser Zeit sehen, das Haupt zu erheben:

Lk 21,7: Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und an wel­chem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt?

Lk 21,8: Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!

Lk 21,9: Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.

Lk 21,10: Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere.

Lk, 21,11: Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

Lk 21,12: Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen.

Lk 21,13: Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.

Lk 21,14: Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen;

Lk 21,15: denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.

Lk, 21,16: Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten.

Lk 21,17: Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden.

Lk 21,18: Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.

Und diese Zeit wurde weder „von solchen noch von anderen“ Bot­schaften, sondern mit den Erscheinungen der Gottesmutter Maria in Fatima eingeleitet.

Wie die Jünger nach der Himmelfahrt Jesu im Abendmahlssaal mit Maria um die Herabkunft des Heiligen Geistes beteten, so ist es auch heute an Maria, sich Beter zu berufen, die das Kommen Jesu Christi in seiner göttlichen Herrlichkeit betend erflehen.

Das ist die Zeit der Vorbereitung auf das Wiederkommen Christi oder die Endzeit! Fatima lässt die Endzeit erahnen. Schwester Lucia von Fatima gibt uns einen visionären Einblick in den Ablauf bzw. in die Etappen des Herannahens der Endzeit. In einem Interview spricht sie in eindeutigen Worten über sieben Etappen, die auf Fatima folgen werden. Es gibt ganz klare Anzei­chen, dass die Menschheit heute am „Donnerstag der Woche von Fatima“, und zwar am Ende des Tages, angekommen ist.

 

[2. Teil – Schweizer Fatima-Bote Nr. 68:] 

4. Schwester Luzia über die Russlandweihe

In einem Interview von 1998 antwortet Sr. Lucia auf Fra­gen zweier Kardinäle zwei Jahre vor der Veröffentlichung des dritten Teils des Fatima-Geheimnisses durch Papst Johannes Paul II. in Fatima und Rom und nach der Welt­weihe durch den Papst von 1984.

In der spanischen Ausgabe vom Mai/Juni 1998 der Zeit­schrift „Sol de Fatima“ (Sonne von Fatima) erschien eine Zusammenfassung der Antworten, die mit Genehmigung der portugiesischen Zeitschrift „Christus“ abgedruckt wur­de. Es handelt sich um wichtige Erklärungen von Sr. Lucia an zwei Kardinäle, Anthony Padiyara von Erna­culan (Indien) und Ricardo Vidal von Cebu, Philippinen, während ihrer zahlreichen Besuchen im Karmel von Coimbra. Wir bringen einen Auszug daraus.

FRAGE: Wurde die Weihe Russlands wie von Unserer Lieben Frau (ULF) am 13.6.1929 gewünscht, von Papst Johannes Paul II. am 25.3.1984 vollzogen?

ANTWORT: Ja. Die Weihe war teilweise bereits vollzo­gen worden. Papst Pius XII. vollzog sie am 31.10.1942, doch es fehlte noch die Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt, was Papst Johannes Paul II. schliesslich 1984 erreichte. Papst Paul VI. fragte mich auch, ob die Weihe von 1942 dem Wunsch ULF entsprochen habe. Ich ver­neinte und erklärte ihm, dass jeder Bischof in seiner eigenen Diözese anwesend (und mit dem Papst verbun­den) sein solle und nicht an einem einzigen Ort, denn die Weihe sei ein Ruf zur Vereinigung mit dem Volk Gottes gewesen.1982 vollzog Papst (Johannes Paul II.) die Weihe in Fatima. [1]

FRAGE: Und die Schwester war anwesend?

ANTWORT: Ja, aber an dieser Weihe war die Verei­nigung mit allen Bischöfen nicht vollständig. Später, 1984, lud Papst Johannes Paul II. sämtliche Bischöfe ein, sich mit ihm an der Weihe zu vereinigen, was sich am 25. März 1984 verwirklichte. Der Papst verfügte, dass sich alle Bischöfe [2] während des Weiheaktes mit dem HI. Vater vor dem Bild Unserer Frau von Fati­ma, das sich im Heiligtum von Fatima befindet, vereini­gen sollten.

FRAGE: Was ist mit den Bischöfen, welche die Ein­ladung zu spät erhielten, sie nicht beachteten und entschieden, am Akt nicht teilzunehmen?

ANTWORT: Wir können nicht sagen, dass jene Bischö­fe, die nicht teilnahmen, eine Sünde oder einen Fehler begangen haben. Die meisten Bischöfe waren mit dem Papst in diesem Weiheakt vereint. Die Ortschaften der ganzen Welt und jede Diözese waren mit den Bischöfen und die Bischöfe ihrerseits mit dem Papst vereint. Da­mals war diese Weihe die grosse Vereinigung des Vol­kes Gottes. All dies trug dazu bei, dass die Weihe durch Unsere Frau angenommen wurde. [3]

FRAGE: Musste jedoch Russland nicht spezifisch erwähnt werden und hatte dies ULF nicht gesagt?

ANTWORT: Es war schon Russland gemeint, als der Papst im Text der Weihe von 1984 sagte: „Jene Völker“.

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[1] Lucia spricht hier naturgemäss sehr vorsichtig. Auch ihre Antwort auf die Weihe vom 25. März 1984 durch den HI. Vater in Rom ist kein eindeutiges „Ja“, was sich nur auf den Vollzug der Weihe, nicht aber auf die Annahme durch die Gottesmutter bezieht. Das unterstreicht die Schwester noch einmal mit dem Hinweis auf die andere Weihe von 1982 in Fatima und der klaren Verneinung der Frage von Papst Paul VI. Interessant wirkt auch die Aussage der Seherin, dass es nicht darum ginge, viele Bischöfe an einer Stelle zu haben – also nicht um eine prachtvolle Schau, sondern vielmehr um eine schlichte und ehrliche Verbindung aller Bischöfe der Welt mit dem Papst und dies auch dann, wenn jeder bei seinem Volk und in seiner Diözese diese Weihe Russlands vollzöge. Mit dieser Weihe hätte eine Welle der Bereitschaft zur Sühne ausgelöst werden können; die Bischöfe hätten den Sühnesamstag einführen können und die erste Etappe der „Weihe Russlands“ wäre weltweit vollzogen worden. Mit grossformatigem Auflauf in Rom oder Fatima einschliess­lich ein paar tausend Bischöfen wurde wohl der ersten Etappe des Triumphes des Unbefleckten Herzens Mariens der Weg nicht berei­tet. Ein weiterer Hinweis von Sr Lucia, „1982 vollzog der gegenwärtige Papst (Johannes Paul II.) die Weihe in Fatima“, lässt natürlich aufhorchen, denkt man daran, dass derselbe Papst 1984 die Weihe von sich aus wiederholte; warum das, wenn sie schon 1982 vollzo­gen wurde? Es ist der vorsichtigen Redensart von Sr Lucia zuzuschreiben, dass sie beide Weihen, 1982 in Fatima und 1984 in Rom, mit dieser Aussage auf die gleiche Stufe stellt.

[2] Aber schätzungsweise kaum 20% der „westlichen Bischöfe“ sind diesem Aufruf gefolgt. Über die Bischöfe des damaligen „Ostblocks“ ist verständlicherweise nichts bekannt, da „Fatima“ mehr als nur „ein rotes Tuch“ in den Augen der kommunistischen Machthaber und eine „Propaganda“ darüber strafbar war. ALLE Bischöfe…? Und selbst wenn nur die des Ostblocks fehlten…. Die „im Westen“ lebenden Bischöfe haben sich inzwischen in grosser Zahl die vom „Geiste des Konzils“ herrührende Selbstbestimmung (früher nannte man das „Ungehorsam“) zu eigen gemacht, insbesondere wenn es um die Marienverehrung (wohl wegen der unsinni­gen „Ökumene“ gegenüber den Protestanten) oder Gehorsam dem Papst gegenüber ging.

[3] Man beachte die Wortwahl der Schwester: Nicht von Seiten des Papstes war die WEIHE GÜLTIG VOLLZOGEN worden (weil viele Bi­schöfe schon in grossem Ungehorsam gegenüber dem Papst standen), sondern Maria hat IHREREITS die Weihe ANGENOMMEN!

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Diejenigen, die vom Wunsch der Weihe Russlands Kenntnis hatten, wussten, worauf er sich bezog und der allwissende Gott wusste ebenfalls, dass die Absicht des Papstes Russland war und er sich bei der Weihe auf Russland bezog. Wichtig ist die Absicht.

FRAGE: Aber wollte ULF nicht, dass Russland explizit erwähnt werde?

ANTWORT: Unsere Frau verlangte nie, dass Russland explizit beim Namen genannt werde. Zu jener Zeit wuss­te ich nicht einmal, was Russland sei. Wir dachten, es handle sich um eine böse Frau. Was zählt, ist die Ab­sicht des Papstes, und die Bischöfe wussten, dass der Papst Russland weihen wollte. Russland muss nicht von neuem geweiht werden, aber jeder Bischof kann seine eigene Diözese dem Unbefleckten Herzen Mariens wei­hen, sofern er dies wünscht. [5] (…)

5. Frieden heisst Besserung der begangenen Fehler

FRAGE: Handelt es sich beim Frieden in der Bot­schaft von Fatima um einen Weltfrieden und tritt er plötzlich ein?

ANTWORT: Der Bezug auf den Frieden muss als Frie­den oder als Besserung der begangenen Fehler verstan­den werden, ein Friede, der in einem bestimmten Mo­ment vom atheistischen Kommunismus behindert wurde. Es stand geschrieben, dass Russland seine Irrtümer auf der Welt verbreiten werde, Kriege und Kirchenverfolgun­gen verursachend… viele würden gemartert werden. Dann, endlich, nach all diesem, wird mir der HI. Vater Russland weihen, [8] sagte die Jungfrau. Sie sagte aber nicht wie! In welcher Form. Der Friede, von dem die Jungfrau in der Prophezeiung sprach, bezieht sich auf die Kriege und Verfolgungen, welche die Irrtümer des atheistischen Kommunismus in der ganzen Welt verursachten. Der Friede ist nicht ein wunderbarer Weltfriede, sondern ein Friede nur be­züglich des Krieges der Irrtümer, welche Russland in der ganzen Welt verbreitete. Der Atheismus ist im­mer noch das Instrument des Teufels in der heutigen Zeit. Es ist eine grosse Sünde gegen Gott, wer Seine Existenz leugnet und dadurch vielfältige, teuflische Wer­ke, wie z.B. die Abtreibung, begünstigt. Der Atheismus ist am meisten zu verurteilen. Und die grösste Häre­sie, die es gibt, ist der atheistische Kommunismus. [9]

FRAGE: Warum gibt es in Russland trotz der Weihe keinen Frieden?

ANTWORT: Weil die jetzigen Kriege praktisch nicht vom Atheismus stammen, sondern Bürgerkriege sind. Die Leute kämpfen um die Macht. Die heutigen Kriege sind keine Weltkriege, sondern Bürgerkriege. Obschon der Atheismus immer noch existiert, glaube ich nicht, dass es dieser ist, der die Hoffnung, die Kirche Gottes und alles was übernatürlich ist, zerstören möchte. Die Jungfrau sagt jedoch, Kriege könnten durch Gebet und Opfer verhindert werden.

Aus diesem Grunde verlangte Unsere Liebe Frau die Sühne-Kommunion durch die Weihe an Sie. [10]

Die Menschen erwarten, dass die Dinge in einer persön­lichen und sofortigen Zeitepoche eintreten. Fatima befindet sich immer noch am dritten Tag. (Aus Sicht von 1998; heute dürfte dies eher das Ende des vierten oder An­fang des fünften Tages sein – die Red.) Der Triumph ist ein kontinuierlicher Prozess. Wir befinden uns in der Situation „nach der Weihe“. Der erste Tag war die Zeit der Erscheinungen; der zweite jener der „nachträglichen“ Erscheinungen vor der Weihe von 1984. Die Woche von Fatima ist noch nicht vorüber: „Fatima“ hat erst an­gefangen, wie soll alles so schnell fertig sein! (Wiederum aus Sicht von 1998 die Red.)

FRAGE: Warum wurde nur Russland geweiht? Auch China ist kommunistisch…

ANTWORT: Die Jungfrau sprach nicht speziell über Chi­na. Aber China ist heute die grosse kommunistische Weltmacht. Die Jungfrau sprach von der ganzen Welt und China ist damit enthalten. China ist jetzt wichtig, vor allem nach den letzten Vorkommnissen. Wie auch im­mer, die Jungfrau hat China nicht spezifisch erwähnt.

FRAGE: Haben wir durch die Weihe Russlands 1984 einen Atomkrieg verhindert?

ANTWORT: Wir standen unmittelbar davor, wenn man die Konfrontationen zwischen den USA und Russland betrachtete. Die ganze Welt hielt den Atem an. Doch als der Heilige Vater die Weihe Russlands vollzog, wurden

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[4] Sr. Lucia weist natürlich in der Antwort auf diese und die nächste Frage ausweichend aber sehr höflich auf das Fehlen der WEIHE bzw. AUSDRÜCKLICHE NENNUNG RUSSLANDS hin, was ja wesentlicher Bestandteil der längst fälligen Weihe war.

[5] Eine Liste dieser Bischöfe, die dies gemacht hätten, ist nicht bekannt.

[8] „Dann, endlich, nach all diesem, wird mir der HI. Vater Russland weihen“. Es geht hier scheinbar nicht um jene „erste“ Weihe Russ­lands, die zum Zusammenbruch der dort entwickelten atheistischen Ideologie führt, sondern um eine Weihe Russlands durch den Papst, „nachdem“ dieses seine Irrlehren verbreitet, Kriege und weltweite Kirchenverfolgungen hervorgerufen hat usw. Ein Hinweis auf die drei Phasen, die dem TRIUMPH DES UNBEFLECKTEN HERZENS MARIENS vorausgehen.

[9] Und genau dieser hat seine Schleusen zur Verbreitung auf der ganzen Welt 1989 geöffnet! Seit 1989 läuft somit der zweite Teil des Dramas „Russland“. Der erste Teil war der scheinbare Zusammenbruch, der zweite Teil ist ein eher „theatralischer“ Frieden, dem der dritte Teil folgt: Kriege und Verfolgungen der Kirche. Die folgende Antwort bestätigen diese Annahme: Nicht der schon immer beste­hende Atheismus, sondern der in der „Friedensphase“ neu erstarkte kommunistische Atheismus wird diese Entwicklung in Gang set­zen.

[10] Sr. Lucia weist eindeutig auf die ausgebliebene weltweite Einführeng des Sühnesamstags hin! Es wird sich bald zeigen, inwiefern dies ein schwerwiegendes Versäumnis war, um dem neuen Atheismus zuvorzukommen.

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von einem Moment auf den andern die kriegerischen Pläne zu Friedensplänen. Das ist nicht normal! Die Waf­fen, die produziert wurden, wurden eingestellt und Zer­störungspläne wandelten sich in Friedenspläne um. [11]

Die Weihe von 1984 verhinderte einen Atomkrieg, der 1985 stattgefunden hätte. Aber es muss für Gott gear­beitet werden, weil sich jetzt – wo diese Gefahr nicht mehr existiert – der Teufel aufrichtet und von seinem Traum erwacht und gegen Gott und alle seine Werke arbeitet.

FRAGE: Fällt der Materialismus in die ganze Welt ein?

ANTWORT: Seit den Anfängen dieser ehrgeizigen Welt existiert die Idee, dass der Wohlstand mehr und besser ist als alles andere. Jeder kämpft darum, besser als der andere zu sein. Bruder gegen Bruder. Deshalb ist dies seit den Anfängen der Welt ein Übel.

FRAGE: Da jetzt der Kommunismus nicht mehr da ist, folgt nun der Materialismus.

ANTWORT: Früher konnten die Leute nichts kaufen. Der Materialismus ist viel schlimmer. Die Menschen soll­ten zuerst mehr Dinge von Gott wollen, bevor sie nach materiellen Gütern streben. Dieser Kampf existiert seit eh und je. Es ging so weit, dass sich der Kommunismus vom Materialismus trennte und so die Menschheit mit Unterstützung der Wissenschaft hätte zerstören können. Mit der modernen Technik schlugen sie diesen Weg der Zerstörung ein, um die Menschheit bis in einen atoma­ren Krieg zu stürzen. Aus diesem Grund verlangte Gott vom Papst, dass er die Weihe vollziehe und genau des­halb haben sich die Worte der Jungfrau erfüllt. [12]

FRAGE; Welchen Ratschlag geben Sie uns?

ANTWORT: Beten, beten, beten. Das ist mein Rat­schlag für die ganze Welt. [13]

Und seit Bekanntgabe des dritten Teils des Ge­heimnisses (26.6.2000) ist die Warnung des Engels mit dem auf die Erde gerichteten Flam­menschwert zu beachten mit den Worten: „Busse, Busse, Busse“! (Die Redaktion).

6. Taten und Fakten, die zur Endzeit führen

Fatima hat die Endzeit eingeleitet! Das wegzudiskutie­ren gleicht einem Blinden, der die Existenz der Sonne leugnet! Darum kann Fatima weder nachgeahmt noch wiederholt und schon gar nicht „fortgeführt“ werden. Fati­ma steht in sich als ein beispielloses Entgegenkommen Gottes einer Menschheit gegenüber, die sich in jahrhun­dertelanger Vorbereitung reif dazu fühlt, Gott von sich abzuschütteln und geschaffene Dinge als neues „goldenes Kalb“ in ihre Mitte zu stellen, sich einen eige­nen Tanz um das goldene Kalb zurechtzurücken und zu sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyp­ten heraufgeführt haben. (Vgl. Exodus 32.3-6).

Was im Atheismus heranreifte, hat Jahrhunderte benö­tigt, um einen vermeintlichen Sieg des Menschen über das, was Glaube und Religion „Gott“ nennen, zu erlan­gen. Doch ist es bisher noch keiner einzigen Gesell­schaftsordnung gelungen, den Frieden und das Glück der Menschen ohne Gott zu sichern. Träume gab es viele ­in der Realität aber entpuppten sich diese als Albträume, Diktaturen, Intoleranz und Machtmissbrauch.

Unter die drei grössten „Reifestufen“, die für den heutigen Atheismus und die Gottlosigkeit stehen, könnten gezählt werden:

1517:     Luther spaltet die Kirche: Weg vom Papst!

1717:    Die Freimaurerlogen werden gegründet. Weg von der Kirche!

1917:     In Russland entsteht die Sowjetunion im sel­ben Monat, als die Erscheinungen in Fatima aufhören. Millionen Menschen werden ihres Glaubens wegen gemartert. Weg von Gott!

2017:  Atheismus pur oder totaler Zusammen­bruch aller menschlichen Werte und Kulturen?

War die Sowjetunion eine Strafe Gottes?

Kaum! Denn das russische Volk ist tiefgläubig und in höchstem Masse marianisch! Im Rückblick ist eines si­cher: Die geballte mörderische Macht Stalins, mit der er jede religiöse Regung und Gedanken vernichten wollte, hat sich in einen Segen verwandelt. Es ist ja so, dass die Feinde der Kirche uns zuerst total vernichten wollen und sich ihrer Morde und unbeschränkter Macht rühmen, ohne zu bedenken, dass das Christentum auf das Erlö­serblut Christi aufgebaut ist. Und jeder Märtyrer [14] ist ein neuer, schöner, glänzender Stern am christlichen Himmel, ist eine neue Perle, die man im Acker der Kirche gefunden hat. Danke! Liebe radikale Gegner! Danke! Ihr beschenkt uns jedes Mal seit 2000 Jahren mit den

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[11] Wenn schon die „angenommene Weihe“ ein so mächtiges Weltgeschehen völlig ins Gegenteil wendete, dann ist nur zu erahnen, was heute wäre, wenn „Russland“ – jenseits von politischem Komplikationsdenken – namentlich in das Unbefleckte Herz Mariens ge­legt worden wäre! Es geht in diesem Text eindeutig um die Bezeichnung „Russland“. Ab 30. Okt. 1917 heisst es Sowjetunion (bis 8. Dezember 1989) – dann wieder Russland. 1984 hätte „Russland“ problemlos in der Weihe namentlich genannt werden können!

[12] ,,…erfüllt“. In der Tat arbeiten Atheismus, Materialismus und Wohlstand auf ein gemeinsames Ziel hin, wenn auch oft getrennt und auf verschiedenen Wegen: Die Menschheit von Gott weg zu führen. Das aber KANN NUR IN EINE KATASTROPHE münden, denn ohne Gott kann es keinen Frieden geben. So „begehrenswert“ wie er heute den Menschen erscheint („Meine Kinder mögen es besser ha­ben.-..“), so katastrophal wirkt er sich im Zusammenhang mit den anderen beiden Komponenten aus. Nochmals: Weihe „RUSSLANDS“ und das „letzte Heilmittel“, DIE HERZ-MARIÄ SÜHNESAMSTAGE offiziell einführen und von jedem Bischof, Priester und Gläubigen sehr ernst genommen – das ist das unbedingte Gebot der Stunde, bevor eintritt, was die Gottesmutter in Fatima sagt: „… wenn ihr nicht tut, was ich euch sage…“

[13] Ende der Übersetzung aus dem Spanischen von A Martin/G. Inglin

[14] WER ist MÄRTYRER? Das Wort beinhaltet drei Begriffe: „Marter“, das heisst von jemand anderem mit Werkzeugen oder Gegenstän­den zugefügte „Schmerzen“ und „Martyrium“ als absolut sichere Bezeichnung dessen, dass die „ANDEREN“ zugefügten Schmerzen bzw. Qualen, Torturen etc. zum Tode geführt haben. Sich selbst zugefügtes Leid oder Tod ganz gleich in welcher Art und Weise, kann nie­mals ein Martyrium sein, sondern freiwilliges Ausscheiden aus dem Leben oder kurz: Selbstmord. Diese beiden Elemente reichen jedoch noch nicht, um ein Märtyrer im Sinne des Verhältnisses Gott-Mensch zu sein. Es muss unbedingt beim Märtyrer a) die freie und freiwil­lige Hingabe des Lebens aus Liebe zu Gott und der Erlösung der Menschen vorhanden sein und b) die „freiwillige Hingabe“ heisst kei­neswegs Widerstandslosigkeit und schon lange nicht, dass man keine Angst haben darf, sondern vielmehr die Einsicht, dass der Punkt erreicht ist, wo die Hingabe meines Lebens die einzige Lösung ist und daher in Gottergebenheit auch angenommen wird.
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schönsten Perlen unsere Kirche, um dann still im Dun­kel der Geschichte zu verschwinden.

Gott ist Liebe und Liebe kann nicht strafen! (vgl. 1 Joh 4,16)

Liebe duldet, Liebe leidet! Wenn sich der Mensch von der Gott geschuldeten Liebe abwendet und dadurch Schuld und Irrungen auf sich lädt, ja, in Gefahr ist, ewig verloren zu gehen, beweist die Liebe ihre Macht darin, Leiden nicht zu beseitigen. Wenn heute viele Menschen meinen, selbst aufer­legte Busse und Sühne sei Gott angeblich nicht wohlgefällig, da Gott uns liebe und Leiden nicht zu­lasse, so sei der Verweis auf Jesu Christi erlösen­des Leiden erlaubt. Leiden ist eben der Beweis der Liebe. Das mag wohl auch der Hintergrund des Ver­langens Gottes sein nach Sühneleiden bzw. nach Einhaltung der Sühnesamstage von Fatima.

Satan hat zur alles entscheidenden Schlacht gegen Maria ausgeholt

Noch lange, sehr lange vor dem Interview mit den beiden Kardinälen von 1998 antwortete Schwester Lucia auf Fragen eines vom Bischof zu ihr gesand­ten Priesters. Dieses Gespräch entstand schon 1957 und zeigt in erschütternden Worten auf, wie sehr Satan um die Endzeit weiß, und da ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, hat er die Hölle in eine kämpfe­rische Stimmung versetzt.

Hier stellt sich die Frage, wen bekämpft Satan mit seinem Anhang?

Zum ersten gilt die geballte Macht der Hölle der Be­kämpfung der Gottesmutter Maria. Die Reinheit und völlige Sündenlosigkeit dieses einen wahren Men­schen, an dem er absolut keinen Anteil hatte, stört ihn, ja, er hasst sie.

Man sagt im Allgemeinen: Das Gefühl der Hölle ist der absolute Hass aller gegen alles (im Himmel ist es die unendliche Liebe) und ihre Sprache sei das Fluchen (im Himmel ist es der Lobpreis Gottes). Doch wird der Hass Satans gegen Maria auch aus einer weiteren Quelle gespeist. Nur zu gut klingt ihm in den Ohren die über ihn und seine Vernichtung ausgesprochene Verheissung im Paradies:

Gen 3,15 Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, / zwischen deinen Nachkom­men und ihren Nachkommen. / Sie wird dir den Kopf zertreten, du aber wirst ih­rer Ferse nachstellen“.

Die ganze „Pforte der Hölle“ steht scheinbar in einem fürchterlichen Kampf gegen die Unbefleckte, die Immacu­lata. Nichts beweist mehr die Tatsache der Endzeit als Satans vermehrter Kampf gegen alles Marianische; gegen Marienverehrung, marianische Spiritualität und nicht zu­letzt auch gegen den Rosenkranz. Wenn wir zur Kenntnis nehmen, was alles an „Marianischem“ seit Fatima (1917) und ganz besonders seit einigen Jahrzehnten in unserer Kirche völlig verloren ging, dann erhalten wir eine leise Ahnung von dem Endkampf, von jener letzten Schlacht zwischen Maria und Satan, der über unseren Köpfen um die Menschenseele tobt. Denn die ganze Hölle ist unfähig und es steht ihr gar nicht zu, gegen Gott selbst zu kämp­fen. Gott ist der allmächtige Schöpfer — Satan ist ein Ge­schöpf. Daher richtet sich sein Kampf unmittelbar gegen die Geschöpfe, deren ewiges Seelenheil in Gott er zunich­te machen will. In erster Linie aber richtet sich seine Macht gegen die Immaculata, wohlwissend, dass sie es ist, die ihm im Endkampf die Tür zur Hölle verschliessen wird. Indem er den Menschen glaubhaft macht, dass es ihn gar nicht gibt, was nicht selten durch irreführende Lehren ka­tholischer Wissenschaftler, sogenannter „Theologen“ auch verkündet wird, hat er ein leichtes Spiel in diesem Kampf. Und wenn Satan sein Wesen verschleiert, dann bleibt er sich selbst treu in dem, was er ist:

Joh 8,44 Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von An­fang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge“.

Satans Lüge macht Sinn: Denn wenn es ihn nicht gibt, dann gibt es auch keine Sünde, dann ist keine Beichte vonnöten; es gibt keine Ewigkeit, keinen Himmel, keinen Gott, keine Hölle. Was für eine gewaltige und verhängnisvolle Täuschung!

„Die Menschen erwarten, dass die Dinge in einer persönlichen und sofortigen Zeitepoche eintreten. „Fatima“ befindet sich immer noch im Ablauf der sogenannten „Woche von Fatima“. Der Triumph ist ein kontinuierlicher Prozess. Wir befinden uns in der Situation „nach der Weihe“. Der „erste Tag“ war die Zeit der Erscheinungen; der „zweite“ jener der „nachträglichen“ Erscheinungen und vor der Weihe von 1984

Die Woche von Fatima ist noch nicht vorüber.

Ja, in diesen Tagen, wo der Teufel so aktiv ist, müs­sen wir täglich den Rosenkranz beten.“

Mit diesen Worten weist Schwester Lucia eindeutig da­rauf hin, dass die Zeit nach Fatima als Endzeit betrachtet werden muss; sie ist die Zeit der klaren Trennung und Entscheidung, von der Jesus sagt:

Mt 5,37: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

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Tragt das Braune Skapulier! Betet den Rosenkranz jeden Tag für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens!“

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7. Eine Zeitanalyse der „Tageswoche von Fatima

Schwester Lucia macht also einen klaren Trennstrich zwi­schen Weltende und Endzeit und benennt als den Anfang der Endzeit die Erscheinungen von Fatima; ein Weg durch die kommende Zeit, auf dem sieben voneinander verschiedene Etappen zu beobachten sein werden und die jeweils als Folge der vorherigen ihre Fortsetzung fin­det.

  • Alles hat mit dem Geschenk Gottes an die Menschen begonnen: Die Zeit der Erscheinungen: „Der erste Tag“. („Sonntag“)
  • Nach dieser kurzen Zeitspanne folgt eine längere Pe­riode und zwar die Zeit der nicht offiziellen Erscheinungen der Gottesmutter den beiden mit 10 und 11 Jahren ver­storbenen Seherkindern Francisco und Jacinta, [16] und Schwester Lucia wohl ihr Leben lang, wie aus dem Inter­view herauszuhören ist. Dieser „Tag“ überspannt somit die Zeit bis zur Weihe Russlands durch Papst Johannes Paul II. am 25. März 1984 in Rom = der „zweite Tag“ („Montag“).

Dieses Ereignis und die darauf folgenden Umwälzungen in der Sowjetunion und insbesondere im Osten Europas, bilden die nächste Etappe, die möglicherweise am Tag der Auflösung der Sowjetunion am 8. Dezember 1991 und der Gründung einer Reihe von unabhängigen Staa­ten endet. An diesem „Tag“ erstand nämlich „Russland“ neu, wie es bei der Erscheinung der Gottesmutter in Fatima am 13. Juli 1917 erwähnt wird. [17]. Der „dritte“ Tag. (Dienstag“).

Es folgt eine kurze Zeitspanne des Friedens und der Neuorientierung der Grenzen Europas in scheinbar völli­ger Freiheit, die auch Russland garantiert,

Jedoch wird das neu erstandene Russland nicht von de­mokratischen UND religiös geprägten Führern gelenkt, sondern bis zum heutigen Tag möglicherweise von den­selben Kadern, die im vormaligen kommunistischen Zu­stand für tausendfache Morde verantwortlich waren, wenn auch nicht direkt, so doch in höheren politisch verantwort­lichen Positionen.

Am Ende dieser Epoche stirbt Schwester Lucia: der vier­te Tag. „(Mittwoch“).

Dieser Logik folgend leben wir heute im „fünften Tag“ der Woche von Fatima. „Donnerstag“.

Die Weihe von 1984 markiert somit das Ende des „dritten Tages“, worauf die Zeit, eine kurze Zeit des Friedens ­auch mit Russland — als der „vierte Tag“ (der Mittwoch) galt und möglicherweise mit dem Tod von Schwester Lucia endete. Worauf der fünfte Tag, der Donnerstag, folgte. Es scheint, an den Ereignissen in und um die Kirche ablesbar, dass wir die letzten Stunden des „Donnerstags nach Fatima“ (also des 5. Tages) erleben.

Dieser „Tag“ kann an seinem Ende zwei mögliche Rich­tungen einschlagen und die eingeschlagene Richtung zu Ende führen:

Die vollkommene Abwendung der Machthaber Russlands von den atheistischen wie von den kommunistischen Idea­len für den Fall, dass „Russland sich bekehrt“ hat und vo­rausgesetzt, dass es schon am „vierten“ Tag langsam zur christlichen Reife heranwuchs, oder für den Fall, dass der noch vorhandene Frieden nur ein zeitlich bedingtes Theater ist, in dem die satanischen Mächte des Kommu‑

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[16] Francisco Marto 11.6.1908 – 4.4.1919 = nicht ganz elf Jahre alt; Jacinta Marto 11.3.1910 – 20.2.1920 = nicht ganz 10 Jahre alt.

[17] Die Beachtung der richtigen Beurteilung der Prophetie Marias bezüglich Russlands, seiner Bekehrung oder aber, für den Fall, „wenn ihr nicht tut, was ich euch sage…“, seiner erneuten und verstärkten Hinwendung zum atheisti­schen und militanten Kommunismus, der dann Kriege und Verfolgungen hervorrufen wird, ist von grosser Bedeutung.

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nismus und Handlanger der Hölle unter den Menschen neue Kraft sammeln, Menschen verführbar machen, deologien der dümmsten Art unter den Menschen verbreiten und Ähnliches — um dann, wie Phönix aus der Asche, mit erneuter Kraft auf der Weltbühne der Macht aufzutreten.

Und das ist nicht einmal so abwegig wenn man be­lenkt, mit welch grossen Schritten das christliche Abendland, Europa, sich nicht nur vom Christentum loslöst, sondern ausgesprochen atheistisch-diktatorische, ja dem christlichen Glauben gegenüber intolerante Züge anzunehmen anschickt. Ich kann nur für mich persönlich bekennen, dass ich an eine Bekehrung Russlands weniger glaube, vielmehr, dass die gottlosen Machthaber daselbst, durch diese Verschnaufpause“ im Kommunismus erstarken und zum Kampf gegen den Glauben gerüstet, erneut ihr Haupt erheben. (…)

Maria nennt in einem einzigen Satz beide Momente, die das Ende satanischer Irreführung und Herrschaft über den Menschen markieren und die sich VOR IHREM Triumph vollziehen müssen:

  • Zuerst muss es einen Triumph der Sühne an Ihr Unbeflecktes Herz geben. Dieser wird herbeige­führt durch den gehorsamen und demütigen Vollzug der fünf Herz-Mariä-Sühnesamstage, der wiederum seinerseits die Bekehrung Russ­lands erwirken wird.
  • Der Himmel wird diesen Triumph durch den Hl. Vater an Ihr Unbeflecktes Herz in Einheit mit ALLEN Bischöfen der Welt durch die völlige Ab­kehr „Russlands“ – und somit der ganzen Welt vom Atheismus krönen.
  • Dann erst folgt der letzte Triumph, DER TRI­UMPH DES UNBEFLECKTEN HERZENS MA­RIENS in der völligen Vernichtung Satans und satanischer Macht über den Menschen, in der Ankunft und Verwirklichung des Reiches Mari­ens, das der endgültigen Herrschaft Christi vo­rauszugehen hat, da Maria IMMER Wegbereite­rin für Jesus Christus ist – auch für seine Wie­derkunft in Herrlichkeit.

 

Kommentar der Redaktion: Wie bereits im Vorspann dieser beiden Artikel erwähnt, (erster Artikel erschien in Nr. 67), stehen wir als Fatima-Weltapostolat der Deutsch-Schweiz voll und ganz zur offiziellen Version unserer Kirche, dass nämlich Sr. Lucia eindeutig festhielt, der Himmel habe die Weihe vom 25. März 1984 durch Papst Johannes Paul II. angenommen Das zeigt sich – wie schon wiederholt dargelegt ­an den wunderbaren Ereignissen, die sich unmittelbar an diese Weihe mit der raschen Auflösung der Sowjet­union und der wiedergewonnenen Freiheit der Osteuropäischen Staaten eingestellt haben. Alle in ver­schiedensten Kreisen gerührten Diskussionen über vollzogene oder nicht vollzogene Weihe Russlands wie auch über die angeblich nicht vollständige Veröffentlichung des sogenannten dritten Geheimnisses lenken nur von den anderen wichtigen Teilen der Botschaften von Fatima ab, namentlich von den Aufrufen des tägli­chen Rosenkranzgebetes, der Sühneandachten der ersten Samstage, der Opferbereitschaft zur Rettung der Sünder, die der Barmherzigkeit Gottes am meisten bedürfen, aber auch von den so aufrüttelnden Warnungen bei Nichtbeachtung dieser ernsten Mahnungen! (Siehe z.B. Nr. 66, Seite 13 bezüglich der Erdachse!)

50 JAHRE FATIMA – CHRONIK UND DOKUMENTATION (von 1967) – Teil 2

13D-M

Die weitere Chronik von Fatima

19. Oktober 1917. Dom João Evangelista de Lima Vidal, damaliger Erz­bischof von Mitilene und Leiter des Patriarchates Lissabon in Abwesen­heit des Kardinals Dom António Mendes Belo, beauftragt auf Bitten des Pfarrers von Fatima den Erzpriester von Ourém, eine Untersuchung der Vorkommnisse in der Cova da Iria am 13. Oktober (1917) anzu­stellen. Den gleichen Auftrag erhalten die Pfarrer von Porto de Mós und von Fatima. (Fatima gehörte damals noch — bis zum 17. Januar 1918 — zum Patriarchat Lissabon.)

22./23. Oktober 1917. In dieser Nacht raubte man in sakrilegischer Weise Andachtsgegenstände in der Cova da Iria und vollzog damit in der folgenden Nacht eine Spottprozession in Santarém, einem Städtchen, das ungefähr 75 km von Fatima entfernt liegt.

11. November 1917. Der Pfarrer von Porto de Mós schickt Angaben ver­schiedener glaubwürdiger Zeugen über das Sonnenwunder an seinen kirchlichen Vorgesetzten in Lissabon.

1917. Weihe Englands an das „Schmerzensreiche und Unbefleckte Herz Mariens“ unter Führung des Kardinals Bourne, Erzbischofs von West­minster und Primas von England, aufgrund einer Privatoffenbarung an eine belgische Opferseele namens Berthe Petit.

17. Januar 1918. Wiedererrichtung der Diözese Leiria durch Papst Bene­dikt XV. Vorher hatte dieses Gebiet kirchlich zum Patriarchat Lissa­bon gehört.

24. April 1918. Papst Benedikt XV. bezieht sich auf den religiösen Wiederaufstieg Portugals: „Diese Verehrung (der Unbefleckten Jung­frau durch die Portugiesen) verdiente denn auch eine ganz außer­gewöhnliche Hilfe von seiten der Gottesmutter.“

6. August 1918. Der Maurer Joaquim Barbeiro von Chaina (zur Pfarre Santa Catarina da Serra gehörig, rund 5 km von der Cova da Iria ent­fernt) beginnt mit dem Bau der Erscheinungskapelle. Die Erscheinungs­stätte war bis dahin durch einen Torbalken gekennzeichnet worden.

23. Dezember 1918. Francisco und Jacinta Marto werden von „Spanischer Grippe“ befallen. Etwas später tritt eine Besserung des Gesundheitszu­standes ein.

Ende Februar 1919. Der Gesundheitszustand von Francisco verschlechtert sich wieder; der Grippe folgt eine starke Lungenentzündung, die er zuerst noch überwinden konnte.

4. April 1919, ein Freitag: Francisco stirbt in seinem Elternhaus in Alju­strel infolge der doppelseitigen Lungenentzündung, die ihn zwei Tage vorher — am 2. April — erneut befallen hatte; an diesem Tag hatte er noch gebeichtet und tags darauf — am 3. April — die heilige Kommu­nion empfangen. — Was er in seinem Leben am meisten liebte, war, den Herrn in jenem wunderbaren Licht zu sehen und Ihn zu trösten (vgl. 13. Mai 1917), was er oft tat, besonders auch in der Pfarrkirche, die er anstatt der Schule aufsuchte, weil ihm letztere für ihn wegen seines baldigen Sterbens (vgl. 13. Juni 1917) nutzlos schien. — Die Gottes­mutter, deren Gegenwart sich durch einen Lichtschein anzeigte, holte Ihren Liebling in die ewige Heimat, wie Sie es ihm versprochen hatte (am 13. Mai 1917). Am folgenden Tag wurde er auf dem Friedhof neben der Pfarrkirche Fatima bestattet. — Viele Gebetserhörungen auf die Fürbitte Franciscos sind schon erfolgt.

18. April 1919. Die Erscheinungskapelle wird vom Volk einfachhin in Gebrauch genommen, da der zuständige Bischof noch keine Erlaubnis gegeben hatte, sie zu weihen oder in ihr das heilige Meßopfer zu feiern.

28. April 1919. Der Pfarrer von Fatima übergibt der kirchlichen Autorität den Untersuchungsbericht über die Geschehnisse in der Cova da Iria.

31. Juli 1919. Todestag des Vaters der Lucia, des Herrn António dos Santos.

20. Februar 1920, ein Freitag. Tod Jacintas im Spital D. Estefânia in Lissabon infolge Tuberkulose, doppelseitiger Lungenentzündung und eitriger Rippenfellentzündung. Sehr von der Höllenvision des 13. Juli 1917 beeindruckt, opfert sie sich für die Bekehrung der armen Sünder und zum Troste der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens auf. Besonders stark zeigte sich ihre Sehnsucht nach dem Herrn im heiligsten Altar­sakrament. In ihrem Heimatdorf erhielt sie noch wenigstens fünf Be­suche der Gottesmutter (ohne daß Lucia dabeigewesen wäre) und hatte zwei Visionen des Heiligen Vaters. Nachdem sie am 1. Juli 1919 erneut krank und für zwei Monate in ein Spital in Vila Nova de Ourém ge­bracht worden war, kehrte sie heim; am 21. Januar 1920 brachte sie ihre Mutter nach Lissabon in das Waisenhaus Unserer Lieben Frau von den Wundern (Orfanato de Nossa Senhora dos Milagres, Rua da Estrela, 17), wo sie öfters die heilige Kommunion empfangen konnte und wei­terer Erscheinungen der himmlischen Mutter gewürdigt wurde, die ihr verschiedene Dinge mitteilte, auch zum Beispiel ein Strafgericht über Portugal, falls es sich nicht bessern sollte. (Jacinta teilte diese Botschaft ihrer Pflegemutter, der Madre Maria da Purificação Godinho, der Vorsteherin des Orfanats, mit, die sie dann dem Msgr. Dr. Manuel Nunes Formigão übermittelte, der später aufgrund dieser Botschaft den Orden der Sühneschwestern Unserer Lieben Frau von den Schmerzen gründete.) Am 2. Februar 1920 kam Jacinta in das Spital D. Estefânia, wo sich nach einer Operation am 10. desselben Monats ihr Gesundheits­zustand etwas besserte. Jedoch Jacinta wußte durch die Worte der Gottesmutter mehr als die Ärzte, und auch jetzt erschien ihr diese und sagte ihr Tag und Stunde ihres Todes voraus. Eine Krankenpflegerin, namens D. Leonor da Assunção Almeida, erklärte, daß sie, nachdem sie nach den Erscheinungen Mariens an Jacinta von letzterer gerufen worden war, außerhalb des Fensters eine Rauchwolke, und zwar ähnlich einer Weihrauchwolke, wahrnahm. Dasselbe Phänomen hatte sich ver­schiedene Male in der Cova da Iria gezeigt (vgl. 13. Oktober 1917). Einige Stunden vor ihrem Hinscheiden beichtete Jacinta noch, die hei­lige Kommunion erhielt sie aber nicht mehr. — Vier Tage blieb ihr Leichnam unbestattet, und noch am vierten Tag strömte er einen ange­nehmen Geruch von verschiedensten Blumen aus, trotz der eitrigen Natur ihrer Krankheit, die sie hatte durchleiden müssen.

(Bezüglich weiterer Worte Mariens an Jacinta vgl. „Pilgerbuch von Fatima“: „Die Geheimnisse von Fatima“.)

24. Februar 1920. Da Jacinta den Wunsch geäußert hatte, in Fatima be­stattet zu werden, wurde sie nicht in Lissabon beerdigt, sondern ihr Leichnam wurde vorläufig nach Vila Nova de Ourém (in der Nähe Fatimas) gebracht, wo er in der Grabgruft des Barons von Alvaiázere beigesetzt wurde. Daraufhin wurde die Familie dieses Barons von der Tuberkulose befreit, die schon vier Brüder dieses Barons hinweggerafft hatte und noch mehr Opfer zu fordern drohte. Dies ist eine der vielen Gebetserhörungen, die auf die Fürbitte Jacintas hin auch schon zu ih­ren Lebzeiten hier auf Erden geschahen.

13. Mai 1920. Die Gnadenstatue der Erscheinungskapelle, die vom Herrn Gilbert F. Santos gespendet und von Torres Novas, wo dieser Herr wohnte, zur Pfarrkirche Fatima gebracht wurde, wird vom dortigen Pfarrer, Hochwürden Manuel Bento Moreira, gesegnet.

13. Juni 1920. Diese Gnadenstatue wird zum ersten Mal in die Erschei­nungskapelle gebracht. Es ist dieselbe Statue, die auch heute noch dort zu sehen ist.

25. Juli 1920. Bischofsweihe von Dom José Alves Correia da Silva.

5. August 1920. Besitzergreifung der neu errichteten Diözese Leiria durch Dom José Correia da Silva, den „Bischof Unserer Lieben Frau“.

17. Mai 1921. Lucia verläßt auf Wunsch ihres Bischofs ihr Heimatdorf Aljustrel, verabschiedet sich von der Cova da Iria, wo ihr in diesem Augenblick noch einmal (zum siebtenmal; vgl. 13. Mai 1917) die Gottes­mutter dort, wo sich heute vor der Basilika die Stufentreppe zu erhe­ben beginnt, erscheint, ohne ihr jedoch ein Wort zu sagen (doch auch so gab ihr die Erscheinung Kraft für ihren weiteren Lebensweg; vgl. „Fátima, Altar do mundo“, 2. Band, Seite 133), und fährt nach Porto, wo sie im Asyl von Vilar, das dem religiösen Institut der heiligen Doro­thea anvertraut war, in aller Verborgenheit leben kann. Lucia hatte bei ihrem Eintritt in dieses Asyl ihren Namen in „Maria von den Schmer­zen“ umgeändert.

22. September 1921. Dom José, der Bischof von Leiria, besucht zum er­stenmal privat den Erscheinungsort.

13. Oktober 1921. Die erste Feldmesse wurde (durch Padre Afonso Soa­res) mit bischöflicher Erlaubnis in der Cova da Iria zelebriert.

9. November 1921. Grabung nach Wasser an der tiefsten Stelle der Cova, dort, wo sich heute die Säule mit der Herz-Jesu-Statue erhebt. Schon zur Mittagszeit dieses Tages sammelte sich Wasser in dieser Grube. Spä­ter — um 1927 — hob man noch zwei weitere Zisternen aus. Diese drei Grabungen liefern heute das „wundertätige Wasser“, das die Wasser­hähne beim Herz-Jesu-Denkmal und neben dem Stiegenaufgang speist, der sich an das Spital Unserer Lieben Frau von den Schmerzen an­schließt. Dieses „wunderbare Wasser“, das also auf ganz natürliche Weise gefunden wurde, verschickte man zum erstenmal am 13. Oktober 1924 an Personen, die es erbaten. Mehrere auffallende Heilungen fan­den mit diesem Wasser statt, wie es zum Beispiel „A Voz da Fátima“ (Monatsblatt „Die Stimme von Fatima“) vom 13. Juni 1948 berichtet.

5./6. März 1922. In dieser Nacht wurde die Erscheinungskapelle durch die Explosion von vier Sprengkörpern, die Freimaurer gelegt hatten, schwer beschädigt. Eine fünfte Sprengladung, die von ihnen an den Stumpf der Steineiche gelegt wurde, auf die sich Maria herabgelassen hatte, explo­dierte nicht. — Die Gnadenstatue wurde während der Nächte — und auch meistens untertags — jener Verfolgungszeit im Hause der Familie Carreira im Flecken Moita Redonda (zur Pfarre Fatima gehörig) aufbe­wahrt, und so entging sie dem Anschlag.

3. Mai 1922. Der Bischof von Leiria veröffentlicht das erste Dokument über Fatima. Zum erstenmal spricht die kirchliche Autorität in einem öffentlichen Dokument über die außergewöhnlichen Geschehnisse von Fatima. Ernennung einer Kommission von Priestern für die Organi­sierung des kanonischen Prozesses über diese Geschehnisse.

13. Mai 1922. Größere Sühnewallfahrt für das Verbrechen vom 5. auf den 6. März 1922.

1922 Lucia lehrte einer Kameradin im Asyl der heiligen Dorothea in Porto die beiden Engelsgebete (vgl. Anhang 1).

13. Januar 1924. Zum erstenmal feierte ein Priester in der Erscheinungs­kapelle selbst die heilige Eucharistie.

8. Juli 1924. Lucia wird einer kanonischen Befragung unterworfen.

13. Oktober 1924. Grundsteinlegung für ein „Albergue dos doentes“ („Herberge der Kranken“). Später entwickelte sich daraus das Kranken­haus Unserer Lieben Frau von den Schmerzen (gleich neben der Er­scheinungskapelle).

1924. Um diese Zeit wird neben der Erscheinungskapelle in der Cova da Iria ein sogenannter „Pavilhão dos doentes“, ein „Pavillon der Kran­ken“, errichtet, der auch einfachhin „Alpendre“ (»offener Schuppen“) und „Capela das Missas“ („Kapelle der heiligen Messen“) genannt wur­de, weil dort anfangs gewöhnlich die Pilgermessen gefeiert wurden (so zum Beispiel am 13. August und am 13. September 1924).

24. August 1925. Firmung Lucias.

24. Oktober 1925. Lucia tritt als Postulantin in das religiöse Institut der heiligen Dorothea in Tuy (Spanien) ein. Am folgenden Tag begibt sie sich zum erstenmal nach Pontevedra (Spanien) für einige Zeit.

10. Dezember 1925. In Pontevedra erscheint die Gottesmutter mit dem Jesuskind der Lucia, um sie zur Verehrung Ihres Unbefleckten Herzens und zur Verbreitung der Übung der ersten Samstage aufzufordern. Jesus sagt: „Habe Mitleid mit dem Herzen deiner Heiligsten Mutter, das mit Dornen überzogen ist, womit die undankbaren Menschen es dauernd durchbohren, ohne daß es jemand gäbe, der einen Sühneakt machen würde, um sie herauszuziehen.“ Darauf sagte die Gottesmutter: „Meine Tochter, sieh Mein Herz von Dornen umgeben, womit die un­dankbaren Menschen es jeden Augenblick durch ihre Gotteslästerungen und durch ihren Undank durchbohren. Suche wenigstens du Mich zu trösten und sage, daß Ich verspreche, in der Todesstunde mit den Gna­den, die zur ewigen Seligkeit notwendig sind, allen denen beizustehen, die am ersten Samstag von fünf aufeinanderfolgenden Monaten beich­ten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und Mir während fünfzehn Minuten Gesellschaft durch Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse leisten, in der Absicht, mir dadurch Genugtuung zu geben.« Ein ähnliches Versprechen hatte der Herr den Verehrern Seines Heiligsten Herzens gegeben; Er hatte zur heiligen Marga­reta Maria Alacoque (gestorben am 7. Oktober 1690) gesagt: „Ich ver­spreche dir in der übergroßen Barmherzigkeit Meines Herzens, daß seine allmächtige Liebe allen jenen, die neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade eines bußfertigen Endes ge­währen wird, daß sie nicht in Meiner Ungnade und ohne die Sakramente zu empfangen sterben werden und daß es in dieser letzten Stunde ihre sichere Zufluchtsstätte sein wird.“ – Wie unser Herr Lucia zu verstehen gab, sind es fünf Arten von Beleidigungen, die das Unbefleckte Herz Mariens besonders verwunden und die wir durch die religiösen Übun­gen an den fünf ersten Samstagen besonders sühnen sollen: 1. Die Schmähungen gegen die Unbefleckte Empfängnis Mariens. 2. Gegen Ihre Jungfräulichkeit. 3. Gegen Ihre göttliche Mutterschaft, zugleich mit der Ablehnung, Sie als geistige Mutter der Menschen anzuerkennen. 4. Die Sünden derer, die öffentlich versuchen, in den Kinderherzen die Gleich­gültigkeit, die Verachtung und selbst den Haß gegen Sie einzuflößen. 5. Die Sünden derer, die Maria direkt in Ihren heiligen Bildern beleidi­gen (vgl. 13. September 1939, Anhang 7).

12. Mai 1926. Die erste Kerzenprozession in der Cova da Iria.

13. Mai 1926. Die „Herberge der Kranken“ wird seiner Bestimmung über­geben. Sie diente auch als ärztliche Untersuchungsstelle. Zum ersten Rek­tor derselben wurde an diesem Tag Dr. José Maria Pereira Gens von Batalha ernannt, der auch heute noch dieses seines Amtes waltet.

28. Mai 1926. Das portugiesische Militär stürzt ohne Blutvergießen die freimaurerische Regierung.

15. August 1926. Der Erzbischof von Braga besucht Fatima.

2. Oktober 1926. Lucia erhält das Ordenskleid im Noviziatshaus der Dorotheerinnen in Tuy. Sie nennt sich nun Schwester Maria Lúcia das Dores (Maria Lucia von den Schmerzen).

1. November 1926. Der damalige päpstliche Nuntius in Lissabon, Msgr. Nicotra, besucht mit dem Bischof von Leiria unerwartet den Erschei­nungsort. Seither bekannten sich immer mehr Bischöfe zu Fatima.

13. Dezember 1926. Der Bischof von Funchal feiert als erster Bischof in der Cova da Iria die heilige Eucharistie.

15. Dezember 1926. Das Jesuskind erscheint in Tuy erneut der Lucia, die Ihm einige Schwierigkeiten bezüglich der ersten Samstage vorlegt. Der Heiland antwortet: „Ja, die Beichte kann noch viele Tage mehr als acht vorher abgelegt werden, vorausgesetzt, daß man die heilige Kommunion im Stande der Gnade empfängt und dabei die Absicht hat, dem Unbe­fleckten Herzen Mariens Sühne zu leisten.“ Lucia fragt weiter: „Und wenn jemand vergißt, diese Meinung zu erwecken?“ Die Antwort Jesu: „Dann kann man sie bei der nächstfolgenden Beichte machen, indem man die erste Gelegenheit benutzt, die man zum Beichten hat.”

1926. Baubeginn einer geschlossenen Beichtkapelle („Capela das confis­sões“, auch „Penitenciaria“ genannt) anschließend an den „Pavillon der Kranken“.

21. Januar 1927. Die Ritenkongregation gewährt das Privileg, in Fatima die Votivmesse Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz (7. Oktober) zelebrieren zu können.

Juni 1927. Der Bischof von Leiria segnet die Kreuzwegstationen entlang der Straße von Reguengo do Fetal zur Cova da Iria (ein ungefähr 10 km langer Kreuzweg). Es war das erste Mal, daß Dom José an einem öffentlichen religiösen Akt in Fatima teilnahm, und das erst zehn Jahre nach den Erscheinungen!

13. Juli 1927. Der Bischof von Leiria ernennt als ersten Kaplan des Heilig­tums den Padre Manuel de Sousa. Es wird ein kleines Gebäude für ihn errichtet, etwa dort, wo sich heute die Sekretarie des Heiligtums befin­det. Um 1935 wurde dieses Priesterhaus zerstört, um für das damals entstehende Exerzitienhaus Unserer Lieben Frau von den Schmerzen Platz zu machen.

24. Juli 1927. Lucia schreibt an ihre Mutter bezüglich der Übung der ersten Samstage: „ … Ich möchte auch, daß die Mutter mir den Trost gäbe, eine Andacht zu umfangen, die, wie ich weiß, Gott gefällt und die von unserer geliebten himmlischen Mutter erbeten wurde. Gleich, nachdem sie mir bekannt worden war, wünschte ich sie anzunehmen und zu errei­chen, daß alle anderen sie umarmen möchten … Sie besteht nur darin, das zu tun, was auf diesem Bildchen geschrieben steht: Die Beichte kann an einem anderen Tag sein, und die fünfzehn Minuten scheinen mir, Ihnen die meiste Verwirrung zu bereiten; es ist jedoch sehr leicht (zu betrachten). Wer kann nicht an die Geheimnisse des Rosenkranzes den­ken? … Wer kann nicht fünfzehn Minuten diese heiligen Gedanken bei bei der zärtlichsten der Mütter durchdenken? …“ (aus: P. João De Marchi, IMC, „Era uma Senhora mais brilhante que o Sol . . .“, 5. Ausgabe, Seite 317).

17. Dezember 1927. Lucia erbittet von Jesus Klarheit, was sie von der Botschaft Mariens aufschreiben solle. Darauf Jesus: „Meine Tochter, schreibe auf, um was man dich bittet; und alles, was dir die Heiligste Jungfrau in der Erscheinung offenbarte, in der Sie zu dir über diese Andacht (der ersten Samstage) sprach, schreibe ebenfalls auf; was den Rest des Geheimnisses angeht, bewahre weiterhin Schweigen.“

15. Januar 1928. Der Bischof von Leiria errichtet kanonisch die Bruder­schaft Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Fatima.

13. Mai 1928. Der Erzbischof von Évora segnet den Grundstein der Basi­lika.

13. Juni 1928. Fertigstellung der Beichtkapelle in der Cova da Iria.

3. Oktober 1928. Lucia legt im Institut der heiligen Dorothea zu Tuy die ersten zeitlichen Gelübde ab. Niemand außer ihrer Oberin und ihrem Beichtvater weiß, daß sie eines der Seherkinder war, denen die heilige Jungfrau in Fatima erschien. Der Bischof von Leiria hatte ihr seit ihrem Weggang von daheim (17. Mai 1921) befohlen, weder über sich noch über die Erscheinungen von Fatima zu sprechen. Lucia gehorchte, wenn auch unter großem Opfer.

28. Oktober 1928. Weihe Portugals an das Heiligste Herz Jesu durch die Bischöfe dieses Landes.

Oktober 1928. Msgr. Dr. Formigão, einer der Hauptzeugen und Bericht­erstatter der Ereignisse in Fatima, versucht in den Klöstern von Porto die Übung der fünf ersten Samstage zu verbreiten. Auch aus dieser Tatsache ergibt sich, daß diese Übung nicht erst aus dem Jahre 1939 stammt.

9. Januar 1929. Papst Pius XI. verteilt an Alumnen des portugiesischen Kollegs in Rom Bildchen Unserer Lieben Frau von Fatima.

Januar 1929. Dom Domingos Maria Frutuoso OP, Bischof von Porta­legre, kommt nach Rom zu einem Besuch „ad limina“. Er war der ein­zige Bischof von Portugal, der noch nicht an Fatima glaubte. Als er in Rom erfährt, was der Heilige Vater kurz vorher (9. Januar 1929) tat, gibt er sich geschlagen und glaubt an die Erscheinungen in Fatima.

14. April 1929. Letzte Sitzung der bischöflichen Kommission, die die Echt­heit der Erscheinungen zu prüfen hatte.

12. Mai 1929. Der Präsident der portugiesischen Republik, General António Oscar de Fragoso Carmona, besucht den Gnadenort.

13. Mai 1929. Eröffnung des Krankenhauses Unserer Lieben Frau von den Schmerzen. Dr. Ludwig Fischer, Professor der Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg, der Vor­kämpfer der Fatima-Bewegung in Deutschland, nimmt an dieser Wall­fahrt teil.

Holy Trinity

Juni 1929. Lucia erhält in Tuy eine Vision der Heiligsten Dreifaltigkeit und Unserer Lieben Frau von Fatima bezüglich der Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Lucia berichtet: „ … Plötzlich erhellte sich die ganze Kapelle mit einem übernatürlichen Licht, das bis zur Decke hinaufreichte. In einem klareren Licht sah man im oberen Teil des Kreuzes das Antlitz und den Oberkörper eines Menschen, über der Brust eine Taube, auch aus Licht, und an das Kreuz genagelt den Körper eines anderen Menschen. Ein wenig unterhalb der Höhe der Hüften, in der Luft schwebend, sah man einen Kelch und eine große Hostie, auf die einige Tropfen Blutes fielen, die über das Gesicht des Gekreuzigten und aus einer Brustwunde herabliefen. Von der Hostie herabgleitend fielen diese Tropfen in den Kelch. Unter dem rechten Arm des Kreuzes stand Unsere Liebe Frau (es war Unsere Liebe Frau von Fatima mit Ihrem Unbefleckten Herzen … in der linken Hand … ohne Schwert und Ro­sen, jedoch mit einer Dornenkrone und Flammen …) mit Ihrem Unbe­fleckten Herzen in der Hand … Unter dem linken Arm des Kreuzes bildeten einige große Buchstaben — gleichsam als wären sie aus kristall­klarem Wasser gewesen, das, auf den Altar herabgeflossen wäre — die Worte„ Gnade und Barmherzigkeit“. Ich verstand, daß mir das Geheim­nis der Heiligsten Dreifaltigkeit gezeigt worden war, und ich empfing Er­leuchtungen über dieses Geheimnis, die zu offenbaren mir nicht gestattet ist. Hernach sagte mir Unsere Liebe Frau: „Es ist der Zeitpunkt gekom­men, in dem Gott den Heiligen Vater bittet, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Rußlands an Mein Unbeflecktes Herz zu vollziehen, indem Er verspricht, es durch dieses Mittel zu retten. Es sind so viele Seelen, die die Gerechtigkeit Gottes wegen der Sünden ver­dammt, die gegen Mich begangen werden, so daß Ich um Sühne zu bit­ten komme; opfere dich für diese Meinung und bete.“ Später erhielt Lucia eine innere Mitteilung des Herrn, der sich beklagte: „Sie wollten nicht achtgeben auf Meine Bitte … Wie der König von Frankreich wer­den sie in sich gehen und sprechen, aber es wird zu spät sein. Rußland wird bald seine Irrtümer in der Welt ausgestreut haben . . . “ (vgl. 2. Dezember 1940, 3. Februar 1964).

6. Dezember 1929. Papst Pius XI. segnet die Statue Unserer Lieben Frau von Fatima, die sich heute in der Kapelle des portugiesischen Kollegs in Rom befindet. Dies geschah also schon, bevor der Bischof von Leiria die Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima gutgeheißen hatte, was am 13. Oktober 1930 geschah.

29. Mai 1930. Lucia schreibt in einem Brief an den Jesuitenpater José Bernardo Gonçalves: „ … Wenn ich mich nicht täusche, verspricht der gute Gott, die Verfolgung in Rußland zu beenden, wenn der Heilige Vater einen feierlichen und öffentlichen Akt der Sühne und der Weihe Ruß­lands an die Heiligsten Herzen Jesu und Mariens durchzuführen sich herabließe und anordnen würde, daß in gleicher Weise die Bischöfe der katholischen Welt ihn machen sollten . .“

11. Juni 1930. Lucia schreibt an ihre Mutter, wahrscheinlich auf die Er­scheinung des Juni 1929 bezugnehmend: „Vor diesem Vorbild (dem Gekreuzigten) umarmen wir unser Kreuz mit Liebe, indem wir so ver­suchen, Ihm zu helfen die Welt zu retten. In besonderer Weise bringen wir unsere Opfer dar für die Bekehrung des armen Rußlands.“

12. Juni 1930. Im authentischen Dokument von diesem Tag stehen fol­gende Worte des Herrn bezüglich der Übung der fünf ersten Samstage: „Gleicherweise wird die Übung dieser Andacht am Sonntag angenom­men, der auf den ersten Samstag folgt, wenn es Meine Priester aus hinreichenden Gründen so den Seelen gewähren.“

1.Oktober 1930. Papst Pius XI. gewährt Ablässe für die Besucher des Heiligtums.

13. Oktober 1930. Der Bischof von Leiria hält es in Anwesenheit einer großen Menschenmenge in der Cova da Iria für gut:

  1. die Visionen als glaubwürdig zu erklären, welche die Kinder in der Mulde von Iria, Pfarrei Fatima, in dieser Diözese, an jedem Dreizehn­ten vom Mai bis Oktober 1917 hatten;
  2. offiziell die Verehrung Unserer Lieben Frau von Fatima zu erlauben.

11. Februar 1931. Msgr. Dr. Jacobus von Hauck, Erzbischof von Bam­berg, billigt den zu gründenden Fatima-Verlag.

13. April 1931. Erste offizielle ausländische Wallfahrt: Sie kam aus Mün­chen unter der Leitung von Msgr. Michael Hartig, einem Domherrn der Bischofskirche dieser Stadt.

13. Mai 1931. Nationale Wallfahrt und Weihe Portugals an das Unbe­fleckte Herz Mariens durch die Prälaten dieses Landes. (Bezüglich der Wichtigkeit dieser Weihe für dieses Land Portugal – als Vorbild für andere Länder – vgl. 6. Februar 1939, 13. Mai 1956, 29. Juni 1956, 24. Februar 1960, 11. Februar 1967, Anhang 4.)

13. August 1931. Hochschulprofessor Dr. Ludwig Fischer gründet den Fatima-Verlag. Im Laufe der Zeit gab dieser Kirchenhistoriker ein paar Bücher über Fatima heraus und auch die Monatszeitschrift „Bote von Fatima“ (Bezugsstelle: Herr Hugo Winkler, Bankbevollmächtigter, 78 Freiburg i. Br., Okenstraße 27).

13. Mai 1932. Segnung des Herz-Jesu-Monumentes in der Mitte der Cova da Iria über der ersten Zisterne durch Msgr. Beda Cardinale, den dama­ligen Apostolischen Nuntius in Portugal, und Weihe des Heiligtums an das Heiligste Herz Jesu.

13. August 1932. Erste offizielle Wallfahrt der Diözese Leiria.

13. Mai 1933. In Kowloon-Tong (China) nehmen elf Bischöfe (unter ihnen neun chinesische: sechs schon geweihte und drei ernannte) an einer Prozession zu Ehren Unserer Lieben Frau von Fatima teil.

10. November 1933. Papst Pius XI. weist in seinem Apostolischen Schrei­ben „Ex officiosis litteris“ an den Kardinal von Lissabon auf Fatima mit den Worten hin: „ … Dieser Nation hat die jungfräuliche Gottes­mutter noch jüngst außergewöhnliche Wohltaten erwiesen …“ (A. A. S. 26, 1934, 628).

1933. Beginn des Baues des Exerzitienhauses Unserer Lieben Frau von den Schmerzen, das wie das Krankenhaus Unserer Lieben Frau von den Schmerzen auf der rechten Seite der Cova da Iria – von der Basi­lika aus gesehen – liegt.

18. bis 25. April 1934. Zum ersten Male macht der portugiesische Episkopat seine geistlichen Jahresübungen (Exerzitien) in Fatima.

3. Oktober 1934. Lucia legt zu Tuy im Orden der heiligen Dorothea die ewigen Gelübde ab. Der Bischof von Leiria, der den feierlichen Akt lei­tet, hebt zugleich den Schweigebefehl für sie auf. (Dreizehn Jahremußte sie schweigen!) Am 9. Oktober 1934 wird sie für mehr als zwei Jahre zum zweiten Male nach Pontevedra gesandt.

28. Oktober 1934. Lucia spricht in einem Brief an den Jesuitenpater José Bernardo Gonçalves erneut über Rußland: „Über die Weihe Rußlands habe ich vergessen, jetzt darüber mit dem Herrn Bischof zu sprechen (Dom José, der Bischof von Leiria, war gekommen, um am 3. Oktober 1934 der Gelübdefeier vorzustehen), was mir unglaublich erscheint. Ge­duld! Es tut mir leid, daß es so gekommen ist, denn ich glaube, daß der gute Gott darüber betrübt ist. Ich kann jedoch nicht mehr machen als beten und mich aus Liebe opfern . . .“

21. Januar 1935. Lucia schreibt ferner über Rußland dem P. Gonalves SJ: „ … Was Rußland betrifft, so scheint es mir, daß es unserm Herrn viel Freude bereiten würde, wenn man sich dafür einsetzte, daß der Heilige Vater Seinen Wunsch erfülle. Vor rund drei Jahren zeigte sich unser Herr ziemlich unzufrieden, daß sich diese Bitte nicht verwirklicht. In einem Brief an den Herrn Bischof ließ ich es ihn wissen … bis heute hat mich unser Herr um nichts mehr gebeten, außer um Gebet und Opfer. Zuinnerst mit Ihm sprechend, scheint es mir, daß Er bereit ist, dem ar­men Rußland gegenüber Barmherzigkeit walten zu lassen, wie Er es vor fünf Jahren versprochen hat …“ (vgl. 29. Mai 1930).

12. September 1935. Der Leichnam Jacintas, deren Gesicht in diesem Au­genblick schön, unversehrt und vollkommen erkennbar erscheint (das scheint unerklärbar; denn vor fünfzehn Jahren schon war Jacinta an einer ansteckenden und eitrigen Krankheit gestorben und ihr Leichnam mit einer dicken Kalkschicht überdeckt worden), wird von Vila Nova de Ourém zur Cova da Iria gebracht. Der Erzbischof von Évora zele­briert in der Kapelle der Pönitentiarie eine heilige Messe in Anwesen­heit dieses Leichnams der Jacinta und auch des ihres Bruders Francisco. (Er war vom Ortsfriedhof hierher gebracht worden.) Tags darauf wur­den die sterblichen Überreste dieser Seherkinder in einer Grabgruft im Ortsfriedhof Fatima beigesetzt.

13. Mai 1936. Der portugiesische Episkopat macht in Fatima das Gelübde, daß er geschlossen wieder hierher pilgern würde, falls Portugal vor dem Kommunismus, der ganz Europa bedroht, verschont bliebe.

18. Mai 1936. Lucia schreibt in einem Brief (diese Briefe Lucias befinden sich heute zum Großteil in der Diözesankurie in Leiria): „Das Unbe­fleckte Herz Mariens wird Rußland retten. Es ist ihm anvertraut.“

1936. Bekanntwerden der Engelserscheinungen 1916 (vgl. Anhang 1).

1936. Lucia schreibt den ersten ihrer vier Berichte an den Bischof von Leiria. In diesem berichtet sie hauptsächlich über das Leben ihrer Cousine Jacinta.

13. Mai 1937. Heilung der Frau Maria Glória Ferreira da Rocha Malheiro; ihr Beichtvater hatte ihr befohlen, nach Fatima zu gehen und dort um ihre Genesung zu bitten, falls dies zur Verherrlichung des seligen (seit 22. Juni 1947 heiligen) Johannes von Britto gereiche. Pius XII. aner­kannte diese Heilung durch ein Dekret vom 30. Juni 1941 (A. A. S. 33, 1941, 403).

1937 oder 1938. Lucia schickt ihren zweiten Bericht an den Bischof von Leiria. Sie erzählt aus Gehorsam etwas aus ihrem eigenen Leben und bringt einen kurzen Hinweis auf die Engelserscheinungen.

13. Mai 1938. Das Gelübde, das zwei Jahre vorher gemacht wurde, wird durch eine nationale Wallfahrt und durch Erneuerung der Weihe Portu­gals an das Unbefleckte Herz Mariens erfüllt. An diesem Tag geht auch eine Bittschrift der portugiesischen Bischöfe nach Rom, die Welt dem Herzen Mariens zu weihen, „um sie vor den drohenden Gefahren zu rerrn und ihr durch die Vermittlung Mariens den Frieden Christi im Reiche Christi zu schenken“.

13. Juni 1938. Plötzliche Heilung des Fräuleins Maria da Glória Teixeira während des Krankensegens (vgl. „Voz da Fátima“, 13. Juli 1938).

1938. Beim Hauptportal der Basilika wird das Mosaik angebracht, das die Krönung Mariens durch die Heiligste Dreifaltigkeit darstellt. Dieses Bildnis war in der Vatikanischen Mosaikfabrik hergestellt und vom Staatssekretär Pius‘ XI., Kardinal Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., gesegnet worden. Pius XI., der damals gerade krank war, hatte ihn dazu delegiert.

6. Februar 1939. Lucia schreibt: „In einer vertraulichen Mitteilung hat unser Herr zu verstehen gegeben, daß die Zeit der Gnade, von der Er im Mai 1938 gesprochen hatte, allmählich zu Ende gehe. Der Krieg mit allen seinen Schrecknissen, die er im Gefolge habe, werde bald aus­brechen … Er versprach einen besonderen Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens für Portugal mit Rücksicht auf die Weihe, die die Bischöfe mit dem Volke an dieses Unbefleckte Herz vollzogen haben .. . Da indessen auch Portugal nicht ohne Schuld ist, muß es auch einige Auswirkungen des Krieges erdulden. Dieser wird zu Ende gehen, wenn die Zahl und das Blut der Gemarterten Meine Gerechtigkeit besänftigt haben.“

Der Kardinal von Lissabon erklärte am 29. Juni 1956 und 24. Februar 1960, in seinen Händen dieses Dokument gehabt zu haben – wie auch ein anderes, nämlich den Brief Lucias an Papst Pius XII. vom 2. Dezember 1940, worin auch auf den Schutz Mariens über Portugal während des Zweiten Weltkrieges wegen der Weihe dieses Landes an Ihr Mutterherz hingewiesen wird (vgl. 29. Juni 1956, 24. Februar 1960, 11. Februar 1967, Anhang 4).

19. März 1939. Lucia schreibt an P. Aparicio SJ, der zeitweise ihr Beicht­vater war: „Von der Übung dieser Andacht (der ersten Samstage), ver­eint mit der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens, hängt Krieg oder Frieden in der Welt ab; deshalb ersehne ich so sehr ihre Verbreitung und besonders deswegen, weil das der Wille unseres guten Gottes und unserer so geliebten Mutter im Himmel ist.“

März oder Mai 1939. Der Herr sagt in einer Mitteilung zu Lucia: „Bitte, dränge aufs neue, daß die Sühnekommunion zu Ehren des Unbefleckten Herzens Mariens an den ersten Samstagen bekannt werde. Der Augen­blick nähert sich, in dem die Strenge Meiner Gerechtigkeit im Begriffe ist, die Vergehen der verschiedenen Nationen zu strafen. Einige werden ausgerottet. Zuletzt wird die Härte Meiner Gerechtigkeit schärfer auf jene fallen, die Mein Reich in den Seelen zerstörten.“

13. Mai 1939. Plötzliche Heilung des Fräuleins Gracinda Martins da Costa (vgl. „Voz da Fatima“, 13. Juni 1939).

20. Juni 1939. Lucia schreibt an P. Aparicio SJ: „Unsere Liebe Frau ver­sprach, die Geißel des Krieges auf später zu verschieben, falls die An­dachtsübung (der ersten Samstage) verbreitet und geübt würde. Wir sehen sie dieses Strafgericht abwenden in dem Maße, als man sich be­müht, sie zu verbreiten: Ich habe jedoch Angst, daß wir mehr tun könnten, als wir machen, und daß Gott, wenig zufrieden damit, den Arm Seiner Barmherzigkeit zurückzieht und die Welt mit diesem Straf­gericht heimsucht, das so furchtbar sein wird, wie es noch nie eines gab …“

13. September 1939. Der Bischof von Leiria veröffentlicht in Fatima die Bitte Unserer Lieben Frau bezüglich der fünf ersten Samstage (vielleicht wurde er dazu durch den Kriegsausbruch am 1. September 1939 ent­scheidend beeinflußt, vgl. Anhang 7).

21. Februar 1940. Lucia schreibt an P. Aparicio SJ: „ Durch unsern Herrn, durch den Herrn Bischof von Leiria und durch … bin ich mehr oder minder im Bilde über alles, was man für die Rettung Rußlands und für die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens unter­nommen hat und machen soll … Es tut mir leid, daß man trotz des Gnadenanspornes des göttlichen Heiligen Geistes diese Weihe noch nicht vollzogen hat.

Auch unser Herr beklagt sich darüber. Wegen dieses Aktes hätte Er Seine Gerechtigkeit besänftigt und die Welt vor dieser Kriegsgeißel ver­schont.

Bevor er ausbrach, berichtete ich das in sehr klaren Ausdrücken in einem Brief an den Herrn Bischof …

Doch Gott, unser Herr, ist so gut, daß Er uns gegenüber immer Barm­herzigkeit walten läßt. Gebe Gott daher, daß jetzt bald dieser Augen­blick eintreten möge …

Es ist also Wille unseres Herrn, daß man beim Heiligen Stuhl die Bitte um diese Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens erneuere. Der Krieg wird erst dann aufhören, wann das Blut, das von den Martyrern ver­gossen wird, genug sein wird, um die göttliche Gerechtigkeit zu be­sänftigen, es sei denn, daß die Vermittlung dieses Aktes (der Weihe), durch den uns der Friede gewährt wird“, durch Vollzug eben dieses Aktes zur Geltung kommt.

20. April 1940. Die in Fatima versammelten Bischöfe Portugals machen das Gelübde, bei Lissabon eine große Christ-König-Statue errichten zu lassen, falls Portugal vor dem Zweiten Weltkrieg verschont würde (vgl. 17. Mai 1959).

7. Mai 1940. In Rom wird das Konkordat und der „Acordo Missionario“, die Übereinkunft bezüglich der katholischen Missionen, zwischen dem Heiligen Stuhl und der portugiesischen Republik unterzeichnet (A. A. S. 32, 1940, 217 bis 245). Das Konkordat war vorher durch das „Gesetz der Trennung“ aufgehoben worden, 1759 waren die Jesuiten außer Lan­des verwiesen und 1834 alle Klöster und Häuser von Regularen (d. h. Ordensleuten mit feierlichen Gelübden) aufgehoben worden.

13. Mai 1940. Plötzliche Heilung der Frau Dulce Magalhães Moreira de Sá während des Krankensegens (vgl. „Voz da Fatima“, 13. Oktober und 13. November 1941).

13. Juni 1940. In seinem Rundschreiben „Saeculo exeunte octavo“ an die Bischöfe Portugals spricht Pius XII. auch über Fatima; er fordert die Gläubigen auf, die Gottesmutter um gute Missionsberufe anzuflehen, „besonders wenn sie den Rosenkranz beten, der so sehr von der Allerseligsten Jungfrau Maria in Fatima empfohlen wurde“ (A. A. S. 32, 1940, 253).

18. August 1940. Lucia schreibt: „Ich vermute, daß es nach dem Wohlge­fallen unseres Herrn ist, daß es jemand gibt, der sich allmählich bei Seinem Stellvertreter auf Erden für die Verwirklichung Seiner Wünsche (Weihe Rußlands und der ganzen Welt an das Unbefleckte Herz Mariens) einsetzt. Aber der Heilige Vater wird sie jetzt nicht verwirklichen; er zweifelt an der Wirklichkeit (Echtheit dieser Wünsche) und er hat Grund dazu. Unser guter Gott könnte (ihm) mittels eines Wunders zeigen, daß Er es ist, der ihn darum bittet; er bedient sich aber dieser Zeit, damit Seine Gerechtigkeit die Welt wegen so vieler Verbrechen strafe und zu einer vollkommeneren Rückkehr zu Ihm vorbereite. Den Beweis, den Er uns gewährt, ist der besondere Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens über Portugal wegen der an es vollzogenen Weihe … Deshalb würde ich es für gut finden, den Personen neben einem großen Vertrauen in die Barmherzigkeit unseres guten Gottes und in den Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens die Notwendigkeit des Gebetes einzuschärfen, das vom Opfer begleitet ist, besonders von jenem, das man bringen muß, um die Sünde zu vermeiden. Das ist die Bitte unserer guten himmlischen Mutter seit 1917, die mit einer Traurigkeit und unerklärbaren Zartheit aus Ihrem Unbefleckten Herzen hervorkam: Die Leute sollen nicht mehr ,unseren Herrn‘ beleidigen, der schon sehr beleidigt ist!“

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Quelle: P. Hermann Netter SVD – 50 Jahre Fatima, S. 037-056

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(Fortsetzung folgt!)

FATIMA: Der gemeinsame Hirtenbrief der portugiesischen Bischöfe von 1966

09-12-05128

Fünfzigjahrfeier der Erscheinungen der Gottesmutter von Fatima

(1917-1967)

Gemeinsamer Hirtenbrief des portugiesischen Episkopates
vom 29. Juni 1966

1.

Drei Hirtenkinder vom Gebirge Aire („Serra de Aire“), Lucia, Francisco und Jacinta, behaupteten, Unsere Liebe Frau in der Cova da Iria an den Dreizehnten von Mai bis Oktober 1917 gesehen zu haben (außer dem 13. August; dafür er­schien ihnen Maria am 19. August in den Valinhos). Und sie erklärten, daß die Erscheinung zu ihnen gesprochen hätte, indem sie sie aufforderte, den Rosen­kranz zu beten und Buße zu tun, um das Ende des Krieges zu erlangen und die Seelen vom Weg des Verderbens abzuwenden. Sie bestätigten diese Behauptungen mit der Voraussage von außergewöhnlichen Ereignissen, die sich zu gegebener Zeit erfüllten, insbesondere ein Sonnenwunder, das am Tag der letzten Erscheinung von Tausenden von Personen gesehen wurde.

Die Nachricht erweckte eine ungewöhnliche Pilgerbewegung, die allen Schwie­rigkeiten zum Trotz dauernd die Wege nach Fatima erfüllen. Die Hirtenkinder, die am 13. Mai alleine waren, wurden am 13. Oktober schon von mehr als 50 000 Personen begleitet. Und hernach sollten die Wallfahrten 500 000, 800 000 Perso­nen und selbst eine Million erreichen, die von allen Kontinenten kamen.

Schnell sollte man zur Einsicht gelangen, daß die Geschehnisse in der Cova da Iria die am meisten hervorstechende Tatsache der ganzen religiösen Geschichte Portugals waren.

Inzwischen studierte die Kirche ohne Überstürzung diese Geschehnisse und setzte einen genauen kanonischen Prozeß ein, der sich acht Jahre lang erstreckte und gestattete, alle möglichen Zeugenaussagen zu sammeln und besonders den entscheidenden Beweis der Zeit festzustellen.

Am 13. Oktober 1930, dreizehn Jahre nach der letzten Erscheinung, als es allen schien, daß man den Anforderungen der Klugheit der Kirche schon zuviel gerecht geworden war, formulierte der Prälat von Leiria sein Urteil folgendermaßen:

„Aufgrund der dargelegten Erwägungen und anderer, die wir der Kürze wegen unterlassen, indem wir demütig den Göttlichen Heiligen Geist anrufen und auf den Schutz der Allerseligsten Jungfrau Maria vertrauen, und nachdem wir die hochwürdigsten Konsultoren dieser unserer Diözese gehört haben, halten wir es für gut, die Visionen der Kinder in der Cova da Iria, die zur Pfarre Fatima in dieser Diözese gehört, an den Dreizehnten von Mai bis Oktober als glaubwürdig zu erklären.“ (Dom José Alves Correia da Silva — Hirtenbrief „Die göttliche Vorsehung“ vom 13. Oktober 1930.)

Seither vervielfältigten sich bis heute die klarsten Zeugnisse des Denkens der Kirche über die Realität der Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Fatima.

Es waren nicht nur die Bischöfe Portugals, die einzeln oder zusammen den Wallfahrten vorstanden; es kamen Bischöfe von überallher und Kardinäle der heiligen Kirche.

Der Papst selber hat viele Gelegenheiten benützt, um seine Einstellung zu bekunden.

Pius XII. vollzog die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens am 31. Oktober 1942 in der Radiobotschaft, in der er sich den Feierlichkeiten des 25. Jahrestages der Erscheinungen anschloß. Zum 13. Mai 1946 sandte derselbe Papst einen Legaten nach Fatima, um das Bildnis Unserer Lieben Frau zu krönen. Und weiterhin erwählte im Jahre 1951 Pius XII. das Heiligtum von Fatima, damit man in ihm den feierlichen Abschluß des Heiligen Jahres vollziehe.

Johannes XXIII. erwählte Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz zu Fatima zur Hauptpatronin der Diözese Leiria und setzte das diesbezügliche liturgische Fest, mit eigenem Offizium und Meßformular, auf den 13. Mai eines jeden Jahres fest; und wir wissen, daß er sich immer mit Zartgefühl an sein Kommen zum Heiligtum als Pilgerkardinal am 13. Mai 1956 erinnerte.

Gleich bei seinem ersten Zusammentreffen mit portugiesischen Prälaten emp­fahl sich Paul VI. den Gebeten des Heiligtums Fatima; und in der Schlußfeier der dritten Periode des Konzils, nachdem er Unsere Liebe Frau zur Mutter der Kirche proklamiert hatte, verkündete er: Wir haben Uns entschieden, die Goldene Rose an das Heiligtum von Fatima zu senden, das nicht nur gar sehr beliebt ist beim Volk der edlen portugiesischen Nation — das Wir immer und besonders heute sehr lieben —, sondern das auch schon alle Gläubigen der katholischen Familie kennen und hochschätzen.“ (Paul VI. — Ansprache beim Abschluß der dritten Session des Zweiten Vatikanischen Konzils, 21. November 1964, AAS 56 [1964], Seite 1017.)

Die Geschichte registiert viele andere Beweise des Wohlwollens, die die Päpste gaben; jedoch diese genügen, um aufzuzeigen, wie die Hierarchie der Kirche wäh­rend dieser fünfzig Jahre die Ereignisse in der Cova da Iria im Jahre 1917 auf­nimmt.

Und jetzt beim Vorübergang eines halben Jahrhunderts über diese Gescheh­nisse achten es die Bischöfe, die der Herr zu Hirten der portugiesischen Herde bestellte, als ihre Pflicht, die Gläubigen, die ihnen anvertraut sind, anzueifern und zu helfen, dieses große Datum würdig zu feiern und die Lehre zu ziehen, die die Vorsehung uns anbietet.

2.

Gestützt auf das Zeugnis der Kirche nehmen wir die Botschaft auf, die die Hirtenkinder uns von seiten Unserer Lieben Frau überbrachten. Diese Botschaft pflegt man in zwei Worte zusammenzufassen, die ein ganzes Programm des christlichen Lebens umschließen: Gebet und Buße. Damit wir sie gut verstehen, müssen wir uns ihren historischen und theologischen Kontext vergegenwärtigen.

Unsere Liebe Frau empfahl Gebet und Buße als die großen Wege zu jenem Frieden, nach dem sich die Menschheit 1917 sehnte.

Drei Jahre des Kampfes machten einen enormen Materialverlust aus, eine Kollektivverarmung und besonders einen Verlust an Leben, wie er bis dahin niemals stattgefunden hatte. Die Welt war es schon überdrüssig; alle wollten, daß der Krieg aufhöre und die Soldaten zu ihren Familien zurückkehren.

Unsere Liebe Frau beschränkt sich nicht darauf, Gebet und Buße zu empfehlen, damit der Krieg aufhöre; Sie weist auf die tiefe Verbindung hin, die zwischen der Strafe des Krieges und der Sünde besteht: „Die Leute sollen Gott, unsern Herrn, nicht mehr beleidigen, der schon soviel beleidigt wurde!“ Und ferner erklärt Sie: „Der Krieg geht seinem Ende zu; wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidi­gen, wird .. . ein anderer, noch schlimmerer Krieg beginnen.“

Die Kriege sind nicht nur die Frucht des Sich-nicht-Verstehens der Menschen unter sich; sie sind vor allem Folge der Sünde, das heißt, des Sich-nicht-Verstehens der Menschen mit Gott.

Und deshalb erscheint neben der Drohung eines neuen Krieges in der Botschaft Unserer Lieben Frau die Warnung vor der Gefahr der Hölle, in die die Seelen stürzen können, wenn sie ihr Leben nicht bessern. In der dritten Erscheinung nimmt diese Warnung die ganz konkrete und sinnlich wahrnehmbare Form einer Schau dieses furchtbaren Ortes von ewigen Qualen an. Gleichzeitig appelliert Unsere Liebe Frau an die Großmütigkeit der Kinder zugunsten der armen Sünder, damit diese sich bekehren und nicht in die Hölle stürzen.

Auf diese Weise macht die Botschaft Fatimas ein Ganzes aus, das in vollkom­mener Harmonie mit der Botschaft des Evangeliums und mit der Lehre der Kirche steht. Es dreht sich dabei nicht nur um ein zufälliges und zweitrangiges Zusam­mentreffen; es ist eine vollkommene Entsprechung mit den tiefsten Wirklichkeiten der christlichen Offenbarung. Die Sünde, die tiefste Ursache aller Strafgerichte, die Gott uns schickt, ist auch die Ursache des letzten Ruins des Menschen, seiner Verdammung zur Hölle.

Um uns von der Sünde und ihren Folgen zu befreien, kam Christus zur Welt, predigte uns die Notwendigkeit der Buße oder der Lebensbesserung und starb für uns. Unsere Liebe Frau machte sich zum Echo der Botschaft Christi im Evange­lium: „Die Leute sollen unsern Herrn nicht mehr beleidigen . . .«

Da sie auf diese Weise so vollkommen mit der Botschaft des Evangeliums zu­sammenfällt, erscheint uns die von Fatima von einer wahrhaft universalen Gültig­keit. Das, was Unsere Liebe Frau zu den Hirtenkindern 1917 sagte, gilt für alle Zeiten und für alle Menschen. Das ist zweifelsohne die beste Erklärung für das Kommen nach Fatima von Pilgern von allen Enden der Erde.

3.

Das Gebet ist die erste Seite der Botschaft Fatimas; und dieses Gebet konkretisiert sich im Rosenkranz.

In allen Erscheinungen hörten die Hirtenkinder dieselbe Empfehlung: die Leute sollen den Rosenkranz beten, damit der Krieg aufhöre, die Leute sollen den Rosenkranz beten, damit die Seelen nicht in die Hölle stürzen, die Leute sollen den Rosenkranz beten, um den Frieden zu erlangen. Und unter allen Namen, die Ihr eigen sind, erwählt Unsere Liebe Frau in Fatima den Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz („Senhora do Rosârio“ = „Herrin vom Rosenkranz“), um sich auszuweisen. Das Gebet ist der Umgang mit Gott und kann die verschiedensten Formen annehmen.

Als unsere ersten Eltern im irdischen Paradies sich vertraulich mit dem Herrn unterhielten, der sie geschaffen hatte und sich um sie wie um wirkliche Kinder sorgte, war all dieser Umgang, der sich keiner gemachten Formel bediente, son­dern die Herzen vollends öffnete, ein wirkliches Gebet.

Die Sünde war es, die kam, um diese intimsten Verbindungen des Menschen mit Gott zu zerschneiden durch den Urungehorsam und die Strafgerichte, die dieser mit sich riß. Der sündige Mensch jedoch fuhr noch fort, sich an Gott wenden zu können, in gewisser Weise aber immer auf Entfernung und fast nur, um Ihn für die eigenen Untreuen um Verzeihung zu bitten.

Zwischen dem Gebet und dem Leben in der Gnade besteht ein sehr tiefes Ver­hältnis, das die Beharrlichkeit erklärt, mit der Unsere Liebe Frau uns das Gebet empfiehlt. Die Seele, die betet, wenn sie noch nicht im Stande der Gnade ist, be­findet sich sicher auf dem Weg zur Gnade. Die Patriarchen und die Propheten des Alten Testamentes waren große Vorbilder im Gebet, weil sie es verstanden haben, in ihrem Leben immer die Vereinigung mit Gott aufrechtzuerhalten.

Und eine der nachdrücklichsten Forderungen unseres Herrn im Evangelium ist die um das Gebet.

4.

Der Rosenkranz war das Gebet, das Unsere Liebe Frau in Fatima empfahl.

Wir können es nicht unterlassen, daran zu erinnern, daß der Rosenkranz das große Gebet des christlichen Volkes war, das oft nicht ein anderes Gebet zu ver­richten weiß. Der Rosenkranz war so tief in den Gebräuchen unseres Volkes ver­wurzelt, daß ihn die Hirtenkinder vor ihren Spielen beteten, wenn sie es auch sehr unvollkommen machten.

Nur die Routine kann verursachen, daß man den Reichtum dieses Gebetes aus dem Auge verliert. Weder hört das „Vaterunser“ auf, weil wir es alle Tage beten, uns das vollkommenste inspirierte Gebet zu scheinen, jenes, in dem unser Herr das Beste ausdrückte, um das wir Gott bitten können. Noch hört auch das „Ge­grüßet seist Du, Maria“ auf, weil wir es öfters wiederholen, den Zauber der Ver­kündigung der Fleischwerdung zu besitzen.

Die Betrachtung der Geheimnisse unserer Erlösung, harmonisch mit dem münd­lichen Gebet verbunden, kann aus dem Rosenkranz eine der vollkommensten und vollständigsten Zusammenstellungen von Einzel- oder Gemeinschaftsgebeten des christlichen Volkes machen.

Das Konzil fordert im achten Kapitel der Konstitution „Lumen Gentium“ die Kinder der Kirche auf, „die Gebräuche und die Übungen der Andacht hochzu­schätzen, die zu Ehren der Seligen Jungfrau das Lehramt der Kirche im Laufe der Jahrhunderte empfahl“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“, N. 67). Nun, der Rosenkranz zählt in seiner Geschichte wenigstens 44 (vierundvierzig) Päpste, die ihn lobten und empfahlen in mehr als 200 (zweihundert) Dokumenten. Noch vor kurzem sagte der Heilige Vater Paul VI. in einem Rundschreiben an die Bischöfe der ganzen Welt folgendermaßen: „Weil sich gerade eine gute Gelegenheit bietet, unterlaßt es nicht, mit aller Liebe zum Rosenkranzgebet aufzufordern, zu dem Gebet, das der Gottesmutter so teuer ist und das von den Päpsten so empfohlen wurde. Dieses Gebet läßt die Gläubigen sehr leicht und wirksam das Gebot des göttlichen Meisters befolgen: ‚Bittet, und es wird euch gegeben werden, sucht, und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgetan‘ (Mt 7, 7).“ (Paul VI., Enzyklika „Mense Maio“ vom 30. April 1965, AAS 57 [1965], Seite 357.)

Dieser Ausspruch des Papstes gehört zu den schönsten Lobpreisungen, die man über den Rosenkranz machen kann, weil er ihn das »sehr leichte und wirksame“ Gebet nennt; dieses Wort ist echtes Zeugnis des Denkens der Kirche über den Rosenkranz Unserer Lieben Frau und auch klarer Beweis der Gegenwartsbedeu­tung der Botschaft Fatimas.

5.

Die Botschaft Unserer Lieben Frau ist jedoch mehr als eine Botschaft des Ge­betes, eine Botschaft der Buße in dem ganz konkreten Sinn von Reue und Besse­rung unseres Lebens.

Am Nachmittag eben dieses 13. Oktobers (1917) antwortete Lucia auf die Frage, die man ihr stellte, folgendermaßen: „Und was sagte Unsere Liebe Frau?“ „Sie sagte, daß wir uns bessern sollten, daß wir den Rosenkranz beten und um Verzeihung unserer Sünden bitten sollten . . . Sie sagte, daß wir den Rosenkranz beten und uns bessern sollten.“ (Befragung, ausgeführt durch den hochwürdigsten Domherrn Manuel Nunes Formigão [„As Grandes Maravilhas de Fátima“ „Die großen Wunder Fatimas“, Seite 99].)

Die Sünde ist Mißbrauch der Freiheit des Menschen, ist Aufruhr gegen den Willen Gottes, wie jüngst das Konzil erinnerte (Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“, N.13); deshalb wird das echte Heilmittel für die Sünde und ihre Folgen die Besserung sein, das heißt die Rückkehr zu Gott, die durch die treue Pflichterfüllung eines jeden Tages zum Ausdruck gebracht wer­den muß: „Die Leute sollen nicht mehr unsern Herrn beleidigen!“

Die Botschaft Unserer Lieben Frau stimmt mit der christlichen Offenbarung überein. Johannes der Täufer forderte am Jordan von seinen Zuhörern, daß sie ihr Leben besserten, weil sich das Reich Gottes näherte (Mt 3, 2). Unser Herr be­gann Sein Predigtwerk, indem Er dieselbe Sache verkündete (Mt 4, 17).

Die Buße der Botschaft Fatimas, genauso wie die der Predigt Johannes‘ des Täufers und von Christus selber, ist die Lebensänderung, ist das Aufgeben unserer irrigen Denkungsart und unserer Haltung, die dem Willen Gottes entgegengesetzt ist. Das ausdrucksvollste Wort, um diese Wirklichkeit zu bezeichnen, ist noch jenes, das die Seherkinder selbst uns berichten: Besserung. „Sie sagte, daß wir uns bes­sern sollten.“

Unsere Liebe Frau erbat auch körperliche Bußübungen als Sühne für die Sün­den der anderen, jedoch Ihr größtes Drängen verlegte Sie auf die Lebensbesserung, auf die echte und wirksamste Buße, die wir vollziehen können und müssen.

Und auch in diesem Punkt freut es uns, die Eintracht der Botschaft Fatimas mit der Lehre der Kirche hervorzuheben. Als Paul VI. ein Konzilsjubiläum ver­kündete, sagte er: „Wir erhoffen von allen Gläubigen jene Umwandlung der Seelen, die man nur im Innersten eines jeden Menschen erlangen kann.“ (Paul VI., Apostolische Konstitution „Mirificus eventus“ vom 7. Dezember 1965, AAS 57 [1965], Seite 945.)

In diesem Sinne müssen wir auch jene Erneuerung oder jenes aggiornamento verstehen, das die Kirche als Frucht des Konzils erstrebt. Es genügen nicht die Änderungen in den äußeren Ausdrucksformen des christlichen Lebens, was mehr wiegt, ist ohne Zweifel die Erneuerung des Menschen im Innern seiner Seele, die vollkommene Übereinstimmung seines Denkens und Fühlens mit dem Willen Gottes und der Lehre der Kirche.

6.

Die Wallfahrten nach Fatima sind ein großartiges Zeugnis von Gebet und Buße, sie sind vor allem ein stürmischer Appell zur Sühne für die Bekehrung der Sünder. Die Pilger lenken ihre Schritte zu den Beichtstühlen während des ganzen Tages und der ganzen Nacht, vertiefen sich in der Anbetung des euchari­stischen Herrn und empfangen in großer Zahl das Brot des Lebens in der Messe der „Allgemeinen Kommunion“. Und das Gebet, das während aller dieser religiö­sen Handlungen am meisten im ganzen Heiligtum zu hören ist, lautet: „Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich; ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht an­beten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.“

Das ist einer der großen Reichtümer der Botschaft Fatimas. Unsere Liebe Frau zeigte ihn noch besser, als Sie die Andacht zu Ihrem Unbefleckten Herzen durch die Sühnekommunion empfahl.

Die Hirtenkinder verstanden so ausgezeichnet diesen Aspekt der Botschaft, daß sie sich mit außergewöhnlicher Großmut der Ausübung der Buße für die Bekehrung der Sünder hingaben. Es ist dies eine der eindrucksvollsten Seiten ihres Lebens nach den Erscheinungen. Ihr Beispiel riß viele Seelen mit sich, schuf eine echte Sühnebewegung, die sich sehr fein in das christliche Geistesleben einordnet.

7.

Seine Eminenz Kardinal Arcadio Larraona, Präfekt der heiligen Ritenkongre­gation, erklärte in der Homilie, die er in Fatima am 13. Mai 1963 hielt, folgendes: »Nie gab es eine übernatürliche Offenbarung Unserer Lieben Frau von so reichem geistigem Inhalt wie die von Fatima, noch überbrachte uns irgendeine (von der Kirche) anerkannte Erscheinung eine so klare, so mütterliche und so tiefe Botschaft wie diese (von Fatima)“ („Novidades“ vom 14. Mai 1963).

Wenn wir daran denken, daß nach Fatima die Menschenmengen zusammen­strömen, nicht nur von Portugal, sondern auch von der ganzen Welt, wenn wir daran denken, daß sich dort wahrhaftig ein Altar der Welt erhob, dann können wir es nicht unterlassen, die Pläne des Herrn zu bestaunen, der Seine Mutter zur portugiesischen Erde sandte, um uns zu helfen und zu retten.

Jene Vermittlung oder jener mütterliche Einfluß Mariens, den die christliche Überlieferung immer anerkannte und den das Konzil so lichtvoll darlegte (Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“, N. 62), übt sich dort in handgreiflicher Weise aus.

Wenn es auch Wahrheit ist, daß einige nach Fatima kommen, weil sie dazu von einem oberflächlichen Sentimentalismus angetrieben werden, und nicht dahin gelangen, sich von der Botschaft der Herrin durchtränken zu lassen, so finden dort viele andere die Gnade, die ihnen die menschliche Rücksicht bricht, die in ihnen den Widerstand der Sünde besiegt, das geistliche Leben erneuert und sie oftmals in wahre Apostel umwandelt.

Die Geschichte von Fatima ist nicht nur mit den sinnlich wahrnehmbaren Phänomenen gemacht, die im Verlauf der Erscheinungen festgestellt wurden, oder mit den Wundern, die sich während der Wallfahrten ereigneten; die Geschichte Fatimas ist hauptsächlich mit diesen geheimnisvollen Wundern auferbaut, die sich im Innersten der Seelen vollzogen, in den geistlichen Übungen, in der euchari­stischen Anbetung, im Empfang des Bußsakramentes. Man fühlt da die Anwesenheit Mariens in Ihrer tätigen Vermittlung, um ohne Unterlaß für die Seelen die Gaben des ewigen Heiles zu erlangen.

Und es ist nicht nur in Fatima, daß Sie wirkt. Ihr Bildnis durchpilgert alle Teile Portugals und viele der ganzen Welt. Überall, wo Sie vorbeizieht, ist Ihre Anwesenheit wahrnehmbar. Es beglückt uns, hier die denkwürdigen Worte Papst Pius‘ XII. bezüglich dieser einzigartigen Wallfahrt zu zitieren: „Auf ihrer (der Pilgerstatue) Reise durch Amerika wie durch Europa, durch Afrika, durch Indien, durch Indonesien und Australien regnete es Segen vom Himmel, vervielfältigten sich Ihre Gnadenwunder in einem solchen Maße, daß Wir kaum glauben können, was Unsere Augen wahrnehmen. Nicht nur die guten und gehorsamen Kinder der Kirche verdoppeln ihren Eifer, auch die verlorenen Kinder werden vom Heim­weh zur Mutterliebe übermannt und kehren heim zum Vaterhaus. Selbst in den Ländern, wo das Licht des Evangeliums kaum zu leuchten begann, erwarten— wie konnte einem der Gedanke daran kommen? — viele Menschen, noch umfangen vom Schatten des Irrtums, mit der gleichen Inbrunst wie die Gläubigen Ihren Besuch, jubeln Ihr in stürmischer Freude zu, verehren Sie, rufen Sie an und empfangen erlesene Gnaden. Unter dem mütterlichen Blick der himmlischen Pilgerin gibt es keinen Widerstreit der Nationen und Rassen, der spaltet; keine Grenzen, die trennen; keine Interessengegensätze, die verfeinden. Alle schätzen sich in diesem Augenblick glücklich, sich als Brüder zu erkennen. Ein einzigartiges Schauspiel, das zu den schönsten Hoffnungen berechtigt.“ (Pius XII., Radioansprache über Fatima beim Abschluß des Heiligen Jahres am 13. Oktober 1951, AAS 43 [1951], Seite 801.)

Maria zieht die Seelen nach sich, wie kein anderer es zu machen imstande ist. Sie ist die große Missionarin, die das Evangelium vielen bringt, die es noch nie hörten, und die die Sünder in die Arme der Barmherzigkeit des Herrn fallen macht.

8.

Wir sind daran, die Fünfzigjahrfeier der Erscheinungen Unserer Lieben Frau in der Cova da Iria zu begehen.

Dieses Datum bietet uns eine außergewöhnliche Gelegenheit, eine tiefe Er­neuerung des christlichen Lebens in den Seelen im Lichte des Ökumenischen Kon­zils und der Botschaft Unserer Lieben Frau zu unternehmen.

Es werden feierliche Handlungen von äußerem Kult, Wallfahrten, Kongresse usw. veranstaltet werden, die vor den Augen der Welt den echten Sinn der Bot­schaft Fatimas herausstellen werden.

Diese Feierlichkeiten werden jedoch sicherlich nicht jenes Gesamtziel erreichen können, das man erwarten darf. Die Kongresse müssen glänzende Ausgangspunkte sein, Augenblicke tiefschürfenden Studiums des wertvollen Inhaltes der Botschaft Unserer Lieben Frau. Die Wallfahrten werden Gipfelpunkte sein, in denen sich öffentlich und gemeinsam die christlichen Gesinnungen unseres Volkes ausdrücken. Das Konzil zeigte in seinem Dekret über das Apostolat der Laien mit außer­gewöhnlichem Reichtum des Ausdrucks, wie „allen Christen also die herrliche Last auferlegt wird, daran mitzuwirken, daß die göttliche Heilsbotschafl von allen Menschen überall auf Erden erkannt und angenommen wird“. (Zweites Vatikani­sches Konzil, Dekret „Apostolicam actuositatem“, N. 3.)

Diese Arbeit kann nur in einer gänzlichen Vereinigung aller Kräfte geleistet werden, die alle Seelen guten Willens verpflichten möge, die Priester, die Ordens-

Leute und die Laien, alle Werke, Organismen und Bewegungen des Apostolates, besonders die Katholische Aktion, die bei uns als Schutzherrin Unsere Liebe Frau von Fatima besitzt. Es wird eine echte allgemeine Mission sein müssen, die ver­schiedene konkrete Formen der Verwirklichung entsprechend den Umständen und den Möglichkeiten des jeweiligen Milieus annehmen können wird, die jedoch immer ein gemeinsames Ziel verfolgen wird, das wir gern in drei Punkten zum Ausdruck bringen wollen, die wir nun anschließend angeben.

9.

Das Leben in der Gnade muß das höchste Ziel unserer apostolischen Arbeit bilden. Der Herr faßte das Werk der Erlösung so zusammen: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben“ (Jo 10, 10).

Die äußere Organisation der Kirche, das Priestertum, die Sakramente, die Werke des Apostolates, all das sind Mittel, die sich ausrichten müssen auf dieses Ziel hin, auf das Leben in der Gnade. Wenn wir dabei zum Stillstand kommen würden, bevor wir es erreichten, wären unsere Anstrengungen nutzlos.

Die Botschaft Unserer Lieben Frau an die Hirtenkinder in der Cova da Iria wirft entschlossen und aus voller Kraft dieses Problem auf: „Die Leute sollen unsern Herrn nicht mehr beleidigen!“ Der Krieg ist Strafe für die Sünde in dieser Welt und, falls es keine Besserung gäbe, wird das endgültige Strafgericht die nicht wieder gutzumachende ewige Verdammnis der Hölle sein. Wenn Unsere Liebe Frau bittet, daß man den Rosenkranz bete, damit der Krieg aufhöre, dann löst Sie eine große Offensive des Friedens aus, der nicht nur der Friede der Waffen ist, sondern hauptsächlich der Friede der Seelen mit Gott.

„Nie wieder Krieg!“ proklamierte der Heilige Vater Paul VI. in seiner Bot­schaft an die Welt in der größten Versammlung der Nationen (Paul VI., An­sprache in den Vereinten Nationen am 4. Oktober 1965, AAS [1965], Seite 881). „Nie wieder Krieg!“ ist in Wahrheit das Bestreben aller Menschen guten Willens.

„Nie wieder Sünder : das muß das höchste Ziel aller Anstrengungen nach Er­neuerung des christlichen Lebens im Lichte des Konzils und der Botschaft Fatimas sein, um den vollen Frieden der Menschen untereinander und mit Gott zu erlangen. Jede Todsünde, die wir vermeiden können, jede Seele, die wir zur Versöhnung mit Gott bringen können, ist ein gewaltiger Schritt auf dem Weg zum Frieden.

10.

Nach diesem höchsten Ziel, und in gewisser Weise als Mittel, um es zu er­reichen, wollen wir die Heilighaltung des Tages des Herrn angeben.

Wenn wir gut achtgeben würden auf die Lesung der Heiligen Schrift, dann würden wir erkennen, daß die ganze biblische Beschreibung des Schöpfungswerkes sich auf die abschließende Erklärung hin ausrichtet, daß der Herr am siebten Tag ausruhte und daß Er uns das grundlegende Gebot gab, daß auch wir nach Seinem Bild und Gleichnis ausruhen sollten.

Das war eines der Gebote des Alten Testamentes, auf dem der heilige Gesetz­geber am meisten bestand, so sehr, daß Er furchtbare Strafen über den verhängte, der es verletzten sollte.

Im Neuen Testament besitzt die Heilighaltung des Sonntags neben dem all­gemeinen Zweck der physischen Ruhe und der Gottesverehrung den besonderen Charakter der Feier der Auferstehung Christi. Jeder Sonntag ist so die Erneue­rung des Ostergeheimnisses. „An diesem Tag müssen die Christgläubigen zusammenkommen, um das Wort Gottes zu hören, an der Eucharistiefeier teilzunehmen und so des Leidens, der Auferstehung und der Herrlichkeit des Herrn Jesus zu gedenken und Gott Dank zu sagen, der sie ,wiedergeboren hat zu lebendiger Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten‘ (1 Petr 1, 3). Des­halb ist der Herrentag der Ur-Feiertag, den man der Frömmigkeit der Gläubigen eindringlich vor Augen stellen soll.“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution „Sacrosanctum Concilium“, N. 106.)

Wir sagen Gott Dank für die christliche Art, wie man im allgemeinen unter uns noch den Sonntag feiert, wir wollen aber unsere Anstrengungen verdoppeln, damit der Tag des Herrn immer mehr der gemeinschaftsfördernde Tag des Volkes Gottes sei, an dem man außer den Kulthandlungen reichlich die Werke der Liebe und des Apostolates durchführt.

11.

Und wir wollen es nicht unterlassen, auch als Ziel unserer apostolischen An­strengungen in der gegenwärtigen Stunde das große Werk der Heiligung der Familie vorzubringen.

Der einzigartige Umstand, daß in den letzten Erscheinungen am 13. Oktober (1917) nach dem Dialog der Herrin mit den Hirtenkindern sich am Himmel von Fatima die Heilige Familie offenbarte, scheint von der christlichen Familie zu sprechen.

Wir wollen hier an all das erinnern, was wir in unserem Hirtenbrief vom 11. Oktober 1964 sagten. In der Tat, die Familie ist die Zelle der zivilen Gemein­schaft und auch die natürliche Zelle sogar der christlichen Gemeinschaft.

Die Gnade zerstört nicht die Natur, sondern vervollkommnet sie. Die Ehe wurde durch Christus zur Würde eines Sakramentes erhoben, das Zeichen und Mittel der heiligmachenden Gnade für die Brautleute ist, die es sich gegenseitig spenden, und für die Kinder, die deren Frucht sind.

Das Konzil richtet sich wiederholt an die christliche Familie, um sie an ihre Würde zu erinnern und die Hoffnung zu bekunden, die es in sie als mächtiges Werkzeug der gesellschaftlichen Erneuerung niederlegt. Die Würde der christlichen Familie wird in den Konzilsdokumenten mit der wahrhaft liebevollen Bezeichnung „Hauskirche“ sogar zum Ausdruck gebracht. (Zweites Vatikanisches Konzil, Dog­matische Konstitution „Lumen Gentium“, N. 11.)

Die Organisationen des Apostolates haben sich in letzter Zeit in intensiverer Weise in die Probleme der Heiligung der christlichen Familie vertieft. Wir be­nutzen gerne diese Gelegenheit, um die verwirklichten Anstrengungen in der großen Familienkampagne zu loben, und gleichzeitig ermuntern wir die verdienst­vollen Mitarbeiter an unserer apostolischen Mission, ihre Arbeiten fortzusetzen, weil das eine der Kampagnen ist, die man nie als beendet betrachten kann.

12.

Und nachdem wir auf diese Weise drei Punkte aufgezeigt haben, die das End­ziel von allem bilden müssen, was wir unternehmen werden, um die Fünfzigjahrfeier der Erscheinungen Unserer Lieben Frau zu begehen, fühlen wir noch die Notwendigkeit, einige Mittel einzeln aufzuzählen, die uns sehr nützlich scheinen, um dieses Ziel zu erreichen.

Mögen die Feste und Wallfahrten zu Ehren Unserer Lieben Frau immer mehr in ihrem geistlichen Gehalt in Übereinstimmung mit der Botschaft Fatimas erneuert werden. Wenn man auch bei bestimmten Umständen Elemente zulassen kann, die die äußere Freude fördern, so mögen doch ganz und gar diese Feste und Wallfahrten dazu benutzt werden, um die Seelen zur Gnade der Sakramente zu rufen. Man möge sogar in dem Maße, als es die christliche Klugheit angibt, ge­meinsame Sühnehandlungen für die Sünden, die begangen werden, fördern. In den christlichen Familien werde immer mehr die Gewohnheit des Gebetes in der Gemeinschaft erweckt. Ein lebendiges, bewußtes Beten, in dem sich die Gefühle aller aufrichtig ausdrücken, ist eine wunderbare Schule der christlichen Formung. Der Rosenkranz, der so sehr von Unserer Lieben Frau den Hirtenkindern emp­fohlen worden war und so sehr noch vor kurzem vom Papst herausgestrichen wurde, wenn er in den konkreten Anliegen der Familiennöte und in der Anwen­dung der Geheimnisse gelebt wird, die man betrachtet unter den Umständen eines jeden einzelnen, kann die beste Form sein, das Familiengebet zu verrichten. Man möge in den Seelen die Freude an der heiligen Kommunion wachrufen. Der häufige Empfang der Sakramente wird viel zur Erneuerung des christlichen Lebens bei­tragen, wenn er von den richtigen Dispositionen begleitet sein wird, vor allem von der Gebetspraxis. Man möge besonders beim Kommunizieren auf der Absicht, Sühne zu leisten, bestehen, um in den Seelen das Verlangen zu erwecken, dem Herrn einen Ersatz für jene anzubieten, die nicht glauben, nicht anbeten, nicht hoffen und nicht lieben.

13.

Die Fünfzigjahrfeier der Erscheinungen Unserer Lieben Frau auf portugie­sischer Erde ist eine äußerst günstige Gelegenheit, die wir ausnutzen wollen, um dem Herrn für den Gnadenregen zu danken, den Er auf uns durch die mitleidigen Hände Seiner und unserer Mutter herabsteigen ließ.

Wir sind uns der hervorragenden Auszeichnung bewußt, deren Ziel wir waren, und auch der Verantwortung, die sie darstellt. Darum danken wir und erflehen gleichzeitig die Gnade, den Plänen, die der Herr über Sein portugiesisches Volk hat, auf die treueste Weise, die uns möglich ist, zu entsprechen.

Indem wir Ihr unser Kinderherz öffnen, bitten wir die himmlische Mutter, daß Sie für uns zu Jesus sprechen möge.

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz von Fatima, wir lobpreisen und benedeien Dich wegen der Gnaden, mit denen Dich der Herr bereicherte. Durch das Privileg Deiner Unbefleckten Empfängnis und durch die Gnade Deiner göttlichen Mutter­schaft bist Du gebenedeit unter allen Frauen.

Wir lobpreisen und benedeien Dich, weil Du die Mutter der Kirche bist, und mit der Seele voll Jubel nennen wir Dich unsere Mutter.

Wir danken Dir für den besonderen Schutz, den Du immer unserer portugie­sischen Erde geweiht hast, und wir anerkennen, daß Du uns in den schwierigen Stunden unserer Geschichte immer beschirmt hast. Wir wollen, daß unser Vater­land immer Dein Land sei.

Wir danken Dir ganz besonders dafür, daß Du Fatima zu Deinem Altar und die drei Hirtenkinder unseres Volkes zu Deinen Botschaftern erwählt hast.

Hilf uns, wir bitten Dich, Deiner Botschaft von Gebet und Buße treu zu sein. Wir wollen die christlichen Traditionen aufrechterhalten, die unsere Vorfahren im Laufe der Jahrhunderte ansammelten, die Reinheit der Sitten, die Heiligkeit der Familie, die Andacht zu Deinem Unbefleckten Herzen und zu Deinem Sohn im heiligsten, Sakrament der Eucharistie und die Treue zur Kirche.

Wir wollen fortfahren, Missionare des Evangeliums zu sein, und wollen jetzt lebendige Zeugen der Botschaft sein, die Du den Hirtenkindern unserer Erde an­vertraut hast.

Hilf uns, heiligste Mutter, die Pläne Gottes über uns zu verwirklichen. Erlange uns von Deinem göttlichen Sohn viele und heilige Priester-, Ordens- und Missions­berufe, Apostelseelen, selbst Laien, die sich hochherzig dem Dienst der Kirche weihen. Und unterstütze mit Deinem mütterlichen Schutz diese Berufe, damit sie stark und froh in ihrer Schenkung an den Herrn ausharren.

Verteidige den Heiligen Vater, den sichtbaren Stellvertreter Deines Sohnes bei uns, und erlange für die Gesamtkirche die Gnade der Einheit.

Schließlich bitten wir Dich um die Gnade des Friedens. In der Welt gibt es Krieg; verschiedene Nationen, und unter ihnen unser Vaterland, haben ihre Ge­biete im Zustand des Zerrissenseins und ihre Söhne im Ausgeliefertsein an den gewaltsamen Tod durch die Waffen. Mögen der Haß und die Kämpfe zwischen den Menschen aufhören. Lieben wir uns alle als Brüder und Kinder Gottes!

Mittlerin aller Gnaden, Königin des Friedens, bitte für uns!

Im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Fatima, am 29. Juni (1966), Festtag der heiligen Apostel Petrus und Paulus.

(Hier folgen die Unterschriften aller Bischöfe Portugals.)

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Quelle: P. Hermann Netter SVD – 50 Jahre Fatima, Seiten 138-148