DAS II. VATIKANISCHE KONZIL(1962-1965) UND SEINE FOLGEN

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Matthäus 7,20)

Ich bin überzeugt, dass der ganze gegenwärtige (immer noch) anhaltende Niedergang und Zerfall der Christenheit und damit der abendländischen Gesellschaft hauptsächlich zurückzuführen ist auf das Großereignis der Römisch-Katholischen Kirche genannt II. Vaticanum. Dieses jüngste Konzil der höchsten Repräsentanten der Kirche Christi (Papst und Bischöfe) war der Auslöser gewaltiger und folgendschwerer geistig-geistlicher Erschütterungen und Zerstörungen. Was an diesem Konzil und darauf folgend geschah, wurde nicht ohne Grund „die französische Revolution in der Kirche“ oder sogar „die kopernikanische Wende“ geheißen. Das, was anfänglich als „Aggiornamento“, als „Updating“, als „zeitgemäße Erneuerung“, als „Retouche“ der Kirche bezeichnet wurde, entartete in der Folge schnell zu einem abbruchbegleiteten, umstürzlerischen Umbau und Neubau mit „unkontrolliertem Wildwuchs“. Viel Fassadenhaftes ließ man dabei bestehen, aber es wurde zum bloßen Stabilisierungsgerüst einer von vielen einflussreichen Kräften gewollten, geplanten Re-Konstruktion. Nach dem Konzil war die katholische Kirche nach innen und nach außen nicht mehr dieselbe, die sie vorher während rund 2000 Jahren war. Die Gestalt und die innere und äußere Haltung, die sie von da an annahm, war eine andere, eine weltoffene, weltfreundliche, ja geradezu welteuphorische. Sie wollte sich ganz bewusst modern und aufgeschlossen zeigen gegenüber dem Zeitgeist. Sie wollte auch modern sein. Sie wollte nicht mehr ausschließen und ausgegrenzt sein, nicht mehr moralisieren, nicht mehr mit Extra-Autorität auftreten, keine Dogmen verkünden, nicht mehr verurteilen, sondern einfach ihren demütigen, schlichten pastoralen Beitrag anbieten, ihren wohlwollenden, brüderlichen Beistand leisten einer Welt, die (ohnehin) grundsätzlich nach Gott sucht. Sie wollte die ganze Welt mit sich versöhnen. Sie wollte ihre Güte und Menschenfreundlichkeit zelebrieren. Sie wollte im Forum aller humanistischen Werke als humanistisch(st)e Institution anerkannt sein.

Sie hatte mit ihrer Pastoralkonstitution „über die Kirche in der Welt von heute“, mit „Erklärungen“ wie jener „über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen – ‚Nostra aetate‚“ und „über die Religionsfreiheit – ‚Dignitatis humanae‚, bisher Undenkbares und stets Bekämpftes als „neue Gebote“, als neue „Verpflichtungen“ für ihre Gläubigen aufgestellt. Sie hatte die jahrhundertealte heilige Liturgie radikal neu geordnet und ziemlich rücksichtslos verordnet. Sie hatte den Ökumenismus (mit den vom römischen Apostolischen Stuhl getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften) neu, dem bisher Geltenden entgegengesetzt definiert.

Noch während des Konzils und vor allem darauf folgend teilten sich die Geister in Progressive und Traditionstreue, in Konservative und Neuerer, und später die Traditionstreuen in (dennoch) „papstverbundene“ und „pastplose“, letztere genannt „Sedisvakantisten“.

Bis rund 1960, kann man sagen, war die römisch-katholische Kirche, insbesondere was ihre Führung betrifft, eine zuverlässige, einheitliche, sich selbst treue, der Welt gegenüber unbeugsame Vertreterin unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS in allen Belangen der Lehre und der Moral. Dann geschah der große Dammbruch. Sie gab die Verteidigung, die Abwehr, den Widerstand, den sie bisher heroisch geleistet hatte, urplötzlich auf. Sie wollte sich eines Besseren besinnen. Sie wollte neue Wege gehen, sie wollte „ins Freie der weiten Welt“. Sie öffnete ihre Hochburg; sie riss Fenster und Tore auf. Sie ließ ihre Fallbrücken herunter und lud die Welt ein – zu einem „Tag der offenen Türe“. Und „die Welt“ samt dem kamufflierten Teufel drang ein. Und sie (und er mit ihr) blieb drinnen und drängte die guten, besten, wachsamsten und darum protestierenden, Ungemach prophezeienden Geister in düstere Nebenkammern und finstere Verliese und aus ihrem Haus hinaus. Das Sagen und Bestimmen hatten fortan die Modernen, die Modernisten, die Fortschreitenden, die Fortschrittlichen, die Anti-Konservativen, die Traditions-Überdrüssigen, die Reformer, die „Revisionisten“. Sofort forderten sie den vorbehaltlosen, unbedingten bis blinden Gehorsam ein, den sie selber vorher gegenüber der wahren Autorität nicht (mehr) leisten wollten. Und die gehorsamsgewohnte Herde stutzte, zögerte zwar anfänglich, protestierte auch da und dort, ergab sich aber schließlich den Weisungen von oben in der (unerleuchteten) Annahme, es sei doch alles von bestem Licht, vom Lichte des Heiligen Geistes, Frucht eines neuen pfingstlichen Wehens.

Und unterdessen sind die Früchte dieses „Sacrosanctum Conciliums“ gereift, sichtbar(er) geworden, aufgegangen. Schon allein die einschlägigen Statistiken offenbaren es: seither ging es mit fast allem das Herz und Wesen des Katholischen Ausmachenden (nur oder schwergewichtig) abwärts: Priester, Ordensleute, Missionare, Gottesdienst, Kirchen(gebäuden), Ehe, Familie, Werke, Schule, Parteien, Politik, Medien! Vieles ist unwiederbringlich zerstört. Die Geister, die man rief, wird man jetzt nicht mehr los!

Dieses Konzil wollte kein typisches, dogmatisches Konzil, sondern ein „Pastoral-Konzil“ sein. Es enthält zwar auch „dogmatische Komponenten“, durchaus auch Richtiges, Gutes, Echt-Vertiefendes. Aber es ist nun einmal eine unbestreitbare und unwiderlegbare Tatsache, dass es auch schwach bis total falsch Formuliertes, Missverständliches, ja mit der Vergangenheit Unvereinbares enthält! Es ist also nicht alles einfach „sakrosankt“, unantastbar, unhinterfragbar, unwiderruflich!

Paul Otto Schenker

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Die Kreuzzüge – Fiktion und Wirklichkeit

Das märchenhafte Andalusien und was Oriana Fallaci dazu meint

Andalusien… das legendäre „Al-Andalus“ … seit Jahrhunderten Brücke zwischen Abendland und Orient … das goldene Zeitalter Spaniens im südandalusischen Granada …maurischen Juwel … die 700jährige Blütezeit … Glanz einer eigenständigen arabischen Kultur … den großen literarischen und wissenschaftlichen Leistungen … auch ihr enormes Wissen mit .. das Land zur Blüte brachte … die Wissenschaften konnten unter dem Islam aufblühen … Wer die verdrehten Elogen des ZDF und seiner euroiranischen bw. euroarabischen Apologeten und Aufraggeber genießen will, muss sich unbedingt den 2. Teil der schwer verdaulichen Seifenoper “Märchenland Teil 2″ anschauen. Andalusien, ein Beispiel für die Toleranz der islamischen Mauren und eine funktionierende multi-kulturelle Gesellschaft. Eine Modell für die europäischen Zukunft! Das ist allerdings eine Sichtweise, die kein ernsthafter Historiker oder Wissenschaftler mehr teilt. Denn anhand der Fakten, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Das scheint sich nur noch nicht bis in die Führungsetage des ZDF herumgesprochen zu haben!

Oriana Fallaci sieht das alles etwas anders:

… Denn die einzige Kunst, in der sich die Söhne Allahs stets hervorgetan haben, ist die Kunst zu besetzen, zu erobern, zu unterjochen. Die begehrteste Beute war immer Europa, die christliche Welt …

Im Jahr 635 n. Chr., das heißt drei Jahre nach Mohammeds Tod, besetzten die Heere des Halbmonds das christliche Syrien und das christliche Palästina. Im Jahr 638 nahmen sie Jerusalem und das Heilige Grab. Im Jahr 640, nach der Eroberung von Persien, Armenien und Mesopotamien, also dem heutigen Irak, marschierten sie im christlichen Ägypten ein und überrannten den christlichen Maghreb, das heißt Tunesien, Algerien und Marokko.

Im Jahr 668 griffen sie zum ersten Mal Konstantinopel an und belagerten die Stadt fünf Jahre lang. Im Jahr 711 überquerten sie die Straße von Gibraltar und gingen auf der erzkatholischen Iberischen Halbinsel an Land, eigneten sich Portugal und Spanien an, wo sie trotz eines Pelayo und eines Cid Campeador und der zahlreichen, in der Reconquista engagierten Herrscher rund acht Jahrhunderte blieben.

Und wer an den Mythos des »friedlichen Zusammenlebens« glaubt, das nach Meinung der Kollaborateure die Beziehungen zwischen Eroberten und Eroberern prägte, täte gut daran, die Geschichten über verbrannte Konvente und Klöster nachzulesen, über geschändete Kirchen, vergewaltigte Nonnen, christliche oder jüdische Frauen, die entführt wurden und in die Harems gesperrt wurden. Er täte gut daran, über die Kreuzigungen von Cordoba nachzudenken, über die Gehenkten von Granada, über die Enthauptungen in Toledo und Barcelona, Sevilla und Zamora. (Die in Sevilla befahl Mutamid, der König, der mit den abgeschlagenen Köpfen die Gärten seines Palasts schmückte. Die in Zamora befahl Almanzor: der Wesir, der »Mäzen der Philosophen« genannt wurde, der »größte Herrscher, den das Islamische Spanien je hervorgebracht hat«.)

Herrgott! Wenn man den Namen Jesu oder der Muttergottes aussprach, wurde man sofort hingerichtet. Gekreuzigt, wie gesagt, oder enthauptet oder gehenkt. Und manchmal gepfählt. Wenn man die Glocken läutete, ebenso. Wenn man sich grün kleidete, in der Farbe des Islam, idem. Und kam ein Muslim vorüber, mussten die »ungläubigen Hunde« beiseite treten, sich verneigen. Wenn der Muslim sie angriff oder beschimpfte, durften sie sich nicht wehren. Und weißt du, warum die »ungläubigen Hunde« nicht gezwungen wurden, zum Islam überzutreten? Weil Konvertiten keine Steuern zahlten. Die »ungläubigen Hunde« dagegen schon.

Von Spanien gelangten sie 721 ins nicht weniger katholische Frankreich. Unter der Führung von Abd al-Rahman, dem Gouverneur von Andalusien, überquerten sie die Pyrenäen und eroberten Narbonne. Dort metzelten sie die gesamte männliche Bevölkerung nieder, machten alle Frauen und Kinder zu Sklaven und zogen dann weiter nach Carcassonne. Von Carcassonne rückten sie nach Nimes vor, wo sie unter Mönchen und Patres ein Blutbad anrichteten. Von Nimes zogen sie nach Lyon und Dijon, wo sie jede einzelne Kirche plünderten, und weißt du, wie lang ihr Feldzug in Frankreich dauerte? Elf Jahre. Sie kamen in Wellen. Im Jahr 731 erreichte eine Welle von dreihundertachtzigtausend Fußsoldaten und sechzehntausend Reitern Bordeaux, das sich sofort ergab. Von Bordeaux schwappte sie nach Poitiers, dann nach Tours, und hätte Karl Martell nicht 732 die Schlacht von Tour und Poitiers gewonnen, würden heute auch die Franzosen Flamenco tanzen.

Im Jahr 827 landeten sie auf Sizilien, einem weiteren Ziel ihrer Begierde. Wie gewöhnlich mordend und brandschatzend eroberten sie Syrakus und Taormina, Messina und dann Palermo, und innerhalb eines dreiviertel Jahrhunderts (so lange brauchten sie, um den stolzen Widerstand der Sizilianer zu brechen) islamisierten sie die Insel. Sie blieben mehr als zweieinhalb Jahrhunderte, nämlich bis sie von den Normannen vertrieben wurden, doch 836 landeten sie in Brindisi, 840 in Bari. Und islamisierten auch Apulien. 841 landeten sie in Ancona.

Dann kehrten sie von der Adria ins Thyrrenische Meer zurück und landeten im Sommer 846 in Ostia. Sie plünderten es, zündeten es an und gelangten die Tibermündung hinauf nach Rom. Sie belagerten die Stadt und drangen eines Nachts in sie ein. Sie raubten die Basiliken des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus aus, plünderten, was es zu plündern gab. Um sie loszuwerden, musste Papst Sergius II. sich verpflichten, ihnen einen jährlichen Tribut von 25 000 Silbermünzen zu zahlen. Um weiteren Angriffen vorzubeugen, musste sein Nachfolger Leo IV. die Leoninischen Mauern errichten.

Nachdem sie von Rom abgelassen hatten, ließen sie sich jedoch in Kampanien nieder. Dort blieben sie siebzig Jahre lang, zerstörten Montecassino und quälten Salerno. In dieser Stadt belustigten sie sich eine Zeit lang damit, jede Nacht die Jungfräulichkeit einer Nonne zu opfern. Weißt du, wo? Auf dem Altar der Kathedrale.

Im Jahr 898 dagegen landeten sie in der Provence. Im heutigen Saint Tropez, um genau zu sein. Dort ließen sie sich nieder und überquerten 911 die Alpen, um im Piemont einzumarschieren. Sie besetzten Turin und Casale, zündeten Kirchen und Bibliotheken an, ermordeten Tausende von Christen, dann zogen sie weiter in die Schweiz. Sie erreichten das Bündner Tal und den Genfer See, dann kehrten sie, vom Schnee entmutigt, um. Sie zogen sich zurück in die warme Provence, besetzten 940 Toulon und …

Heute ist es Mode, sich wegen der Kreuzzüge an die Brust zu schlagen, den Westen für die Kreuzzüge zu tadeln, in den Kreuzzügen eine Ungerechtigkeit zu sehen, zum Schaden der armen, unschuldigen Muslime. Doch verfolgten die Kreuzzüge nicht nur die Absicht, wieder in den Besitz des Heiligen Grabes zu gelangen, sondern waren vor allem die Antwort auf vierhundert Jahre Invasion, Besatzung, Gewalt und Gemetzel. Eine Gegenoffensive, die die islamischen Expansionsbestrebungen in Europa aufhalten sollte. Und sie (mors tua vita mea – dein Tod mein Leben) nach Osten umleiten. Richtung Indien, Indonesien, China, Afrika sowie nach Russland und Sibirien, wo die zum Islam übergetretenen Tataren schon den Koran verbreiteten. Nach den Kreuzzügen begannen die Söhne Allahs in der Tat, uns genauso zu misshandeln wie vorher und schlimmer als vorher. Diesmal in Gestalt der Türken, die sich anschickten, das Osmanische Reich zu gründen. Ein Reich, das bis 1700 seine ganze Gier und Gefräßigkeit auf den Westen konzentrieren und Europa in sein bevorzugtes Schlachtfeld verwandeln sollte…

(Oriana Fallaci – Die Kraft der Vernunft – Berlin 2004)

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Kritik an Salvini

Der Jesuitenpater Antonio Spadaro, Herausgeber von La Civiltà Cattolica und enger Vertrauter von Papst Franziskus, gehörte zu den katholischen Persönlichkeiten, die Salvinis Verwendung des Rosenkranzes bei der Kundgebung missbilligten.

Spadaro veröffentlichte mehrere kritische Tweets und verbreitete die Kritik auch auf Facebook. Christen sollten empört sein .

Letztes Jahr lehnte Spadaro ein italienisches Gesetz ab, das die Platzierung von Kruzifixen in allen öffentlichen Gebäuden vorsieht, und beschuldigte die Partei der Salvini-Lega auf Twitter, das Kruzifix als eine „blasphemische“ Aktionsfigur verwenden zu wollen.

Auch der vatikanische Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin hat am Sonntag einen offensichtlichen Vorwurf gegen Salvini ausgesprochen.

„Ich glaube, die Parteipolitik spaltet, aber Gott gehört allen“, sagte Parolin den Reportern in der Lateranbasilika. „Gott für sich selbst anzurufen ist immer sehr gefährlich.“

Kardinal Angelo Bagnasco, Präsident der Europäischen Bischofskonferenz, prangerte Salvini laut The Tablet auch der italienischen Zeitung La Stampa an und sagte, bestimmte Gruppen könnten sich christliche Werte nicht aneignen und „Akzeptanz und Integration seien wesentliche Werte des Evangeliums“ und hätten „keine Farbe.“

Bischof Domenico Mogavero von Mazara del Vallo, einem Hafen im Westen Siziliens, Vorsitzender des Justizausschusses der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), sagte, Salvini könne sich laut ANSA news service nicht mehr als Christ bezeichnen.

„Wir können nicht länger schweigen, wenn wir mit einem immer arroganteren Minister prahlen“, sagte Mogavero.

„Wir können nicht länger zulassen, dass (Menschen) sich die heiligen Zeichen unseres Glaubens aneignen, um ihre unmenschlichen, antigeschichtlichen Ansichten zu verbreiten, die der Botschaft des Evangeliums diametral entgegengesetzt sind“, sagte er. „Diejenigen, die bei ihm sind, können sich nicht als Christ bezeichnen, weil sie das Gebot der Liebe missachtet haben.“

Die italienische katholische Wochenzeitung Famiglia Cristiana bezeichnete Salvinis Küssen des Rosenkranzes und seine Reaktion auf den Papst als Beispiel für „fetischistische Souveränität“.

Enzo Bianchi, Laiengründer der ökumenischen Mönchsgemeinschaft Bose und einflussreiche Persönlichkeit der italienischen Kirche, sagte, er sei von Salvinis Handlungen „zutiefst verstört“.

„Wie ist es möglich, dass ein Politiker heute bei einer Wahlkundgebung den Rosenkranz küssen, die Schutzheiligen Europas anrufen und Italien dem makellosen Herzen Mariens anvertrauen kann, um den Sieg seiner Partei zu erringen?“, twitterte Bianchi. „Katholiken, wenn Ihr das Christentum liebt, schweiget nicht. Protestiert!“

Eindeutige Antwort

Gleichzeitig bot C. C. Pecknold, Kolumnist und außerordentlicher Professor für Theologie an der Katholischen Universität von Amerika, eine begründete Analyse an und wies unter anderem darauf hin, dass Salvini die Aussagen des guineischen Kardinals Robert Sarah zur Einwanderung aufgreift.

Sarah, Präfektin der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentendisziplin, hat das Recht einer Nation, zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten zu unterscheiden, bekräftigt und die globalistischen Bemühungen zur Entchristlichung des Westens durch Massenmigration anerkanntEr kritisierte auch die Idee, dass soziale Gerechtigkeitsthemen wie die Einwanderung den primären Zweck der Kirche, Seelen zu retten, verdrängen oder mit diesem in Einklang stehen.

Pecknold bemerkte auch, dass Salvini in seiner Rede Sarah zusammen mit G.K. Chesterton, Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. zitierte.

„Wir brauchen ganze Nationen, die Unserer Lieben Frau geweiht sind“

Pecknold räumte ein, dass Spadaros Politik anders sei als die von Salvini, und war dennoch verblüfft über Spadaros Kommentar, dass Rosenkränze in der Politik Christen verärgern sollten.

„Die Kirche hat keine politischen Vorbilder, die sie empfehlen oder verteidigen könnte“, schrieb Pecknold . „Die Kirche lehrt Vorschriften, die die Standards für jede Ordnung erhöhen. Salvini scheint diese Prinzipien zu kennen, und das sollte von der Kirche gelobt werden, unabhängig von politischen Meinungsverschiedenheiten. “

„In der Politik ist nichts falsch mit Rosenkränzen“, sagte er. „Wir brauchen ganze Nationen, die Unserer Lieben Frau geweiht sind.“

Während Salvini zu den elf führenden Vertretern Europas gehörte, die am Samstag an der Kundgebung teilnahmen, berichtete die Associated Press, dass die meisten Zehntausende von Anhängern, die den Platz vor dem Mailänder Dom füllten, für den italienischen Innenminister da waren und die Flaggen der Liga den Platz füllten unter einem „Splitter“ von Nationalflaggen aus anderen Ländern.

Pecknold hatte auch geschrieben, dass am Ende der Wahlkampfkundgebung, als Salvini sich und sein Land dem Unbefleckten Herzen Mariens empfahl, „die Mailänder Menge mit Beatle-Mania-ähnlicher Kraft jubelte“.

Salvini erwähnte Papst Franziskus während der Mailänder Kundgebung am Samstag und beantwortete Franziskus ‚Äußerungen an eine Gruppe von Journalisten am selben Tag im Vatikan, um nicht zu vergessen, dass das Mittelmeer aufgrund von Ertrinken von Migranten in einen Friedhof verwandelt worden war.

„Zu seiner Heiligkeit, Papst Franziskus“, sagte Salvini, „ich sage, dass die Politik dieser Regierung die Toten im Mittelmeer mit Stolz und christlicher Nächstenliebe verhindert.“

Die Menge raunte sofort bei der Kundgebung, als sie den Namen des Papstes hörte, teilte der Tablet- Bericht mit.

Mehrere italienische Veröffentlichungen berichteten in den letzten Monaten auf der Grundlage von Informationen aus anonymen Quellen, dass sich Papst Franziskus weigert, sich mit Salvini zu treffen, weil Salvini entschieden gegen die illegale Einwanderung vorgeht. Franziskus hat sich wiederholt mit Anhängern von Abtreibungen und anderen Problemen getroffen, die im Widerspruch zur Lehre der Kirche standen .

In jüngerer Zeit sagte auch der päpstliche Allmosenverwalter Kardinal Konrad Krajewski, ein enger Berater von Franziskus, dass der Vatikan Salvini aus dem gleichen Grund einen päpstlichen Segen verweigern würde wie einem Abtreibungsversorger und venezolanischen Diktatoren.

Die Einwanderungspolitik ist eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit, über die sich die Katholiken hinsichtlich der Einzelheiten ihres Umgangs nicht einig sein können. Abtreibung ist jedoch eine Todsünde und gemäß der Lehre der Kirche nicht verhandelbar.

Franziskus: Die Rechte von Migranten sollten den nationalen Sicherheitsbedenken übergeordnet sein.

Franziskus signalisiert immer wieder Unterstützung für eine offene Einwanderung und verurteilt Versuche, die Flut der muslimischen Einwanderung nach Europa einzudämmen, auch auf Kosten der nationalen Sicherheit.

Seit 2015 ist Europa einer großen Zuwanderung auf Krisenebene ausgesetzt, hauptsächlich aus Ländern mit muslimischer Mehrheit im Nahen Osten und in Afrika.

Viele Migranten riskieren und verlieren ihr Leben, während sie versuchen, sich zu bewegen, und es gibt heftige Meinungsverschiedenheiten über den Flüchtlingsstatus, die nationale Souveränität und Sicherheitsbedenken, Terrorismus und Kriminalität sowie die Last der Finanzierung der sozialen Unterstützung für Migranten und Flüchtlinge.

Ein mitschuldiges Medienunternehmen hat während der Krise in den meisten Bereichen die Nachteile der Öffnung der Grenzen immer wieder heruntergespielt.

Der Papst hat Mauern im Zusammenhang mit nationalen Grenzen mehr als einmal verurteilt – ein verschleierter Hinweis auf den US-Präsidenten Donald Trump für die nationale Sicherheitspolitik von Trump gegenüber den USA. Auf der gleichen angeblichen Grundlage sagte Francis im Jahr 2016 sogar, dass „Mauern anstatt „Brücken bauen“ „nicht christlich ist.“ Dann sagte er letzten Monat erneut : „Wer eine Mauer baut, wird zum Gefangenen der Mauer, die er gebaut hat.“

Eine „Pflicht im Rahmen des Möglichen“

Salvini sagte am Montag, dass er den Papst gerne treffen würde, und zitierte den Katechismus, um zu sagen, dass die möglichen Grenzen für die Aufnahme von Einwanderern überschritten worden seien.

„Ich möchte vom Papst empfangen werden, aber ich habe nie darum gebeten“, sagte Salvini. „Er ist einer der anregendsten und faszinierendsten Menschen – ich konnte nur von ihm lernen.“

„Wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich mehr als bereit, ihn zu treffen“, fügte Salvini laut ANSA hinzu. Salvini sagte, die Aufnahme von Migranten sei „eine Pflicht innerhalb der Grenzen des Möglichen“, nach dem Katechismus der katholischen Kirche (und) dass das Mögliche übertroffen sei. „

Am Montag vor einem ANSA-Forum stellte Salvini die Idee in Frage, dass die Berufung auf die Gottesmutter beleidigend sei.

„Ich höre, ich werde als unmenschlich bezeichnet, weil ich mit einem Kruzifix in der Tasche herumgehe“, sagte er . „Darf ich um Marias Hilfe bitten, oder wird jemand beleidigt sein?“

Salvini gab zu, ein Sünder zu sein, und sagte, es hindere ihn nicht daran, einen Rosenkranz bei sich zu behalten, berichtet der internationale deutsche Sender Deutsche Welle in Qantara.de.

„Ich bin der letzte unter den guten Christen“, sagte Salvini, „aber ich bin stolz darauf, immer einen Rosenkranz in der Tasche zu haben.“

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Quelle

Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

EUROPA STEHT AM SCHEIDEWEG

Europa steht am Scheideweg: Wird es sich unter Politikern wie Merkel und Macron weiterhin in rasantem Tempo in Eurabia verwandeln? Oder wird es sich auf die Grundlagen des jüdisch-christlichen Abendlandes zurückbesinnen und diese wehrhaft verteidigen?

Tertium non datur! Einen dritten Weg kann es nicht geben – weshalb überzeugte Christen in Deutschland am kommenden Sonntag reinen Gewissens eigentlich nur die AfD wählen können.

Ein Videokommentar von Dr. David Berger aus dem niederrheinischen Marienpilgerort Kevelaer

„Die Kirche kann sich nicht neu erfinden“: Voderholzer warnt vor „reißerischen“ Aussagen

REGENSBURG , 28 January, 2019 / 8:02 AM (CNA Deutsch).

Bischof Rudolf Voderholzer hat Forderungen zurückgewiesen, die Kirche solle sich angesichts der Missbrauchs- und Vertuschungskrise „neu erfinden“. Voderholzer warnt vor reisserischen Aussagen über „eine Zeitenwende“ der Kirche und einem Generalverdacht gegen Priester.

„Nein. Die Kirche muss sich nicht neu erfinden. Die Kirche kann sich nicht neu erfinden. Schon die alte Kirche hat sich nicht neu erfunden. Die Kirche ist keine Erfindung der Menschen“, so der Bischof von Regensburg am gestrigen Sonntagnachmittag.

Der bayerische Oberhirte predigte bei einer Pontifikalvesper anlässlich der Weihe zum Bischof vor sechs Jahren im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg.

„Kirche ist keine Erfindung der Menschen“

Voderholzer war am 26. Januar 2013 im Regensburger Dom zum Bischof geweiht worden. Er erinnerte daran, dass Hauptkonsekrator Kardinal Reinhard Marx damals erst dann die Weihehandlung komplett vollzogen habe, nachdem Voderholzer versprochen hatte, als Bischof das Evangelium unverfälscht weiterzugeben.

In seiner Predigt am Sonntagnachmittag nun wies Bischof Voderholzer genau in diesem Sinne die öffentlich vorgetragene Aufforderung zurück, die Kirche solle sich angesichts der Erschütterungen in jüngster Zeit „neu erfinden“:

„Nein. Die Kirche muss sich nicht neu erfinden. Die Kirche kann sich nicht neu erfinden. Schon die alte Kirche hat sich nicht neu erfunden. Die Kirche ist keine Erfindung der Menschen“, stellte der Regensburger Bischof fest. Die Kirche sei ein Projekt Gottes wegen der Sündhaftigkeit und trotz der Sündhaftigkeit der Menschen. Gott selbst findet und beruft den Menschen, nicht der Mensch Gott.

„Es gibt nur eine Zeitenwende“

Statt Kirche neu erfinden zu wollen, gehe es jetzt vielmehr darum, neue Wege der Verkündigung, der Pastoral und der Nächstenliebe zu finden.

Die Vorstellung, die Kirche müsse sich neu erfinden, sei reißerisch. Die Rede, die Kirche befinde sich in einer Zeitenwende, sei gefährlich. Gemäß der christlichen Glaubenssauffassung gibt es nur eine Zeitenwende: die Zeitenwende, die Jesus Christus heraufgeführt hat. Bischof Voderholzer warnte davor, den apostolischen Ursprung der Kirche zu verdunkeln. Die Kirche auf den Aspekt ihrer Organisation zu verkürzen führe über kurz oder lang zur Spaltung. Ob man sich in einer Epochenwende befindet, könne immer erst in der Rückschau festgestellt werden. So sei der heilige Franziskus alleine angetreten, um treu dem Evangelium zu leben. Dem heiligen Ignatius sei es darum gegangen, alles zur größeren Ehre Gottes zu tun. Die Konsequenzen davon seien allerdings epochal gewesen.

Absage an Generalverdacht gegen Klerus

Mit Blick auf eine Veröffentlichung dieser Tage sagte der Bischof: „Es kann nicht angehen, dass der ganze Klerus unter Generalverdacht gestellt wird.“ Auch sprach sich Bischof Voderholzer vehement gegen die Aussage aus, dass das Problem „hausgemacht“ sei. Das sei eine doppelte Unterstellung. Außerdem stehe dies in einem offensichtlichen Widerspruch zu den gültigen Rechtsgrundsätzen. Denn es gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils. Die pauschale Verdächtigung sei Ausdruck dafür, dass der Missbrauch dazu instrumentalisiert werde, um eine andere Kirche zu konstruieren.

„Bin auf Mitarbeiter angewiesen“

Bischof Voderholzer erklärte sich als „absolut angewiesen auf das Mitdenken und Mitfühlen“ der Menschen in der Diözese. Allein in einer Woche oder auch nur an einem einzigen Tag erlebe der Bischof seine Ohnmacht und gleichzeitig das Angewiesensein auf seine „wunderbaren Mitarbeiter“. „Ich komme immer wieder gerne zurück nach Regensburg, wenn ich weit außerhalb unterwegs war“, versicherte der Regensburger Bischof mehrmals.

Festakt und Dank

Im Beisein der Weihbischöfe Reinhard Pappenberger und  Josef Graf, des Domkapitels sowie von Vertretern der Stiftskapitel, zahlreicher Priester und Diakone sowie vieler gläubiger Menschen gestalteten die Regensburger Domspatzen den andächtigen und feierlichen Vespergottesdienst.

Im Anschluss fand ein Festakt statt, bei dem Bischof Voderholzer fünf Laienchristen mit der Wolfgangsmedaille ehrte. Auch erhielten sieben verdiente Pfarrer den Ehrentitel „Bischöflicher Geistlicher Rat“ verliehen. Generalvikar Michael Fuchs gratulierte Bischof Voderholzer im Namen der Anwesenden zu seiner Weihe sechs Jahre zuvor. Er drückte große Dankbarkeit für zahlreiche Initiativen aus und betonte: „Wir sind dankbar, dass Sie um das Woher und das Wohin der Kirche wissen“, erklärte der Generalvikar. Teile der Kirche in Deutschland vergäßen, wofür die vielen entwickelten Methoden und Instrumente da seien. Bischof Voderholzer aber lebe die prägende Kraft des Evangeliums. Dies verdeutlichte Generalvikar Fuchs mit Hinweis auf die jüngsten Aussagen des Regensburger Bischofs zum Thema des christlichen Abendlandes.

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Quelle

Das christliche Abendland – über ein Leid und eine Liebe

25 Januar 2019, 12:00

100 Punkte auf der Political Correctness-Skala, und doch völlig daneben, wenn Kardinal Marx meint, vom Begriff „christliches Abendland“ halte er nicht viel – BeneDicta am Freitag von @Gudrun Trausmuth

Linz (kath.net)
Getroffen! 100 Punkte auf der Political Correctness-Skala, und doch völlig daneben, wenn Kardinal Marx meint, vom Begriff „christliches Abendland“ halte er nicht viel, weil das Dictum vor allem ausgrenzend sei (http://www.kath.net/news/66535). – Eigentlich ja nur konsequent nach einer Reihe anderer verstörender Signale von dieser Seite, wie etwa die unverständliche Maßregelung von Politikern, die sich für das Kreuz im öffentlichen Raum einsetzen (http://www.kath.net/news/63821).

Die Irritation hat niemand klarer benannt als der ehemalige österreichische Nuntius Peter Stephan Zurbriggen: „Diese religiöse Correctness geht mir langsam auf den Nerv.“, meinte er, und mit klarer Adresse an Marx: „Wenn die ins Heilige Land pilgern und sich schämen, das Kreuz zu tragen, aus irgendwelchen Gründen, dann beschämt mich das auch.“
Wer immer das gefühlt Mainstream-Konforme unterstützt, schafft konsequent Substanz ab und leistet einen intensiven Beitrag zum sprichwörtlich gewordenen „Verlust der Mitte“ – plötzlich ist da nichts mehr, der Kreuzungspunkt aufgelöst, Legitimation und Sinn abgeschafft. Demontage und Dekonstruktion als große Bewegungen postmoderner Ratlosigkeit?
Substanzverlust und Entkernung durch Weichzeichnung ehemals deutlicher Linien ist das Erste; dass dann – wie im Falle des „christlichen Abendlandes“ – auch die begriffliche Fassung angegriffen wird, ist nicht weiter verwunderlich. Linien werden bestritten, Klarheit wird weichgespült, Kontur als störend weggewischt. Grenzen sind böse – sogar jene, die durch eine sprachliche Form suggeriert werden könnten wie durch das „christliche Abendland“. Die notwendige Scheidung des Einen vom Anderen, welche den Wesenskern des Begriffs ausmacht, wird nicht als rettend, sinnstiftend und klärend wahrgenommen, sondern als offensiv, ja, als aggressiv – eben „ausgrenzend“.

Und plötzlich stehen wir am Abgrund. Wenn der „Ort“ nicht mehr seinen Platz im „Wort“ behaupten darf, beginnt ein geistiger Erdrutsch ungeheuren Ausmaßes. Das Haltgebende des Begriffs kann man nicht hoch genug einschätzen; genauso wenig wie die Gefahr, wenn wir beginnen, die Semantik der Begriffe aufzuschnüren und mit neuen Inhalten zu füllen, was aktuell etwa mit Termini wie „Ehe“ und „Familie“ geschieht. Wenn wir andererseits einen Begriff verbieten, etwa nicht mehr von „Vaterland“, „Heimat“ oder vom „christlichen Abendland“ sprechen dürfen, zementiert dies ein neues Tabu, denn wir Hochaufgeklärten und, ach so Meinungsfreiheitsliebenden, leben in Wahrheit ja auf Minenfeldern: Bürstest Du gewisse Themen gegen den verordneten Strich – Explosion!!! Man denke zum Beispiel an die Geschehnisse um Martin Leidenfrost und seine Kolumne „Der letzte Kreuzritter“: Eine zugespitzte Kritik an der „Regenbogenparade“ und eine Werbung für den „Marsch fürs Leben“ brachten das Fass zum Überlaufen – und den betreffenden Journalisten durch Abstellen seiner Kolumne zum Schweigen. So einfach ist das, so wenig Vielfalt hält das Spektrum der veröffentlichten Meinung aus!
Im konkreten Fall des „christlichen Abendlandes“, radiert die Political Correctness auch einen identitätsstiftenden Begriff aus.

Und doch: Wir brauchen Identität mehr als je zuvor. In unserer flauschigen Toleranz- und Diversitätsblase gefangen, paralysieren uns unter anderem die Herausforderungen der Zuwanderung, die in Bezug auf ihre religiös-politische Identität starke, ja offensive Menschen zu uns bringt. Während wir streiten, was an verpflichtenden Integrationsmaßnahmen überhaupt zumutbar ist, gibt es bei vielen Zuziehenden ein erstaunliches Standing hinsichtlich der Motivation, von der westlichen Gesellschaft zwar profitieren zu wollen, aber oft ohne Bereitschaft, tatsächlich ein Teil dieser Gesellschaft zu werden. Die vielstrapazierte Willkommenskultur klappt nur, wenn die Kommenden ihrerseits tatsächlich „ankommen“ wollen und dies nicht nur physisch. Doch wenn das nicht der Fall ist und es uns andererseits peinlich ist, das christliche Abendland als unseren Ursprung und Bezugspunkt zu vertreten, zu bebauen und zu pflegen, dann ist „Die Unterwerfung“ nicht nur ein lesenswerter Roman von Michel Houellebecq, sondern ein sehr realistisches Szenario … Je weniger nämlich an Selbststand da ist, desto leichter erliegt man dem Geformten und Geprägten, das mit Machtanspruch auftritt. Was Identität aus dem Glauben betrifft, so könnten übrigens die bei uns schutzsuchenden, zugewanderten Christen ein Vorbild sein, und daran erinnern, dass es existenznotwenig sein wird, das „christliche Abendland“ – heute so schmählich auf einen gleichsam unlauteren Kampfbegriff reduziert – in seiner Tiefe wieder lebendig werden zu lassen.

Dazu bedarf es einer Metanoia, einer Umkehr, die das Geheimnis des Kreuzes neu als Deutungsschlüssel unsers Lebens und Seins einsetzt. Ein Weg, ein Wollen, eine Hingabe, ein persönliches Antworten auf die durch die Menschheitsgeschichte hallende Frage Gottes: „Liebst du mich?“ Am Grund aller Ableitungen, die im Laufe der Zeit in den Begriff des christlichen Abendlandes hineingedeutet wurden, liegt ja eine unfassbare Begegnung mit Jemanden: dem menschgewordenen Gottessohn. – Mit einer radikalen Umkehrung des Verhältnisses Gott und Mensch, jener unbegreiflichen Liebe Gottes zu uns Sündern, die Ihn doch immer wieder verraten, verleugnen, kreuzigen. – Mit einer Liebe, die bereit ist, für uns durch den Tod zu gehen, um uns die Ewigkeit zu schenken. Das christliche Abendland ist der Raum der göttlichen Sehnsucht nach einer liebenden Antwort des Menschen: Ein jüdisches Mädchen, das „fiat“ sagte, bereit war, das größte Drama des Universums mitzuschreiben und ein Kind gebar, den Sohn des Höchsten, Jesus Christus.

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