AD TE BEATE IOSEPH, in tribulatione nostra confugimus

Go-to-Joseph

Quicumque sanus vivere, cursumque vitae claudere in fine laetus expetit, opem Josephi postulet.

Wer gesund am Geiste leben und mit einem sel’gen Tode seinen Lauf beschließen will, rufe Josephs Hilfe an.

Hic sponsus almae Virginis, Paterque Jesu creditus, justus, fidelis, integer, quod poscit, orans impetrat. (Quicumque sanus etc.)

Er, der Jungfrau Bräutigam, den man Jesu Vater glaubte, der Gerechte, Treue, Keusche, bittet nie bei Gott vergebens. (Wer gesund am Geiste etc.)

Foeno jacentem Parvulum adorat, et post exulem solatur; inde perditum quaerit dolens, et invenit. (Quicumque sanus etc.)

Er verehrt im Stall den Heiland, tröstet ihn im fremden Land, sucht ihn, als er ihn verloren, findet ihn mit Freuden wieder. (Wer gesund am Geiste etc.)

Mundi supremus Artifex ejus labore pascitur, summi Parentis Filius obedit illi subditus. (Quicumque sanus etc.)

Der die ganze Welt erschaffen, ward durch seine Müh‘ ernährt, und der Sohn des Allerhöchsten ist ihm willig untertan. (Wer gesund am Geiste etc.)

Adesse morti proximus cum matre Jesum conspicit, et inter ipsos jubilans dolci sopore solvitur. (Quicumque sanus etc.)

Jesus und Maria stehen ihm im Tode tröstend bei, er entschläft in ihrer Mitte sanft und süßen Trostes voll. (Wer gesund am Geiste etc.)

Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto. (Quicumque sanus etc.)

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. (Wer gesund am Geiste etc.)

Antiphon. Ecce fidelis servus et prudens, quem constituit Dominus super familiam suam.
V. Ora pro nobis, beate Joseph,
R. Ut digni efficiamur promissionibus Christi.

Antiphon: Siehe da, der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Familie gesetzt hat.
V. Bitte für uns, o seliger Joseph,
R. Auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Oremus. Deus, qui ineffabili providentia beatum Joseph sanctissimae Genitricis tuae sponsum eligere dignatus es; praesta quaesumus, ut quem protectorem veneramur in terris, interecessorem habere mereamur in coelis. Qui vivis et regnas etc.

Lasset uns beten. O Gott, der du in deiner unaussprechlichen Vorsehung den seligen Joseph zum Bräutigam deiner heiligsten Gebärerin zu erwählen dich gewürdigt hast; veleihe uns, wir bitten dich, dass wir Denjenigen, welchen wir als unseren Beschützer auf Erden verhren, zu unserm Fürsprecheri m Himmel zu haben verdienen. Der du lebst und regierst etc.

Ablass (Raccolata S. 279): Papst Pius VII. verlieh durch Rescript vom 6. September 1804 einen Ablass von einem Jahr allen Gläubigen, so oft sie andächtig und mit reumütigem Herzen das vorstehende Responsorium nebst Antiphon, Vesikel. etc. beten.

GEBETE ZUM HEILIGEN JOSEPH

Der Karmel St. Josef von Brilon-Wald und die FSSPX – [1. Teil]

Der Heilige Joseph mit dem Jesuskind

Sankt Josef mit dem Jesuskind
(Brooklyn-Museum)

Eine kurze Darstellung der Ereignisse in diesem Frühjahr 2013

Der Karmel St. Josef in Brilon-Wald hat existiert seit dem 2. Februar 1984. Er wurde gegründet vom Karmel in Quiévrain aus, der seinerseits gegründet wurde von der leiblichen Schwester des Erzbischofs Marcel Lefebvre. Im Moment besteht der Karmel [in Brilon-Wald] aus sechs Profess-Schwestern und einer Novizin, die alle in Klausur leben.

Stellvertretende Amtsgewalt

Um geschützt zu sein vor dem Modernismus der „Konzils“-Kirche, der die Ordensleute und das Ordensleben zerstört, vertraute sich der Karmel in Brilon-Wald wie auch das Mutter-Kloster für ihre geistliche Betreuung Erzbischof Lefebvre und seiner Priesterbruderschaft Sankt Pius X. an. Erzbischof Lefebvre übte eine stellvertretende Autorität über dieses und andere Klöster aus, wobei er mehr ein „Vater, Berater und Freund war als eine gesetzliche Autorität“, um die Worte zu benützen, die der damalige Generalsuperior der Bruderschaft, Pater Franz Schmidberger, in einem Rundbrief an alle angeschlossenen religiösen Gemeinschaften am 28. Mai 1991 richtete.

Nach dem Tod von Erzbischof Lefebvre wurde diese stellvertretende Autorität anfänglich Mgr. Fellay verliehen und nach seiner Wahl als Generaloberer der Bruderschaft im Jahre 1994 Mgr. de Galarreta. Er übt dieses Amt im Geiste des Dienstes aus gemäß P. Schmidberger, nicht als ein Mitglied der Bruderschaft St. Pius X., sondern als ein Katholischer Bischof, und jede religiöse Gemeinschaft „war absolut frei, sich an ihn zu wenden oder nicht“. „Weder er noch die Bruderschaft haben auch nur die entfernteste Absicht, die anderen Gemeinschaften in irgendeiner Weise an sich zu reißen. Es ist auch wichtig in diesen Vorgängen stets eine außerordentliche und nicht eine ordentliche Jurisdiktion zu sehen, bis zu dem Tag, da die Dinge in der Kirche Gottes zur gottgegebenen Ordnung zurückkehren.“ Dies ist, was gesagt worden war im Brief des Generaloberen 1991.

Neue und seltsame Wege und eine notwendige Entscheidung

Seit dem Jahr 2000 schlug die Bruderschaft St. Pius X., geführt von ihrem Generaloberen Bischof Fellay, einen neuen Weg ein (was übrigens offen zugegeben wurde vom Ersten Assitenten P. Niklaus Pfluger bei einem Priestertreffen des deutschen Distrikts in Stuttgart im Septembber 2011), der mehr und mehr klar ausgerichtet war auf eine „kanonische Regularisierung“, ein „kanonisches Abkommen“ mit dem konziliaren Rom. Dies erfüllte die Karmelitinnen von Brilon-Wald mit Unruhe, da sie sich der Bruderschaft St. Pius X. anvertraut hatten, um gerade geschützt zu sein von diesem konziliaren Rom. Sollten sie nun ihnen ausgeliefert werden durch ihre eigenen Beschützer?

Die turbulenten Ereignisse besonders innerhalb der Bruderschaft selbst vom Herbst 2011 an halfen nicht, diese Besorgnisse zu beruhigen und sie zu beschwichtigen. Insbesondere blickte der Karmel auf den verantwortlichen Bischof de Galarreta. Er schien anfänglich jeden Grund zur Hoffnung zu geben, da er bereits klar gesprochen hatte in seinen „Überlegungen“ anlässlich des Treffens der Oberen der Bruderschaft in Albano am 7. Oktober 2011, und dann, am klarsten im gemeinsamen Brief mit Bischof Williamson und Tissier de Mallerais an den Generalrat der Bruderschaft im April 2012 gegen ein „kanonisches Abkommen“.

Nach dem Generalkapitel der SSPX im Sommer 2012 mit seinen erbärmlichen „sechs Bedingungen“ gegen eine „ehrenvolle Unterwerfung“; nach dem Ausschluss von Msgr. Williamson zuerst vom Generalkapitel und dann aus der Bruderschaft, ohne dass seine bischöflichen Brüder ihm zu Hilfe gekommen wären; insbesondere jedoch nach der Rede von Bischof de Galarreta in Villepreux im Oktober 2012, bei der er sich von einem Saulus zu einem Paulus bekehrte, d.h. von einem Gegner eines Abkommens zu ihrem Unterstützer; nach all diesen Ereignissen war nichts übriggeblieben von ihrer anfänglichen Hoffnung. Man konnte kein Vertrauen mehr haben, durch die Autoritäten der SSPX vor dem konziliaren Römischen Modernismus geschützt zu sein.

Endliche Klarheit kam durch das Lesen des Büchleins von P. Michel Lelong über die „GREC“ mit dem Titel „Für die notwendige Wiederversöhnung“, die offen darlegte, wie lange und mit welchen Methoden einige gearbeiten haben innerhalb der Bruderschaft für eine Einheit mit dem konziliaren Rom, das heißt, wie sehr die „SSPX“ bereits infiziert und unterminiert wurde und wie tief das Übel bereits verwurzelt war.

Im Winter 2012/13 kamen die Karmelitinnen von Brilon-Wald deshalb zum Schlusse, dass es erforderlich sei, die Verbindungen mit der SSPX zu beenden, um dem katholischen Glauben treu zu bleiben und nicht dem konziliaren Rom ausgeliefert zu sein. Als im März 2013 die Aussicht bestand eines Besuches von Bischof de Galarreta, da er zufällig in Deutschland war zu dieser Zeit, sagten sie ihm am 25. Februar ihren Entscheid, dass sie von seiner „stellvertretenden Autorität“ nicht mehr länger Gebrauch machen würden und dass deshalb sein Besuch nicht mehr nötig sei. Dieser Schritt kam nach intensivem Nachdenken, nach Betrachtung, Gebet und Beratung, wie es ihr volles Recht war, da gemäß dem Schreiben des Generaloberen von 1991 die religiösen Gemeinschaften total frei waren, Bischof Galarreta zu kontaktieren oder nicht.

Manöver, um eine Festung einzunehmen

Der vormalige Generalsuperior und gegenwärtige Distrikt-Obere von Deutschland, P. Franz Schmidberger, scheint seinen früheren Brief von 1991 vergessen zu haben. Denn am selben Tag, am 25. Februar, als er die Botschaft von Bischof de Galarreta kaum erhalten hatte und bevor er fähig war zu denken oder gar bedenken – denn er war, wie gewohnt, im Exerzitienhaus der Bruderschaft im Schwarzwald am Predigen von Exerzitien   – sandte er sofort einen Fax an den Spiritual der Karmelitinnen in Brilon-Wald, in dem er ihm befahl, das Kloster innert drei Tagen zu verlassen, bis 28. Februar um 22 Uhr (interessanterweise, zum genau gleichen Moment, da Benedikt XVI. abdankte) und seine Residenz vorerst im Distrikt-Hauptquartier in Stuttgard einzunehmen. Als Rechtfertigung erwähnte er, dass die Karmelitinnen sich trennen wollten wegen des „angeblichen Liberalismus“ in der SSPX und dass sie es sogar ablehnten, mit ihrem „kirchlichen Oberen“ zu sprechen (er meinte vermutlich Mgr. de Galarreta). Nun denn, die „stellvertretende Autorität“ ohne wirkliche Jurisdiktion verwandelt sich plötzlich in einen „kirchlichen Oberen“, obwohl der Erste Assistent der SSPX noch nicht so lange vorher in einem Interview mit der vollen Beipflichtung sowohl des Deutschen Distrikt-Oberen als auch des Generalhauses, beansprucht hatte, dass die „SSPX“ unter einer „kanonischen Irregularität“ leidet. Ein irregulärer Kleriker kann gewiss nicht „kirchlicher Oberer“ sein…

Da der Kaplan nicht einmal anwesend war in Brilon-Wald während der Zeit vom 25.-28. Februar, konnte er schon deshalb diesem Verlangen nicht stattgeben. Als er zurückkehrte, war die Situation bereits verändert. Erstens, einige wohlgesinnte Priester taten, was man vom Distrikt-Oberen erwartet haben würde, und überzeugten die Schwestern Karmelitinnen, eine Bedenkzeit zu nehmen vor einer endgültigen Trennung von der Bruderschaft und ein Gespräch mit Mgr. de Galarreta zu versuchen. So wurde ein Aufschub des Entscheids bis Ostern und ein Besuch des Bischofs vom 20. – 23. März vereinbart.

Zweitens, die externe Schwester verließ den Karmel am 28. Februar. (Eine externe Schwester ist ein Karmeliter-Nonne, die nicht in Klausur lebt und die externe Pflicht erfüllt wie z.B.: das Erledigen von Einkäufen). Die externe Schwester von Brilon-Wald hatte erst kürzlich ihre drei religiösen Gelübde im Karmel St. Josef abgelegt am Fest des Hl. Josef 2012. Sie wollte jedoch nichts wissen von den Geschehnissen in der SSPX und weigerte sich, Kenntnis zu nehmen von irgendwelchen Informationen. Deshalb war sie unter keinen Umständen bereit, dem Schritt ihrer Gemeinschaft zu folgen.

Ihre Mutter Superiorin bat sie, bis Ostern zu warten und anerbot ihr, dass sie, wenn sie nachher nicht einverstanden sein würde mit der Entscheidung, in einem anderen Karmelitinnen-Kloster untergebracht werden würde. Geeignete Schritte waren schon gemacht worden und ein Karmel wurde gefunden, der die Schwester in einem solchen Falle aufgenommen hätte. Die Externe jedoch wollte nicht warten und bestand darauf, das Kloster sofort zu verlassen. Zu diesem Zweck nahm sie Kontakt auf mit ihrem leiblichen Bruder, der als Priester im Distrikt-Hauptquartier in Stuttgart stationiert war und der sofort kam, um seine Schwester mit sich fortzunehmen.

Zwischen der Klausurtagung, die am 2. März endete und dem Priester-Treffen, das am 4. März begann, fand der Deutsche Distrikt-Obere Zeit, einen Brief an den Kaplan des Karmels zu schreiben, in welchem er ihn wiederum aufforderte, diesmal in Form eines „Befehls unter Gehorsam“, den Karmel bis 7. März zu verlassen und bis 22 Uhr im Distrikt Hauptquartier in Stuttgart zu sein. Dieser Brief wurde dem Kaplan am 5. März per „eingeschriebener Post“ zugestellt.

Die ehrwürdige Schwester Oberin wandte sich darauf persönlich an P. Schmidberger und bat ihn höflich, den Kaplan wenigstens bis Ostern im Kloster zu belassen, weil sie andernfalls, besonders nach der unrechtmäßigen Entfernung der externen Schwester, unfähig sein würde an die Reinheit seiner Absichten und folglich derer der SSPX  zu glauben. Die Antwort kam umgehend am 6. März: es ist das Recht des Distrikt-Oberen, die Priester nach seinem Willen zu versetzen; er trägt keine Verantwortung für das Entkommen der externen Schwester. Überdies war die Entfernung der Externen nötig wegen ihrer Nerven und zudem vermisst er sehr die Demut der übrigen Karmelitinnen von Brilon-Wald.

Wenn ein Dieb eine Stadt oder Festung einnehmen will, macht er sich die Mühe, zuerst den Nachschub zu unterbinden. Etwas Ähnliches geschah hier. Nach der Entfernung der externen Schwester, die für die Versorgung mit Mitteln des Lebensunterhaltes verantwortlich war, sollte jetzt der Kaplan beseitigt werden und somit die spirituelle Lebensgrundlage abgeschnitten werden. Der hochw. Pater Distrikt-Obere versuchte ganz offensichtlich, den Karmel in Brilon-Wald festzunehmen, ganz entgegen seiner Beteuerung von 1991 (eine andere Möglichkeit der Besitzergreifung war nicht gegeben, da das Eigentum des Karmels mit seinen Gebäuden, Klöstern, Kapelle und Spiritual-Haus im Besitze der Nonnen war). All seine Beteuerungen der Unschuld waren vergeblich. Denn das Recht, einen Priester zu versetzen schließt nicht das Recht ein, ein Kloster ohne spirituelle Nahrung zu belassen und in einem gewissen Sinne ein Interdikt [über es] zu verhängen trotz der Tatsache, dass es nicht irgend einer Straftat für schuldig befunden worden ist. Und die Entfernung einer Nonne von ihrem Kloster durch einen Priester, der unter seiner eigenen Autorität handelt und die Unterbringung dieser entwichenen Nonne in seinem eigenen Haus konnte unmöglich geschehen sein ohne sein Einverständnis, besonders da er dieses unrechtmäßige Vorgehen verteidigte.

Der unvermeidliche Bruch

Die Situation war klar für die Karmelitinnen. Sie informierten Mgr. de Galarreta, dass er sich nicht mehr bemühen solle. Unter solchen Umständen war eine Zusammenarbeit mit diesen Leuten undenkbar.  Es war auch klar für den Kaplan, dass er den Befehl des Distrikt-Oberen nicht befolgen konnte. Denn unsinnige und ungerechte Befehle sind nicht verpflichtend. Der Befehl war unsinnig, da es in der kurzen Zeit von weniger als drei Tagen unmöglich war für den Spiritual, all seine Sachen zu richten, seine Dinge zusammenzupacken und seinen Umzug zu organisieren. Der Befehl war ungerecht, da er offensichtlich darauf abzielte, die Karmelitinnen von Brilon-Wald ihrer Heiligen Messe und der Sakramente zu berauben.

In der Tat, der Distrikt-Obere versprach halbherzig in seiner „eingeschriebenen Post“, einen „Ersatz“ anzubieten für den Spiritual, jedoch am „vereinbarten Datum“, 7. März, war nichts zu sehen und zu hören von diesem „Ersatz“. Wenigstens bis Ostern sollte die geistliche Seelsorge für die Schwestern gesichert werden, und sogar darüber hinaus für eine vernünftige Dauer, um den Nonnen die Gelegenheit zu geben, selber einen neuen Kaplan zu finden. Da sich der Karmel keiner strafbaren Handlung schuldig gemacht hat, sondern nur Gebrauch machte von seinem eigenen Recht, bestand kein Grund für eine Bestrafung – besonders nicht im Hinblick auf die zahllosen Verdienste, welche das Kloster für den deutschen Distrikt in fast 30 Jahren erworben hatte.

Natürlich muss man gewärtigen, dass die SSPX jede Art von Beleidigungen und Verleumdungen verbreitet gegen den Karmel in Brilon-Wald und mindestens schlecht über ihn spricht, da sie ihn nicht bezwingen können. Zweitens, kann angenommen werden, dass der Kaplan von der SSPX ausgeschlossen werden wird wegen „Ungehorsams“. Doch man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. „In Deo laudabo verbum, in Domino laudabo sermonem: in Deo speravi, non timebo quid faciat mihi homo.“ (Ps. 55,11).

(Dies ist eine Roh-Übersetzung aus dem Englischen von Paul O. Schenker in Eile, infolge Abreise für 1 Woche nach Rom!)

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Dazu aus dem FSSPX-Mitteilungsblatt – April 2013
P. Schmidberger: Betreffend den Karmel von Brilon Wald

An dieser Stelle muss ich Ihnen eine sehr schmerzliche Mitteilung machen: Die Karmelitinnen von Brilon Wald, in die Irre geführt durch ihren Spiritual, haben die Freundschaft mit uns aufgekündigt. Dieses Kloster wurde am 2. Februar 1984 unter dem Patronat des heiligen Josef gegründet und zählte zuletzt noch acht Nonnen. Ende Februar teilten sie Mgr. de Galarreta, der sich der mit uns verbundenen Ordensgemeinschaften annimmt, mit, sie würden sich wegen des Liberalismus in der Piusbruderschaft von uns trennen. Dieser sei eine wahre Gefahr für ihren Glauben. Eine eineinhalb Jahre lange Beeinflussung ging voraus, über die man sich nicht genügend Rechenschaft gab. In den letzten Monaten kursierten offensichtlich im Kloster ehrabschneidende, subversive Schriften, verfasst von Mitbrüdern, die uns inzwischen verlassen haben oder dabei sind, uns zu verlassen. Natürlich sind Ordensfrauen in der Abgeschiedenheit, die nur von dieser Seite aus „informiert“ wurden, gegen einen solchen Feind nicht gerüstet. Schritt für Schritt wurde ihr Vertrauen untergraben. Am Ende wurden sie Opfer des Vaters der Lüge und der Verführung. Und so können wir nur mit dem Dulder Job sagen: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.

Diese Trennung soll uns alle aber auch an eine Warnung des Völkerapostels Paulus erinnern: Wer glaubt zu stehen, der sehe zu, dass er nicht falle (1 Kor 10,12). Er sagt nicht: wer steht, sondern: wer glaubt zu stehen. Viele Seelen glauben nämlich in Sicherheit, sonnen sich in ihren Tugenden, während der Stolz und die Selbstgerechtigkeit ihr Herz längst umstrickt haben. Eigensinn, Rechthaberei, Besserwisserei, Kritiksucht, falsche Dialektik, Spott und Häme sind nicht die sieben Gaben des Heiligen Geistes, sondern Merkmale des Widersachers Gottes. Diesem ist es ganz gleich, ob er eine Seele durch ihre bekannten Schwächen zu Fall bringt oder durch Stolz auf ihre eigenen Tugenden. Allzu oft verwandelt sich der Teufel in einen Engel des Lichtes und vollbringt sein Werk der Verführung sub specie boni – unter dem Schein des Guten. Treibt man das Recht beispielsweise auf die Spitze, so kann höchste Ungerechtigkeit geschehen. Nicht umsonst sagten die Alten: Summum jus, summa injuria. Hat man die Gefahr des falschen Gehorsams umschifft und Liberalismus und Modernismus vermieden, so ist man noch lange nicht gefeit vor einem sektiererischen Antiliberalismus. Nur die Demut des Geistes und vielleicht noch mehr jene des Herzens bewahrt vor dem Fall. „Lernet von mir“, sagt unser gebenedeiter Herr, „denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“ (Mt 11,29)

Lesen Sie dazu: diese Richtigstellung zu diesen Äußerungen von P. Schmidberger im Mitteilungsblatt von April 2013

Clemente de Torres: Sankt Joseph mit dem Jesuskind

Clemente de Torres, St Joseph with the Infant Christ

Zum Abschluss des dem Heiligen Josef geweihten Monats März. Der letzte Tag fällt in diesem Jahr auf das Auferstehungsfest Unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS, dessen Pflege-VATER er sein durfte und Dessen uneingeschränkter GNADENSPENDER er jetzt im HIMMEL für uns arme Erdenpilger sein darf! Bestürmen wir IHN als unseren unfehlbaren Fürsprecher!

(Und es beginnt die Sommerzeit!)

Holzschnitt (von Fr. M. Sch. 1894) aus dem Missale Romanum (Altarbuch) 1923 – Die 19 Martii S. Joseph Sponsi B. M. V., Conf.

Holzschnitt von Fr. M. Sch. 1894 aus dem Missale Romanum - Altarbuch 1923 - die 25 Martii

Introitus – Ps. 91, 13-14
Justus ut palma florébit: sicut cedrus Líbani multiplicábitur: plantátus in domo Dómini: in átriis domus Dei nostri. (T. P. Allelúja, allelúja.) Ps. ib., 2 Bonum est confitéri Dómino: et psállere nómini tuo, Altíssime. V. Gloria Patri.
Oratio
Sanctíssimae Genetrícis tuae Sponsi, quaesumus, Dómine, méritis adjuvémur: ut, quod possibílitas nostra non óbtinet, ejus nobis intercessióne donétur: Qui vivis et regnas.