DAS WUNDER DES PAPSTES

Die Ordensschwester Marie Simon Pierre Normand der Kleinen Schwestern der Mütterlichkeit der katholischen Entbindungsstationen erlebte in der Nacht zum 3. Juni 2005 in ihrem Kloster in Aix-en-Provence in Frankreich etwas Eigenartiges. Sie wird während einer Pressekonfe­renz im Jahr 2008 in Rom und im Januar 2010 in Aix-en­-Provence erzählen, was ihr zugestoßen ist. »Ich legte mich abends hin, wachte um 4.3o Uhr auf, überrascht darüber, dass ich hatte schlafen können. Ich habe sofort gemerkt, dass etwas Eigenartiges geschehen war.« Die Ordensfrau soll erlebt haben, was man auf dieser Erde gar nicht erleben kann, eine Heilung der Parkinson-Erkrankung. Es gibt kei­nen einzigen dokumentierten Fall einer Heilung außer der Genesung der Schwester Marie Simon Pierre Normand.

Sie war als Tochter einer Familie mit fünf Kindern in Nordfrankreich bei Cambrai aufgewachsen. Schon wäh­rend ihrer Firmung nahm sich das Mädchen vor, Ordens­schwester zu werden. Der Entschluss reifte in ihr und wurde immer deutlicher, als sie als Helferin Kranke in den Wallfahrtsort Lourdes begleitete. Sie wusste auch ge­nau, welchem Orden sie beitreten wollte, den »Kleinen Schwestern der katholischen Entbindungsstationen«. Marie Simone Normand wird später schreiben: »Sie sind mir auf­gefallen, weil sie immer ein Lächeln auf den Lippen hat­ten, denn ich habe mich immer gefragt, was diese Frauen so fröhlich macht.« Trotz des Protestes ihrer Eltern tritt sie in den Orden ein. Im Jahr 2001 kam der große Schlag: Die Ärzte diagnostizierten die Parkinson-Krankheit. Ihre linke Hand und ihr linkes Bein waren betroffen. »Am Anfang konnte ich mir Papst Johannes Paul II. noch im Fernse­hen anschauen, er war mir nahe wie ein Freund, doch dann wurde es immer schlimmer für mich. Wenn ich den Papst sah, dachte ich, ja, das, was du da siehst, wird in den nächs­ten Jahren auch auf dich zukommen«, sagte die Ordens­frau der französischen Agentur KTO. Die Krankheit nahm ihren Verlauf, die Schüttellähmungen wurden immer hefti­ger. »Meine linke Hand war betroffen, und alles wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht Linkshänderin wäre.«

Die Krankheit verschlimmert sich. Schwester Marie Simon Pierre Normand kann kaum mehr gehen, sie kann nicht einmal mehr einfache Notizen aufschreiben. Eine ständige Schlaflosigkeit plagt die Frau. Immer wieder be­tet sie zusammen mit den Ordensschwestern. Im Laufe des Jahres 2005 verschlechtert sich ihr Zustand, in den Tagen während des Sterbens von Papst Johannes Paul II. beten die Schwestern zusammen. »Es war ein sehr intensives Erleb­nis für mich, der Papst war wie ein Freund; auch wenn er jetzt bald im Himmel sein würde, hatte ich das Gefühl, ihn an meiner Seite zu haben«, sagt die Schwester gegenüber KTO. Nach dem Tod des Papstes wenden sich die Schwes­tern in einer Novene, also einem Gebet, das an neun auf­einanderfolgenden Tagen wiederholt wurde, an den ver­storbenen Papst und bitten ihn, Schwester Marie Simon zu helfen. »Während dieses Gebets hatte ich immer das Ge­fühl, den Satz in mir zu spüren, der mir sagte: >Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen.<« Doch ihr Zustand verschlechtert sich weiter. »Am 2. Juni ging es mir so schlecht, dass ich die Ordensoberin bat, mich von allen Diensten und Arbeiten zubinden. Ich konnte einfach nicht mehr. Die Ordensoberin bat mich, auf einen Zettel den Namen Johannes Paul II. zu schreiben, ich versuchte es, dabei kam aber nur Gekritzel heraus. Wir blieben beide lange vor dem Blatt stehen und sahen es an. Dann sagte die Ordensoberin zu mir, dass Papst Johannes Paul II. noch nicht das letzte Wort gesprochen habe. Ich bat darum, mich zurückziehen zu dürfen.«

In der Nacht zum 3. Juni geschieht das Wunder. Als die Schwester aufwacht, kann sie zum ersten Mal fünfzig Meter an einem Stück laufen, ihre Schrift ist klar, und sie schreibt ohne Probleme den Namen Johannes Paul II. Sie wendet sich an ihre Ärzte, die sie ab dem Jahr 2001 behan­delt haben. Die stehen vor einem unglaublichen Rätsel, der ersten Heilung von der Parkinson-Krankheit in der Ge­schichte der Medizin.

Dem Vatikan war von Anfang an klar, dass dieses Wun­der genauer unter die Lupe genommen werden würde als jedes andere. Unter dem Vorsitz von Dr. Patrizio Polisca kommt die Kommission zu einem eindeutigen Ergebnis: Es ist ein sensationelles Wunder, der einzige bekannte Fall der vollständigen Heilung einer unheilbaren Krankheit. Hatte der Papst vom Himmel aus eine Ordensfrau von einer Krankheit befreit, die ihn selbst jahrelang hatte leiden lassen? Für die katholische Kirche gibt es daran keinen Zweifel.

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Quelle: Andreas English: Der Wunder-Papst Johannes Paul II., Verlagsgruppe Random-House

Fatima: Die drei Hirtenkinder und die Wunderheilung des kleinen Lucas

João Batista & Lucila Yurie, Eltern Des Kleinen Lucas, Fatima / © ZENIT – AB

Pilgerreise am 12. und 13. Mai 2017

Den drei Hirtenkindern, Lucia, Jacinta und Francisco, erschien die Jungfrau Maria im Jahr 1917 sechs Mal, das erste Mal am 13. Mai. Lucia war damals zehn Jahre alt, ihre beiden Cousins, Francisco und Jacinta, jeweils neun und sieben Jahre alt. Während der Erscheinungen konnte nur Lucia sehen, hören und sprechen, Jacinta sehen und hören, Francisco nur sehen. Daher berichteten nur die beiden Mädchen über das Geschehene.

Durch die Erscheinungen änderte sich das Leben der drei Hirtenkinder, die ein einfaches und gläubiges Elternhaus hatten, grundlegend. Täglich beteten sie den Rosenkranz und mussten Anfeindungen und Anschuldigungen ertragen. Jacinta und Francisco starben nur wenige Jahre nach den Marienerscheinungen an der Spanischen Grippe, Francisco am 4. April 1919 und Jacinta am 20. Februar 1920.

Lucia, die wie ihre beiden Cousins in Aljustrel geboren war, hatte bereits 1915 eine Vision, wie sie später in ihren Erinnerungen berichtete. Nach der letzten Marienerscheinung 1917 lebte sie im Kolleg von Villar in Porto, danach, vom 17. Mai 1946 bis zu ihrem Tod am 13. Februar 2005, in Klausur im Karmel von Santa Teresa.

1922 verfasste Sr. Lucia die erste Niederschrift der Marienerscheinungen, 1924 wurde sie von einer offiziellen Kommission zu den Ereignissen in Fatima befragt. Sechs Jahre später, am 13. Oktober 1930, veröffentlichte der Bischof von Leiria einen Pastoralbrief zum Kult Unserer Lieben Frau von Fatima. Sr. Lucia verfasste von 1935 bis 1992 ihre Erinnerungen in sechs Teilen.

Am 3. Februar 2008 wurde der Seligsprechungsprozess für Sr. Lucia dos Santos eingeleitet und damit die übliche Fünfjahresfrist in ihrem Fall aufgehoben. Ihre Seligsprechung erfolgte am 13. Februar 2017.

Jacinta und Francisco wurden am 13. Mai 2000 seliggesprochen. Ihre Heiligsprechung am 13. Mai 2017 erfolgte aufgrund der Anerkennung eines Wunders, der Heilung eines kleinen Jungen aus Brasilien, der am 3. März 2013 im Alter von fünf Jahren einen schweren Unfall erlitten hatte.

Der kleine Lucas war beim Spielen aus dem Fenster in 6,50 Meter Tiefe gestürzt. Das Kind fiel ins Koma; die behandelnden Ärzte schätzten die Überlebenschancen des kleinen Jungen sehr gering ein. Die Eltern beteten in ihrer Verzweiflung zu Unserer Lieben Frau von Fatima und baten auch eine Schwesterngemeinschaft um Gebete.

Der Zustand ihres Sohnes verschlechterte sich besorgniserregend, doch am 9. März erwachte der kleine Lucas aus dem Koma, begann zu sprechen und nach seiner Schwester zu fragen. Am 15. März konnte er aus dem Krankenhaus entlassen werden. Von dem schweren Unfall sind Lucas keinerlei Folgeschäden geblieben. Wissenschaftlich ist seine Heilung nicht erklärbar.

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Sechsjährige kann nach Lourdeswallfahrt wieder hören

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Mariä-Empfängnis-Basilika, Lourdes / Wikimedia Commons – Roland Darré, CC BY-SA 3.0

Das Mädchen hatte nach der Geburt das Gehör verloren

Eine sechs Jahre junge Lourdespilgerin aus Italien, die nach der Geburt ihr Gehör verloren hatte, kann plötzlich wieder ohne Gerät hören, wie die Organisation Unitalsi bekanntgab. Die italienische Vereinigung organisiert Pilgerreisen für Kranke nach Lourdes und zu anderen Wallfahrtsorten. Die spontane Heilung zeigte sich bei einer Pilgerfahrt zu dem südfranzösischen Marienheiligtum am 11. Mai, die sie zusammen mit ihrer Mutter, Großmutter sowie ihrem kleinen Bruder angetreten hatte.

Zeuge wurde Giuseppe Secondi, Präsident der Untersektion der Unitalsi Mailand Südwest und Wallfahrtsdirektor. „Es war 20.30 Uhr und wir haben mit dem Mädchen gespielt.“ Er habe ihr gesagt, dass nun eine Verpflichtung auf ihn wartete. Er habe gesehen, dass die Kleine zur Mutter ging und ihre Hörgeräte ablegte. Die Mutter habe sie dann gebeten, die wieder einzusetzen. Da antwortete das Mädchen: „Ich höre gut, sie nützen mir nichts mehr.“

Die Mutter führte sie daraufhin sofort zum Amt für Medizinische Gutachten in Lourdes, wo die Ärzte die Patientenakte gefragt und neue Hörtests vorgeschlagen haben. Das Mädchen war als Frühgeburt von 26 Wochen mit nur 800 Gramm Gewicht zur Welt gekommen und hatte drei Monate im Pädiatrischen Institut Gaslini in Genua verbracht.

Die Ärzte waren in der Lage, sie zu retten, aber einige Medikamente verursachten Gehirnblutungen, wobei ihre Gehörgänge beschädigt wurden. Die Untersuchungen bestätigten später, dass sie auf beiden Ohren unter einem hochgradigem Hörverlust litt. Von rund 7.000 Heilungen in Lourdes sind bislang nur 69 als Wunder anerkannt worden.

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Heiligsprechung von Johannes Paul II.: Das offiziell anerkannte Wunder

Floribeth Mora Díaz

Das Wunder für die Heiligsprechung von Johannes Paul II.:
Die Heilung von Floribeth Mora Díaz aus Costa Rica (deutschsprachiges Video):

22 April 2014, 11:00

Ärzte gaben Floribeth Mora Díaz aus Costa Rica noch eine Lebenserwartung von etwa einem Monat. Am Tag der Seligsprechung des Papstes aus Polen bat sie um seine Fürsprache. Ihre Heilung wurde von der Kirche als Wunder anerkannt.

Von Petra Lorleberg

San José-Vatikan (kath.net/pl) Floribeth Mora Díaz (Foto) aus Costa Rica ist die Frau, deren Heilung auf die Fürsprache von Johannes Paul II. von der katholischen Kirche als Wunder anerkannt wurde. Dieses Wunder hat die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. ermöglicht. Die Lateinamerikanerin wird bei der feierlichen Heiligsprechung auf dem Petersplatz am 27.4.2014 eine Blutreliquie des verstorbenen Papstes tragen dürfen. Das Wunder für die Seligsprechung im Jahr 2011 war die Heilung der französischen Ordensfrau Sr. Marie Simon-Pierre gewesen, auch sie durfte dann bei der Seligsprechungszeremonie 2011 eine Reliquie tragen.

Mora Díaz hatte an einer Gefäßerweiterung im Gehirn gelitten, einem sogenannten Aneurysma, mit offenbar steigender Gefahr einer Gehirnblutung. Dies hatte sich durch migräneartige Kopfschmerzen bemerkbar gemacht, nach Untersuchungen verzichteten die Ärzte wegen des zu hohen Risikos auf eine Operation und sagten ihr, dass sie noch ungefähr einen Monat Lebenserwartung habe.

Wegen dieser Diagnose habe sie zu Hause verzweifelt in ihrem Bett geweint, „weil ich Angst hatte zu sterben und meine Kinder allein zu lassen“. Sie hatte sich sogar schon von ihrer Familie verabschiedet, doch „am 1. Mai hat mich Johannes Paul II. gesund gemacht“, erzählte die jetzt 56-jährige Mutter von fünf fast erwachsenen Kinder bereits im vergangenen Jahr.

Mora Díaz hatte den verstorbenen Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2011 – dem Tag der seiner Seligsprechung – um Hilfe angefleht. Danach sei sie eingeschlafen und habe im Traum die Stimme von Papst Johannes Paul II. gehört, die energisch zu ihr sagte: „Steh auf. Hab keine Angst!“.

Der Arzt Alejandro Vargas erläuterte, wie überrascht er gewesen sei, als er feststellte, dass das Aneurysma tatsächlich verschwunden war. „So etwas hat es noch nie gegeben. Gott vollbrachte ein Wunder, damit wir an seine Existenz glauben, … wir sollen nie den Glauben verlieren“.

„Steh auf. Hab keine Angst!“ Diese Worte hatte Mora Díaz schon einmal gehört: 1983 war der Papst aus Polen zu Besuch in Costa Rica gewesen und Mora Díaz hatte sich unter den Gläubigen im Nationalstadion befunden, zu denen Johannes Paul II. dies gesagt hatte.

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EIN DURCH PAPST BENEDIKT XVI. GEWIRKTES WUNDER

Peter Srsich and Pope Benedict for web_1378302535517_855217_ver1.0_640_480Es ist an einem schönen Morgen im Mai 2012, als sich Peter Srsich, zusammen mit den Eltern, Tom und Laura, und dem jüngeren Bruder Johnny, in der Menschenmenge auf dem Petersplatz befindet, um der Audienz Papst Benedikts XVI. beizuwohnen. Peter ist ein Bursche von 18 Jahren, aus Colorado hierher gekommen dank der internationalen Stiftung „Make A Wish“, die ihm die Möglichkeit anerboten hat, einen Traum zu verwirklichen. „Er ist einer der weniger teuren gewesen, mit totalen Kosten von nur 14.000 Dollar, aber sicher der einzigartigste“, hat Jennifer Mace-Walton bekannt, die Direktorin der Organisation, welche in Colorado Kindern mit tödlicher Krankheit erlaubt, sonst unerfüllbare Wünsche erfüllt zu bekommen.

Nachdem die Audienz beendet ist, wird die Familie Srsich eingeladen, sich in die Warteschlange einzureihen, um dem Pontifex persönlich zu begegnen. Der Junge, der nicht erwartete, mit ihm sprechen zu können, begreift, dass er nur ganz wenige Minuten zur Verfügung hat, um ihm die Gründe seines Kommens zu erzählen, aber, während er ihn immer näher kommen sieht, wird ihm mit Besorgnis bewusst, dass die übrigen Gläubigen ihm bedeutende Geschenke darbringen, während sie mit leeren Händen gekommen sind.

Es ist der Vater, der ihn aus der Verlegenheit bringt, indem er ihm sein Armband aus grünem Gummi darreicht mit der Beschriftung: „Beten Sie für Peter“ und mit dem Zitat aus „Römer  8:28“, die vom Jungen besonders geschätzte biblische Stelle, die besagt: „und wir wissen, dass in allen Dingen Gott für das Wohl jener wirkt, die ihn lieben, die berufen worden sind entsprechend seiner Absicht.“ Es ist eines der 1.200 Armbände, die von einem Klassenkameraden von Peter hergestellt worden sind, der wusste, dass er sehr fromm war, um es wem auch immer geben zu können, der Gott für ihn bitten würde.

„Ich habe gesehen, wie sie ihm Goldkronen und ein wunderschönes Bild von Maria eineinhalb Meter groß geschenkt haben – wird er in der Folge sagen, und ich saß da mit einem Armband aus Gummi von 70 Cents, ich stand da wie der kleine Trommler (eine Person eines weihnächtlichen Liedes, A.d.R.) mit nichts ihm darzubieten.“

Aber wie dem Papst in wenigen Worten die letzten zwei Jahre seines Lebens erzählen? In seinem Kopf gingen blitzartig die Geschehnisse vorbei, die ihn dazu gebracht haben, sich auf diesem Platze zu befinden.

Sein Kalvaria hatte kurz vor dem Abschluss seines ersten Lizentiat-Jahres begonnen mit dem Aufkommen eines schlimmen Hustens.

Diesen Sommer, zurück von einer Kanu-Fahrt in Minnesota, befand er sich nebst dem Husten auch von einer seltsamen Müdigkeit überwältigt. Es war eine Art von Ermüdung „verschieden von jedweder anderen, die ich je erlebt habe“, wird er später erzählen.

Was anfänglich die Symptome einer einfachen Lungenentzündung zu sein schienen, stellte sich statt dessen als Auswirkungen eines Vorhandenseins in seiner linken Lunge einer Masse von zehn Zentimetern heraus, die auf sein Herz drückte.

„Sie war so groß, dass sie mich nicht unter Amnesie setzen konnten, weil die Gefahr bestand, dass ich nicht mehr erwacht wäre, so konnten sie auch nicht die Probeentnahme mittels einer Biopsie durchführen“, hat der Junge berichtet. Aber  die Diagnose wurde dennoch erstellt: Nicht-Hodgkin-Lymphom im vierten Stadium.

Der Bursche wurde deshalb sofort ins Kinder-Spital Colorados eingeliefert, wo er zermürbenden Zyklen von Chemo- und Strahlentherapien unterzogen wurde.

Obwohl der Leib die Behandlungen gut ertrug, begann sich in Peter eine starke Depression zu zeigen, die sich nur erleichterte, nachdem er die Eucharistie empfangen hatte, indes sein Geist von beängstigenden Fragen gequält war hinsichtlich des Willens Gottes über ihn.

Inzwischen wurde er besucht von Mitarbeitern der Colorado „Make A Wish-Stiftung“, die jedes Jahr ungefähr 250 Kindern, die von schlimmen Leiden betroffen sind, erlaubt, einen Traum zu verwirklichen.

„Anfänglich war ich ein wenig besorgt – hat Peter gesagt – weil ich gedacht habe, wie die Kinder in einer Endkrankheit zu sein, die keinerlei Möglichkeit der Heilung haben und um eine letzte Wunscherfüllung bitten. Ich habe gedacht, dass da etwas sei, was mir die Ärzte nicht sagten.“

Aber nachdem er mit ihnen geredet hatte, hatte er sich beruhigt, vertrauend, dass sein innigster Wunsch, viel stärker als Disneyworld zu besuchen oder Justin Bieber zu begegnen, derjenige war, sich nach Rom zu begeben, um den Papst zu sehen.

„Ich war überzeugt, dass es mir absolut gut gehen würde, wenn ich eine Reise in den Vatikan machen würde“, hat er hernach erzählt.

Peter7Die klinische Situation von Peter Srsich erfüllte die von der „Make a Wish-Stiftung“ von Colorado bestimmten Kriterien: „Ein Junge mit einer Krankheit, bestätigt von einem ärztlichen Bericht, die progressiv und bösartig ist und möglicherweise, wenn auch nicht wahrscheinlich, zum Tode führen würde“. Demgemäß würde sein Wunsch erfüllt. Obschon er nicht regelmäßig die Schule besuchen konnte, hatte der absolut glatzköpfige Junge frohgemut am Jahresschlussfest teilgenommen und dabei den Titel des „Königs des Tanzes“ gewonnen.

All dieser Vorkommnisse erinnert sich nun Peter, während der Pontifex sich nähert, und, kaum hat er ihn an seiner Seite, nach zweiminütigen Vorbemerkungen, erzählt er ihm von seinem Krebs und bittet ihn um einen Segen.

Obwohl er mit seiner Größe von 1.98 Meter die kleine Gestalt Benedikts weit überragt, fühlt er sich angesichs der zuvorkommenden Aufmerksamkeit voller Zuneigung betroffen von seiner tiefsten Demut und seiner lächelnden Sanftheit, und reicht ihm so ohne irgend eine Verlegenheit das Gummiarmband.

Peter1Der Papst, vor so großem Glauben und so vertrauensvoller Hoffnung, segnet ihn, indem er ihm die rechte Hand auf die Brust legt, gerade dorthin, wo sich der Tumor eingenistet hatte, während er ihn mit der Linken an der Hand fasst.

Das Wunderbare ist, dass Peter ihm nicht erzählt hat, dass von dort aus alles ausgegangen ist, und er ist noch erstaunter, als er sich Rechenschaft darüber gibt, dass die Segnungen normalerweise erteilt werden, indem die Hand auf den Kopf gelegt wird.

Erfüllt von Freude über diese Begegnung, beginnt Peter sogleich ein neues Gefühl von Wohlergehen zu verspüren, das Tag für Tag zunimmt, bis die Ärzte des Kinderspitals ihn als vollständig geheilt erklären.

Heute besucht Peter Srsich die Regis University, ein Kollegium von Jesuiten in Denver. Sein Ziel ist, zum Priester geweiht zu werden.

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Aus dem Italienischen übersetzt von mir [POS]

Quelle: La Madre della Chiesa: Il miracolo di Benedetto XVI.

Wundersame Heilung als Bestätigung der Enzyklika „Humanae vitae“

Papst Paul VIDer Postulator im Seligsprechungsverfahren, Pater Antonio Marrazzo hatte unter den eingegangen Gebetserhörungen das Augenmerk auf die Heilung eines noch ungeborenen Kindes gelenkt. Der Vorfalle hatte sich Anfang der 90er Jahre in Kalifornien ereignet. Die Ärzte hatten während der Schwangerschaft einen Defekt beim Fötus festgestellt. Wegen der schwerwiegenden Gehirnschäden, die in einem solchen Fall auftreten, rieten die Ärzte der Mutter als einzigen Ausweg zur Abtreibung. Die Mutter verweigerte sich jedoch standhaft der Tötung ihres Kindes. Statt dessen vertrauten sie und ihr Ehemann ihr Ungeborenes der Fürsprache von Papst Paul VI. an, der 1968 die prophetische Enzyklika Humanae vitae veröffentlicht hatte. Die Ärzte waren aufgrund ihrer Untersuchungen überzeugt, daß das Kind schwerst körperlich und geistig behindert zur Welt komme und wenig Überlebensaussichten habe.

Die Geburt verlief jedoch problemlos und das Kind kam völlig gesund zur Welt. Es wurde dennoch bis in das Jugendalter gewartet, um auch eventuelle Spätfolgen auszuschließen. Da diese nicht auftraten, gilt der Fall seither als vollständige Heilung. „Ein wirklich außergewöhnliches und übernatürliches Ereignis“, hatte der Postulator 2012 Radio Vatikan gesagt. Es handelt sich zudem um ein Wunder, das „das kirchliche Lehramt bestätigt“. Papst Paul VI. hatte für viele unerwartet und trotz heftiger innerkirchlicher Widerstände, auch aus dem deutschen Sprachraum, die Enzyklika Humanae vitae veröffentlicht. Das Wunder ist mit der „Verteidigung des Lebens verbunden, die in der Enzyklika eingefordert wird, aber auch mit der Verteidigung der Familie, weil die Enzyklika auch von der ehelichen Liebe spricht. Die Eltern des geheilten Kindes, das heute bereits Erwachsen ist, haben gemeinsam eine Entscheidung für das Leben getroffen und sich gegenseitig gestützt. Diese Heilung entspricht ganz dem, was Papst Montini mit seiner Enzyklika sagen wollte“, so der Postulator.

Am 20. Dezember, kurz vor der Bekanntgabe seines Amtsverzichts, hatte Papst Benedikt XVI. den heroischen Tugendgrad seines verstorbenen Vorgängers anerkannt. Seither fehlt(e) für die Seligsprechung nur mehr die Anerkennung eines Wunders.

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Quelle: Katholisches.info

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Siehe dazu auch:

Wie Unsere Liebe Frau von Einsiedeln einen stummen Knaben heilte

Im Stiftsarchiv von Einsiedeln wird ein handgeschriebe­nes sogenanntes Mirakelbuch gehütet. Der Bericht über die Heilung des stummen Knaben befindet sich im III. Teil desselben, Seite 62 bis 69. Dieser III. Teil wurde am 1. August 1619 vom apostolischen Protonotar Jakob Hauser, Dekan und Pfarrer von Zug, revidiert und rich­tig befunden unter Beihilfe des öffentlichen geschwore­nen Notars Leonhard Zinkh.

Am 31. Oktober 1618 bemerkte der Sakristan in der Gnadenkapelle einen ungefähr 14 oder 15jährigen Kna­ben. Dieser kniete, in tiefe Andacht versunken, vor dem Gnadenbild, neben sich auf dem Boden eine Schelle. Der Bruder löschte die Kerzen und schickte sich an, die Kapelle zu schließen, aber der Knabe schien dies nicht zu bemerken. Da zupfte ihn der Bruder und hieß ihn aufstehen. Dieser folgte nur ungern der Bitte, so sehr schien ihn die Mutter Gottes zu fesseln. Mit feuchten, glänzenden Augen schaute er nochmals zu ihr auf, als der Sakristan den Schlüssel ins Schloß steckte, nahm die Schelle und verließ das Heiligtum. Ob er stumm sei, fragte der Klosterbruder. Es war nämlich Brauch, daß Stumme eine Schelle mit sich trugen, die sogenannte Stummenschelle. Der Knabe schüttelte den Kopf und sag­te: «Jetzt nicht mehr.» Erstaunt forschte der Bruder wei­ter, und erfuhr das wunderbare Erlebnis des armen Buben Kaspar Hiltbrunner. Er nahm ihn mit sich in die Pforten­stube. Kaspar wollte aber zuerst beichten. Also führte der Bruder ihn zum Beichtvater Pater Benedikt Ammann. Erschüttert über das Wunder, welches die Gnadenmutter an dem Knaben gewirkt, wollte Pater Benedikt, daß der Geheilte es vor mehreren Zeugen außerhalb des Beicht­stuhles berichte, und führte ihn zur Pfortenstube. Hier versammelten sich rasch einige angesehene Personen. Und nun fragte ihn der gelehrte und ehrwürdige Pater Benedikt nach Herkunft und Namen und nach seinem Erlebnis. Es wurde still wie in der Kirche, als der arme Knabe erzählte, denn er konnte wirklich zum erstenmal in seinem Leben reden wie jeder normale Mensch. Von Geburt an war er stumm gewesen bis zur letzten Nacht. In Einfalt und Aufrichtigkeit antwortete Kaspar auf alle Fragen, die Pater Benedikt an ihn richtete. Man ver­nahm, daß er ein Waisenknabe war aus dem Luzerner-biet, vom Kleinkind an stumm gewesen und seine guten, aber armen Eltern beide verloren hatte. In Ettiswil war er getauft worden. Als Vater und Mutter gestorben wa­ren, mußte das arme Kind, um leben zu können, Almosen sammeln. Und so zog Kaspar mit seiner Stummenschelle von Hof zu Hof. Er fand viele mitleidige Menschen; überall liefen die Kinder zusammen, wenn seine Schelle zu hören war. Aber wie sehr der gute Knabe unter sei­nem Gebrechen litt, konnte er niemandem klagen. Nur im Kirchlein von Ettiswil, wo das heiligste Sakrament durch ein Wunder sich kundgetan, kniete Kaspar oft und betete in der Sprache seines Herzens und flehte auch zur lieben Mutter Gottes, daß sie für ihn sorge. Wie mag er ihre Mutterliebe gespürt haben in all seiner Einsamkeit! Sie, die beste aller Mütter, wandte ihr Auge nicht ab von ihm und ließ es geschehen, daß ihm einige fromme Leute rieten, nach Einsiedeln zu pilgern. Ihr Glaube an die Macht der Gottesmutter war unbegrenzt. Einsiedeln war der große Anziehungspunkt all jener, die ein besonders schweres Kreuz trugen. Unsere Liebe Frau von Einsie­deln hatte schon Unzähligen geholfen. «Kaspar», so rie­ten jene von Ettiswil, «mach dich auf den Weg zur Gna­denmutter. Sie kann dir die Rede erbitten. Glaub es nur!» Der schüchterne stumme Knabe faßte Mut, denn es brauchte wirklich Mut für ihn, den «Redelosen» und Armen, eine so weite Pilgerschaft zu unternehmen. Als er wieder in der Kapelle zu Ettiswil betete, drängte es ihn mächtig, eine Wallfahrt «zu Unseren Lieben Frauen gen Einsiedeln» zu geloben. Nicht lange nachher machte er sich mit seiner Stummenschelle auf den Weg. Wenn es ihn hungerte, schüttelte er seine Schelle vor einem Bauernhof. So kam er gegen Luzern und verließ die Stadt, als bald der Abend hereinbrach. Eine Stunde mochte er gelaufen sein, als es anfing zu dunkeln. Da sah er sich in Unter-Meggen nach einem Stall um für die Nachtherberge. Er machte sich in einer Ecke auf einem Strohhaufen sein Lager zurecht und ließ sich müde darauf nieder. Da vermeinte er, jemanden zu hören und stand wieder auf. Licht hatte er keines. Aber auf einmal stand vor ihm ein schneeweißer Mann. Er erschrak. Der schneeweiße Mann trat auf ihn zu und berührte seinen Mund. Da sei ihm gewesen, als ob in seinem Herzen eine Büchse abgeschossen worden wäre, erklärte er. Pa­ter Benedikt und die Anwesenden schauten sich gegen­seitig an, als errate einer die Gedanken des andern. «Und dann, was geschah dann?» – Kaspars Gesicht leuchtete auf. «Ich lief gegen die Türe, um den Mann genau an­schauen zu können. Plötzlich war er aber verschwunden. Ich spürte, wie meine Zunge sich löste. Ich konnte als erste Worte die Namen Jesus und Maria aussprechen. Ich betete das Ave Maria. Vor Freude konnte ich lange nicht einschlafen. Und jetzt bin ich da, um Unserer Lieben Frau zu danken und die Stummenschelle als Zeichen hier zu lassen.»

Manchem der Anwesenden klopfte das Herz rascher, manchem würgte es im Hals, als er diesem Bericht lauschte und in das unschuldige Gesicht des Buben schaute. «Wer meinst du, daß der weiße Mann gewesen sei», fragte Pater Benedikt. «Ich weiß es nicht, aber sicher hat ihn die Mutter Gottes geschickt», antwortete Kaspar. «Es war wohl ein Engel, vielleicht der Erzengel Raphael, dieser himmlische Arzt, der einst Tobias von seiner Blindheit geheilt. Alle Engel sind ihrer Königin untertan und folgen ihr aufs Wort», erklärte der Pater mit ernster Miene und forderte die Anwesenden auf, den Knaben in die Gnadenkapelle zu begleiten und mit ihm der gütigsten, weisesten, mächtigsten Mutter zu danken.

Sie zogen durch die Kirche hin zum kleinen Heiligtum, das ihnen heute wie der Himmel vorkam. Und sie sangen noch einmal das Salve Regina. Kaspar Hiltbrunner durfte seine Schelle auf den Altar legen, er brauchte sie ja nim­mermehr. Er war so glücklich, unaussprechlich glücklich, umfangen von der zärtlichsten aller Mütter. Was bedeu­tete für ihn irdische Armut, da er vom Reichtum des Himmels zu kosten bekam?

Und so blieb es auch, als er nach einigen Tagen ohne Stummenschelle heimzu nach Ettiswil wanderte. Und manch einer, der ihm begegnete und ihn pfeifen und singen hörte, sagte zu ihm: «Du hast gut lachen, bist noch so jung und gesund.» Wenn dann aber Kaspar von seiner Stummheit und der Befreiung davon erzählte, wurden sie still und staunten und konnten es kaum fassen. Und als er erst seiner Heimat nahte, wo die Leute ihn kann­ten, kehrte die Freude von Haus zu Haus ein, wo er vor­überging. «Wißt ihr’s schon, der Kaspar Hiltbrunner kann reden? Unsere Liebe Frau zu Einsiedeln hat ihn geheilt!»

Die größte Freude aber erfüllte den Pfarrherrn, daß ein solches Wunder an seinem Pfarrkind geschehen. In der Chronik steht der Bericht darüber wie folgt:

«Damit nun aber hieran kein Zweifel niemand hätte, so hat der ehrwürdige und wohlgelehrte Herr Martinus Reber, Pfarrherr zu Ettiswil, auf unser Anhalten (auf Wunsch des Klosters Einsiedeln) den Knaben berufen, vor einem ehrwürdigen Kapitel vieler geistlicher, andäch­tiger Herren, im Beisein auch mehrerer anderer, welt­licher und glaubwürdiger Personen, zu Willisau exami­niert und nach eigener Aussage desselben, alles in ein Schreiben verfaßt an ein ehrwürdiges Gotteshaus Einsie­deln geschickt, welches dann auch schier gänzlich von Wort zu Wort mit demjenigen, was er, der Knabe, hier angezeigt übereingestimmt Trat auch hinzu, daß dieser Knabe von Kindheit auf ein Stummer gewesen, werde dessen ein ganz christlicher Kirchgang zu Ettiswil Zeug­nis und Kundschaft sein.»

Der Rationalismus hatte die Leute noch nicht angesteckt. Sie glaubten und dankten für Dinge, die sie nicht mit dem Verstand begreifen konnten.

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Quelle: Ida Lüthold-Minder: „Madonna im finstern Wald“, Wendelinsverlag Einsiedeln, 2. Auflage 1976, S. 72-75