Das polnische Dorf Spycimierz gibt an Fronleichnam alles — Blütenteppich der Superlative

Fronleichnam wird seit dem Mittelalter auch in Polen mit einer feierlichen Prozession gefeiert. Im Dorf Spycimierz legen die Bewohner dafür den längsten zusammenhängenden Blütenteppich im ganzen Land.

Mohnblumen, Händelwurz-Blüten, gelbe Kamille, Heide-Ehrenpreis oder die dunkelblaue Kornblume – wenn Jozefa Michalak wenige Tage vor Fronleichnam auf die Wiese hinter ihr altes Bauernhaus geht, erntet sie alles, was blüht und farbenfroh ist. „Alle aus unserer Familie helfen mit, und das ganze Dorf ist auf den Beinen“, sagt die 55-Jährige und pflückt weitere Blüten.

Tatsächlich: Nur vereinzelnde Blumen und Blüten sind noch auf den Wiesen um das 600-Einwohner Dorf Spycimierz bei Lodz vor Fronleichnam zu finden, und auch die Gärten der Einwohner wirken merkwürdig farblos. Denn jährlich am 60. Tag nach dem Ostersonntag verwandeln die Bewohner die kleine Straße vor ihren Häusern mit Blumen zu Polens längstem Fronleichnam-Blumenteppich.

„Ungeschriebene Pflicht“

Eine Friedenstaube, ein Kirchengebäude, Kreuze oder das Konterfei des „polnischen Papstes“ Johannes Paul II. sind entlang des fast zwei Kilometer langen Blumenteppichs aus Naturmaterialien geformt. Seit dem Morgen ist Michalak auf den Beinen, um die Motive vor ihrem Gartenzaun auszulegen. „Wenn man hier wohnt, dann ist es eine ungeschriebene Pflicht“, sagt die 55-Jährige, die längst in der nächsten Kleinstadt wohnt und jährlich zu ihrer Familie aufs Dorf zurückkehrt.

Gutes Timing ist wichtig, denn zu früh dürfen die Blüten nicht auf den Teppich gelegt werden, ergänzt Pan Marek, ein Nachbar. „Die Blumen gehen kaputt, wenn sie zu lange in der Sonne liegen.“ Der 60-Jährige hat gleich den Gartenschlauch zur Hand und wässert den Teppich vor seinem fast hundert Meter langen Grundstück. Er selbst, wie auch manch andere Nachbarn verwenden Sand als Unterlage für die Blüten. Dieser dient als Wasserspeicher und – in verschiedenen Farbtönen – als Dekoration.

Mehr als bunte Blumen

Sand ist mittlerweile nicht der einzige „Zusatzstoff“. Längst gestalten die Dorfbewohner ihren Zwei-Kilometer-Blumenteppich flexibel und arbeiten auch Getreide- und Maiskörner, Tannenzapfen und bunte Steinchen in die Motive ein. Es gebe keinen Wettbewerb um die schönsten Arrangements, versichert Pan Marek. „Aber wir schauen schon, was die Nachbarn haben“, schmunzelt der 60-Jährige.

Nicht nur die Dorfbewohner schauen sich an, welche Motive aus welchen Blüten die Nachbarn vor ihren Häusern gelegt haben. Spycimierz hat für seinen langen Blumenteppich längst polenweit Berühmtheit erlangt. Kilometerlange Autoschlangen stehen Fronleichnam vor der Dorfeinfahrt, denn jährlich zieht der Blumenteppich der Superlative 70.000 Touristen an. In Spycimierz ist der Feiertag durch Imbiss- und Verkaufsstände zum „Volksfest“ gewachsen.

Eine kurze Geschichte

Boze Cialo, wie Fronleichnam auf Polnisch genannt wird, ist im katholischen Polen ein gesetzlicher Feiertag. Das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, wie der liturgische Kalender es bezeichnet, wurde durch eine päpstliche Bulle von 1264 zum Fest der Gesamtkirche erhoben. In Polen fand es Mitte des 15. Jahrhunderts Einzug in den Glaubensalltag und wird seitdem in den Pfarreien traditionell mit einer Prozession begangen.

Die Fronleichnamsprozession in Spycimierz selbst blickt auf eine „nur“ rund 200-jährige Geschichte. Napoleons Truppen sollen den Brauch nach Spycimierz gebracht haben, sagt Wojciech Kazmierczak, Pfarrer der örtlichen Gemeinde. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zieht sich der Blumenteppich durch den gesamten Ort, und fast alle Anwohner entlang des Prozessionszugs machen mit.

Nicht allein

„Zum Glück muss ich nicht alleine vor meinem ‚Anwesen‘ den Teppich legen“, sagt der Geistliche und deutet auf den mehreren Hundert Meter langen Streifen vor dem Pfarrhaus und der Kirche. Als Pfarrer ist er für den Ablauf der Feier zuständig, ebenso für die Absprachen mit Feuerwehr und Polizei.

Er selbst ist noch nie über den grünen Teppich geschritten. Denn ein ranghöherer Zelebrant – häufig der Bischof oder Weihbischof der Erzdiözese Lodz – leitet das Hochfest in dem sonst beschaulichen Dorf. Bei der Prozession nach dem Nachmittagsgottesdienst trägt dieser dann die Monstranz unter dem Baldachin zu den vier Altären.

Dutzende Ministranten, Blaskapelle, zahlreiche Fahnen- und Figurenträger und Kommunionkinder gehen der Monstranz voran. Dass dabei die liebevoll gestaltenden Blüten-Arrangement zertrampelt werden, nimmt Jozefa Michalak mit Gelassenheit. „Das wird weggefegt, und die Blumen wachsen ja wieder“, sagt sie. Ihr Nachbar Pan Marek pflichtet bei und vergleicht Fronleichnam mit einer Hochzeit. „Da werden Torten und die Deko aufwendig vorbereitet, und am Ende gehen alle satt nach Hause.“

Markus Nowak

(KNA)

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Quelle

Kardinal Sarah: Inkulturation ist keine Anpassung

Kardinal Sarah mit dem emeritierten Papst Benedikt

Eine Stille, in der der Gott gehört werden kann, muss wieder Herz und Wesen christlicher Liturgie sein: Kardinal Robert Sarah warb an diesem Mittwoch in Rom für eine „liturgische Erneuerung“ nach dem Auftrag das Konzils. Sarah sprach bei der Vorstellung seines neuen Buches in deutscher Sprache, „Kraft der Stille“. Papst emeritus Benedikt XVI. hat zu diesem Buch ein Geleitwort beigesteuert.

Die Stille verhelfe zu einer besseren Wahrnehmung der Realität:Der Kardinal beklagte die Tendenz, nicht mit sich allein sein und nicht nach innen schauen zu wollen. Das Getöse der kulturellen Umwelt verdecke die „Leere eines neuen Menschen, der kaum mehr weiß, wofür er leben soll.”

Diese Verweltlichung sei auch in die Kirche eingedrungen. Ausführlich bezog sich Kardinal Sarah auf seine Arbeit als Präfekt der Liturgiekongregation des Vatikan. Verweltlichung wolle den Glauben auf ein „menschliches Maß reduzieren“, weil viele Menschen glaubten, „dass der Mensch von heute besser glauben könnte, wenn wir ihm einen Glauben nach menschlichem Maß vorschlagen, der nicht mehr in der Tiefe der Offenbarung durch Christus wurzelt und in der Überlieferung der Kirche“.

Diese Verweltlichung drücke sich auch in der Liturgie aus, die Verkürzung des Glaubens sei hier „in aller Schwere zu erfahren“: Aus Liturgie werde Happening, im Mittelpunkt stehe nicht mehr Gott, sondern der Mensch. Die Abwesenheit Gottes in der Liturgie sei der Ausgangspunkt seiner Gedanken über die Stille gewesen, berichtete Kardinal Sarah. Es gelte, Formen für die Liturgie zu finden und konkrete Menschen anzusprechen, was aber nicht in eine Reduktion Gottes münden dürfe. „Die Frage nach der Inkulturation ist zuerst keine Frage, wie wir die Liturgie afrikanischer oder asiatischer machen können, oder dem Brauch der australischen Ureinwohner anpassen.“

(cna/rv 26.05.2017 ord)

Das weltberühmte Wunder in Seefeld

Buchstäbliche Urkunde über die Entstehung der heiligen Hostie;
verfaßt auf Befehl Sr. Majestät Kaiser Karl VI.

Kundt und zuwüssen seye Jedermann. Als in dem Jahr nach Christi Geburt aintausent dreyhundert vier und achtzig ain Mächtiger Edelmann Nahmens Oßwald Milser, der zu selber Zeit den gleich ausser Seefeld gelegenen Burgfriden und Schlößl Schloßberg besitzete, zur österlichen Zeit den fünf und zwanzigsten Marty am heil. Grien Donnerstag das Allerheiligste Sakrament empfangen wollte, und auß allzugroßen Hochmuet von dem Priester zu Seefeld nicht wie andere Layen und arme Leüth mit einer kleinen, sondern mit einer großen Heil. Hostia gespeiset zu werden begehrte, der Priester auch ihme dieses begehren wegen seinen großen ansehen auß Forcht und Menschlicher Schwachheit, nit abzuschlagen getrauete, mithin demselben die große Hostiam dar reihte. Das besagter Edelmann, so bald als ihme der Priester das heil. Sacrament auf die Zungen legte, vor dem Altar augenblicklich bis an die Knie in die Erdten gesunken, und da er sich an den Alltarstein halten wollte, auch dieser der Hand wundersam gewichen seye. Wie dann die Zaichen noch allda zu sehen. Wie dann der Priester die H. H. Hostiam dem Edelmann gleich wiederum aus dem Mund nahme, wäre selbe von des Mundts Nattürlichen Feuchtigkeit etwas zusammen gezohen, und mit Bluet- und Blauen Bisszeichen unterloffen, und wirdet dieselbe bis heunt zu Tag in dieser gestalt allhier in einer Monstranzen aufbehalten. Der Milser fielle in große Reühe, thete Bueß, und starb nach zwey Jahre zu Stambs in aller Gottes-Forcht. Sein Weib aber wollte obig ihro auß der Kürchen gleich beigebrachte Begebenheit nit glauben, es were dann, wie sye sprache, daß der ihro Zugegen gewesste Holzstock frische Rosen brächte, welches auch zu so ungewöhnlicher Jahres-Zeit augenblücklich geschehen. Worüber sye Rasend worden, und in die Wiltnüssen wie Wildes Thyer verloffen ist.

Anfang der Wallfahrt

Die allerheiligste Hostie, dem Munde des stolzen Edelmannes entnommen, wurde mit höchster Ehrfurcht im damals noch kleinen St. Oswalds-Kirchlein aufbewahrt, und nach vollendeter kirchlichen Untersuchung zur öffentlichen Anbetung und Verehrung ausgesetzt, damit nicht blos die Anwesenden, sondern die ganze Nachwelt – Alle, die dieses Gotteshaus und den Schatz desselben besuchen und die wunderbaren Spuren der für den Frevler erfolgten Strafe sehen, Gottes Allmacht und Gerechtigkeit, Güte und Barmherzigkeit erkennen, im Glauben gestärkt, von der unwürdigen Kommunion abgeschreckt mit Gnaden und Wohlthaten mögen bereichert werden. Von allen Seiten pilgerte auf diese Nachricht das Volk auf den Berg zur Wunderstätte und fand Erhörung in vielen Anliegen. Als unter Andern der edle Ritter Parzival von Weineck, Besitzer des Schlosses Fragenstein bei Zirl, die Wunderwerke in Seefeld geschaut hatte, ließ er in seinem heiligen Eifer eine silberne Monstranze verfertigen und selbe vergolden, und verehrte sie hieher, um die heilige Hostie auf würdige Weise aufzubewahren. Die Uebersetzung geschah mit größter Feierlichkeit, (wie ein noch vorhandenes Gemälde zeigt), wozu alle Priester der ganzen Umgegend eingeladen wurden, und wobei die hochheilige Wunderhostie in feierlicher Prozession in Gegenwart einer zahlreichen Volksmenge herumgetragen wurde. Auch ließ Ritter Parzival ein schönes Gemälde ganz im Stile jenes Zeitalters verfertigen, das in lebhafter Weise die Wundergeschichte vom 25. März 1384 darstellt. Zugleich ist selbe am untersten Theile des Bildes einschlägig mit der Schreibart und Sprache jener Zeit lateinisch und deutsch abgefaßt, nur einige Worte davon sind jetzt verwischt. Die halbtausendjährige Tafel und beigefügte Beschreibung ist die erste Urkunde, die wir von dem wunderbaren Ereignisse haben.

Aufblühen der Wallfahrt

Nachdem nun Gott hier seinen Ernst und seine Güte so offenbar gezeigt hatte, so blieb die Nachricht von den wunderbaren Begebenheiten in Seefeld nicht eingeschränkt in dem engen Kreise unserer Umgebung, sie verbreitete sich immer mehr, und im ganzen Lande wurde geredet von der Strafe und Buße des Oswald Milser. Und gewiß war es der Wille Gottes, daß die Kunde davon auch ins Ausland drang, damit diese Wunderzeichen allenthalben desto mehr geglaubt und daß nicht blos Seefeld und dessen Umgebung allein, sondern auch die Fremden ihre Ermahnung, Frucht und ihren Nutzen haben sollten. Und so gesellten sich zu den einheimischen auch ausländische Pilger. Zum ferneren Aufschwung der Wallfahrt zu unserer wunderbaren Hostie trugen durch ihre Andacht und Verehrung zu derselben auch viel bei die frommen Landesfürsten von Tirol, welche besonders freigebig durch Stiftungen und Opfer das Gotteshaus beschenkten und dasselbe auch manchesmal besuchten.

Wir lesen, daß die andächtigen Töchter Kaiser Ferdinands I. die größte Freude hatten, so oft ihnen ihr kaiserlicher Vater erlaubte, von Innsbruck nach Seefeld zu pilgern. Im Jahre 1583 am 21. Oktober machte Erzherzog Ferdinand II. mit seiner zweiten Gemahlin Anna Katharina, und seinen beiden Söhnen, dem Kardinale Andreas und dem Markgrafen Karl von Burgau, sammt allen Hofbedienten, dann den Herren von der Regierung und Kammer, auch Vielen von der Stadt Innsbruck zu Fuß eine große Wallfahrt zum heiligen Blute auf dem Seefeld, wo sich über 2000 Menschen versammelten. So wurde durch die Verehrung und Andacht zur Wunderstätte, und durch die zahllosen Gnaden an Kranken, Leidenden und Bedrängten, welche fleißig aufgeschrieben wurden, Seefeld ein vorzüglicher Wallfahrtsort; und eine Menge aus Metall, Stein, Holz und Wachs verfertigte Gelübde-Opfer, als Dankes- und Gedenkzeichen, bezeugten, daß jede Gattung der Gnaden und Wunderthaten, welche die Allmacht Gottes anderwärts gewirkt, auch bei dieser wunderthätigen Hostie den Hilfsbedürftigen und allda ihre Zuflucht nehmenden Christgläubigen widerfahren sind und noch widerfahren.

Später als den Augustiner Eremiten hier das Kloster erbaut wurde, nahm die Wallfahrt wegen des feierlichen Gottesdienstes der Ordensgeistlichen, und weil dieselben im Jahre 1655 die Bruderschaft zum heiligsten Sakramente, um die Liebe zu Jesus in demselben immer zu nähren, eingeführt haben, noch mehr zu. Hohe und Niedere, Reiche und Arme scheuten keine Beschwerden des Weges und pilgerten nach Seefeld, um da Trost und Hilfe zu suchen. So groß war ihre Ehrfurcht, daß sie nur auf den Knieen dem Gnadenthrone nahten, wie man es noch heut zu Tage vielfältig sieht.

Am stärksten war die Wunderstätte besucht die drei Zeiten des Jahres: 1. Um Pfingsten, wo dreizehn Gemeinden mit Kreuz erschienen, 2. in der Frohnleichnams-Oktav, und 3. von Mariä Himmelfahrt bis Mariä Namen. Die Zahl der hieher wallfahrtenden Kommunikanten stieg jährlich auf 12000. Ganze Gemeinden kamen in bedrängten Zeiten zur heiligen Hostie und lagen flehend auf den Knieen, um Abwendung von Krieg, ansteckenden Krankheiten, Hungersnoth u. dgl. zu erbitten. Wer kann da alle geistlichen Wohlthaten zählen! Gott allein weiß die Thränen der Buße, der Liebe und des Dankes! Wie viele wurden gestärkt im heiligen Glauben – besonders an die heilige Gegenwart Jesu im allerheiligsten Sakramente, wie Viele haben Kraft und Stärke an Leib und Seele erfahren, wie Viele haben heilige Entschließungen gemacht, wahrhaft zu Gott wieder zurück zu kehren, die Bahn der Sünde zu verlassen und auf immer den Weg der Tugend zu betreten!

Schicksale der hochheiligen Wunderhostie

Nicht immer waren ruhige Zeiten und konnte unsere heilige Hostie in der Monstranze des Ritter Parzival thronen.

Bei Feindesgefahr, wohl auch beim Bau der gegenwärtigen Kirche, wurde sie in einem uralten Sakramentshäuschen in der Sakristei aufbewahrt, dieses Häuschen ist ein Meisterwerk. Ein Schlüssel setzt hier auf einmal 24 Schlösser in Bewegung, welche die ganze Thür umgeben. Ein österreichischer Prinz soll es gemacht haben. Ja am 30. Juli 1703, da man von der Wuth und Grausamkeit der Feinde, die auch das Heiligste nicht schonten, Kunde bekam, wurde die allerheiligste Hostie, die schon als Heiligthum über 319 Jahren von allerorts herbeiströmenden Pilgern in höchster Verehrung gehalten worden war, von zwei Augustiner Patern nach Telfs, und von da in das Kloster Stams und endlich am 1. August nach Fließ in Oberinnthal gebracht, wo sie mit dem kostbaren Heiligthume sieben Wochen verblieben. Damit aber die heiligste Hostie von Zeit zu Zeit eine würdige Verehrung erhielt, wurde sie von der Hochwürdigen Geistlichkeit mit ihrem Volke in Prozession öfters besucht und von vielen tausenden andächtiger Pilger angebetet.

Als wieder einige Ruhe eintrat, wurde sie von Fließ zurückgebracht und am 22. September in ihrer alten Gnadenstätte eingesetzt, in Begleitung aller umliegenden Gemeinden mit ihren Fahnen. Auch in den Kriegsjahren am Anfang dieses Jahrhunderts mußte die heilige Hostie ihren Wohnsitz verlassen und in Sicherheit gebracht werden, um nicht der Verunehrung der Feinde ausgesetzt zu sein. Den 3. November 1805, da die Nachricht von dem Vordringen der Franzosen von Scharnitz her Seefeld in Schrecken setzte, nahm P. Johannes Bachmann die heilige Hostie aus dem Tabernakel, verschloß sie in ein eigens dazu bereitetes Kästchen und trug sie heimlich in das Kirchlein nach Mösern, eines Weilers, der eine kleine Stunde von Seefeld entfernt ist. Indessen wurde die Flucht der heiligen Hostie bekannt. Der gute P. Johannes nahm nun das Kästchen wieder, damit der himmlische Schatz nicht den Feinden verraten werde, und trug es zuerst in den Wald hinein, und als es dunkle Nacht geworden, ging er mit einem frommen Bauer, Namens Michael Spiegl, der ihn begleitete, in dessen Haus und verschloß es in dessen Kammer in einem Kasten, und kehrte, um keinen Verdacht zu erregen, wieder nach Hause zurück.

Als am 5. November die Feinde arg in Seefeld hausten, da wurde dem Bauer Spiegl berichtet, er solle das Kästchen weiter in Sicherheit bringen. Er verbarg es dann in einem Stadel, und später in einer Felsenhöhle. An diesem Orte blieb das Heiligthum vier Tage und wurde abwechselnd von Michael Spiegl, Kassian Gapp und noch einem dritten Vertrauten bewacht. Hierauf ward es wieder nach Mösern und endlich am 14. November bei finsterer Nacht auf Umwegen nach Seefeld gebracht, wo es hinter dem Hochaltare der Pfarrkirche verborgen wurde. Erst am 25. März des folgenden Jahres fand durch den Hochwürdigsten Prälaten Sebastian Stöckl von Stams die Wiedereinsetzung der heiligen Hostie in die ehrwürdige Blutskapelle mit großer Feierlichkeit statt. Nicht lange aber genoß sie der Ruhe; schon im Sturmjahre 1809 sah man sich abermals genöthiget, den Gnadenschatz wieder zu entfernen und in Sicherheit zu bringen. Der nämliche P. Johannes kam am 25.Oktober mit dem heiligen Blute nach Stams, von wo er sich damit, da er sich nicht sicher wußte, nach einigen Tagen über Ochsengarten bis nach Huben im Oetzhale flüchtete. Als wieder Friede geworden war, wurde die heilige Wunderhostie unverletzt zum größten Troste der Gläubigen zurückgebracht.

Seitdem thront sie wieder in der heiligen Kapelle, und immer wallen Gläubige dahin, und Viele kehren benadiget zurück.

Und gerade jetzt bei Gelegenheit der 500jährigen Säkularfeier sind so viele Pilger gekommen, wie Seefeld auf einmal wohl nie gesehen hat. Das ganze Dorf war festlich geschmückt und das Benehmen der Pilger über alles Lob erhaben.

Möge der Herr des Himmels und der Erde, der hier ein Denkmal seiner Wunder hinterlassen hat, fortfahren da zu wohnen und seine Gnaden auszutheilen, da, wo er besonders uns zuruft: „Kommet Alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid und ich will euch erquicken, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“

Der gegenwärtige Zustand der heiligen Hostie

Die heilige Wunderhostie ist noch gerade so, wie sie in der ersten Urkunde am Bilde in der Blutskapelle und in den spätern Erzählungen beschrieben wird. Sie ist zusammengekrümmt, man sieht noch an ihr das Cruzifixbild und dasselbe hat auf der Brust blaurothe Blutzeichen (Zahnbisse des Oswald Milser), nur ist die weiße Farbe der Gestalt durch die Länge der Zeit etwas bräunlich geworden. Oefters besorgte man eine baldige Auflösung dieser hochheiligen Hostie, aber diese Besorgniß hat sich nicht bewährt. Auffallend und wunderbar ist und bleibt die Erhaltung derselben durch volle 500 Jahre, und das um so mehr, indem am 13. August im Jahre 1588 aus Unvorsichtigkeit die Monstranze mit der heiligen Hostie umgestürzt worden ist, und dann, indem sie bald da, bald dort, und auch weithin in Sicherheit gebracht werden mußte, aber jedesmal kam sie ohne Verletzung zurück.

Sie befindet sich in der nämlichen Monstranze, die vor einem halben Jahrtausend Parzival von Weineck machen ließ und wird in der Regel nur auf besonderes Verlangen den Wallfahrtern gezeigt. An der Monstranz erkennt man noch deutlich das Weineckische Wappen und den Namen Parzival. Sie ist gothisch, zierlich und fein gearbeitet, 14 Zoll hoch, ein merkwürdiges Meisterstück mittelalterlicher Kunst, und steht in einem viereckigen Glasgefäß, ist mit einem gestickten Mäntelchen bekleidet und mit einer werthvollen Krone aus Perlen überdeckt.

Entstehung der gegenwärtigen Kirche und des Klosters

Gleich nach der Wundergeschichte, die sich mit Oswald Milser zugetragen, dachte man daran, hier dem Herrn eine größere, würdigere Wohnung zu bauen, und das um so mehr, weil das frühere Kirchlein für die Ortsbewohner und die zahlreichen Wallfahrter nun viel zu klein war. Doch verging noch einige Zeit, bis Herzog Friedrich IV. das alte Kirchlein abbrechen (nur jener Altar blieb unberührt, an dessen Seite Oswald gesunken ist) und die jetzige gothische Kirche bauen ließ. Diese Kirche ist hinsichtlich ihrer Bauart eines der merkwürdigsten Gotteshäuser im ganzen Lande Tirol. Auch wurde auf sein Ansuchen Seefeld vom Bischofe Ulrich II. von Brixen zur freien Pfarre erhoben am 31. Juli 1432, nachdem Johann Feder, Pfarrer von Telfs, schon am 25. August 1423 auf seine pfarrlichen Rechte zu Seefeld verzichtet hatte. Doch erlebte der gute Herzog nicht mehr die Vollendung der Pfarrkirche. Ebenso schenkte Erzherzog Sigismund der Owaldskirche zu Seefeld viele Aufmerksamkeit, beehrte öfters die Ortschaft mit seinem Besuche, machte mehrere Schenkungen, damit der Gottesdienst mehr zunehme und für Alles vorgesorgt werde.

Einen nicht minder eifrigen und werkthätigen Beförderer der Verehrung der hochheiligen Wunderhostie erhielt die Kirche an dem tirolischen Landesfürsten und römischen Kaiser Maximilian I. Dieser ließ die Einkünfte der Pfarre verbessern, wie auch ihre Verbindlichkeiten genau verzeichnen, und gab ihr auch einen Schutzbrief, um sie zu schützen und zu schirmen. Dieser nämliche erlauchte Fürst legte auch den Grund zu einem Kloster nächst der Pfarrkriche; allein sein im Jahre 1519 erfolgter Tod verhinderte die Vollendung seines Vorhabens.

Inzwischen haben sich immer fromme Pilger in Seefeld eingefunden und die Erzherzoge waren auch öfters Zeugen davon, und so erstand dieser Kirche wieder ein großer Gönner, nämlich der Landesfürst Ferdinand II., der Gemahl der berühmten Philippine Welser. Derselbe ließ ober der Sakristei in der Kirche im Jahre 1574 durch den Baumeister Albert Luches eine Kapelle bauen zur würdigern Aufbewahrung der wunderbaren Hostie. Die Einweihung dieser Kapelle zu Ehren der heiligen Martyrer Vitus und Modestus geschah am 20. Juli 1576, und an diesem Tage wurde auch die heilige Hostie feierlich übertragen. Auch schenkte er im Jahre 1586 der Kirche zur Aufbesserung der Pfarreinkünfte den Burgfrieden Schloßberg mit allen Erträgnissen und den sogenannten Kirchwald, dessen Grenzen und Marken er selbst bestimmte, und den die Kirche noch besitzt. Die von ihm neugebaute heilige Blutskapelle wurde reichlich ausgestattet und von hohen und höchsten Personen, von denen viele hieher wallfahrteten, der heiligen Messe beiwohnten und da kommunizirten, durch kostbae Verehrungen mit wahrhaft königlicher Pracht ausgeschmückt. Artistisch merkwürdig in dieser Beziehung ist auch besonders das Altarblatt, gemalt von Daponte, und der Tabernakel, verfertiget von einem Meister Marc-Antonio Fava aus Mailand.

Im Jahre 1604 vollendete der Landesfürst Maximilian der Deutschmeister den schon von Kaiser Maximilian I. begonnenen, aber nach dessen Tod ins Stocken gerathenen Bau des Klosters und übergab es wohl dotirt den 20. September 1604 mit sammt der Pfarre den Augustiner Eremiten. In den Gängen des Klosters wurden Gemälde angebracht von der ganzen Geschichte des Oswald Milser, von der Erbauung der Kirche und des Klosters und deren Uebergabe an die Eremiten.

Im Kloster selbst wurden an der mittägigen Seite Fürstenzimmer hergestellt und ein Fürstensaal, in denen die Erzherzoge oft wohnten, wenn sie aus Andacht oder der Jagd wegen nach Seefeld kamen. Kaiser Karl VI. erneuerte 1724 die Blutskapelle und verschönerte den Zugang zu derselben mit 19 Marmorstufen. Auch ließ er längs dieser Stiege an der Seitenwand 12 Tafeln aufhängen, auf welchen in 12 Sprachen ganz kurz das Ereigniß mit Oswald Milser und der heiligen Hostie zu lesen ist. Die glorreiche Kaiserin Maria Theresia ließ noch im Jahre 1762 die veralteten Altäre erneuern und einige Reparaturen im Kloster anbringen, auch schenkte sie hieher kostbare Paramente.

Aufhebung des Klosters

Alles dessen ungeachtet wurde dieses Kloster, das Denkmal frommen Sinnes so vieler fürstlichen Häupter, nachdem es 181 Jahre bestanden, bald nachher, am 3. März 1785, also gerade vor 100 Jahren, aufgehoben und den Augustiner Eremiten die Räumung desselben anbefohlen. Der ganze Reichthum der Kirche, bestehend aus 500 Pretiosen, die hohe und höchste Personen des In- und Auslandes als Bitt- und Dankopfer auf den Altar des heiligen Blutes niederlegten, wurde weggenomnmen. Alle diese Kostbarkeiten hatten auch bedeutenden geschichtlichen Werth, weil bei den meisten zugleich die Namen der meist aus hohen und uralten Geschlechtern opfernden Personen sammt der Jahrzahl beigesetzt waren.

Die Seelsorge wurde den Zisterziensern von Stams übergeben und die leeren Räume der Kirche und des Klosters 1786 ihnen pachtweise überlassen.

Im Jahre 1800 kaufte das Stift Stams sämmtliche seefeldische Kloster-Realitäten um 27000 fl. und verpflichtete sich zur Einhaltung der Baulichkeiten, zur Beischaffung des erforderlichen Kirchenaufwandes, zur Besetzung mit Stiftsindividuen und Persolvirung sämmtlicher Stiftungen.

Im Jahre 1805 im November wurde unsere schöne Kirche nicht nur von außen, sondern auch von innen arg zugerichtet, indem der französische General Rey 800 Mann hineinlegen ließ. Besonders gingen bei dieser Gelegenheit fast alle Geräthschaften verloren. Die in der Sakristei befindlichen Kästen wurden erbrochen, alle leinenen Kirchenparamente wurden geraubt, das Silber von den Altarzierden, das Kostbare von den Kirchenornamenten herabgerissen, und mit diesen allerlei höhnischer und entehrender Frevel getrieben. Ja sogar von dem uralten Meßgewande (das noch vorhanden ist), das aus dem dunkelgrünen sammtenen Mantel gemacht worden war, den Oswald Milser in der Kirche bei seiner verhängnißvollen Kommunion am 25. März 1384 getragen und den er mit sich ins Kloster gebracht hatte, wurden noch die guten Borten herabgeschnitten. Doch das Alles war noch nicht genug!

Am 5. Dezember 1807 setzte die bairische Regierung in Tirol alle Klöster unter die Administration, das heißt so viel, als hob sie auf. Die dem Stifte Stams als eigen gehörigen Klostergüter in Seefeld wurden feilgeboten und von zwei gemeinschaftlichen Käufern am 7. März 1808 um 20.300 fl. ersteigert. Die Geistlichkeit mußte ausziehen und das Gesindehaus als Widdum übernehmen.

Kurz darauf, nämlich im Sturmjahre 1809 am 31. Juli, legten feindiche Soldaten Feuer an mehrere Häuser, wobei der Pfarrhof, das Posthaus und noch 14 andere Wohngebäude ein Raub der Flammen wurden und 19 Familien dadurch in die tiefste Armuth versanken. Kirche und Kloster wurden dadurch sehr beschädigt, der Kichthurm ausgebrannt und zur Hälfte zerstört, die Glocken geschmolzen und davon noch bei 12 Zentner Glockspeise gestohlen. Das Gewölbe und die Säulen der Kirche standen noch, diese überdauerten den schrecklichen Brand. Weil aber jetzt die Feinde zuwenig Obdach mehr hatten für ihre Pferde, so trieben sie dieselben hinein in diese ausgebrannten, ehrwürdigen Räume, und so wurde aus diesem einst so herrlichen Gotteshause zuletzt noch ein Pferdestall. Wer sollte da nicht weinen und wehklagen, wie der Prophet Jeremias auf den Trümmern der Stadt Jerusalem!? Wer sollte da nicht den Vorsatz machen, durch innige Anbetung und Verehrung dem Herrn wenigstens einigen Ersatz zu leisten für alle Unehre, die ihm hier widerfahren?

Es kostete viele Mühe und große Auslagen, um Alles einigermaßen wieder herzustellen, und besonders in den letzten Jahren hat man angefangen, dieses altehrwürdige, hochberühmte Gotteshaus stilgerecht zu renoviren. Gerade bei dieser 500jährigen Säkularfeier sind zwei neue gothische Altäre hineingekommen, während an der neuen Kanzel jetzt gearbeitet wird. O wie gerne und fleißig würde man die Renovation fortsetzen, wenn nur immer die Mittel dazu vorhanden wären! Wie mancher Gebildete und Reiche findet zwar noch Vieles auszustellen, hat aber nicht die Gnade, auch nur Einen Kreuzer zur Ehre Gottes zu geben!

(Fortsetzung folgt)

CORDULA PEREGRINA – KRIPPE UND ALTAR

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Oberhalb des Marktes Schwaz in Tirol liegt auf einem Bergvorsprung das alte Schloß Freundsberg. Noch steht wohlbehalten und bedacht der hohe, starke Turm und ein Teil der Ritterburg, in welchem ein kleines Wohnhaus sich befindet. An dieses angebaut ist auch eine gar liebe Kapelle, wo das heiligste Sakrament aufbewahrt wird. Hierher hatte nun vor wenigen Jahren die „Misericordia Domini“, die Barmherzigkeit Gottes, ein Menschenkind hoch vom nördlichen Deutschland herabgeführt, nachdem sie es aus dem Dunkel und Dämmerscheine der Irrlehre an das helle Tageslicht katholischer Wahrheit gezogen.
Dort auf Freundsberg, inmitten einer braven Handwerkerfamilie, hatte das Menschenkind Herberge genommen in unmittelbarer Nähe unter einem Dache mit dem Herrn des Himmels und der Erde, der ebenfalls dort im Kirchlein seine Wohnung aufgeschlagen. Und dort nun ist dieses Büchlein entstanden. Was der betrachtenden Seele in stiller Stunde das ewige Licht von dem Herrn im heiligen Tabernakel erzählt hat, hat sie hier aufgeschrieben sich selbst und anderen Menschen zu einem Behelfe und gutem Troste! Es erzählt von der Liebe des ewigen Wortes, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat und noch immer wohnt.
Es ist eine bekannte Thatsache, daß Konvertiten, zumal in der ersten Zeit nach ihrer Rückkehr zur katholischen Kirche, unter allen Geheimnissen das des hochheiligsten Altarssakramentes am lieblichsten finden, und ihm ihre wärmste Aufmerksamkeit schenken. Kein Wunder! Die armen Protestanten haben ja von Christo nichts als sein gedrucktes Wort. Je gläubiger sie indes dies Wort aufnehmen, desto mehr werden sie sich sehnen nach ihm, der „umherging und Gutes that“, und desto mehr müssen sie sich verlassen fühlen, weil sie ihn, der in der Geschichte der heiligen Evangelien leibt und lebt, nicht mehr auf Erden finden.
Sie sind und fühlen sich verwaist trotz des treuen Wortes, das sie von ihm in der Bibel lesen. „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen.“ So müssen sie nach ihm dürsten, nach seiner heiligen Nähe schmachten, ihn suchen mit dem Herzen. Aber ihr armer Glaube zeigt ihn nirgends auf Erden.
Allein von dem Augenblicke an, wo sie zur Wahrheit der katholischen Kirche zurückgekehrt sind, wo sie, von ihr geführt, zum Altare kommen, wo sie das erste Mal mit vollem Glauben hören und verstehen. „Sieh‘ da das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt!“ da wird ihr Sehnen gestillt, da fühlen sie sich daheim, da empfinden sie die Nähe des erbarmungsvollen Herzens, das alle Mühseligen und Beladenen zu sich ruft zu freundlicher Erquickung; da kann Herz zu Herz und Mund zu Mund sich aussprechen und das Auge sich in Dank und Liebe ausweinen vor ihm, der sie von Ewigkeit geliebt und erbarmend an sich gezogen.
Da ist nicht mehr bloß toter Buchstabe, der vom Herrn erzählt, ist nicht mehr bloß ein stummes Bild, das den abwesenden Heiland bedeutet; da, in dem „Gezelt Gottes unter den Menschen“, ist er selbst, Jesus Christus, ist er ganz und wahr und wesenhaft im vollsten Leben zugegen. Noch mehr, hier im heiligsten Sakramente finden sich alle die einzelnen Geheimnisse seines Lebens nicht etwa nur im Bilde, sondern sie erneuern sich, setzen sich fort wirklich und wesenhaft und in voller Wahrheit, und es fügt dies heilige Sakrament denselben neue Züge voll Anmut, Liebreiz, Mannifaltigkeit und Menschenfreundlichkeit hinzu.
Hier erneuert sich seine Menschwerdung. In seiner ersten Herabkunft wurde er das Geschenk für die ganze Welt; hier auf dem Altare wird er das Geschenk für jede einzelne Seele. Dort wie hier ist er ein verborgener Gott, aber während in der Menschwerdung nur die Gottheit sich verbarg, ist hier in noch größerer Entäußerung sogar die Menschheit verschleiert. Wollten wir endlich alle die Wunder berücksichtigen, welche in der unbegreiflichen Vereinigung der zweiten göttlichen Person mit der menschlichen Natur stattgefunden, so würden wir ähnliche in der geheimnisvollen Wandlung des Brotes in den Leib des Herrn entdecken.
Hier erneuert sich sodann die Geburt des Herrn in geheimnisvoller Weise: „Das Kind“, sagt Peter Faber, „wird in Bethlehem geboren, dem Hause des Brotes, und zwar geboren in einer Krippe, wie um anzudeuten, daß es die Nahrung des Menschen sein sollte. Der Altar und die Krippe bieten zu viele Vergleichungspunkte dar, als daß es nötig wäre, sie besonders hervorzuheben. Die Windeln von Bethlehm sind die Gestalten der Hostie. Die Wandlung in der Messe entspricht dem Geheimnis der Geburt, und die verschiedenen Dienstleistungen seiner Priester, die seinen anbetungswürdigen Leib vertraulich berühren, sind eben nur so viele Erinnerungen der mannigfaltigen Dienste, die er aus den Händen seines Nährvaters, des heiligen Joseph zu empfangen sich herabließ, so daß wir, wenn wir zuerst über das eine und dann über das andere dieser Geheimnisse nachdenken, denselben Gedankengang in unserem Geiste und dieselben Gebete auf unseren Lippen finden.“
Hier setzt sich ferner das Leben des Gottmenschen im stillen Häuschen zu Nazareth fort. Zwei Dinge kennzeichnen das Jugendleben des Heilandes, insoweit es nach außen getreten: Verborgenheit in armer Hütte, und Gehorsam gegen seine Eltern. Und derselbe Heiland, wie tief verschleiert, wie still gehorsam ruht er nicht im heiligsten Sakramente! Aber das innere Leben, das Leben seines Herzens, die Anbetung seines Vates, und die Liebe zu den Menschen, ist hier gleichsam vertausendfacht, nach der Zahl der Altäre, auf welchen er in heiliger Hostie zugegen ist.
Hier setzt er auch die Lehren, die Wunder, die Beispiele seines öffentlichen Lebens fort, mit dem Unterschiede, daß sie hier nur dem Glauben wahrnehmbar sind, dort aber auch den Blicken und dem Gehöre des Leibes zugänglich waren. Er ist ja im heiligsten Sakramente noch ganz derselbe, von dem ein Augenzeuge berichtet hat: „Er zog herum und that Gutes.“ Jawohl – Gutes thun im verborgenen, das ist das ganze Geschäft des Herrn in der Hostie. Hier heilt er Kranke, tröstet er Betrübte, erleuchtet er Blinde, nährt er die gläubige Volksmenge mit dem Wunderbrote; hier verzeiht er den Reuigen, belehrt er die Unwissenden, ermutigt er die Zagenden, hier leuchtet das Beispiel seines Seeleneifers, seiner Sanftmut, seiner Demut, wenn möglich, in noch helleren, gewiß aber in noch rührenderen Zügen als selbst in seinem sichtbaren Wandel auf Erden.
Hier setzt er vor allem das Geheimnis seines Leidens und Sterbens fort. Hier ist dasselbe heilige Mahl, das er am Vorabende seines Todes den Jüngern bereitet und ausgeteilt, hier ist derselbe Priester, dasselbe Opfer, wie auf Golgatha. Auch das Sterben geht hier vor, und zwar mehr als im bloßen Bilde, in tiefverborgener geheimnisvoller Weise, wenn der Priester durch das Schwert des Wortes in unblutiger Trennung den Leib und das Blut des Herrn sondert. (Gregor v. Naz.)
Endlich führt der Herr im heiligsten Sakrament auch ein verherrlichtes Leben im Himmel. Es ist ja der verklärte Leib, den wir gegenwärtig anbeten auf unseren Altären. Und wenn der Apostel von dem Heilande im Himmel sagt: er lebe dort, „um immerdar fürzubitten für uns“, gilt dies nicht ganz genau von seiner stillen Thätigkeit auf dem Altare? Ist es nicht ein ununterbrochenes Gebetsleben, das er hier führt? Und läßt er nicht auch hier seine Auserwählten schon im vorhinein trinken von dem Strome himmlischer Wonne, beseligender Entzückung?
So hat sich denn der Herr in der That seiner Kirche im Altarssakrament hingegeben mit der ganzen Fülle seines Seins, seiner Gnaden, seiner Liebe. Wie die sieben Grundfarben sich zu dem einen weißen Sonnenstrahl vereinen, in ihm sich verschmelzen, umwandeln, verbergen, so haben sich die sieben großen Geheimnisse des Gottmenschen, die Menschwerdung, die Geburt, das verborgene Leben in Nazareth, das öffentliche Leben, Leiden und Tod, die Auferstehung und die Verherrlichung im Himmel in dem einen größten Geheimnisse, im Sakrament der Liebe, im Denkmale seiner Wunder, vereint, verschmolzen und verborgen.
Und wie nun die Sonne am Himmel hinzieht durch den Kreis und Umlauf des Erdenjahres, so wandelt und wandert die Geistessonne, das hochheiligste Sakrament mit seiner Glut, mit seinem Leuchten, hindurch im Festkreise des Kirchenjahres. Wie von ihm aus bis in die äußersten Kreise des Lebens der Strom der Gnaden geht, so kehrt auch das kirchliche Leben von seinen äußersten Verzweigungen wieder zu ihm zurück. In der heiligen Messe konzentriert sich dies ganze gottesdienstliche Leben der Kirche. Wem gelten denn nun die Gebete, die Gesänge, die hohen Gedanken und Empfindungen mit ihren eigentümlichen Färbungen, welche die Kirche in den Tagen der heiligen Weihnacht, der Karwoche, der Ostern und der Pfingstfeste zur Zeit der Meßfeier darbringt? Wem denn anders als ihm allein, der in der heiligen Hostie bleibt und lebt, Christo, gestern und heute derselbe! So wird in der That der „Festkreis des Kirchenjahres von dem Sehnen in dunkler Adventsnacht bis zum hellen Osterjubel, bis zum sonnendurchleuchteten Pfingstmorgen nichts anderes, als diese ewige Gegenwart, ewige Menschwerdung, das stete Lehren, Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen des Herrn in seiner Kirche, den gesamten Gottesdienst durchdringend, in welchem so die große That der Welterlösung immer aufs neue lebendig und wahrhaftig vor den Augen der christlichen Gemeinde sich vollzieht.“ (Hettinger, Apologie.)
Es wäre gewiß ein vedienstvolles Unternehmen, alle diese wundervollen Beziehungen, die Erinnerung und Fortsetzung der sieben großen Abschnittte des Lebens Jesu im heiligsten Altarssakramente durch eine gediegene Schrift darzuthun; es würde ein solches Buch gleichsam ein fünftes Evengelium, das Evangelium des Altarssakramentes werden. – Soviel ich weiß, ist ein solches Werk noch nicht verfaßt worden, wenigstens kenne ich keines in einer auch dem gläubigen Volke faßlichen Darstellungs- und Sprachweise.
In dem vorliegenden Buche von C. Wöhler ist damit aber ein Anfang gemacht. Es ist darin Eines der sieben Geheimnisse, wohl das lieblichste und zarteste von allen, das Geheimnis der Geburt mit Berührung zweier anderer, nahe liegender Geheimnisse in seiner Beziehung zum heiligsten Sakramente dargetahn; es erzählt uns, wie das Kindlein von Bethlehem sein Leben und Wirken erneuert und fortsetzt im heiligsten Geheimnisse des Altares. Indem sich diese Betrachtungen eng an die kirchliche Reihenfolge der Feste vom ersten Adventssonntage bis zum Feste der Lichmesse anschließen, stehen sie auf dem festen, fruchtbarsten Boden des kirchlichen Gottsdienstes. Indem sie aber ausgehen von der Teilnahme und dem Mitleben, welches das gläubige Volk in Tirol zu diesen gottesdienstlichen Festlichkeiten mitbringt, beruhen sie auf dem interessanten, lebendigen, beweglichen Boden des Volkslebens, werden dadurch dem Volke selbst verständlich, wirken anregend, zum Nachdenken auffordernd, und dienen zur Weckung jener Seelenstimmung, welche das gläubige Gemüt dem Festkreise der Weihnachten entgegenbringen soll, um innerlich gehoben, erfreut, beseligt zu werden durch die Geburt des Herrn. Beides aber, Kirchenleben und Volksleben in heiliger Advents- und Weihnachtszeit führen auf den Einen Gegenstand katholischer Liebe, auf das Kindlein in der Hostie hin, sowie sie beide von ihm ihr schönstes Licht, ihre süßeste Verklärung und ihre gottgefällige Heiligung finden. –
Darum wünsche ich dem Buch Glück auf seiner Reise, freundliche Aufnahme bei zahlreichen gläubigen Herzen, den Lesern des Buches aber gelte der apostolische Wunsch, daß sie wachsen in Gnade und in Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, dem Ehre sei jetzt und in den Tagen der Ewigkeit. Amen. (II. Petr. 3,18.)Am Feste des seligen Petrus Canisius 1880, P. Fr. Hattler S.J.
VORREDE zum Buch: „Krippe und Altar oder Weihnachten in der Eucharistie“ – Betrachtungen von C. Wöhler. Sechste, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit oberhirtlicher Druckgenehmigung. Regensburg 1902. Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz Buch- u. Kunstdruckerei, A.-G. München-Regensburg.
Archivexemplar des Immaculata-Verlags, Appenzell, Schweiz. Transkription von mir [POS]
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LEBENSLAUF VON CORDULA WÖHLER (WIKI):

Cordula Wöhler später Cordula Schmid, Pseudonym Cordula Peregrina (* 17. Juni 1845 in Malchin; † 6. Februar 1916 in Schwaz, Tirol), war eine religiöse Schriftstellerin und Dichterin, von der auch der Text des im gesamten deutschen Sprachraum verbreiteten Kirchenliedes „Segne Du Maria“ stammt.

Cordula Wöhler war die Tochter des Theologen Dr. Wilhelm Wöhler (1814-1884), zur Zeit ihrer Geburt Schulrektor in der mecklenburgischen Landtagsstadt Malchin, später evangelisch-lutherischer Pastor von Lichtenhagen bei Rostock. Ihre erste Begegnung mit dem katholischen Glauben hatte die junge Frau über die Bücher der geistlichen Schriftsteller Christoph von Schmid und Alban Stolz.

Im August 1864 bereiste Cordula mit ihrer Familie Thüringen, Bayern, Tirol und die Schweiz. Hier erlebte das Mädchen erstmals selbst den katholischen Gottesdienst, der nach eigenem Bekunden wegen seiner Pracht und Sakralität „großen Eindruck“ auf sie machte. Sie trat daraufhin in einen langen Briefwechsel mit Professor Alban Stolz ein.

Nach einem erneuten Urlaubsaufenthalt mit den Eltern 1868 in Süddeutschland entschloss sich die junge Frau zum katholischen Glauben zu konvertieren. Im März 1869 wurden die Eltern darauf aufmerksam und es kam zu heftigen Kontroversen mit ihnen. Mit 25 Jahren erklärte Cordula Wöhler 1870 ihre Großjährigkeit und teilte den Eltern den definitiven Entschluss zum Glaubenswechsel mit. Diese warfen sie daraufhin aus dem Haus, da sie als Katholikin nicht länger in einem evangelischen Pfarrhaus wohnen könne.

Unter dem Eindruck dieser tragischen, persönlichen Ereignisse reimte Cordula Wöhler damals eine selbstverfasste Gebetshymne an Maria, zu der sie vertrauensvoll ihre Zuflucht nahm. So entstand am letzten Tag des Monats Mai 1870 ihr berühmtestes Gedicht „Segne Du Maria, segne mich, Dein Kind“, das der niederbayerische Kirchenkomponist Karl Kindsmüller (1876 – 1955) später vertonte.

Heute zählt es zu den volkstümlichsten Marienliedern im deutschen Sprachraum, vor allem in Bayern, Österreich und Tirol; dort ist es zum Gemeingut geworden und kann von den meisten Gläubigen auswendig gesungen werden. Vor 1975 war es in fast allen süddeutschen Diözesangesangbüchern enthalten und wurde auch in diverse Regionalteile des seither eingeführten katholischen Einheitsgesangbuches „Gotteslob“ übernommen.

Am 10. Juli 1870 trat Cordula Wöhler zu Freiburg im Breisgau in die katholische Kirche ein. Das Glaubensbekenntnis legte sie vor dem Erzbistumsverweser und Weihbischof Lothar von Kübel ab. Drei Tage später wurde sie gefirmt und am 16. Juli empfing sie erstmals die heilige Kommunion.

Ab März 1871 lebte die Konvertitin in Tirol. Lukas Tolpeit, der Pfarrkurat von Eben am Achensee, hatte ihr eine Stelle im dortigen Pfarr-Widum angeboten. Nebenher schrieb sie Gedichte und verfasste religiöse Schriften. Dann zog sie nach Schwaz und kam schließlich bei einem jungen Paar auf dem Freundsberg bei Schwaz unter.

Hier überarbeitete sie ihr später weit verbreitetes Buch „Was das Ewige Licht erzählt“, das in 25 Auflagen erschien und sie weiter bekannt machte. In dieser Zeit war der Franziskanerpater Arsenius Niedrist ihr Seelenführer. Andere Publikationen folgten, sowohl in Prosa, als auch Werke religiöser Lyrik. Teilweise erschienen sie unter dem Pseudonym „Cordula Peregrina“.

Eine Lebenszäsur trat 1876 ein. Josef Anton Schmid aus Oberstaufen im Allgäu wandte sich an die Dichterin und bat sie um ein „frommes Gedicht“ für eine Gedenktafel, die er dem im Rufe der Heiligkeit stehenden Jesuiten Pater Jakob Rem an seinem Geburtshaus in Bregenz widmen wollte.

Zwischen Josef Anton Schmid und Cordula Wöhler entstand ein intensiver Briefwechsel, der auf Grund ihrer beider Seelenverwandtschaft in eine Verlobung mündete, noch ehe sie sich persönlich kannten. Das Paar heiratete schließlich zu Riezlern im Kleinwalsertal und zog nach Bregenz. Cordula Wöhler hieß amtlicherseits nun Cordula Schmid, blieb aber unter ihrem Geburtsnamen allgemein bekannt. 1881 übersiedelte das Ehepaar nach Schwaz, wo es ein Haus in der Innsbrucker Straße erwarb und später zwei Waisenkinder adoptierte.

Hier lebte und wirkte Cordula Wöhler weiter als religiöse Dichterin bzw. Schriftstellerin und zusammen mit ihrem Mann als Aktivistin in der katholischen Pfarrgemeinde. Sie starb dort am 6. Februar 1916; ihr Mann folgte ihr schon am 25. Mai des gleichen Jahres nach. Beide liegen an der Südwand der Pfarrkirche von Schwaz begraben.

Das Verhältnis zur Familie hatte sich nach und nach verbessert. Schließlich stand sie mit den Eltern und ihrer Schwester wieder in brieflichem Kontakt und wurde auch gelegentlich von ihnen in Schwaz besucht. In ihrer norddeutschen Heimat ist Cordula Wöhler jedoch nie mehr gewesen.

101 JAHRE ALTE FRAU EMPFÄNGT DIE ERSTKOMMUNION

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Doña Penha beim Empfang ihrer Erstkommunion im Alter von 101 Jahren am 28. September 2016. Foto: Pflegeheim Unserer Lieben Frau vom Karmel, Rio de Janeiro

 

Mit ihren 101 Jahren Lebenserfahrung hat Doña Penha schon einiges gesehen und erlebt. Aber die über ein Jahrhundert alte Frau erlebte am 28. September etwas Neues: Bei der heiligen Messe erhielt sie zum ersten Mal die heilige Kommunion.

Für alle, die dabei waren, war diese Erstkommunion in einem brasilianischen Altersheim ein großartiges Zeugnis der Liebe Gottes.

„Es war ein sehr schöner Moment, der uns zeigte, dass es nie zu spät ist, die Eucharistie zu empfangen, was für jemanden, der Gott sucht, weder Zeit noch Scham verhindern können“, sagte die Verwaltungsassistin des Heims, Josiane Ribeiro. So etwas zu erleben, fuhr sie fort, bestätige auch einen selbst wieder im Glauben.

Ribeiro sagte gegenüber CNA, dass Doña Penha vor etwa einem Jahr in dem Pflegeheim untergebracht worden war, dass Schwestern vom Orden unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Fatima betreiben. Das Heim hat eine eigene Kapelle, in der werktags die heilige Messe gefeiert wird.

Diese begann Doña Penha zu besuchen, zusammen mit anderen Frauen. Eines Tages bat sie darum, zur Beichte gehen zu dürfen. Dabei stellte Pfarrer Domingos Sávio Silva Ferreira fest, dass sie noch nicht die Erstkommunion erhalten hatte und bat die Schwestern, sie auf den Empfang des Sakraments vorzubereiten.

Nach dieser Vorbereitung empfing Doña Penha zum ersten Mal die Kommunion. Wie das Heim mitteilte, konnten alle Anwesenden miterleben, dass „sie sich das sehr gewünscht hatte“. Selbst mit 101 Jahren sei sie „sehr klar, und bereitete sich mit offenem Herzen auf die Erstkommunion vor“.

Für Ribeiro war der Anlass auch Gelegenheit, Zeugnis abzulegen für die Liebe Gottes – nicht nur den Mitbewohnern des Heims gegenüber, sondern auch den vielen Menschen, die nun ihre Geschichte über die Medien gehört und gelesen haben.

„Wir haben die Fotos des Tages auf die Facebookseite des Heims gestellt, und viele Menschen sahen diese, kommentierten und gratulierten“, sagte Ribeiro.

Hunderte „Likes“ und „Shares“ gab es, sowie viele Kommentare wie diesen: „Es ist immer Zeit, und jetzt war es ihre! Gott segne Dich!“

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Quelle

Generalaudienz: Eucharistie verwandelt uns in Leib Christi

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Generalaudienz in der Aula an diesem Mittwoch, 17. August 2016

„Wenn Jesus uns eine Gnade schenkt, uns die Sünden vergibt, uns umarmt und liebt, dann macht er die Dinge nie halb, sondern immer ganz.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. „Jesus ist nicht kalt, er hat kein kaltes Herz, sondern er erbarmt sich der Menschen.“

Der Papst deutete die Erzählung von der wundersamen Brotvermehrung im Matthäusevangelium (14,13-21) aus. Zunächst einmal sei erstaunlich, wie hartnäckig die Leute Jesus gefolgt seien, überlegte er. Den Herrn habe diese Anhänglichkeit der Menge innerlich bewegt, und er habe sich ohne Pause mit den Menschen beschäftigt. „Sein Mitgefühl ist kein vages Gefühl; es zeigt hingegen die ganze Kraft seines Willens, uns nahe zu sein und zu retten. So sehr liebt er uns, und er will uns nahe sein!“

Nicht nur gepredigt habe Jesus, sondern sich auch darum gesorgt, ob seine Zuhörer etwas zu essen hätten. „Jesus kümmert sich um die, die ihm folgen. Und er will auch seine Jünger darin einbeziehen. Darum sagt er: Gebt ihnen etwas zu essen! Und dann zeigt er ihnen, dass die wenigen Brote und Fische, die sie hatten, dank der Kraft des Glaubens und des Gebets für alle reichten. Das ist ein Wunder, das er wirkt – aber ein Wunder des Glaubens, des Gebets… Der Herr kommt den Bedürfnissen der Menschen entgegen, aber er will, dass jeder von uns konkret an seinem Mitfühlen teilnimmt.“

Gott kommt den Bedürfnissen entgegen

Franziskus machte darauf aufmerksam, dass Jesus nach Aussage des Matthäus-Evangeliums gebetet, dann das Brot gebrochen und weitergegeben habe. „Das sind dieselben Zeichen, die Jesus auch beim Letzten Abendmahl getan hat – genau  dieselben. Es ist auch genau das, was jeder Priester tut, wenn er die Eucharistie feiert. Die christliche Gemeinschaft entsteht unaufhörlich neu aus dieser eucharistischen Gemeinschaft.“

Die Gemeinschaft – italienisch „communione“ – mit Christus zu leben, sei also „alles andere als passiv zu bleiben, entrückt vom täglichen Leben“. „Im Gegenteil: Es schreibt uns immer mehr in die Beziehung zu den Männern und Frauen unserer Zeit ein, um ihnen das konkrete Zeichen der Barmherzigkeit und Aufmerksamkeit Christi anzubieten. Während wir uns von Christus nähren, verwandelt die Eucharistie, die wir feiern, auch uns selbst immer mehr in den Leib Christi und in geistliche Nahrung für unsere Geschwister. Jesus will alle erreichen, um allen die Liebe Gottes zu bringen! Und darum macht er aus jedem Glaubenden einen Diener der Barmherzigkeit.“

Jesus will alle erreichen

Die Erzählung von der wundersamen Brotvermehrung mache klar, was Jesus von seinen Jüngern erwarte – bis heute. „Sie kennen jetzt den Weg, der zu gehen ist: das Volk ernähren und zusammenhalten; das heißt, im Dienst am Leben und an der Gemeinschaft zu stehen. Bitten wir den Herrn, dass er die Kirche immer mehr befähige zu diesem heiligen Dienst. Und dass jeder von uns ein Werkzeug der Gemeinschaft sein möge in der eigenen Familie, am Arbeitsplatz, in der Pfarrei und in anderen Gruppen – ein sichtbares Zeichen der Barmherzigkeit Gottes. Sie will niemanden in Einsamkeit und Not lassen…”

(rv 17.08.2016 sk)

Papst Franziskus ermutigt, das Allerheiligste Sakrament zu besuchen

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Kardinal Angelo Bagnasco / Quelle: CEI – Italienische Bischofskonferenz

Schreiben an den Präsidenten der Italienischen Bischofskonferenz
anlässlich des 26. Eucharistischen Kongresses in Italien

Mit einem Schreiben vom Mittwoch, dem 6. Juli, ernannte Papst Franziskus den Präsidenten der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, zum Päpstlichen Sondergesandten beim 26. Eucharistischen Kongress in Italien, der vom 15. bis zum 18. September 2016 in Genua stattfinden wird. Kardinal Bagnasco ist auch Erzbischof von Genua.

In seinem in lateinischer Sprache verfassten Brief ermutigt der Papst die Christen „möglichst täglich“ und „insbesonders in den schwierigen Momenten des Lebens“, das in den Kirchen aufbewahrte und „oft im Stich gelassene“ Allerheiligste Sakrament zu besuchen.

Dies sei eine Gelegenheit um „mit kindlicher Liebe“ mit Christus zu reden, ihn so „in der Stille“ anzuhören und sich ihm „in Ruhe anzuvertrauen.“ (pdm)

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Quelle

Siehe auch:


Al Venerabile Fratello Nostro

Angelo S.R.E. Cardinale Bagnasco

Arcivescovo Metropolita di Genova

Presidente della Conferenza Episcopale Italiana

Abbiamo appreso con grande gioia che nei giorni 15-18 del prossimo mese di settembre sarà celebrato nella illustre città di Genova il Congresso Eucaristico Nazionale Italiano.

All’evento parteciperanno molti Fedeli Cristiani italiani: Cardinali, Vescovi, Sacerdoti, Religiosi, Religiose e Laici per celebrare “la fonte viva della Chiesa e il pegno della gloria futura” (Unitatis Redintegratio, 15).

Desiderando aggiungere ancor maggiore decoro all’evento che sarà celebrato, abbiamo rivolto il Nostro pensiero a Te, Venerabile Fratello Nostro, solerte Arcivescovo Metropolita della stessa città e Presidente della Conferenza Episcopale Italiana.

Per questo ti eleggiamo e nominiamo Nostro Inviato Speciale, affinché rappresenti in questo Congresso Eucaristico la Nostra persona e sia interprete e messaggero dei desideri e delle esortazioni che Noi portiamo in cuore, ben certi che, per le tue nobili doti di animo e d’ingegno e per la tua esperienza pastorale, adempirai con grande diligenza, con l’aiuto dello Spirito Santo, la missione che ti affidiamo.

In questa fausta circostanza che ci viene offerta esortiamo tutti i Fedeli partecipanti ad onorare sempre più la santissima Eucaristia, “sacramento di pietà, vincolo di carità e convito pasquale” (Sacrosantum Concilium, 47), e a nutrirsene per essere fraternamente uniti tra loro e per cooperare all’edificazione della Chiesa e al bene del mondo.

Vogliamo inoltre esortare tutti a visitare – se possibile, ogni giorno – soprattutto nelle difficoltà della vita, il Santissimo sacramento dell’infinito amore di Cristo e della sua misericordia, conservato nelle nostre chiese, e spesso abbandonato, per parlare filialmente con Lui, per ascoltarLo nel silenzio e per affidarsi tranquillamente a Lui.

Inoltre con tutta la Chiesa diciamo e, ancor meglio, cantiamo con grande fede: “Tantum ergo sacramentum veneremur cernui et antiquum documentum novo cedat ritui; praestet fides supplementum sensuum defectui. Genitori Genitoque laus et iubilatio, salus, honor, virtus quoque sit et benedictio; Procedenti ab Utroque compar sit laudatio. Amen.”

Infine supplichiamo Dio affinché, per l’intercessione della Santissima Madre di Dio, faccia nascere da questo Congresso Eucaristico Nazionale abbondanti frutti spirituali, mentre, come prova del nostro affetto impartiamo di tutto cuore la Benedizione Apostolica a Te, venerabile Fratello Nostro e a tutti i partecipanti, chiedendo preghiere per Noi e per il Nostro Ministero Petrino.

 

Dal Palazzo Vaticano, il Giorno 7 del mese di giugno dell’anno 2016, Giubileo della Misericordia, quarto del Nostro Pontificato.

 

Franciscus