Heroischer Tugendgrad für den „Cyber-Apostel der Eucharistie“

Carlo Acutis — Papst unterzeichnet Dekret über heroischen Tugenden Foto: Miracolieucaristici.org

Von María Ximena Rondón

VATIKANSTADT , 06 July, 2018 / 7:10 AM (CNA Deutsch).-

Papst Franziskus hat am gestrigen Donnerstag das Dekret unterzeichnet, in dem die heroischen Tugenden von Carlo Acutis anerkannt werden, einem Jugendlichen, der seine Krankheit für die Kirche aufopferte und seine Leidenschaft für Informatik nutzte, um zu evangelisieren und die Liebe zur Eucharistie zu verbreiten.

Der Heilige Vater empfing am 5. Juli im Vatikan den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Angelo Amato, und unterzeichnete die Dekrete, die vier Diener Gottes für ehrwürdig erklären; dazu gehörte auch Carlo Acutis.

Carlo Acutis wurde am 3. Mai 1991 in London geboren. Dort lebte seine Familie aus beruflichen Gründen. Später zog sie nach Mailand.

Mit sieben Jahren empfing er die Erstkommunion und von da an war sein Leben geprägt von einer tiefen Liebe zur Eucharistie, die er seine „Autobahn zum Himmel“ nannte.

Er nahm jeden Tag an der Heiligen Messe teil und betete auch den Rosenkranz, angespornt von seiner Liebe zur allerseligsten Jungfrau Maria, die er als seine Vertraute betrachtete.

Ebenso erteilte er Katechismusunterricht und half den Bedürftigen.
Sein intensives geistliches Leben führte ihn dazu etwas zu schaffen, das einige den „Bausatz zum Heiligwerden“ nennen. Er besteht aus der Heiligen Messe, der Kommunion, dem Rosenkranz, der täglichen Bibellesung, der Beichte und dem Dienst an den anderen.

Eine Biographie enthält Worte, die er zu diesen seinen Idealen gesagt hatte. Unter andere: „Unser Ziel muss das Unendliche sein, nicht das Endliche. Die Ewigkeit ist unsere Heimat. Seit jeher wartet der Himmel auf uns.“

Acutis entwickelte schon von klein auf sein Talent für die Informatik und wurde von den Erwachsenen, die ihn kannten, als ein Genie auf diesem Gebiet angesehen.

So verband er sein Faible für die Informatik mit seinem apostolischen Eifer und erstellte Computerpräsentationen zu Themen des Glaubens. Eine der herausragendsten handelt von eucharistischen Wundern in der ganzen Welt. Er hat sie im Alter von 14 Jahren angefertigt.

Als er erfuhr, dass er Leukämie hatte, opferte er seine Leiden für den Papst und die katholische Kirche auf. Er starb mit 15 Jahren, am 12. Oktober 2006, dem Fest der Virgen del Pilar (Unsere Lieben Frau auf dem Pfeiler).

Die Website „Famiglia Cristiana“ berichtete, dass der Jugendliche, noch bevor er wusste, dass er krank war, ein Video aufgenommen hatte, in dem er erklärte, er würde gerne in Assisi begraben werden, wenn er sterbe. Dort ruhen jetzt seine leiblichen Überreste.

Im Jahr 2007 veröffentlichte ein Journalist der vatikanischen Zeitung L’Osservatore Romano, Nicola Gori, ein Buch unter dem Titel „Die Eucharistie. Meine Autobahn in den Himmel: Eine Biographie von Carlo Acutis“ und 2016 präsentierte er einen weiteren Text: „Ein Informatikgenie im Himmel: Biographie von Carlo Acutis“.

Die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses wurde am 15. Februar 2013 eröffnet und am 24. November 2016 beendet. Sie wurde von der Diözese Mailand durchgeführt. Jetzt geht der Prozess im Vatikan weiter.

Die Liste der Eucharistischen Wunder des Dieners Gottes ist auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Mehr zu Carlo Acutis auf seiner Website

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Quelle

Paderborner Priesterkreis: Erzbischof Beckers Weisung ist unannehmbar

Paderborner Dom – Blick auf das beeindruckende romanische Westwerk

„Es gehört zum Wesen des Protestantismus, nicht den vollen katholischen Eucharistieglauben zu haben“ – „In einer echten Notlage müsste der Protestant zunächst zum Bußsakrament geführt werden“

Paderborn (kath.net) Der Paderborner „Priesterkreis Communio veritatis“ nimmt kritisch Stellung zur Entscheidung des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker, sich mit der umstrittenen DBK-Orientierungshilfe „intensiv vertraut machen und entsprechend seelsorglich verantwortbar handeln“. Becker hatte damit erlaubt, dass evangelische Christen in konfessionsverschiedenen Ehen die Einzelfall unter bestimmten Bedingungen die Erlaubnis zum Empfang der katholischen Eucharistie erhalten, kath.net hat berichtet.

kath.net dokumentiert die Erklärung des „Priesterkreises Communio veritatis“ in voller Länge:

Der Priesterkreis Communio veritatis hat sich intensiv mit dem Vorstoß Erzbischof Beckers befasst, der den Kommunionempfang für protestantische Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe in sogenannten Einzelfällen ermöglichen will.

Wir stellen einmütig fest, dass diese Weisung unannehmbar ist.

Unsere Vereinigung erklärt dazu folgendes:

1. Grundsätzlich gilt: „Um die heilige Kommunion zu empfangen, muss man der Katholischen Kirche voll eingegliedert sein und sich im Stand der Gnade befinden“ (KKKK 291).

2. In der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia des hl. Papst Johannes Paul II. lesen wir: „Die Ablehnung einer oder mehrerer Glaubenswahrheiten über diese Sakramente […] hat zur Folge, dass der Bittsteller nicht für ihren rechtmäßigen Empfang disponiert ist“ (EdE 46). Es gehört zum Wesen des Protestantismus, nicht den vollen katholischen Eucharistieglauben zu haben.

3. Bezüglich Kanon 844 § 4 CIC kann kein Diözesanbischof die Situation in einer konfessionsverschiedenen Ehe zur schweren Notlage erklären, um eine Interkommunion zu ermöglichen. (Kardinal Brandmüller sagte zur Deutung der schweren Notlage: „dass der Kanon sich auf Extremsituationen, wie sie in Krieg, Verfolgungen, auch Deportationen und Naturkatastrophen entstehen, bezieht“ (kath.net, 25.6.2018).

4. Kanon 844 § 4 des katholischen Kirchenrechts stellt für den Kommunionempfang eines nichtkatholischen Christen unter anderem die notwendige Bedingung, dass ein Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufgesucht werden kann.

5. Die in Nummer 1401 des Katechismus der Katholischen Kirche beschriebene rechte Disposition schließt notwendig auch das Freisein von schwerer Sünde ein. Daraus ergibt sich, dass der Protestant in einer echten Notlage zunächst zum Bußsakrament geführt werden müsste.

6. Im Hinblick auf das ewige Heil gibt es in ziemlich seltenen Ausnahmefällen die Möglichkeit, einzelne nichtkatholische Christen zum Bußsakrament, zur Krankensalbung und zur Eucharistie zuzulassen. Das setzt jedoch voraus, dass bestimmte, außergewöhnliche, durch genaue Bedingungen gekennzeichnete Situationen (siehe oben 2 bis 5) – wobei alle Punkte zutreffen müssen – gegeben sind. Es ist die Pflicht eines jeden, sich treu daran zu halten (vgl. Papst Benedikt XVI., Sacramentum Caritatis, 56).

Der Priesterkreis Communio veritatis bleibt fest entschlossen, in allem Jesus Christus und dem beständigen Lehramt der Katholischen Kirche zum Heil der Seelen treu dienen zu wollen.

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Nein zu „Vertuschung“: Predigt des Papstes in Ostia (voller Wortlaut)

Franziskus in Ostia

Papst Franziskus hat in der römischen Hafenstadt Ostia dazu aufgerufen, „die Mauern der Gleichgültigkeit und der Vertuschung niederzureißen“ und den Weg der „Legalität“ einzuschlagen. In seiner Predigt am Sonntagabend spielte er auf die Mafia-Probleme in Ostia an.

„Ihr habt schmerzliche Situationen erlebt; der Herr will euch nahe sein“, sagte Franziskus wörtlich. Wir dokumentieren hier die Predigt des Papstes bei der Messe in ihrer amtlichen Übersetzung.

„Im Evangelium, das wir gehört haben, wird vom Letzten Abendmahl berichtet, aber überraschenderweise liegt die Aufmerksamkeit mehr auf den Vorbereitungen als auf dem Abendmahl selbst. Es wiederholt sich mehrfach das Wort „vorbereiten“. Die Jünger fragen zum Beispiel: »Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?« (Mk 14,12). Jesus schickt sie mit genauen Angaben zur Vorbereitung und sie finden »einen großen Raum […], der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet« (V. 15) ist. Die Jünger gehen, um vorzubereiten, aber der Herr hatte schon vorbereitet.

Etwas Ähnliches geschieht nach seiner Auferstehung, als Jesus den Jüngern zum dritten Mal erscheint: Während sie fischen, erwartet er sie am Ufer, wo er schon Brot und Fisch für sie vorbereitet. Aber zugleich bittet er seine Jünger, etwas von dem Fisch herbeizubringen, den sie soeben gefangen haben und von dem er selbst gesagt hatte, wie sie ihn fischen sollten (vgl. Joh 21,6.9-10). Auch hier bereitet Jesus im Voraus vor und bittet die Seinen mitzuwirken. Noch einmal hatte Jesus kurz vor Ostern zu seinen Jüngern gesagt: »Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten […], damit auch ihr dort seid, wo ich bin« (Joh 14,2.3). Jesus ist derjenige, der vorbereitet, der gleiche Jesus, der wie vor seinem Hinübergang mit deutlichen Ermahnungen und Gleichnissen jetzt auch uns bittet, uns bereit zu halten (vgl. Mt 24,44; Lk 12,40).

Eucharistie ist die Reservierung des Paradieses

Jesus bereitet also für uns vor und bittet auch uns, vorzubereiten. Was bereitet er für uns vor? Einen Platz und eine Speise. Einen Platz, der viel würdiger ist als der „große hergerichtete Raum“ aus dem Evangelium. Es ist unser geräumiges und großes Haus hier unten, die Kirche, wo es Platz für alle gibt und geben muss. Aber er hat uns auch einen Platz dort oben, im Paradies, bereitet, um für immer mit ihm zusammen und miteinander verbunden zu sein. Außer dem Platz bereitet er uns eine Speise, ein Brot, das er selbst ist: »Nehmt, das ist mein Leib« (Mk 14,22). Diese zwei Gaben, der Platz und die Speise, sind das, was wir zum Leben brauchen. Sie sind die endgültige Kost und Wohnung. Beide werden uns in der Eucharistie gegeben: Kost und Wohnung.

Da bereitet uns Jesus einen Platz hier unten, weil die Eucharistie das schlagende Herz der Kirche ist, sie bringt sie wieder und wieder hervor, sie versammelt sie und gibt ihr Kraft. Aber die Eucharistie bereitet uns auch einen Platz dort oben, in der Ewigkeit, weil sie das Brot vom Himmel ist. Sie kommt von dort, sie ist die einzige Materie auf dieser Erde, die wahrhaft den Geschmack der Ewigkeit trägt. Sie ist das Brot der Zukunft, das uns schon jetzt eine Zukunft vorauskosten lässt, die unendlich größer ist als jede beste Erwartung. Sie ist das Brot, das unsere größten Erwartungen stillt und unserer schönsten Träume nährt. Sie ist mit einem Wort das Unterpfand des ewigen Lebens: nicht nur eine Verheißung, sondern ein Unterpfand, also eine konkrete Vorwegnahme dessen, was uns geschenkt werden wird. Die Eucharistie ist die „Reservierung“ des Paradieses; sie ist Jesus, Wegzehrung auf unserem Weg zum glückseligen Leben, das niemals enden wird.

“ Seien wir unersättlich! ”

In der verwandelten Hostie bereitet uns Jesus über den Platz hinaus die Speise, die Nahrung. Im Leben müssen wir uns beständig ernähren, und dies nicht nur durch Nahrungsmittel, sondern auch durch Vorhaben und Gefühle der Zuneigung, durch Sehnsüchte und Hoffnung. Wir hungern danach, geliebt zu werden. Aber die willkommensten Komplimente, die schönsten Geschenke und die fortschrittlichsten Technologien genügen nicht, sie sättigen uns nie zur Gänze. Die Eucharistie ist eine einfache Nahrung wie das Brot, aber sie ist das einzige, das sättigt, weil es keine größere Liebe gibt. Dort begegnen wir Jesus wirklich, wir nehmen an seinem Leben teil, wir spüren seine Liebe. Dort kannst du erfahren, dass sein Tod und seine Auferstehung für dich sind. Und wenn du Jesus in der Eucharistie anbetest, empfängst du von ihm den Heiligen Geist und du findest Frieden und Freude. Liebe Brüder und Schwestern, wählen wir diese Speise des Lebens: Setzen wir die Messe an die erste Stelle, entdecken wir die Anbetung in unseren Gemeinschaften neu! Bitten wir um die Gnade, nach Gott zu hungern, und seien wir unersättlich nach dem, was er für uns bereitet.

Verlassene Tabernakel

Aber Jesus bittet heute auch uns wie die Jünger damals, vorzubereiten. Fragen wir ihn wie die Jünger: »Herr, wohin sollen wir gehen, um vorzubereiten?“. Wohin: Jesus bevorzugt nicht exklusive oder ausschließende Orte. Er sucht Orte, die von der Liebe nicht erreicht und von der Hoffnung nicht berührt wurden. Zu diesen unbequemen Orten möchte Jesus gehen und er bittet auch uns, für ihn die Vorbereitungen zu treffen. Wie viele Personen sind eines würdigen Ortes zum Leben und der Speise zum Essen beraubt! Aber wir alle kennen einsame, leidende, bedürftige Personen: Sie sind verlassene Tabernakel. Wir, die wir von Jesus Kost und Logis erhalten, sind hier, um diesen schwächsten Brüdern einen Platz und Speise zu bereiten. Er ist für uns zum gebrochenen Brot geworden; er bittet uns, dass wir uns den anderen schenken, nicht mehr für uns selbst zu leben, sondern füreinander. So lebt man eucharistisch, indem man die Liebe, die wir aus dem Fleisch des Herrn schöpfen, in die Welt ausgießen. Die Eucharistie übersetzt sich ins Leben, wenn wir vom Ich zum Du übergehen.

“ Die Mauern der Vertuschung niederreißen ”

Die Jünger, sagt das Evangelium weiter, bereiteten das Abendessen vor, nachdem sie »in die Stadt gekommen waren« (V. 16). Der Herr ruft uns auch heute, sein Kommen vorzubereiten, nicht indem wir draußen, in der Ferne bleiben, sondern indem wir in unsere Städte eintreten. Auch in dieser Stadt, deren Namen „Ostia“ gerade den Eintritt, die Tür in Erinnerung ruft. Herr, welche Türen willst du, dass wir sie hier für dich öffnen? Welche Gitter rufst du uns weit zu öffnen, welche verschlossenen Zugänge müssen wir überwinden? Jesus wünscht, dass die Mauern der Gleichgültigkeit und der Vertuschung niedergerissen werden, die Gitterstäbe der Gewalttaten und Anmaßung entfernt, die Wege der Gerechtigkeit, des Anstands und der Legalität geöffnet werden. Der weitläufige Strand dieser Stadt ruft uns die Schönheit in Erinnerung, sich zu öffnen und auf das Meer das Lebens hinauszufahren. Um aber dies zu tun, ist es notwendig, jene Knoten zu lösen, die uns an die Leinen der Angst und der Beklemmung binden. Die Eucharistie lädt dazu ein, sich von der Welle Jesu mitreißen zu lassen, nicht mit Ballast beladen am Strand zurückzubleiben in der Erwartung, dass etwas kommt, sondern frei, mutig und vereint in See zu stechen.

Die Jünger, so schließt das Evangelium, gingen »nach dem Lobgesang zum Ölberg hinaus« (V. 26). Am Ende der Messe werden auch wir hinausgehen. Wir werden mit Jesus gehen, der durch die Straßen dieser Stadt ziehen wird. Er wünscht, in eurer Mitte zu wohnen. Er will euch in euren Lebenslagen besuchen, in die Häuser eintreten, seine befreiende Barmherzigkeit anbieten, segnen, trösten. Ihr habt schmerzliche Situationen erlebt; der Herr will euch nahe sein. Öffnen wir ihm die Türen und sagen wir zu ihm:

Komm, Herr, kehre bei uns ein.
Wir nehmen dich in unseren Herzen auf,
in unseren Familien, in unseren Städten.
Danke, dass du uns die Speise des Lebens bereitest
und einen Platz in deinem Reich.
Mache uns rührig in der Vorbereitung und
lasse uns deine freudigen Träger sein, der du der Weg bist,
um Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden
in unsere Straßen zu bringen. Amen.“

(vatican news – sk)

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Predigt von Kardinal Joachim Meisner im Abschlussgottesdienst zum Eucharistischen Kongress 2013 in Köln

Kardinal Joachim Meisner im Jahr 2013 in Köln vor seinem Wappen.

Liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst, liebe Schwestern, liebe Brüder!

1. Nirgendwo erhält der Mensch und unsere Welt einen so unwahrscheinlichen Wertzuwachs wie in der heiligen Eucharistie. Bei der Zurüstung der eucharistischen Gaben für die heilige Wandlung betet die Kirche: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, dass es uns das Brot des Lebens werde“. Und dann entsprechend weiter: „Wir danken dir für den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, dass er uns der Kelch des Heiles werde“. Christus solidarisiert sich mit unserer Welt und mit den Menschen. Dieses Brot, die Frucht dieser Erde, wird zu seinem Leib. „Das ist mein Leib“, sagt der Priester im Auftrag des Herrn über jenes Brot, dieses Stückchen Materie von unserer deutschen Erde. Christus nimmt unser Land gleichsam in seine eigene Leibhaftigkeit auf. Von dieser Handvoll Brot, verwandelt in den Leib Christi, wird das ganze Land mitgeheiligt, von Görlitz bis Köln, von München bis Flensburg und jede Stadt und jedes einzelne Dorf dazwischen. Unser ganzes Land erhält eine andere, eine heilige Qualität. Darum tragen wir die Eucharistie, den Leib des Herrn, genommen aus dieser Erde, am Fronleichnamsfest über die Straßen unseres Landes. Denn beides gehört zusammen.

Christus bekennt sich zu uns und zu unserem Land. Deutschland ist trotz allem – von Gott her gesehen – nicht gottverlassen. Deutschland ist durch die heilige Eucharistie ein gottverbundenes Land. Dafür steht die Eucharistie in den Tabernakeln unserer Kirchen. Und die Erde Deutschlands ist darum keine wertfreie Materie, mit der man machen könnte, was man möchte. Diese Erde ist bestimmt und gesegnet, Leben zu spenden, Brot zu bringen, um den Hunger der Menschen zu stillen, aber auch den Hunger der Menschen nach Gott. Gott hat ein Recht auf unser Land. Und wo man ihm das Recht nimmt, dort verliert auch immer der Mensch sein Recht. Gott ist keine Privatsache. Er ist die öffentlichste Sache, die es überhaupt gibt. Er ist nicht ein kirchlicher Grundstücksverwalter, er ist der Herr der Welt und damit auch Herr unseres Landes.

2. Die heilige Eucharistie zeigt es uns deutlich: Es gibt keinen leiblosen Christus und folglich keinen weltlosen Gott und darum keine gottlose Welt. Wer im privaten und im gesellschaftlichen Leben Gott theoretisch oder praktisch ausklammert, der führt sich und die Menschen am Sinn des Lebens vorbei. Dieses Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, wird zum Leib Christi. Die Büros, Fabriken und Arbeitsstätten und unsere Kirchen haben darum etwas miteinander zu tun. Die Montagehallen und die Kirchengewölbe gehören zusammen. Eure tägliche Arbeit und unsere tägliche Feier der hl. Eucharistie bilden eine Einheit. Indem der auferstandene Christus sich in die Frucht menschlicher Arbeit, in das eucharistische Brot hinein vergegenwärtigt, fällt von diesem Glaubensgeheimnis aus Glanz und Würde auf die Arbeitswelt des Menschen. Gott braucht Menschen. Gott braucht Arbeiter, Ingenieure, Ärzte, um sich in die Frucht ihrer Arbeit hinein vergegenwärtigen zu können. Indem Gottes Gebote normierend für die Welt der Arbeit sind, garantiert er uns, dass die Arbeit nicht zum Götzen deformiert, und schützt die Arbeiter vor Ausnutzung und Ausbeutung. Auch deswegen feiern wir den eucharistischen Herrn heute im Eucharistischen Kongress in aller Öffentlichkeit. Wir tragen ihn hinaus aus unseren Kirchen in die Welt der menschlichen Arbeitsstätten, um zu bekennen: Du bist auch der Herr unseres Lebens und unserer Arbeitswelt.

3. Eucharistie ist auch immer das Fest des Menschen. Der Schöpfungsbericht lässt den von Gott ins Paradies gesetzten ersten Menschen, Adam, nach einer Partnerin auf die Suche gehen, nach einer Partnerin, zu der er „Du“ sagen und der er sich schenken kann. Und er findet immer nur Tiere. Und es kommt ihm nicht das menschliche „Du“ über die Lippen, sondern immer nur die Namen für die Tiere, bis ihm plötzlich Eva gegenübertritt und er in den Ruf der Freude ausbricht: „Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“ (Gen 2,23). Und er schenkt ihr sein „Du“. Der Herr sagt uns im Hinblick auf die heilige Eucharistie: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm“ (Joh 6,56). Durch die Eucharistie werden wir Fleisch von seinem Fleisch, Bein von seinem Bein. Der Herr identifiziert sich mit uns, sodass wir für Gott wirkliche Partner werden, ähnlich wie sein Sohn, sodass er auch uns sein Du-Wort schenkt, wie er zu seinem Sohn sagt: „Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Gefallen gefunden“ (Mk 1,11).

Der Herr identifiziert sich mit uns, und darum werden wir zu seinem Leib, zum Leibe Christi, zur Kirche des Herrn. Unsere Kirche ist kein frommer Zweckverband zur Durchsetzung religiöser Interessen, sondern die Kirche ist der Leib Christi in unserem Land. Und die Herzmitte dieser Kirche ist der eucharistische Herr, real gegenwärtig in den Gestalten von Brot und Wein. Die Gegenwart Christi im Altarsakrament zu suchen und in seiner Gegenwart zu verweilen, das ist weit mehr als eine bloße Gebetsgeste. Es heißt, sich der göttlichen Strahlungskraft der heilenden Liebe Gottes auszusetzen, die Jesus erfüllt. „Denn in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes“ (Kol 2,9), wie der Apostel Paulus ausdrücklich sagt. Seinem Bild sollen wir gleichgestaltet werden. Seine Herrlichkeit sollen wir widerspiegeln, (vgl. 2 Kor 3,18) wie Paulus bezeugt. Wir treten in diese Gegenwart ein, wenn wir vor der heiligen Eucharistie niederknien, jetzt bei der hl. Messe oder vor dem Tabernakel in der heimatlichen Pfarrkirche.

Liebe Freunde, es ist kein gutes Zeichen, wenn unsere Kirchen außerhalb der Eucharistiefeiern leer oder gar verschlossen bleiben. Ich frage mich oft: „Wie kommt das nur, dass die Kirchenbänke leer bleiben, obwohl die Tabernakel voll gefüllt sind?“, und ich frage mich selbst: „Reden wir Priester zu wenig davon?“. Dieses Schweigen unsererseits wäre ohrenbetäubend für das Volk Gottes. Es wüsste dann nicht mehr, dass es ein eingeladenes Volk, ein vom lebendigen Gott erwartetes Volk ist.  „Herr,  zu  wem  sollen  wir  gehen?“ (Joh 6,68), stand und steht über unserem Eucharistischen Kongress. Und wir machen das weitere Wort des hl. Petrus zu unserem eigenen Bekenntnis: „Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes“ (Joh 6,68-69). In diesem apostolischen Bekenntnis ist uns Wegweisung, Wegzehrung und Weggeleit gegeben.

Wir gehen heute wieder in unsere Pfarreien und Gemeinden zurück, und dort wartet schon der eucharistische Herr in den Kirchen und Kapellen auf uns. Das wäre auch eine gute Frucht unseres Eucharistischen Kongresses, dass wir in unseren Pfarrgemeinden vielleicht als Familiengemeinschaften, als kleine Gruppen oder als Einzelne einmal in der Woche zu einer viertelstündigen Anbetung unsere Kirchen aufsuchen. Vergessen wir nicht: Christus identifiziert sich in der heiligen Eucharistie mit uns selbst und mit unserem Land!

Nun sind wir auch eingeladen, uns mit diesem Land, das unsere Heimat ist, zu identifizieren. Diese Einladung an unsere Mitbewohner auszurichten, ist unsere Berufung und ist unsere Sendung. Amen.

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Eucharistie-Streit: Kardinal Eijk will Klarheit vom Papst

Die deutschen Bischöfe sollen den Kommunion-Streit selbst lösen, sagt der Vatikan. Kardinal Willem Jacobus Eijk nannte das „unverständlich“. Noch schärfere Worte wählte aber Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Der niederländische Kardinal Willem Jacobus Eijk wünscht sich in der Debatte über den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner mehr Klarheit von Papst Franziskus. Die an eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz gerichtete Vatikan-Erklärung vom vergangenen Donnerstag kritisierte er in einem Beitrag für die US-Zeitung „National Catholic Register“ (Montag) als „völlig unverständlich“. Und das, obwohl die kirchenrechtlichen Vorgaben eindeutig seien, so der Erzbischof von Utrecht.

Ein Zugang zu den Sakramenten der katholischen Kirche sei nichtkatholischen Christen demnach „nur in Notfällen“ möglich – besonders dann, wenn Lebensgefahr bestehe, schrieb Eijk. Eine Interkommunion komme im Grunde nur mit orthodoxen Christen infrage, weil die Sakramentenlehre der Ostkirchen jener der katholischen Kirche entspreche. Das sei bei deutschen Protestanten jedoch nicht der Fall.

Vatikan hatte den Konflikt an die deutschen Bischöfe zurückverwiesen

Die deutschen Bischöfe hatten bei ihrer Frühjahrsvollversammlung im Februar eine bisher noch nicht veröffentlichte Handreichung für konfessionsverbindende Ehen mit Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet. Darin soll der Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner in begründeten Einzelfällen zugelassen werden. Sieben Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatten inhaltliche und formale Bedenken gegen das Dokument angemeldet und sich an den Vatikan gewandt. Unter anderem ging es um die Auffassung, eine Lösung für diese Frage könne nur auf weltkirchlicher Ebene gefunden werden.

Der Vatikan wies den Konflikt am Donnerstag allerdings an die deutschen Bischöfe zurück. Papst Franziskus ersuche sie, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung zu finden“, hieß es in einer Erklärung nach einem Gipfeltreffen vatikanischer Behördenleiter und deutscher Bischöfe.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Porträt
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hatte die Vatikan-Erklärung bereits am Freitag als „armselig“ bezeichnet.

 KNA/Harald Oppitz

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hatte die Vatikan-Erklärung bereits am Wochenende als „armselig“ bezeichnet. Sie gebe keine Antwort auf die Kernfrage, nämlich dass es „keine sakramentale Gemeinschaft ohne kirchliche Gemeinschaft“ geben könne, sagte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation dem Magazin „National Catholic Register“. Der Papst und die Glaubenskongregation hätten „ganz klare Orientierung“ zu geben, nicht qua „persönlicher Meinung, sondern gemäß dem überlieferten Glauben“.

Müller warnte vor Übertragung von lehrmäßigen Kompetenzen

Müller warnte vor einer Übertragung von lehrmäßigen Kompetenzen auf nationale oder regionale Bischofskonferenzen. „Dem müssen wir widerstehen“, so der deutsche Kardinal. Bischofskonferenzen seien von „sekundärer Bedeutung“ für den Papst. Es sei unmöglich, dass Bischöfe mit Mehrheiten über Angelegenheiten der katholischen Lehre abstimmten. Wenn das Prinzip der Einheit von sakramentaler Gemeinschaft und kirchlicher Gemeinschaft zerstört werde, „wird die katholische Kirche zerstört“, so Müller. Er forderte alle Bischöfe und auch die Glaubenskongregation auf, „ihre Pflicht zu tun und den Glauben zu erklären, zu verteidigen und voranzubringen“.

Die Mehrheit der deutschen Bischöf betont dagegen, dass es sich bei ihrem Schreiben um eine „Pastorale Handreichung“ und nicht um einen Lehrtext handele. Mit der Orientierungshilfe bewege man sich „im Rahmen der gegenwärtigen theologischen und kirchenrechtlichen Möglichkeiten“, schrieb etwa Ökumene-Bischof Gerhard Feige. Mit dem Text werde keine generelle Zulassung oder offene Einladung zum Kommunionempfang ausgesprochen. Daher sei auch keine Rückbindung an Rom erforderlich. (bod/KNA)

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Cardinal Müller on Intercommunion Meeting: ‘More Clarity and Courage’ Needed

Cardinal Gerhard Müller. (Edward Pentin photo)

The former CDF prefect views the statement on the meeting about Holy Communion for some Protestant spouses as ‘very poor,’ and calls on bishops and cardinals to ‘raise their voices.’

Edward Pentin

Yesterday’s crucial meeting went quicker than expected, lasting a little over two hours, but the outcome pleased none of those who took part, and will have far reaching consequences for the Church, sources close to the talks have told the Register.

Cardinal Reinhard Marx, president of the bishops’ conference, arrived at the May 3 meeting in the Holy Office at 4pm, along with two allied bishops and Jesuit Father Hans Langendörfer, secretary of the German bishops’ conference, confidently expecting to be able to influence the proceedings in his favor.

Summoned to the Vatican meeting by the Pope last month, the cardinal archbishop of Munich hoped to win the Pope’s backing, and thereby persuade two opposing bishops and senior Vatican officials to support a highly contentious German bishops’ pastoral proposal to allow Protestant spouses in some cases to receive Holy Communion.

The so-called “pastoral handout,” which German bishops overwhelmingly voted for in February, proposed that a Protestant spouse could receive the Eucharist after having made a “serious examination” of conscience with a priest or another person with pastoral responsibilities, and “affirms the faith of the Catholic Church,” wishes to end “serious spiritual distress,” and has a “longing to satisfy a hunger for the Eucharist.”

Proponents said it would help to resolve the suffering of some Protestant spouses unable to receive Holy Communion with their Catholic wives or husbands. Critics called it a “rhetorical trick” that wrongly sought to redefine the sacraments as a means of alleviating mental distress and satisfying spiritual needs.

Criticism heightened after seven German bishops wrote to the Vatican March 22 to protest the move, arguing that the proposal is “not right” as it touches on “the faith and unity of the Church which is not subject to a vote,” and asking for four areas to be clarified.

Two of the seven, Cardinal Rainer Woelki of Cologne and Bishop Rudolf Voderholzer of Regensburg, arrived at the May 3 meeting hopeful that, given what many considered to be serious doctrinal flaws in the document — and which reliable sources say was opposed by Benedict XVI — would be thrown out by the Pope, or completely revised.

Postman Prefect

But to the surprise of many, neither happened. After both sides made their case, Archbishop Luis Ladaria, prefect of the CDF, relayed to the participants that Pope Francis appreciated the “ecumenical commitment of the German bishops and asks them to find, in a spirit of ecclesial communion, a unanimous result, if possible.”

In comments to the Register May 4, Cardinal Gerhard Müller, prefect emeritus of the Congregation for Doctrine of the Faith, expressed his disappointment with the outcome, saying the statement was “very poor” as it contained “no answer to the central, essential question.” It is not possible, he stressed, to be in “sacramental communion without ecclesial communion.”

For the good of the Church, he added, a “clear expression of the Catholic faith” is needed, for the Pope to “affirm the faith,” especially the “pillar of our faith, the Eucharist.” The Pope and the CDF, he went on, are supposed to “give a very clear orientation” not through “personal opinion but according to the revealed faith.”

A source close to the two bishops opposed to the proposal told the Register May 4 that the “official answer is that there is no answer.” The Holy Father, he said, had “failed to fulfil his obligation as pope regarding a question of dogma which his office must decide.”

The Pope “refused” to take a line, he stressed, “and the CDF was left to act as a postman, not to affirm the faith, but to announce this information.” The dicasteries, he said, “are useless” if all will be given over to bishops’ conferences to decide. He acknowledged that the term “unanimity” is not properly defined in this context, but expects Cardinal Marx to somehow seek to reduce the number of bishops opposed to the proposal in order to attain the unanimous requirement for it to go forward.

“Our job now is to strengthen the seven bishops, to strengthen our priests in the argumentation” the source said. “It’ll be a long fight and over the next six months, this is what we’ll be dedicating ourselves to.”

But Cardinal Marx and the German bishops’ conference were also said to be disappointed. The meeting was held in the Congregation for the Doctrine of the Faith, indicating that the Vatican sees this as a doctrinal matter, not simply one of pastoral practice that Cardinal Marx tried to argue it was (he insisted in February it was a “pastoral handout” and not intended to “change any doctrine”).

More significantly, the proposal’s proponents failed to obtain the Pope’s ringing endorsement. Instead, consistent with his wish expressed in his first apostolic exhortation Evangelii Gaudium, Francis is pressing on in his efforts to decentralize the Church’s governance by giving more “doctrinal authority” to bishops’ conferences. He is, therefore, putting the ball back in the court of the German bishops.

“In a way it amounts to a refusal [of the proposal],” said German Church commentator, Mathias von Gersdorf. “It sounds something like this: You [Cardinal Marx] have created a huge problem. Look to yourself to try and get out of it. And if that doesn’t lead to unanimity, so the problem is resolved.”

Marx’s Lost Battle

Also disappointing for Cardinal Marx’s party was the opposition they encountered during the meeting from Cardinal Kurt Koch, president of the Pontifical Council for Promoting Christian Unity. The Swiss cardinal, who was not notified of the proposal before or after it was voted upon, showed himself to be sympathetic to the seven bishops’ concerns.

The disillusionment on the part of the German bishops’ conference was also evident when, after the meeting, its spokesman, Matthias Kopp, said it would be holding no press conference, nor issuing statements or interviews. “It was a lost battle for them, though not a lost war,” said the source close to the talks. “Kopp doesn’t want to speak about a lost battle.”

But the seven bishops and their allies have the greater concerns. Although they believe the meeting could have gone “much worse,” according to the source close to the talks, and the proposal cannot be published as a handout as the German bishops’ conference intended, they see this as an “ecclesiological revolution.”

“The real problem is not the issue itself, but the refusal of the Pope to carry out his obligation as Peter, and this could have heavy consequences,” the source said. “Peter is no longer the rock he was, instead the shepherd is saying to the sheep: ‘Go and look for yourself for something to eat.’”

He foresaw a similar process being adopted to introduce such novelties as married clergy, and that the general drift towards decentralization of doctrine will make the Church more closely resemble the Anglican Communion.

Cardinal Müller, referring to Lumen Gentium, reminded that bishops’ conferences have a “secondary importance” to the Pope, and it is not possible for them to vote unanimously on a matter of doctrine that would contradict “basic elements” of the Church. “We must resist this,” he said, and warned that if the principle of Catholic identity consisting of both sacramental and ecclesial communion is destroyed, “then the Catholic Church is destroyed.” The Church, he stressed, “is not a political actor.”

“I hope more bishops will raise their voices and do their duty,” Cardinal Müller said. “Every cardinal has a duty to explain, defend, promote the Catholic faith, not according to personal feelings, or the swings of public opinion, but by reading the Gospel, the Bible, Holy Scripture, the Church fathers and to know them. Also the Councils, to study the great theologians of the past, and be able to explain and defend the Catholic faith, not with sophistic arguments to please all sides, to be everyone’s darling.”

Going forward, Cardinal Müller regretfully predicted the matter will “continue without the clear necessity for a declaration about the Catholic faith.”

He said bishops must “continue explaining the faith” and he hoped the CDF would fulfil its role, not only as mediators of the different groups, but in leading the magisterium of the Pope.

“More clarity and courage must be encouraged,” he said.

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Quelle

Bischof Rudolf Voderholzer zur Frage des Kommunionempfangs evangelischer Ehepartner  

Die gemeinsame Sehnsucht nach Einheit wach halten –

Respekt vor dem Glauben des Anderen.

  

Herr Bischof Rudolf, wie fühlen Sie sich als „Ewiggestriger“ oder gar als „Antiökumeniker“ – Etiketten, die Ihnen und Ihren sechs bischöflichen Mitbrüdern in den Medien aber auch innerkirchlich angeheftet worden sind?

Ich bedauere, dass die öffentliche Diskussion in der seelsorgerlich wichtigen Frage des Kommunionempfangs des evangelischen Ehepartners durch ein solches Vokabular bestimmt wird. Mir ist es wichtig, die Menschen ernst zu nehmen und ihnen den Glauben der Kirche zu verkünden, und zwar so, dass sie sich darauf verlassen können, dass es richtig und gut ist.

Den sieben Bischöfen wurde öffentlich vorgeworfen, sie hätten am Vorsitzenden der Bischofskonferenz und der Mehrheit der Bischöfe geradezu verschwörerisch und konspirativ vorbei gehandelt, als Sie ihren Brief nach Rom mit der Bitte um Klärung in dieser Frage gesandt haben. Was sagen Sie dazu? Wie kam es zu diesem gemeinsamen Brief?

Auf den beiden letzten Frühjahrsvollversammlungen der deutschen Bischöfe haben wir die Frage der Zulassung evangelischer Ehepartner zur Kommunion offen und auch kontrovers diskutiert. Wir haben dies stets in einer mitbrüderlichen Atmosphäre getan. Ein echtes pastorales Ringen war bei allen Bischöfen deutlich zu erkennen. Doch am Ende kam es in dieser Frage zu keiner Einmütigkeit. Es blieb ein Dissens bestehen.

Ich halte dies aber nicht von vorneherein für schlecht. Es ist ein Ausdruck unserer gemeinsamen Wahrhaftigkeit, dass wir keinen unehrlichen Kompromiss anstrebten. Es gilt vielmehr auch die andere Position eines Mitbruders auszuhalten. Das verlangt der Respekt voreinander. Entscheidend freilich ist, dass wir im Einklang mit den anderen Bischofskonferenzen der Weltkirche handeln möchten. In einer so wichtigen, den Glauben betreffenden Frage wollen wir keinen Alleingang machen. Das verlangt die Kollegialität und die Solidarität über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Sieben Diözesanbischöfe und sechs Weihbischöfe stimmten am Ende gegen den Text. Das sind viele Gegenstimmen bei einer Frage, die eigentlich Einstimmigkeit erfordert. Wir haben uns dann entschieden, uns – im Hinblick auf die Einmütigkeit mit der Universalkirche – an Rom zu wenden, wie es jedem Bischof selbstverständlich immer möglich ist. Eine Kopie des Briefes haben wir – persönlich/vertraulich – an Kardinal Marx als den Vorsitzenden der Bischofskonferenz gesandt, um ihn über den Inhalt zu informieren.

Herr Bischof, wenden wir uns den theologischen Gründen zu: Viele Gläubige sind verunsichert, nicht selten aufgebracht: Wie können diese sieben Bischöfe so hartherzig sein? Wie kann man evangelischen Ehepartnern die Kommunion verweigern – sie ausschließen? Könnten Sie Ihre theologischen Gründe und Ihren Standpunkt in dieser Frage näher erörtern?

Lassen Sie mich zunächst zwei Vorbemerkungen machen: Ich verstehe die Ökumene als einen Grundauftrag Christi selbst. Im Johannesevangelium spricht Jesus zum Vater: „Sie sollen eins sein, wie wir eins sind. … So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17, 22b-23). Diesem Grundauftrag Christi müssen wir treu bleiben. Es geht nicht um die Frage: Ökumene: ja oder nein, sondern um den Weg der Ökumene, den Weg zur Einheit. Nach dieser Einheit sehnen wir uns alle – auch ich!

Lassen Sie mich noch ein Zweites voraus schicken: Ich weiß um die Nöte und Probleme, die gerade auch in der Glaubenserziehung der Kinder in konfessionsverschiedenen Ehen auftreten, aber auch im religiösen Leben der Ehepartner entstehen. Ich weiß auch um die Spannungen, die daraus erwachsen und zu Verwundungen führen können. Ich kenne dies aus Gesprächen mit Menschen in dieser Situation und erlebe dies auch in meinem familiären Umfeld. Das nimmt mich als Bischof auch mit.

Es geht mir daher mit dem Brief, den ich mit meinen Mitbrüdern verfasst habe, darum, nach einem Weg zu suchen, der die Not der Menschen ernst nimmt und gleichzeitig Hilfen anbietet. Wir sind aber der Meinung, dass die von der Mehrheit der DBK angestrebte „Handreichung“, die dem evangelischen Ehepartner den Kommunionempfang ermöglicht, nicht die Probleme und Nöte löst. Sie wird auch der Bedeutung des Sakraments der Eucharistie in der katholischen Kirche nicht gerecht. Ferner berücksichtigt die „Handreichung“ nicht ausreichend das unterschiedliche Glaubensverständnis der einzelnen Konfessionen hinsichtlich der Eucharistie auf der einen und des Abendmahls auf der anderen Seite.

In der Frage der Ökumene müssen wir nicht zuletzt auch die Sicht der Ostkirchen berücksichtigen. Dort wird der Zusammenhang zwischen Kirchengemeinschaft und Eucharistiegemeinschaft noch tiefer gesehen als in der Westkirche. Wenn die katholische Kirche diese Sicht verdunkelt, vergrößert sie erheblich den Graben zu den orthodoxen Kirchen.

Aber sind „Abendmahl“ und „Eucharistiefeier“ nicht doch im letzten ein und dasselbe?

Über das protestantische Selbstverständnis des „Abendmahls“ ist es schwer, von katholischer Seite letztverbindlich Auskunft zu geben. Da gibt es zwischen den einzelnen Gemeinschaften selbst noch einmal Unterschiede, wenngleich sich die verschiedenen Gemeinschaften seit einiger Zeit gegenseitig Abendmahlsgemeinschaft gewähren. Wenn man die Texte studiert, stellt man freilich fest, dass dem Abendmahl nirgendwo eine so bedeutende Rolle zukommt wie der Eucharistiefeier auf katholischer Seite. Wer den Wortgottesdienst feiert, hat schon die höchste Form der Gottesbegegnung, über die hinaus das Abendmahl keinen Mehrwert darstellt (Vgl. EKD – Der Gottesdienst. Eine Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche, 2009, S. 40). Entsprechend selten wird das Abendmahl gereicht, im Durchschnitt einmal im Monat. In der katholischen Kirche feiern wir nicht nur selbstverständlich an jedem Sonntag und an jedem Feiertag die Eucharistie, sondern sogar täglich.

Was die katholische Sicht betrifft, so ist besonders wichtig, dass die Heilige Messe nicht die Wiederholung des Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern ist, sondern die Feier seines Todes und seiner Auferstehung, die Vergegenwärtigung seines Kreuzesopfers.

Warum ist es evangelischen Gläubigen verboten, in der katholischen Kirche die Kommunion zu empfangen?

Der Begriff „Verbot“ ist ganz unangemessen. Es geht darum, den eigenen Glauben und das Bekenntnis des anderen ernst zu nehmen. Wer in der katholischen Kirche die Eucharistie empfängt, bejaht den Glauben bezüglich der Eucharistie.

Und was heißt das genauer? 

Da ist zunächst die Glaubensüberzeugung von der realen und bleibenden Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gestalten. Doch darauf beschränkt sich der Eucharistieglauben nicht. Gerade das Zweite Vatikanische Konzil hat mit neuer Deutlichkeit herausgestellt, dass die Eucharistie Quelle und Höhepunkt des ganzen kirchlichen Lebens ist. In der Eucharistiefeier wird der gesamte katholische Glauben in verdichteter Form ausgesagt und bekannt. Die Eucharistie ist Ursprung und Quelle der Kirche und ihrer Raum und Zeit übergreifenden Einheit.

Es handelt sich nicht um eine gemeinsame Mahlzeit, wo sich jemand ausgeschlossen fühlen muss, wenn er nichts zu essen bekommt.

Wo wird das ausgedrückt? Wie zeigt sich diese kirchen-bildende Funktion der Eucharistie?

Am deutlichsten beim Höhepunkt der Heiligen Messe im Eucharistischen Hochgebet, in dessen Zentrum vom Priester die Wandlungsworte gesprochen werden. Das Hochgebet wird gesprochen in Einheit mit dem Papst und den Bischöfen. Der Name des Bischofs wird ebenso genannt wie der Name des Papstes, weil die Gemeinschaft ganz konkret besteht. Die Messe wird gefeiert in Verbindung mit der Kirche des Himmels, mit Maria, Joseph und allen Heiligen. Und in jeder Messfeier wird für die Verstorbenen gebetet. Am Ende des Hochgebetes antworten alle mit „Amen“, „so sei es“, „ich glaube es“. Das ist nicht einfach so dahingesagt, sondern ein Bekenntnis! Die Heilige Messe mitfeiern und mitbeten ist ein Bekenntnis! Wer nun von seinem Bekenntnis her das Papstamt ablehnt, die Heiligenverehrung nicht kennt und das Gebet für die Verstorbenen für unnötig oder unmöglich hält, dem ist der Eucharistieempfang nicht „verboten“, sondern er oder sie muss sagen, wenn er sich selber ernst nimmt: Dieser Kirche will und kann ich nicht angehören, zumindest nicht ganz und in höchster Form.

Wenn es anders ist, steht der Weg der Aufnahme in die katholische Kirche offen. Von jemandem aber einerseits den vollen Eucharistieglauben zu verlangen und gleichzeitig zu sagen: Du kannst bei Deinem Bekenntnis bleiben, ist nicht ehrlich. Und das sehen ja auch Vertreter der evangelischen Kirche selbst so. Der evangelische Theologieprofessor Ulrich H. J. Körtner nennt die Handreichung gar

„ökumenischen Murks“.

Das Kirchenrecht räumt den Bischofskonferenzen aber ein, Kriterien zu benennen, wann Notfälle bestehen, in denen ein Kommunionempfang ohne volle Kirchengemeinschaft trotzdem möglich ist.

Sie sprechen Canon 844, 4 an. Dort ist ausdrücklich von „Todesgefahr“

oder einer „anderen schweren Notlage“ die Rede und von dem Fall, dass ein Geistlicher der eigenen Gemeinschaft nicht erreichbar ist. Die Kriterien müssen sich also auf der Ebene solch gravierender Umstände bewegen. Uns scheint, dass allein das Leben in konfessionsverschiedener Ehe diese Kriterien nicht erfüllen und auch nicht allein zu einer „gravis spiritualis necessitas“ („schwere geistliche Notlage“) führen kann. Auch da erbitten wir eine Klärung.

Bewegt Sie nicht die Not vieler konfessionsverschiedener – die Handreichung spricht ja von „konfessionsverbindenden“ – Ehepaaren? Es ist heute ohnehin nicht leicht, den Glauben zu leben, ihn weiterzugeben an die Kinder und Enkel. Jetzt wirft die Kirche ihnen auch noch Knüppel zwischen die Beine. Muss man da so kleinlich sein?

Die konfessionsverschiedenen Ehepaare tragen die Hauptlast der Glaubensspaltung. Es zeigt sich, dass die konfessionellen Prägungen oft bis in die Einzelheiten der Lebensgestaltung hineinreichen. Im besten Fall kann die Situation zur Bereicherung führen. Katholiken lernen von der Bibelfrömmigkeit und der Kirchenmusik, Protestanten beginnen, die Schönheit und Sinnenhaftigkeit der Liturgie, den Reichtum der Tradition kennen, vielleicht auch die Bedeutung der weltweit einen Kirche schätzen. Wichtig ist, dass der jeweils andere in seinem Selbstverständnis respektiert wird. Ich kenne konfessionsverschiedene Ehepaare, die seit Jahrzehnten gut miteinander unterwegs sind und die Grenzen respektieren.

Im letzten Jahr haben sich die Konfessionen erfreulich angenähert. Warum jetzt dieser unfreundliche Akt?

Ich bin sehr froh über die gewachsenen Freundschaften und wir werden sie vertiefen. Zu einer guten Freundschaft gehört es auch gerade, das Gegenüber zu respektieren und in seinem Bekenntnis und in seinem Selbstverständnis ernst zu nehmen. Die geplante „Handreichung“ hingegen könnte als unfreundlicher Akt der Abwerbung verstanden werden, zumal die Ermöglichung der Eucharistieteilnahme im Einzelfall durchaus nicht umgekehrt gilt. Ich halte dafür, dass wir in ökumenischer Verbundenheit alles das miteinander tun, was wir längst tun können: Miteinander das Wort Gottes hören, miteinander singen und beten, miteinander für den Lebensschutz, für die Bedeutung der Ehe von Mann und Frau und der Familie und für die Wahrung der Menschenwürde eintreten. Die gemeinsame Eucharistie kann nicht eine Etappe auf dem Weg sein, sondern sie ist das Ziel. Mehr Einheit geht dann nicht mehr.

Aber bis dorthin ist noch ein Weg.

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