Der Tradition eine Stimme geben

Lesestoff für Generationen: Es gibt schier unerschöpfliche Schätze zu entdecken in den Schriften der Kirchenlehrer und Kirchenväter. Foto: Katharina Ebel (KNA)

Wie Tradivox alte Glaubensstimmen wieder neu zum Klingen bringt.

Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt“, sagt Jesus im Matthäusevangelium. Bezieht man diese Schriftstelle auf den Umgang mit dem Katechismus, sind die Jünger des Himmelreichs unter den Schriftgelehrten hierzulande eher selten. Denn wie reich der Schatz der Katechismen ist, scheinen nur wenige zu wissen. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass viele Gemeinden ungeachtet der Erfolge der Youcath-Bewegung in Sachen Katechismuswissen eher Ödland sind. Damit das nicht so bleibt und das breite Spektrum komprimierten Glaubenswissen wieder neu ins Bewusstsein gerückt werden kann, gibt es nun das Projekt Tradivox. Dessen Macher sind überzeugt, dass es ein großes Interesse daran gibt, zu erfahren, was die Kirche wirklich lehrt, dass viele einen verlässlichen und gut erreichbaren Zugang zu diesem Wissen suchen und dass der Katechismus oder vielmehr die Katechismen auf diesem Gebiet einem reichen Quellgrund gleichen. Die Katechismen? fragt sich der eine oder andere hier vielleicht besorgt und denkt an die hierzulande übliche Verwässerung des Glaubenswissens.

Den Glauben der Kirche unverkürzt verkünden

Im letzten Jahr gewann dieses bemerkenswerte Projekt, dessen Spiritus Rector Weihbischof Athanasius Schneider ist, nach Jahren der Forschung Gestalt. Tradivox nutzt für die Festigung und Verkündung des Glaubens die Möglichkeiten der neuen Medien. Es geht darum, jedem, der dies wünscht, Zugang zur Vielfalt der im Laufe der Geschichte entstandenen Katechismen zu geben. Da die meisten davon heute weitgehend unbekannt sind und nur in Handschriften oder alten Drucken vorliegen, müssen sie erst durch Transkription dem Vergessen entrissen werden. An diesem Projekt arbeitet weltweit ein großes Team von freiwilligen mit. Jeder ist zur Mithilfe eingeladen.

Das Projekt läuft in drei Phasen ab

Je nach Vorbildung und Zeitbudget reichen die Möglichkeiten von der Transkription alter Texte, deren Redigierung bis zur Vorbereitung der Veröffentlichung mit den entsprechenden fachlichen Einführungen und Vorworten. Durch das Voluntärsystem, bei dem alle, die mitarbeiten selbstverständlich kostenlos ihre Zeit zur Verfügung stellen und jeder so viel beiträgt, wie er leisten kann, liegt das Projekt auf vielen Schultern und die Arbeit erfolgt in bemerkenswertem Tempo und mit ebensolcher Effizienz. Die Mitarbeit ist faszinierend, denn schon beim reinen Abschreiben alter Texte taucht man in eine andere Welt ein und erlebt hautnah, wie es sich anfühlt, beispielsweise im Schottland des 16. Jahrhunderts um das Verstehen und Nachvollziehen des Glaubenswissens zu ringen.
Das Projekt läuft in drei Phasen ab. In der ersten stehen Recherche und das Sammeln von Informationen auf dem Programm. Über 30 englischsprachige Katechismen aus dem letzten Jahrtausend wurden dabei im ersten Gang in den Fokus genommen. Ihr Text wird derzeit anhand hochauflösender Scans von Tradivox Voluntären in Word Dokumente übertragen.

In Phase zwei werden die Transcirptionen überprüft, in ein gut lesbares Layout umgewandelt. Danach werden die einzelnen Katechismusbände für die Veröffentlichung in Printformat vorbereitet. Beta Versionen dieser Editionen werden dann für die Verwendung in Suchmaschinen vorbereitet und Indices mit Verweisen erstellt.

Was wäre, wenn Google katholisch wäre?

In Phase drei soll es dann eine Katechismus-Suchmaschine geben, die auf die miteinander vernetzten Texte zugreifen kann. Der große Vorteil dieses Verfahrens: Durch die Eingabe eines Stichwortes erscheinen dann alle Fundstellen aus dem reichen Traditionsschatz der Kirche. Zwei Bände sind dank des Engagements der Voluntäre und natürlich auch dank der zahlreichen Spender, die Tradivox finanziell unterstützen, bereits entstanden, weitere sind in Vorbereitung. Die Tradivox-Macher kommen ihrem Ziel, dass sie mit der Frage: „Was wäre, wenn Google katholisch wäre?“, auf den Punkt gebracht haben, also immer näher. Und sie zeigen noch mehr. Denn sie verdeutlichen, dass die Verheutigung des Glaubens keine Verwässerung bedeutet. Eine Verkündigung, die je neu bei den Menschen ankommt basiert vielmehr auf der untrennbar engen Verbindung mit Jesus Christus und auf Menschen, die bereit sind, auf ihn zu schauen und sich von ihm prägen zu lassen.

Dieser Blick auf das Zentrum unseres Glaubens unterscheidet sich radikal von den lautstarken und sinnlosen Bauarbeiten an äußeren Strukturen. Dass die Tradivox-Macher die richtige Blickrichtung ernst nehmen, zeigt sich schon im Logo des Projektes, einem in roter Tinte kalligraphierten Tau-Kreuz. Es macht die pulsierende Verbindung zwischen Jesus Christus und der seine Botschaft in lebendiger Tradition weitergebenden Kirche sichtbar. Wäre es nicht wunderbar, wenn es ein solches Projekt auch in deutscher Sprache gäbe? Es wäre eine große Chance für die Verkündigung, dies in ökumenischer Verbundenheit zu tun und so wieder neu bewusst zu machen, wo die Fundamente unseres Glaubens liegen.

Wer Interesse daran hat, als Tradivox Voluntär zu arbeiten, findet die notwendigen Informationen und Kontaktadressen unter https://www.tradivox.com

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Die Kritik am Viganò-Appell erinnere ihn an die Strategie totalitärer Regime, den Gegner mundtot zu machen statt Fakten zur Kenntnis zu nehmen, meint der Weihbischof von Astana, Athansius Schneider.

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Und nun gibt es schon rund um den Globus Computer-Anwendungen zur (Menschen-)“Kontakt-Nachverfolgung“, z.B. die „Corona-Warn-App“ als mobile App(likation). Lesen Sie die detaillierten Informationen! Diese App soll helfen, Infektionsketten des SARS-CoV-2 (COVID-19-Auslösers) in Deutschland nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Für die Schweiz ist die SwissCovid App seit dem 25. Juni verfügbar.

Zum sog. „Proximity-Tracing-System“:

Für Schweizer insbesondere: Lesen Sie: Ständerat stimmt der dringlichen Änderung des Pandemiegesetzes zu (Proximity-Tracing-System) zu.

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Der Quellcode der „Corona“-App ist bereit für Hacker. Security-Experten haben erste Lücken gefunden und halten Lob und Warnungen bereit.

EPFL-Forschende stellen Proximity-Tracing-App auf den Prüfstand

EPFL = Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne

In den USA gibt es das Social Distancing Monitoring for the Workplace

Social Distancing ganz einfach:

Maggy ist ein kleines tragbares Gerät, das die Einhaltung des empfohlenen Abstands vereinfacht. Helfen sie Ihren Mitarbeitern, Gästen oder Besuchern beim Social Distancing auf der Arbeitsstelle, bei Reisen oder in der Freizeit!


Ich bin dagegen, dass man hierin auf irgendeine Weise mitmacht, natürlich unter der Voraussetzung, dass man aktiv-gläubige/r CHRIST/IN ist. Als solche dürfen wir auf den besten, zuverlässigen SCHUTZ zählen: unseren ERLÖSER, RETTER, HERRN UND GOTT, den ALLMÄCHTIGEN!

Lesen Sie dazu meinen Artikel: „Wer ist ein CHRIST?“

(POS) Paul O. Schenker


(Fortsetzung folgt!)

Zum ersten Mal in deutscher Sprache: Fulton Sheen läßt die Kirche sprechen. Buchstäblich.

Erzbischof Fulton J. Sheen erreichte viele Millionen Menschen mit seinen TV-Programmen und Radiosendungen. Foto: Wikimedia / Fred Palumbo (CC0)

Von Erzbischof Fulton Sheen / Martin Bürger

09 June, 2018 / 8:00 AM

Im Jahre 1938 wurde der erste von drei Bänden der „Radio Replies“ veröffentlicht, die allesamt zahlreiche Antworten enthalten, welche zwei Priester im Rahmen ihrer Radiosendung in Australien auf die Fragen ihrer gläubigen und ungläubigen Hörer gegeben haben. Dem ausgezeichneten apologetischen Werk geht ein Vorwort voraus, das der Medienapostel und spätere Erzbischof Fulton Sheen, dessen Seligsprechungsverfahren vor rund 15 Jahren eröffnet wurde, verfasste. Darin leiht er der Kirche seine Stimme und lässt sie eine eindrucksvolle Rede halten, die nachfolgend erstmals in deutscher Übersetzung von Martin Bürger für CNA Deutsch wiedergegeben ist.

Ich lebe mit Christus. Ich sah seine Mutter und ich weiß, dass sie eine Jungfrau ist und die liebenswürdigste und reinste aller Frauen im Himmel und auf Erden; ich sah Christus in Cäsarea Philippi, als er, nachdem er dessen Namen zu Fels geändert hatte, zu Simon sagte, dass er der Fels sei, auf den die Kirche gebaut werden und dass sie bis ans Ende der Welt andauern sollte. Ich sah Christus am Kreuz hängen und ich sah ihn aus seinem Grab auferstehen; ich sah Magdalena zu seinen Füßen eilen; ich sah die in weiß gekleideten Engel neben dem großen Stein; ich war im Abendmahlssaal, als der zweifelnde Thomas seine Finger in Christi Hände legte; ich war auf dem Ölberg, als er in den Himmel auffuhr und versprach, den Aposteln seinen Geist zu senden, um sie zum Fundament seines neuen mystischen Leibes auf Erden zu machen.

Ich war bei der Steinigung des Stephanus, sah Saulus die Kleider jener halten, die ihn erschlugen, und später hörte ich Saulus, als Paulus, wie er Christus als Gekreuzigten predigte; ich erlebte die Enthauptung von Petrus und Paulus in Rom, und sah mit meinen eigenen Augen zehntausende Märtyrer den Sand mit ihrem Blut tränken, anstatt den Glauben zu verleugnen, den Petrus und Paulus ihnen gepredigt hatten; ich lebte, als Bonifatius nach Deutschland geschickt wurde, als Augustinus nach England ging, Kyrill und Method zu den Polen und Patrick nach Irland; zu Beginn des neunten Jahrhunderts erinnere ich mich, Karl den Großen als König in allen zeitlichen Dingen gekrönt zu sehen, während der Nachfolger Petri als Oberhaupt in allen geistlichen Angelegenheiten anerkannt wurde; im dreizehnten Jahrhundert sah ich die großen Steine zum Gedenken an mich ausrufen und in gotische Kathedralen ausbrechen; in den Schatten eben dieser Mauern sah ich große Kathedralen des Denkens hervortreten in der Prosa des Thomas von Aquin und Bonaventuras, und in der Poesie Dantes; im sechzehnten Jahrhundert sah ich, wie meine Kinder, erweicht durch den Geist der Welt, das Haus des Vaters verließen und den Glauben reformierten, anstatt die Disziplin zu reformieren, was sie wieder zurück in meine Arme gebracht hätte; im letzten Jahrhundert und zu Beginn von diesem hörte ich die Welt sagen, sie könne mich nicht annehmen, da ich unzeitgemäß sei.

Ich bin nicht unzeitgemäß, aber ich bin hinter den Kulissen. Ich habe mich jeder Regierungsform angepasst, welche die Welt je gesehen hat; ich habe gelebt mit Kaisern und Königen, Tyrannen und Diktatoren, Parlamenten und Präsidenten, Monarchien und Republiken. Ich habe jeden Fortschritt der Wissenschaft begrüßt, und wenn ich nicht gewesen wäre, so wären die großen Aufzeichnungen der heidnischen Welt nicht bewahrt worden.

Es stimmt, dass ich meine Lehre nicht verändert habe, aber das liegt daran: „Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.“ Ich wechsle meine Kleider, welche der Zeit angehören, aber nicht meinen Geist, welcher der Ewigkeit angehört. Im Laufe meines langen Lebens habe ich so viele moderne Ideen unmodern werden sehen, dass ich weiß, dass ich eines Tages ein Requiem für die modernen Ideen unserer Tage singen werde, wie ich es für die modernen Ideen des letzten Jahrhunderts sang. Ich feierte den neunzehnhundertsten Jahrestag des Todes meines Erlösers, und doch bin ich heute nicht älter als damals, denn mein Geist ist ewig, und das Ewige altert nie. Ich bin die bleibende Figur der Jahrhunderte. Ich bin die Zeitgenossin aller Zivilisationen. Ich bin nie veraltet, da ich alterslos bin; niemals unzeitgemäß, da ich zeitlos bin.

Ich habe vier große Wesensmerkmale: ich bin einig, denn ich habe die gleiche Seele, die ich zu Anfang hatte; ich bin heilig, denn jene Seele ist der Geist der Heiligkeit; ich bin katholisch, denn der Geist durchdringt jede lebende Zelle meines Leibes; ich bin apostolisch, denn mein Ursprung ist identisch mit Nazareth, Galiläa und Jerusalem.

Ich werde schwach, wenn meine Glieder reich werden und aufhören, zu beten, aber ich werde nie sterben. Ich werde verfolgt werden, wie ich jetzt in Mexiko und Russland verfolgt werde; ich werde gekreuzigt werden wie auf dem Kalvarienberg, aber ich werde wieder auferstehen, und schließlich, wenn es keine Zeit mehr gibt und ich zu meiner vollen Gestalt herangewachsen bin, dann werde ich in den Himmel aufgenommen als die Braut meines Hauptes, Christus, wo die himmlische Hochzeit gefeiert wird, und Gott alles in allen ist, denn sein Geist ist Liebe und die Liebe ist der Himmel.

Hinweis: Meinungsbeiträge spiegeln die Ansichten der jeweiligen Autoren wider, nicht unbedingt die der Redaktion von CNA Deutsch.

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Quelle

Polizei stürmt Gottesdienst in Paris — Erzbischof Aupetit außer sich

Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit ballt eine Faust © Corinne Simon (KNA)

Wie jetzt bekannt wurde, haben bewaffnete Polizisten am vergangenen Sonntag einen Gottesdienst in Paris gestürmt. Wegen der Corona-Pandemie gelten in Frankreich strenge Regeln. Der Vorfall beschäftigt auch den Pariser Erzbischof.

„Wir waren zu siebt: ich, ein Messdiener, ein Sänger, ein Organist und drei Gemeindemitglieder, die die Fürbitten und die Lesungen vorlasen“, zitiert die Zeitung „Le Figaro“ den Priester. Die Messe in der Kirche Saint-Andre-de-l’Europe im achten Arrondissement wurde am Sonntag für die Gemeinde über die Sozialen Medien übertragen.

„Mitten in der Messe drangen drei bewaffnete Polizisten in die Kirche ein“, so der Geistliche. Er erinnerte an die Gesetzeslage, nach der außer der Feuerwehr Amtspersonen erst nach Aufforderung durch den Pfarrer eintreten dürften.

Die Polizisten forderten den Priester demnach auf, die Messe zu beenden; seine Weigerung nahmen sie zu Protokoll und verhängten eine Strafe. Die Beamten verlangten zudem, dass drei Gemeindemitglieder die Kirche verlassen.

„Sonst werden wir laut“

Der Vorfall beschäftigt auch den Pariser Erzbischof Michel Aupetit.

Er erinnerte am Mittwoch im Sender „Radio Notre-Dame“ an das „formelle Verbot für die Polizei, eine Kirche mit Waffen zu betreten“. Es gelte, auch während der Corona-Krise einen „kühlen Kopf“ zu bewahren und die Trennung von Kirche und Staat zu respektieren. „Sonst werden wir laut, (…) sehr laut“, so Aupetit.

Private Gottesdienste sind erlaubt

Auf Anfrage der Zeitung „Le Figaro“ stellte die Erzdiözese klar, dass private Gottesdienste erlaubt seien. Sie müssten nicht öffentlich hinter verschlossenen Türen gefeiert werden. Die Anwesenheit einiger Helfer für die Übertragung in Sozialen Medien sei nicht mit einer Versammlung oder einem Treffen gleichzusetzen.

Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort, hatte Mitte März angeordnet, dass während der Corona-Krise keine Messen mit „großen Gemeinden“ gefeiert werden dürfen. Die Regeln zur Ausgangssperre in Frankreich erlauben Gläubigen, sich allein für das Gebet in eine Kirche zu begeben. Auch Beisetzungen mit bis zu 20 Personen sind gestattet.

(KNA)

Siehe auch den Bericht der Zeitschrift PRO – Christliches Medienmagazin

 

Pro & Contra: Alles nur Verschwörungstheorie?

24.04.2020, Spanien, Barcelona: Ein Krankenwagen fährt an einer fast menschenleeren Straße an der «Sagrada Familia» von Gaudi vorbei. Die sonst von Touristen überflutete Stadt ist im Zuge der Corona-Pandemie leer geworden. Die Übernachtungen in spanischen Hotels und Pensionen sind im März 2020 wegen der Corona-Krise um 61,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Der Einbruch dürfte im April noch wesentlich heftiger ausfallen, weil die Schließung der Hotels im März erst am 19. März mit einer Übergangsfrist von sieben Tagen angeordnet worden war. Spanien, das von der Covid-19-Pandemie besonders schwer getroffen ist, hängt stark vom Tourismus ab. Foto: Matthias Oesterle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

CHUR/ASTANA

Am Viganò-Aufruf „Veritas liberabit vos!“ scheiden sich die Geister. Ist es lediglich ein nicht ernst zu nehmendes Machwerk?

Covid19 verändert die Welt: Wo sonst Touristen vor Barcelonas Wahrzeichen Sagrada Familia lange Warteschlangen bilden, fährt ein Rettungswagen über den menschenleeren Platz. Foto: Matthias Oesterle (dpa)

Pro: Aus der Zeit gefallene Argumente

Von Martin Grichting

Zweifellos darf man staatliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Corona kritisieren, gerade auch wenn sie die Kirche betreffen. Denn Staaten haben Fehler gemacht. So wurde meist zu spät reagiert, was umso drastischere Eingriffe in die Freiheitsrechte zur Folge hatte, unter denen auch die Kirche schwer zu leiden hat. Peinliches staatliches Versagen spricht freilich dagegen, dass heimlich eine Verschwörung zur Etablierung einer Weltregierung im Gang sei oder eine „verabscheuenswürdige technokratische Tyrannei“ aufgerichtet werden solle, wie es im Aufruf „Veritas liberabit vos“ martialisch heißt.

Im Übrigen gehört es zur westlichen Rechtstradition, dass der Anklagende die Beweise vorlegt. Sie sind diesbezüglich nicht zu erkennen. Hier sind eher staatliche Überforderung und Improvisation als planmäßiges Vorgehen am Werk. Sogar das Prinzip der offenen Grenzen, eine heilige Kuh des EU-Binnenmarktes, musste Corona geopfert werden. Und wenn König Fußball weggesperrt wurde, zusammen mit der feingeistigen Musik- und Theaterkultur der so genannten Eliten, spricht auch dies nicht für eine finstere Verschwörung.

„Mit dem Willen Gottes politisch zu fechten,
war jedoch im 20. Jahrhundert nicht mehr praktikabel“

Dennoch ist es lobenswert, die Rechte der Kirche und der Gläubigen zu verteidigen. Es stellt sich allerdings die Frage, wie die Kirche dies unter den heutigen Rahmenbedingungen bewerkstelligen soll. „Veritas liberavit vos“ tut es in problematischer Weise. Der Aufruf beruft sich gegenüber dem demokratischen Rechtsstaat auf die „Souveränität der Kirche“ und „die Rechte Gottes“. Und er verneint rundheraus, dass Zivilbehörden ermächtigt seien, „ganz gleich in welcher Form Verbote oder Einschränkungen des öffentlichen Gottesdienstes und der Seelsorge zu verhängen“. Diese Rede atmet den Geist des „Ius Publicum Ecclesiasticum“ (IPE), einer argumentativen Verteidigungsstrategie der Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Diese Theorie ging davon aus, dass es nach Gottes Willen nebeneinander zwei souveräne höchste Gewalten gebe: den Staat und die Kirche. Jede bewege sich in ihrem Rechtskreis. Aus diesem Grund sei es dem Staat nicht erlaubt, sich in die Angelegenheiten des anderen Souveräns, der Kirche, einzumischen.

Mit dem Willen Gottes politisch zu fechten, war jedoch im 20. Jahrhundert nicht mehr praktikabel. Die Kirche hat sich deshalb durch das II. Vatikanische Konzil vom IPE verabschiedet und den gemeinsamen Bezugspunkt von Staat und Kirche in den Grundrechten, insbesondere in der Religionsfreiheit, gefunden. Diese liegen Staat und Kirche gleichermaßen voraus und stellen ihren „gemeinsamen Rechtsboden“ (Böckenförde) dar.

Dem entsprechend heißt es in der Erklärung „Dignitatis Humanae“ (DH), das Recht auf Freiheit in religiösen Dingen werde innerhalb der menschlichen Gesellschaft verwirklicht. Deshalb sei deren Ausübung umgrenzenden Normen unterworfen. Einschränkungen seien im Interesse der öffentlichen Ordnung möglich (DH 7). Gleichwohl reklamiert die Kirche für sich auch weiterhin ihre Freiheit und stellt fest: Werde das Grundrecht der Religionsfreiheit nicht nur mit Worten proklamiert, sondern sei es in der Praxis ernsthaft in Geltung, stehe dieses Grundrecht mit dem Recht der Kirche auf Freiheit in Einklang (DH 13).
Man sollte deshalb die Kultusfreiheit nicht mit Argumentationsmustern verteidigen, die aus der Zeit gefallen sind. Vielmehr muss dies auf dem gemeinsamen Rechtsboden der Grundrechte erfolgen. Man kann die Frage aufwerfen, ob im Zuge der Corona-Krise seitens der Kirche genügend eindringlich auf die Respektierung der Religionsfreiheit gepocht wurde. Denn der Kerngehalt auch dieses Grundrechts ist in einem Rechtstaat niemals einschränkbar. Es ist Aufgabe der Diplomatie und der Bischöfe, dies auf informellem oder offiziellem Weg an Regierungen, Parlamente und allenfalls an Gerichte heranzutragen. Zudem stehen allen Gläubigen politische und rechtliche Mittel zu Gebot, auch Petitionen. Nur sollte man dabei argumentativ auf der Höhe der Zeit sein und dem Ansehen der Kirche in einer säkularen Öffentlichkeit nicht durch Verschwörungstheorien Schaden zufügen.

 

 

Contra: Katalysator für ehrliche Debatte

Von Athanasius Schneider

Am 8. Mai 2020 wurde ein Text mit dem Titel „Ein Aufruf für die Kirche und für die Welt an Katholiken und alle Menschen guten Willens“ publiziert. Erstunterzeichner waren unter anderen drei Kardinäle, neun Bischöfe, elf Ärzte, zweiundzwanzig Journalisten und dreizehn Juristen. Es erstaunt, wie Vertreter sowohl des kirchlichen wie des politischen und medialen Establishments das Anliegen des „Aufrufs“ unisono gemäß dem herrschenden Einheitsdenken mit dem Totschlagargument der „Verschwörungstheorie“ diskreditierten, um somit jede weitere Diskussion im Keim zu ersticken.

Ich erinnere mich an ähnliche Reaktions- und Sprechweisen aus der Zeit der Sowjetdiktatur, wo Andersdenkende und Kritiker der herrschenden Ideologie und Politik der Komplizenschaft an der „Verschwörungstheorie“ des kapitalistischen Westens bezichtigt wurden. Die Kritiker des „Aufrufs“ weigern sich, die evidente Faktenlage zur Kenntnis zu nehmen, wie zum Beispiel den Vergleich zwischen der offiziell bestätigten Sterblichkeitsrate des gleichen Zeitraums bei der Influenza Saison 2017/18 und der aktuellen Covid-19 Epidemie in Deutschland, wobei die Sterblichkeitsrate der letzteren wesentlich geringer ist.

„Nur Diktaturen fürchten sachliche
Debatten bei Meinungsverschiedenheiten“

Es gibt Länder mit moderaten Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen zum Coronavirus, die deswegen keine höhere Sterblichkeitsrate aufweisen. Wenn schon die Kenntnisnahme offensichtlicher Fakten und deren Diskussion als „Verschwörungstheorie“ abgestempelt wird, dann besteht für jeden noch selbstständig denkenden Menschen die begründete Besorgnis über das Vorhandensein subtiler Formen der Diktatur in unserer Gesellschaft. Die Eliminierung oder Diskreditierung von gesellschaftlichen Debatten und der Stimmen von Dissidenten ist bekanntlich ein Hauptmerkmal totalitärer Regime, deren Hauptwaffe gegen Dissidenten keine Sachargumente sind, sondern demagogische und publikumswirksame Rhetorik. Nur Diktaturen fürchten sachliche Debatten bei Meinungsverschiedenheiten. Der „Aufruf“ leugnet nicht die Existenz einer Epidemie und der Notwendigkeit, sie zu bekämpfen. Allerdings weisen manche der Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen ein Aufzwingen von Formen totaler Überwachung der Menschen auf, die unter dem Vorwand einer Epidemie gegen grundrechtliche Freiheiten und die staatliche Freiheitsordnung verstoßen.

Äußerst gefährlich ist dabei auch der angekündigte Impfzwang, der keine Alternativen zulässt, mit den vorauszusehenden Folgen der persönlichen Freiheitsbeschränkung. Die Bürger werden dadurch an Formen einer technokratischen und zentral dirigierten Tyrannei gewöhnt, wobei Bürgercourage, selbstständiges Denken und vor allem jede Widerstandskraft stark gelähmt werden. Ein in fast allen Ländern ähnlich gehandhabter Aspekt der Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen besteht im drastischen Verbot öffentlicher Gottesdienste, welcher in solch einer Unerbittlichkeit nur in Zeiten systematischer Christenverfolgungen vorhanden war.

Das absolut Neue dabei ist der Umstand, dass die Staatsgewalt der Kirche mancherorts sogar liturgische Vorschriften macht, was zum Beispiel den Ritus der Kommunionausteilung anbelangt, eine Einmischung in Angelegenheiten, die in die unmittelbare Zuständigkeit der Kirche fallen. Die Geschichte wird einmal mit Bedauern über Regime-Kleriker unserer Zeit berichten, die sogar solch eine Einmischung der Staatsgewalt untertänig akzeptiert haben. Die Geschichte hat es immer bedauert, dass in großen Krisenzeiten die Mehrheit geschwiegen hat und die Stimmen Andersdenkender erstickt wurden. Deshalb sollte man dem „Aufruf“ fairerweise wenigstens die Chance einräumen, ohne Furcht vor sozialen und moralischen Repressalien eine ehrliche Debatte anzustoßen, wie es in einer demokratischen Gesellschaft erforderlich ist.

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Habemus Papam – olé

Skurriles aus Spanien: Der «Gegenpapst» heißt Pedro II.

Seit Montag ist Rom wieder der Mittelpunkt der Welt. Die Kardinäle versammeln sich zum Konklave, um einen neuen Papst zu wählen. Gespannt schauen Gläubige und Journalisten aus aller Welt, ob aus dem Schornstein des Vatikans weißer Rauch emporsteigt. Alle Welt? Nein! Im andalusischen Palmar de Troya in der Nähe von Sevilla ist die Papstwahl eher Nebensache. Denn hier hieß es bereits vor zwei Wochen: «Habemus papam» – «Wir haben einen Papst!»

von Manuel Meyer – Madrid / Palmar de Troya

Wie die katholische Kirche brauchte auch die «christlich palmarianischen Kirche» nach dem Tode ihres selbsternannten Papstes Gregor XVII. Ende März diesen Jahres einen neuen Pontifex.

Er heißt Manuel Cecilio Alonso Corral, ist 71 Jahre alt, stammt aus Badajoz und leitet seit kurzem als «Gegenpapst» Pedro II. die Geschicke der Glaubensgemeinschaft, deren 10.000 Anhänger über die ganze Welt – auch in Deutschland – verteilt sind. Der Rechtsanwalt aus Sevilla war bisher die rechte Hand des Kirchen- oder wie die katholische Kirche sagt – «Sekten»-Gründers Clemente Domínguez Gómez.

«Göttliche Botschaften» gehört

Die mitgliederstarke Glaubensgemeinschaft findet ihren Ursprung eigentlich in einer Halluzination: Als der wegen verminderter geistiger Fähigkeiten vom Militärdienst befreite Clemente 1969 nach Palmar de Troya pilgerte, wo im Jahr zuvor einige Mädchen die Jungfrau Maria gesehen haben wollen, schien seine Phantasie völlig mit ihm durchzugehen. Er hörte plötzlich «göttliche Botschaften» und blutete wie Jesus aus Händen und Füßen, so seine Anhänger. Dass die 16 Liter Blut gar nicht von ihm stammten, wie später Untersuchungen ergaben, interessierte niemanden aus seinem neu gegründeten «Orden der Karmeliter vom Heiligen Antlitz».

Man weiß zwar nicht wie er es erreichte, aber 1970 weihte ihn ein Erzbischof aus Vietnam zum Priester und nur zehn Tage später zum Bischof. Die katholische Kirche erkannte die Weihen nicht an, exkommunizierte sogar den vietnamesischen Erzbischof sowie Clemente. Doch das interessierte den «Bischof Fernando», wie sich Clemente jetzt nannte, nicht sonderlich. Er war nämlich davon überzeugt, die katholische Kirche sei längst «vom Teufel und vom Kommunismus unterwandert», folglich seien alle Pontifikate als unkatholisch abzulehnen.

Sogar hinter dem Tod des Papstes Paul VI. in Rom vermutete er eine Verschwörergruppe, die den katholischen Pontifex bereits vorher unter Drogen gesetzt hatten, damit dieser nicht mehr die Kontrolle über die Kirche haben konnte.

Selbst zum Gegenpapst ernannt

So ließ er sich nach dem Tode von Papst Paul VI. 1978 von seinen Bischöfen einfach selbst zum «Gegenpapst» Gregor XVII. ernennen und errichtete sich mit den Millionen-Spenden seiner Gläubigen in Palmar de Troya einen eigenen «Vatikan» – eine gigantische Basilika mit fünf Meter hohen Mauern und riesigen Türmen. Bildquelle dpaKathedrale in El Palmar de Troya In den folgenden Jahren baute «Papst Gregor» eine straff organisierte Sekte auf, die sich vollkommen seinem Papsttum unterwerfen und mit der katholischen Kirche brechen musste. 1988 ließ man sich als offizielle Glaubensgemeinschaft registrieren. Immer wieder erregte der selbsternannte Oberhirte mit angeblichen Wundern und Heiligsprechung öffentliches Aufsehen. So sprach er den spanischen Ex-Diktator Francisco Franco und den Amerika-Entdecker Christoph Kolumbus «heilig», während er die Regierungsmitglieder im mittlerweile demokratischen Spanien und auch die spanische Königsfamilie als «Rote» «exkommunizieren» ließ.

Alle aus der Kirche verbannt

«Papst Gregor» begann auch selber seine treusten Anhänger zu Priestern und Bischöfen zu weihen – darunter auch Minderjährige. Sie alle sind zwar vom jüngst verstorbenen katholischen Papst Johannes Paul II. aus der Kirche verbannt worden, aber das war ihnen egal, denn die palmarianische Kirche ist davon überzeugt, dass das Heil der Menschheit nur in ihr gegeben sei. Während das Auftreten des selbsternannten Oberhauptes in voller «Papstmontur» auf spanischen Volksfesten und bei Stierkämpfen immer wieder zur Belustigung der Bevölkerung diente, haben die Sektenmitglieder weniger zu lachen. Die Gläubigen haben sich an strenge Lebensregeln zu halten. Frauen, die eher als Gebärmaschinen betrachtet werden und zwischen sechs und zehn Kinder bekommen sollten, dürfen nur lange Röcke und lange Ärmel tragen. Jeans, kurze Hosen oder Strumpfhosen sind auf Strengste verboten. Selbst Babys dürfen keine Strampelhose tragen. Radio, Fernsehen und Zeitungen sind ebenfalls tabu.

Strenger Verfechter der Tradition

Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Der neue «Papst» Pedro II. gilt als strenger Verfechter der Traditionen und Werte. Lange wird er allerdings nicht regieren können: 2015 wird er angeblich schon in Jerusalem ans Kreuz geschlagen und mit ihm geht die Welt unter. Das sagte Gott zumindest seinem «Sohn Clemente», bevor dieser Ende März im Alter von 59 Jahren in den Himmel – oder sonst wohin – aufstieg. Zwar prophezeite dieser den Weltuntergang auch schon für das Jahr 2000, aber da ging irgendetwas schief. Schade um die massenhaften Geldspenden, mit welchen die Sektenmitglieder noch im letzten Moment ihr Seelenheil so kurz vor dem Weltuntergang erkaufen wollten. Dabei hätten die Anhänger der «palmarianischen Kirche» doch schon 1995 an den Visionen ihres Papstes zweifeln müssen. Immerhin blieb er auch nach 20 Jahren noch blind, obwohl ihm Gott doch sein Augenlicht, das er 1975 bei einem Autounfall verloren hatte, wiedergeben wollte.


Der Glauben an den Gegenpapst

Pedro II. (oder Manuel Cecilio Alonso Corral) ist nur einer von mindestens 15 Personen, die in jüngerer Zeit den Anspruch erheben, der rechtmäßige Papst zu sein. Dies kennzeichnet ihn als einen Vertreter des Sedisvakantismus (von lat.: sedes Sitz; vacans leer). Er bezeichnet jene Auffassung, dass es keinen gültigen Papst gebe. Der Sedisvakantismus tauchte in der Kirchengeschichte wiederholt auf. So gab es in der Kirchengeschichte immer wieder Gruppen, die den Papst ablehnten und sich deshalb abspalteten, meist aus theologischen, aber auch aus formalen Gründen. Der Sedisvakantismus stellt eine Kompromisshaltung zwischen der papsttreuen Haltung und der grundsätzlichen Ablehnung des Papsttums dar: das Papsttum wird zwar als solches anerkannt, nicht aber ein bestimmter Papst. Der Sedisvakantismus führte in der Kirchengeschichte mehrmals zu Gegenpäpsten, sobald von den Sedisvakantisten ein zweiter Papst festgestellt wurde. Aus der Sicht des nicht anerkannten Papstes befinden sich Sedisvakantisten im Schisma. Bekannte Sedisvakantisten in Deutschland sind Eberhard Heller, Herausgeber der Zeitschrift «Einsicht», sowie der Bischof Günther Storck. (Nach: Wikipedia)

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Quelle

Kardinal Müller lehnt Gottesdienstverbote in Corona-Krise ab –„Verbannung der Liturgie“

Kardinal Gerhard Ludwig Müller (m.) im Gespräch (Archiv) © Paul Haring (KNA)

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat sich gegen Gottesdienstverbote in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Das ist inakzeptabel“ und die Kirche sei „keine dem Staat untergeordnete Behörde“, betonte der Geistliche.

Das sagte er im Interview des italienischen Portals „Daily Compass„.

Gerade weil die Pandemie eine so große Tragödie für viele Menschen sei, habe sie die Pflicht, im Angesicht des Leids eine „Perspektive des ewigen Lebens, im Lichte des Glaubens“ anzubieten.

Mit einem Messverbot werde man dieser Aufgabe nicht gerecht und reduziere die Kirche zu einer bloßen Abhängigen des Staates, kritisierte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation.

„Verbannung der Liturgie“

Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Virus seien das eine. Die „Verbannung der Liturgie“ werte er hingegen als Beleg für „säkularistisches Denken“, das nun auch inmitten der Kirche angekommen sei. Das sei „etwas sehr Ernstes“, so der Kardinal. Denn kein Bischof habe das Recht, die Eucharistie derart einzuschränken.

Einige Bischöfe hätten Priester gar für Messfeiern mit wenigen Teilnehmern bestraft. „Das bedeutet, dass sie sich als Staatsbeamte wahrnehmen“, sagte Müller. „Aber unser oberster Hirte ist Jesus Christus, nicht Giuseppe Conte oder irgendein anderer Staatschef.“

EIN AUFRUF FÜR DIE KIRCHE UND FÜR DIE WELT

HEUTE – 8. MAI 2020 – WELTWEIT VERÖFFENTLICHT

Klicke, um auf Appello_in_Tedesco_(finale).pdf zuzugreifen

http://veritasliberabitvos.info/signatories/

http://veritasliberabitvos.info/contact-us/

PATER PIO — Der Ordensmann

Rückkehr nach Pietrelcina

 

Gegen Mitte Mai 1909 begleitete sein zweiter geistlicher Vater, Pater Agostino da San Marco in Lamis also den jungen Frater Pio nach Pietrelcina. Man meinte, es würde sich nur um einen kurzen Aufenthalt handeln, die heimische Luft und die Fürsorge seiner Mutter würden ihn bald wieder herstellen. Doch wird diese erste Etappe fast sieben Jahre andauern bis Februar 1916.

Während dieser ganzen Zeit wird er krank bleiben, ohne dass übrigens jemals irgend jemand eine genaue Diagnose erstellen konnte. Das ist übrigens ganz normal, denn recht lange danach wurde man inne, dass es sich um mystische Leiden handelte, durch die hindurch der Herr diese bevorzugte Seele darauf vorbereitete, IHN auf dem Weg nach Kalvaria einzuholen. Aber zu dieser Zeit ahnte niemand um Frater Pio herum auch nur das geringste.

Die Obern sahen die lange Abwesenheit und diesen lange sich hinziehenden Aufenthalt außerhalb des Klosters, wohin der Herr ihn gerufen hatte, nicht sehr gern. Es fehlte übrigens nicht viel, dass sie dachten, es liege hier eine listige, teuflische Versuchung vor. Man sollte also auf jeden Fall Stellung dagegen beziehen. Diese Lage wurde zeitweilig dramatisch. Die Obern veranlassten schließlich Frater Pio, dass sie gemeint hatten, er würde endgültig bei seiner Familie bleiben, er solle um die Erlaubnis bitten, außerhalb des Klosters bleiben zu dürfen, während er die Möglichkeit behielte, immer das Kleid des heiligen Franz zu tragen. Dass ihm dies das Herz zerriss, begreift man ohne Mühe.

Frater Pio machte sich zu diesem Zeitpunkt keine Illusionen über seinen Gesundheitszustand. Zu meinen oder gar sich einzubilden, dass er eines Tages gesund werden könnte, das erschien wie ein sinnloser Traum. Ganz im Gegenteil beschäftigte ihn oft der Gedanke an den Tod. Es ist wahr, dass die leiblichen und die seelischen Schmerzen, die unaufhörlichen Angriffe des Teufels, die ihn trafen und worüber man später die von Pater Pio selber gegebene Beschreibung nachlesen kann, nicht dazu angetan waren, ihn zum Überleben anzuspornen.

Er erholte sich ein wenig, aber nur vorübergehend, und 1910 war man so beunruhigt, dass Frater Pio seine Obern bat, man möge ihn doch wenigstens als Priester sterben lassen. Am 22. Januar 1910 schrieb er an Pater Benedetto, den Provinzialminister: „… Seit langem versuche ich in meinem Herzen einen sehr lebhaften Wunsch totzuschweigen. Aber ich muss Ihnen gestehen, dass alle meine Bemühungen nur dazu dienten, ihn noch größer werden zu lassen. Diesen Wunsch will ich daher dem unterbreiten, der ihn erfüllen kann. Mehrere Leute, die die neuesten Entscheidungen des Heiligen Stuhls kennen, haben mir versichert, dass, wenn Sie um Dispens für meine Priesterweihe ersuchen, indem Sie meinen derzeitigen Gesundheitszustand darlegen, man dann alles erlangen könnte. Wenn also, o Pater, alles von Ihnen abhängt, dann lassen Sie mich doch nicht länger nach diesem Tage schmachten. Wenn also Gott, der Allerhöchste, in seiner Barmherzigkeit beschlossen hat, die Leiden meines Leibes hinwegzunehmen, indem er meine Verbannung hier auf Erden abkürzt, wie ich fest hoffe, so werde ich sehr glücklich sterben, denn ich habe hier auf Erden keinen anderen Wunsch mehr …“

Frater Pio war nämlich erst 23 Jahre alt … Und das Kirchenrecht verlangte, dass einer erst nach Erreichen des Alters von 24 Jahren Priester werden könne. Aber er setzte ein solches Vertrauen auf seinen Provinzobern, den er zum ersten Mal am 25. April 1903 in Morcone gesehen hatte und mit dem zusammen er das Schuljahr 1905-1906 in San Marco la Catola verbracht hatte, und der, seit er Provinzial war, sich so sehr um seine Lage kümmerte, dass Frater Pio nicht einen einzigen Augenblick am günstigen Ausgang seiner Bemühungen zweifelte. Im übrigen war Frater Pio so krank, ja sogar zuweilen todkrank, dass man ihm sehr wohl diese Dispens gewähren konnte.

Arg von Fieber geschüttelt, unterzog er sich zu Benevent im August 1910 einem raschen Theologieexamen und er empfing schließlich in Gegenwart seiner Mutter die Priesterweihe durch die Hände von Monsignore Schinosi in der Kathedrale von Benevent. Es war genau am 10. August 1910. Seine Primiz durfte er am folgenden Tag in Pietrelcina feiern, wo er von der Blasmusik und der ganzen Bevölkerung empfangen wurde. Am 14. August wird er, der von nun an Pater Pio sein wird, ein Hochamt feiern und sein Beichtvater, Pater Agostino, wird ihm die Festrede halten.

„Wie glücklich war ich an jenem Tag, schreibt er. Mein Herz brannte in Liebe zu Jesus … Ich habe angefangen das Paradies zu verkosten!“ Auf sein Primizandenken hatte er sein Lebensprogramm schreiben lassen: „Jesus, mein Atem und mein Leben, heute, wo ich Dich zitternd erheben darf in einem Geheimnis der Liebe, möge ich MIT DIR für die Welt WEG, WAHRHEIT, LEBEN und FÜR DICH, HEILIGER PRIESTER, VOLLKOMMENES OPFERLAMM sein.“ Nun ist er Priester auf ewig. Nun beginnt jene lange Reihe von beeindruckenden Messopfern, die er bis zu seinem Tode feiern wird. Zum letzten Mal wird er zum Altar emporsteigen am 22. September 1968. Sterben wird er wenige Stunden später am 23. September um zwei Uhr dreißig im Herzen der Nacht.

Von Ende Oktober bis zum 7. Dezember 1911, lebten Pater Pio und sein geistlicher Vater im selben Kloster von Venafro. Damals entdeckte Pater Agostino gewisse Dinge, wovon wir dann später reden werden …

Nun aber hatte sich die Krankheit am 7. Dezember 1911 plötzlich verschlimmert und man brachte Pater Pio zurück nach Pietrelcina. Am nächsten Tag sang er zum großen Erstaunen aller das Hochamt in der Pfarrkirche, wie wenn er nie krank gewesen wäre. Wer sollte da noch klug werden … es sei denn die Vorsehung hätte ein für alle mal beschlossen, Pater Pio müsse in die Verborgenheit seines Geburtsdorfes zurückkommen, um dort das Siegel des Blutes zu empfangen …
Was tat er in Pietrelcina? Er lebte bei seiner Familie. Er hatte sich nicht weit vom väterlichen Haus etwas auf der Höhe eine eigene Zelle eingerichtet. Man gelangte über eine Steintreppe dorthin. Er betete auch auf einem der Grundstücke seiner Familie in Piana Romana. Dort empfing er übrigens, wie wir sehen werden, die unsichtbaren Wundmale unter einer Ulme, die eingefasst wie eine Reliquie in einer kleinen Kapelle aufbewahrt wird. Auch seinem Pfarrer, Don Salvatore Pannullo, half er beim Spenden der Sakramente. Er hatte aber noch nicht die Vollmacht zum Beichthören bekommen, trotz mehrerer Anfragen, die seinen Obern vorgebracht und von Don Pannullo unterstützt wurden.

 

Soldat …

Aber da wird Pater Pio von einer neuen Prüfung heimgesucht: der Krieg von 1914 war ausgebrochen. Die Kapuzinerprovinz von Foggia wie alle anderen Provinzen Italiens sah sich ihrer besten Kräfte beraubt. Alle Ordensleute mussten in die Kasernen einrücken. Was Pater Pio betrifft, so stellte er sich zum 6. November 1915 beim Militärdistrikt von Benevent, um dort seine Bürgerpflicht zu erfüllen. Am 6. Dezember wurde er der zehnten Sanitätskompanie von Neapel zugeteilt. Aber einige Tage später, am 18. Dezember, wurde er zu einem Krankenurlaub nach Hause geschickt.

 

Geistliches Leben

In seinem geistlichen Leben, das uns jetzt im höchsten Maße interessiert, (denn auf diesem Weg, auf dem jeder diesem Riesen an Heiligkeit zu folgen berufen ist), darf man behaupten, dass er jede Stufe erklimmen wird. Wir haben es schon gesagt, die Liebe und das Leiden, von denen nie eins ohne das andere bestehen kann, werden für Pater Pio – wie übrigens für jede großmütige Seele – der einzige Weg sein, der zur innigsten Vereinigung mit Gott führt. Er wird dabei ärgste Schwierigkeiten kennenlernen; gegen die Hölle wird er Kämpfe durchstehen, wovon es schwierig ist sich ein Bild zu machen. Aber zum Ausgleich wird er Tröstungen und geistliche Freuden verkosten, die nach den Aussagen von Pater Pio selber völlig unerklärlich bleiben.

So wird Pater Pio von einer Schwierigkeit zur andern zu jener umwandelnden Vereinigung mit Gott emporsteigen. Sein geistliches Leben wird immer mehr ein mystisches Leben. Die Ausgießungen der Gnade sind manchmal so stark, dass sie sich in seinem Leib und seinen Sinnen niederschlagen. Sein Gebet wird zunehmend passiver, wie man aus seinen Briefen, die er regelmäßig an seinen geistlichen Vater schickt, ersehen kann … Er lässt Gott in seiner Seele wirken, da Pater Pio sich von nun an ganz IHM hingegeben hat.

Zu dieser Zeit stellt man zwischen den Zeilen, die er schreibt, gewisse Aufschwünge der Liebe fest, die ihn zu Gott hinauftragen. Als Gegenleistung setzen diese mystischen Berührungen, dieses Eingenommenwerden seiner Natur durch das göttliche Wesen ein. Es ist der Zeitpunkt, wo ihn der feurige Pfeil trifft (23. August 1912), Verzückungen und Tränen über ihn kommen … Es ist auch die Zeit, wo sich für ihn an seinen Gliedern die Zeichen des Gekreuzigten bemerkbar zu machen beginnen. Die Wundmale werden erst im September 1918 im Kloster San Giovanni Rotondo sichtbar und dauernd hervortreten. Immer mehr nimmt er am Leiden Jesu teil, wie er in einem Brief vom 28. Juni 1912 schreiben wird. Dies also sind einige Erscheinungen, die man für diese Periode festhalten darf. Sie werden sich mehr oder weniger häufen, und mehr oder weniger an Kraft gewinnen, aber wir wissen, dass sie mit den Jahren so zahlreich werden, dass auch nicht ein Augenblick seines Lebens diesem göttlichen Einfluss entgeht …, aber auch dem teuflischen nicht.

Pater Pio wird während seines Aufenthalts in Pietrelcina die Nacht der Sinne kennenlernen, wie sie Johannes vom Kreuz beschrieben hat. Die Seele sinkt immer tiefer in die dunkle Nacht hinein. Die innere Reinigung wird immer spürbarer, immer gründlicher, immer schmerzhafter und die Seele des armen Paters verliert sich immer tiefer im Gefühl der Gottverlassenheit und in die totale Trostlosigkeit. Manche Briefe sind in dieser Hinsicht wahre Schreie des Entsetzens. Aber Gott ist ein Vater und wenn er das Mittel des Leidens dazu benutzt, um eine Seele herauszureißen, (in unserem Fall die Seele des Paters Pio), die er erwählt und zu einer Sendung außerhalb des Alltäglichen bestimmt, dann weiß er ihm auch Fristen der Ruhe und des süßen Trostes zu geben. Aber man versteht, dass sich in Augenblicken schrecklichster Qual die Natur Pater Pios von Zeit zu Zeit empörte. „Ich kann nicht mehr“, gestand er am 18. März 1915.

Die Kämpfe mit dem Teufel, fast tägliches Los Pater Pios, zeugen von einer scharfsinnigen Grausamkeit. Neben leiblichen Quälereien, Schlägen, die er nicht etwa bloß geistig hinnimmt, sondern in einer harten, fühlbaren Wirklichkeit empfindet, bereitet Satan unter den bestürzten Augen Pater Pios alles aus, was er an angeblicher Untreue, Undankbarkeit und Verfehlung jeglicher Art, an Sünden in seiner Kindheit und Jugend begangen haben soll.

In seinen Briefen wird Pater Pio oft auf diesen Gegenstand zurückgreifen. Sein geistlicher Vater, Pater Agostino wird sogar eine eigenartige Kriegslist ersinnen, um dem Teufel entgegenzuwirken, der von Zeit zu Zeit die Briefe abhanden kommen lässt oder sie mit großen Tintenflecken verschmiert, die eigenartigerweise unter dem Weihwasser wieder verschwinden … Pater Agostino wird also auf französisch und sogar auf griechisch schreiben. Und Pater Pio wird ihm Antwort geben, nachdem er alles verstanden hat … Denn sein Schutzengel, wie er eingestehen wird, hat ihm alles erklärt!

Diese befremdlichen Behinderungen hätten mehr als nur einen nach Heiligkeit Strebenden entmutigt, das ist ganz offensichtlich. Pater Pio jedoch lässt sich auf seinem Weg zu Gott, im Erfüllen des göttlichen Willens, in der strengen Beobachtung der Regel des heiligen Franz und in der Treue zu seinen Ordensgelübten nicht beirren. Er straft Satan mit tiefster Verachtung, der es ihm dann manchmal bitter heimzahlt. Er vertraut sich immer der Hilfe Gottes, Unserer Lieben Frau, seinem kleinen Engel und dem heiligen Vater Franziskus an. Er stützt sich auch immer wieder auf die geistliche Führung des Paters Agostino, und allmählich, wie wir sehen werden, wird Pater Agostino selber dazu übergehen, seinen geistlichen Sohn um Rat zu bitten …

In seinen ersten Jahren unterwarf sich Pater Pio der ausschließlichen geistlichen Leitung Pater Agostinos. Nachträglich wird er dann ab 1912 die des Paters Benedetto da San Marco in Lamis hinzufügen. Es gab da einige Missverständnisse, die ohne Zweifel durch den Vater der Lüge hervorgerufen worden waren, doch alles klärte sich auf und die Leitung wurde gleichsam eine kollegiale.

Sicher war es nicht leicht eine auf den Wegen der Mystik so hoch erhobene Seele wie die des Paters Pio zu beraten und zu leiten. Aber Gott war ja da und gab den damit Beauftragten das notwendige Licht, um im Gehorsam den Weg, den gar oft Satan zu verwirren sich versteifte, aufzuhellen. Pater Pio befolgte diese Empfehlungen buchstäblich und gestaltete sein Leben nach den Ratschlägen, die diese Väter ihm erteilten. So wollte es übrigens Jesus. Die Stimme seiner Leiter war für Pater Pio die Stimme Gottes selber; er brauchte sich also diesbezüglich keine Sorgen zu machen.

Und man durfte erstaunliche Entwicklungen beobachten. Sowohl Pater Agostino, als auch Pater Benedetto nahmen den tiefen Einfluss wahr, den ihr Beichtkind auf sie ausübte.

Sie wurden ihrerseits zu seinen geistlichen Söhnen, nicht nur für sich persönlich, sondern auch für die Seelen, die sich an ihren eigenen priesterlichen Dienst wandten. Pater Pio zeigte sich jedoch ein wenig zurückhaltend vor dieser neuen Aufgabe.

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So also wurde diese erneute Rückkehr in seine Heimatgegend zum Anlass dieses beeindruckenden Briefwechsels mit Pater Agostino, und später ebenfalls mit Pater Benedetto. Dank diesem Briefwechsel konnten wir gewissermaßen einen tieferen Einblick in das Innere der Seele Pater Pios werfen. Man kann der Vorsehung dafür nur dankbar sein, denn ohne diese schwere Krankheit, hätten wir nie etwas von alldem erfahren. Infolgedessen wäre es für uns schwieriger gewesen, Pater Pio kennen zu lernen und ihn nachzuahmen.

Die Obern drangen nun von neuem darauf, dass Pater Pio das Gemeinschaftsleben wieder aufnehme. Aber was er nicht wusste: sein Ruf hatte sich weit über die Grenzen seiner engeren Heimat und über die Bereiche der Klöster, denen er zugeteilt gewesen war, ausgebreitet. Er wusste auch nicht, dass eine Dame aus dem Adel von Foggia, die er schon seit zwei Jahren, nämlich seit dem 24. März 1914, mit Genehmigung Pater Agostinos brieflich leitete, seine Gegenwart in Foggia anforderte, damit der junge Ordensmann ihr beistehe und sie berate in einer schweren gesundheitlichen Prüfung, die sie durchzustehen hatte. Es war dies Raffaelina Cerase. Diese an die Obern gerichtete Anfrage bot ihnen so die Gelegenheit, Pater Pio ins Kloster der heiligen Anna zu Foggia übersiedeln zu lassen.
Er verließ also sein Vaterhaus zu Pietrelcina am Morgen des 17. Februar 1916 und kam Ende Nachmittag in Foggia an. Am folgenden Tag besuchte er zum ersten Mal Raffaelina Cerase, die am 25. des folgenden Monats sterben sollte. So begann eine neue, sehr fruchtbare Etappe seines priesterlichen Dienstes.

Da wir an diesem Punkt angelangt sind, müssen wir zurückkehren, um Schritt für Schritt, aufgrund der Briefe, die er schreibt, den genauen Verlauf des Weges Pater Pios verfolgen zu können.

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Quelle: Pater Derobert – Pater Pio durchsichtig auf Gott hin – Geistliches Bildnis aus den Briefen Pater Pios gewonnen. Hovine Verlag, Belgien und Frankreich, 1990, 814 Seiten.