DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 09 (Schluss)

«Ich habe es euch gesagt: ‹Wer sein Leben retten will, wird es verlieren›, und ihr könnt auch nicht vor­geben, Mich zu lieben und Mir zu dienen, und (gleichzeitig) die Welt lieben und leben wie die Welt. Ihr müßt wählen: entweder ihr seid für Mich, und dann seid ihr gegen die Welt, oder ihr entscheidet euch für die Welt, und dann bekämpft ihr Mich.»

(Und weinend spricht Jesus weiter:)

«Wann endlich werdet ihr die unermeßliche Pein Meines Herzens verstehen? Warum lebt ihr stur wei­ter fern von Mir? Niemand indessen kann euch mehr lieben als Ich. Ich will euer Heil und nicht euern Un­tergang.»

[B 671] «Unsinnige Menschen, eure Verblendung und eure Taubheit werden euch in den Untergang führen. Schlaget also Gewinn aus Meiner Barmher­zigkeit, da euch heute die Chance gegeben ist; mor­gen wird es, Ich sage es euch, zu spät sein für euch.»

«Mögen sich all diese gleichgültigen, sorglosen und nachlässigen Hirten, die ihre Herde verlassen oder sich selbst überlassen, um hierhin und dorthin zu lau­fen, ohne daß das erforderlich oder zweckdienlich ist, in acht nehmen. Sie können ihre Verantwortung auf die Schultern des Nachbarn laden, aber sie mögen nicht vergessen, daß sie es sind, die Rechenschaft ab­zulegen haben werden über den Verlust der Herde, und nicht der Nachbar. Sie ziehen es vor, nach Lust und Laune zu handeln und ihre Begierden zu befrie­digen, anstatt allen Vergnügen zu entsagen, um, wie sie es tun sollten, die Pflichten zu erfüllen, die ihnen zufallen, und die Verantwortung zu tragen, [B 672] die Ich ihnen Selbst übertragen habe, indem Ich sie an die Spitze einer Herde gestellt habe.»

«All diese schlechten Hirten werden äußerst streng bestraft werden für ihre Nachlässigkeit und ihre Gleichgültigkeit. Es ist nicht verwunderlich, daß sich die Schafe verirren und sich manchmal tödlich ver­wunden, wenn der Hirte selbst es vorzieht, auf Aben­teuer aus zu sein, statt seine Schafe zu bewachen und zu lieben, die sich ihm völlig anvertrauen, um in den Schafstall zu gelangen.

«Mögen alle Priester auf der vollständigen Entsa­gung bestehen als dem alleinigen und einzigen Weg, der zu Mir führt. Vor allem sollen sich diese Priester, die sich weigern, diese Lehre zu praktizieren, beeilen, sie wieder aufzugreifen und danach zu leben; denn ihr müßt sie nicht nur predigen, sondern der Welt das Beispiel dafür geben, um dieser unbekümmerten und ichbezogenen Welt die furchtbaren Katastrophen zu ersparen, die sie zermalmen werden, wenn sie ihr Le­ben nicht ändert.»

[B 673] «Mögen alle jene, die durch den Mißbrauch ihrer Autorität auf irgendeine Art und Weise der Ausbreitung dieser Lehre von der Entsagung scha­den, indem sie der kleinen Zahl der treuen Diener das Schweigen aufzwingen, die trotz des Modernismus und der Evolution der Sitten dieses Jahrhunderts sich nicht fürchten, die Enthaltsamkeit zu verkünden, mögen alle jene, die ihre Autorität zum Schaden Meiner Lehre mißbrauchen, sich in acht nehmen, ihre Herzen erforschen und ihre Verantwortung wohl abwägen; denn Mein Strafgericht wird fürchterlich sein.»

«Wenn ihr Meine Lehre den Ideen und der Mentali­tät der Welt anzupassen sucht, seid ihr schlechte Die­ner.»

«Die Welt dieses Jahrhunderts, die nur daran denkt, zu genießen, sich zu befriedigen, indem sie alle Opfer und alle Abtötung meidet, möge sich nicht in trügeri­scher Hoffnung wiegen; [B 674] denn Ich werde in nichts Meine Lehre ändern, und selbst wenn dies den Ideen dieser modernen Welt entgegensteht, sage Ich euch doch, daß der Welt nichts anderes übrigbleibt, als sich anzupassen und sich der Lehre von der Ent­sagung, vom Gebet und der Buße zu unterwerfen, oder sie wird für immer, fern von Mir, untergehen.»

«Beeilt euch also alle, den Weg wieder unter die Füße zu nehmen, der euch zu mir führt; denn täuscht euch nicht darüber: man spottet Gottes nicht unge­straft; da Ich ja von aller Ewigkeit her eure verbor­gensten Gedanken kenne und die liebenden und auf­richtigen Diener, die sich nicht fürchten, für Mich alles zu ertragen, zu erkennen weiß und zu unterschei­den verstehe vom egoistischen Diener und Feigling, der nur sein Vergnügen sucht und der alles tut, um sich das geringste Opfer zu ersparen, während er be­hauptet, Mich zu lieben. Von dieser Paradeliebe be­darf Ich nichts; Ich will eine aufrichtige Liebe, die be­reit ist, für Mich alles zu opfern. Ich will alles oder gar nichts. Schreibt es gar gut auf den Grund eures Her­zens, [B 675] um es ja nie zu vergessen …»

* 161 *

[B 677] Ich sah Ihn am Rande meines Bettes sitzen, die Augen voller Tränen. Ich hatte meinen Tag mit schwe­rem Herzen verbracht, wegen eines Schmerzes, der mir von ich weiß nicht woher kam, seit ich Ihn beim Gottes­dienst hatte weinen sehen. Da konnte ich nicht anders als auch weinen. Ich sagte Ihm: «Herr, verzeih mir. Ich bin wirklich ungeschickt; statt Dich zu trösten, weine ich mit Dir.» Lächelnd hat Er gesagt:

«Deine Tränen sind Balsam für Mein Herz. Beun­ruhige dich also nicht wegen nichts. Liebe Mich; das ist alles, was Ich will.»

Ich habe Ihm gesagt: «Wenn Du viel von mir erwar­test, wirst Du besser tun, Dich vorzubereiten, mir die Kraft und den Mut zu geben; denn ganz allein wird es mir niemals gelingen; ich werde nichts tun können.»

«Was tut’s! Ich kann alles.»

Dann habe ich mich umgewandt, und ich habe ver­sucht, die Gedanken zu wechseln; da habe ich gehört:

[B 678] «Warum schaust du Mich nicht an?»

Wider Willen habe ich Ihn angeblickt. Sein von Trau­er erfülltes Antlitz dreht mir das Herz ganz um. Ich kann nicht sagen, was ich fühle. Man würde meinen, daß mir etwas das Herz zusammenpreßt. «0 Herr!», habe ich gesagt, «ich möchte wirklich aufhören, an all das zu denken. Das hat keinen Sinn. Das muß meine Einbildung sein.» Je mehr ich daran denke, desto weniger hat es einen vernünftigen Sinn, daß Er sich bei mir aufhält, die ich so viele Torheiten begangen habe, die ich nicht ein­mal die Geduld aufbringe, irgend etwas zu ertragen. Das ist gut für die Heiligen, dies, nicht für mich. Ich bin weit davon entfernt, eine Heilige zu sein. Ich habe Lust, mich mit all dem nicht mehr zu beschäftigen, indem ich (trotzdem) mein Möglichstes tue, um ein so heiligmäßi­ges Leben zu führen, wie es eben geht. Ich will nicht an­ders sein als die anderen, indem ich ungewöhnliche Din­ge vollbringe; denn das ist doch keineswegs normal!

«Ach, Herr! wie bin ich müde! Was wartest Du, um mich davon zu befreien?» Ich sage Ihm immer: «Wenn es ein Wahn ist, Herr, und wenn es Dir mißfällt, befreie mich davon, laß nicht zu, daß dies mich entferne von Dir.»

«Warum handelst du so mit Mir? Warum versuchst du, Mich aus deinen Gedanken und aus deinem Her­zen zu vertreiben? Ist das deine Art, Mich zu lieben? Ich verwandle dein Leben, Ich weiß es; aber du mußt selbst das akzeptieren. Ich wiederhole dir: warum versuchst du zu verstehen? Es wird dir nie gelingen. Laß dich führen und vergiß alles, was nicht Ich bin. Du schadest dir, wenn du zu wissen versuchst, was du nicht wissen sollst. Du fügst Mir großes Leid zu, Klei­ne, wenn du an Mir zweifelst.»

«Ich zweifle nicht an Dir, Herr; aber all dies hat keinen vernünftigen Sinn, es sind zweifellos Einbil­dungen.»

«Wenn du Mir mit deiner Einbildung Seelen zufüh­ren würdest, wäre es nicht der Mühe wert, daß du (damit) fortführest, aus Liebe zu Mir? Da ja das, was du schreibst, nicht gegen Mich ist, so ist es also für Mich, und wenn es für Mich ist, darfst du nichts tun, was der Ausbreitung von all dem schadet; denn sonst wärest du gegen Mich. Erleide Ich nicht genug Qua­len, ohne daß du, kleines Mädchen, Mir deren auch noch zufügst? Du willst Mir also nicht gehören und nicht Mich allein nur lieben?»

«Aber doch, Herr.»

«Warum widersetzest du dich dann? Ich habe es dir gesagt: ‹Überlaß dich gänzlich Mir.› Liebe Mich mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele [B 681] und allen deinen Kräften, und kümmere dich nicht um das Weitere.»

«Was kümmert es dich, was mit dir geschehen wird, was man von dir denken wird, solange du sicher bist, Mir zu gefallen; das ist alles, was zählen muß für dich, Mir wohlgefällig sein und für Mich allein leben, ist das so schwer? Ich, habe Ich dir nicht gezeigt, bis zu welchem Grad Ich dich liebe? Du bist die Unwürdig­ste, und dennoch bist du die am reichsten Beschenk­te. Ich weiß, daß du Meine Handlungsweise nicht ver­stehst. Du gibst nicht zu, daß Ich dich bis zur Torheit lieben kann und dich zu leiden bitte. Du wirst Mich nie verstehen können, da ihr nie mit Mir der gleichen Ansicht sein werdet.»

«Es gibt keine größere Torheit als die des Kreuzes; habe Ich Mich nicht dazu erniedrigt aus Liebe zu euch? Habe Ich euch nicht das Beispiel des Leidens und der totalen Entsagung in Meinem irdischen Le­ben gegeben? Wenn Ich, [B 682] der Herr, Mich die­sem Gesetz des Leidens unterziehen mußte, warum sollte es sich anders verhalten bei euch, die ihr nicht einmal würdig seid, für Mich zu leiden? Der Diener steht nicht über dem Meister, vergeßt das nicht.»

«Wenn ihr in all euern Leiden und euern Schmer­zen innehalten würdet, um mit allen Fasern eures Herzens an all das zu denken, was Ich für euch ertra­gen habe, um wieviel leichter würden euch eure Lei­den und weniger mühsam eure Schmerzen erschei­nen. Seid also nicht egoistisch und kleinlich mit Mir. Gebt Mir, ohne zu zählen. Ich werde es euch hundert­fältig zurückerstatten.»

«Bedauerst du deine Gedanken von vorhin, Klei­ne?»

«Ja, Herr, du weißt wohl, daß ich es nicht getan haben würde.»

[B 683] «Daß du es nur schon gedacht hast, hat Mir einen gar großen Schmerz zugefügt. Beraube Mich niemals, ohne triftigen Grund, des Glücks, das mir dein Beiwohnen der Messe am Morgen gibt, und vor allem des Glückes, das Ich empfinde, wenn Ich in dein Herz hinabsteige. Wohin würde Ich gehen, wenn Ich nicht mehr in deinem Herzen Zuflucht nehmen könnte? Diejenigen sind so rar, die Mich aufrichtig zu lieben begehren. Die Menge der Gleichgültigen nimmt je­den Tag zu. Man liebt Mich nicht; man verachtet Mich, man verschmäht Mich, und man flieht Mich.»

«Entartete Menschen und Feiglinge! Habe Ich euch nicht überreich beschenkt? Ihr verdankt Mir al­les, und was gebt ihr Mir dafür? Gleichgültigkeit und Verachtung.»

«Wie groß ist Mein Schmerz angesichts der Kälte der Menschen. Mein Herz ist überdrüssig und müde. Selbst die Meinen verstoßen Mich und finden Mich zu anspruchsvoll. Ich bin allein und von allen verlas­sen. Es gibt auf der Erde keine größere Einsamkeit als die Meinige.»

«In dieser großen Stadt voll von Leuten, die vorge­ben, Mich zu lieben, habe Ich Mühe, Seelen zu finden, die einwilligen, Mich aufrichtig zu lieben und zu lei­den, [B 684] um ihre Schuld zu sühnen und die Schuld derer, die sich weigern, dies zu tun, vor allem die Schuld Meiner Priester.»

«Indes, seht die sittlichkeitsgefährdenden Theater und die Vergnügungslokale, die sich zum Bersten fül­len, wegen Darbietungen, die Stunden dauern, wäh­rend man den Sonntagsgottesdienst ermüdend und zu lang findet.»

«Ich sage euch: nehmt euch in acht, eure Freuden und eure Vergnügen gehen zur Neige, und bald wer­det ihr weinen und stöhnen; doch es wird vielleicht zu spät sein. Entsagt also all diesen Vergnügen, die euch von Mir entfernen. Kehrt aufrichtig um zu Mir, er­weckt Reue, und Ich werde alles vergessen. Ich werde euch mit Mir nehmen, und ihr werdet dann die ganze Nichtigkeit (Gehaltlosigkeit) dieser Freuden einse­hen, die ihr heute vorzieht, wenn ihr die kleinste jener (Freuden) gekostet habt, die ihr bei Mir finden wer­det.»

«Macht Mein Opfer nicht unnütz [B 685] durch eure Weigerung, Mich zu hören. Profitiert von dieser Barmherzigkeit, die Ich euch anbiete; wartet nicht, bis es zu spät ist.»

«Beeilt euch; denn morgen wird es vielleicht zu spät sein. Meine Geduld erschöpft sich, und wenn ihr euch nicht ändert, werde Ich euch alle strafen. Nehmt euch in acht. Meine Rache wird schrecklich und er­barmungslos sein. Wartet nicht, bis sich Mein Herz für immer verschließt; denn dann wird es euch nichts nützen zu versuchen, Mich zu erweichen. Ich werde taub bleiben gegenüber euren Flehrufen und euren Tränen. Meine kleinen Kinder, zwingt Mich nicht, streng zu verfahren mit euch. Ich sage es euch, dies wird dann zu eurem ewigen Unglück sein, vergeßt es nicht.»

«Ich will euer Heil und nicht euer Verderben; nehmt also die erforderlichen Mittel, um zu Mir zu kommen. Nur die Buße, die Abtötung, die vollständi­ge Entsagung werden euch zu Mir führen. Die ande­ren Mittel sind eitel und unnütz.»

«Täuscht euch nicht darüber: ihr müßt dem glei­chen Weg folgen, dem Ich Selbst gefolgt bin.»

* 162 *

[B 686] Bezüglich eines Mädchens, das Mutter gewor­den ist und dem ich begegnet bin, hat Er mir gesagt:

«Selbst um den Preis eines unglücklichen Lebens habt ihr nicht das Recht, um das Gerede der anderen und die Demütigungen zu meiden, euch eurer Pflicht und eurer Verantwortung zu entziehen. Die Seele die­ses Kindes, das bald das Licht der Welt erblicken wird, ist kostbarer als alles andere; vergeßt es nicht. Wenn es das Licht erblickt, so wegen des menschli­chen Egoismus; treibt also diesen Egoismus nicht so weit, daß ihr diese Seele in fremde Hände gebt, unter dem Vorwand, euch ein unglückliches Leben zu er­sparen. Ihr habt die Schwäche gehabt, eine Dumm­heit zu begehen; habt also wenigstens den Mut, die­sen Fehler wiedergutzumachen, indem ihr euch be­müht, aus der Frucht eurer Schwäche ein Wesen zu bilden, das würdig ist, Kind Gottes genannt zu wer­den.»

«Mögen sich alle, die ihr Kind verlassen, wie wenn es ein Luxusobjekt wäre, vorsehen. Sie werden Mir gegenüber gestrenge Rechenschaft ablegen müssen. Wenn Mein Lohn für diejenigen unermeßlich groß ist, die sich damit belasten, diese verlassenen und versto­ßenen Kinder in Obhut zu nehmen, wird Meine Strafe schrecklich sein für die, die sie aus falscher Scham verlassen haben, [B 687] ohne sich um sie zu küm­mern.»

* 163 *

[19. Mai 1955] «Willst du Meine Herrlichkeit nicht tei­len?»

«Doch, Herr.»

«Warum versuchst du dann, das Leiden zu fliehen? Eines Tages werde Ich dich unter Meinen Mantel nehmen, und Ich werde dich mit Mir fortnehmen, da­hin, wo du nie mehr zu leiden haben wirst, und Ich werde alle deine Wünsche überreichlich erfüllen; doch dafür mußt du dich all dem unterziehen, was Ich von dir fordere. Suche also nicht, Mich zu fliehen; du könntest sonst nicht dorthin gelangen. Nichts und niemand wird dich je von Mir trennen können; denn jeden Tag ziehe Ich die Glieder der Kette, die dich mit Mir vereint, enger an.»

«Es ist zu spät, zurückzuweichen. Ich habe dir die Freiheit gelassen zu wählen; Ich habe dich nicht ge­fragt: [B 688] «Nimmst du dies an oder das, willst du auf dies oder das verzichten?»

«Nein, Ich habe dir gesagt: ‹Willst du alles anneh­men, was Ich dir schicken werde, und für Mich allem entsagen?› Du hast freiwillig angenommen; versuche nicht, dich zurückzuziehen, Kleine.»

«Ich verspreche dir kein rosiges Leben, Mein klei­nes Kind; du wirst viel leiden. Du leidest schon; Ich weiß es. Du wirst mehr zu leiden haben als die ande­ren, weil Ich dich mit einer besonderen und grenzen­losen Liebe liebe. Ich habe dir mehr gegeben; Ich ver­lange (darum) mehr von dir; ist das nicht mein Recht?»

«Laß dich also nicht einnehmen oder einschüch­tern von der List desjenigen, der versucht, dich damit zu Fall zu bringen, womit er sich selbst ins Verderben gestürzt hat – mit dem Stolz. [B 689] Was tut’s, wenn man über dich lacht, wenn sie dich als verrückt be­zeichnen. Was wirst du erst tun, wenn du das von dei­ner Umgebung erleiden mußt, wenn es dich jetzt schon plagt? Selbst wenn du von Sinnen wärst, warum dich ängstigen, welche Bedeutung hätte das für dich, da Ich dich doch so liebe, wie du bist?»

«Die Welt hält diejenigen für verrückt, die ihren Ideen und ihren Gesetzen zuwiderhandeln. Sind nicht diejenigen die Verrücktesten, die sich den Ge­setzen und den Ansprüchen der Welt unterwerfen, die schließlich nichts ist, da Ich sie in Meinen Händen halte und da Ich sie in einem Augenblick vernichten und zu Staub verwandeln könnte?»

«Unsinnige Menschen, wie groß ist eure Verblen­dung! Ihr könnt ja nicht einmal mehr den Wert der Schätze erkennen, die Ich euch anbiete, und zieht all dem «Schätze» vor, die der Zeit nicht werden stand­halten können.»

«Alles, worauf ihr euer Herz und eure Hoffnung setzt, wird euch eines Tages entrissen werden, an je­nem Tag, [B 690] da ihr sie wider Willen werdet verlas­sen müssen, da für euch die Stunde schlagen wird, in der ihr Rechenschaft geben müßt. Von welchem Nut­zen werden euch dann alle diese Nichtigkeiten sein, die ihr Mir in grober Beleidigung heute vorzieht, die die Ursache eures ewigen Unheils sein werden? Der Luxus, der Komfort, die Befriedigung aller eurer Begierden sind der Hauptgrund dafür, daß alle diese Seelen verlorengehen, und die Welt weigert sich, das zuzugeben.»

«Wie ist Mein Schmerz groß angesichts des Be­nehmens der Menschen! Schlimmer als alle Leiden ist jenes, das Mir das Betragen Meiner Priester verur­sacht; sie sogar verstoßen Mich. Der größte Teil Meiner Priester läßt sich mitreißen von diesem Sturm der Torheit, den Satan entfesselt in der Welt. Wenn die Priester es verstanden hätten, diesem Milieu des Vergnügens und der sinnlichen Befriedigung zu widerstehen, die das Gesetz und der Geist der Welt dieses Jahrhunderts ist, wären ihnen viele Unglücke erspart geblieben. [B 691] Ja, wenn Meine Priester den rauhen Weg der Vollkommenheit vorgezogen und diese Lehre, die die Meine ist, unterstützt hätten, wäre die Welt nicht so tief gesunken, und der Zerfall der Menschheit wäre nicht so groß. Ich hatte Mein Vertrauen in diese auserwählten Seelen gesetzt. Ich hatte sie in die Welt gestellt, um sie zu Mir zu führen. Statt dessen verlieren Meine Priester ihr Herz an Un­wichtiges, zögern sie, die Abtötung zu verkünden, aus Furcht, die Protestrufe der Welt zu hören und sich dagegenstellen zu müssen oder verlacht zu werden in diesem 20. Jahrhundert, in welchem die Genußsucht als Meisterin herrscht.»

«Gemäß der Welt muß man verrückt sein, wenn man die Entsagung predigt. Ich jedoch, Ich sage euch: so seid denn verrückt; denn bin Ich, Ich der Herr des Himmels und der Erde, nicht der erste, den die Welt zum Narren verurteilt hat, als Ich es annahm, Mich der Schande des Kreuzes zu unterziehen? Doch die Schande des Kreuzes ist zur größten Ehre und Verherrlichung aller Zeiten geworden, da Ich die Welt überwunden und da Ich ihr bewiesen habe, daß Mir selbst der Tod unterworfen war; denn Ich habe aus eigener Kraft über ihn triumphiert.»

«Ihr alle, ihr Priester, die ihr euch bis zu diesem Tag dieser Lehre von der gänzlichen Entsagung und Ent­haltung widersetzt habt, indem ihr sie selbst nicht ausgeübt oder indem ihr sie nicht verkündet habt, wie ihr es tun müßt, nehmt euch in acht. Schrecklich sind Meine Strafgerichte, und Ich sage euch: ihr werdet zermalmt werden von all diesen Seelen, die verloren­gegangen sein werden durch eure Weigerung, euch dem zu unterziehen, was Ich euch Selbst gelehrt habe.»

«Hört auf, Kompromisse zu machen und um eure kleinliche materielle Sicherheit und euer Wohl­ergehen zu bangen; entsagt allem, was nicht zu Mir führen kann. Verkündet es den anderen, indem ihr je­den Tag eures Lebens das Beispiel einer vollkomme­nen Losschälung von allen Gütern der Erde und vor allem auch von den erlaubten Vergnügen gebt. Beeilt euch, das Übel und das Unrecht wiedergutzumachen, das ihr Mir zugefügt habt.»

«Was euch angeht, die ihr beauftragt seid, die Prie­ster zu führen, welches auch euer Rang sei: wenn ihr nicht den notwendigen Mut aufbringt, alles zu prakti­zieren, was Ich euch gelehrt habe, nehmt euch dann in acht und hütet euch, die anderen davon abzuhalten und den treuen und aufrichtigen Herzen Meiner bei­spielhaften, aber leider so wenig zahlreichen Priester, die euren beißenden Spott nicht fürchten, wenn sie trotz allem die vollkommene Entsagung predigen und sie selbst vorleben, in irgendeiner Weise zu schaden.»

«Ich sage euch: nur sie leben in der Wahrheit und gefallen Meinem Herzen. Ihre Treue wird ihnen un­endliche Wonnen einbringen; ihr aber, [B 694] die ihr euch Vorgesetzte dieser Priester nennt, aufgrund eurer Intelligenz und eurer Kenntnisse, und die ihr eure Autorität dazu benutzt, um ihrer Lehre zu scha­den, euch sage Ich, euer Herr und euer Meister: nehmt euch in acht. Überprüft eure Entscheidungen, und sorgt dafür, daß Meine Lehre in Meinem Sinn verkündet wird und nicht entsprechend dem Ge­schmack der Welt und dem eurigen, sonst wehe euch.»

«Meine Rache wird fürchterlich sein, wenn ihr ih­nen den Mund verschließt; vergeßt nicht, daß ihr dann gegen Mich seid. Treibt die Verwegenheit nicht so weit, daß ihr gegen Mich kämpft; denn Ich werde euch in ein Nichts verwandeln. Die Zeit der Vergnü­gen ist zu Ende; die Stunde der Sühne hat geschlagen, und wenn die Welt dem Abgrund entkommen will, der auf sie lauert, muß sie sich allem unterwerfen, was Ich fordere, und diesen schauerlichen Marsch zu den Vergnügen stoppen, bei denen Meine Gesetze, Meine Liebe und Mein Herz mit Füßen getreten werden.»

[B 695] «Ich werde nicht noch mehr ertragen. Mei­ne Geduld hat die Grenzen erreicht; die Welt muß sich ändern, vor allem die Priester; denn Ich wieder­hole: die Welt wird sich nicht bessern, wenn ihr Prie­ster, die ihr damit beauftragt seid, sie zu führen, nicht das praktiziert, was ihr zu verkünden beauftragt seid.»

«Beeilt euch also, ihr Priester, nutzt all die Warnun­gen, die Ich euch zu eurem Vorteil gebe, und laßt Mir durch euer Verhalten und durch das Beispiel, das ihr der Welt durch euern vollständigen Verzicht auf alles, was nicht Ich bin, die Ehre zuteil werden, die Mir auf Erden zukommt.»

«Überlegt gut, Wort für Wort, alles, was Ich euch gesagt habe, und schlagt euren Gewinn daraus; denn wenn ihr diese Warnungen achtlos übergeht, werdet ihr auf immer verlorengehen …»

* 164 *

[B 698, 20. Mai 1955] Ich hatte meine Heilige Stunde von ein bis zwei Uhr (nachts) gehalten. Ich hatte alle Not der Welt, die Augen offen zu halten. Um halb zwei Uhr hat Er gesagt:

«Knie dich hin.»

Das habe ich dann gemacht. Von diesem Augenblick an, sage ich Ihnen, hatte ich keine Mühe mehr, wach zu bleiben. 0 Herr! Ich sah Ihn mit vor Sich gebundenen Händen, und es waren auch viele Priester da. Diese Leu­te lachten, [B 699] schwatzten und diskutierten. Man spuckte Ihm ins Angesicht; man schlug Ihn, und manchmal stieß man Ihn sogar so heftig, daß Er fast auf den Boden gefallen wäre. Er sagte nicht ein Wort, und Er hatte ein trauriges Gesicht; doch in Seinen Augen konnte man den Zorn sehen. Da habe ich in mir gehört:

«Sieh diese Masse von Gleichgültigen, die sich wie Entfesselte auf Mich stürzen. Was habe Ich ihnen ge­tan? Das einzige Verbrechen, das sie Mir anlasten können, ist, sie zu sehr geliebt zu haben, geliebt zu haben bis zur Torheit des Kreuzes. All die Leiden, die Ich ertrage, werden Mir zugefügt durch das, was ihr mit allzu großer Unverschämtheit ‹kleine Beleidi­gungen› nennt, und vor allem durch die Gleichgültig­keit, die Sorglosigkeit und die Nachlässigkeit der Welt, vor allem der Priester. Ich müßte Mich auf Meine Priester stützen und die Gewißheit haben können, wenigstens von diesen Seelen geliebt zu werden, [B 700] die Ich Selbst auserwählt habe; doch Ich kann nicht einmal auf die Treue und die Liebe Meiner Prie­ster zählen; denn heute unterscheidet sich ihr Wandel in nichts von jenem des Weltmenschen.»

«Ich mag noch so weinen, flehen, drohen; niemand hält inne. Ich finde nirgends Mitleid. Man denkt nur daran, sich zu befriedigen. Man verschmäht Mich; man verachtet Mich; Ich empfange von niemandem Mitgefühl; aber Ich sage euch: nicht umsonst werdet ihr Mein Herz gebrochen und gemartert und Meine Liebe verachtet haben. Ich werde Mich für euer ver­ächtliches Benehmen rächen, ihr Natterngezücht, und Ich werde euch in so gräßliche und bittere Leiden eintauchen, daß ihr bis in eure tiefsten Eingeweide hinein darunter leiden werdet. Ihr werdet weinen, ihr werdet schreien, und ihr werdet stöhnen; doch es wird zu spät sein. Ich werde euch nicht mehr hören kön­nen, weil ihr von Mir getrennt sein werdet durch die Mauer, die eure Gleichgültigkeit zwischen uns aufge­richtet haben wird.»

«Ich sage es euch: hört Mich. Ich verlange von euch einzig, Mich zu lieben; ist das so schwierig? Entsagt euch selbst, und tut alles aus Liebe zu Mir.»

Als er sagte:

«Du, du warst eine von diesen, es ist noch nicht so lange her!»

Da konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, die ich im Herzen behielt, seit ich Ihn so gesehen hatte. Ich habe Ihm gesagt: «Verzeihung, Herr, für alle die Sünden meines Lebens. Verzeihung für die Sünden der Priester, Verzeihung für die Sünden der ganzen Welt.»

Ich wußte nicht mehr, was ich sagen sollte, und ich weinte immerzu; da hat Er gesagt:

«Weine nicht mehr, Kleine. Leg dich zu Bett. Du mußt dich nun ausruhen; denn die Stunde der großen Leiden hat noch nicht geschlagen für dich.»

Ich habe mich zu Bett gelegt; doch kaum lag ich, da hat Er gesprochen:

«Du, Mein kleines Kind, willst du den Schmerz Meines Herzens teilen?»

Ich habe gesagt: «Ja.» Und dann – was ich während ungefähr einer Minute empfand, das kann ich nicht sagen. Ich glaube, daß ich, wenn dies länger angedauert hätte, gestorben wäre. Es war, wie wenn man mir ein Messer in das Herz gepflanzt hätte. Es tat mir weh bis zum Rücken. Ich hatte den Eindruck, daß mein Herz nicht mehr schlage. Da habe ich gesagt: «Ich habe Angst, Herr!» Er sagte:

«Ducke dich in Meine Armhöhle, und denke an nichts anderes mehr als an die große Liebe, die Ich für dich hege; denn Ich liebe dich unendlich.»

Im selben Moment hat der Schmerz abgenommen und ist vollständig verschwunden. Und in meinem Her­zen war ein Friede und eine Freude, die ich nicht be­schreiben kann, und ich bin eingeschlafen [B 703] mit dem ganz klaren Empfinden, daß ich wirklich in Seinen Armen war. Wenn das nicht Verrücktheit ist, was ist es dann?

* 165 *

Auf dem Kreuzweg, am Freitag, bei der ersten Station, habe ich gehört:

«Vergiß nicht einen einzigen Augenblick die Lei­den, die Ich in Meiner Passion erduldet habe; es sind deine Sünden, die die Ursache davon sind.»

Es brauchte nicht mehr, um mir das Herz umzudre­hen. Ich mußte mich die ganze Zeit angestrengt zurück­halten, um nicht zu weinen, so sehr hatte ich ein wundes Herz; manchmal kamen mir so viele Tränen, [B 704] daß mir die Augen überliefen. Eines schönen Tages werde ich mich nicht mehr zurückhalten können, dann werde ich wohl hübsch aussehen. Was werde ich tun? Ich, die ich vorher nie geweint habe, überwältigt, so daß ich un­unterbrochen Tränen in den Augen habe.

* 166 *

[22. Mai 1955] Heute morgen, als ich von der Messe heimkehrte, schmerzte es mich überall, und ich fühlte mich müde, so daß ich zu mir sagte: «Mein Gott, wie bin ich müde!»

«Und Ich, glaubst du, daß Ich nicht müde bin, in Meinem Herzen diesen Überdruß mitzuschleppen, diese Pein und diesen Ekel, die Mir der Wandel der Menschen verursachen? Kannst du Mir nicht helfen und diese Müdigkeit mit Mir teilen?»

«Du wirst viel leiden, Mein kleines Kind, so viel, daß dein Körper, dein Herz und dein Geist zu einem Abgrund der Leiden werden; doch du darfst keine [B 705] Angst haben und nicht versuchen, dir vorzu­stellen, welches deine Leiden sein werden. Ich will, daß du dich völlig Mir anheimgibst, ohne Furcht, was es auch sei, was du zu ertragen haben wirst. Ich werde immer bei dir sein; du hast nichts zu befürchten.»

«Wenn alle diese Worte, die Ich dir anvertraut habe, sich zu verbreiten begonnen haben werden, werde Ich ein wenig warten, um die Haltung der Welt und vor allem der Priester angesichts dessen, was Ich ihnen gesagt habe, zu sehen. Wenn die Priester und die Welt sich nicht ändern, werde Ich strenger verfah­ren müssen mit der Welt dieses Jahrhunderts, und zwar ohne jede weitere Warnung; denn Meine Lang­mut hat jetzt ein Ende, und Mein Herz kann nicht noch mehr ertragen.»

[B 706] «Aber, Herr, wenn man sich weigern würde, diese Worte weitergeben zu lassen ?»

«Wehe jenen, die es wagen werden, gegen Mich zu kämpfen. Ich werde sie schon hier unten bestrafen mit schrecklichen Strafgerichten; denn es ist von le­benswichtiger Bedeutung, daß diese Schriften in der ganzen Welt verbreitet werden.»

«Ich wiederhole: es ist nötig, daß sich zuerst die Priester ändern und ihre Vergnügen beiseite lassen und gewisse (gar) ihre Laster. Man muß der Welt ent­sagen und allem, was dies einbegreifen mag. Denn wenn die Priester nicht erneut ein Leben des Opfers und des Verzichts führen, das sie eigentlich immer hätten führen müssen, ist es nutzlos, die Welt ändern zu wollen; es wird verlorene Zeit sein. Die Welt braucht das Beispiel, damit sie dazu gebracht werden kann, das zu tun, was sie tun muß.»

«Mögen alle Priester und jene, die damit beauftragt sind, sie zu leiten, die notwendigen Maßnahmen er­greifen, damit sich so rasch wie möglich radikale Veränderungen im Wandel der Priester einstellen. Ich will keine [B 707] Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit mehr und vor allem kein Sichgehenlassen in der Er­füllung ihres Dienstes.»

«Ich will Priester, die erfüllt sind von Eifer und Glut für das Heil der Seelen. Ich will, daß das Leben der Priester ein Leben des ständigen Verzichts und Op­fers sei, losgelöst von allen Gütern der Erde, und vor allem von allen Vergnügen, selbst von denjenigen, die euch am zulässigsten erscheinen.»

«Ihr seid Meine Stellvertreter auf Erden; vergeßt es nicht. Nicht dadurch, daß ihr zu den Gelagen, den Vorstellungen lauft und allen Arten von weltlichen Festen beiwohnt, könnt ihr Mich vertreten und Mir die Seelen zuführen. Im Gegenteil: indem ihr die Ver­gnügen der Welt flieht, und indem ihr der Welt zeigt, daß ihr nur eine einzige Liebe habt und nur ein einzi­ges Ziel im Leben kennt, Mich, euern Herrn und euern Meister, nur damit werdet ihr die Seelen für Mich gewinnen.»

[B 708] «Ich wiederhole: es ist dringend erforder­lich, daß die Welt sich ändert; denn die Zeit drängt, und ihr werdet Mir Rechenschaft abzulegen haben über euer ganzes Leben. Noch einmal: es ist Meine große Liebe zu euch Menschen, die Mich drängt, euch vor den Gefahren zu bewahren, von denen die Welt bedroht ist. Selbst wenn Ich euch streng und hart erscheine, wisset, daß es zum Wohle von euch allen und eines jeden ist, wenn Ich Mich unter diesem Zei­chen zeigen muß.»

«Die Welt ist verhärtet im Laster, in den Leiden­schaften und den Vergnügen aller Art. Es ist notwen­dig, daß sie von diesem Schlaf aufwacht; denn jeden Tag rückt sie weiter vor auf den Abgrund zu, der sich bald unter ihren Schritten auftun wird und der sie im ewigen Feuer verschlingen wird. Wachet also auf aus diesem todbringenden Schlaf. Fangt euch wieder und beeilt euch, Mir gegenüber aufrichtige Reue zu zei­gen und den ehrlichen Wunsch, Mich zu lieben und eure Verirrung durch das Opfer, die Buße und den Verzicht auf alles aus Liebe zu Mir wiedergutzuma­chen.»

[B 709] «Ich bin streng, aber unendlich gerecht; prüft eure Herzen, ihr alle, ihr herzlosen, ehebreche­rischen und betrügerischen Menschen, und seht, wel­che Ungerechtigkeit ihr Mir gegenüber begeht mit euerm schändlichen Wandel.»

«Ich habe euch aus dem Nichts hervorgeholt. Ich habe euch mit allem erfüllt. Wäre es nicht gerecht, daß ihr Mich liebt wegen allem was Ich für euch getan habe? Ihr verschmäht Mich; ihr verlacht Mich; ihr verachtet Mich; ihr hängt euer Herz an flüchtige Nichtigkeiten, und ihr habt die Stirn, Mir die Ge­schöpfe vorzuziehen.»

«Daß ihr ungerecht seid gegenüber Euresgleichen, ist ein großes Unrecht; daß ihr es Mir gegenüber seid, indem ihr Mich verachtet oder indem ihr mit einer beißenden Gleichgültigkeit mit Mir umgeht, ist ein Verbrechen, welches Ich nun lange genug ertragen habe. Ich kann nicht mehr länger schweigen; daher sage Ich euch: «Es ist genug. [B 710] Haltet einen Augenblick lang ein und überlegt alles wohl, was Ich euch in diesen Schriften gesagt habe; es ist zu euerm Besten und zu Meiner größeren Ehre.»

«Gebt Mir, was Mir gehört. Beeilt euch. Wartet nicht, bis es zu spät ist; denn morgen, vielleicht, wird es zu spät sein. Erinnert euch, daß Mein Werk ein Liebeswerk ist. Zeigt Mir ein bißchen Glaube und Liebe, und Ich werde euch alles geben. Vergeßt je­doch nicht, daß Ich jeden, selbst den geheimsten Ge­danken von euch kenne.»

«Versucht nicht, Mich zu täuschen, indem ihr Mir sagt, daß ihr Mich liebt, wenn doch eure Taten dem widersprechen, was ihr beteuert; denn dann wärt ihr Heuchler.»

[B 711] «Ich will die alle Tage eures Lebens gelebte Liebe. Ich will, daß ihr euch jeden Tag bemüht, Mich ein wenig mehr zu lieben als am Vortag. Erinnert euch stets, daß ihr, um Mich aufrichtig zu lieben, al­lem entsagen müßt. Ich liebe keine Halbheiten. Ich will alles oder gar nichts. Prägt es euch im Tiefsten eures Herzens gut ein, und tut nichts, was ihr nicht aus Liebe zu Mir tun könnt. Ihr werdet, wenn ihr so handelt, immer die Gewißheit haben, Mir wohlgefäl­lig und in Meiner Liebe zu sein.»

* 167 *

[24. Mai 1955] «Du sprichst nicht zu mir, Herr; hast Du mir nichts mehr zu sagen ?»

«Ich habe euch das Wesentliche gesagt. Alles, was Ich hinzufügen könnte, wären Ergänzungen, [B 714] die nicht (unbedingt) notwendig sind, um zu verste­hen, was Ich von euch allen fordere. Überdenkt alles gut, was Ich euch gesagt habe, und richtet euer Leben dementsprechend ein; wenn ihr dies tut, werdet ihr die Gewißheit haben, euch auf dem Weg zu befinden, der zu Mir führt.»

«Wirst du also nicht mehr zu mir sprechen? Wirst du mich ganz allein lassen ?»

«Warum beunruhigst und quälst du dich? Ich will sagen, daß ihr durch die Schriften, die Ich dir gegeben habe, leicht im Bilde sein könnt über Meine Gedan­ken hinsichtlich der Welt und der Priester dieses Jahrhunderts. Das will nicht heißen, daß Ich nicht mehr zu deinem Herzen sprechen werde, sondern daß Ich dir das Wichtigste und alles gesagt habe, was die Welt und die Priester absolut wissen mußten, um allen und jedem die Chance zu geben, sich wieder aufzufan­gen und [B 715] das Leben zu ändern, ehe es zu spät ist.»

«Wenn Ich Mich deiner bedient habe, der Unwür­digsten, so gerade, um der Welt die Größe Meiner Barmherzigkeit und Meiner Liebe zu euch allen zu zeigen, und daß Ich jenen, die aufrichtig im Tiefsten ihres Herzens den wahren Wunsch hegen, Mich zu lieben und Mir zu gefallen, nichts verweigern kann und daß Ich sie über ihre Wünsche hinaus mit Wohl­taten überhäufe; du, Kleine, du weißt etwas davon.»

«Es ist sehr wichtig und notwendig, daß man sich nach dem richte, was folgt: Ohne zu sagen, wer du bist, will Ich, daß die Welt weiß, was du bist und was du gewesen bist, bevor Ich Mich zu dir hinabgeneigt habe, und ehe Ich Mich von der Aufrichtigkeit und Offenheit deines Kinderherzens anziehen lassen habe, damit die verhärtetsten Sünder von Meiner großen Barmherzigkeit gerührt und befreit werden von der Furcht, die viele von ihnen daran hindert, sich Mir zu nahen.»

[B 716] «Ich will, daß sie sehr wohl und endgültig die große Liebe Meines Herzens für die Sünder verste­hen, ungeachtet des Abgrundes, in den sie sich hin­eingleiten ließen. Welches auch die Menge und die Größe eurer Sünden ist, fürchtet euch nicht; Ich wer­de euch verzeihen, und Ich werde sie alle vergessen, wenn Ich in euerm Herzen, in eurer Reue Aufrichtig­keit und den wahren Wunsch sehe, Mich zu lieben und durch die Buße, die Abtötung und den Verzicht auf alles, was nicht Ich bin, für die Verirrungen eures vergangenen Lebens Genugtuung zu leisten.»

«Doch vergeßt es nicht, daß Ich eure geringfügig­sten Gedanken kenne und daß Ich euer Herz durch­forsche bis in die kleinsten Winkel hinein. Versucht also nicht, Mich zu hintergehen und Meiner zu spot­ten; nichts ist Mir ein größerer Greuel als die Heuch­ler, die unter einer glänzenden Fassade in ihrem In­nern nur Fäulnis haben [B 717]. Ihr könnt die Men­schen betrügen, nicht aber Mich; ihr werdet Mich niemals irreführen.»

«Du sagst, daß du nicht mehr zu mir sprechen wirst, und Du sprichst doch. Ich werde das nie annehmen kön­nen, Herr. Das hat keinen vernünftigen Sinn. Warum verlangst Du so viel von mir?»

«Kleine Tochter, sage nicht: ‹Ich werde nicht kön­nen›; es wäre richtiger zu sagen, daß dein Stolz und deine hochmütige Natur nicht können; doch dein Herz, wird es Mir irgend etwas verweigern können? Ich kenne es so gut, und Ich liebe es so sehr, dieses Kinderherz, das Mir trotz des Widerstandes deiner schlechten Natur ganz gehört.»

«Nein, nein, ich werde nicht können. Du verlangst zuviel von mir; nimm Dir eine andere. Es gibt viele, die nach nichts anderem verlangen.»

«Wo könnte Ich ein größeres Nichts finden als dich? Dich habe Ich erwählt; dich will Ich. [B 718] Warum willst du Widerstand leisten und eigensinnig sein? Ich will, daß du deinen Stolz, deinen Hochmut und deinen Eigenwillen mit Füßen trittst und daß du dich ganz Meinem Willen und Meiner Liebe zu dir unterwirfst.»

«Als du (stets) dieselben Dummheiten wiederhol­test, als du Mein Herz mit Füßen tratst, um deine Ge­lüste und die der Männer zu befriedigen, habe Ich dir da gesagt: ‹Du fügst Mir zuviel Leid zu, Ich werde Mich nicht mehr mit dir befassen?› Wenn Ich es ge­tan haben würde, wärst du heute in den tiefsten Re­gionen des Abgrundes, fern von Mir für immer verlo­ren. Statt dessen, was habe Ich getan? Ich habe alles erduldet. Ich habe geweint. Ich habe unter den Schlä­gen ausgeharrt, ohne etwas zu sagen. Fern davon, dich zu verlassen und dich zu verstoßen, habe Ich Mich zu deiner großen Schwäche herabgeneigt. Ich habe Mitleid gehabt mit diesem kleinen Kind, das ver­loren war unter den Wölfen. Ich habe dich in Meine Arme geschlossen. Ich habe dich mit einer besonde­ren und unendlichen Liebe geliebt.»

[B 719] «Heute möchtest du, um deinen Stolz zu be­friedigen, dich Meinen Armen entwinden, um in die Mitte der reißenden, wilden Tiere zurückzukehren? Kleine Tochter! Ich habe es dir gesagt: Ich habe dich wieder zurückerobert, und nichts und niemand wird dich von Mir trennen können, weil Ich weiß, daß du trotz deines Widerstrebens und deines Stolzes nur einen Wunsch hast: Mir anzugehören und Mich zu lieben. Fürchte dich nicht, Kleine. Du wirst viel lei­den, aber Ich werde da sein, um dir zu helfen, alles zu ertragen. Du wirst in deinem Herzen schlimmere Lei­den ertragen als all die körperlichen Leiden; aber alle deine Leiden werden niemals die Leiden Meines Her­zens angesichts der Schandtaten und der Gleichgül­tigkeit der Menschen, vor allem Meiner Priester, er­reichen.»

[B 720] «Überlege wohl, und denke an nichts ande­res als an die große Liebe, die Ich für dich hege. Du mußt verstehen und begreifen, was Ich für dich getan habe, obschon du die Unwürdigste gewesen bist. Wenn du es ein wenig verstehen und begreifen wirst, wird dies deine Kraft sein, und es wird dir helfen, von Mir alles anzunehmen. Vergiß nicht, Mein kleines Kind: Ich verlange mehr von dir, weil Ich dir mehr ge­geben habe.»

«Warum dieser Schmerz deines Herzens, bei dem Gedanken, den Demütigungen und dem beißenden Spott der Menschen ausgesetzt zu sein?»

«Bald vielleicht wirst du glauben, Ich würde dich verlassen, weil du Mich nicht mehr bei dir fühlen wirst. Selbst wenn dich das verdrießt und dir weh tut, wirst du sehen, bis zu welchem Grade dir daran lag, ohne es zu wissen. Du wirst glauben, Ich sei fern; dein Herz wird dann Leiden und Ängste kennen, die schlimmer sind als [B 721] all die körperlichen Leiden, und niemand wird sie lindern oder dir wegnehmen können.»

«Das einzige, was dir helfen wird, das alles zu ertra­gen, ist die Gewißheit, daß Ich da sein werde, obwohl du Mich nicht mehr hören und Meine Gegenwart nicht mehr fühlen wirst. Du wirst von demjenigen ge­tröstet werden, dem Ich dich anvertraut habe; doch das Leid deines Herzens wird so groß sein, daß selbst er nicht in der Lage sein wird, dich von deinem Leid zu befreien; denn nichts und niemand wird Mich in einem Herzen ersetzen können, das ganz Mir gehört. Und nichts und niemand wird den Schmerz deines Herzens verringern können, angesichts Meiner Ab­wesenheit und Meines Schweigens. Du wirst dieses Leiden annehmen müssen, wie du alles von Mir an­nehmen mußt, zur Sühne für deine Sünden und die der Priester.»

«Selbst eingehüllt in Finsternisse, und selbst wenn du eingetaucht sein wirst in die Dunkelheit, so daß du nirgend den geringsten Schimmer wahrnimmst, will Ich, daß du den Zweifeln aller Art widerstehst, die dein Herz beschleichen werden und die Ursache großer Leiden für dich sein werden. Indem du Mir ein Vertrauen ohne Grenzen bewahrst und indem du die Versicherung hast, daß selbst, wenn Ich fern zu sein scheine, Ich doch immer ganz nah bei dir bin; verlaß dich nie auf dich selbst, sondern unterwirf dich Mir in allem. Vergiß nicht, daß du nichts bist und daß du nichts kannst, daß Ich aber alles vermag und daß Ich alles bin …»

* 168 *

[B 723] Selbst wenn ich nie zu Gott gelangen sollte, will ich Ihn dennoch auf Erden lieben und alles tun, was ich nur kann, um zu bewirken, daß die anderen Ihn lieben …

* 169 *

[B 724, 25. Mai 1955] Er war in der Bank und weinte. Ich habe Ihm gesagt: «Was hast Du, daß Du weinst, Herr? Habe ich Dir weh getan?»

«Wegen wem denkst du, weine Ich, wenn nicht we­gen dir?»

[B 725] «Was habe ich Dir denn getan ?»

«Dein Eigensinn und dein Widerstreben gegen Meinen Willen verursachen Mir einen Schmerz, den du nie wirst ermessen können. Je mehr Liebe Ich zu einer Seele habe, desto leichter ist es dieser Seele, Mich zu verwunden und Mir Leid zuzufügen. Teile diese Pein, die du Mir verursacht hast.»

«Nicht hier; ich kann nicht.» Ich fühlte, wie sich mein Herz zusammenschnürte, und ich sagte bei mir: «Ich will nicht weinen; ich werde nicht weinen, nein, nein.»

«Wann endlich wirst du dich dieser Furcht vor der Lächerlichkeit entledigen, die dich hindert, dich mit Mir zu vereinigen, wie Ich es will? An dir ist es, dich Meinem Willen zu unterwerfen, und nicht an Mir, den deinen zu tun. Ich habe es dir gesagt und oft wieder­holt: «Du wirst die Motive dessen, was Ich von dir ver­lange, nie verstehen können, weil deine Sicht nie die Meinige sein wird. Erinnere dich daran, und suche nicht zu verstehen; es ist dennoch leicht; laß dich führen von Mir. Was hast du zu befürchten? Du wirst vielleicht [B 726] von den Menschen verlacht werden; Ich aber, Ich liebe dich; was willst du mehr?»

«Ich verstehe sie nicht, Deine Weisen zu lieben, und ich liebe sie nicht sehr.»

«Du brauchst nicht zu verstehen oder zu schätzen, was Ich von dir verlange; du hast es nur zu tun aus Liebe zu Mir.»

«Bist Du erbost, Herr?»

«Kann man böse sein mit einem kleinen Kind, das nicht weiß, was es tut? Was wirst du tun, um diesen Schmerz, den du Mir gestern und heute morgen zuge­fügt hast, wiedergutzumachen und um Mich ihn ver­gessen zu lassen?»

«Was soll ich tun? Ich weiß nicht, was ich machen soll; Du bist so launisch.»

«Selbst wenn dem so wäre; habe Ich nicht das Recht, es zu sein? [B 727] Liebe Mich mehr. Ich will deine Liebe; das ist alles, was Ich will. Zeige Mir, daß du Mich liebst.»

«Indem ich was tue?»

«Indem du dich Mir ohne Rückhalt hingibst.»

«Wenn ich allein wäre, wäre es leichter.»

«Zweifellos leichter, aber weniger verdienstlich, bei weitem. Ich habe es dir gesagt: du wirst viel leiden, weil du in der Welt sein mußt, während es der Wunsch deines Herzens wäre, fern der Welt zu sein, um Mich leichter lieben zu können. Ich will indessen, daß du Mich in jedem Augenblick des Tages liebst, wie du es tun würdest, wenn du in einem Kloster wärest, und dies, obwohl du in der Welt bleibst und indem du dei­ne Pflicht erfüllst. Was deine Umgebung denken wird, [B 728] ist nicht von Belang; du brauchst im Hinblick auf deine Seele niemandem Rechenschaft zu geben, außer Mir und jenem, den Ich an deine Seite gestellt habe, damit er über dich wache.»

«Die anderen mögen dich lächerlich machen, dei­ner spotten, dich verhöhnen, weil sie dich nicht ver­stehen werden; nie jedoch, hörst du, darfst du dich weigern, das zu tun, was Ich will, aus Furcht davor, das Gerede der Welt zu werden. Niemand kann Mich lieben, wie Ich geliebt werden will von dir, ohne daß die anderen die Veränderung merken, die in dir vor­gehen wird, was deine Haltung gegenüber der Welt und den Dingen der Welt betrifft

Ich dachte bei mir: «Ach Herr! Wenn dies keine Ver­rücktheit ist, all dies, was ist es dann?» Da hat Er gesagt: «Liebe.»

* 170 *

(B 729] Als ich zu uns nach Hause zurückkehrte, hatte an der Straßenecke ein Auto angehalten, in welchem ein Priester und eine Frau waren. Sie ist ausgestiegen und zur Straßenbahn gegangen; er lief in der anderen Rich­tung weg. In mir habe ich dann gehört:

«Glaubst du, daß Ich deiner nicht bedarf zu Meiner Hilfe, um all das zu ertragen? Wirst du kein Mitleid haben mit Mir? Wirst du Mir dieses Joch nicht er­leichtern, das auf Meine Schultern drückt und Mein Herz erstickt, indem du alle Meine Leiden und Schmerzen teilst? Warum widerstehst du Mir, kleine Tochter? Was wirst du tun können ohne Mich? Ich will alles oder gar nichts.»

«Warum verlangst Du nicht etwas anderes von mir; ich will nicht weinen.»

«Du mußt auf alle deine Wünsche verzichten. Wa­rum willst du eigensinnig sein und (nur) das tun, was du willst? Es ist Mein Wille, den du tun mußt, und nicht der deine.»

Ich werde wohl bald gezwungen sein, mit «Maria Magdalena» zu unterschreiben, [B 730] wenn ich mich gehen lasse und weine

[359] Als ich den ganzen Ernst dieser Sache erwog und mit Verspätung für meine 6.30-Uhr-Messe aufstand, hat Er zu mir gesagt, als ich mich ankleidete:

«Notiere dir dies auf, um es nicht zu vergessen.»

«Höre, ich habe mich verspätet; ich habe (jetzt) keine Zeit.»

«Tue, was Ich dir sage.»

«Gut, dann zuerst.» Ich nahm Papier und versuchte gleichwohl, mich weiter anzukleiden. Ich war unfähig dazu. Ich dachte daran, daß es ernst war, und ich begann, es zu glauben. Da sprach Er:

[360] «Ja, dies ist sehr ernst und sehr wertvoll. Gunsterweise wie diese werden euch nie mehr ge­währt werden.»

«Selbst wenn Ich von neuem auf die Erde gekom­men wäre, hätte Ich euch nichts anderes sagen kön­nen. Ihr habt hier alle Meine Gedanken. Betrachtet das als aus dem Munde Gottes selbst kommend, und handelt dementsprechend.»

«Ihr alle des 20. Jahrhunderts, die ihr euch den an­deren, die euch vorausgegangen sind, überlegen wähnt mit eueren Kenntnissen und eurer Intelligenz, welches wird euer Urteilsspruch sein? Werdet ihr so handeln wie die Juden von damals ? Werdet ihr alles dies verneinen, und werdet ihr Mich von neuem kreu­zigen, oder werdet ihr glauben und euch Meinem Wil­len unterwerfen, der immer der gleiche war und sein wird, den jedoch euer Modernismus verfälscht hat, indem ihr ihn derart auslegt, daß er mit eurer Narren­liebe für alles das, was nicht Ich bin, übereinstimmt?»

«Überlegt es euch alle sehr wohl, vom Kleinsten bis zum Größten; denn die Stunde ist ernst und die Zeit ist kurz.»

Ende des 1. Bandes

(Weitere Bände sind vorgesehen.)

 

ANHANG

Lieber Leser,

Wenn Sie dieses Buch ganz gelesen haben, werden Sie sich zweifellos manche Frage stellen, und vielleicht auch die folgenden:

Vorerst: Ist es möglich, so viel in so kurzer Zeit (von nur ungefähr 90 Tagen) zu schreiben, und was mehr ist, ohne vorher überlegt und lange über den Gegenstand nachgedacht zu haben, da der ganze Text ohne No­tizen und Entwürfe, von der Feder weg geschrieben wurde? Auf diese Frage lautet die Antwort: Ja.

Dann: Ist es möglich, auf so einfache, klare und präzise Weise zu schreiben, wenn man nur Grundschulbildung hat und wenn man aus Ar­beiterkreisen kommt? Ich antworte: Ja, und die Echtheit (der Schriften) ist nachweisbar.

Schließlich: Wie ist es möglich, so ernsthafte Dinge in einem wahrhaft evangelischen Stil zu schreiben über eine Lehre, die gegenwärtig in der Welt keine gute Presse findet, die man praktisch seit Jahren nicht mehr vernimmt, die aber in einer Linie bleibt mit den Meistern der Mystik, den Kirchenlehrern, ohne (irgendwelche) theologische Irrtümer? Man kann die Antwort in den folgenden Worten finden, die «Gaby» hörte, als sie sich vorzustellen versuchte, wie es ihr habe gelingen können, alles dies zu schreiben:

«Warum versuchst du, ein (Phänomen) zu verstehen? Die größten Weisen werden nie dazu gelangen. Ich habe deinem Geist Fähigkeiten verliehen, die er normalerweise nicht besitzt. Es wäre leichter, das My­sterium der Heiligsten Dreifaltigkeit zu begreifen, als zu verstehen, was du bist»

Man wird vielleicht die Auffassung vertreten, daß zu viele Wiederho­lungen vorkommen. Darauf kann man die Antwort geben, die einer Per­son erteilt wurde, welche bereits die gleiche Bemerkung gemacht hatte:

«Es scheint, daß Ich in diesen Schriften die gleichen Dinge (zu oft) wiederhole. Ich glaube dennoch, daß Ich sie noch nicht genug wieder­holt habe, da man ja, wenn man die Zahl derjenigen sieht, die Meine Lehre befolgen, nie wird sagen können, daß genau das seit Jahrhunder­ten gelehrt wird.»

Und jenen, die glauben, daß dies, selbst wenn es wahr wäre, heutzuta­ge überholt ist, könnte man die Aufforderung entgegenhalten, erneut das zu lesen und darüber nachzudenken, was bereits gelesen wurde:

«Selbst für die Leute des 20. Jahrhunderts, denen das Ganze in alten Teilen widerstrebt, bleibt es bestehen: Ihr müßt danach trachten und streben, euch zu heiligen, und zwar jeden Tag mehr.»

Zweifellos werden auch viele Psychologen, Psychiater oder Psycho­analytiker versucht sein, dieses «Phänomen» auf natürliche Weise zu er­klären; aber es wird immer wahr bleiben, daß es Erlebtes, daß es reine Wahrheit, daß es echt ist.

Und wenn Sie diese Schrift so sehr zu fesseln vermochte, daß Sie sie bis zu Ende gelesen haben, so ist das schon ganz gut. Und wenn Sie in ihr Stoff zum Nachsinnen gefunden haben, so ist es noch viel besser. Schließlich aber, wenn die Schrift Sie dermaßen zu interessieren ver­mochte, daß sie Ihr Leben beeinflußt hat, und zwar in dem in ihr ange­zeigten Sinn, dann kann ich Ihnen versichern, daß Sie zu jenen gehören, die «den Weg» gefunden haben, «der zum (ewigen) Leben führt».

Haben Sie dieses Buch geschätzt? Nun denn, lesen Sie es noch einmal, diesmal aber, indem sie es betrachten. Und wenn Sie aus ihm Ihren per­sönlichen Gewinn gezogen haben, warum sollten Sie es nicht verbreiten, da ja die wahre Nächstenliebe darin besteht, den anderen Gutes zu tun, vor allem geistigerweise.

A. L., Priester

«Es hat Gott gefallen, die Gläubigen durch die Torheit Seiner Botschaft zu retten.» (1. Kor. 1,21)


 Einige Gebete von „G-A-B-Y“:


GEBET ZUM HEILIGSTEN HERZEN JESU

O mildes und erbarmungsreiches Herz Jesu, göttlicher König des Himmels und der Erde, der Du dennoch vom Menschen, Deinem eigenen Geschöpf, so verkannt wirst, ich werfe mich zu Deinen Füßen nieder, ich bete Dich an, ich preise Dich, ich sage Dir Dank für alle Menschen der Erde. Niedergedrückt unter der Last meiner Sünden und meiner Unwürdigkeit, flehe ich Dich an, Herz Jesu, Liebe meines Lebens, mir zu vergeben und Erbarmen zu haben mit diesem Nichts, das ich bin. Verzeihung, Herz Jesu, Verzeihung für meine Sünden und jene der ganzen Welt. Anbe­tungswürdiges Herz meines Jesus, Du, der Du das Licht meines Lebens bist, Du, dessen Milde und Liebe grenzenlos ist, ich bitte Dich, nicht auf meine Niedrigkeit und mein Nichts zu achten, sondern einzig auf die glühende Begierde, die ich habe, Dich zu lieben und Dir zu gefallen; und ich wage es, dich demütig zu bit­ten, mir Dein Herz zu öffnen und mich darin zu verbergen, um mich vor allen Wechselfällen der Welt zu bewahren. So verbor­gen im Tiefsten Deines göttlichen Herzens, werde ich vor allen Gefahren in Sicherheit sein, die mich von Dir entfernen könnten. O göttliches und majestätisches Herz Jesu, ich beschwöre Dich, mich vor dem Unglück zu bewahren, je von Dir getrennt zu werden; und um sicher zu gehen, daß Du mich niemals Deinem Herzen entweichen lassen wirst, bitte ich Dich, es hinter mir zu verschließen und mich Dir näher sein zu lassen im Himmel, da­mit ich Dich die ganze Ewigkeit lang in Vereinigung mit Maria und allen Heiligen anbeten und Deine Herrlichkeit besingen kann. AMEN.

AUFOPFERUNG

Mein Gott, ich opfere Dir mein Leben; mache damit, was Du willst. Nimm es, wann Du willst, wie Du willst. Ich nehme im vor­aus alles an, was Du mir schicken wirst: die Leiden, die Schmer­zen, die Entsagungen, die Du zur Genugtuung und Sühnung meiner unzähligen Sünden und der Sünden der Seelen, die Dir besonders geweiht sind, von mir fordern wirst, und dies als eine Wirkung Deiner großen und unermeßlichen Barmherzigkeit gegenüber dem Nichts, das ich bin. Ich opfere Dir alles auf in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu Christi, meines Erlösers. AMEN.

APOSTOLISCHES GEBET

Ich bekenne vor Dir, Herr, daß ich nichts bin und daß ich ohne Dich nichts vermag. Ich danke Dir dafür, daß Du in Deiner gren­zenlosen Barmherzigkeit geruht hast, Deinen Blick auf dieses Nichts zu werfen, das ich bin. Mach, Herr, daß ich mir dieses Nichtsseins stets bewußt bleibe, damit Du, wenn Du Dich mei­ner bedienst, um Deine Absichten auszuführen, daraus alle Ehre und Verherrlichung erhältst. AMEN.

Nihil obstat: Saint-Hyacinthe, 15.7.1969, Armand Bail, ptre. Imprimatur: †Albert Sanchagrin, o.m.i., Bischof von Saint­-Hyacinthe, Kanada, 21.7.1969

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 08

* 142 *

[B 597] Da ich mich fragte, wie viele Personen es wohl sein mögen, die auf dem rechten Weg sind, da es mit den Priestern nun einmal so steht, habe ich in mir gehört:

[B 598] «Auf der Erde, in der Welt, finde Ich nicht ein Herz auf hundert, das Mir treu ist und Mich liebt, wie Ich es will. Ich habe euch alle eingeladen, an den gleichen Wonnen teilzunehmen, doch nur sehr weni­ge werden dahin gelangen; denn Ich finde nirgendwo Herzen, die bereit sind, alles zu opfern auf Erden, um in den Himmel zu kommen.»

«Denn täuscht euch darin nicht, Meine Kinder, nichts Unreines wird in das Reich Meines Vaters ein­gehen. Ihr müßt gereinigt sein von jeglicher Beflec­kung, und das einzige Mittel, euch reinzumachen, ist die Sühne im Leiden, in den Schmerzen und die Ent­sagung gegenüber allen Sünden, die ihr begangen habt, indem ihr es ablehntet, Meinen Willen zu tun. Ihr müßt auch, um bei Mir zugelassen zu werden, Mich auf Erden geliebt haben mit eurer ganzen Seele, mit allen euren Kräften, und euren Nächsten aus Lie­be zu Mir. Niemand wird diesem Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe entgehen, und wenn ihr euch wei­gert, es zu beachten, werdet ihr alle [B 599] fern von Mir verloren gehen.»

* 143 *

Ich sage Ihnen, mein Pater, ich hätte nicht gedacht, daß es so schwierig sein würde, das Lippenstiftrot (die Schminke) wegzumachen. Ich habe das Gefühl, als ob jedermann mich anblickt. Ich fühle mich nicht wohl; es ist entsetzlich. Mir scheint, daß mir etwas fehlt; ich den­ke, daß es nicht schlimmer wäre, wie wenn ich eines schönen Morgens zur Messe ginge und vergäße, meine Strümpfe anzuziehen. Da habe ich gleich folgendes ge­hört:

«Arme kleine Tochter! Du siehst (nun), bis zu wel­chem Grad du an diesen Nichtigkeiten hängst! Du findest es hart, die Schminke zu opfern; was wird es wohl dann erst sein, wenn die Zeit der großen Opfer kommt?» …

[B 601] Es ist (doch) klar, ein Farbanstrich verschö­nert, und nicht nur die Häuser, nicht wahr?

* 144 *

[1. Mai 1955] «Die Zeiten gehen zu Ende, und Ich wer­de bald streng verfahren müssen gegen diese sündige Welt, die sich weigert, innezuhalten, um Mich anzu­hören. Wie ist Meine Traurigkeit groß angesichts al­ler dieser kalten und selbstzufriedenen Herzen! Wie viele gibt es unter ihnen, die an diesem Tag des Herrn innehalten, um aufrichtig an Mich zu denken, und das mit ihrem Herzen, mit Liebe tun? Ich fühle Mich ein­sam und fremd inmitten dieser frivolen (leichtferti­gen) Welt, die begierig nach allen Vergnügen jagt. Ich finde keinen Platz, Mich auszuruhen. Öffne Mir dein Herz, Kleine, und laß dich nicht ablenken durch diese Nichtigkeiten, die die Herzen von Mir fernhalten.»

* 145 *

[B 602] Ich war damit beschäftigt, »Steak» zu machen, und meine Pfanne hatte Feuer gefangen, und die Flam­me ist sehr hoch emporgestiegen. Er hat gesagt:

«Siehst du dich in die Flammen eingetaucht, die tausendmal glühender wären als diese, und doch, Kleine, wenn du nicht auf alles verzichtest um Mei­netwillen, wirst du ihnen nicht entgehen.»

* 146 *

[2. Mai 1955] Heute morgen schien mir, Ihn bei mir kniend zu sehen, das Gesicht in Seinen beiden Händen. Er weinte, und in meinem Herzen hörte ich:

«Sieh die Verlassenheit, in der Ich Mich befinde. Ich werde nirgends aufgenommen. Überall verleug­net man Mich, macht man Mich lächerlich, verhöhnt man Mich. Ich finde niemanden, der Mich liebt. Das Herz des Menschen ist egoistisch und hart; er sucht nur, was seinen Sinnen und seinem Stolz schmeichelt. [B 603] Nehmt euch indes in acht; denn wenn auch jede Sünde vergeben wird, bleibt doch nicht eine einzige Beleidigung ungestraft, die ihr Mir zugefügt haben werdet. Beeilet euch, aufrichtige Reue zu er­wecken und alle diese Sünden zu sühnen, wenn ihr für all eure Laster nicht schwerstens bestraft werden wollt.

Ich sah Ihn, als ich heimging zu uns, mit tränenüber­strömtem Angesicht. Ich sagte zu Ihm: «Warum weinst Du? Ich hab‘ das nicht gern, und ich weiß nicht, was ich tun soll, um Dich zu trösten.»

«Liebe mich, Kleine, und verlaß Mich nie, du, Mein kleines Kind. Selbst wenn du das zu hart findest und wenn du manchmal versucht bist, zurückzuweichen, verlaß Mich nie. Ich bedarf der Seelen so sehr, um Mich über diese groben Beleidigungen hinwegzutrö­sten, die Ich von den meisten Menschen empfange. Vor allem fürchte dich nicht, Ich werde dir stets diese Kraft geben, die dir fehlt, um Mir auf dem Erlösungs­weg zu folgen. [B 604] Hab Vertrauen, Kleine, was dir auch immer zustoßen mag, und selbst wenn du an ge­wissen Tagen meinst, daß Ich dich verlasse, so wird dem doch nie so sein; denn Ich werde immer da sein bei dir, um dir zu helfen, den Weg zu gehen, den zu beschreiten Ich dich gebeten habe, mit Mir, um Mir diese Seelen näherzubringen, die sich weigern, Mich zu lieben und sich selbst zu verleugnen. In Zukunft sollst du es ablehnen, an diese Orte zu gehen wie je­nen, zu dem du gestern gegangen bist (Grill-Party). Ich will dich da nicht sehen, nicht einen Augenblick, denn diese Orte sind die Schlupfwinkel aller Laster und aller Niedrigkeiten; schon wenn du sie nur mit deinen Füßen betreten würdest, könntest du deine Seele beschmutzen, die – vergiß es nie – Mir gehört.»

Ich weiß nicht, was es mir ausmacht, Ihn so zu sehen; es tut mir so weh, ich kann nicht beschreiben, wie ent­setzlich das ist. Wenn man mir gesagt hätte, alle meine Verwandten seien gestorben [B 605] und ich hätte nie­manden mehr, ich glaube, der Schmerz, den ich dabei empfunden haben würde, hätte sich nicht vergleichen lassen mit dem, den ich in diesem Moment fühle.

Ich wünschte so sehr, ich könnte es verhindern, daß Tränen aus Seinen Augen fließen, doch ich kann es nicht, und ich kann nicht umhin, auch zu weinen. Eben versuchte ich – da ich nicht weinen wollte – meine Ge­danken auf etwas anderes zu lenken. An Ihn denkend, begann ich dieses Lied zu singen, das wie folgt lautet: «Mein Herz weint für Dich, weint für Dich aus Liebe; wenn es eines Tages stirbt, wird es für dich gewesen sein.» Und durch Seine Tränen hindurch habe ich Ihn lä­cheln gesehen; aber ich glaube, daß mir dieses Lächeln noch mehr Schmerz verursacht hat als die Tränen, so traurig war Er. Ich scheine empfindsam zu sein; ich kann nicht anders als weinen, meine Augen sind stets wäßrig: Ich versuche, es zurückzuhalten, doch wider Willen flie­ßen die Tränen. Was geht mit mir vor? Vielleicht bin ich tatsächlich von Sinnen, Herr?

[B 606] Ich möchte Sie, mein Pater, so gerne hier bei mir haben in diesem Moment. Ich fühle mich einsam; nur Ihnen kann ich sagen, was ich empfinde. Was werde ich sagen, wenn man es merken sollte, daß ich weine? Es gibt nichts zu machen, solange ich Ihn mit diesem Ge­sicht vor mir habe, werde ich nicht anders können.

«Du Kleine, wirst du Mitleid haben mit diesem Mann der Schmerzen, der Ich bin? Wirst du Meine Leiden und Meine Schmerzen teilen wollen? Wirst du den Mut haben, Mir alles zu opfern? Wird dein Herz taub bleiben können auf den Anruf des Meinigen?»

«Ich will deine Liebe. Ich will fühlen, daß du Mir ganz gehörst, damit Ich in dein Herz kommen kann, um den Trost zu suchen, dessen Ich bedarf; denn obwohl Ich der Herr der Welt bin, wird kein einziges Menschenherz je einen Schmerz empfinden, der ver­gleichbar wäre mit dem, den Ich erleide angesichts der Undankbarkeit und der Achtlosigkeit der Men­schen, vor allem Meiner auserwählten Seelen, die sich Meiner bedienen, [B 607] um die Ausschweifun­gen ihres Herzens und ihres Lebens zu verdecken. Ich kann das nicht mehr länger ertragen; Mein Herz steht im Begriff, Sich zu empören. Ich habe genug gelit­ten.»

«Beeilt euch also, Mich zu lieben, wie Ich geliebt werden will. Schneidet aus eurem Herzen alles Über­schüssige heraus, und gebt Mir den Platz, der Mir ge­bührt.»

«Macht schnell, Meine kleinen Kinder. Früher als ihr glaubt, werdet ihr alle vor Mir erscheinen, und wenn ihr Mich auf Erden nicht geliebt habt, werde Ich euch für immer und ewig weit von Mir stoßen. Un­zählbar werden die Plätze sein, die leer bleiben in Meinem Reich, weil die Menschen in ihrer Verblen­dung ihr irdisches Glück demjenigen vorgezogen ha­ben werden, das Ich ihnen hätte geben können, wenn sie Mich geliebt hätten.»

[B 608] «Nichts verursacht Mir mehr Leiden als der Anblick der Seelen, für die Ich Mein Blut vergeblich vergossen habe. Jeden Tag mehrt sich die Zahl der sich auflehnenden Seelen, die begierig sind nach Freuden und Vergnügen aller Art, und ach! jeden Tag auch nimmt die Zahl der gerechten Seelen bedauer­lich ab, die den Wunsch hegen, Mir zu gefallen und alles zu opfern. Wie viele werden den Mut aufbringen, bis zum Ende durchzuhalten? Ich sage euch allen, die ihr keinen anderen Wunsch kennt, als Mir zu gefal­len: selbst wenn ihr überall um euch her die anderen zurückweichen und Mich verlassen seht, tut nicht desgleichen, und vertraut und hofft auf Mich, bis zum Ende. Dann werde Ich euch das Hundertfältige des­sen geben, was ihr für Mich getan haben werdet.»

«Traurigen Herzens sage Ich euch sogar: Wenn sich unter Meinen Priestern und denjenigen, die da­mit beauftragt sind, Meine Kirche zu leiten, welche befinden, die euch eine andere Lehre vortragen als die der Entsagung und des Opfers, [B 609] des Gebets und der Buße, hört nicht auf sie; denn ihre Lehre ist falsch, selbst wenn sie euch dem Anschein nach nicht schlecht erscheint.»

«Der Weg, der zu Mir führt, war immer ein harter und schwieriger Weg, und selbst wenn gewisse Mei­ner Priester, die einen leichteren Weg für sich selbst haben wollen, versuchen, Meine Lehre zu erleichtern, indem sie sie nicht so lehren, wie sie ist, indem sie ein Beispiel der Nachlässigkeit und der Gleichgültigkeit in ihrem Wandel und in ihrer Diensterfüllung geben, so sage Ich euch: vertraut euch ihnen nicht an. Sie sind schlechte Diener, die Ich für ihren Ungehorsam bestrafen werde; denn Ich habe sie als Meine Nach­folger ausgesandt, damit sie Meine Lehre so lehren, wie Ich sie Selbst gelehrt habe, ohne einen einzigen Abstrich zu machen, und nicht entsprechend ihrem Geschmack und ihrer Schwäche.»

[B 610] «Wehe allen diesen schlechten Priestern, die die Ursache des Verlustes einer so großen Zahl von Seelen sind, weil sie selbst der Beobachtung Mei­ner Gesetze ihren Eigensinn, ihre Bequemlichkeit, ihre Leidenschaften, ja sogar ihre Laster vorziehen. Da sie sie selbst nicht in die Tat umsetzen können, diese Lehre, die die Meine ist, schließen sie Kom­promisse für die andern. Ich habe es euch gesagt, und Ich wiederhole es für euch Menschen des 20. Jahrhunderts, die ihr nur eurer Befriedigung lebt: Ich werde nicht ein einziges Meiner Gesetze ändern, und wenn ihr sie nicht alle befolgt bis in ihre gering­sten Einzelheiten, werdet ihr alle zugrundegehen.»

«Ihr werdet bei allem [B 611], was ihr tut, niemals nach eurem Gutdünken handeln, euer Vergnügen und eure Befriedigung suchen können, und dabei vorgeben können, Mich zu lieben. Wer Mich aufrich­tig lieben will, muß all seinen Neigungen, seinen Wünschen entsagen und darf nie seine Befriedigung suchen, sondern muß alles tun und alles annehmen aus Liebe zu Mir. Nur wenn er so handelt, wird er bis zu Mir gelangen.»

«Von jetzt an bis zum Ende der Zeiten wird es viele falsche Propheten geben, die versuchen werden, euch zu überzeugen, daß sie es sind, die die wahre Lehre verkünden. Und ihr werdet solche falsche Propheten selbst unter den Meinen finden; das wird euren Weg noch schwieriger machen; denn der Zweifel wird in euer Herz eindringen. Aber seid sicher, daß wenn man euch nicht die Selbstverleugnung predigt, die Geduld in euern Prüfungen, die Erfüllung eurer Stan­despflichten, bis in die kleinsten Einzelheiten, und vor allem die Liebe zu Gott und euerm Nächsten aus Liebe zu Mir, dann lehrt man euch nicht die wahre Lehre.»

«Ich will, daß sich die Welt und vor allem die Prie­ster wohl darüber im Klaren sind, daß selbst wenn Ich es ihnen noch nicht fühlbar zeige, Ich ihren Wandel, ihr Benehmen verurteile. [B 612] Schlagt also Gewinn aus all diesen Warnungen, die Ich euch gebe. Das zeigt euch klar, daß Meine Liebe zu euch trotz euerm schlechten Benehmen Mir gegenüber den gerechten Zorn übersteigt, den die Flut der Schandtaten in Mir aufwühlt, die von der Erde zu Mir emporsteigt, wie eine Herausforderung an Meine unendliche Barm­herzigkeit.»

«Da Ich noch einmal geruhte, Mich zu euch berab­zuneigen und euch vor den unheilvollen Schicksals­schlägen zu warnen, die euer Anteil sein werden, wenn ihr euer Leben nicht ändert, so bitte Ich euch, macht keine tauben Ohren. Denn wenn ihr euch wei­gert, Mich heute zu hören, werde Ich euch euerm Schicksal überlassen, und die Gerechtigkeit wird die Stelle der Barmherzigkeit einnehmen. Dann wird Mein Gericht schrecklich und unerbittlich sein, und ihr werdet dagegen nichts tun können; denn es wird zu spät sein für euch.»

«Gehet denn in euch, solange noch Zeit ist dafür; denn Ich wiederhole es euch: die Zeit drängt, und bald werdet ihr über alles Rechenschaft abzulegen haben vor Meinem Vater. [B 613] Was werdet ihr Ihm vorzubringen haben, um eure Weigerung, Mich zu lieben, zu entschuldigen? Seht, Ich reiche euch die Arme, und Ich öffne euch Mein Herz, kommet zu Mir, und Ich werde alle eure Sünden vergessen im Aus­tausch gegen eine aufrichtige und totale Liebe. Mei­ne kleinen Kinder, Ich bitte euch darum, zwingt Mich also nicht, streng mit euch zu verfahren, die Ich euch so sehr liebhabe, trotz allem, was ihr euch Mir gegen­über habt zuschulden kommen lassen. Habt keine Furcht, es gibt keine Sünde, so groß sie auch sein möge, die Ich nicht nachlassen kann, wenn ihr Mir die aufrichtige Reue und den wahren Wunsch zeigt, aus euerm Leben eine Meiner Liebe dargebrachte im­merwährende Opfergabe zu machen.»

[B 614, 3. Mai 1955] «Ich will, daß diese Gedanken, die Ich dir übermittelt habe, sich überall in der Welt ausbreiten, damit alle darüber nachdenken und den Irrtum erkennen können, in dem die Welt versunken ist.»

«Alles was ihr in diesen Gedanken finden werdet, fordere Ich von jedem einzelnen Menschen, ungeach­tet seiner Klasse, seines Standes oder seiner Beru­fung. Wenn ihr nicht alles aufrichtig übt, was Ich von euch verlange, werdet ihr unwiederbringlich verlo­rengehen; denn rascher als ihr glaubt, werdet ihr vor Meinem Vater über die Werke eures Lebens Rechen­schaft ablegen müssen.»

«Beeilt euch also, Meine Kinder, die Zeit drängt. Nützt diese Gunst, die Ich euch erweise, alle und je­der, wer ihr auch seid, während Ich euch die Gele­genheit gebe, eure Sünden zu erkennen und sie auf­richtig zu bereuen.»

«Laßt hinter euch diese Vergnügen, selbst die harmlosen, und diese üblen Leidenschaften, die euch direkt in die Hölle bringen, und betretet den Weg der Buße, des Opfers und der Entsagung, der euch [B 615] mit Bestimmtheit zu Mir führen wird.»

«Vergeßt vor allem nicht, daß ihr nicht nur im Zu­sammenhang mit dem Verstoß gegen meine Gebote Opfer bringen müßt, sondern daß ihr vor allem auch auf das verzichten müßt, was euch erlaubt ist, wenn ihr zur Verminderung der Leiden beitragen wollt, die eine Folge eurer Sünden sind.»

Ich wollte das nicht schreiben, was Er mir sagte, da hat Er hinzugefügt:

«Wie kannst du vorgeben, Mich zu lieben, und da­bei dich weigern, Mir zu helfen, möglichst viele See­len an Mich zu ziehen, und allen Meine Gedanken und Meine Ansichten bekanntzugeben? Wenn du in dieser Weigerung verharrst, wirst du viele Seelen von Mir fernhalten; denn zahlreich sind die Seelen, die zu Mir zurückkehren werden aufgrund all dieser Schrif­ten, vor allem unter den Priestern.»

«Zu ihrem größeren Unglück werden es viele von ihnen leider ablehnen, an dies alles zu glauben; aber sie werde Ich ihrem Schicksal überlassen, [B 616] und wenn sie in das Grab der Schmerzen, des Stöhnens, der Leiden und der Tränen gesunken sein werden, wird ihnen der Verstand aufgehen, doch dann wird es für sie zu spät sein; denn es wird ihnen nicht mehr möglich sein, Mich zu lieben in dieser verfluchten Hölle, in der sie ewig wohnen werden. Und die größte Qual dieser Seelen wird es sein festzustellen, daß sie sich aus eigener Schuld ins Verderben gestürzt hat­ten, indem sie sich weigerten, auf Mich zu hören und Nutzen zu ziehen aus diesen Warnungen, die Ich ih­nen heute in Meiner unendlichen Barmherzigkeit und vor allem wegen Meiner großen Liebe zu den Sün­dern gebe.» …

* 147 *

[5. Mai 1955] «Mein Gott, ich verlasse mich in allem auf Dich, und Du hältst mich nicht wach!»

«Beim nächsten Mal wirst du dich hinknien. Du kannst jetzt schlafen, es ist 2 Uhr.»

[B 617] «Bist du nicht stolz auf dich? Ich jedenfalls bin es.»

«Du verlangst nicht viel»

«Ich verlange nie das Unmögliche; tue stets soviel wie eben möglich, und versuche nicht zu erfahren, ob es genug ist; Ich werde alles ergänzen, was dir abgeht. Liebe Mich, und sorge dich nicht um den Rest.»

* 148 *

Ich ging sehr schnell, als ich zu mir nach Hause zurück­kehrte, um beizeiten dort zu sein, Da hat Er mir gesagt:

«Willst du, daß Ich dir Flügel gebe, Kleine?»

«Ich bitte Dich nicht um gar soviel, Herr; doch gib, daß ich nicht zu spät ankomme», habe ich geantwortet.

* 149 *

[B 618] Ich war gegangen, um meine Heilige Stunde zu halten, aber ich konnte nicht persönlich beten, weil die Kirche voller Kinder war, die ganz laut beteten, und ich fragte mich, ob es Ihm gefalle, daß ich die gleichen Gebete spreche wie die kleinen Kinder.                    

«Das Gebet der Kinder ist (gerade) das Gebet, das Mir am teuersten ist. Dein Herz und deine kindliche Treuherzigkeit sind der Grund dafür, daß Ich dich so sehr liebe. Bist du nicht das kleinste und schwächste dieser Kinder? Versuche nicht, dein Herz zu ändern; du gefällst mir so.»

* 150 *

Ich dachte an das, was der Pater am Vortag hinsichtlich des Sparens gesagt hatte, und ich bat Ihn, mir sparen zu helfen, weil es notwendig sei.

«Ich würde Mich nicht gegen die materielle Absi­cherung erheben, wenn der Mensch in seiner Stumpf­sinnigkeit sich dieser Sicherheit, die ihm das Sparen bringt, nicht bediente, um sich von Mir zu entfernen, indem er sich in allem gänzlich auf sich selbst ver­läßt.»

«Übe das Sparen, nicht um dir dadurch eine Si­cherheit zu verschaffen, die dich vielleicht von Mir entfernen wird, sondern um den Armen und Elenden zu helfen, [B 619] die nicht nur nicht an die Zukunft denken (können), sondern nicht einmal für die Ge­genwart genug haben. Das Elend wäre nicht so groß in der heutigen Welt, wenn die Herzen nicht so egoi­stisch und so kleinlich wären, und wenn man sich nicht mit dem Vorwand, für die Zukunft vorzusorgen, weigern würde, jenen beizustehen, denen es am Not­wendigen in der Gegenwart fehlt. Täuscht euch je­doch darüber nicht; denn ihr werdet Rechenschaft abzulegen haben über all diesen überspannten, närri­schen Luxus und Komfort, dieweil euer Bruder nicht einmal ein Stück Brot hat, um seinen Hunger zu stil­len. Ihr lehnt es ab, den Überfluß herzugeben, wäh­rend ihr sogar das Notwendige mit denjenigen teilen müßtet, die nichts besitzen. Denkt wohl daran: ihr werdet nach dem Grad der Liebe und der Mildtätig­keit, die ihr eurem Nächsten aus Liebe zu Mir ge­schenkt haben werdet, gerichtet werden.»

* 151 *

[B 620, 7. Mai 1955] « Warst du erbost, Herr?»

«Glaubst du, daß Mein Zorn nicht zurecht besteht, Kleine? Überall wohin Ich blicke auf dieser Erde, sehe Ich nur erdverhaftete Herzen, so eingenommen von ihren Leidenschaften und von ihren Lastern, daß sie sich aufführen, als existierte Ich nicht. Nie haben sie auch nur einen Gedanken für Mich. Sie sind zu­frieden mit sich selbst, und wenn man sie handeln sieht, würde man glauben, sie seien für immer auf der Erde. Doch sie mögen sich vorsehen, alle die süchtig sind nach Genüssen, nach Vergnügen und selbst nach niedersten Lastern; denn Ich werde sie in ihrer Sünde überraschen; Ich werde sie schlagen, ohne Vorwar­nung, wie ein Donnerschlag, und in einem Nu werden sie Mir gegenüberstehen, ohne Mir eine einzige Ent­schuldigung vorbringen zu können. Denn wenn ihr euch vor Meinem Vater befinden werdet, [B 621] wird keine Zeit mehr dazu sein, eure Niedrigkeiten und eure Sünden zu entschuldigen oder zu verbergen; denn von aller Ewigkeit her kenne Ich euer Herz bis in die kleinsten Winkel hinein, und nicht einer eurer Gedanken ist Mir unbekannt.»

«Unsinnige Menschen, ihr glaubt, in Sicherheit zu sein, weil ihr dem Äußern nach in den Augen eurer Brüder als rechtschaffen und ehrbar geltet. Ihr ver­steckt euch, um euch euren Schändlichkeiten hinzu­geben; aber wenn auch eure Brüder nur eure Fassade kennen, so weiß Ich doch, was ihr wert seid, und ihr werdet Meiner Gerechtigkeit nicht entgehen können, die furchtbar sein wird. Ich wiederhole es euch: Mein Zorn ist groß, beeilt euch, Reue zu erwecken, wenn ihr nicht wollt, daß Mein Arm schwer auf euch la­ste; denn sonst wird es zu spät sein. An jenem Tag werden weder eure Klagen noch eure Flehrufe zu Mir empordringen können. Mein Herz [B 622] wird kalt sein wie Stein für euch; Ich werde euch dann das auf­tischen, was ihr Mir während eures irdischen Lebens aufgetischt habt: Haß, Verachtung, Gleichgültig­keit.»

«Es hat den Anschein, als ob auf der Erde große Frömmigkeit herrscht; aber wie viele leben aus die­sem Glauben, den sie zu besitzen scheinen, wenn man sie beten sieht? Die Gebete, das Lippengemurmel ge­fällt Mir nicht; es wäre besser für euch, weniger mit dem Mund zu beten, und dafür aus euerm ganzen Le­ben ein immerwährendes Gebet zu machen, indem ihr arbeitet, euren Nächsten und all die Widerwärtigkei­ten und die Leiden eures Lebens ertragt aus Liebe zu Mir, und vor allem, indem ihr die Vergnügen, die Ge­nüsse und die Befriedigungen all eurer Begierden flieht, und indem ihr euch selbst entsagt, um nur mehr für Mich zu leben.»

[B 623] »Mögen jene, die sagen: Schließlich ist das ja nichts Schlechtes, Gott verlangt nicht gar so viel, mögen sie sich in Acht nehmen und ihr Herz prüfen; denn ihre Gedanken sind falsch. Ich will kein halbes Maß; Ich fordere alles; denn vergeßt es nicht: Ich habe euch auf die Erde gesetzt, damit ihr an jedem Tag eures Lebens darnach strebt, die gleiche Heilig­keit zu erlangen wie Ich. Habe Ich es euch nicht ge­sagt in der Vergangenheit: ‹Seid vollkommen wie euer himmlischer Vater vollkommen ist›.»

«Selbst für die Genußsüchtigen des 20. Jahrhun­derts, denen das alles widerstrebt, gilt das noch im­mer. Ihr müßt versuchen, euch zu heiligen, und das jeden Tag mehr; denn, wenn ihr so heilig sein werdet, wie man heiliger nicht mehr sein kann, werdet ihr noch nicht einmal Mein Schatten sein. Vor allem ver­laßt euch nicht auf euch selbst; denn ihr würdet nie dahin gelangen. Lernt, euch Mir anzuvertrauen in al­lem, [B 624] selbst in den für euer Leben notwendigen materiellen Dingen, und ihr werdet niemals an irgend etwas Mangel leiden.»

«Zeigt Mir ein bißchen Glaube und Vertrauen, und Ich werde euch alles geben, dessen ihr bedürft, um zu Mir zu gelangen, das einzige, was euch interessieren soll hier unten. Denn alles übrige ist Nichtigkeit und ist nicht der Mühe wert, sich darüber aufzuhalten. Glaubt Mir, Meine Kinder, Ich bin der Weg der Wahrheit, und das ist der einzige Weg, der euch zum wahren Leben führen wird.»

«Wenn Ich schon alles fordere vom Weltmenschen, so fordere Ich noch mehr von den Priestern; denn sie habe Ich auserwählt aus den andern, um Meine Barke in den guten (richtigen) Hafen zu steuern. Sie müssen mit ihrem Wandel den anderen ein Beispiel geben, indem sie sich bis in die kleinsten Einzelheiten selbst an Meine geringsten Gesetze halten. Mögen alle diese Priester, die sich leidenschaftlich ereifern für den Sport, das Theater, das Auto, die Getränke, die Ge­schöpfe, endlich die Vergnügen, die Befriedigungen aller Art, die Verantwortung, die auf ihnen lastet, alles wohl überlegen und abwägen.»

[B 625] «Ich habe die Priester in die Welt hineinge­stellt, damit sie die Welt erleuchten und sie zu Mir führen, und nicht, damit sie sich auf die Stufe der Welt erniedrigen, indem sie nach allen Vergnügun­gen jagen. Ich sage euch: alles, was nicht dazu bei­trägt, euch Mir näherzubringen, entfernt euch von Mir. Meidet es also, und tut nichts, was ihr nicht tun könnt aus Liebe zu Mir. Ich habe euch das Leben ge­geben, die größte Wohltat, und Ich erhalte es euch alle Tage. Wie viele denken daran, Mir dafür zu dan­ken? Ich habe euch alles gegeben, und Ich empfange dafür nur Verachtung und Gleichgültigkeit und manchmal sogar Haß.»

[B 626] «Meine Barmherzigkeit ist unendlich; aber bald wird keine Zeit mehr sein für die Barmherzig­keit, und wenn ihr alle, wer ihr auch seid, euer Leben nicht bessert und nicht Buße tut zur Sühne für alle eure Sünden, werde Ich Meinen Zorn ausbrechen las­sen gegen den herzlosen, egoistischen und genuß­süchtigen Menschen, und die Oberfläche der Erde wird wie ein verzehrendes Feuer werden, und die Welt wird sich selbst vernichten.»

«Haltet also an, alle, um nachzusinnen und den Weg wieder unter die Füße zu nehmen, auf dem ihr gehen müßt, um Mir zu gefallen. Säumet nicht; denn morgen wird es vielleicht zu spät sein für euch.»

«Ich will, daß alles, was Ich dir sage, überall in der Welt verbreitet wird und alle Gesellschaftsklassen, ohne Ausnahme, erreicht.»

«Es ist nicht notwendig für dich, Kleine, daß du gern schreibst, was Ich dir sage. Alles, was Ich von dir verlange ist, es aus Liebe zu Mir zu tun. Denn Meine Ansichten sind nicht eure Ansichten, und das wird (auch) nie der Fall sein können. Alles, was Ich von dir verlangen werde, wird dir stets mißfallen; denn wenn Ich irgendeine Möglichkeit gesehen hätte, daß es dir gefallen könnte, und daß du es schließlich [B 627] aus Zuneigung tun würdest, hätte Ich dich nicht auser­wählt, um Meine Gedanken zu übermitteln, die dazu dienen werden, Mir die Seelen näherzubringen. Du wirst es immer als störend, widerwärtig empfinden, ge­zwungen zu sein, das niederzuschreiben, was Ich dir sage, weil es deine Freiheit einschränkt und dich auch mehr an Mich kettet. Gewohnt wie du es bist, nach allen deinen Launen zu handeln, ohne je irgend jemanden zu Rate zu ziehen, wird es für dich immer ein Leiden sein, dich unterwerfen zu müssen. Du wirst viel leiden, Kleine, doch du wirst nie den Grad der Schmerzen erreichen können, die Ich für dich in der Vergangenheit wegen deiner gänzlichen Nachlässig­keit, deiner Leichtfertigkeit und deiner Sorglosigkeit Mir gegenüber ertragen habe.»

«Denke gut über all das nach, Kleine, was Ich dir seit einem Jahr gegeben habe, denn, wenn Ich nicht eingegriffen hätte, wärst du (jetzt) noch keinen Schritt weitergekommen Was wäre aus dir geworden, Kleine? Du verdankst Mir alles, und vor allem vergiß nie, [B 628] daß Ich dir alles gegeben habe ohne ir­gendein Verdienst deinerseits; du warst die Unwür­digste von allen.»

«Vergiß es nicht: du bist nichts; aber aus diesem Nichts, das du bist, werde Ich eine größere Verherrli­chung ziehen.»

«Du verstehst nichts, Ich weiß, und du wirst niemals etwas verstehen. Denn der weiseste Mensch der Erde besitzt nicht ein Quentchen Meiner Intelligenz; das ist der Grund dafür, daß Meine Ansichten niemals übereinstimmen werden mit denjenigen der Men­schen. Ich verlange von euch nicht, Mich zu verste­hen, sondern Meinem Willen zu gehorchen, ohne zu verstehen, aus Liebe zu Mir. Das ist alles, was Ich will; Ich werde Ersatz bieten für alle eure Unfähigkeiten.»

«Der Mensch muß aus dem Stolz heraustreten, der ihn ins Verderben stürzt, und er muß anerkennen, daß er gänzlich von Mir abhängt; [B 629] denn ohne Mich könnt ihr nichts tun.»

«Für denjenigen, der euch mit Wohltaten und Ge­schenken überhäuft, habt ihr doch viel Hochschät­zung. Warum kennt ihr dann Mir gegenüber, der Ich euch alles gegeben habe, selbst den letzten Tropfen Meines Blutes, nur Verachtung und Gleichgültig­keit?»

«Warum wollt ihr euer Herz und eure Hoffnung auf den Menschen setzen, der nichts ist neben dem Schöpfer? Seid ihr so blind, daß ihr das Geschöpf vom Schöpfer nicht mehr unterscheiden könnt? Wehe euch dann, denn euer Los wird furchtbar sein, und ihr werdet vor Schrecken zittern. Wenn die Zeit für euch kommt, Rechenschaft abzulegen, werdet ihr nicht dem Menschen Rede und Antwort stehen müßen, den ihr Mir vorgezogen haben werdet, sondern Gott, den ihr euer ganzes Leben lang gering geschätzt, verach­tet und verhöhnt haben werdet, indem ihr euch wei­gertet, euch Meinen Gesetzen zu unterwerfen und Mich zu lieben, wie Ich geliebt werden will.»

«Sinnet nach, ihr alle, Meine Kinder, und seht, wie unendlich Meine Liebe zu euch ist, da Ich geruhe, Mich zu euch hinabzuneigen und euch vor dem Un­heil zu warnen, das über den Menschen schwebt, wenn ihr das Leben nicht ändert und wenn ihr Mir nicht den Platz gebt, der Mir zukommt in euerm Le­ben und in euern Herzen. Bleibet nicht taub gegen­über dem Anruf Meines Herzens, und nützt Meine Barmherzigkeit, solange noch Zeit dazu ist. Wartet nicht, bis eure Sünden Mich zwingen, mit euch streng zu verfahren; denn dann wird es zu spät sein für euch, umzukehren. Die Zeit der Barmherzigkeit wird für immer zu Ende sein, und die Gerechtigkeit wird an ihre Stelle treten. Denket wohl daran, Meine Kinder; denn es wird für die ganze Ewigkeit sein.»

* 152 *

[B 631, 8. Mai 1955] Ich war in der Kirche zu meinem Sonntagsbesuch; ich hatte meine Lippen geschminkt, denn nachher mußte ich zu meiner Mutter gehen. Er hat gesagt:

«Unter dem Anschein einer modernen Frau, die sich allen Kaprizen des Weltgeistes fügt, habe Ich Mühe, Mein kleines Kind zu erkennen.»

Er hatte ein trauriges und vorwurfsvolles Aussehen. Ich hätte fähig sein wollen, Seinem Blick zu entfliehen; mir war nicht wohl, und es tat mir weh, Ihm ein Leid an­getan zu haben. Ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Ich habe begonnen, meinen Rosenkranz zu beten, und da ist plötzlich eine Frau von außerordentlicher Schönheit vor meinem Geist erschienen, und sie hat zu mir gesagt durch eine Art von Sprechen, im Innern meines Her­zens; – ich habe geglaubt zu hören):

«Du wirst dich Seinem Willen fügen müssen, da Er Seine Augen auf dich gerichtet hat; doch beruhige dich, Meine kleine Tochter, selbst die aus Liebe zu Ihm ertragenen größten Leiden [B 632] werden zu Freuden, die sich mit keinen anderen vergleichen las­sen.»

«Tröste Du Ihn; ich kann es nicht», habe ich der Hei­ligsten Jungfrau gesagt.

«Diesen Schmerz hast du ihm verursacht; du allein kannst ihn aus Seinem Herzen nehmen.»

* 153 *

Ich sagte nach der Kommunion: «Mein Gott, ich liebe Dich, doch mehre meine Liebe», da habe ich gehört:

«Weißt du, was du sagst, wenn du sprichst, du liebst Mich? Bist du sicher, daß du Mich liebst? So viele Leute versichern Mir, daß sie Mich lieben, und den­noch, schau sie an. Sie können sich nicht lösen von all ihrem Eigensinn, tun alles nach Wunsch und Laune, und wenn man von ihnen ein Opfer verlangt, finden sie das übertrieben; man müsse ja schließlich ent­sprechend den Erfordernissen des Zeitalters leben, die Sitten der Welt hätten sich fortentwickelt, und man müsse sich ihnen unterziehen, [B 633] selbst wenn sie Meinen Gesetzen und Meinen Wünschen entgegenstünden. Man macht Mir Glaubens- und Liebeserklärungen, die nur von den Lippen kommen. Das Herz jedoch ist zersplittert, offen für dies und das, für Lappalien, Bagatelle. Man verweichlicht sein Herz und seinen Geist, indem man sich jede Bequem­lichkeit gewährt, indem man all seine Begehrlichkei­ten befriedigt, und wenn die Zeit kommt, die Sünde zu meiden, die tödlich ist für die Seele, bringt man nicht den erforderlichen Mut auf, sich davon fernzuhalten, und man läßt sich hineinschlittern, bis es ein Dauer­zustand wird. Wenn ihr wüßtet, was eine einzige Tod­sünde zerstören kann in einer Seele! Kein einziges leibliches Übel kann dem Körper soviel schaden wie eine einzige Todsünde der Seele. Sie vergiftet sie mit einem Übel, das sie verschlingt und gänzlich aufzehrt, wenn ihr nicht den Mut habt, euch ihr zu entwinden und die erforderlichen Mittel anzuwenden, um euch davon fernzuhalten.»

[B 634] «Wenn ihr Mich nur hören und verstehen wolltet, daß Mich einzig Meine große Liebe zu euch allen dazu drängt, euch ein weiteres Mal vor den Gefahren und den Unheilsschlägen zu warnen, die über der Welt schweben, weil die moderne Welt sich wei­gert, Mir den Platz zu geben, der Mir gebührt. Man liebt Mich, wenn man daran denkt, oder wenn man anderswo nicht mehr lieben kann. Man gibt Mir die Reste. Ich will nichts von einer mittelmäßigen Liebe, ohne Wärme, die man kleinlich bemißt, aus Furcht, zuviel zu geben. Diese Liebe widert Mich an und macht Mich wütend; denn wenn ihr so handelt, spot­tet ihr Meiner und macht die große Liebe lächerlich, die Ich euch erwiesen habe, indem Ich starb, um euch zu retten.»

«Es nützt nichts, Mich mit schönen, unbedeuten­den Phrasen zu überhäufen; Ich will wahre, aufrichti­ge und gelebte Liebe. [B 635] Ich will, daß Ich in jeder eurer Taten einen Beweis der Liebe zu Mir erblicken kann. Blind wie ihr alle seid, lauft ihr in euern Unter­gang; denn alles, was ihr Mir auf Erden vorgezogen haben werdet, wird euch unheilbar verderben. Öffnet die Augen, bevor es zu spät ist, und ergreift diese Hand, die Ich euch reiche, um euch auf dem Weg zu leiten, der euch zum Leben führen wird. Alle diese Leidenschaften und diese sinnlichen Vergnügen, an die ihr euch verliert, werden euch ebenso sicher töten wie das tödlichste Gift. Ihr seid alle tot, und ihr wißt es nicht. Es gibt mehr lebende Kadaver auf der Erde als unter der Erde.»

«Wachet auf aus dieser Erstarrung, in der ihr euch befindet. Öffnet eure Ohren. Hört Mich, Ich sage es euch: die Zeit drängt. Beeilt euch, zu verstehen, wo euer Gut ist. [B 636] Kehrt aufrichtig um zu Mir, mit dem festen Wunsch, ein neues Leben zu beginnen, das gänzlich aus Liebe zu Mir besteht. Ich wiederhole es euch: um Mich zu lieben, wie Ich will, daß ihr Mich liebt, müßt ihr auf alles verzichten, was euch gefällt; ihr müßt euer Herz von allem losschälen, was nicht Ich bin. Ich wiederhole es euch: Ich will kein halbes Maß. Ich will euer ganzes Herz oder gar nichts.»

«Tut nie etwas zu eurem Vergnügen, sondern aus Liebe zu Mir, und was ihr nicht aus Liebe zu Mir tun könnt, tut es nicht. Vergeßt nicht, daß Mir die kalten und gleichgültigen Herzen, auch wenn sie Meine Ge­setze nicht (ausdrücklich) übertreten, ebenso sehr mißfallen, wie die Herzen derjenigen, die Meinen Ge­setzen keine Beachtung schenken.»

«Ich will Liebe. Ich bin der Einzige, der würdig ist, geliebt zu werden. Wann werdet ihr es zugeben?»

«Ich bin es überdrüssig, zu warten und Geduld zu üben. Kehrt um zu Mir. Gebt Mir diese Liebe, die Mir gehört. Nützt Meine Barmherzigkeit aus, solange noch Zeit ist dazu. [B 637] Früher als ihr glaubt, wer­det ihr vor Mir erscheinen müssen. Einzig die ein­dringlichen Bitten Meiner Mutter, die sich nicht da­mit abfinden kann, euch angesichts eures schuldhaf­ten Wandels, alle getroffen vom Blitzschlag Meines Zornes, der in Meinem Herzen aufsteigt, verlorenge­hen zu sehen, hindert Mich daran, euch unverzüglich zu bestrafen, wie ihr es verdientet. Aber Ich wiederho­le es: beeilt euch, die Zeit drängt. Mein von euern La­stern, euern Sünden, eurer Gleichgültigkeit und eurer Verachtung schmählich gekränktes Herz schreit nach Rache, und bald werde Ich Meinem Zorne freien Lauf lassen, und dann werdet ihr alle, ihr Menschen mit verdorbenem und betrügerischem Herzen, wün­schen, niemals geboren zu sein, so schrecklich wird Mein Zorn sein. Gebt acht, hütet euch. Verlaßt euch nicht auf die Länge der Zeit. Die Zeit ist kurz, und ohne daß ihr eine Handbewegung tun könnt, um es zu verhindern, [B 638] wird Mein rächender Arm auf euch niederfahren.»

«Ihr werdet euch beklagen, und ihr werdet stöhnen; doch es wird zu spät sein. Mein Herz wird sich für immer verschlossen haben, und die Gerechtigkeit wird an die Stelle der Barmherzigkeit getreten sein, die ihr heute zurückweist, verblendet wie ihr seid vom Stolz, dieser Krankheit, die die Herzen zerfrißt und so viele Seelen fern von Mir untergehen läßt.»

* 154 *

[10. Mai 1955] Als Antwort auf die gestellte Frage, ob der Prozentsatz bezüglich des Klerus, der früher angegeben wurde, sich auf die Diözese, auf das Land oder auf die ganze Welt beziehe:

«Auf welche Kategorie sich dies bezieht? Auf alle, vom Weltpriester bis zum Ordenspriester, vom Un­tergebenen bis zum Führer; mögen alle und jeder daraus Nutzen ziehen; denn ihr werdet nie genug hei­lig sein. Das wird dazu dienen, die einen vor den furchtbaren Strafgerichten zu warnen, die sie bedro­hen, wenn sie ihr Leben nicht ändern, und die Kalten und die Nachlässigen zu erwärmen, indem es sie ein­lädt, sich zu entsagen und Mich aufrichtig zu lieben, die anderen wird dies ermutigen, auszuharren [B 639] und sie daran hindern, aufzugeben, wenn sie manch­mal versucht wären dazu. Von allen und von einem jeden fordere Ich den totalen Verzicht auf die Welt und auf alles, was sie beinhaltet. In allem und überall muß Ich ihr einziges Ziel und ihre einzige Liebe sein. Alles was nicht zu Mir strebt, wird ihnen stets zum Schaden gereichen.»

* 155 *

Ich war in der Messe, und plötzlich ist die gleiche Person wie am Sonntag in meinem Geiste erschienen und hat die Gebärde gemacht, wie wenn sie mir die Wange lieb­koste, indem Sie sprach:

«Meine kleine Tochter.»

Zu mir habe ich gesagt: «Wie bist Du schön», und lä­chelnd hat Sie gesagt:

«Und Ich habe Meine Lippen nicht geschminkt, weißt du.»

[B 640] Ich wandte mich um, um zu sehen, was Er sa­gen würde. Er hat gelächelt und gesagt:

Ich bin nicht eifersüchtig auf Meine Mutter.» …

* 156 *

[12. Mai 1955] «Was tust du, um den Schmerz zu tilgen, den du Mir seit einigen Tagen mit deiner Ungläubigkeit, [B 642] mit deinem Mangel an Vertrauen und deiner Angst vor der Lächerlichkeit zufügst, die dich hindern, dich Mir völlig anheimzugeben? Was war­test du, Kleine, da Ich da bin? Was kannst du befürch­ten von der Welt? Niemand vermag etwas gegen dich; denn Ich werde über dich wachen. Man wird dich kri­tisieren, dich verlachen, dir Leid bereiten können; aber das hat wenig Gewicht, da Ich dich liebe und du Mich liebst. Die Welt, sie wird dich nicht lieben kön­nen. Denn wenn du geliebt und umschmeichelt wer­den willst von der Welt, wirst du darauf verzichten müssen, von Mir geliebt zu werden, denn du wirst niemals beides auf einen Nenner bringen können, die Welt und Mich. Wie das Feuer und das Wasser, der Tag und die Nacht sich nie vereinen werden, ebenso ist es mit der Welt und Mir. Es ist der Irrtum, in dem die Mehrheit der Welt befangen ist.»

«Man möchte Mich wohl lieben, jedoch anderseits will man der Welt und ihrem Geist nicht entsagen, [B 643] Der Weltgeist ist Mein größter Feind; denn er ist der Geist Satans. Dieser wird sich immer anstren­gen, euern Augen die Vergnügen, die Genüsse, die Befriedigungen aller Art vorzuspiegeln, mit dem al­leinigen und einzigen Zweck, euer Herz und euern Geist mit Beschlag zu belegen und euch so daran zu hindern, euch Mir zu nähern. Paßt auf, Meine Kinder, der Geist der Welt ist heuchlerisch und heimtückisch.

Unter der Lehre des Erlaubten bietet er euch den Prunk an, die Verschwendung, die Behaglichkeit und die Befriedigung aller eurer Lüste und aller eurer Wünsche; doch Ich, Ich sage euch: «Wenn ihr euer ganzes Leben hindurch euern Willen getan und euern Gelüsten gefrönt habt, werdet ihr nicht zu Mir gelan­gen; denn ihr könnt nicht euch in allem befriedigen und zugleich Meiner Liebe Genüge tun.»

«Wenn euch eine einzige Todsünde daran hindert, die Pforten des Himmels zu durchschreiten, wieviel mehr, so sage Ich euch, wird dann die Gleichgültig­keit [B 644] und die Anhänglichkeit an alles Geschaf­fene genügen, euch dieses Tor zu verschließen. Ihr müßt, um bei Mir zugelassen zu werden, alle Tage eures Lebens versuchen, euch von allem Geschaffe­nen loszuschälen und euch zu Mir zu erheben.»

«Demjenigen, der sein ganzes Leben lang alle An­strengungen unternommen haben wird, um sich von allem zu lösen, dem werde Ich, selbst wenn es ihm nur zur Hälfte gelungen ist, die Tore Meines Königrei­ches öffnen, da er jeden Tag sein Möglichstes getan haben wird.»

«Ich kenne eure Schwäche; fürchtet euch nicht, Meine Kinder, Ich werde nie mehr von euch verlan­gen, als ihr geben könnt. Indes, nehmt euch in Acht; denn Ich durchforsche die Herzen, und nichts ist Mir unbekannt. Was jenen betrifft, der sich – ohne Mich zu beleidigen – alle Behaglichkeiten gewährt, aus al­len Fleischesfreuden Profit geschlagen haben wird, selbst wenn sie gestattet sind (denn auch darin müßt ihr euch abtöten, da ihr euer Herz und euern Geist nicht erheben könnt, wenn ihr euerm Fleisch unter all ihren Spielarten die Befriedigung gewährt), demjeni­gen also, der sich sein ganzes Leben lang gesagt ha­ben wird: ‹Es ist doch schließlich nicht verboten; ich tue niemandem etwas Schlechtes, man muß doch le­ben, [B 645] wenn ich nur zur Messe gehe am Sonntag und an den Feiertagen, wenn ich nur meinen Zehnten bezahle und den Fürsorgewerken etwas gebe, bin ich ein guter Christ, und ich bin Gott ohne Zweifel wohl­gefällig›, wohlan, diesem und allen Seinesgleichen sage Ich: ‹Ihr seid Mir nicht wohlgefällig, ihr ekelt Mich an; denn alles, was ihr tut, tut ihr wie etwas, was ihr unter allen Umständen tun müßt, weil ihr sonst fürchten müßtet, bestraft zu werden.› Wo ist eure Lie­be zu Mir in euerm ganzen Leben? Sie existiert nicht, und Ich wiederhole es: ‹Wenn ihr Mich nicht mehr liebt als die, die zu euerm Lebenskreis gehören: Va­ter, Mutter, Brüder, Schwestern, gefallt ihr Mir nicht, und wenn ihr aus Liebe zu Mir nicht allen euern Be­friedigungen, euern Lüsten, euern Vergnügen entsa­gen könnt, mißfallt ihr Mir gewiß, und Ich werde euch fern von Mir verstoßen.› Denn, vergeßt es nicht: [B 646] ihr werdet nach der Liebe gerichtet werden, die ihr für Mich empfunden haben werdet.»

«Um Mir zu gefallen, müßt ihr Meinen Willen tun. Ihr müßt eure Standespflicht erfüllen; ihr müßt allem entsagen aus Liebe zu Mir.»

«Anstatt eure Zeit zu verlieren in Theatern, in Grill-Parties, auf unnützen Reisen, kurz bei Zerstreuungen, die euch die Welt bietet, wäre es besser für euch, eure Mußestunden und die Zeit, die ihr frei habt, damit auszufüllen, Kranke zu besuchen, das Los der Armen zu erleichtern, jene zu trösten, die leiden, und euern Eltern und euern Nächsten zu helfen, wenn sie in Schwierigkeiten sind.»

«Es gibt so viel Elend in der Welt, und so rar sind die freigebigen und selbstlosen Herzen, die bereit sind, ihre Zeit und ihr Geld zu opfern, um Linderung zu bringen. [B 647] Indes, Meine Kinder, ohne die Lie­be Gottes und die Nächstenliebe werdet ihr nicht in Mein Königreich eingehen. Ihr seid nicht auf der Erde, um euch zu befriedigen, sondern um euch zu heiligen, und ohne Entsagung und Selbstverleugnung ist keine Heiligung möglich. Ich fordere das von allen Menschen ohne Ausnahme, vom Ärmsten bis zum Reichsten, vom Unwissendsten bis zum größten Wei­sen, vom kleinen Diener bis zum größten König, der Erde. Meinen Priestern, vom einfachsten Vikar bis zum höchsten Würdenträger, sage Ich: daß ihr üben müßt, was Ich euch lehre, und zwar bis in die klein­sten Einzelheiten. Ich will, daß ihr der Welt das Bei­spiel der vollkommensten Nächstenliebe und Gottes-liebe gebt und vor allem aber der Entsagung gegen­über der Welt und ihrem Geist. Mögen alle diese Prie­ster, die sich nichts versagen, die sich in den Prunk und die Behaglichkeit einhüllen, in Acht nehmen; denn das Beispiel, das sie jenen geben, die um sie sind, ist unheilvoll für diese Seelen. Ich sage euch: [B 648] Ihr werdet Rechenschaft abzulegen haben über all diese Seelen, die verloren gehen werden, weil ihr nicht genug entsagt und weil ihr es vorgezogen haben wer­det, euch den Ansprüchen der Welt zu beugen, anstatt Meine Gesetze zu beachten.»

«Es genügt nicht, Meine Lehre von der Kanzel her­unterzudonnern und mit schönen Predigten das Gemüt zu rühren; ihr müßt sie vor allem dadurch lehren, daß ihr sie selber übt, jeden Tag eures Lebens.»

«Wie könnt ihr hoffen, daß die Welt die Nächsten­liebe praktiziert und den Verzicht auf die Güter der Erde, wenn ihr Priester, die ihr damit beauftragt seid, [B 649] Mich zu vertreten, euch die Erfüllung eurer eigenen Wünsche zugesteht, im Auto euch den Luxus unnützer Reisen leistet, euch leidenschaftlich für das Fernsehen begeistert, für das Radio, den Sport, kurz für alle Vergnügen, selbst für jene, die verboten sind?»

«Ihr entschuldigt euer Benehmen damit, daß ihr sagt, ihr wärt Menschen wie alle anderen. Ich jedoch sage euch: Ich will nicht, daß ihr wie die anderen seid; Ich habe euch aus den anderen erwählt, damit ihr anders werdet als die anderen, durch euer stren­ges, kasteites Leben, bar aller Verstellung und ent­blößt von allem, was euch nicht zu Mir führen kann.»

«Überlegt es gut. Mein Zorn ist groß angesichts des Wandels der Meinen. Wenn die Welt verlorengeht, wird es wegen eurer Weigerung sein, euch Meinem Willen zu unterwerfen. [B 650] Ihr werdet niemals et­was erhalten von der Welt, wenn ihr euch nicht selbst heiligt, und Ich sage euch, daß, wenn sich die Welt nicht ändert, sie für immer und ewig verlorengehen wird.»

«Laßt ab von den nutzlosen Festgelagen, während derer ihr nichts tut, was Mir nützlich wäre, und befaßt euch mit den Armen, den Schwachen, den Notleiden­den, vor allem mit jenen kranken Seelen, die allein niemals wieder ihren Weg finden könnten. Alle diese verirrten Seelen, die fern von Mir sind, warten auf den mildtätigen Arm, der ihnen hilft, wieder aufzustehen und den Weg wieder unter die Füße zu nehmen, der zu Mir führt. Hier ist eure größte Pflicht: alle verlore­nen Schafe, die da und dort dahinvegetieren, zu Mir zurückzuführen.»

«Beeilt euch also, das zu tun, was Ich von euch er­warte, und überlaßt den Toren, die nicht begreifen wollen, all die Vergnügen der Welt und all diese Nebensächlichkeiten, die das Herz und den Geist vergif­ten und sie von Mir entfernen.»

«Ich will daß ihr euch, wenn ihr auch auf der Erde, in der Welt, lebt, so verhaltet, als ob ihr nicht darin lebtet, indem ihr euch dessen, [B 651] was es in der Welt gibt, nur zu eurem Heil bedient.»

* 157 *

Für jene, welcher ich es angetragen hatte, sich von Ih­nen, mein Pater, führen zu lassen, hat Er mir gesagt:

«Wenn sie es vorzieht, den größten Schatz zu ver­passen, den es möglich ist auf Erden zu finden, anstatt den Mut zu haben, sich zu bücken und ihn aufzuhe­ben, so ist das ihre Sorge und nicht die deine. Gräme dich nicht, Kleine. Diejenigen, die die Gnade abwei­sen, wenn Ich sie ihnen auf so handgreifliche Weise anbiete, werden Mir dafür Rechenschaft ablegen müssen.»

«Was die Stunde betrifft, die mit Mir zu verbringen Ich dich gebeten habe, so füge dich in allem dem, was dir derjenige sagen wird, den Ich dir gegeben habe, auf daß er dich führe. Selbst wenn es dir scheint, daß du nicht die Kraft haben wirst, weil du müde bist, beunruhige dich also nicht, Kleine; Ich werde dir die­se Kraft geben: denn wenn Ich dich dir selbst überlie­ße, könntest du nicht einmal aufstehen.»

[B 652] «Suche nicht, deinen Zustand zu kennen; sei geduldig; warum die Eile, alles zu wissen? Was kümmert es dich zu erfahren, was mit dir geschehen wird, kleine Tochter; verlaß dich diesbezüglich auf Mich. Hast du dich nicht im voraus mit dem, was Ich dir schicken werde, und mit der Art Meiner Entschei­dung einverstanden erklärt? Du kannst jetzt nicht mehr zurückweichen, kleines Kind.»

«Vor allem, füge Mir nicht die Beleidigung zu, an Mir zu zweifeln. Wie wirst du die Schläge ertragen können, wenn du viel wirst leiden müssen, wenn du (jetzt) schon zweifelst, Meine kleine Tochter? Beun­ruhige dich also nicht, und suche nicht vergeblich nach dem Grund dieser großen Müdigkeit, die du manchmal in deinem ganzen Wesen fühlst; sie kommt von Mir. Hast du nicht angenommen, die Lei­den Meines von so vielen Leuten gemarterten, schmähten und verhöhnten Herzens zu teilen? Arme kleine Tochter, Ich gebe dir den kleinsten Teil Meiner Leiden. [B 653] Diese Müdigkeit deines Leibes ist ein wenig von der Meinen. Dieser Überdruß und dieser Ekel deines Herzens sind ein Partikelchen dessen, was Ich fühle angesichts der Haltung der Welt und vor allem der Priester Mir gegenüber.»

«Ich bin es satt, auf all diese Gleichgültigen und Sorglosen zu warten, die nur zu ihrem Vergnügen statt für Mich leben. Wirst du dich beklagen, wenn Ich von dir verlange, Meine Pein und Meine Leiden zu teilen? Ist es zuviel verlangt von dir; Kleine? Es gibt so wenige, die Mich wirklich lieben, und die be­reit sind, alles für Mich zu ertragen. Hast du schon vergessen, was du Mich an Tränen und Leiden geko­stet hast? Undankbare kleine Tochter, ich überhäufe dich mit Gunsterweisen, und statt Mir zu danken, be­klagst und beschwerst du dich; liebst du Mich also nicht?»

[B 654] «Vergiß nicht, daß dich das Leiden, das du für Mich erträgst, enger mit Mir verbindet. Ich will, daß du, selbst wenn du glauben wirst, daß Ich dich verlasse, weil Ich nicht mehr zu deinem Herzen spre­chen werde, selbst dann nicht einen Augenblick an Meine Gegenwart bei dir zweifelst. Ich werde immer da sein, selbst wenn es dir scheinen wird, daß Ich nicht da bin. Du wirst Tage großer Dunkelheit zu durchgehen haben; du wirst dich verloren fühlen. Der Zweifel wird dein Herz und deinen Geist niederdrücken; du wirst dich allein und von allen verlassen fühlen, und du wirst glauben, daß auch Ich dich verlasse. Dem wird jedoch nicht so sein, Mein kleines Kind; Ich werde dich nie verlassen; fürchte nichts. Liebe Mich mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und allen deinen Kräften. Die Liebe deines kindli­chen Herzens ist ein gar süßer Trost für Mein von den meisten Menschen und selbst von meinen auserwähl­ten Seelen verachtetes Herz.»

[B 655] «Ich will, daß sich alles, was Ich dir gesagt habe, in der Welt verbreite, vor allem, daß die Priester des ganzen Universums Kenntnis erhalten von den Schriften, die an sie gerichtet sind. Es ist dringend, daß die Priester das werden, was sie alle sein müssen: Heilige, um der Welt dieses Jahrhunderts die Kata­strophen zu ersparen, die sie völlig vernichten wer­den, wenn ihr alle und jeder in euerm Leben Mir nicht den Platz einräumt, der Mir zukommt. Benutzt diese Warnung, die Ich euch gebe, weil ihr alle Meinem Herzen teuer seid. Wer weiß, es ist vielleicht das letzte Mal, daß es euch gegeben ist, eure Missetaten einzu­sehen und euch in euerm Leben, durch Opfer, Gebet und [B 656] Selbstverleugnung zu bessern, ehe der Tag kommt, da ihr vor Mir erscheinen müßt. Denn in dem Augenblick, da ihr es am wenigsten erwarten werdet, werdet ihr vor Mir erscheinen müssen, und ihr werdet Mir gegenüber Rechenschaft über euer gan­zes Leben ablegen müssen. Was werdet ihr Mir anzu­bieten haben, Meine armen Kinder, wenn ihr euer Leben nicht ändert? Beeilt euch also, erweckt auf­richtige Reue, und liebt Mich, wie Ich geliebt werden will; denn Mein Werk ist ein Werk der Barmherzig­keit und Liebe, vergeßt das nicht. Wartet nicht, bis es zu spät ist; denn früher als ihr glaubt, wird anstelle der Barmherzigkeit, die Ich euch heute anbiete, die Ge­rechtigkeit treten. Nutzt sie also, Meine Barmherzig­keit, Meine Kinder; denn davon hängt euer ewiges Glück oder Unglück ab, entsprechend der Wahl, die ihr treffen werdet; denn ohne euch werde Ich nichts tun für euch.»

«Ihr seid frei; Ich will euch nicht zwingen, Mich zu lieben, sondern Ich will, daß ihr Mich aus euch selbst ohne Zwang liebt, weil Ich der Einzige bin, der würdig ist, in euerm Herzen und in euerm Leben zu herr­schen; vergeßt das nie.»

* 158 *

Bei der Messe, sonntags, als vom Marienmonat gespro­chen wurde, hat Er gesagt:

[B 657] «Wenn du dich ein bißchen dazu zwingen würdest, könntest du dann nicht kommen?»

Ich entschuldige mich; ich hatte vergessen, dies zu schreiben; was mir (nun) plötzlich wieder in den Sinn gekommen ist.

* 159 *

[14. Mai 1955] «… Wenn Ich die Leute betrachte, emp­finde Ich einen Ekel angesichts ihres Betragens; denn zu oft führen sie sich auf wie ausgebrochene (wilde) Tiere, die nur darauf sinnen, ihre niederen Instinkte zu befriedigen, ohne auf die Mittel zu achten, derer sie sich bedienen, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Wenn man sie so handeln sieht, würde man meinen, sie besäßen keine Intelligenz (Vernunft).»

«Ich habe dem Menschen den Verstand gegeben, damit er sich seiner bedient, um seine Triebe zu be­herrschen, die sich nicht von denen des gewöhnlich­sten Tieres unterscheiden. Anstatt sich seines Ver­standes zu bedienen, zieht es der Mensch vor, sich zu erniedrigen, [B 658] indem er seine Sinne und seine Natur in allen Wünschen und Gelüsten befriedigt. Der Mensch hat den Sinn für seine Verantwortlichkeiten und seine Pflichten verloren. Er ist sogar soweit ge­kommen, daß er den Daseinsgrund Meiner Sakra­mente verfälscht.»

«Wenn Ich den Mann und die Frau in der Ehe ver­einigt habe, und wenn Ich die Ehe zur Würde eines Sakraments erhoben habe, so gewiß nicht, um dem Mann die Gelegenheit zu geben, sich in all seinen Leidenschaften zu befriedigen. Unsinnige, die ihr seid, selbst in der Ehe seid ihr nicht auf Erden, um euch zu befriedigen, sondern um euch zu heiligen. Nehmt es euch zu Herzen: Ich will von einem jeden von euch nichts anderes, als eure Heiligung in Eurer Berufung, welche die eure ist, und zwar mit den Mit­teln, die euch zu Gebote stehen.»

«Selbst in der Ehe dürft ihr nichts aus Neigung (Ge­schmack) oder zum Vergnügen tun. Wenn die Ver­einigung von Mann [B 659] und Frau aus Liebe zu Mir vollzogen würde und mit dem alleinigen Zweck, die Auserwählten zu vermehren, gäbe es auf der Erde nicht so viele unglückliche Kinder, die an allem Mangel leiden, zusammengepfercht in den Häusern des Elends, wo sie allen Gefahren und allen Lastern ausgesetzt sind.»

«Wehe euch allen, die ihr die Begierden eures Flei­sches nicht im Zaume halten könnt, und die ihr es vorzieht, eure niederen Instinkte zu befriedigen, ohne euch um die Folgen eurer Taten zu kümmern. Ihr müßt alle euer Fleisch abtöten, wenn ihr euch retten wollt; sonst werdet ihr alle zugrundegehen.»

[B 660] «Das muß aufhören, und die Welt muß sich ändern, sonst werde Ich Mich für eure Weigerung, Mich anzuhören, rächen. Höret auf, die Sakramente lächerlich zu machen, die euch nicht zur Zier zur Verfügung stehen, sondern um euch zu heiligen.»

«Das Bußsakrament, was macht ihr aus ihm? Die meisten bedienen sich dieses Sakraments wie der üb­rigen, oder dann, wenn man die Gewissensbisse nicht mehr aushalten kann. Man beichtet seine Sünden, ohne an das zu denken, was man sagt, und kaum ist man aus dem Beichtstuhl herausgetreten, fällt man wieder in die gleichen Laster zurück. Warum denn? Weil ihr alle Heuchler und Lügner seid; ihr habt in euerm Herzen nicht den geringsten Schimmer von Aufrichtigkeit und nicht den leisesten Wunsch, euch zu bessern, denn da, wo Ich Aufrichtigkeit sehe, gebe Ich stets die notwendige Kraft, dem Bösen zu wider­stehen und sich aus dem Griff der Laster zu befreien. Wehe euch! Wehe, Meine Kinder! Ihr habt alles, um euch zu retten, [B 661] um euch zu heiligen; Ich habe euch alles gegeben, und wenn ihr nicht dahin gelangt, tadelt niemand anderen als euch. Eure Verachtung der Sakramente wird euch teuer zu stehen kommen, macht euch darauf gefaßt.»

«Und die Eucharistie? Es ist in diesem Sakrament, in dem Ich am meisten Schmach und am meisten Be­leidigungen erfahre. In welcher Verfassung tritt man zu diesem heiligen Gastmahl herzu? Um dem Kir­chengebot zu genügen? Nein, sondern aus Routine; man muß doch tun wie jedermann. Man nimmt Mich auf in ein Herz, in dem Ich vom Gestank der Laster und der Sünden ersticke, die nicht getilgt sind, weil sie nicht bereut oder gebeichtet wurden, oder in gleichgültige Herzen, die nicht einen Augenblick in­nehalten, um an diese unendliche Gunst zu denken, die Ich ihnen erweise, [B 662] wenn Ich mich so tief erniedrige, daß Ich in ihre Herzen hinabsteige.»

«Wie viele dieser Herzen empfangen Mich mit Lie­be und Dankbarkeit? Die Welt denkt nicht genug darüber nach, was sie tut; das ist es, was sie ins Ver­derben treiben wird.»

«Man hat keine Zeit mehr, innezuhalten, um nach­zudenken und sein Herz zu durchforschen. Man hat gerade die Zeit, möglichst viele Genüsse zu verko­sten. Man empfindet einen schrecklichen Schmerz, wenn man ein Vergnügen oder eine «Party» verpaßt, doch Mir, der Ich verhöhnt, verachtet und verleugnet werde, welche Beachtung schenkt man Mir? Man kümmert sich nicht um Mich. Man behandelt Mich wie einen Gips- oder Wachs-Gott, der unempfindlich ist für alle Beleidigungen, die er erhält. Ich bin nicht unempfindlich. Mein Herz ist aus Fleisch wie das eure, und es leidet, seufzt und weint unter euern Schlägen. Doch seht euch vor: der Kelch fließt über; Ich kann nicht noch mehr ertragen. Mein Herz fühlt sich angewidert und ist erzürnt über euer Benehmen. Die Empörung wallt auf [B 663] in Mir, und Ich werde euch alle unerbittlich heimsuchen.»

«Einzig Meiner Mutter ist es gelungen, dieses ge­marterte Herz zu besänftigen und es dazu zu bringen, noch Geduld zu üben, indem Sie Mir sagte, daß die Welt sich bald ändern werde, daß Ich noch ein wenig abwarten solle, ehe Ich streng verfahre mit der herz­losen Welt, die sich lustig macht über Mich, indem sie Meine Gesetze ins Lächerliche zieht. Doch bald wird Mein Zorn ausbrechen; wehe dann euch allen, die ihr euch geweigert haben werdet, Mich zu hören.»

«Ich sage es euch: laßt ab von all euern Vergnügen, selbst von den harmlosen, entsagt euerm Eigensinn, euern Wünschen, euern Befriedigungen; tut Buße, kasteit euern Leib und euer Herz. Entsagt allen sinn­lichen Befriedigungen; denn wenn ihr nicht auf alles verzichtet zur Sühne für eure Sünden, und die Widerwärtigkeiten, die Mühsale, die Leiden nicht an­nehmt aus Liebe zu Mir, werde Ich nicht einmal den kleinen Finger rühren, um euch zu retten, und ohne Mich werdet ihr unrettbar verloren sein.»

«Beeilt euch, die Zeit drängt. Nutzt Meine Barmherzigkeit; denn Ich sage euch: Ich werde alle eure Sünden vergessen, im Tausch gegen eine auf­richtige Liebe und Reue. Profitiert also, Meine klei­nen Kinder, von dem, was Ich euch anbiete; denn dies ist vielleicht das letzte Mal, daß euch dieses Angebot gemacht wird. Die Zeit der Barmherzigkeit geht zu Ende. Es wird bald die Zeit der Rache und der Ge­rechtigkeit kommen.»

«Ich weiß nicht mehr, wohin Ich gehen soll, Ich, der Herr der Welt. Ich finde nirgends einen Zufluchtsort. Alle Herzen sind Mir verschlossen, oder man verwei­gert Mir den Zutritt, oder, wenn man Mich eintreten läßt, finde Ich einen kalten Ort, bar jeder Liebe. Im­mer stoße Ich auf Gleichgültigkeit, auf beißenden Spott, auf Verachtung, und sogar auf Haß. Siehst du, wie sehr Ich deines Herzens bedarf, kleine Tochter, um Mich darin zu verbergen und Mich vor all diesen Schlägen zu schützen, die die Welt Mir verabreicht?»

«Wenn Ich dein Herz habe, um Mich darin zu verbergen, werden Mir die Schläge weniger hart erscheinen, und die Beleidigungen weniger schmerz­lich. Du kannst es nicht abschlagen, Mich aufzuneh­men, du, Mein kleines Kind; Ich habe dir alles gege­ben; ist es nicht Gerechtigkeit heute, daß Ich alles von dir verlange? Ich brauche dich, Kleine. Ich brau­che so sehr Liebe, um die Verachtung auszugleichen, die Mir die Mehrheit der Menschen, selbst die auser­wählten Seelen, entgegenbringen. Ich kann Mich so­gar nicht einmal mehr auf die Herzen Meiner Priester verlassen, denn viele von ihnen sind ebenfalls vom Fieber dieses unglücklichen Jahrhunderts gepackt, eingenommen von allen Leidenschaften, von allen Lastern und allen Verbrechen.»

«Das größte Meiner Sakramente ist das der Prie­sterweihe. Im Grunde genommen sind es die Priester, die für die Mir am Nahestehendsten gehalten werden, weil sie Mich besser kennen. Was geschieht (aber) heute? Um die niedersten Leidenschaften ihres Her­zens zu befriedigen, zögern einige dieser Priester nicht, ihre Gelübde zu verleugnen, um sich allen Schandtaten hinzugeben. Erbärmliche Menschen! Ich werde euch unter Meinem Zorn zermalmen. Auf euch habe Ich Mein Vertrauen gesetzt; was tut ihr?»

[B 666] «Ihr nützt es aus, um Mich zu hintergehen. Mit eurer Feigheit und euerm schlechten Beispiel führt ihr die Welt in den Abgrund.»

«Haltet ein, es ist Zeit. Macht euch wieder auf den rauhen Weg, ohne jede menschliche Kompensation, auf den Weg, der der eure sein muß. Entsagt euch, ka­steit euch, und beeilt euch durch euer Beispiel und eure Ermahnungen die Herzen zu Mir zu führen.»

«Die Welt muß sich ändern, und zwar schnell; denn Meine Geduld erschöpft sich, und der Zorn wächst an in Meinem aufgrund der Unwürdigkeit und der Sorg­losigkeit jener erbitterten und verwundeten Herzen, die damit beauftragt sind, Mich der Welt bekanntzu­machen …».

* 160 *

[B 668, 16. Mai 1955] «Mögen alle diese Gleichgülti­gen, die glauben, daß weil sie ohne Sünde sind, sie nicht ein Mehrfaches zu leisten haben, um zu Mir zu gelangen, ihren Irrtum erkennen; denn wenn ihr Mich nicht aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit allen euern Kräften während eures Lebens geliebt habt, werdet ihr niemals bis zu Mir gelangen. Ihr müßt allem entsagen, um Mir zu gefallen und um Mich zu lieben, wie Ich geliebt werden will von allen und je­dem, wer ihr auch seid, und welches auch eure Lage und Stellung sei in der Welt.»

«Ich wiederhole es euch: die Gleichgültigen, die Unbekümmerten und die Nachlässigen sind Mir nicht wohlgefällig, und Ich werde sie fortstoßen von Mir, wenn die Stunde der Gerechtigkeit kommt. Ich werde geradeso streng und unerbittlich sein mit ihnen, wie Ich es sein werde mit den verhärtetsten Sündern.»

«Entschuldigt euch also nicht, indem ihr sagt, ihr hättet keine Sünde. Wer von euch hat sich keine ein­zige Sünde vorzuwerfen? Er muß (auch) dann sein Leben damit zubringen, Buße zu tun, um diese Sünde zu sühnen, wenn er nur eine einzige in seinem Leben begehen sollte; denn vergeßt es nicht: ihr müßt selbst die geringste der Beleidigungen sühnen, [B 669] die ihr Mir zufügt, ehe ihr eingehen könnt in die himmli­sche Wohnung.»

«Beeilt euch also; denn nur diejenigen können bei Mir Aufnahme finden, die ihr ganzes Leben darauf abgestellt haben, Mich zu lieben, indem sie auf ihre Neigungen verzichteten, auf ihre Launen und auf ih­ren Willen, indem sie aus Liebe zu Mir die Mühen, die Schmerzen, die Widerwärtigkeiten, die Demütigun­gen aller Art angenommen haben.»

«Ihr könnt euch nicht allen euern Leidenschaften hingeben, im Luxus und Komfort leben, gar oft, indem ihr die Armen und die Notleidenden verachtet, die an eure Türe klopfen, und hernach vorgeben, Mich zu lieben.»

«Ihr seid Heuchler; denn wenn ihr Mich liebtet, würdet ihr nicht einen einzigen Augenblick so leben können, wie es euch beliebt, und es zulassen, daß euerm Bruder das Notwendigste fehlt, ohne das er nicht existieren kann.»

«Welch ein äußerst betrübliches und herzzerrei­ßendes Schauspiel für Mein Herz, diese Seelen, die, ohne Halt zu finden, in den Abgrund stürzen, wo sie für immer und ewig fern sein werden von Mir. [B 670] Der größte Teil dieser Seelen lebte dennoch nicht im Zustand der (Tod-)Sünde, sondern sie waren von einer verächtlichen Gleichgültigkeit Mir gegenüber und haben es vorgezogen, ihr ganzes Leben lang ihre eigene Befriedigung zu suchen, statt all ihren Eigen­sinnigkeiten zu entsagen und jeden Tag zu versuchen, sich Mir zu nähern, durch Verzicht auf das irdische Glück.»

Fortsetzung folgt!

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 07

* 127 *

[B 538] Bei der Kommunion sage ich immer: «Mein Gott, ich bete Dich an in Deiner Gegenwart in mir mit Deinem Leib, Deinem Blut und Deiner Gottheit.» Dann sagt Er:

«Bei dir, liebst du Ihn?»

Ich sage Ihnen, je weiter das geht, desto schlimmer wird es, finden Sie nicht? Ich dachte nachher: «Herr, all dies ist Torheit, befreie mich davon.» Er hat gesagt:

«Nichts gefällt Mir so sehr wie diese Art von Tor­heit. Wann endlich wirst du es verstehen?»

Das ist immer die Antwort, die Er mir gibt, wenn ich Ihm dies sage, und ich sage es Ihm oft. In meinen Gebe­ten am Abend sage ich Ihm immer Folgendes; [B 539] es sind nicht immer genau diese Worte, aber es bedeutet das gleiche: «Herr, ich verstehe nichts von dem, was mir geschieht; wenn es wahrhaft Du bist, der zu mir spricht, werde ich es nie begreifen, weil Du Dich bis zu mir hinabneigst; denn ich weiß, daß ich nichts wert bin. Und anderseits, wenn es Einbildung ist, wenn ich verrückt bin, bitte ich Dich darum, Herr, gestatte nicht, daß dies mich jemals von Dir entferne; denn Du weißt es: alles was ich will ist, Dich so zu lieben wie Du geliebt werden willst. Auf alle Fälle danke ich Dir für alles, was Du mir gibst, selbst für diese Torheit, wenn es eine ist, die mich Dich hören und sehen läßt; ich werde niemals all dessen würdig sein, was immer ich tue. Ich habe Dir als Gegen­gabe nichts anderes anzubieten als mein Herz, meinen Geist und mein Leben; mache damit, was Du willst. Ich bin bereit zu bezahlen, was Du entscheiden wirst; doch laß mich nie ganz allein; denn Du weißt um die Torhei­ten, deren ich fähig bin ohne Dich.»

«Ich verlasse mich also auf Deine Hilfe. Ehrlich ge­sagt, [B 540] ich fürchte sehr, daß Du es bist, der all das tut, Herr.»

«Das macht Mir nichts. Alles was Ich von dir ver­lange, ist Mich zu lieben und vereint zu bleiben mit Mir alle Augenblicke deines Lebens, und dies sowohl in der Freude wie im Schmerz; es wird öfter im Schmerze sein; doch mache dir deswegen keine Sorgen. Vor allem, versuche nicht zu verstehen, du wirst es nie können. Gib dich damit zufrieden, Mich zu lie­ben, und überlaß Mir den Rest; Ich werde dafür sor­gen. Erinnere dich, daß du nichts von dem verdienst, was Ich dir gebe. Es ist eine Wirkung Meiner Barm­herzigkeit und Meiner Liebe gegenüber dem Nichts, das du bist; vergiß es nie, Kleine.»

* 128 *

[22. April 1955] «Wo warst Du, Herr, gestern abend? Ich spürte Dich nicht bei mir.»

«Habe Ich dir nicht vorausgesagt, daß du Meine Gegenwart [B 541] nicht immer fühlen wirst; doch selbst in dieser Zeit bin Ich da und beobachte, wie du dich aufführst, wenn du Mich nicht fühlst. Unterlaß niemals etwas, was du tun mußt, unter dem Vorwand, daß du Mich nicht bei dir fühlst. Du mußt Vertrauen haben und wissen, daß Ich selbst dann, wenn Ich nicht zu dir spreche, immer da bin. Ich will nicht, daß du einen einzigen Augenblick daran zweifelst, kleine Tochter, verstehst du? Denn der Zweifel verletzt Mich zutiefst. Ich habe es dir gesagt: du wirst Tage großer Dunkelheit zu durchgehen haben, da du den Eindruck haben wirst, daß Ich dich verlasse; du wirst deswegen seelisch viel leiden; denn Meine Gegenwart wird für dich so notwendig werden, wie der Atem, den du brauchst, um zu leben. Aber laß in dieser Zeit nie den Mut sinken und gib den Zweifeln, die dein Herz befallen wollen, keinen Raum. Opfere Mir dieses dein Herzleiden auf; [B 542] denn das ist ein Teil der Süh­ne. Du denkst vielleicht nicht daran, aber die Stunde der Sühne hat geschlagen, und schon werden alle deine Leiden und sogar die geringsten Widerwärtig­keiten, die du zu ertragen haben wirst, in die Waag­schale der Sühnung gelegt. Ertrage alles für Mich, zur Sühne für die Sünden und für die der Priester, Klei­ne.»

«Indes, Kleine, wenn die Stunde der großen körper­lichen Leiden schlägt, wirst du diesen Seelen- und Herzensfrieden finden, der dann deine Stärke sein wird, um das zu ertragen, was du zu leiden haben wirst.»

«Mögen alle diese Leute, die vorgeben, für Mich nichts weiteres zu tun zu haben, weil sie ohne Sünde seien, aus ihrem Irrtum heraustreten, weil Ich die Gleichgültigen nicht liebe, die Mir – (auch) ohne Mich zu beleidigen – nichts opfern. Sie gestatten sich all ihre Launen, tun nur ihren Willen. Selbst wenn sie nichts [B 543] meinen Gesetzen Zuwiderlaufendes tun, gefallen sie Mir dennoch nicht, weil Ich weiß, daß Ich in ihren Herzen nichts bin.»

«Sie suchen, diese, die Hölle zu meiden, und gleichzeitig die Opfer und die Verzichte zu umgehen, die sie sich auferlegen müßten, um zu Mir zu gelan­gen. Wenn ihr nicht auf alle eure Neigungen, auf alle eure Befriedigungen, eure Vergnügen, eure Launen verzichtet, werdet ihr euch niemals bis zu Mir auf­schwingen können; denn alles, was ihr euch weigert, um Meinetwillen aufzugeben, selbst ohne böse (schlecht) zu sein, wird euch stets daran hindern, euch bis zu Mir zu erheben. Denn wenn ihr Mich lie­ben wollt, müßt ihr darauf verzichten, eure Wünsche zu befriedigen.»

«Wenn euer Herz und Geist ausgefüllt ist mit Baga­tellen, mit Nichtigkeiten, wenn ihr eure Liebe bald hierhin, bald dorthin verteilt, was wird euch für Mich verbleiben? [B 544] Ich werde Mich niemals zufrieden geben mit den Resten eurer Liebe. Ich will der Erst­bediente und der Erstgeliebte sein; denn vergeßt es nicht: die lauen und glutlosen Herzen werden nie in Mein Reich eingehen. Um bei Mir zugelassen zu wer­den, muß man Mich lieben, und um Mich zu lieben, müßt ihr euch von allem entledigen, was euer Herz und euern Geist behindert.»

«Möge derjenige, der ohne Sünde ist, sich vorse­hen; denn daß er ohne Sünde ist, ist für ihn noch keine Sicherung des Heils. Ich will Liebe; Ich liebe nicht die kalten und gleichgültigen Herzen. Eines Tages werde Ich es müde sein, auf diese Liebe zu warten, die ihr Mir schuldet, und Ich werde euch euch selbst über­lassen, euch alle, die ihr euch sicher glaubt, weil ihr ohne Sünde seid. Dann werdet ihr in Schändlichkei­ten fallen, die ihr vermieden hättet, wenn ihr nur für Mich diese Liebe gehabt hättet, die ihr Mir verwei­gert.»

[B 545] «Nehmt euch in Acht, seid nicht so einge­bildet, und betrachtet die Sünder nicht mit den Augen der Verachtung, weil ihr selbst nie gesündigt habt. Denn vergeßt niemals, daß Ich Mich über die verhär­tetsten Sünder mit mehr Liebe und Sorge neige als über jene, die Mich nie beleidigt haben, die Mich je­doch deswegen um nichts mehr lieben. Ich will Liebe. Tut alles aus Liebe zu Mir; nur so könnt ihr die Ge­wißheit haben, Mir zu gefallen und auf dem guten Weg zu sein, um zu Mir zu gelangen.»

«Begreift denn, solange noch Zeit ist! Wartet nicht zu, bis es zu spät ist für euch; denn alles auf Erden hat ein Ende; vergeßt es nicht, und hängt euch nicht an sie, wie wenn ihr für immer hier bleiben müßtet; denn ihr wärt sonst die Törichtesten. Ihr seid auf der Erde für kurze Zeit nur; wählt also den Weg, [B 546] der euch zum Leben führen wird, das ewig dauert, und dessen Quell Ich bin. Kommt also zu Mir, und gebt Mir diese Liebe, die Ich so sehr wünsche, und die Mich so viel gekostet hat.»

* 129 *

[23. April 1955] Ich hatte keine Zeit, etwas zu sagen; da hat Er gesprochen:

«Hast du nichts zu sagen? Ich weiß, was dein Pater gesagt hat. Schreibe dies: «Wenn dein Pater sich so quält, um zu wissen, wo er steht, verliert er eine kost­bare Zeit, die er dazu verwenden müßte, Mich mehr zu lieben. Er möge sich die Stelle des Evangeliums in Erinnerung rufen, wo von jener Frau die Rede ist, die sich peinigte, weil sie wissen wollte, wo ihre beiden Söhne im Himmel plaziert sein würden, und die mich bat, sie alle beide an Meine Seite zu nehmen, den einen zu Meiner Linken, den andern zu Meiner Rech­ten; was habe Ich ihr gesagt?»

[B 547] Ich, ich weiß nicht; er hat es nicht gesagt.

«Sucht also nicht zu wissen, was auf Erden zu wis­sen euch schaden würde. Solange er den Eindruck hat, daß er nicht vorankommt, möge er im Frieden bleiben; jedoch wenn er sich auf dem Gipfel der Voll­kommenheit angelangt wähnt, wird es Zeit für ihn sein, sich zu beunruhigen. Habe Ich es nicht gesagt: ‹Wer sich aus sich selbst die ersten Plätze zumißt, wird auf die letzten verwiesen werden.›»

«Ich wiederhole es euch, Meine kleinen Kinder, wenn ihr alle diese Schlichtheit des Herzens habt, werdet ihr alle Meine Anwesenheit fühlen; ihr er­schwert die Dinge selbst. Euer Glaube ist nicht groß genug, ebenso eure Liebe. Wenn ihr feststellen wer­det, daß es euch unmöglich ist, noch mehr Glaube und Liebe zu haben, als ihr schon besitzt, so sage Ich euch, daß es (selbst dann) nicht genug ist; denn ich sage euch: [B 548] ‹Wenn ihr glaubt, alles getan zu haben für Mich, werdet ihr (noch) mehr tun müssen; denn ihr werdet noch nichts getan haben.› Er möge sich selbst prüfen und sehen, ob er das, was er tut, nur für Mich tut. Was hat er zu befürchten; er ist in Mei­ner Liebe.»

«Ich will, daß ihr alles, was ihr tut, für Mich tut, und Ich will die einzige Beschäftigung eures Geistes und die einzige Liebe eures Herzens sein.»

«Ihr habt alle eure Kreuze zu tragen; doch, Meine armen Kinder, ihr seid es so gewohnt, nach euren Neigungen zu handeln, daß ihr, ohne es zu merken, möchtet, daß Ich selbst euer Kreuz nach eurem Ge­schmack mache.»

«Es ist ein Leiden für ihn, den Trost Meiner Ge­genwart nicht spürbar zu fühlen, wie es für dich härter sein wird, sie nicht mehr zu fühlen, wenn du dich ver­lassen fühlen wirst, und dies, weil du die Schwächste bist und weil dein Glaube weniger groß ist.»

[B 549] «Den vernünftigeren Kindern überträgt man manchmal mehr Verantwortung, ohne dafür jedoch eine Kompensation zu gewähren; das will (dann) nicht heißen, daß man sie deswegen weniger liebt; im Gegenteil: er möge darin einen Beweis Meines Ver­trauens und Meiner Liebe sehen. In all dem, was du geschrieben hast, kann er leicht das finden, was Ich von dir erwarte. Wenn Ich dich in seine Hände gege­ben habe, so deshalb, damit er dich führe und damit er selbst das finde, was Ich von dir will. Er möge also nichts befürchten, er ist sich dessen vielleicht nicht fühlbar bewußt, doch Ich zeige ihm immer, was er tun muß; denn, wer immer ihr auch seid, ihr könnt nichts tun ohne Mich; vergeßt es nie.»

«Er hat den Eindruck, sagt er, vor dem Nichts zu stehen, weil es ihm scheint, daß Ich ihn manchmal nicht höre, oder daß Ich nicht schätze, was er für Mich tut; [B 550] wäre das nicht ein Mangel an Glau­ben seinerseits?»

«Ist die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind, das 20 Jahre alt ist, weniger groß, weil sie sich um ein ganz Kleines zu kümmern hat? Indes, dem Anschein nach ist sie stets (nur) mit dem Kleinsten beschäftigt. Ver­steht ihr nicht? Ihr seid alle Meine Kinder, und wenn ihr Meine Gesetze beachtet und alles aus Liebe zu Mir tut, dann beunruhigt euch wegen nichts; beflei­ßigt euch vielmehr, jeden Tag ein wenig besser zu handeln und mehr zu geben; das ist alles, was ihr zu tun habt, um Mir zu gefallen.»

* 130 *

Als ich heute morgen auf dem Weg zur Kirche war, um der Messe beizuwohnen, hat Er mir gesagt:

[B 551] «Liebst du Mich?»

Ich habe gesagt: «Ja, Herr», und dann hat Er mir ge­sagt:

«Bist du sicher, daß du Mich liebst?»

Dann habe ich Ihm gesagt: «Zeige ich es Dir nicht?»

«So wenig, Kleine.»

«Was soll ich tun, Herr?»

«Liebe Mich mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit allen deinen Kräften, und besei­tige aus deinem Herzen alles, was dich – und wäre es auch noch so wenig – von Mir entfernen könnte.»

«Ach Herr! Wie bist Du doch (so) eigensinnig!»

«Kleine Tochter, vergiß nicht, daß Ich der Einzige bin, dessen Eigensinn du dich unterwerfen mußt.»

* 131 *

Da waren kleine Vögelchen auf dem Gehsteig, welche Federn sammelten; da hat Er, ich weiß nicht warum, ge­sagt:

«Sieh diese kleinen Vögelein, ihnen fehlt [B 552] nie etwas; was würde Ich nicht für dich tun, die Ich zärt­lich liebe?»

Ich verstehe nichts davon; Sie aber, mein Pater, Sie verstehen an meiner Statt, so ist es gleich.

* 132 *

[24. April 1955] «Ihr seid nicht auf der Erde, um mög­lichst viel Glück zu suchen, sondern im Gegenteil, um möglichst viel davon auszustreuen, um die Ernte da­von im anderen Leben einzubringen, welches dann aber für immer dauern wird, während euer Leben auf Erden vergänglich ist. Denkt wohl daran: ist es nicht besser für euch, auf das irdische Glück zu verzichten, wenn ihr das Glück haben möchtet, eines Tages Mei­ne Herrlichkeit zu teilen?»

«Diese Aussicht auf Verzicht und Opfer wird eurer menschlichen Natur, [B 553] die an das Genießen und alle Arten von Vergnügungen gewöhnt ist, stets zuwi­der sein. Ein von täglichen Verzichten erfülltes Leben ist nicht ein Leben, wie ihr es haben möchtet; doch vergeßt nicht, daß es das Meinen Wünschen entspre­chende Leben ist, wie ihr es leben müßt, und nicht gemäß den euren.»

* 133 *

Das kleine Mädchen, das gekommen war, um bei uns etwas zu essen zu holen, ist gestern gekommen, und ich wußte nicht, ob ich ihr etwas geben sollte. Im Innersten meines Herzens habe ich gehört:

«Ich bin es, den du in allen Armen erblicken mußt.»

Dann habe ich ihr für gestern etwas gegeben. In Zu­kunft werden Sie mir sagen, was ich tun soll. Nachdem sie fortgegangen war, fragte ich mich, ob sie wirklich in Not war; da hat Er gesagt:

[B 554] «Wenn du ein Liebeswerk vollbringst, dann kümmere dich nicht darum zu erfahren, ob ein wirk­licher Bedarf dafür besteht oder nicht; tue, wie wenn Ich es wäre, dem du gibst, und Ich werde dir die Mild­tätigkeit aus Liebe zu Mir hundertfältig vergelten. Denn wehe diesem schlechten Armen, der ein freige­biges und wohltätiges Herz mißbrauchen würde; sein Los wird kaum besser sein als das des Wohlhabenden, der sich weigert, seinen Überfluß mit den weniger Be­güterten zu teilen. Beunruhige dich also nicht deswe­gen; Mir steht es zu, die Herzen zu sondieren.»

Nachdem ich Ihren Brief gelesen hatte, glaubte ich zu hören:

«Möge dein Pater immer ausharren und niemals von dem Weg abweichen, den er jetzt geht. Was Mir vor allem bei Meinen Priestern gefällt, ist, daß sie möglichst viel Seelen zu Mir zurückbringen. Ist es nicht deshalb, daß Ich sie in Meiner Nachfolge ausge­sandt habe als Meine Stellvertreter in den Augen al­ler?»

«Was deinen Pater betrifft, möge er also alles daran setzen, was er geben kann, indem er sich bemüht, je­den Tag ein wenig mehr zu tun, [B 555] und was ihm fehlen wird, werde Ich ersetzen. Er möge darum im Frieden bleiben, solange er alles tut, was ich von ihm verlange, und das ist alles, was erforderlich ist, um Mir zu gefallen. Selbst wenn er scheinbar das Ergeb­nis aller seiner Bemühungen nicht sieht, möglichst viele Seelen zu Mir zurückzubringen, möge er sich nicht damit abquälen zu erfahren, ob er Mir gefällt. Sicher ist er Mir wohlgefällig, weil er aufrichtig ist in der Anstrengung, die er jeden Tag unternimmt, indem er versucht, Seelen an Mich zu ziehen. Selbst wenn dies keinerlei Resultat zeitigen sollte, wird er in Mei­nen Augen stets Gnade finden, weil er für Mich arbei­tet. Alles, was Ich von deinem Pater will, ist, daß er je­den Tag daran arbeitet, sich zu heiligen, indem er das übt, was Ich dir gesagt habe. Er möge es auf sich und auf die andern anwenden.»

[B 556] «Er möge sich auch bemühen, möglichst viele Seelen dazu zu bringen, sich durch die Sühnung ihrer eigenen Sünden aufzuopfern, und vor allem für die Heiligung der Priester und mehr noch für die Rückkehr dieser Priester, zu Mir, die Mich mit ihrem Wandel verstoßen, und auch für diese kalten und gleichgültigen Priester, die, weit entfernt, Mir Seelen zurückzugewinnen, nicht einmal den Versuch ma­chen, sich bis zu Mir zu erheben und Mich zu lieben, sondern sich im Luxus, im Komfort, in Vergnügungen aller Art einnisten und Mich verschmähen, um sich den Geschöpfen zuzuwenden.»

«Wenn ihr das unermeßliche Leid Meines Herzens kenntet angesichts dieses Schauspiels, das Mir diese Priester bieten, deren Sorglosigkeit und Nach­lässigkeit in ihren Pflichten dazu beiträgt, so viele Seelen von Mir fernzuhalten und zu verlieren. Es ist Zeit, daß das anders wird und daß das Licht der Welt seinen vollen Schein gibt, wenn verhindert werden soll, [B 557] daß die Welt in Trümmer fällt!»

«Arme Kinder, wenn ihr wüßtet, was heute über euern Häuptern schwebt; ihr würdet nicht einen ein­zigen Augenblick zögern; doch Ich werde euch nicht mehr sagen als dies.»

«Wenn ihr nicht Buße tut, wenn ihr nicht Abtötung übt und Verzicht, eilt die Welt in ihr Verderben.»

«Wenn die Priester vor allem nicht wieder ihre Po­sten einnehmen und den andern nicht das Beispiel zu all dem geben, was Ich euch lehre, wird eure Trostlo­sigkeit groß sein, um so größer, als sie ewig sein wird. Ich kann unter Meinen Priestern nicht genügend mit einem hingebungsvollen Herzen finden, die bereit sind, Mich zu lieben und Mir alles zu opfern. Deshalb irre Ich wie ein Bettler überall in der Welt umher, um diese Liebe bettelnd, die Ich von allen erhalten will, und die dennoch so rar ist.»

«Mein Herz ist es überdrüssig und müde, zu warten und zu suchen; denn es sind ihrer so wenige, die an­nehmen, was Ich will, [B 558] so daß dieses (Mein) Herz im Begriffe steht, sich zu verschließen, und ihr werdet dann anstelle des barmherzigen Gottes, der euch Seine Arme entgegenstreckt, einen richtenden und sich rächenden Gott sehen.»

«Wartet deshalb nicht zu, bis es zu spät ist, Meine kleinen Kinder; gebt Mir diese Liebe, die Mir ge­bührt; ist es denn so schwierig für euch, Mich zu lie­ben?»

«Habe Ich nicht alles getan, alles gegeben? Soll Mein Opfer für so viele Menschen nutzlos bleiben? Beeilt euch denn, Meine Kleinen; denn die Zeit ist jetzt (nur mehr) kurz, und die Gerechtigkeit wird an die Stelle der Barmherzigkeit treten. Denket daran, daß Ich das Heil aller Sünder will und nicht ihren Un­tergang, und daß alle kalten Herzen sich beeilen, sich am Feuer Meiner Liebe zu erwärmen; denn ihr werdet alle nach der Liebe gerichtet werden, die ihr Mir hier unten gegeben haben werdet.»

* 134 *

[B 559] Ich war zum Krankenhaus gegangen, um eine Frau zu besuchen, und als sie mir ihr Leiden klagte, drückte sie mir die Hände, und ich schaute sie entmutigt an. Ich wußte nicht, was ich tun sollte; da habe ich zu mir gesagt: «Herr, ist es wirklich notwendig, daß sie so sehr leidet; es scheint mir, daß sie genug ertragen hat? Hab Mitleid mit ihr, und, wenn es nötig ist, daß dies fortdaure, gib ihr dann den nötigen Mut, es zu ertragen, und vor allem, mach, daß sie daran denkt, daß sie es für Dich er­trägt; auf diese Weise wird es ihr zu etwas nützlich sein.»

Da – ach sagen Sie mir, daß ich von Sinnen bin, es wird mir nicht weh tun -, aber da habe ich anstelle des Gesichts dieser Frau das gleiche Antlitz gesehen wie in der Hostie dort in der Kapelle, nur in gewöhnlicher Größe, wie Sie und ich, [B 560] und welch ein Leiden war da auf diesem Gesicht, das schrecklich anzusehen war, so sehr war es entstellt! Er hatte die Augen geöff­net, und dieser Blick, nie werde ich ihn vergessen. Dies hat kaum einige Sekunden gedauert, gerade so lange, um es zu sehen, doch das genügte. Ich hatte alle Not der Welt, nicht zu weinen. Er hat mir gesagt:

«Du beklagst dich über ihre Leiden, und Ich, glaubst du, daß Ich nicht gelitten habe?»

Es ist nicht zu sagen, was ich während eines Augen­blickes fühlte. Es ist geradezu einfach heute; ich hatte nicht die Zeit, etwas an meinen Arbeiten zu tun.

Ich bin von 8.30 Uhr für bis 15 Uhr im Spital geblie­ben. Nun! Ich bin heute abend müder, wie wenn ich das Haus vom Keller bis zum Giebel gemalt hätte. Werden Sie mir heute sagen, daß dies genügt, daß ich nicht mehr an all das denken soll?

Es gibt Zeiten, da ich es fast wünschte, so sehr habe ich manchmal Angst. Ich fühle mich feige und mutlos angesichts des Leidens, das eines Tages mein Anteil sein wird. [B 561] Ich will nicht an all das denken; ich weiß, daß Er mir helfen wird; denn allein, glaube ich, wäre ich nicht einmal fähig, ein kleines Kopfweh zu ertragen.

Es ist unbegreiflich, daß Er mich nimmt, mich, die ich so wenig an das Opfer und das Leiden gewöhnt bin, während Er leicht andere hätte finden können, die ihr Leben damit verbracht haben, sich auf alle Weisen abzu­töten. Es scheint mir, daß diese viel besser getan hätten als ich. Im Grunde ist es Feigheit, all dies; ich möchte das Leiden fliehen; ich habe aber Rechnungen zu beglei­chen, und welche! Ich möchte Ihnen sagen können, daß ich stark bin, daß ich keine Angst habe; doch ich will Vertrauen haben in Ihn und Ihm mit Seiner Hilfe zeigen, daß ich Ihn mehr liebe als alles andere, und so für das Böse Wiedergutmachung leisten, das ich Ihm angetan und das die anderen Ihm zugefügt haben durch meine Schuld. Verzeihen Sie mir diese Schwäche. Danke.

* 135 *

[B 562, 27. April 1955] «Ist kein Platz für Mich diesen Morgen? Willst du Mich nicht?», hat Er mir gesagt.

«Du brauchst keinen Platz, Du bist ein Geist!», habe ich geantwortet.

«Wenn Ich nur ein Geist wäre, würdest du Mich (dann) sehen, selbst im Geiste? Wenn es irgendeine andere Person wäre, die um den Platz bäte, würdest du ihn ihr geben. Tue ebenso für Mich, Kleine.»

«Ich fühle mich lächerlich; die Leute werden mich für verrückt halten», habe ich gesagt.

«Immer die Leute der Welt. Wann endlich wirst du aufhören, dich um die Meinung der anderen zu küm­mern, und wirst du lernen, das zu tun, was man dich heißt, ohne zu verstehen zu geben, daß du dieses oder jenes auf andere Weise vorziehen würdest?»

«Gehorche, ohne zu verstehen, und liebe Mich, ohne zu verstehen zu suchen; dies wird hart sein für deinen Stolz, deinen Hochmut und deinen Willen; aber all das muß gebrochen werden, [B 563] um Mir zu gefallen und um in vollkommener Unterwerfung un­ter Meinen Willen zu leben. Wenn dir etwas mißfällt, selbst wenn es keine Sünde ist, wenn du sagst, was du denkst, schweige und beraube dich dieser Befriedi­gung, aus Liebe zu Mir; so wirst du dich leichter dar­an gewöhnen, Mir alles zu opfern.» …

* 136 *

[B 564] Da man mich gefragt hatte, was ich am Fernse­hen schaue, habe ich gesagt, daß ich keinerlei Sendung verfolge, daß ich für gewöhnlich nicht fernsehe. Und darauf mußte ich mir mit böser Miene sagen lassen: «Es ist nicht nötig, den Fortschritt zu verachten, um Christ zu sein; Sie sollten fernsehen, aber die Sendungen aus­wählen.» Nun, hier das Ergebnis dieser Gedanken. Ich habe vernommen:

«Wenn man auch, um Christ zu sein, den Fort­schritt nicht zu verachten braucht, so darf man sich seiner erst recht nicht bedienen, um sich von Mir zu entfernen; denn sonst werde Ich Mich gegen alle die­se Wissenschaft erheben, die euch daran hindert, Mich zu lieben. [B 565] Wenn der Mensch der Wissen­schaft, dem man alle diese modernen Erfindungen verdankt, zugäbe, daß seine Wissenschaft, seine Intel­ligenz und all sein Können von Mir stammen, könnte er nichts tun, was Mir entgegen stünde. Aber er bläht seinen Geist auf; er läßt sich vom Stolze leiten; denn je mehr er leisten kann, desto mehr glaubt er, sich Meiner entledigen zu können, da er im Gegenteil Mir danken müßte alle Tage für sein Leben; denn ob­schon es die meisten leugnen, all sein Können, sein Verstand und seine Wissenschaft kommen ihm von Mir.»

«Er müßte sich aller dieser Gaben bedienen, um Mich zu verherrlichen. Statt dessen verleugnet er Mich und verschmäht er Mich.»

«Sie mögen auf der Hut sein, alle diese Menschen mit starkem Kopf; denn sie werden nicht gerichtet werden nach ihrer Wissenschaft, sondern nach der Liebe, die sie Mir geschenkt und die sie ihrem Näch­sten [B 566] gewährt haben werden aus Liebe zu Mir.»

«Wozu werden ihnen dann alle diese Errungen­schaften nützlich sein, die die Ursache gewesen sein werden des Verlustes einer so großen Zahl von Seelen, wenn Ich in ihrem Leben keine Liebe und keine Nächstenliebe finde anläßlich der Rechnungsablage, der sich selbst diese Gelehrten eines Tages werden unterziehen müssen; denn all ihre Wissenschaft wird sie nicht ausnehmen vom Tod.»

«Alle diese modernen Erfindungen tun Mir ein un­ermeßliches Unrecht an; denn die Welt, statt sich dieses Modernen vernünftig zu bedienen, aufgrund des­sen Nützlichkeit, ohne sich ihm zu verschreiben, hängt ihr Herz daran und wird dessen Diener. Sie sind die Sklaven all dessen, und Mir verweigert man sogar die Liebe, die Mir gehört.»

Und Er hat mit noch größerem Nachdruck dies hin­zugefügt:

«Die Welt, ohne Ausnahme einer Klasse oder eines Milieus, muß Halt machen und diesen irrsinnigen Lauf zu den Vergnügungen, den Genüssen und den großen Sensationen stoppen; denn, wenn ihr nicht in­nehaltet, um nachzudenken, zu meditieren und zu be­ten, und vor allem um Verzicht zu leisten, werdet ihr [B 567] alle zugrundegehen.»

«Wenn man den Geist den ganzen lieben Tag lang ausgefüllt hat mit allen diesen Torheiten und Kindereien, die man am Radio und im Fernsehen hört und sieht, ist es nicht verwunderlich, daß man keinen Platz mehr hat für Mich und daß man diese Lehre vom Opfer und vom Verzicht zu hart findet, um sie ausüben zu können. Die Welt trägt viel Verantwor­tung, aber sie hat gewisse Entschuldigungen, die sie zwar nicht retten werden, jedoch bewirken, daß Ich (mit ihr) geduldiger bin.»

«Wenn man die Welt ändern will, muß man ihr das Beispiel zu dem geben, was man von ihr verlangt. Aber ach! Jene, welchen diese Verantwortung zufällt, entledigen sich ihrer, ohne sich darum zu kümmern; denn für viel zuviele Priester ist das Leben eine Ver­gnügungs-Party, von der das Opfer und die Abtötung ausgeschlossen sind. Ihr bittet Mich, Arbeiter in Mei­nen Weinberg zu senden? Ach! Viel zuviele, die be­reits in ihm sind, erfüllen weder ihre Pflicht, die Ich ihnen auferlegt habe, noch ihre Mission [B 568], mit der Ich sie betraut habe.»

«Die Priester müssen das Licht sein, auf das die Welt vertrauen muß, um zu Mir zu gelangen; wenn sie, durch ihren gleichgültigen Wandel und ihren Mangel an Verzicht und Liebe zu Mir, die Welt in die Irre führen, wer wird die Verantwortung tragen für alle diese Seelen, die durch ihr schlechtes Beispiel verlorengehen? Denn es sind diese schlechten Bei­spiele, die die Welt dazu gebracht haben zu denken, daß das Priestertum ein Beruf sei wie jeder andere und nichts weiter. Bei der Mentalität dieser Welt von heute, kann man da die Menschen rügen, wenn sie einen Beruf wählen, der gewinnbringender ist als die­ser, wenn doch alles, was man sucht, nur auf die Be­friedigung aller eigenen Wünsche in allem abzielt, und dies selbst bei den Priestern?»

[B 569] «Wenn sich gewisse in das Priestertum wa­gen, so ohne hinreichend von ihm überzeugt zu sein und leider allzu oft ohne Vorbereitung, ohne Liebe und ohne Opfergeist. Der Priester muß auf die Welt verzichten und auf all ihre Freuden; er muß Mich lie­ben, Mich, mehr als alles andere, und ohne Unterlaß daran arbeiten, Mir möglichst viele Seelen zuzufüh­ren. Und die beste Art, den Verzicht und das Opfer zu predigen, wird immer sein, mit Beispiel voranzuge­hen.»

«Meine Traurigkeit ist sehr groß, wenn Ich sehe, wie gewisse Meiner Priester handeln. Ich vermag kaum, sie von den anderen Menschen zu unterschei­den; denn ihr Wandel unterscheidet sich in nichts von dem der gewöhnlichen Menschen, die all ihren Lei­denschaften und ihren niederen Trieben überlassen sind. Sie versagen sich nichts, gewähren sich all ihre Begehrlichkeiten, und viele leben oft jahrelang im Sakrileg, ohne Gewissensbisse; denn sie haben sich bis zu einem solchen Maße gehen lassen, daß sie selbst nicht einmal mehr ihr Gewissen hören und zu der Auffassung gelangen, daß dies doch nicht so schlimm sei, und daß es immer noch Zeit sein werde, sich zu bessern und sich aufzuopfern.»

«Mögen sie sich vorsehen! Meine Barmher­zigkeit ist unendlich; aber sie war nie und wird nie blind sein. Ich weiß im Tiefsten ihres Herzens die Auf­richtigkeit, wenn sie vorhanden ist, und die Schwäche und den Krämergeist zu unterscheiden.»

«Die Lehre vom Verzicht, vom Gebet, von der Ab­tötung und der Buße war schon immer Meine Lehre, und sie wird es immer bleiben; ob ihr es wollt oder nicht: niemand wird sich retten ohne sie. Ich wieder­hole es euch: niemand wird je zu Mir gelangen kön­nen, wenn er es nicht annimmt, die gleichen Wege zu gehen wie Ich. Ihr müßt alles opfern, wenn ihr Mich wirklich lieben wollt; denn Ich will keine Halbheiten, und Ich werde nur die von allen irdischen Dingen ent­leerten Herzen ausfüllen.»

«Nicht in den Büchern lernt man zu verzich­ten und sich aufzuopfern, sondern vielmehr, indem ihr es übt alle Tage eures Lebens, bis in die kleinsten Einzelheiten. Erinnert euch jedoch, daß ihr allein nichts tun könnt; aber mit Mir werdet ihr Dinge ver­mögen, die euch alle überraschen werden. Ihr braucht Mir nur den aufrichtigen Wunsch zu zeigen, Mich zu lieben und nur für Mich zu leben, und Ich werde für alle eure Unfähigkeiten und für eure Schwächen Ersatz leisten.»

«Schenkt Mir Vertrauen, Meine Kinder; alles, was Ich von euch verlange ist: Mich zu lieben, und ihr könnt nicht vorgeben, Mich zu lieben und gleichzei­tig der Welt und ihren Trabanten dienen. Überlegt gut und rasch. Wartet nicht mehr; die Zeit drängt, und es kommt bald der Zeitpunkt, zu dem ihr Rechenschaft über eure Taten geben müßt.»

«Werde Ich in ihnen genügend Liebe zu Mir finden, um euch bei Mir zu behalten, oder werde Ich Mich gezwungen sehen, euch für immer von Mir zu versto­ßen? [B 572] An euch ist es, zu wählen. Trefft also eure Wahl, solange noch Zeit ist. Morgen wird es vielleicht zu spät sein.»

Ich fragte Ihn, ob ich fernsehen dürfe; Er hat gesagt:

«Das Fernsehen ist keine Schule für dich, die du Mich mehr als alles lieben willst. Man wird in ihm nie das lehren, was du üben mußt, und zwar alle Tage, Kleine. Du wirst auf alle deine Neigungen, deine Ge­lüste verzichten müssen. Ich habe es dir gesagt: Alles, was du nicht aus Liebe zu Mir tun kannst, op­fere es Mir; denn bei der Schwäche deiner Natur, die dazu neigt, ihre Wünsche zu befriedigen, könntest du dich an diese Sache hängen und dich so von Mir ent­fernen.»

* 137 *

[B 573, 29. April 1955] Gestern habe ich eine halbe Stun­de verpaßt; ich muß wohl eingeschlafen sein nach halb ein Uhr nachts; ich weiß nicht, zu welcher Zeit. Ich kann Ihnen, mein Pater, den Schmerz nicht sagen, den ich heute morgen fühlte, Ihm diesen Gefallen nicht gemacht zu haben. Ich mußte mich zurückhalten, um nicht den ganzen Vormittag zu weinen. Ich habe meinen Kreuz­weg gemacht heute morgen, und ich mußte Ihm sagen, er möge mich daran hindern zu weinen … Ich weiß nicht, ob der Tag vorübergeht ohne daß ich weine … Das erste, was Er mir beim Aufstehen heute morgen ge­sagt hat, war:

«Du grämst dich, Kleine, daß du nicht eine Stunde mit Mir wachen konntest. Du siehst, trotz deines Widerstandes, daß du Mich mehr liebst, als du glaubst. Dieser Schmerz ist nichts, verglichen mit dem, den du fühlen wirst, wenn du Mich lieben wirst, wie Ich es will; denn die Liebe, die du für Mich emp­finden wirst, wird wie ein Feuer sein, das dich gänz­lich verzehrt. [B 574] Und dann wird das, was dich, wenn du es tust, von Mir zu entfernen scheint, für dich eine Marter werden; doch du wirst alles ertragen müssen. Ich habe es dir gesagt: dein größtes Leiden wird sein, in der Welt leben zu müssen, während es der Wunsch deines Herzens wäre, fern von der Welt, abseits von all dem zu leben, was dich entfernen könnte von Mir.»

* 138 *

[B 575] Als ich mit dem Lippenstift meinen Mund schminkte, hat Er gesagt:

«Gehst du zu einem Maskenball? Warum diese Verstellung? Glaubst du, daß du ihrer bedarfst, um Mir zu gefallen, und ist es für deinen Gatten, für den du dies anwendest, am Morgen?»

«Du kannst die Freude nicht verneinen, die dein Herz empfindet, Mich bei dir zu fühlen, und dies un­geachtet deiner Natur, die sich weigert, es zuzugeben. Indes, Kleine, jene (Freude), die Ich dir dort oben vor­behalte, ist tausendundeinmal lieblicher; denn du wirst dir niemals vorstellen können, was Ich dir im Tausch für alle diese Opfer, für alle diese Leiden und Verzichte geben werde, die du annehmen müssen wirst, um Mich zu lieben, wie Ich es will.»

«Kannst du dir jetzt die Größe Meines Schmerzes und Meines Leidens ein wenig vorstellen, als Ich sah, wie du, die Ich so sehr liebte, deine Liebe und deine Aufmerksamkeit den Männern verschenktest, und mit welcher Unbekümmertheit du es tatest?»

«Wie viele Male habe Ich angesichts deiner [B 576] Gleichgültigkeit und deiner Sorglosigkeit geweint. Erkennst du die Größe Meiner Barmherzigkeit und Meiner Liebe dir gegenüber? Ich hätte dich leicht deiner Sünde überlassen und dir Mein Herz für immer verschließen können. Doch du warst so klein und so schwach, daß Ich Mich nicht dazu entschließen konn­te, dich der Gefangenschaft des Satans zu überlassen; denn trotz aller deiner Niedrigkeiten, hattest du auf­richtige Liebesregungen für Mich. Das ist es, was dich gerettet hat, kleine Tochter; denn da, wo es Aufrich­tigkeit gibt und wo Ich trotz allem sehe, dass jemand aufrichtig wünscht, zu Mir zurückzukehren, werde Ich Mich stets anziehen lassen. Ich konnte kein tiefe­res Nichts finden als dich, und dennoch, gerade du bist es, zu der ich Mich mehr hinabneige.»

«Vergiß nicht, daß es nicht deines Verdienstes we­gen ist, daß Ich dich erwählt habe, sondern wegen deiner Unwürdigkeit; jedoch, aus diesem Nichts, das du bist, werde Ich eine größere Ehre ziehen.»

* 139 *

[B 577] Als ich daran dachte, was gesagt worden war, habe ich dieses gehört:

«Seine Schlußfolgerung war nicht weit von der Wahrheit, was die Priester betrifft, die Mir gegenüber eine Gleichgültigkeit an den Tag legen, die Mich fast ebenso sehr verwundet wie die Verhärtung des Her­zens des größten Sünders. Denn Meine Priester sind von Mir auserwählte Seelen, die Mich bei allen wider­spiegeln sollten auf Erden. Aber ach! Für diese Ge­fühllosen bin Ich nichts anderes als Routine, obgleich Ich doch das Zentrum und das Ziel ihres Lebens sein müßte. Ich wiederhole es: die Gleichgültigkeit dieser Priester verwundet Mich mehr als alles, und wenn sie Mir diese Stellung nicht geben, die Ich in ihrem Her­zen und in ihrem Leben einnehmen muß, werde Ich sie verstoßen, fern von Mir, schon hier unten; denn Ich liebe ihre kalten Herzen nicht.»

[B 578] «Diese gefühllosen Priester sagen ihre Mes­se und beten ihr Brevier ohne jede Inbrunst, wie man eine Lektion heruntersagt, ohne das geringste Lie­beszeichen. Wie könnte es bei ihnen anders sein, da sie ihr Herz an Vergnügungen gehängt haben, die ­ohne (unbedingt) schlecht zu sein – für sie (dennoch) ein großes Übel sind, da sie dazu beitragen, sie von Mir zu entfernen? Für gewisse sind diese Vergnügun­gen das einzige Ziel ihres Lebens. Sie träumen nur von Sport, vom Auto, vom Reisen; kurz: sie hängen ihr Herz ausgerechnet an all das, worauf sie verzich­ten sollten.»

«Mein Herz blutet, da es gezwungen ist zuzugeben: über 60 Prozent Meiner Priester sind von dieser Art. 30 Prozent, und nicht 20, benehmen sich Mir gegen­über wie Judas, und ihr Betragen ist um so schlechter, als sie jeden Tag die gleiche Geste wiederholen. Bei der Messe am Morgen geben sie Mir [B 579] den Ju­daskuß, und den restlichen Tag verbringen sie in ver­botenen Vergnügen oder verlieren sich in Träumerei­en oder Begierden, die ihnen entgegenstehen, da sie, indem sie Mich erwählten, auf alle fleischlichen Ver­gnügen verzichtet hatten, und ohne die sie (nun) doch nicht mehr sein zu können glauben. Meine Pein ist unermeßlich angesichts des Schauspiels, das sie Mir geben.»

«Sie mögen sich beeilen, alle diese Priester, von ih­ren Lastern abzulassen, und sie mögen sich auch be­eilen, Mir eine aufrichtige und tiefe Reue zu zeigen für alle ihre Schandtaten. Sie mögen aufhören, mit der menschlichen Schwäche und mit der Barmher­zigkeit Meines Herzens zu spielen und sich Seiner zu bedienen, um die gleichen Torheiten und die gleichen Sünden zu wiederholen; denn sie können Mich nicht täuschen. Und wenn sie nicht dahin gelangen, ihr Le­ben zu ändern, so deswegen, weil ihre Rückkehr zu Mir [B 580] nie aufrichtig, sondern heuchlerisch und knauserig ist.»

«Es bleiben arg wenige, die Mir treu sind und die Mich aufrichtig lieben; kaum 10 Prozent; aber sie alle habe Ich in Meinem Herzen, und Ich werde sie nie­mals verlassen. Sie mögen also nie verzweifeln, trotz allem, was sie zu leiden haben werden wegen Mir. Sie mögen fortfahren, mit ganzem Herzen für Mich zu arbeiten, und vor allem, Mir die größtmögliche Zahl von Seelen zuzuführen.»

«Mögen sie sich nie beeinflussen lassen vom Betra­gen der anderen, und mögen sie sich sagen, daß sie niemals zuviel für Mich tun können, und sie mögen sich alle Tage befleißigen, Mich noch mehr zu lieben. Sie werden viel Ablenkung erfahren; aber Ich trage all dem nicht Rechnung. Alles, worauf Ich blicke, ist die Aufrichtigkeit ihres Herzens [B 581] und ihrer Wünsche und die Liebe, die Ich in jeder ihrer Hand­lungen sehe, die sie aus Liebe zu Mir vollbringen.»

«Sie mögen ihr volles Maß geben, und Ich, Ich wer­de alles ergänzen, was ihnen abgehen wird. Diese Priester sind die Freude und der Trost Meines täglich durch das Betragen der anderen verwundeten und gemarterten Herzens.»

«Mögen alle Gleichgültigen sich vorsehen; sie brauchen nur einen falschen Schritt zu tun, um in den Abgrund zu stürzen, und sie werden ihm nicht ent­weichen können, gerade weil sie im Herzen nicht die Liebe haben, die sie haben müßten für Mich, und die für sie eine Schutzwehr gegen die Wechselfälle des Lebens und der Welt wären, welche sie Mir vorzie­hen. Diese Welt führt sie in ihren Untergang; denn selbst wenn sie nicht in schwere Fehler verfallen, verwunden sie Mich tief, indem sie Mir die Schmach antun, Mir alle Arten von Nichtigkeiten vorzuzie­hen.»

«Sie mögen aus ihrem Irrtum heraustreten; denn, wenn sie glauben, [B 582] zu Mir kommen zu können, ohne Mich zu lieben, täuschen sie sich. Ohne Liebe werden sie sich nie zu Mir erheben können, und das, was sie stets hindern wird, sich zu Mir zu erheben, sind gerade diese Bagatellen, die sie Mir vorziehen; denn um Mich aufrichtig zu lieben, wie Ich geliebt werden will, müssen sie sich von alledem losschälen, Und wenn sie Mir diese Liebe verweigern, die sie Mir schulden, werde Ich sie für immer und ewig von Mir verstoßen, und sie werden nur sich selbst bezichtigen können; denn aus sich selbst werden sie ihr Schicksal gewählt haben, da sie, indem sie Mir die Welt vorzie­hen, Mir klar bedeuten, daß ihnen an Mir nichts liegt»

«Wie ist Meine Traurigkeit groß, und wie ist der Schmerz Meines Herzens unermeßlich angesichts der Undankbarkeit und der Härte der Herzen der Menschen! Ich habe dem Menschen alles gegeben, und um Mir seine Dankbarkeit zu beweisen, bedient er sich Meiner Wohltaten, um Mich zu beleidigen, Mich zu verspotten und Mich in den Schmutz zu zie­hen. Ich habe euch Meine Liebe gegeben, eine Liebe, [B 583] die nie jemals ihresgleichen finden wird. Diese Liebe, die Ich für euch alle hingegeben habe, ihr Menschen, hat Mich dazu gedrängt, bis zu euch hin­abzusteigen, damit ihr befähigt würdet, Mich zu lie­ben. Und wiederum ist es diese Liebe, die Mich ans Kreuz geführt hat, wo Ich Mein Blut bis zum letzten Tropfen vergossen habe, um die Schuld abzutragen, die ihr gegenüber Meinem Vater auf euch geladen hattet, indem ihr Meine Gesetze verachtetet. Als Ich dorthin zurückkehrte, woher Ich gekommen war, wollte Ich euch nicht allein lassen; auch da noch ist es Meine große Liebe zu euch, die Mich gedrängt hat, euch Meine Gegenwart im Sakrament der Euchari­stie zu hinterlassen; jeden Tag auf dem Altare opfere Ich Mich auf für euch alle, ihr Menschen ohne Herz, bar jeder Dankbarkeit; denn, was gebt ihr Mir als Ge­genleistung für all dies?»

[B 584] «Verachtung, Gleichgültigkeit und manch­mal sogar Haß. Arme Menschen! Wenn ihr die Größe dessen kenntet, was euch gegeben ist, ihr würdet euer Leben damit verbringen, Mir dafür zu danken.»

«Im Verlauf der Jahrhunderte habe Ich Mich gar vieler Mittel bedient, um euch an eure Pflichten zu erinnern und euch eure Irrtümer erkennen zu lassen, damit ihr euch wandeln und euer Leben bessern wür­det. Aber stets stoße Ich Mich an eurem Unverstand und an eurer ablehnenden Haltung.»

«Heute sage Ich euch ein weiteres Mal; Erweckt Reue und liebt Mich, solange ihr noch die Freiheit habt, es zu tun. Welches auch immer eure Niedrigkeit ist, eure Laster und selbst eure Verbrechen, gesteht eure Schuld ein, gebt eure Missetaten aufrichtig zu, und schenkt Mir die Liebe, auf die Ich ein Anrecht habe, da Ich euer Höchster Herr bin und der Einzige, dem ihr alles verdankt. Wer immer ihr seid, habt keine Furcht, Ich will nicht euren Untergang, sondern euer Heil; kommet zu Mir, vertrauet Mir eure Sünden an, und [B 585] Ich werde sie alle nachlassen, gegen einen Funken Liebe und Reue, den Ich in eurem Her­zen erblicke. Ich habe euch alles gegeben, und doch, Ich verlange so wenig von euch. Wartet nicht mehr zu! Die Geduld erschöpft sich, und der Zorn wächst an in Meinem von allen diesen groben Beleidigungen, die ihr Mir zufügt, verwundeten Herzen.»

«Laßt nicht Meinen Arm euch schlagen, ihr, die Ich so sehr liebe. Ich werde ihn nicht mehr lange zurück­halten können, diesen rächenden Arm, der euch eines Tages am Fuße der Mauer in die Enge treiben wird. Wenn ihr euch davor nicht in Acht nehmt, ach, dann wird es zu spät sein für euch.»

«Trotz eures Flehens, eures Weinens, eures Gebe­tes und eures Stöhnens werdet ihr, wenn ihr wartet, bis Mein Herz sich verschließt, es sein, die auf Gleich­gültigkeit stoßen. Denn wenn ihr zuwartet, bis der gerechte Zorn ausbricht, den eure Sünden, eure Ge­meinheiten und eure Gleichgültigkeit in Meinem Herzen aufbringen, wird es zu spät sein für euch, zu­rückzukehren. Bereut und bessert euer Leben, [B 586] solange noch Zeit dazu ist; wartet nicht mehr; denn Ich sage euch: morgen wird es vielleicht zu spät sein für euch, und ihr werdet vor Mir stehen, das Herz und die Hände leer von Liebe, die ihr Mir und den anderen aus Liebe zu Mir unbedingt schenken müßt, wenn ihr zugelassen werden wollt zu Mir.»

«Verliert nie aus den Augen, daß ihr ohne Mich nichts tun könnt; aber schenkt Mir Vertrauen, und Ich werde euch alles geben, was ihr braucht.»

«Ich kenne eure Schwäche; verlaßt euch also nie auf euch selbst, wer immer ihr seid; denn die Hoch­mütigen, die sich selbst genügen, verabscheue Ich, und Ich werde Mich niemals über sie neigen.»

«Gar oft habe Ich Meine Mutter gesandt, um Bot­schaften auf die Erde zu bringen. Sie hat gefleht und mit allem Nachdruck gefordert, [B 587] daß ihr Buße tut, und dies hat an eurem Wandel nichts geändert; das Böse nimmt immer mehr zu auf Erden, trotz aller dieser Warnungen. Es ist Meine Mutter, der ihr es verdankt, daß ihr noch nicht bestraft worden seid in euren Sünden; denn Sie allein ist es, die Meinen Arm in diesem Augenblick noch zurückhält und Mich daran hindert, euch zu züchtigen, wie ihr es verdient. Denket wohl daran, Meine Kinder, heute; Ich sage es euch nochmals Selber: ihr müßt alle euer Leben än­dern, Buße tun, euch opfern und Verzicht üben, aus Liebe zu Mir und zur Sühne für eure Sünden. Das Massaker Meines Herzens hat lange genug gedauert; Ich will geliebt werden, oder Ich werde euch alle euch selbst überlassen, und das wird (dann) zu eurem ewi­gen Unheil sein.»

«Mögen vor allem diese Priester es wohl verneh­men: Nehmet euren Platz auf Erden wieder ein; ver­breitet das Licht, dessen die Welt bedarf, um sich zu Mir zu wenden; gebt allen und allzeit das Beispiel [B 588] eines keuschen und reinen Lebens, leistet Ver­zicht auf alle Dinge und Geschöpfe der Erde. Liebet Mich mit einer so großen Liebe, daß sie euer ganzes Herz, euer Leben erleuchtet, und daß das Herz der anderen sich beim Kontakt mit euch für Mich ent­zündet.»

«Vergeßt nicht, daß es euch obliegt, die Welt zu führen. Durch eure (schlechten) Beispiele führt ihr sie in diesem Moment in ihren Untergang. Beeilt euch, eine Kehrtwende zu machen und wieder den Weg un­ter die Füße zu nehmen, den Ich euch Selber gewie­sen habe und der der einzige ist, der zu Mir führt.»

Er hat mir noch folgendes gesagt:

«Der Schmerz, den du in diesem Augenblick dar­über empfindest, daß du nicht mit Mir hast wachen können, ist nichts verglichen mit demjenigen, den du fühlen wirst, wenn du wirklich verstehen wirst, was du Mich gekostet hast, und was Ich alles für dich, Kleine, gelitten habe.»

[B 589] Ich glaubte, daß noch mehr verbliebe als das; doch das ist alles. Ich weiß nicht, wohin mich alles dies bringen wird; aber etwas gibt es, woran ich nicht zwei­feln kann, und das ist, daß ich ganz und gar nicht mehr dieselbe bin; ich erkenne mich nicht wieder. Wenn es nicht der Liebe Gott ist, der mich führt, wer ist es dann?

Ich möchte Ihnen, mein Pater, sagen, wie ich mich füh­le in diesem Moment, aber ich weiß nicht, wie ich es sa­gen soll. Ich werde Ihm sagen, Er möge seine Sache in Ordnung bringen, damit Sie nicht zuviel Anstände ha­ben. Ich bin bereit, dies alles zu übernehmen. Sie tun so vielen Leuten so viel Gutes, daß es wirklich traurig wäre, wenn man Sie daran hinderte. Er wird dies sicher be­werkstelligen, wie es sich gehört, da es ebenso sehr für Ihn und sogar vor allem für Ihn ist.

* 140 *

[B 590, 30. April 1955] Ich war ins Spital gegangen, um eine Frau zu besuchen, die in Übereinstimmung mit ih­rem Ehegatten sagte, daß sie niemals mehr Kinder ha­ben wollten, daß es wirklich Schluß damit sei. Da habe ich in mir vernommen:

«Du siehst die Undankbarkeit der Menschen. Eben erst habe Ich ihnen das wertvollste Geschenk ge­macht, das sie besitzen können, und anstatt Mir zu danken, nehmen sie sich vor, Mich in Zukunft zu be­leidigen.»

Ich holte das Kindlein in der Säuglingsabteilung. Da sprach Er:

«Es ist ein wenig von Mir, was du in diesem Augen­blick trägst.»

* 141 *

Anläßlich der Firmung hatte der Bischof gesagt, daß dieses Sakrament der Schlüssel sei, der uns den Himmel öffne.

«Ich habe dir diesen Schlüssel gegeben, Kleine. Verwahre ihn gut in deinem Herzen. Wenn du alles tust, was Ich von dir verlange, wirst du die Gewißheit haben, ihn nie zu verlieren. Dein eigenes Kreuz, Mein kleines Kind, besteht (nun) nicht mehr (bloß) aus Ohr­feigen und [B 591] kleinen Schmerzen; es ist jeden Tag ein wenig schwerer geworden; doch du darfst nie – auch nicht einen Augenblick lang – versuchen, es zu fliehen. Im Gegenteil: du mußt dich an dieses Kreuz festklammern, damit es dich bis zu Mir erhebt. Du darfst den bitteren Kelch nicht nur zur Hälfte aus­trinken, sondern bis zum letzten Tropfen, wie Ich es selbst getan habe.»

«Deshalb sage Ich dir, Kleine: Alles, was nicht dazu beiträgt, dich Mir nahezubringen, schneide es weg aus deinem Leben. Da Ich es bin, den du vorziehst, darfst du nie etwas anderes tun, als was dir helfen kann, dich Mir zu nähern.»

«Wir gehen dem Ende des 20. Jahrhunderts entge­gen, und Ich bin gezwungen, einmal mehr festzustel­len, wie in der Vergangenheit, daß dieses Volk Mich nur mit den Lippen ehrt und nicht mit dem Herzen. Alles in dieser modernen Welt ist nur Fassade, um die Fäulnis zu verdecken, die in den Herzen ist. [B 592] Das Herz der Weltmenschen ist verzettelt, hierhin und dahin, in alle Vergnügungsarten. Alles was man sucht, ist die Befriedigung in allen Dingen, und man verbringt sein Leben in der einzigen Sorge, sich mög­lichst viel Leiden zu ersparen, und wenn man sich ge­zwungen sieht zu leiden, dann tut man es, indem man gegen Mich murrt. Das ist keine Liebe, wie Ich sie will.»

«Ich sehe nirgends Aufrichtigkeit, oder so wenig nur, daß Ich sie kaum erkennen kann. Das Böse ver­deckt das Gute; die Herzen sind verhärtet; das ist der Grund, weshalb Ich eine letzte Anstrengung machen will, um die Welt aus der Finsternis zu erretten, die sie bedroht, wenn sie sich nicht ändert. Ich will, daß ihr alle sehr wohl wißt, daß, was ihr auch immer getan haben mögt und welches auch euer Elend und eure Sünden sind, Ich bereit bin, alles zu verzeihen, [B 593] wenn ihr nur den Teil dazu beitragen wollt, der euch zufällt.»

«Es gibt keine Sünde, die nicht verziehen werden wird, vorausgesetzt, daß ihr Mir ein aufrichtiges Ver­langen zeigt, Mich zu lieben und Sühne zu leisten. Ihr seid nicht auf der Erde zu euerm Vergnügen und zu eurer Behaglichkeit, sondern um euch alle ohne Aus­nahme einer Klasse oder eines Standes zu heiligen.

Und niemand kann sich heiligen, ohne auf alle Dinge zu verzichten, an denen er hängt, auch dann, wenn es sich um Dinge handelt, durch die Ich nicht beleidigt werde, denn gerade in solchen Fällen erwirbt er sich die meisten Verdienste.»

«Indem Ich dich erwählte, Kleine, wollte Ich allen zeigen, daß Ich nicht den Untergang des Sünders will, sondern sein Heil. Mögen die Sünder, wer sie auch seien, und welches auch der Abgrund sei, in dem sie sich befinden, die Gewißheit haben, daß Meine Liebe zu ihnen heute die gleiche ist wie die, die Ich in der Vergangenheit im Herzen hegte, und die Mich bis zur Torheit des Kreuzes, zum Loskauf aller Menschen, getrieben hatte. Macht denn Mein Opfer nicht un­nütz.»

[B 594] «Ich habe eure Schulden bezahlt; ihr seid frei, vergeßt es nicht, das Heil anzunehmen oder ab­zuweisen, das Ich euch zum Preise Meines Blutes erkauft habe. Erinnert euch, daß Mein Werk vor al­lem ein Werk der Liebe und nicht des Zwanges ist. Wenn Ich dich erwählte, um den Menschen zu sagen, was Ich an Gram und Groll im Herzen hege ange­sichts der Gleichgültigkeit des Menschen, zeige Ich deutlich, daß niemand zweifeln darf an Meiner Barmherzigkeit und an Meiner Liebe für die Men­schen; denn nirgends konnte Ich ein größeres Nichts finden als dich.»

«Ziehet denn Nutzen aus allen diesen Warnungen, die Ich euch gebe. Was Ich dir sage, gilt für alle; denn was Ich von dir verlangt habe, verlange Ich von allen Menschen, die eines Tages Meine Herrlichkeit teilen wollen. An euch ist es zu wählen. Macht es schnell und gut; denn es wird für die Ewigkeit sein, und diese Ewigkeit wird eine solche der Glückseligkeit oder des Unheils sein, entsprechend der Wahl, die ihr in eurem Leben getroffen haben werdet. Es gibt nur zwei Wege: den der Welt und den Meinigen. Versucht jedoch nicht, [B 595] die beiden zu versöhnen; das wird euch stets unmöglich sein; denn der Geist der Welt wird immer gegen Mich sein, und Ich, Ich werde immer gegen den Geist der Welt sein.»

«Vergeßt es nicht, Ich habe die Welt und ihre Ver­gnügen verdammt, und Ich werde nicht das geringste Meiner Gesetze in irgend etwas verändern. Niemals werde Ich Mich dem Eigensinn der Welt fügen, son­dern die Welt ist es, die sich Meinem Willen wird fü­gen müssen, oder sie wird zugrundegehen.» …

Fortsetzung folgt!

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 06

* 105 *

[8. April 1955] Ich glaubte, daß mir noch etwas zu schreiben verbleiben würde von der Nacht vom Freitag; aber es bleibt mir nichts übrig. Was ich Ihnen gegeben habe, wurde nicht alles nacheinander gesagt, sondern zwischen 22 und 2 Uhr. Ich habe Rosenkränze gebetet; ich wußte nicht, was ich mit solchen Bildern in meinem Kopf machen sollte, und ich wußte nicht, was ich Ihm sagen sollte. [B 450] Wenn ich nichts zu schreiben hatte, betete ich meinen Rosenkranz Am Karfreitag hat Er mir nichts gesagt als:

«Siehe in welchen Zustand Mich deine Sünden ver­setzt haben.»

Hier nun, was Er mir heute morgen gesagt hat:

«Die Bilder Meiner Passion, die Ich dir gezeigt habe, sind die Bilder, bei denen Ich am meisten gelit­ten habe. Erinnere dich immer, Kleine, daß dein Lei­den vorübergehend und deine Verherrlichung ewig sein wird. Wenn du versucht sein wirst, zu gewissen Zeiten [B 451] vor dem Leiden zu fliehen, und wenn du denken wirst: ‹Das ist zuviel; ich kann nicht mehr›, dann erinnere dich der Bilder Meiner Passion, die Ich dir im Geiste gezeigt habe. Betrachte Mich, und das wird dir Kraft geben, alles zu ertragen, indem du dir sagst, daß deine Leiden, wie groß sie auch sind, doch niemals den Meinigen je gleichkommen werden.»

«Diejenigen, die es annehmen, auf Erden zu leiden, sind die weisesten. Unsinnig ist, wer das Vergnügen hier unten vorzieht; denn ihre Leiden werden ewig sein. Ist es nicht wahnsinnig, für ein vorübergehendes Glück eine Ewigkeit der Glückseligkeiten zu opfern? Möge dich die Auferstehungsfreude nicht alles das aus dem Blick verlieren lassen, was dem vorausge­gangen ist; denn sonst wirst du beim ersten geringen Leiden Lust haben, zurückzuweichen. Denn die Erin­nerung an Meine Leiden wird es allein bewirken, daß du das Leben des Opfers und des Verzichtes anneh­men kannst, welches künftig das deinige wird sein müssen, Kleine. Diejenigen, die sich für die Meinen halten und es nur in der Freude sind, die aber, wenn die Prüfung kommt, euch eurem Elend überlassen, verdienen diesen Namen nicht. In der Auferstehungs­freude sind es viele, die sich für die Meinigen halten; wo aber sind sie, wenn die Stunde des Leidens schlägt? Sie entfernen sich fast alle; statt sie (die Lei­den) zu suchen, fliehen sie sie.»

* 106 *

[B 452]   Ich will Ihnen meine Eindrücke sagen; aber vor­her bitte ich den Herrn, mir zu helfen, es zu sagen; denn ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll.

Das erste Bild, das ich gesehen habe, oder wenigstens gesehen zu haben glaube, für den Fall, daß ich verrückt bin, ist jenes, wo Er aufrecht stand und mir sagte: «Ich warte auf dich.» Dann jenes, wo Er mit mehreren ande­ren einherging, als Er vorne war und von Zeit zu Zeit anhielt, um mich anzuschauen, wenigstens fühlte ich, wie sich Sein Blick auf mich legte, wie wenn jemand neben einem ist und einen anschaut. Dieses Bild ist eine Zeit­lang geblieben. Nachher, als Er auf den Knien war, auf etwas aufgestützt, was mir Felsen zu sein schienen, als Er das Haupt in den Händen hatte und zu weinen schien. Dieses ist mir fast eine Stunde lang im Kopf geblieben.

[B 453]   Während dieser Zeit, ging ich umher, indem ich den Rosenkranz betete. Hernach sah ich, wie jemand kam, um Ihn auf die Wange zu küssen; das hat mehrere Minuten gedauert. Dann habe ich gesehen, wie Er die beiden Hände gefesselt hatte und die Leute Ihn zogen, so, als ob sie Ihn mitnehmen wollten. Nachher ist das Schlimmste gekommen: man schleppte Ihn. Er hatte eine Dornenkrone auf dem Haupt und das Gesicht voll Blut. Nachher habe ich Ihn vom Rücken hergesehen. Er war an etwas angebunden, und es waren zwei Männer, die ich auch von hinten sah. Sie schienen Helme zu ha­ben, die ihnen über die Ohren hinuntergingen; sie hatten eine ungeheure Geißel in den Händen, und ich sah sie, wie sie losstürzten und den Rücken desjenigen zer­schlugen, den sie angebunden hatten. Ich kann nicht sa­gen, was mir dies getan hat. Jeder Schlag widerhallte in meinem Herzen, wie wenn ich dort gewesen wäre. [B 454] Ich hätte weinen, schreien mögen; aber ich war nicht einmal fähig zu weinen. Alles ist hier in meinem Herzen geblieben.

Mir scheint, daß dies eben das ist, was man empfindet, wenn jemand stirbt, den man lieb hat. Darauf habe ich gesehen, wie man das Kreuz auf Seine Schultern legte und wie Er mit großer Mühe ging. Dann habe ich die Frau gesehen, die von ich weiß nicht wo herausgetreten ist und die Ihm das Gesicht abgewischt hat.

Nachher habe ich das Kreuz auf dem Boden gesehen und Er, Er war darauf ausgespannt, und ich habe die beiden Männer gesehen, die Ihm die Hände mit Nägeln an­nagelten, die sehr lang schienen und einen großen Kopf hatten. Bei meinem letzten Bild sah ich das Kreuz aufge­richtet zwischen zwei anderen, kleineren stehen.

Ich sage Ihnen, wenn ich hundert Jahre leben müßte, ich werde dies nie vergessen können. Ich kann nicht glauben noch verstehen, wie das geschieht, daß ich das vor meinen Augen habe. Ich sage mir: ich muß das ge­träumt haben; jedoch, wenn ich geträumt habe, [B 455] habe ich es in wachem Zustand getan, da ich nicht geschlafen habe. Ich habe keine Mühe gehabt, bis um 2 Uhr wach zu bleiben. Nach dieser Stunde hatte ich alles gesehen und Er hatte alles gesagt, was Er zu sagen hatte. Darauf kamen alle diese Bilder eines nach dem anderen in meinen Kopf …

Nachher habe ich alle Mühe der Welt gehabt wach zu bleiben. Ich hatte zum Herrn gesagt: «Laß mich nicht einschlafen», und manchmal sprang ich auf, denn der Schlaf überwand mich; vor allem zwischen drei und viereinhalb Uhr hatte ich alle Not. Ich habe vielleicht einige Minuten geschlafen, ohne es zu merken; ich hoffe, daß der Herr mir deswegen nicht böse sein wird.

[B 456] … Den ganzen Freitag über haben mich diese Bilder nicht einen Augenblick losgelassen, und ich habe es nicht fertiggebracht, meine Gedanken auf etwas anderes zu lenken. Ich fühlte in meinem Herzen eine Pein, die mir, ich weiß nicht von woher, kam, und es war für mich wirklich ein Opfer, das zu tun, was ich tun mußte, und die anderen zu ertragen. Ich wäre gern allein gewesen, irgendwo eingeschlossen, um mit niemandem spre­chen zu müssen.

Das hat den ganzen Tag über angedauert, und nach 18 Uhr, am Freitagabend, weiß ich nicht, was mir ge­sehen ist: Die Pein, die ich im Herzen hatte, entschwand, und die Bilder wurden immer weniger lebendig in mei­nem Kopf; der Schmerz, den ich im Herzen hatte, war gewichen. Ich sage Ihnen: Ich werde nicht klug aus alle­dem, das ist unglaublich …

[B 457] Ich sage Ihnen frei heraus, daß selbst wenn ich sicher wäre, daß dies Einbildungen sind, ich trotzdem genau das tun würde, was mir meine Einbildung gesagt hat; denn ich will nichts anderes als dem Herrn gefallen, als Ihn so sehr lieben, wie es mir nur möglich ist, und ich bin bereit, alles zu tun und alles anzunehmen für Ihn.

Da ist nur diese Furcht, die ich habe, mir all das einge­bildet zu haben und aus diesem Grunde den lieben Gott beleidigt zu haben, was ich nicht möchte um das ganze Gold der Welt. Ich bitte Sie darum, wenn Sie glauben, daß ich von Sinnen bin und daß dies eine Einbildung ist, sagen Sie es mir. Denn ich sage Ihnen, [B 458] ganz gleich, was auf mich zukommt, ich will Gott in keiner Weise mehr beleidigen.

Selbst wenn ich alle diese Bilder, die ich gesehen habe, nur zu sehen glaubte, und es meine Einbildung war, bleibt dennoch, daß ich sie nicht werde vergessen kön­nen, was ich auch tue, und daß sie trotz meiner immer da, im Grunde meines Geistes und meines Herzens, sein werden. Es ist entsetzlich, was Er zu erleiden gezwun­gen war, und das durch unsere Schuld, und viel wegen der meinigen. Wenn ich an all das denke, was ich getan habe, und an alles, was Ihn das gekostet hat, kann ich nicht genug über mich staunen. Wie konnte ich nur so hart sein? Schon seit langem höre ich die Erzählung der Passion, schon seit langem hörte oder las ich das, und es machte mir nichts aus. Ein bißchen, wie wenn man einen Film anschaut, in welchem Leute vorkommen, die leiden, und ich mir dann sage: «Das ist nicht wirk­lich, warum sich etwas daraus machen?» Bei der Pas­sion war es dasselbe. Obwohl ich glaubte, daß dies vorgekommen war, sagte ich mir: «Das ist ein Gott; [B 459] Er hat nicht so viel leiden können!» Aber hier nun ist es ganz anders. Das tut mir weh im Herzen, und ich glaube, daß Er diese Bilder für immer in meinem Kopf eingraviert hat. Ich sagte mir heute: «Selbst wenn ich es versuchte, all das wiederzusehen, werde ich es nie vermögen»; aber ich hatte mich getäuscht; denn ich brauche nur einige Augenblicke nachzudenken, und die­se Bilder kommen alle wieder.

Es ist eigenartig, was seit einiger Zeit in mir vorgeht. Ich fühle, daß Er von Tag zu Tag mehr Raum einnimmt in meinem Herzen und in meinem Leben, und ich bereue alle Sünden meines Lebens, weil sie für Ihn die Ursache so vieler Leiden waren. Wenn ich daran denke, tut es mir weh im Herzen, und ich möchte sie auslöschen können; aber ich kann nicht; so werde ich sie sühnen, indem ich das annehme, was Er von mir verlangen wird, und indem ich Ihn mehr lieben werde als mein Leben. …

* 107 *

[B 461, 9. April 1955] Wenn ich immer in dieser Weise an Dich denke, Herr, habe ich an nichts mehr Gefallen.»

«Das ist es, was Ich will, Kleine. Ich will alle deine Gedanken und alle deine Wünsche. Je mehr du dich an Mich binden wirst, desto mehr wirst du den Ge­schmack am Geschaffenen verlieren. Ich allein kann dein Herz erfüllen … Hast du Mich nicht gewählt? Dein Leben, hast du es Mir nicht hingegeben, Kleine? Sei nicht überrascht, wenn Ich dein Herz ganz nehme und sogar den geringsten deiner Gedanken. Ich will dich ganz für Mich, ohne irgendeinen Rückbehalt.»

«Wirst Du mich schlafen lassen heute abend, Herr? Ich fühle mich so wohl bei Dir», habe ich gedacht.

«Ich kann dir nichts versagen, Meine kleine Toch­ter, du weißt es wohl.»

[B 462] «Und ihn, meinen Pater, vergiß ihn nicht; er arbeitet für Dich.»

«Glaubst du, Ich wisse es nicht? Fürchte nichts, Kleine. Ich kenne all die Meinen.»

«Wenn ich es gelernt habe, öfter an Dich zu denken, so war er es, der es mir gezeigt hat, Herr.»

«All das ist Meinem Herzen bewußt, Kleine, beun­ruhige dich also nicht. Glaubst du, daß Ich dich in seine Hände gegeben hätte, wenn Ich seines Herzens nicht sicher gewesen wäre? Der kleinste eurer Ge­danken ist Mir nicht unbekannt, vergiß das nicht.»

* 108 *

Ich fragte mich, was mir wohl die Zukunft bereithalte:

[B 463] «Ich will nicht, daß du in der Sorge und Furcht davor lebst, was dir geschehen wird. Ich will, daß du im Vertrauen, in der Gewißheit lebst, daß alles, was dein Leben sein wird, eine Auswirkung Meiner großen Barmherzigkeit und Meiner unendlichen Lie­be zu dir ist. Sei gewiß, daß, welches auch der Weg ist, den Ich dich gehen lassen werde, dies der einzige sein wird, der dich zu Mir hinführen kann. Beunruhige dich nicht, Kleine. Ich werde da sein, um dir zu helfen vorwärtszukommen und um dich daran zu hindern, Fehltritte zu tun. Gib dich Mir hin, und sorge dich nur darum, Mich zu lieben, wie Ich will, daß du Mich lie­best; das übrige werde Ich ergänzen. Der Weg wird dir lang und mühsam erscheinen, Kleine; aber vergiß nicht, daß das Leiden der Teil jener ist auf Erden, die in der Ewigkeit genießen wollen.»

* 109 *

«Ich kenne deine Abneigung gegen alle diese Dinge; du aber, du kennst nicht dein Verdienst, sie für Mich zu tun. [B 464] Tue, was du zu tun hast, und laß den Rest sich selbst genügen.»

* 110 *

Ich dachte an die in der Kirche verstorbene Frau.

«Bleibe in Meinem Herzen, und du wirst nichts fürchten, selbst nicht den Tod. Liebst du Mich, Klei­ne?»

«Ja, Herr.»

«Sag es mir oft, willst du?»

[11. April 1955] «Warum schmollst du Mir?»

Ich dachte an das, was man mir am Sonntag gesagt hatte.

[B 465] «Ich schmolle nicht; aber ich weiß nicht mehr, woran ich jetzt bin.»

«Warum dich sorgen? Ich habe es dir gesagt: Tue, was man dich zu tun heißt. Habe Ich es dir nicht ge­sagt: Dein größtes Leiden wird darin bestehen, ge­zwungen zu sein, in der Welt zu leben und manchmal sogar nach den Ideen der Welt. Aber Ich, Ich kenne dein Herz, und Ich weiß, daß es sich nicht an all das hängen wird, was dein Leben dem äußeren Schein nach manchmal sein wird. Das Feuer Meiner Liebe wird dein Herz verzehren, und in dem Maße, wie diese Liebe zu Mir wachsen wird, wird dein Schmerz, in der Welt und manchmal sogar im Sinne der Welt leben zu müssen, größer und größer werden; denn du wirst Mich jeden Tag ein wenig mehr als am Vortag lie­ben.»

«Die Herzensqualen sind schlimmer als die des Leibes, und das wird dein Teil sein; aber mache dir nichts daraus, Kleine. [B 466] Ich werde da sein, bei dir» …

«Die Finsternis wird allenthalben dein Herz umge­ben, und es wird dir zu gewissen Stunden scheinen, du seist verloren; aber selbst dann will Ich, daß du das gleiche Vertrauen in Mich bewahrst. Selbst wenn Ich fern sein werde, werde Ich da sein, ganz nah, glück­lich, dich kämpfen zu sehen für Mich. Du wirst allen Arten von Widersprüchen preisgegeben sein; aber verzweifle nie; vertraue dich Mir an, und sei gewiß, daß Ich, [B 467] was immer geschehen mag, dich nie­mals verlassen werde.» …

[B 468] «Ich will, daß du zu Mir kommst, befreit von all deinen [12. April 1955] täglichen Sorgen. Laß alles hinter dir, und denke an nichts mehr, so, als ob du nie mehr zurückkehren solltest.»

«Ich will deinen geringsten Gedanken während die­ser beiden Tage, an denen du allein sein wirst mit Mir. Du hast dich allzu oft entfernt von Mir, gestern; mach es besser heute. Ich liebe es nicht, daß du Mich allein läßt.»

«Es gibt so viele, die Tage, Wochen, Monate ver­bringen, ohne an Mich zu denken. Ich will all die Pein vergessen, die sie Mir zufügen, bei dir, Kleine. Da du dich Mir hingegeben hast, ist es gerecht, daß sich alle deine Gedanken zu Mir wenden. Wo du auch bist und was du auch tust, vergiß Mich keinen einzigen Augenblick, ja? Ich brauche so sehr Liebe!»

«Es gibt so viele, die Mich verstoßen oder Mich verschmähen, selbst unter denen, die Ich dazu er­wählt habe, [B 469] die andern zu Mir zu führen und von ihnen geliebt zu werden. Wie können sie bewir­ken, daß die anderen Mich lieben, wenn ihr Herz kalt bleibt für Mich wie Steine? Für viele Priester bin Ich nur ein Herrscher, nur ein Hindernis für ihre Aus­schweifungen. Alle diese Priester müssen zu besseren Empfindungen zurückkehren und Mir die Liebe ge­ben, die Mir zukommt. Bleibe bei Mir, kleine Tochter, und laß dich von nichts anderem anziehen als von Mir.»

[13. April 1955] Als ich einen Bekannten anblickte, dachte ich: «Mein Gott, wie sieht er dumm aus! Sag mir nicht, daß er sich noch nicht gebessert hat: alles das ist doch Torheit.»

«Wenn die Uneinigkeit zwischen den einzelnen Menschen in der heutigen Welt so groß ist, so deswe­gen, weil es in den Herzen gewisser Menschen keine Gottesliebe gibt; deshalb können sie auch ohne sie die notwendige Nächstenliebe (gegenüber den ande­ren) nicht praktizieren. Ohne Gottesliebe gibt es un­möglich Nächstenliebe, und ohne Nächstenliebe gibt es keine Einheit.»

[B 470] «Die Selbstsucht tötet die Nächstenliebe; sie herrscht als Gebieter in diesem Jahrhundert; suche nicht das Warum all dieser Zwietrachten, die sich zwischen den Menschen und zwischen den Nationen erheben. Solange die Menschen in ihrem Leben nicht dieses erste Gebot gelten lassen, welches sagt: ‹Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und mit allen deinen Kräften›, wird es unmöglich Frieden geben in der Welt; die Feindschaften werden immer größer werden, und das wird zum Untergang der Welt führen. Denn eines Tages, wenn Ich nicht eingreife, wird die Welt sich selbst vernichten.»

«Die Rachsucht ist im Herzen des Menschen, und sie frißt sich weiter, ohne daß er es merkt. Er verzeiht das Böse, das man ihm antun mag, mit den Lippen; aber er häuft die Rachsucht auf dem Grunde seines Herzens an. Wenn ihr Vergebung erlangen wollt, werdet ihr lernen müssen, den anderen zu vergeben, und zwar vom Grunde eures Herzens. Jede vergebene Beleidigung muß vergessen werden.»

[B 471]   «Was würde aus euch allen werden, ihr Menschen, wenn Ich bei euch die Mittel anwendete, die ihr bei euren Brüdern anwendet, und wenn Meine Barmherzigkeit die eure nicht überträfe? Nicht einer von euch würde dem ewigen Feuer entgehen. Warum erweist ihr euch strenger, als der Herr es ist mit euch?»

Ich verstehe nicht recht, warum Er dies gesagt hat. Nun, ich habe es geschrieben; Er bestand darauf Sie sind gescheiter als ich; Sie werden vielleicht verstehen.

* 112 *

Ich dachte an jene, die sich fragte, ob sie in der Freund­schaft Gottes sei. Er sagte:

[B 472]   «Es sind jene in Meiner Liebe, die es verste­hen, da wo Ich sie hingestellt habe, in den geringsten Einzelheiten ihre Pflicht aus Liebe zu Mir zu tun.»

«Was für dich Quelle zum Heil ist, könnte für ande­re Ursache zu ihrem Untergang sein. Es wird dir nie in den Sinn kommen, Meine Kleine, daß du das, was Ich dir gebe, verdienst, weil du weißt, in welchem Ab­grund der Sünde und des Elends Ich dich aufgelesen habe. Was immer dir geschieht, du wirst dir nie ir­gendein Verdienst beimessen können.»

«Wenn dem anders wäre, würdest du in den Stolz verfallen, indem du vielleicht nach allem glauben würdest, daß du all das verdientest. Wenn Ich dich er­wählt habe, so nicht wegen deiner Würdigkeit, son­dern wegen deiner Niedrigkeit, Kleine, weil Ich nir­gendwo sonst ein tieferes Nichts finden konnte als dort, wohin du dich gleiten ließest.»

Ich dachte bei mir: «Herr, diejenigen, die nie gesün­digt haben, werden von Dir den Eindruck haben, daß Du denjenigen mehr gibst, die Dich beleidigt haben.» Er antwortete mir:

[B 473] «Mögen die Gerechten und jene, die Mir immer gedient haben und Mich immer geliebt haben, dein Los in nichts beneiden, sondern vielmehr Ge­winn ziehen aus dem, was Ich dir sage: Hat etwa Ma­ria, Meine Mutter, das Los Magdalenas, der Sünderin, beneidet? Nein; und doch war es Magdalena, der Ich Mich nach Meiner Auferstehung als erster gezeigt habe. Hat das in irgendeiner Hinsicht die Herrlichkeit Meiner Mutter verringert? Mitnichten. Ihr habt alle euren Platz in Meinem Herzen. Habt in Mich ebenso­viel Vertrauen, wie ihr Liebe habt, und sagt euch wohl, daß ihr, wenn ihr glaubt, Mir alles geopfert zu haben und daß ihr Mich nicht noch mehr lieben könnt, selbst dann noch nichts getan habt; verzweifelt also nie! Selbst wenn man Mich weder sieht noch hört, möge ein jeder in der Gewißheit leben, daß Ich da bin, an der Seite eines jeden von euch. Liebt Mich wie ein Wesen aus Fleisch wie ihr, und ihr werdet Meine Ge­genwart mehr verspüren.»

«Sagt dieser Kleinen, die sich quält – da sie sich fragt, ob sie in Meiner Liebe ist -, ob sie in allem die Nächstenliebe und den Gehorsam übt. Wenn ja, ist sie in Meiner Liebe geborgen, und sie möge darin ver­bleiben, ohne sich um das Weitere zu kümmern. Es würde ihr vielleicht zu sehr gefallen; das ist der Grund, warum Ich ihr Meine Gegenwart nicht fühlba­rer zeigen kann.»

Und mit Nachdruck fuhr Er fort:

«Vergeßt nicht, daß es der Stolz ist, der Adam und Eva und Luzifer ins Verderben stürzte. Hütet euch immer vor dem Stolz. Es gibt nichts Verderblicheres für eine Seele. Möge euer ganzes Leben von Einfachheit und Demut strahlen. Erinnert euch, daß selbst die Weisesten der Erde Meine Wege und Meine Ansich­ten niemals werden verstehen können. Sucht also nicht zu verstehen, das wäre verlorene Zeit, und das wäre für euch vielleicht auch der Anlaß dazu, verlo­renzugehen, indem ihr euch [B 475] zur Verzweiflung hinreißen ließet ob eurer Unfähigkeit, Mich zu ver­stehen. Ob man es will oder nicht: das Geschöpf wird immer unter dem Schöpfer bleiben. Ihr müßt alles annehmen, ohne zu verstehen, jedoch aus Liebe zu Mir.»

* 113 *

[B 476,15. April 1955] Gelegentlich meiner Einkehr:

«Schließe die Tür zur Welt, und lasse alles hinter dir für ein paar Tage; ist das zuviel verlangt von dir, Kleine? Was kannst du dir mehr wünschen als Meine Gegenwart? Dein Herz hängt viel zu sehr an dieser Welt, die du für einige Tage zur Seite gestellt hast, Kleine.»

«Herr, ich muß aber doch in der Welt leben.»

«Ja, Mein kleines Kind; aber man muß darin leben, als lebte man nicht in ihr. Ich will dich von allem losgeschält. Ich will, daß dein Herz und deine Gedanken immer bei Mir weilen. [B 477] Ich weiß, kleine Toch­ter, daß du gezwungen sein wirst, in Gesellschaft zu leben, und daß es nötig sein wird, daß du manchmal an weltlichen Festen teilnimmst; wenn es deine Pflicht ist hinzugehen, sollst du hingehen; aber selbst dann will Ich, daß du mit Herz und Geist bei Mir bleibst. Ich will, daß du aus deinem Leben alle Nich­tigkeiten und Kleinlichkeiten wegschneidest, die das Herz und den Geist beschweren und dich daran hin­dern, Mich zu lieben, wie Ich von dir geliebt werden will. Welches auch die Widerwärtigkeiten, die Mühen sein mögen, die du haben wirst, du sollst immer jenen zulächeln, die dich umgeben; aber wenn du ihnen zu­lächelst, will Ich, daß dieses Lächeln für Mich ist.»

«Selbst wenn du eines Tages weinen mußt, will Ich, daß du es mit Freude tust. Alles, was du für Mich tust, und du sollst nichts anderes tun, tue es immer mit frohem Herzen, indem du zu dir sagst, daß selbst dann, wenn dies dir enorm scheint, es noch nichts ist, vergli­chen mit dem, was Ich für dich, Mein kleines Kind, getan habe.»

[B 478]«Vergiß nicht jeden Freitag den Kreuzweg, den mit Mir zu gehen ich dich gebeten habe. Man hält nicht genug inne, um über das nachzudenken, was Ich für euch erduldet habe. Der Kreuzweg ist ein verlas­sener Weg; man sieht fast niemanden auf ihm, und dennoch, dieser wäre für euch alle, die ihr unter der Last des Lebens und des Elends klagt, gerade die ein­zige wahre Quelle, aus der ihr den erforderlichen Starkmut schöpfen könntet, um alle eure Mühen und eure Widerwärtigkeiten jeglicher Art ertragen zu können. Am Fuße Meines Kreuzes wird euch das eurige soviel weniger schwer erscheinen. Warum setzt ihr es euch in den Kopf, ihr würdet nicht verste­hen, und warum versucht ihr immer, eure Kreuze auf andere abzuwälzen? Ihr habt ein jeder euer Kreuz zu tragen, und wenn ihr es nicht tragt, werdet ihr nicht gerettet werden können. Habe Ich das Meinige abge­lehnt?»

[B 479]«Warum sollte es sich bei euch anders ver­halten, die ihr nicht einmal würdig seid, es zu tragen, dieses Kreuz, das ihr zuweilen mit so viel Verachtung verwerft? Denn das Leiden, welches auch immer es sei, ist eine Auswirkung Meiner großen Barmherzig­keit euch gegenüber; denn je mehr ihr leidet, desto größer wird eure Herrlichkeit sein; indes, man muß es allein aus Liebe für Mich ertragen.»

«Arme Menschen, wenn ihr den Wert des kleinsten aus Liebe zu Mir ertragenen seelischen oder körper­lichen Leidens kenntet, würdet ihr Mir nachlaufen und Mich anflehen, euch nichts anderes zu schicken. Ihr seid verblendet von eurem Wohlstand. Euer Leib ist verweichlicht von allen möglichen Arten des Eigensinns, und schon allein der Gedanke an das Lei­den läßt euch erzittern. Hört auf, auf die Erde zu schauen; erhebt eure Blicke zu Mir, und Ich werde euch zeigen, welche Freude dem Leiden innewohnt, das ihr ertragt aus Liebe zu Mir.»

[B 480] «Du wirst jeden Tag ein wenig mehr tun müssen, Kleine, für Mich; willst du? Bitte darum, in Zukunft am Freitag nur von flüssiger Nahrung leben zu dürfen. Richte dich indessen nach dem, was man dir sagen wird. Ich habe ihn dir zur Seite gestellt, da­mit er dich den von dir einzuschlagenden Weg lehrt und dir sagt, was du tun oder nicht tun mußt. Ich will Gehorsam in allem, sogar in den Einzelheiten, die deinen Augen unbedeutend erscheinen mögen.»

«Ich will, daß du an jedem Freitag von Mitternacht bis zwei Uhr (früh) mit Mir wachst und daß du die Lei­den betrachtest, die Ich in Meiner Passion erlitten habe.»

«Für die ersten Freitage im Monat will Ich, daß du in der Kirche eine Anbetungsstunde hältst und daß du diese Stunde auf den Knien zubringst. Es wäre be­quemer, [B 481] wenn du sie sitzend hieltest; aber je mehr Bequemlichkeit ihr euch zugesteht, desto mehr lenkt ihr euch von Mir ab. Ich weiß nichts anzufangen mit diesen Anbetungsstunden, die man hält, ohne an Mich zu denken, und in welchen man sich von der ge­ringfügigsten, kleinsten Unbedeutsamkeit ablenken läßt. Ich will keine Gebete, die nur von den Lippen kommen, sondern Gebete, die aus dem Herzen kom­men, und ich will keine Bedingungen in euren Gebe­ten. Sagt nie, daß ihr diese oder jene Frömmigkeits­übung vollbringen wollt, wenn Ich euch diese oder jene Gnade oder Gunst erweise. Wie wollt ihr erhört werden, wenn Ich in eurem Herzen nicht das gering­ste Zeichen der Liebe zu Mir sehe?»

«Eure erste Sorge sei, Mich zu lieben, wie ihr Mich lieben müßt, und das übrige werde Ich euch geben, selbst ohne daß ihr es nötig habt, Mich darum zu bit­ten. Weiß Ich nicht besser als alle, was euch not tut? Wenn es eurem Heile nicht entgegensteht, verweige­re Ich euch nie etwas; vergeßt das niemals.»

«Aber euer Geist ist beschränkt und hängt an allen Vergnügen der Erde; ihr könnt nicht verstehen. [B 482] Möge euer Herz sich über all diese materiellen Dinge erheben, und ihr werdet sehen, mit welcher Leichtigkeit ihr euch aller dieser Nichtigkeiten entledigen könnt, an welche ihr euer ganzes Herz verlo­ren habt. Warum euch an alle diese Dinge hängen, die nur einen Augenblick dauern, gemessen an der Ewig­keit? Alles hier unten nimmt ein Ende, und euer Le­ben auf der Erde hängt nur an einem Faden. Ich, Ich bin der Weg zum Leben, das ewig dauern wird. Suchet also nicht, euer Herz mit allen Arten von Leiden­schaften zu sättigen. Erinnert euch, daß Ich allein es ausfüllen und befriedigen kann. Alles, was nicht Ich bin, und was euch nicht zu Mir führen kann, ist nicht der Mühe wert, daß ihr daran einen einzigen Gedan­ken verliert. Überlegt es euch alle; erwacht aus die­sem Schlaf, der euch ins Verderben stürzt. Es ist noch Zeit für die Barmherzigkeit; wisset es zu erkennen und davon zu profitieren.»

[B 483] «Ändert euer Leben, berichtigt eure Gedan­ken, kasteit euer Herz, euern Geist und vor allem eure Sinne, und tut Buße. Ich reagiere immer auf den Hil­feruf eines aufrichtigen Herzens. Ich sage es euch, Meine Kinder: wartet nicht mehr lange; wenn die Stunde der Gerechtigkeit schlagen wird, wird es zu spät sein für die Barmherzigkeit.»

«Beeilt euch, zu Mir zurückzukehren; denn die Zeit drängt. Eure Rückkehr soll jedoch aufrichtig und wahrhaftig sein. Ich kenne eure Schwachheit. Ich weiß, daß ihr ohne Zweifel geneigt sein werdet, in die gleichen Laster zurückzufallen; aber wenn ihr bei eurer Rückkehr aufrichtig seid, wird Mein Verzeihen keine Grenzen kennen, und es gibt keine Schuld, die Ich nicht tilgen werde. Aber nehmt euch in acht; Ich kenne euer Herz bis in die verborgensten Winkel hin­ein; versucht also nicht, Mich zu betrügen, indem ihr so tut, als ob ihr Reue empfindet, wenn ihr in Wirk­lichkeit keine verspürt. Meine Geduld ist groß; aber eines Tages wird sie erschöpft sein. Ihr könnt die an­deren täuschen, aber Mich, [B 484] Mich werdet ihr niemals täuschen.»

«Möge euer Leben die Nachwirkungen dieser Rückkehr zu Mir verspüren; wenn sie aufrichtig ist, kann es nicht anders sein. Seid liebevoller und nach­sichtiger gegenüber euern Brüdern, geduldiger in den Mühen und in den Prüfungen, eifriger in Meinem Gottesdienst. Möge alles in eurer Handlungsweise und in der Art eures Sprechens Meine Gegenwart widerspiegeln, und Ich werde euch segnen und euch in Mein Herz schließen.»

*114*

[16. April 1955] Ich weiß nicht recht, ob ich im Begriff bin, verrückt zu werden. Auf alle Fälle bin ich heute morgen zur Messe gegangen, und vor der Messe wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Ich mußte mir das wohl eingebildet haben, weil ich an Unseren Herrn Jesus ge­dacht habe; ich gebe zu, ich sehe Ihn überall. In der Ho­stie, da vor mir, sah ich Unseren Herrn, nur den Kopf, mit Dornen gekrönt. Das erste Mal sagte ich zu mir: [B 485] «Ich bin wirklich verrückt»; aber eine Stimme in mir sagte:

«Das ist eine gar süße Verrücktheit, findest du nicht, Kleine?»

Dann habe ich den Kopf gesenkt. Ich wagte nicht mehr, die Augen zu erheben; aber Er hat mir gesagt:

«Schau Mich an. Warum bist du so ungläubig, Kleine?»

Ich sage Ihnen, daß ich krank bin, gewiß. Ich sah die Umrisse Seines Kopfes und Seines Gesichts, und Seine Dornenkrone bildete einen großen schwarzen Kreis um Seine Stirn. Ach, was wird mit mir geschehen? Ich den­ke, ich werde in der Irrenanstalt aufwachen. Ich hab das hier gerne nur, wenn ich in der Kapelle bin.

Beim Essen sind zu viele Leute da. Ich fühle mich nicht wohl; man schaut mich an, wie wenn ich ein Gespenst wäre. Es gibt zahlreiche Frauen, die hier bleiben. Ich glaube, daß ich im Grunde genommen nicht wenig scheu (ungesellig) bin; doch ich ertrage es, [B 486] da es dem Herrn Jesus gefällt, daß ich hierher komme.

In der Kapelle würde ich mein Leben verbringen, und ich glaube, daß ich zu essen vergessen würde. Da ist, ich weiß nicht was für ein Friede, den ich in der Kirche nie verspürt hatte. Wie würde ich es lieben, für immer hier zu bleiben! Zu Füßen des Herrn Jesus hat man den Eindruck, in einer anderen Welt, getrennt von der ganzen übrigen Welt, zu leben. Ach! dieses Leben hier, es ist nicht für mich.

Ich bin nach dem Frühstück von 9 Uhr bis 11.15 Uhr in die Kapelle gegangen, und was ich vernommen habe, reimt sich ganz und gar nicht. Ich wollte es nicht auf­schreiben; aber ich fühlte mich gedrängt dazu. Ich hatte mein kleines Notizbuch in meiner Tasche mitgebracht. Wenn Sie mir hierauf nicht sagen, daß diese Dinge Ein­bildung sind, wird es mich aufs höchste überraschen. Ich schreibe es Ihnen auf alle Fälle. Wenn es Einbildungen sind, alles, was ich seit einiger Zeit geschrieben habe, [B 487] bin ich mehr als irgendein anderer daran interes­siert, es zu wissen, damit ich mich so rasch wie möglich ihrer entledigen kann. Hier nun (was ich gehört habe):

«Ich will, daß man den Freitag, der auf den Karfreitag folgt, zum (Kirchen-)-Fest erhe­be, das den Namen «Barmherzigkeit des Gekreuzigten Gottes» (Miséricorde du Divin-Crucifié trägt, und daß an diesem Tag alle Gläubigen der Messe beiwohnen und bei jeder Messe die Predigt des Priesters von der Passion und von den (Aus-)Wir­kungen der Passion für (auf) die Menschen handelt. Ich will, daß man den Menschen klar zeige, wie weit Meine Barmherzigkeit für sie gehen kann, da Ich gekreuzigt ge­storben bin, damit ihr nicht alle verloren geht, wozu ihr von Meinem Vater verurteilt worden wart. Ich will, daß man sehr wohl weiß, daß Mein Werk vor allem ein Werk der Barmherzigkeit und der Liebe ist.»

«Herr, dies hat keinen rechten Sinn. Man wird doch sagen, daß ich von Sinnen bin», dachte ich bei mir.

[B 488) «War Ich nicht noch törichter, und die Tor­heit des Kreuzes, kann sie überboten werden?

«Ich will, daß man an jenem Tag in allen Kirchen den Kreuzweg betet und daß man das Kreuz zur Anbetung der Gläubigen während des ganzen Tages aussetzt. Be­sondere Ablässe werden allen jenen ge­währt werden, die an diesem Tag den Kreuzweg beten und wenigstens während einer Stunde Meine Leiden betrachten, und man opfere dies auf für die Heiligung des Klerus in der ganzen Welt.»

«Man füge auch ein Pater, ein Ave, ein Gloria hinzu in der Meinung Meines Stell­vertreters, des Höchsten Pontifex.»

«Ich will, daß man für die Heiligung der Priester betet und Opfer bringt; denn wie können die Glieder eines Leibes gerade bleiben, wenn der Rumpf gekrümmt ist?»

* 115 *

In der Kapelle war ein Gitter, welches den Ort, wo ich war, vom Heiligtum trennte. Er hat mir gesagt:

[B 489] «Sieh dieses Gitter, das uns trennt, Kleine. Das sind all die Anhänglichkeiten, die du noch in dei­nem Herzen bewahrst. Entledige dich all dessen, was nicht Ich bin, und du wirst sehen, wie dieses Gitter, das dich von Mir trennt, zerfällt.»

«Nach diesen zwei bei Mir verbrachten Tagen wirst du das, was Ich dir sagen werde, nicht mehr aufzu­schreiben brauchen, es sei denn, man verpflichtet dich dazu; denn was Ich dir Wichtiges zu sagen hatte, habe Ich dir heute gesagt. Aus diesem Grunde hatte Ich dich gebeten, dich zwei Tage lang von allem Welt­lichen fern zu halten.»

«Ich werde nicht immer zu dir sprechen. Es werden mehrere Tage, Wochen und vielleicht Monate verge­hen, während derer du Mich nicht mehr hören wirst. Du wirst dann von allen Arten von Zweifeln und Ängsten befallen werden. Deine Seele wird [B 490] in die schwärzeste Nacht getaucht sein. Dies wird dann die Zeit sein, Mir dein Vertrauen und vor allem deine Liebe zu beweisen, indem du fortfährst, das zu tun, was Ich von dir verlangt habe. Verzichte auf alles aus Liebe zu Mir. Mögen der Gehorsam und die Näch­stenliebe deine einzige Verhaltensregel sein. Verban­ne aus deinem Leben alle Vergnügen, die dir nicht von Mir gegeben werden. Wenn dich dein Stand dazu verpflichtet, in die Welt und in die Gesellschaft zu ge­hen, sollst du hingehen, wenn du, indem du dies tust, nie Meine Gesetze verletzest. Selbst dann (aber) will Ich, daß dein Herz und deine Gedanken bei Mir blei­ben. Verzichte auf alles, was dein Ich ausmacht, um nur noch für Mich zu leben.»

«Das Bild Meines Herzens, das du an deiner Tür be­festigt hast: nimm es nie weg, selbst wenn du verlacht werden solltest; denn du kennst nicht die Freude, die du Meinem Herzen an jenem Tage bereitet hast. Ich werde stets die Häuser mit Liebe anschauen, in denen man nicht fürchtet, Mein Bildnis [B 491] vor den Blik­ken aller auszustellen, und nicht irgendwo versteckt, aus Furcht, von den andern verspottet zu werden. Je­ner, die sich Meiner nicht schämen auf Erden, werde Ich Mich nicht schämen, und Ich werde sie zu Mei­nem Vater führen, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird.»

«Kleine, du, die du deine Sünden kennst und weißt, aus welchem Abgrund des Elends Ich dich emporge­zogen habe, erkennst du die unermeßliche Größe Meiner Barmherzigkeit gegenüber dem reumütigen Sünder?»

«Herr, ich bin verrückt. Ich bilde mir das ohne Zweifel ein, was ich in meinem Herzen zu vernehmen glaube.»

«Tue alles, was dir diese Verrücktheit eingibt; denn sie führt dich zu Mir.»

«Ich habe Angst, von Sinnen zu sein.»

«Es machte nichts, selbst wenn du es wärst, da du ja eines Tages zu Mir gelangen wirst. Habe Ich dir seit einiger Zeit nicht genug Beweise Meiner Liebe gege­ben?»

* 116 *

[B 493] «Ganz allein könntest du nichts tun; jedoch zusammen mit Mir wirst du alles vermögen. Vergiß nie, daß du ohne Mich nichts kannst, und daß alles, was Ich dir gebe, eine Auswirkung Meiner großen Barmherzigkeit und Meiner großen Liebe für dich ist. Vergiß vor allem das eine nie: Ich habe dich nicht we­gen deiner Würdigkeit oder deiner Verdienste er­wählt, sondern weil du die unwürdigste aller Seelen warst.»

* 117 *

Ich weiß nicht, ob es morgen ähnlich sein wird, ausge­nommen das Frühstück, das Mittagessen und das Nacht­essen. Ich habe Dinge gegessen, die ich zuhause nie esse, weil ich sie nicht gern habe. Ich hätte etwas ande­res verlangen können; doch ich habe gegessen, was man mir aufgetischt hat, um dem Herrn Jesus Freude zu ma­chen. Nicht daß es nicht gut gewesen wäre, im Gegen­teil; aber ich, ich liebe dies nicht. Der Herr Jesus muß es absichtlich gemacht haben; jedenfalls kann Er nicht sa­gen, daß ich heute nach meinem Geschmack gegessen habe.

Ich sage Ihnen: die Matratze des Bettes, verglichen mit der Meinen zuhause, ist erbärmlich. Sie ist steif, nicht zum Lachen. Ich sage das nicht, um mich zu beklagen. Anderen würde ich das nicht sagen; aber ich stelle von Tag zu Tag fest, daß ich wirklich viele Launen (Eigen­sinnigkeiten) habe, und ich sage Ihnen, mein Pater, daß ich einen weiten Weg zu gehen haben werde, ehe es mir gelingt auf alles zu verzichten, was mir gefällt. Das weiß ich heute….

* 118 *

[17. April 1955] Heute morgen bin ich zur Messe gegan­gen, und ich fragte mich, ob ich wohl wieder dasselbe sehen würde. Man hat das Allerheiligste ausgesetzt; aber nichts geschah. [B 495] Ich dachte bei mir: «Gestern mußte ich gewiß verrückt gewesen sein.» Dann habe ich in meinem Herzen gehört:

«Du bist heute nicht verrückter, als du es gestern warst. Es ist eine Gunst, die Ich dir gewährte. Möch­test du nicht, daß Ich sie alle Tage wiederhole, un­würdig wie du (auch) bist?»

«Wenn Ich dich erwählt habe, so nur deswegen weil dadurch, daß Ich dich erwählte, Meine Barmherzig­keit besser zutage tritt. Zuviele Seelen gehen verloren aus Furcht, ihre zahllosen Sünden möchten Mich daran hindern, ihnen zu verzeihen; das ist ein Irrtum, durch den viel zuviele von ihnen verlorengehen.»

«Ich habe die Unwürdigste erwählt, und du bist es, die Ich ausgewählt habe; es gab keine Unwürdigere als dich. Mögen jene, die wie du sich in den Abgrund der Sünde gleiten ließen und sich einbilden, [B 496] nicht daraus herauskommen zu können, eine An­strengung machen, sich verdemütigen, ihre Misseta­ten eingestehen und vor allem alle Sünden bereuen, durch die sie sich von Mir entfernt haben. Sie mögen zu Mir zurückkehren; Ich werde sie mit offenen Ar­men empfangen (aufnehmen), und Ich werde Mich ih­rer Sünden nicht mehr erinnern, wenn sie sich in ih­rem zukünftigen Leben bemühen, Mich zu lieben, Buße zu tun, um ihre Vergangenheit zu sühnen. Möge all dies mit Aufrichtigkeit, Einfachheit und Demut geschehen; nichts wird Mich mehr erfreuen. Habe Ich nicht gesagt, daß mehr Freude im Himmel ist über einen reumütigen Sünder als über 99 Gerechte, wel­chen Ich nichts vorzuwerfen habe? Nicht daß Meine Liebe für die Gerechten nicht ebenso groß wäre; aber ich hatte bei ihnen nicht die Befürchtung, daß sie sich in die Hölle stürzen würden, während die Sünder Mir soviel Pein verursachen, wenn Ich sie fern sehe von Mir, unbewußt des Leids, das sie Mir antun und der Gefahr, die ständig über ihren Häuptern schwebt.»

[B 497] «Und wieviel haben sie Mich an Leiden in Meiner Passion gekostet, alle diese Sünder, die Ich vom ersten bis zum letzten sah? Wenn Ich nicht für die Sünder auf die Erde gekommen bin und gelitten habe, für wen denn sonst? Wenn es keine Sünder auf der Erde gegeben hätte, wäre es für Mich nicht nötig gewesen, zu ihr herabzusteigen. Ich habe Mein Blut bis zum letzten Tropfen hingegeben, und für eine all­zu große Zahl wird das umsonst gewesen sein, weil man nicht genug Vertrauen hat in Meine Barmher­zigkeit.»

«Ich will nicht den Untergang der Seelen; Ich will ihr Heil, und das ist selbst für jene möglich, die auf der tiefsten Ebene des Abgrundes sind. Was Ich verlan­ge? Liebe, Vertrauen und Aufrichtigkeit. Im Aus­tausch dafür werde Ich alles Böse vergessen, das sie Mir angetan haben mögen, und Ich werde sie in Mein Herz hineinnehmen, als ob sie Mich nie beleidigt hät­ten.»

[B 498]   «Ihr alle, Sünder mit steinernem Herzen, nähert euch dem Meinigen; Ich werde diesen Stein schmelzen, und Ich werde euer Herz mit dem Feuer des Meinigen entflammen. Wartet nicht mehr zu! Die Zeit ist kurz; profitiert von der Barmherzigkeit, die euch anerboten ist. Wer weiß, ob sie wiederkehren wird?»

«Vergeßt nicht, daß die Welt eines Tages vergehen muß, und vielleicht ist diese Zeit näher, als ihr es euch einbildet. Beeilt euch, bereut, kommt zurück zu Mir, bevor die Stunde der Gerechtigkeit schlägt; denn an jenem Tag wird es zu spät sein für die Barmherzigkeit, und Ich werde Mich gezwungen sehen, euch mit je­nem (Satan), den ihr Mir euer ganzes Leben lang vor­gezogen haben werdet, hinwegzuschicken. Wenn ihr wüßtet, welche Pein es für Mich bedeutet, gezwungen zu sein, eine Seele dem Satan zu überlassen! Aber trotz Meiner Pein muß sich Meine Gerechtigkeit er­füllen, wie (es) gesagt wurde.»

[B 499]   «Erinnert euch, eure Sünden wurden losge­kauft mit Meinem Blut; doch ihr seid frei, diesen Los­kauf anzunehmen oder abzuweisen. Ich werde euch nicht retten, ohne daß ihr es selber wünscht; leistet euren Teil! Er ist gar klein, dieser Teil, neben dem, was er Mich gekostet hat. Denket daran, daß Mein Werk vor allem ein Werk der Barmherzigkeit und der Liebe ist.»

«Ach, Herr! Alles das hat keinen vernünftigen Sinn; ich bilde mir das alles nur ein.»

«Wie ist dein Glaube schwach, kleine Tochter!»

«Oder aber, wenn ich mir dies nicht einbilde, ist es der Teufel, der mir einen üblen Streich spielt.»

«Hältst du den Teufel für mächtiger als Mich, Klei­nes? In all dem, was du aufgeschrieben hast, findest du da etwas, was zugunsten Satans spräche? Wenn du glaubst, daß der Teufel dir diese Ideen einblasen könnte, warum kannst du (dann) nicht glauben, daß Ich es sei? Wie machst du Mir Kummer, Kleine!»

[B 500] «Der Satan vermag nichts gegen euch, wenn ihr sein Spiel nicht mitmacht; ihr müßt dafür ein un­ermeßliches Vertrauen in Mich haben, und das deini­ge ist so schwach.»

«Wenn es meine Einbildung wäre?»

«Hältst du dich für so klug, dir solche Worte einge­bildet zu haben?»

«Nein, ich weiß es wohl, Herr; das hat auch keinen vernünftigen Sinn, daß all dies von mir kommen soll; dann verstehe ich nichts mehr.»

«Ich habe es dir gesagt: suche nicht zu verstehen; du wirst es nie können. Meine Ansichten sind nicht eure Ansichten; alles, was Ich von dir verlange, ist, Mich zu lieben, und das zu tun, worum Ich dich gebe­ten habe; befasse dich nicht mit dem Übrigen; Ich werde dafür sorgen. Warum zweifelst du an Mir? Komm zu Mir, und fürchte dich nicht. Was hast du zu befürchten, da Ich hier bin? Was immer dir geschieht, beunruhige dich nicht; Ich wache über dich, und selbst wenn du leiden mußt, laß nie den Mut sinken; Ich werde dich nie verlassen, und nichts, was dir [B 501]  geschehen wird, wird dir schaden.»

* 119 *

[B 502]   «Ach! mein Gott, was wird aus mir werden? Wo bist Du?»

«Ich bin da, Kleine, warum fürchtest du dich? Er vermag nichts gegen dich. Überlaß dich Mir, und kümmere dich nicht um das weitere. Geh zur Kapelle; das wird dich beruhigen; du wirst sehen.»

Heute morgen bin ich von 9.30 Uhr bis Mittag in der Kapelle geblieben; ich konnte mich nicht entschließen, wegzugehen, so wohl fühlte ich mich. In meinem Herzen habe ich diese Stimme gehört, die mir gesagt hat:

«Das ist dein letzter Tag hier; morgen wirst du dort drüben sein. Ich weiß, Kleine, daß du, wenn du die Wahl hättest, es vorziehen würdest, hier bei Mir ein­geschlossen zu bleiben; aber du mußt in die Welt zu­rückkehren und dort deine Standespflicht erfüllen, bis in die geringsten Einzelheiten hinein, selbst wenn es dir mißfällt. Es wird das größte Leiden deines Her­zens sein, gezwungen zu sein, in der Welt zu leben, während es (doch) der einzige Wunsch deines Herzen wäre, inskünftig zu Meinen Füßen zu sein. [B 503] In­des, opfere Mir diese Leiden deines Herzens alle Tage deines Lebens auf, und Ich werde es mit Meinem Her­zen Meinem Vater aufopfern für die Heiligung der Priester, willst du, Kleine?»

«Warum muß es so sein, Herr?»

«Suche nicht zu verstehen; aus dem Nichts, in dem du bist, wirst du es nie vermögen.»

Bei dem Gedanken, von hier fortzumüssen, fühle ich mich traurig, und ich kann nur schwer meine Tränen un­terdrücken. Ich kann Ihnen nicht erklären, was ich fühle. Wie ich sie beneide, die Schwestern, die ihr Leben zu Füßen des Herrn verbringen! Jedoch, ich will nicht trau­rig sein; hat Er mir nicht gesagt, daß ich immer lächeln müsse? Ich will diesen Schmerz ganz tief auf dem Grun­de meines Herzens verbergen, wo ihn nur der Herr [B 504] wird sehen können; natürlich, Sie, mein Pater, werden ihn erahnen können, da ich es Ihnen gesagt habe….

* 120 *

[B 505, 18. April 1955] «Du mußt den Weg wieder unter die Füße nehmen, Kleine. Er wird dir hart erscheinen; aber du wirst ihm folgen müssen bis ans Ende, mit Mut; denn Ich bin da, um dir zu helfen.»

«Wirst Du immer da sein ?»

«Wenn du glaubst, daß Ich nicht da bin, werde Ich dennoch da sein. Du mußt Vertrauen haben und dich nur auf Mich verlassen. Wenn du sagst, daß Ich dir nicht helfe, so weil du Meine Hilfe ablehnst, oder weil du sie nicht erbittest und es vorziehst, nach deinem Willen zu handeln.»

«Aus dem Nichts, in dem ihr seid, suchet nicht, euch aus euch selbst über die höchsten Gipfel zu er­heben; denn wenn ihr einmal nicht mehr weiter könn­tet, würdet ihr Gefahr laufen, tiefer hinunterzufallen, als dorthin, von wo ihr heraufgekommen seid; viel­mehr erhebt die Augen aus eurem Nichts zu Mir und bittet Mich; Ich werde euch Selber herausholen und euch dahin stellen, wo ihr sein müßt; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun, vergeßt es nie.»

[B 506] «Selbst wenn du ausgelacht werden wirst und vielleicht sogar von den Deinen verlassen sein wirst, beschäftige dich nicht mit alledem, und peinige dich nicht darob. Erinnere dich immer, daß Ich dich liebe.»

* 121 *

Gestern bin ich zur Versammlung der «Frauen von der hl. Anna» gegangen, und als ich heimkehrte, habe ich in mir gehört:

«Reich Mir deinen Arm; Ich will mit dir gehen, willst du?»

Ich sagte: «Herr, das ist Verrücktheit.»

«Tue diese Torheit für Mich.»

Ich hatte den ganz deutlichen Eindruck, daß Er da war, neben mir, und in meinem Geiste sah ich Ihn mit diesem Blick, diesem Gesicht, das ich nicht beschreiben kann, aus dem aber eine Milde und eine Güte strahlen, die mir das Herz ganz aufwühlen. [B 507] In einem ge­wissen Moment schien ich mich für jemanden, der vor­überging, zu interessieren.

«Laß dich nicht ablenken von Mir, Kleine; bin Ich nicht Jener, den du (allen) vorziehst?»

Ich fühlte mich so wohl bei Ihm, daß ich gewünscht hätte, dies möchte für immer andauern, aber ach! Es ist eine Frau gekommen, die ich kannte, und sie begann mit mir zu gehen. Ich hätte ihr gern gesagt, sie solle gehen; ich hatte keine Lust, mit ihr zu sprechen, und im Grunde meines Herzens war ich ihr böse, daß sie den Zauber zerstört hatte; doch Er sagte zu mir:

«Selbst wenn Ich nicht mit dir spreche, verlasse Ich dich nicht, weißt du.»

*122*

[19. April 1955] Heute morgen, als ich zur Messe ging, regnete es wie aus Kübeln, und als ich gerade meinen Schirm aufspannte, sagte Er mir:

[B 508] «Und Mich, Mich bedeckst du nicht?»

Fragen Sie mich nicht, warum ich, wider meinen Wil­len, meinen Schirm in der Weise hielt, wie ich es getan haben würde, wenn jemand neben mir gewesen wäre. Die Personen, die mich gesehen haben, mußten sich wohl sagen: «Die ist verrückt, die da, oder sie versteht es nicht, einen Schirm (richtig) zu halten!»; denn ich ging so, daß ich eine ganze Seite (von mir) dem Regen ausge­setzt hatte. Auf dem ganzen Weg habe ich Ihn bei mir gefühlt. Er hat kein Wort gesagt, einzig als ich bei der Kirche angekommen bin, hat Er gesagt:

«Danke, Kleine.»

Natürlich, ich sehe Ihn nicht, wie ich Sie sehe, mein Pater. Ich fühle Seine Gegenwart bei mir, und in meinem Geist ist Er da, wie wenn Er vor mir wäre; Er folgt mir wie mein Schatten….

*123*

[B 509] Ich war traurig heute morgen, und ich kann nicht sagen warum; ich hätte am liebsten dort in der Kapelle sein wollen.

«Warum bist du traurig? Erwarte nicht, Kleine, Menschen zu finden, selbst nicht unter deinen näch­sten Verwandten, die dir beipflichten werden. Nein, denn die Leute, die Mich wirklich lieben, sind so rar! Das ist der Grund, warum sie dich [B 510] nicht verstehen werden können; du wirst darunter viel zu lei­den haben, und eines Tages wird man sich arrangie­ren, dich zu meiden, weil sie deine Lebensweise nicht gutheißen werden. Aber laß geschehen, und laß sie reden, und kümmere dich nur um das eine: liebe Mich aus deinem ganzen Herzen, mache dir das zur Pflicht, und sorge dich nicht um das weitere; Ich werde dafür sorgen. Zähle in nichts auf dich selbst, sondern ganz auf Mich; denn, vergiß es nicht, ohne Mich kannst du nichts tun, selbst nicht die einfachste Sache.»

«Wenn die Welt es lernte, sich in allem Mir an­heimzustellen, wieviel Sorgen und Verdrießlichkeiten würde sie sich ersparen! Aber der Mensch ist stolz; er weigert sich zuzugeben, daß er von Mir abhängt, und er richtet sich ein Leben ein, aus welchem Ich ausge­schlossen bin. Man nimmt nie Zuflucht zu Mir; man zählt gänzlich auf seine eigenen Fähigkeiten und das ist es, was eine zu große Zahl in den Untergang führt. [B 511] Wäre es denn so schwierig, euch Mir anheimzustellen in allem, was ihr zu tun habt? Dazu muß man Mich lieben. Ach! die Herzen sind so einge­nommen von den hohlen Leidenschaften, daß man keinen Platz mehr hat für Mich. Sie, alle die, die Mich verachten, werden eines Tages die Nichtigkeit ihres irdischen Glücks sehen, wenn sie die Größe jenes an­deren begreifen werden, für das sie hätten leben müs­sen und nach dem sie ihr ganzes Leben hätten aus­richten müssen. Wenn sie an dem Punkt angelangt sein werden, werden sie alles verstehen, aber es wird zu spät sein, ihr irdisches Leben wird über ihr ewiges Los entschieden haben.»

«Meine kleinen Kinder, habt also keine Angst, Mir euer irdisches Glück zu opfern, eure Freuden und alle diese kleinlichen Vergnügen, an welchen ihr so hängt, und die euch doch von Mir entfernen. All dieses (Schein-)Glück, alle diese Vergnügen zusammen ge­nommen lassen sich in nichts mit einer einzigen der kleinsten Freuden vergleichen, die ihr darin finden werdet, [B 512] daß ihr Mich liebt, selbst wenn ihr dar­unter zu leiden haben werdet. Und im anderen Leben werden diese Freuden euer (An-)Teil sein im Hundertfachen, für eine jede der kleinsten Freuden, die ihr Mir auf Erden opfern werdet.»

«Wartet nicht mehr zu; kehrt zu Mir zurück; gebt Mir diese Liebe, die Mir zusteht, da ihr von Mir ab­hangt und, da schließlich, wenn Ich nicht in jedem Augenblick über euch alle wachte, euer Herz nicht einmal eine einzige Sekunde lang ganz allein schla­gen könnte. Ergebt euch dem offensichtlichen Be­weis: Ich bin es, der der Meister eures Lebens ist; op­fert Mir also euer irdisches Leben, wenn ihr ewig le­ben wollt mit Mir.»

«Du wirst jede Art von Widersprüchen zu ertragen haben, und zwar von seiten derer, die dir nahestehen, vor allem aber von seiten deiner Angehörigen; du wirst darunter viel leiden…. Ich allein bin es, [B 513] den du lieben mußt von ganzem Herzen und aus allen deinen Kräften. Erfülle deine Standespflicht bis zum Ende, die kleinsten Einzelheiten, und kümmere dich nicht um diejenigen, die dir widersprechen mögen.»

«Man wird mit allen Mitteln versuchen, dich dazu zu bringen, dein Verhalten zu ändern, selbst unter dem Vorwand, daß Ich solches nicht verlange. Ich hingegen sage dir: «Tue deine Pflicht einzig aus Liebe zu Mir, wie alles andere, was du tun wirst.» Wenn du etwas nicht aus Liebe zu Mir tun kannst, tue es nicht. Stelle dich in allem jenem anheim, den Ich dir anver­traut habe. Liebe Mich; habe Vertrauen zu Mir, Ich werde dich nie verlassen. Ich verspreche dir nicht, daß du leben wirst, ohne zu leiden. Im Gegenteil: du wirst mehr leiden als irgendwer sonst, seelisch, wegen deiner großen Empfindlichkeit. [B 514] Das Unver­ständnis der andern wird dir manchmal unerträglich sein; du darfst dich nie entmutigen lassen, und sollst alles in Meine Hände legen.»

«Das Leiden ist der größte Liebesbeweis, den Ich euch geben kann. Für euch Menschen hat dies keinen Sinn, und dennoch ist dies die Weisheit selbst. Was immer du zu erleiden haben wirst, verlaß Mich nie, Kleine; Ich werde dich auch nie verlassen. Da Ich deine unendliche Schwachheit kenne und dich liebe, wie Ich dich liebe, glaubst du, daß Ich dich verlassen könnte? Nein, Mein kleines Kind, beunruhige dich also wegen nichts. [B 515] Liebe Mich, und sag Mir, daß wenn du nichts kannst, Ich alles vermag. Ich liebe dich auf eine besondere Weise, Kleine; das ist der Grund, weshalb Ich dir solche Gunst erweise. Es ist dein Kinderherz, das Mich immer angezogen hat, und da Ich deine unermeßliche Schwachheit sah, konnte Ich dich nicht weiter dir selbst überlassen. Du hast es nie verdient, was Ich dir gebe, und du wirst dessen niemals würdig sein. Denk daran, daß Ich dich nicht erwählt habe aufgrund deiner Würdigkeit, sondern wegen deiner Unwürdigkeit.»

* 124 *

«Nur jene, die ein Kinderherz besitzen, können Mich bis in die kleinsten Dinge hinein lieben; denn von dem Augenblick an, da man sich nicht mehr als ein Kind fühlt, glaubt man sich seiner selbst sicher, und man sagt sich, daß man es doch ganz allein schaffen kön­ne.»

«Das ist es, was allen jenen zustößt, die ohne Mich leben; da sie sich für bewährte Menschen halten, zäh­len sie gänzlich auf ihre eigenen Kräfte und nehmen niemals Zuflucht zu Mir; dann lassen sie ab von Mir und gelangen dahin, Mich überhaupt nicht mehr zu lieben, oder, wenn sie (auch) behaupten, Mich zu lie­ben, [B 516] so ist es (doch nur) zum Schein oder um so zu tun wie die andern. Es gibt keine Aufrichtigkeit in dieser Liebe, die sie Mir gegenüber zu haben vorge­ben.»

«Sie werden eines Tages verlorengehen, und zwar darum, weil sie es von sich gewiesen haben einzuge­stehen, daß sie allein nichts vermochten, daß sie vielmehr von Mir abhingen. Wie viele Seelen gehen nicht verloren durch diesen Stolz, dem Ich überall auf Meinem Wege begegne? Arme Menschen; und Ich habe euch doch das Beispiel gegeben, Ich, der Herr der Erde. War Ich nicht euer Diener, indem Ich euch unterwies, euch tröstete, alle eure Übel heilte?»

«Bin Ich nicht geboren von allem entblößt, und bin Ich nicht gestorben von allem beraubt? Was braucht ihr mehr? Wenn Ich, der Herr, dem Leiden und dem Schmerz nicht entgangen bin, warum wollt ihr, daß es euch anders ergehe?»

«Es ist diese Angst vor dem Leiden, die eine allzu große Zahl davon abhält, zu Mir zu kommen. Indes, arme Kinder, es gibt nichts Heilsameres für euch als das Leiden. Aber selbst da dürft ihr nie vergessen, daß einzig das aus Liebe zu Mir ertragene und angenom­mene Leiden nutzbringend für euch sein wird. Denn wenn ihr zu leiden bereit seid, weil es anders nicht geht, und wenn ihr im Innersten eures Selbst ohne Un­terlaß gegen Mich grollt, werdet ihr daraus für eure Seelen keinerlei Nutzen ziehen. Im Gegenteil: euer Herz wird sich gegen Mich verbittern, und ihr werdet Mir gegenüber gleichgültig werden, während ihr euch doch angesichts Meiner großen Barmherzigkeit aus Liebe zu Mir verzehren müßtet. Ja ihr müßtet Mir so­gar danken für dieses Leiden, [B 518] das euch von al­len euren Befleckungen reinigt, wenn es einzig aus Liebe zu Mir geduldig ertragen und mit Freude ange­nommen wird.»

«Es sind die Kleinlichkeit und der Egoismus der menschlichen Gefühle, die sich nicht zu Mir erheben, die immer eine Ursache sein werden der Uneinigkeit und der Zwietracht. Alles was nicht für Mich ist, ist gegen Mich. Sei daher nicht erstaunt, Kleine; es wird immer so sein … Selbst wenn dich dies schmerzt, tue wie wenn nichts wäre, aus Liebe zu Mir; willst du?»

* 125 *

[21. April 1955] Ich fragte den Herrn, ob es Ihm mißfal­len würde, wenn ich zum Nachtessen in die Stadt ginge; da hat Er gesagt:

[B 519] «Glaubst du, daß Ich dich, wenn du gehst, al­lein lassen werde? Nein, Kleine, Ich werde dich nicht einen Augenblick allein lassen, obwohl du das noch bezweifelst; Ich werde dir überallhin folgen, selbst wenn Ich nicht (mehr) zu dir sprechen werde. Ich will, daß du die Gewißheit hast, daß Ich überall und immer da sein werde, wo du sein wirst, und manchmal, wenn dir das Mißgeschick passiert, Mich zu beleidigen, werde Ich da sein, um die Schläge entgegenzuneh­men.»

«Ich will Dich nicht beleidigen, Herr.»

«Dann, Kleine, bleib in Meinem Herzen, und ein­gehüllt in Meine Liebe wirst du nicht zu befürchten haben, Mir ein Leid zuzufügen. [B 520] Laß dich nicht einen einzigen Augenblick von Mir ablenken; du kennst deinen Leichtsinn und deinen Hang zur Welt und dieses Gefallen an männlicher Huldigung für das, was du bist, das du stets empfunden hast. Vergiß nicht, Kleine, daß du alles, was du bist, und wenn du gefällst, Mir verdankst. Bediene dich dessen nie, um Mich zu beleidigen, nicht einmal, um Mir das geringste Leid zuzufügen. Du hast es zu oft getan in der Vergangen­heit, ohne deswegen bekümmert zu sein. Selbst wenn es dein Leben durchkreuzt und es durcheinanderbringt, will Ich, daß du Mich liebst, nicht in «vernünf­tigem» Maße nur, mit der Furcht, zuviel zu geben, sondern bis zur Torheit, indem du bereit bist, alles zu tun und alles zu opfern, um Mir wohlgefällig zu sein.»

«Ich will keine mit dem Tropfenzähler ausgemes­sene Liebe; Ich will alles, Kleine, dein ganzes Herz, alle deine Gedanken, auch die geringsten. Ich werde für dich die Ursache von Verlegenheit und von Widersprüchen sein; doch du wirst alles annehmen müssen, ohne dich über etwas zu beunruhigen; Ich werde Ersatz bieten für alle deine Unfähigkeiten. Al­les was Ich von dir verlange ist, Mich zu lieben. … [B 521] Es gibt kein besseres Mittel, eine Liebe zu ver­gessen, als sie durch eine andere zu ersetzen. Mit der Meinigen wirst du nichts zu befürchten haben; nichts und niemand wird Mich deinem Herzen entreißen können, was immer geschehen oder was immer man tun mag. Ich habe es dir gesagt: du irrtest allzu lange fern von Mir umher, Ich habe dich wieder eingefan­gen, jetzt brauchst du Dir nur geschehen zu lassen. Vor allem fürchte nichts, mit Mir wirst du dich nie im Wege irren; es ist mit Sicherheit derjenige, der zu Meinem Vater führt.»

* 126 *

«Warum sprichst Du mit mir und andern sagst Du nichts? Ich hätte zu Dir zurückkehren können, auch wenn Du dies nicht getan hättest!»

[B 522] «Ich weiß, Kleine; aber du wärst nicht bei Mir geblieben. Du bist wie ein kleines Kind, unfähig zu was immer es auch sei. Überläßt man die kleinen Kinder sich selbst? Nein, darum ist es (geschehen), weil du, obwohl in den Augen der anderen eine Frau, im Grunde doch nur ein ganz kleines Mädchen ohne Schutz, ohne Willen bist, das sich so leicht fortreißen läßt.»

«Wenn Ich deine Gedanken aller Augenblicke nehme und dir überallhin Schritt für Schritt folge, um dich daran zu hindern, fernab von Mir zu verirren, siehst du darin nicht die Größe Meiner Liebe zu dir, Kleine? Ich bin immer angezogen worden von den kleinen Kindern, und du, du bist die kleinste von die­sen; das ist der Grund, warum Ich dich so sehr liebe.»

«Darum, Kleine, was immer dir geschehen mag, selbst wenn man dich für verrückt hält, vergiß nicht, daß es gerade so ist, wie du Mir gefällst. Kümmere dich nicht um das Übrige, Kleine; Ich bin da, und Ich wache über dich. [B 523] Bewahre stets diese Schlichtheit des Herzens, die Mir so sehr gefällt, und verlaß dich in nichts auf dich selbst, selbst nicht bei den geringfügigsten Dingen, die dir leicht scheinen. Nimm stets Zuflucht zu Mir in allem; das ist es, was Ich will und was Mir gefällt.»

Wie Er es mir gesagt hatte, daß «wo immer es auch sein möge», ist Er mir gestern überallhin gefolgt. Ich hatte ein Taxi genommen; kaum war ich im Taxi, hat Er gesagt:

«Was tue Ich nicht für dich, Kleine?»

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 05

* 75 *

Ich dachte: «Herr, wenn ich nicht annähme, [B 376] viel­leicht würdest Du mich länger leben lassen?»

«Was sind ein paar Jahre mehr zu leben hier unten, wenn du dafür dein ewiges Glück aufs Spiel setzen mußt? Glaubst du, daß es der Mühe wert wäre, dieses Risiko einzugehen? Was ist das Leben auf der Erde wert, wenn es dich nicht zu Mir führt?»

[B 377] Ich fragte mich, wann ich wohl zu antworten haben würde.

«Am Karfreitag wirst du Mir deine Zustimmung geben müssen zu dem, was Ich von dir verlange. An diesem Tag, an dem Ich so sehr gelitten habe für dich und für alle anderen Menschen, wird es dir vielleicht leichter scheinen, zwischen dem Leben nach deinen Neigungen und dem Leben nach Meinem Willen zu wählen.»

«In deinem Herzen werde Ich dich am Kelch der Bitternis kosten lassen, der Mein Teil war an jenem Tag vor dieser gegen Mich entfesselten Menschen­menge, von der Ich die schlimmsten Beschimpfungen und die grausamsten Leiden erlitten habe. Wenn du angesichts all dessen gefühllos bleibst und das Ver­gnügen ohne Mich vorziehst, statt den Verzicht und das Leiden mit Mir, werde Ich Mich deiner Entscheidung beugen; denn, Ich wiederhole es: du bist frei. Ich will dich nicht dazu zwingen, Mich zu lieben. Ich will, daß du aus dir selbst zu Mir kommst. [B 378] Erinne­re dich, daß es eine Gunst ist, die dir durch Mich zu­teil wird, nicht daß du ihrer würdig wärst, sondern weil Ich dich mehr liebe als irgend jemand dich je lie­ben wird.»

«Warum verlangst Du meine Antwort vor meiner Einkehr?»

«Weil du es wirst annehmen müssen, im Alltagsle­ben, auf all das zu verzichten, was dir gefällt. In dei­nem täglichen Leben wirst du es annehmen müssen, Meinen Willen zu tun, indem du Mir deine Gedanken, deine Wünsche und dein Leben gibst. Und ebenso wirst du es gerade da annehmen müssen zu leiden, als Sühne für deine Sünden und vor allem die Sünden der Priester. Die Einkehr wird zu alledem eine Ergänzung sein. Nach diesen Einkehrtagen, in welchen du mit Mir allein sein wirst, wird die Rückkehr zu deinem gewöhnlichen Leben ein Leiden für dich sein. Es wird der Beginn der seelischen Leiden sein, [B 379] die du zu ertragen haben wirst in dem Maße, wie du aus dei­nem Leben alle diese Dinge ausmerzen wirst, an wel­chen du, ohne es so sehr zu wollen, hängst.»

«Herr, ich fühle mich nicht mutig genug; ich werde es nie können.»

«Kleine Tochter! Aus dir selbst würdest du nichts tun können; aber mit Meiner Hilfe wird es dir gelin­gen, Meinen Willen zu erfüllen. Du brauchst Mich nur zu lieben, und Ich, Ich werde das übrige tun.»

* 76 *

[B 380] «Warum bist du traurig, Kleine, und warum behältst du diese Zweifel in deinem Herzen?»

«Es geschieht gegen meinen Willen, Herr. Ich habe Angst.»

«Ich habe es dir gesagt, Mein kleines Kind: liebe Mich, und kümmere dich nicht um das übrige. Wann endlich wirst du Mir Vertrauen schenken?»

«Ich vertraue auf Dich, Herr.»

«Zeige es mir, Kleine.»

«Wenn es Einbildungen wären. Wenn nicht Du es wärst, Herr.»

«Ich habe es dir gesagt, Kleine. Es würde dennoch genau das bleiben, was du zu tun hast, um zu Mir zu gelangen. [B 381] Man kommt nicht in den Himmel auf anderen Wegen als auf dem des Leidens und der Entsagung. Ich überlasse dich nun dir selbst während dieser wenigen Tage, die kommen werden, um dich darüber nachsinnen zu lassen, was Ich von dir verlan­ge. Bemühe dich, Kleine, dich nicht ablenken zu las­sen von etwas anderem. Überlege wohl, Kleine, und sehr ernsthaft. Ich werde deine Antwort mit einer fie­berhaften Ungeduld erwarten; denn, wenn sie zu­stimmend ist, wird sie Mir die Pein abnehmen, die Ich empfinde, dich so leichtfertig zu sehen; denn Meine einzige Befürchtung ist, zu sehen, wie du Mir die Welt und ihre Grundsätze vorziehst.»

* 77 *

[B 384] «Wo bist Du, Herr?»

«Ich bin da, ganz nah, selbst wenn du Mich nicht hörst. Warum fürchtest du dich, kleine Tochter? Ich bin da. In Zukunft wirst du jeden Freitag mit Mir den Kreuzweg gehen, willst du? Ich werde dich davon ko­sten lassen, was Mich alle deine Sünden an Leid ge­kostet haben; so wirst du die Größe Meiner Liebe zu dir verstehen und, wenn du den Mut hast, Mir etwas zu verweigern, dann nur, weil du Mich niemals so lie­ben wirst, wie Ich es will.»

«Warum ich ?»

«Darum, weil du, wenn du Mich lieben wirst, deine Liebe nicht bemessen wirst; du wirst Mich maßlos lieben, und dies ist es, was Ich will.»

«Du kannst nicht wissen, Kleine, wie du Mir gefielst mit deinen täglichen Messen; [B 385] denn selbst als dein Herz nicht (recht) dabei war und du Mir viel Pein bereitet hast mit deiner Unbewußtheit vor dem Opfer Meiner Liebe für euch, hast du Mich verherrlicht, ohne es zu wissen. Dies war es, was Mich am meisten gerührt hat; denn nichts ist Mir wohlgefälliger als die­se Art Gebet …»

«Bei der Kommunion sagtest du immer zu Mir: «Ändere mein Herz.» Heute erhöre Ich dich, weil du aufrichtig warst, als du Mich darum batest, trotz des Lebens, das du führtest. Indes, Ich werde dein Herz nicht ändern. Es gefällt Mir so, wie es ist. Ich werde nur deine Liebe ändern, und Ich will, daß du Mir, ein­zig Mir, die ganze Liebe schenkst, deren es fähig ist. Ich will deine einzige Liebe sein. Ich liebe die Teilung nicht. [B 386] Zu lange hast du Mir die Reste gegeben. Heute will Ich es ganz und gar, dieses Herz, das Mich so viel gekostet hat.»

Ich dachte: «Warum nimmst Du nicht andere statt mei­ner dafür? Ich möchte Dich trotzdem lieben, und die an­deren würden es besser als ich verstehen, und sie würden dies gerne haben. Ich, ich liebe das nicht.»

«Ein jeder hat seinen Platz in Meinem Herzen. Niemand kann den deinigen einnehmen. Je teurer et­was ist, desto mehr hängt man daran, und niemand hat Mich mehr gekostet als du. Darum halte Ich so sehr an deiner Liebe fest, die Mir zu geben du so lange Zeit gebraucht hast, und immer noch zögerst du; du hast Angst. Wann endlich wirst du überzeugt sein und [B 387] wirst du dich Mir völlig anheimgeben?»

«Schau nicht auf das, was Ich von dir verlange; schau auf das, was Ich dir gebe. Es wird dir leichter scheinen, Kleine.» …

* 78 *

[B 389, 2. April 1955] Ich muß Dich lieb haben, Herr, um heute morgen aufzustehen. Es ist nicht einladend; ich bin müde.»

«Und Ich, glaubst du, daß Ich dich nicht liebe, Klei­ne? Was findest du Schönes hier unten?»

«Ist es nicht Dein Werk, Herr?»

«Ja, kleine Tochter. Aber wäre es nicht normaler, den Schöpfer aller dieser Werke zu lieben, statt sich an Seine Werke zu hängen und den Schöpfer zu ver­schmähen?»

Ich dachte: «All dies, das ist Wahnsinn. Ich will nicht mehr daran denken.»

«Es ist ein Wahnsinn, der Mir mehr als alles andere gefällt, Kleine. Eben von diesen Verrücktheiten wirst du niemals genug begehen. Warum ist es schwieriger zu glauben, daß Ich zu deinem Herzen sprechen kann, [B 390] sagst du doch, du glaubst, daß Ich bei der Kommunion mit Leib und Seele in dieses dein Herz hinabsteige?»

* 79 *

«Willst du auf Erden alle deine Sünden sühnen und die Sünden der anderen, vor allem der Priester? Dazu wirst du auf alles verzichten müssen, sogar auf deine geringfügigsten Gelüste. Wenn du Mich lieben wirst, werde Ich dir die Gabe der Tränen verleihen. Dein großes Leiden wird jenes sein, das du in der Erinne­rung an deine Sünden empfinden wirst. Wenn du an all das Böse denken wirst, das du Mir angetan hast, wirst du nicht wissen, was du tun sollst, um die Pein wiedergutzumachen, die du Mir mit deinem schlech­ten Wandel in der Vergangenheit zugefügt hast. Dies wird für dich ein heilsames Leiden sein, weil es dir den notwendigen Mut verleihen wird, das Leben an­zunehmen, so wie Ich es will für dich, und später, um all die Leiden zu ertragen, die dich zu Mir führen werden.»

«Du entmutigst mich, Herr.»

[B 391] «Laß dich nicht entmutigen, Mein kleines Kind; Ich werde da sein, und Ich werde dir helfen. Glaubst du, daß Ich dich verlassen werde? Fürchte nicht, arme Kleine; Ich kenne deine Schwachheit; es gibt keine Schwächere als dich.»

«Du sagst mir, daß Du mich liebst, und Du wirst mich leiden lassen ?»

«Kleine Tochter! Glaubst du, daß Mein Vater Mich nicht geliebt hat? Und dennoch, Er hat Mich geop­fert, um euch zu retten. Ich hätte Selbst auch ableh­nen können; aber Ich habe angenommen mit Meinem ganzen Herzen, da Ich im vorhinein wußte, was Ich erleiden würde. Aus Liebe, einzig aus Liebe zu euch al­len, habe Ich es getan. Du, kannst du nicht deinen Teil tun und es annehmen, für Mich zu leiden, Kleine? Selbst wenn du die schlimmsten Leiden erträgst, wirst du niemals den Grad des Leidens erreichen können, den Ich ertragen habe für dich; denn du hast es ver­dient zu leiden. Du bist nichts, und dennoch, dieses Nichts, das du bist, hat sich nicht gescheut, [B 392] ge­gen den Willen eines dreimal heiligen Gottes zu rebel­lieren, und dies um des winzigen Vergnügens willen, deine Begierden und deine Natur zu befriedigen. Siehst du, Kleine, die Leiden, die du zu ertragen ha­ben wirst, du verdienst sie, und du mußt Mir danken für die Gunst, die Ich dir gewähre, indem Ich dir die Gelegenheit gebe, deine Sünden hier unten zu süh­nen; denn es ist eine Gunst, die dir durch Mich zuteil wird und deren du niemals würdig sein wirst. Es ist auch das Zeichen einer großen Liebe, die sich in nichts vergleichen läßt mit der Liebe der Menschen. Du wirst es nicht verstehen, warum Ich, weil Ich dich liebe, dich leiden lasse; das ist zu hoch für dich; du bist zu klein. Nimm an, ohne etwas zu verstehen, Mein kleines Vögelchen. Liebe Mich, und gib dich Mir hin; für das Weitere werde Ich sorgen. Ganz allein wirst du nie etwas tun können.»

* 80 *

[B 393]     «Herr, ich werde niemals können. Ich habe Not, das Leben zu ertragen, so wie es ist. Was wird erst sein, wenn ich alles opfern muß?…»

«Zähle in nichts auf dich, Kleine. Zähle gänzlich auf Mich. Ich werde dir geben, was dir fehlt und was du durch dich selbst nie haben wirst. Warum bist du [B 394] traurig, Kleine, bei dem Gedanken, von der Welt kritisiert zu werden, wenn du annimmst, was Ich von dir verlange?»

«Diese Welt, die sich nicht schämt, Mich zu belei­digen und Meine Gesetze lächerlich zu machen. Du wenigstens, wirst du nicht Meine Partei ergreifen gegen sie? Was wird sie vermögen für dich in der Stunde des Gerichtes, diese Welt, selbst wenn du dein Leben damit verbringst, ihr in all ihren Narreteien zu fol­gen? Ja, diese Welt, die an all ihre Liebhabereien ge­wöhnt ist, die sich in ihrem Luxus und ihrem Komfort gutbürgerlich einrichtet, sie tut alles aus Routine. Sie gehen zur Messe aus Routine und entledigen sich ih­rer übrigen Pflichten ebenfalls aus Routine. Sie häu­fen Sünde auf Sünde, indem sie sich sagen, auf eine mehr oder weniger kommt es nicht an. Sie werden trotzdem in letzter Minute gut durchschlüpfen. Schließlich, sind sie nicht alle wohlangesehen? Sie tun niemandem etwas Böses und wohnen der Sonn­tagsmesse bei und gehen in der Osterzeit zur Kom­munion [B 395]

«Aber Ich, Ich sage euch: ‹Hütet euch; ihr täuscht euch; Meine Barmherzigkeit ist unendlich; aber Ich liebe die Heuchler und die Gleichgültigen nicht; man merke sich dies wohl!›»

«Ich will aufrichtige Reue und Buße zur Sühne für alle diese Sünden, und vor allem, Ich will Liebe; denn ohne Liebe wird niemand in Mein Reich eingehen. Die Zeit ist für alle gekommen, damit aufzuhören, aus Routine zu handeln. Man muß aus Liebe und (zwar) aus Liebe zu Mir handeln. Sonst werdet ihr in euren Sünden gefangen wie in einer Mausefalle, und Meine Gerechtigkeit wird auf euch herunterstürzen, ohne daß ihr Zeit haben werdet, daran zu denken, und ihr werdet vor Mir stehen, ohne einen Liebesakt vorwei­sen zu können. Ich werde Mich gezwungen sehen, euch von Mir zu verstoßen, euch alle, die ihr es abge­lehnt habt, Mich auf Erden zu lieben, und die ihr Angst gehabt habt, eure Liebe zu Mir kundzutun, [B 396] aus Furcht, der Hohn der Menschen zu sein. Dies wird dann nicht der Zeitpunkt für Entschuldi­gungen sein, sondern für die Begleichung der Rech­nungen, und dies wird zum ewigen Unglück dieser kalten Herzen sein, die ihr ganzes Leben lang ihren Willen dem Meinigen vorgezogen haben. Wenn ihr es nicht verstanden habt, Mich auf Erden zu lieben, wie werdet ihr Mich in der Ewigkeit lieben?»

«Während eures Lebens habt ihr euch Götter ge­macht nach eurem Geschmack, die sich allen euren Grillen beugten; ihr habt Mir das Geld, die Vergnügen aller Art vorgezogen, die euch in den meisten Fällen nicht gestattet waren, und ihr möchtet, daß Ich euch nach eurem Tod im Namen Meiner großen [B 397] Barmherzigkeit eintreten lasse in den Ort der Auser­wählung – ohne Passierschein? Ihr seid im Irrtum, verlaßt euch nicht auf eure letzte Stunde, um Reue zu erwecken und Buße zu tun. Wer sagt euch, daß sie euch gewährt werden wird, diese letzte Stunde, in der Weise, wie ihr es möchtet? Ich kenne eure Schwach­heit, und Ich kenne keine Grenzen in Meinem Ver­zeihen; aber Ich sehe auf den Grund der Herzen, und Ich weiß die Aufrichtigkeit im Wollen wie in den Ge­danken zu erkennen.»

«Es gibt nur einen Passierschein, der euch die Tore des Himmels öffnen wird: es ist jener der Buße, der Abtötung, des Gebets und der Gottesliebe.»

«Macht aus eurem Leben ein fortgesetztes Gebet, indem ihr alles aus Liebe zu Mir tut, und ihr werdet euch nie im Wege irren. Das wird mit Sicherheit der Weg sein, der zu Mir führt, dem Einzigen, den ihr lie­ben müßt; denn wenn ihr Mich liebt und wenn ihr die­se Liebe in euer Leben eindringen laßt, wird das Wei­tere folgen, und ihr werdet nicht ein einziges Meiner kleinsten Gesetze übertreten können und dabei vor­geben, Mich zu lieben.»

[B 398] «Um diese Liebe zu erlangen, müßt ihr euer Herz von allem entleeren, was nicht Ich bin, und euch selbst dessen entledigen, was euch erlaubt ist. Sie wird euch nicht zuteil werden, es sei denn um den Preis mancher Leiden und Verzichte auf euren Wil­len.»

«Ich wiederhole es euch, Meine Kinder: nur der Weg der Buße, der Abtötung führt zu Mir. Die Priester mögen auf dieser Lehre des Verzichts und der Kastei­ung bestehen als dem einzigen Mittel, um der göttli­chen Gerechtigkeit genugzutun, und sie mögen sie selbst aufs strengste praktizieren; denn die Zeit drängt, und die Welt muß aus diesem Schlaf erwachen, der sie stracks in die Hölle führt. Durch ihre Beispiele werden sie die andern leichter mitreißen, sie nachzuahmen. Ach! Wie viele Priester verweigern es, sich diesem Gesetz zu unterwerfen, und leben im Lu­xus, preisgegeben ihren eigenen Launen!»

[B 399] «Wie ist Mein Herz traurig angesichts die­ses herzzerreißenden Schauspiels, das Mir diese prin­zipienlosen Priester bieten! Das ist der Grund, warum Ich in die Welt ausziehen muß, um Seelen zu suchen, die bereit sind, sich für diese (Priester) zu opfern, die indes durch ihren Dienst Mir näherstehen müßten als die übrigen und die dennoch im Laster leben und Mich wie einen gemeinen Herrn behandeln, den man nach Möglichkeit zu betrügen versucht, während man ihm versichert, daß man ihn liebe.»

«Dich, kleine Tochter, dich habe Ich gebeten, auf alles zu verzichten für Mich, und Ich gebe dir die Gnade, auf Erden alle deine Sünden zu sühnen. Habe Ich nicht genug getan für dich? Überlege, Kleine; das ist sehr wichtig; denn Ich will, daß du dessen sicher bist, [B 400] was Ich von dir verlange. Ich will nichts Halbes; Ich will alles. Du wirst Mir alles opfern müs­sen, was dir gefällt, und du wirst Meinen Willen tun, indem du alle Leiden annimmst, die damit verbunden sind, um deine Sünden und die Sünden dieser Prie­ster, die mit ihrer Rückkehr zu Mir so säumen, zu sühnen.»

«Erinnere dich, daß du dieser Gunst nicht würdig bist, die Ich dir schenke, und daß Ich dir diese Gnade nur deshalb gewähre, weil Meine Liebe zu dir unend­lich ist. Wirst du es anzuerkennen wissen und Mir da­für danken, oder wirst du sie abweisen?» …

* 81 *

[B 402, 3. April 1955] Ich bat Ihn umVerzeihung für alle meine Sünden; Er hat gesagt:

«Zu viele Sünder verhärten sich in ihren Sünden und bringen es sogar so weit, Mein Dasein zu leugnen. Für diese habe Ich kein Mitleid, und wenn sie sich nicht beeilen, Mich anzuerkennen, werden sie alle zugrunde gehen. Sie mögen indes keine Furcht haben: Welches auch ihre Sünden sind, Ich vergebe dem auf­richtigen und reumütigen Herzen alles; denn Meine Barmherzigkeit und Meine Liebe für den Menschen ist unendlich.»

* 82 *

Ich hatte eine Freundin angerufen, um sie zu wecken; da hat Er mir gesagt:

«Wie du freundlich bist! Kannst du zu Mir nicht ebenso freundlich sein?»

* 83 *

[B 403] Da es sehr warm war und ich heftige Kopf­schmerzen hatte, sagte ich bei mir: «Wenn man nicht so stark geheizt hätte, hätte ich kein Kopfweh bekommen.» Da hat Er gesagt:

«Nein, Kleine, es ist ein bißchen von dem Meinigen, von dem Ich dir gebe. Glaubst du, daß Mich das Mei­nige angesichts der unzähligen Sünden, die vor Mei­nen Augen vorüberzogen, nicht bitter schmerzte? Wie groß ist die Verhärtung des Herzens des Men­schen! Selbst im Angesichte des Todes weigert er sich, Mich anzuerkennen und Meine Rechte über ihn einzugestehen.»

«Was Ich dir sage, gilt für alle und jeden. Ihr müßt euer Leben umgestalten und euren Willen dem Mei­nigen unterwerfen. Ein jeder ziehe Gewinn aus dem, was Ich dir sage. Ich will das Heil aller Seelen; aber Ich werde niemanden gegen seinen Willen retten. Ihr müßt euren Teil tun und euch von allem lösen, was euch nicht zu Mir führt, wenn ihr wollt, daß Ich den Meinen tue. Mein Werk ist ein Werk der Liebe und nicht des Zwangs.»

* 84 *

[B 404] Ich bin gestern zur Kirche gegangen, wie ich es versprochen hatte; da hat Er zu mir gesagt:

«Wenn so viele Seelen in die Hölle kommen, so weil Ich nicht genug großherzige Seelen finde, die bereit sind, sich Mir zu opfern.»

* 85 *

Ich dachte, daß ich mein Gebet vor und nach dem Essen verrichten müsse und daß ich gehemmt sei vor den an­dern. [B 405] Ich sagte zu Ihm: «Dies sind ganz kleine Dinge, Herr; liegt Dir wirklich viel daran?»

«Du weißt nicht, welchen Wert Ich allen diesen kleinen Dingen beimesse, die aus Liebe zu Mir geop­fert werden, zum Heil der Seelen!» hat Er mir geant­wortet.

* 86 *

Als ich nach Hause zurückkehrte, wiederholte Er mir immer:

«Du wirst heute abend Gelegenheit haben, Mir zu beweisen, daß du Mich liebst. Wirst du Mich lieben können, oder wirst du die Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne dir darum Sorgen zu machen?»

Ich weiß nicht, warum Er das folgende gesagt hat:

[B 406] «Wenn alle jene, die der Messe beiwohnen, von diesem Opfer lebten, würde es euch gelingen, euch in gar kurzer Zeit zu heiligen. Aber ach! Man wohnt ihr bei, wie man einem Empfang beiwohnt, ohne daran zu denken, daß Ich darin das höchste Op­fer erneuere, welches zu vollbringen Mich Meine Liebe zu den Menschen gedrängt hat, um euch alle aus eurem Elend zu ziehen. Wie viele erkennen es? Ich verlange indes nur Liebe im Austausch. Ist es denn so schwer, Mich zu lieben, Mich, der Ich euch doch alles gegeben habe?»

«Meine kleine Tochter, es verbleiben dir nur mehr einige Tage vor deiner endgültigen Entscheidung; wirst du diese grenzenlose Liebe, die Ich dir im Tausch für die deine gebe, annehmen? Wenn Ich, der Ich die Liebe selbst bin, geruhe, die Augen auf das Nichts zu senken, das du bist, und dich mit einer Lie­be zu erfüllen, deren du niemals würdig sein wirst, glaubst du, daß Ich zuviel von dir verlange, wenn Ich dich bitte, die Augen zu Mir zu erheben aus dem Nichts, in dem du bist, und Mir diese Liebe zu geben, die du ein bißchen überallhin zerstreust an Nichtig­keiten und Wesen, denen es nicht möglich ist, für dich das zu tun, was Ich für dich getan habe? Laß dich von diesem Gedanken ganz durchdringen. [B 407] Ich will dich ganz für Mich, und Ich will, daß dein Leben ganz Mein sei, sogar deine geringsten Gedanken, und, um dahin zu gelangen, werde Ich alle Hindernisse besei­tigen, die sich auf Meinem Weg befinden werden. Dies wird für dich viele Opfer und Verzichte bedeu­ten; aber glaubst du, daß Ich die Mühe (und den Schmerz) nicht wert bin?»

«Du, über die Ich alle Augenblicke wachen mußte, so groß war deine Schwachheit, was würdest du tun ohne Mich? Wohin würdest du gehen, armes Kind? Du würdest dich blindlings in alle Lüsternheiten und Leidenschaften dieser Welt stürzen, die kein anderes Ziel zu haben scheint als das Vergnügen, und du würdest fern von Mir verlorengehen, ohne je wieder zurückkehren zu können.»

«Denke daran, Kleine; du mußt wählen zwischen Mir und der Welt. [B 408] Ich habe allzulange schon gewartet, und du hast Mich genug leiden lassen. Ich will deine Liebe. Ich hätte dich nach so vielen Belei­digungen weit von Mir stoßen müssen; aber deine Schwachheit als kleines Kind hat Mich gerührt, und Ich wollte dir einen weiteren großen Beweis dieser tiefen Liebe geben, die Ich für dich empfinde, indem Ich dich auf eine besondere Weise an Mich ziehe und indem Ich dir anbiete, was Ich dir angeboten habe. Wirst du diese Gunst, die dir durch Mich zuteil ge­worden ist, anzuerkennen wissen, trotz deiner großen Unwürdigkeit und deiner großen Erbärmlichkeit, und Mir die ganze Liebe geben, deren du fähig bist, indem du Mir alles auf dieser Erde opferst? Meine Liebe ist die einzige, deren du nie überdrüssig werden wirst; denn sie ist unendlich.»

«Vom Donnerstag auf den Freitag will Ich, daß du die Nacht damit zubringst, mit Mir zu wachen. Ich werde dich in deinen Gedanken und in deinem Her­zen alles das wiedererleben lassen, was Ich für euch [B 409] erlitten habe; selbst wenn du möchtest, wirst du deinen Geist keinen einzigen Augenblick von die­sem Schauspiel abwenden können.»

«Während des ganzen Tages und der Nacht wirst du alles wie gewohnt tun, aber (nur) wie ein Automat; denn du wirst nur mit dem Leib auf der Erde sein; dein Geist und dein Herz werden bei Mir sein und mit Mir die rauhen Wege der Erlösung gehen. Nachher wirst du dich entscheiden, ob du Mir deine Liebe geben willst oder ob du sie Mir entziehen willst.» …

* 87 *

Mein Kopf! Ich weiß nicht mehr, wohin ich ihn legen soll. Ich werde gequält. [B 411] Wenn ich mich getäuscht hätte und alle diese Dinge umsonst täte? Wenn es Ein­bildung wäre, würde es nicht eine Sünde sein, mir einge­bildet zu haben, daß der liebe Gott zu mir spreche? Dann würde mir alles, was ich in der Folge täte, nichts nützen. Ich habe große Angst, und ich möchte fähig sein, die Tage (Zeit) anzuhalten. Was werde ich nun tun? Wenn Er Sie auserwählt hätte, Sie oder Ihren Mitbruder, würde ich sagen, daß es richtig ist; sie haben dem lieben Gott immer nach bestem Vermögen gedient, während es bei mir ganz das Gegenteil ist; ich habe am meisten Sünden begangen, mehr als alle anderen, und da sollte Er zu mir sprechen? Was würde geschehen, wenn ich mich darüber nicht aufhielte [B 412] und so täte, wie wenn ich nichts gehört hätte in meinem Herzen? Wenn dies sein kann, daß das der Wille des Herrn ist, so kann es auch sein, daß ich mir das alles eingebildet habe. Was werde ich nur tun?

Bei dem Gedanken, ich könnte nur so tun, als ob ich nichts gehört hätte in mir, kann ich Ihnen nicht sagen, was dies in mir bewirkt. Man würde meinen, daß mir das Herz weh tut. Und anderseits, wenn ich daran denke, daß ich alles werde befolgen müssen, was ich zu hören geglaubt habe, habe ich eine solche unerklärliche Angst; denn ich kann Ihnen nicht genau sagen, wovor ich Angst habe. Ach, Herr! Wie bin ich doch schlecht geeignet! Mußte es sein, daß das mir geschehe, mir! Mir schien, Ihn gerade in diesem Moment sagen zu hören:

«Warum fürchtest du dich? Warum zweifelst du [B 413] und quälst du dich so? Solange du dich nicht völlig Mir anheimgibst, wirst du unentschlossen sein. Überlaß dich Mir, Kleine, und setze dein Vertrauen nur auf Mich. Verlaß dich in nichts auf dich; denn Ich habe es dir gesagt: allein wirst du nie etwas tun kön­nen. Ich habe dir jemanden gegeben, um dir zu hel­fen; vertrau ihm deine Befürchtungen an, und tue, was er dich heißen wird; denn indem du tust, was er sagt, wirst du immer gewiß sein, Meinen Willen zu tun.» …

[B 415] Wenn ich nicht so viele Dummheiten began­gen hätte, würde ich vielleicht besser verstehen, was mir heute geschieht, daß der liebe Gott Sich mit mir aufhält. Und dennoch, siehe da, Er sagt mir:

«Warum dich quälen und zu verstehen suchen? Ich habe dich nicht erwählt wegen deines Verdienstes, sondern weil deine Unwürdigkeit die größte war und weil Ich gerade deswegen eine größere Verherrli­chung aus dem gewinnen werde, was Ich für dich ge­tan habe.»

*88*

[4. April 1955] «Wie reagierst du empfindlich auf die Feindschaft der Menschen! Und doch, Ich, Ich weinte und brach zusammen unter den Schlägen, und du hat­test nicht einmal Mitleid. Ich dürste nach Seelen, Kleine, möchtest du dich nicht für diejenigen opfern, die Mich ablehnen, und diese Seelen, die Mich so viel kosten, an Mich ziehen?» …

*89*

Ich frage mich, ob ich nicht verrückt werde. Da ist eine Stimme, die zu mir spricht:

[B 417] «Warum zweifelst du? Was muß Ich nur tun, damit du glaubst? Als Ich auf Erden war, was habe Ich da jenen, die Mich um ein Zeichen baten, um ihnen zu zeigen, wer Ich bin, geantwortet, Kleine? Heute ist die Antwort die gleiche. Man muß glauben und Mich lieben, ohne die Mittel zu verstehen, deren Ich Mich bediene, um zu diesem Ziel zu gelangen. Aus dem Nichts, in dem ihr euch befindet, möchtet ihr Mich verstehen, Mich, das Wort!»

«Verzichtet darauf; es ist Stolz, und dieser Stolz wird euch ins Verderben stürzen, wenn ihr nicht auf­paßt, so wie er alle jene verlorengehen ließ, die es ab­gelehnt haben, an Mich zu glauben, und Meine Ab­sichten mit ihnen anzunehmen. Ich wiederhole es dir, Kleine: übergib alles Mir. Habe Ich nicht das Recht, deine ganze Liebe zu fordern, wissend, [B 418] daß du, um dazu zu gelangen, Mir alles wirst opfern und dar­ob viel leiden müssen? Gibst du vor, mehr zu sein als Ich und dich diesem Gesetz des Leidens und des Ver­zichtes entziehen zu können, das doch Mein eigenes Los war, obwohl ich der Herr bin?»

«Ich wiederhole es dir: Ich will Liebe, nichts als Liebe. Ich weiß, daß du gequält wirst. Das ist normal, daß dem so ist; aber vertraue dich Mir an, und du wirst über all dies triumphieren; denn Ich bin immer hier bei dir, Kleine. Ich liebe dich, und Ich wache; fürchte also nichts; es wird dir nichts geschehen, was Meinem Willen zuwiderliefe.»

* 90 *

Ich war damit beschäftigt, die Treppe vor dem Haus zu wischen, und ich betrachtete mich im Spiegel, um zu se­hen, ob mein Haar nicht zerzaust sei; da habe ich in mir gehört:

[B 419] «Wie bist du eitel! Und viel zu sehr besorgt zu wissen, wie du aussiehst und ob du den Männern gefällst. Vor allem dein Wunsch zu gefallen ist maß­los, Kleine, und doch gibt es nur Einen, dem du gefal­len mußt, und das bin Ich.» 

«Ich bin keine (Ordens)Schwester. Ich kann doch nicht absichtlich so tun, daß ich einfältig aussehe.»

«Ich weiß, Kleine. Aber ist es nötig, sich immer mit dem Gedanken zu beschäftigen, ob du wohl gefällst oder nicht? Warum immer die Schönste sein wollen? Es gibt nur eine einzige Schönheit, die nie verwelkt: die der gänzlich Mir zugewandten Seele …

Was kümmert dich der Rest, Mein Kind? Mir mußt du gefallen, und um dazu zu gelangen, gibt es nur das einzige Mittel, Mir deine Neigungen und deinen Wil­len zu opfern und aus allen deinen Taten, und selbst aus deinen kleinsten Gedanken, [B 420] einen Liebes­akt für Mich zu machen. Däs übrige nützt dir nichts. Selbst wenn es Wahnsinn ist, begehe diesen Wahn­sinn für Mich. Habe Ich nicht die Verrücktheit voll­bracht, für euch zu sterben; doch allzu zahlreich sind jene, für die Mein Tod nutzlos bleiben wird, weil sie es ablehnen, sich Meinem Willen zu unterwerfen, indem sie vorgeben, daß das, was Ich von ihnen verlange, keinen Sinn hat, und daß dies Dinge aus einer ande­ren Zeit sind. Aber Ich sage euch, daß Ich, selbst in diesem 20. Jahrhundert, in welchem der Mensch sich sogar als Herr über die Natur vorkommt, nichts an Meinen Gesetzen ändere und daß alle, die den Ver­zicht, das Opfer, die Abtötung, das Gebet und die Buße verschmähen, verlorengehen werden, wenn sie allem die Sinnengenüsse jeglicher Art, den Luxus, den Komfort und ihre Befriedigung in allem, was sie tun, vorziehen.»

[B 421] «Warum dich quälen und dich in solche Zu­stände bringen, indem du versuchst, dir im voraus einzubilden, was Ich von dir verlangen werde und was du zu erleiden haben wirst? Was kümmerst du dich darum, da du doch nicht allein sein wirst und da Ich bei dir sein werde, um dir zu helfen, alles zu ertra­gen.»

«Du weißt, wie ich bin; es wird mir niemals gelingen.»

«Ich weiß, Kleine, was du bist, und Ich kenne sogar die geringsten deiner Unvollkommenheiten. Deshalb habe Ich dich auserwählt, weil du, da du die Schwäch­ste und die Unwürdigste bist, Meiner mehr bedarfst und Ich aus allem, was Ich in dir tun werde, eine grö­ßere Verherrlichung gewinnen werde. Alles, was Ich von dir für den Augenblick verlange, ist: Mir zu sagen, ob du auf Erden alle Sünden deines Lebens und jene der Priester sühnen willst …»

[B 422] «Es ist dringend erforderlich, für die Priester zu sühnen, denn sie sind das Licht der Welt, und wenn das Licht erlischt, was würde aus dieser armen Welt der Finsternisse werden? Wenn alle Priester das wä­ren, was sie sein müßten, nämlich Heilige, würde die Welt sich von selbst heiligen; denn wenn die Wurzeln eines Baumes schlecht sind, wird der ganze Baum zu­grunde gehen. Die Zeit drängt. Der Kelch der Bosheit läuft über. Ich brauche Sühne und Liebe, um all das Böse zu kompensieren, das man Mir antut. Es ist dir gegeben, dir und allen, die aufrichtig aus deinem Le­ben ein immerwährendes Opfer machen wollen, dar­gebracht zur Sühne für alle Sünden, die sich jeden Tag mehren und die zu Mir aufsteigen und Meinen Zorn anschwellen lassen, den Ich nicht viel länger mehr werde zurückhalten können, [B 423] wenn die Welt nicht Buße tut.»

«Überlege, Kleine, überleget alle; denn das Reich des Bösewichtes hat lange genug gedauert. Ich kann es nicht mehr ertragen. Es ist erforderlich, daß Ich es bin, der regiert.»

* 91 *

Als Antwort auf das, was Sie mir gesagt hatten:

«Ich nehme ihn mit einer unendlichen Freude an, und Ich werde auch alle jene annehmen, die ihr in eurer Nachfolge werdet mitziehen können, vorausge­setzt, daß sie aufrichtig sind in ihrer Hingabe. Die Aufgabe deines Paters ist es, dir zu sagen, was du aus deinem Leben wegschneiden mußt; er möge nicht vergessen, daß Ich alles will. Ich will, daß du auf dei­nen Willen verzichtest, um nur den Meinigen zu tun, daß du das annimmst, was Ich dir schicken werde zur Sühne für deine Sünden und die der Priester; vor al­lem, daß du nie etwas tust, [B 424] wenn du nicht sagen kannst, daß du es aus Liebe zu Mir tust oder um Mir zu gefallen. Schließlich will Ich, daß du auf dich selbst verzichtest, um nur noch für Mich zu leben. Was Ich dir sage, möge dein Pater auch auf sich selbst anwenden und auf alle, die das gleiche Opfer bringen möchten. Was den Wunsch betrifft, zu wissen, was ge­schehen wird und wie es geschehen wird: geht etwa ein Arbeiter hin, um sich beim Architekten Auskunft zu holen, wie er es angestellt hat, um den Plan für sein Haus zu machen und warum er ihn in dieser Weise gemacht hat? Beunruhigt euch also über nichts. Ich verlange von euch nur, Mich zu lieben ohne Maß, und Ich, Ich werde das übrige tun. Sage ihm, daß Ich sein Herz kenne, und daß Ich von ihm nicht weniger er­warte.»

* 92 *

[B 425] Heute habe ich fast nichts gehört. Ich weiß nicht, was ich habe; es sieht so aus, als ob ich ein zusammenge­schnürtes Herz habe. Man würde meinen, daß es in et­was gefangengehalten ist. Nun, ich vermute, daß ich nur zu warten habe. Hier nun, was ich heute morgen zu hö­ren glaubte:

«Sieh dieses Herz, das dich so sehr geliebt hat! Wirst du Ihm etwas verweigern können? Wirst du mit Mir in dieser Nacht zu wachen wissen? (Hoher Don­nerstag.) Wirst du der Versuchung, Mich zu verlassen und zu schlafen, widerstehen ?»

[B 426] Als man die Altartücher weggenommen hat, dachte ich: «Mein Gott, wie leer das aussieht!»

«Ja, Kleine, leer, wie dein Herz sein muß, um Mich zu empfangen.»

* 93 *

Ich sage Ihnen ganz freimütig, daß ich den Eindruck habe zu träumen. Ich werde mir nicht recht bewußt, was mir geschieht, so sehr übersteigt mich dies. Ich habe Ihm heute morgen gesagt: «Selbst wenn ich mir dies einge­bildet habe, oder wenn ich geträumt habe, mache daraus eine Wirklichkeit, Herr; denn ich will aufrichtig das, was Du willst; aber laß mich nie allein. Ich werde nichts tun können. Hilf mir, wenn es so Dein Wille ist!» Er sagt in dieser Zeit immer:

«Warum fürchtest du dich? Ich bin da.»

[B 427] Ich werde tun, was Sie mir gesagt haben, mein Pater, und ich hoffe, daß selbst wenn nicht Er es ist, der es von mir verlangt hat, es nichts gibt, was dem Herrn in allem, was ich tun werde, mißfällt.

* 94 *

«Wenn Ich deinen Pater nicht hätte in das mit einbe­ziehen wollen, was Ich von dir verlange», hat Er mir gesagt, «würde Ich Mich seiner bedient haben, um dich von dort herauszuholen, wo du warst, um dich bis zu Mir zu führen? Glaubst du nicht, daß Ich es ganz alleine hätte tun können, ohne seine Hilfe? Würdest du Meine Macht bezweifeln? Muß er warten, bis Ich ihn bitte? Wenn er Mich wirklich liebt, kann er es nicht aus sich selbst tun? Was Ich dir sage, dient al­len; Ich habe es dir schon gesagt. Er möge Gewinn daraus ziehen für sich und für die andern. [B 428] Ich werde alle annehmen, die sich damit verbinden wol­len; denn die Zahl der Seelen, die einwilligen werden, ihr Leben nach ihrem Willen zu opfern, um es nach dem Meinigen zu leben, wird nie hinreichend groß sein, weil die Zahl der loszukaufenden Seelen immer größer sein wird als die der Gerechten und jener, die Mich lieben werden, wie Ich geliebt werden möchte. Aus diesem Grunde wird es, um der göttlichen Ge­rechtigkeit Genugtuung zu verleihen, immer nötig sein, daß großherzige Seelen bereit sind, durch ihre Opfer, ihren Verzicht und ihre Gebete die Sünden je­ner zu sühnen, die sich weigern, Mich zu hören, ge­blendet wie sie sind von ihren Leidenschaften und ih­ren Lastern.»

«Warum sprichst Du nicht eher zu Ihm als zu mir?» «Versuche nicht, Kleine, das zu verstehen, was die menschliche Intelligenz immer übersteigen wird. Selbst die Vollkommensten und Heiligsten haben Meine Handlungsweise nie gänzlich verstanden; denn, vergiß es ja nie: [B 429] Meine Ansichten sind nicht eure Ansichten. Ihr müßt gehorchen, ohne zu verstehen, in allem, was Ich von euch verlange; denn wenn ihr alles verstehen müßtet, woran ihr glaubt, wie würdet ihr glauben können, daß in einem einzigen Gott drei Personen sind: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist?»

«Ich habe es dir gesagt: Ich habe dich erwählt, weil du die Unwürdigste warst, vergiß es nie. Du wirst nie etwas verdienen von dem, was Ich dir gebe. Es wird immer eine Wirkung Meiner großen Barmherzigkeit sein und Meiner großen Liebe zu dir und zu allen Menschen. Weil du die Kleinste bist, brauchst du Mich mehr.» …

*95*

[B 432, 5. April 1955] Als ich heute morgen zur Messe ging, bewunderte ich die Natur, und ich hörte:

«Alle diese Schönheiten der Natur, die du bewun­derst, werden dir, wenn du bei Mir sein wirst, ganz fade erscheinen, und die größte deiner irdischen Freuden wird sich in nichts vergleichen lassen mit der kleinsten, die du bei Mir haben wirst; deshalb zögere nicht mehr, Kleine. Wirf deine Befürchtungen [B 433] und deine Zweifel beiseite, und komm zu Mir. Was du auch immer zu ertragen haben wirst, bleibe da, und Ich werde dir das Tausendfache dessen geben, was du für Mich tun wirst.»

Bei der Kommunion heute morgen sagte ich bei mir, als ich meine Reihe abwartete: «Herr, ich bin nicht wür­dig; aber wenn ich darauf wartete, bis ich es wäre, würde ich nie dazu kommen, Dich zu empfangen; denn ich weiß, daß ich es nie sein werde. Mache, daß mein Herz für Dich eine Wohnstatt ist, die Dir zum Bewohnen nicht zu beschwerlich ist.»

«Wie du Mir so gefällst, kleine Tochter», hat Er ge­sagt.

* 96 *

Nach meiner Kommunion fand ich nichts zu sagen, um Ihm zu danken. Da habe ich diesen Morgen zur Heiligen Jungfrau gesagt: «0 Maria, meine Mutter, sieh meine Armut; ich habe Jesus nichts Schönes darzubringen, um Ihm dafür zu danken, daß Er in mein Herz gekommen ist. Gib mir das Deine, Deine Danksagungen, und ich werde die meinen hineinlegen, die sich ohne Zweifel ne­ben den Deinen nicht werden sehen lassen können; aber das macht nichts; ich weiß, [B 434] daß Er (noch) zufrie­dener sein wird.» Dann habe ich gehört:

«Meine kleine Tochter, du hast das Vorrecht, in einer besonderen Weise geliebt zu sein; tue alles, was Er immer von dir verlangt, und Er wird dir nichts ver­sagen.»

* 97 *

Als ich nach Hause zurückkehrte, dachte ich: «Herr, ist dir nicht zu unwohl in meinem Herzen ?»

«Bewahre Mir deine Liebe, und Ich werde die Un­vollkommenheiten nicht sehen. Mag diese Liebe auch noch so unvollkommen sein, gib sie Mir, und Ich werde daraus ein Wunderwerk machen!»

* 98 *

Ich dachte: «Wie ist sie heiß, Deine Sonne!»

«Mein Herz brennt noch viel stärker!»

* 99 *

Ich war traurig bei dem Gedanken, daß ich Ihnen zu Ostern nichts werde geben können. Er hat mir darauf gesagt:

[B 435] «Ich auch, Ich möchte ein Geschenk, Klei­ne, und weißt du, was es ist? Es ist dein Herz; wirst du es Mir geben? Gib mir diesen Schmerz, den du emp­findest, weil dein Pater es nicht angenommen hat, von dir beschenkt zu werden, und Ich werde dir daraus mit allem, was du Mir opferst, eine Krone der Glorie machen. Ich will dich losgeschält wissen von allem. Binde die anderen nicht an dich mit deinen Kaprizen. Was Ich von dir will, will Ich auch von den anderen. Ich werde immer bei dir sein und Mein Feind auch. Er wird alles tun, um dich Mir zu entreißen; aber fürchte nichts; Ich bin der Stärkere; er wird Mich nie bezwin­gen. Setze dein ganzes Vertrauen auf Mich, und Ich werde dich nie verlassen. Du verläßt Mich nie, und Ich, Ich werde dich auch nie verlassen. Wenn Ich ge­zwungen bin, Mich zurückzuziehen, so, weil ihr selbst Mich verlassen habt.»

* 100 *

[B 436] «Mein Gott, wie ist es doch schwer, das zu tun, was Du willst», habe ich gedacht, als Er mir meinen Mangel an Geduld vorgeworfen hat. Da sprach Er:

«Ja, aber wie schön; du kannst dir nicht vorstellen, zu welchem Wunderwerk Ich dich führe, wenn du Mich gewähren lassen willst. Ist die Freude, die du in diesem Augenblick darüber empfindest, dazu beige­tragen zu haben, eine Seele zu Mir zurückzuführen, nicht mehr wert als alle Freuden, die die ganze Welt dir geben kann?» …

* 101 *

[B 437] «Überlege, Kleine; denn der Zeitpunkt ist nahe, an dem du zwischen Mir und der Welt wählen mußt», scheint der Herr mir gegenüber zu wiederho­len.

* 102 *

[B 438] «Siehe, die Hohe Woche (Karwoche) beginnt. Du wirst daraus ein bißchen mehr machen müssen für Mich, Kleine; es sind ihrer so wenige, die daran den­ken.»

«Willst du Mir zwei Mahlzeiten opfern? Bei diesen zwei Mahlzeiten wirst du nur Flüssigkeit zu dir nehmen, indes, tue nichts ohne die Erlaubnis deines Pa­ters, und erinnere dich, daß du alles tun mußt, was er von dir verlangen wird.»

* 103 *

[B 439] Hier, was Er mir soeben gesagt hat:

«Du hättest es vorgezogen, deinen Willen zu tun; es ist also ein größeres Opfer für dich, das zu tun, was er dir gesagt hat. Tue es furchtlos, Kleine; sei gewiß, daß du Mir gefällst.»

* 104 *

[7. April 1955] Soeben habe ich in mir gehört:

«Ich bin daran, dir dein Kreuz vorzubereiten, Klei­ne; wirst du es annehmen?»

«Ich habe nicht den Mut dazu.»

«Was tut es; Ich werde dir den Meinen geben; liebe Mich!»

 «Mein Gott, ich habe Angst!»

«Ich auch, Ich habe auch Angst gehabt, Kleine. Aber du, warum fürchtest du dich, da Ich bei dir bin?»

[B440] «Ich fühle mich allein.»

«Du bist nicht allein; Ich bin da, bei dir. Fürchte dich nicht.»

Seit eben weiß ich nicht, was mit mir geschieht. Es ist noch nicht 19 Uhr. Sie beginnen früh, die Wachestunden bei ihnen. Ich habe in meinem Geiste ein Bild, welches mich nicht verlassen zu wollen scheint. Es ist, wie wenn ich es hier vor mir hätte. Es ist ein Mann oder eine Frau, ich weiß nicht. Auf alle Fälle hat er oder sie einen langen Rock an und wie eine Art Sandalen an den Füßen; ich bin nicht ganz sicher. Jeden falls sieht man seine ganzen Füße, sehr lange Haare, die in der Mitte geteilt scheinen. Ich sehe alles ganz deutlich, ausgenommen das Gesicht. Man würde meinen, daß er etwas vor dem Gesicht hat, das mich daran hindert, es deutlich zu sehen; indes, ich fühle den Blick durch den Schleier. [B 441] Er scheint mich immer fest anzublicken, und im Grunde meines Herzens höre ich:

«Ich warte auf dich, Kleine!» Und andere Male sagt die Stimme: «Komm hierher zu Mir und ruhe dich ein wenig aus; du wirst gleich mit Mir wachen müssen!»

Dann öffnet die Gestalt in meinem Geiste die Arme, damit ich in sie hineingehe. Wenn Er da ganz nah bei mir wäre, würde ich sofort hingehen; denn es scheint mir, daß mir so wohl wäre in Seinen Armen; dort wäre ich in Sicherheit, und ich würde mich vor nichts mehr fürch­ten. Ich kann Ihnen nicht erklären, wie mein Herz in die­sem Augenblick ist: erfüllt von einer Freude, die ich nicht erklären kann, da ich sie vorher nie gekannt habe, und gleichzeitig von einer großen Furcht. Ich höre:

[B 442] «Bist du bereit, Kleine. Du wirst Mir bald in den Garten der Leiden folgen müssen.»

«Schon! Herr», habe ich geantwortet.

«Ja, Mein Kind, die Nacht wird lang und bitter sein … Behalte deine Gedanken bei Mir. Verlaß Mich nicht einen Augenblick, und wenn du frei sein wirst, werde Ich dich holen, Kleine, damit du mit Mir den Weg der Leiden gehst, die Ich für euch erduldet habe.»

Ich habe etwas wie eine Sehmaschine im Kopf, die mir Bilder sendet. Jetzt sehe ich wieder die gleiche Per­son, wie ich sie soeben gesehen habe. Sie wird von meh­reren anderen begleitet. Sie geht voraus. Sie hält manchmal an und schaut mich mit einem so milden und traurigen Blick an, daß ich nicht mehr weiß, was ich tun würde. Ich würde mich verbergen, ich weiß nicht wohin, um diesem Blick zu entgehen, der so schwer auf mir la­stet. Es scheint mir, sie gehen auf einem Feld, dessen En­den ich nicht sehen kann.

Jetzt ist sie (die Person) auf den Knien. Sie hält den Kopf in den Händen, und es sieht so aus, als weinte sie. Die anderen, die ihr folgten, [B 443] sind ein wenig wei­ter weg in der Dunkelheit. Ich weiß nicht, was sie ma­chen.

«Siehe, Kleine, siehe Mein Elend. Schau, wie Mich die Last eurer Sünden heruntergebracht hat, und eure Bosheiten, Mich, den Meister der Welt. Ich zittere vor Angst bei dem Gedanken an das schauderhafte Schauspiel, das Mir eure unzähligen Sünden darbieten, und wenn Ich an alle diese schrecklichen Qualen denke und an diese Leiden, die Ich für euch zu ertra­gen haben werde, um den Zorn Meines Vaters gegen euch zu besänftigen und zu mildern.»

«Schau Mich an. Schau Mich gut an. Es sind deine Sünden und jene aller Menschen, die Mich zu diesem elenden Zustand erniedrigt haben. Wenn die Sünde ihr Werk der Vernichtung vollbracht haben wird, werde Ich kein Mensch mehr sein. Ich werde ein Fet­zen mit menschlicher Gestalt sein, verschmäht und verhöhnt von euch allen, Menschen ohne Herz, die ihr ein härteres Herz habt als diese Steine, die Mich umgeben.»

[B 444] «Kleine Tochter, bleibe bei Mir. Verlaß Mich nicht. Erleichtere Mir diese Bürde, die Mich erdrückt, und nimm ein bißchen von diesem Leiden, das Mir das Herz zusammenschnürt, so daß es schier bricht. Willst du, Mein Kind?»

«Ich bin nicht würdig, Herr; aber wenn Du willst, will ich schon.»

«Deine Unwürdigkeit sehe Ich nicht. Ich sehe nur dein Herz und was es an Liebe für Mich enthält.»

«In diesem Jahrhundert, in dem selbst die Tugend käuflich ist, siehst du, Kleine, bis wohin die Liebe zum Geld und den Gütern der Erde gehen kann? Sieh Ju­das an, der herbeikommt, und der Mich für 30 elende Geldstücke verkauft hat, Mich, seinen Meister und seinen Gott. Welche Pein habe Ich angesichts dieses Verrats durch einen der Meinen erlitten, Meine klei­ne Tochter! Und du, wie viele Male hast du diese Ge­bärde des Judas wiederholt? … Du wirst im Verlauf Meiner Passion sehen, [B 445] was Mich alle deine Sünden an Leiden gekostet haben.»

«Glaubst du, Kleine, daß wenn Ich dich bitte, Mir alles zu opfern, Ich zuviel verlange? Sieh Mich, die Unschuld selbst, wie man Mich behandelt! Man fes­selt Mich, und man schleppt Mich herum wie einen gemeinen Dieb.»

«Ich hätte Mich verteidigen und sie mit einem ein­zigen Blitzesblick erschlagen können; habe Ich es ge­tan? Nein, Ich habe alles angenommen, ohne etwas zu sagen; warum wohl, denkst du? Aus Liebe zu euch al­len, unwürdige Menschen, die ihr so wenig dankbar dafür seid, was Ich für euch getan habe. Hörst du die­se Geißelschläge, die auf Meinem Fleisch zischen, und siehst du dieses von den Schlägen zerrissene Fleisch, wie es zerfetzt (zerhackt) wird wie Sperling­futter. [B 446] Schaue gut hin. Dahin haben Mich dei­ne Sünden gebracht.»

«Werdet ihr kein Mitleid haben? Werdet ihr dieses Massaker nicht aufhören? Was habe Ich euch getan? Habe Ich euch nicht alles gegeben? Seht, mit wel­chem Geld ihr Mir bezahlt: mit Verachtung und Sar­kasmus. Ihr spottet Meiner, indem ihr tut, was ihr wollt. Ihr tretet alle Meine Gesetze mit Füßen, indem ihr Mich verlacht, Mich schmäht, ohne zu hören, wie Ich flehe. Es ist genug; Ich kann es nicht mehr ertra­gen. Du, Mein kleines Kind, wirst du angesichts all dessen gefühllos bleiben und wirst du vor den Opfern zurückweichen, die Ich von dir verlange, und die doch in nichts dem gleichkommen, was Ich selber er­litten habe?»

«Betrachte diese Frau, die sich nicht gescheut hat, dieser durch den Haß entfesselten Menschenmenge zu trotzen und Mir das von Schweiß, von Blut und Speichel bedeckte Antlitz abzuwischen. So ist es, wie Ich dich will [B 447] und wie Ich euch alle will, ohne Furcht vor dem Gelächter oder dem Spott der ande­ren. Ich will, daß ihr all dem trotzt und daß ihr allen zeigt, daß Ich der einzige König und Herr eures Her­zens und eures Lebens bin.»

«Sieh diese Nägel, die sie in Meine Hände und Meine Füße bohren, diese Nägel, die mir die Knochen zerquetschen. In ihrer Raserei haben sie nicht einmal Mitleid gehabt mit Meiner Scham und haben Mich nackt wie einen Wurm den Blicken all dieser entarte­ten Wesen ausgesetzt, die Mich behandelt haben, wie man nicht einmal die niedrigsten Verbrecher behan­delt, Mich, der Ich ihnen doch nur Gutes getan habe.»

«Eine jede deiner Sünden hat diese Kreuzigung er­neuert. Verstehst du die Größe deiner Sünden und die Notwendigkeit, zu sühnen für dich und für die andern, die sich weigern zu verstehen, vor allem die Prie­ster?»

[B 448] «Bei der Kommunion des Priesters, heute morgen, will Ich, daß du Mir dein Leben weihst, wenn du annimmst, was Ich von dir verlangt habe. Ich for­dere, daß dies dort geschehe, weil alles, was man am Fuße Meines Altares verspricht, nicht verleugnet werden kann. Bist du bereit, Kleine?»

Bevor ich ging, um das Kreuz zu küssen, dachte ich: «Herr, hefte mich an dieses Kreuz, das ich küssen wer­de.»

«Von diesem Augenblicke an wirst du darauf fest­gebunden sein.»

«Gib mir ein, Herr, was ich sagen muß.» Hier, was Er mich zu sagen geheißen hat:

«Mein Gott, ich opfere Dir mein Leben; mache daraus, was Du willst, wann Du willst, wie Du willst, Ich nehme im voraus alles an, was Du mir schicken wirst: die Leiden, die Pein und die Verzichte, die Du von mir fordern wirst als gerechtes [B 449] Strafgericht für meine zahllosen Sünden und zur Sühne für die Sünden aller Prie­ster, und dies als eine Wirkung Deiner gro­ßen und unendlichen Barmherzigkeit ge­genüber dem Nichts, das ich bin. Ich opfe­re Dir alles auf in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu Christi, meines Heilan­des. Amen.»

«Du gehörst fortan Mir, vergiß es nicht. Ich will, daß du Mir dieses Gebet an allen Abenden deines Le­bens wiederholst, wie auch jene, die wie du tun und ihren Willen dem Meinigen opfern werden.»

 

Fortsetzung folgt!

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 04

* 46 *

Ich sage Ihnen, daß ich einen ganzen Abend lang ver­bracht habe mit stupiden Zerstreuungen. Sie haben sich alle gefragt, was ich wohl habe. Der Herr hat mir wäh­rend der Zeit, in der ich Karten gespielt habe, weiter nichts gesagt als dieses:

«Vergiß nicht, was du versprochen hast.»

Und ich hatte den Eindruck, daß Er da war, ganz nah bei mir, und das war es, was mich daran hinderte, den Kopf beim Spiel zu haben. Ich sage Ihnen, es lockte mich, gar nicht heimzugehen und mich zu Bett zu legen. Als ich nach Hause zurückkehrte, habe ich gedacht: «Ich entschuldige mich, Herr, ich habe mich eine halbe Stun­de verspätet; aber es war so hart; ich war so versucht zu bleiben.»

«Ich weiß, und Ich verzeihe dir, kleines Mädchen. Selbst wenn es nötig war, daß Ich dir jemanden schicke, um dir zu helfen, es zu tun. [B 295] Ich bin stolz auf dich, und Ich danke dir für dein Opfer. Man kann nicht zuviel auf einmal verlangen von einem Kind. Ich habe dein Vergnügen verdorben; aber wenn du wüßtest, wieviel Freude Mir dein Opfer bereitet hat, würdest du dein Leben damit verbringen wollen.»

* 47 *

Heute morgen, als ich aus dem Hause trat, um zur Messe zu gehen, dachte ich nicht daran; aber ich hatte nicht zwei Schritte gemacht, als ich hörte:

«Und Mich, Mich vergißt du?»

Ich habe gedacht: «Aber nein, Herr, guten Tag!» Ich dachte an Ihn, einfach so. Er hat gesagt:

«Sagst du nichts?» …

[B 296] Ich dachte: «Herr, ich werde nie verstehen, wie Du Dich herablassen kannst, bis in Mein Herz hin­abzusteigen, da Du mich doch kennst, so wie ich bin.»

«Ich liebe dich, tue desgleichen.»

* 48 *

Ich hatte Zerstreuungen, und ich dachte: «Verzeih mir meine Zerstreutheit.»

«Ich vergebe dir; aber liebe Mich.»

[B 297] Als ich nach Hause zurückkehrte, sagte Er mir:

«Würdest du weit gehen mit Mir auf diese Weise?» «Bis ans Ende der Welt», habe ich gedacht.

«Ist das weit genug?»

* 49 *

Ich war im Begriffe zu arbeiten, und ich konnte an nie­mand anderen denken als an Ihn; ich fühlte Ihn so sehr, als ob er gegenwärtig wäre. Ich habe zu mir selbst ge­sagt: «Mein Gott, wie mich das irritiert, Dich immer bei mir zu spüren auf diese Art!» Da habe ich gehört:

[B 298] «Was dich heute stört, weil du Mich nicht genügend liebst, wird eines Tages dein einziger Lebensgrund sein, und dein größtes Leid wird sein, ihrer (Meiner Gegenwart) beraubt zu sein.»

* 50 *

«Ich will, daß du alles annimmst, ohne dich zu beun­ruhigen, was mit dir geschehen wird. Liebe Mich, und sorge dich nicht um das übrige.»

«Wie kann es nur sein, daß Dir so sehr daran liegt, daß ich Dich liebe?» habe ich bei mir gedacht.

[B 299] «Wenn Mir an der Liebe der Menschen nichts gelegen hätte, glaubst du, daß Ich für sie ge­storben wäre? Ich will geliebt werden, nicht wie man ein Bild oder ein unwirkliches Wesen liebt, sondern wie man ein Wesen liebt aus Fleisch und Geist.»

«Ich sehe Dich nicht», habe ich gedacht.

«Du brauchst Mich nicht zu sehen mit deinen Augen. Siehst du Mich nicht in diesem Augenblick mit den Augen deines Herzens?»

«Ich muß arbeiten», habe ich gedacht. Er schien mir zu sagen:

«Ich werde dich begleiten, geh schon.»

«Herr, wenn ich verrückt bin, wenn nicht Du es bist, der zu mir spricht, sei nicht streng mit mir; die Irren sind nicht verantwortlich; man kann ihnen darob nicht böse sein.» Alles, was ich gehört habe, ist dies:

«Du gefällst Mir, und Ich liebe dich, so wie du bist; [B 300] Ich werde nur das aufrichten, was nicht gerade ist, und Ich werde dir das geben, was dir fehlt.»

* 51 *

«Ich will, daß du dich Mir überläßt und daß du dich wie ein kleines Kind führen läßt. Du wirst deinem Wil­len entsagen müssen bis in die kleinsten Einzelheiten, die kleinsten Dinge hinein.»

«Herr, ich werde es nie vermögen!»

«Zähle nicht auf dich allein. Du kannst nur Dumm­heit auf Dummheit häufen.»

[B 301] «Aber Ich, Ich kann, und Mir wird es gelin­gen. Ach! kleines Mädchen, wenn du dir nur vorstel­len könntest, wie sehr Ich dich liebe.»

«Herr, laß mich in Ruhe; ich will nicht.»

«Warum Mir widerstreben, Mein Kleines; du siehst doch, daß Ich dich liebe. Du, du liebst Mich gar schlecht; aber Ich weiß, daß du aufrichtig bist. Ich kenne dein Herz; füge Mir so kein Leid mehr zu. Leh­ne dich nicht auf gegen diese Versuchungen des Dä­mons, dich zu entmutigen, sondern opfere sie Mir auf, und bitte Mich, dir zu helfen. Ich sage es dir: nie wer­de Ich dich verlassen. Manchmal wird es dir scheinen, daß der Teufel triumphiere; [B 302] aber fürchte nichts; Ich bin da, und Ich wache über Mein kleines Mädchen.»

«Habe Vertrauen, ein grenzenloses Vertrauen und ebensoviel Liebe, wie du Mir geben kannst, und Ich weiß, daß du viel vermagst. Verlasse dich in allem auf jenen, den Ich dorthin gestellt habe, um dir zu helfen; verlasse dich niemals auf dich allein. Du kannst nichts tun ohne Mich; vergiß es nie. Es ist deine Schwachheit, die Ich liebe, und vor allem liebe Ich es, daß du dir darüber Rechenschaft gibst, daß du Mich nötig hast.»

* 52 *

Ich sage Ihnen, der Herr, wenn Er sich einschaltet, um alles auf den Kopf zu stellen, verfehlt Sein Ziel nicht. Ich erkenne mich nicht wieder. Den Schmerz, den ich hatte, fühle ich kaum noch. [B 303] Es ist der Herr, der den ganzen Platz einnehmen zu wollen scheint. Nun, ich will mich doch all dem unterwerfen, was Er von mir will, vorausgesetzt, daß Er mich nie verlassen wird.

Man sagt, daß man sich das Glück kaufe. Wohlan; ich bin bereit, den Preis zu bezahlen, um das Glück zu ha­ben, so nah wie nur möglich bei Ihm im Himmel und auch bei Ihnen zu sein; denn ich sage Ihm immer, Er möge Sie nicht vergessen. Ohne Ihre Hilfe wäre ich nie von dort herausgekommen, wo ich war.

* 53 *

[B 304, 24. März 1955] «Du mußt (wohl) stolz sein da, nicht wahr?»

«Nein, Herr; ich bin nicht schick. Wie kommt es, daß ich so etwas tun kann ?»

«Du willst dich zu sehr auf dich verlassen, da du doch vielmehr auf Mich zählen solltest. Ganz alleine, du weißt es, und Ich sage es dir einmal mehr, bringst du nur alles durcheinander. Du tust jedermann weh, ohne dich darum zu kümmern, sorgloses Kind, und Mir bereitest du noch mehr Leid, wenn Ich dich so handeln und Opfer verweigern sehe, die Ich von dir verlange. Auch heute abend wieder hast du deinen Willen dem Meinigen vorgezogen, indem du das ta­test, was dir gefiel, anstatt, was Ich von dir verlangte.»

«Herr, Du siehst doch, daß Du mit mir nie ans Ziel kommen wirst.»

«Mach dir nichts daraus, Kleine; Ich werde dich nach Meinem Willen zurechtbiegen. Je mehr etwas unmöglich scheint, desto größer ist Meine Verherrli­chung. [B 305] Bedauerst du dieses Leid, das du Mir zugefügt hast?»

«Ja, Herr; ich bedauere es.»

«Dies ist alles, was Ich für den Moment von dir ver­lange. In Zukunft, wenn du gezwungen sein wirst, zwi­schen dem zu wählen, was dir gefällt, und dem, was du zu tun hast, zähle nicht mehr auf dich. Bitte Mich ein­fach um die Hilfe, deren du bedarfst; Ich werde sie dir geben, kleines Mädchen. Ich kann dir nicht geben, worum du Mich nicht bittest, und du könntest nichts tun ohne Mich. Was kann man von einem Nichts er­warten? Ich allein kann alles machen aus einem Nichts.»

* 54 *

[B 306] Ich entschloß mich nicht, zur Kommunion zu gehen, und ich habe gehört:

«Du hast Mir soeben gesagt, daß du das Leid be­dauern würdest, das du Mir gestern zufügtest, und du bist bereit, Mir ein weiteres, noch größeres anzutun? Kleines Mädchen; es ist nicht dein Pater, den du ver­wunden würdest, sondern Mich, Den du des Gefallens berauben würdest, den Ich daran habe, in dein Herz niederzusteigen. Trotz deiner großen Unwürdigkeit will Ich, daß du herzuschreitest, Kleine, wenn du Mich ein bißchen liebst.»

Dann bin ich hingegangen, und ich habe zu Jesus ge­sagt: [B 307] «Herr, sieh wie ich bin; wann denn wirst Du mich ändern? Ich habe vielleicht durch meinen Fehler die wertvolle Hilfe und Freundschaft verloren, die Du mir geschenkt hattest. Ich überlasse mich gänzlich Dir in dieser Sache, was immer kommen mag, Herr; ich habe Vertrauen in Dich; ich weiß, daß Du mich nie ver­lassen wirst in meinem Elend.»

«Kleines Mädchen, fürchte nichts. Ich werde dich nicht verlassen. Siehe, wie Meine Barmherzigkeit und Meine Liebe zu dir jene der Menschen übersteigt. Und Meine Liebe zu dir wird immer die selbe sein, trotz deiner Albernheiten, solange Ich in dir diesen Wunsch vorfinde, dich zu bessern, selbst wenn es den Anschein hat, daß du nicht dahin gelangen willst.»

«Herr, warum wird er böse, da Du nicht böse wirst?»

«Vergiß nicht, daß er ein noch nicht vollkommener Mensch ist, da es ihm nicht gelingt, alles für Mich zu ertragen. Es war Undankbarkeit deinerseits, und dies hat ihn irritiert. [B 308] Das ist menschlich, und du kannst ihn (deswegen) nicht beschuldigen, du, die du an nichts weiteres denkst als daran, deine Gelüste zu befriedigen.»

«Ich tadle ihn nicht; ich weiß, daß er recht hat. Ich verstehe nicht, daß, wenn Du es wärest, der zu mir spricht, Du es so tun würdest. Du weißt, daß ich seiner Hilfe bedarf, und dennoch, Du hast mich diese Dumm­heit begehen lassen, die vielleicht alles in Scherben le­gen wird.»

«Kleines Mädchen, Ich habe dir die Freiheit gege­ben zu tun, was du wolltest; du hast es vorgezogen, nicht auf Mich zu hören. Nicht Ich bin es, der dies zu­gelassen hat; du allein bist es, die du das Vergnügen statt das Opfer gewählt hast. Quäle dich nicht, Mein Kind; lege alles in Meine Hände und fürchte nichts. Ich werde immer bei dir bleiben.»

[B 309] «Was werde ich jetzt tun, Herr; ich werde es nie wagen, heute abend hinzugehen.»

Mach dir nichts daraus, Kleine; Ich werde alles dies zuwege bringen. Vor allem, verschanze dich nicht hinter deinem Stolz, kleines Mädchen. Lege diesen ab und tue, wie wenn nichts geschehen wäre. Du wirst die Vorwürfe als verdient entgegennehmen, und du wirst Mir das Opfer darbringen, das es dich kosten wird, deinen Stolz zum Schweigen zu bringen, der dich seinerseits zur Unabhängigkeit drängen wird.» …

* 55 *

[B 311, 25. März 1955] «Siehe deine Undankbarkeit, kleine Tochter; du denkst nicht einmal daran, Mir für die Freude zu danken, die Ich dir soeben gemacht habe. Du glaubst vielleicht, du hättest sie verdient?»

«Ich weiß wohl, daß ich sie nicht verdient habe, Herr.»

«Es gefällt Mir, daß du es eingestehst, kleine Toch­ter. Ich habe es dir gesagt: ‹Von allem, was Ich dir gebe, wirst du nie etwas verdienen; so groß ist deine Unwürdigkeit.› Ich will, daß du dies nie vergißt. In Meiner unendlichen Barmherzigkeit ließ ich Mich angesichts des Elends und der Unbewußtheit der Menschen [B 312] immer zu den Schwächsten und Elendsten hinziehen; das ist es, warum Ich Mich in vermehrtem Maße über dich neige, kleine Tochter, die du dich nicht besser als ein kleines Kind zu betra­gen verstehst, das man in das Leben entlassen würde mit den Worten: ‹Siehe zu, daß du mit allem ganz al­lein fertig wirst.› Es würde nicht lange dauern und dieses kleine Kind stürbe vor Hunger. Denn es würde nicht wissen, wie es Herr der Lage werden soll. Eben­so steht es mit dir, kleine Tochter. Ich muß dir Schritt für Schritt folgen, um dich am Straucheln über Hin­dernisse zu hindern, die deinen Augen voll Zauber und Reiz erscheinen. Deshalb habe Ich dir jemanden gegeben, dir beizustehen, mein kleines Kind, um dich das tun zu heißen, was du aus dir selbst zu tun niemals den Mut hättest.»

[B 313] «Was muß ich tun, Herr?»

«Schneide weg aus deinem Leben, aus deinen Ge­danken und aus deinem Herzen all die Nichtigkeiten, die Dinge, die dir nicht helfen, Mir näherzukommen, der Ich dich mit offenen Armen erwarte, kleine Toch­ter, und der Ich so Eile habe, dich laufen zu sehen, um dort anzulangen. Wie du jetzt bist, kommst du fast nicht vorwärts. Du machst einen Schritt vorwärts und gehst zwei zurück, weil du hartnäckig darauf be­stehst, nicht zu gehorchen, und weil du trotz Meines Verbotes suchst, was dir gefällt.»

«Es nützt dir nichts, auf Mich zuzugehen, wenn du dieses ganze Gepäck von Begehrlichkeiten mit­bringst, die du in deinem Herzen aufbewahrst; Ich will dich entleert sehen von dem, was nicht Ich bin. Du mußt auf alles Geschaffene verzichten, vor allem auf das, was dir gefällt. Durch ein Leben befriedigter Be­gierden und Lüste wird es dir niemals gelingen, Mich zu erreichen. Du wirst sogar auf deine geringfügig­sten Wünsche verzichten müssen. Nur auf diese Wei­se wirst du deine Natur bändigen und so, wenn für dich die Zeit gekommen sein wird [B 314], bis in dein tiefstes Innere hinein und in deinem Sein leiden, um deine eigenen Sünden und die Sünden derjenigen zu sühnen, die es ablehnen, Mich zu hören, und die, wenn Ich niemanden finde, der freiwillig sühnt, verlo­rengehen werden. Es sind vor allem die Priester, für die Ich alles sein müßte und für die Ich indessen nur ein Herrscher bin und ein Joch. Jene, die trotz des Verzichtes auf die Welt, den sie feierlich gelobt ha­ben, sich all ihre Kaprizen erlauben, im Luxus leben und sich in ihrem Wohlstand und Komfort verweich­lichen.»

«Noch einmal: Ich will dir das nicht aufzwingen. Ich will, daß du es freiwillig annimmst, weil du Mich liebst und weil du willst, daß Ich deine alleinige Liebe und dein einziges Ziel bin. [B 315] Willst du wirklich auf Erden all deine vergangenen Sünden sühnen, kleine Tochter? … Willst du Mir dein Leben geben, damit Ich daraus ein vollständiges und totales Lie­besopfer mache, dargebracht, um deine Fehler wiedergutzumachen und für diese Priester zu sühnen, die sich ihrer Verantwortung nicht bewußt sind? Ich will nicht, daß du leichtfertig antwortest; deshalb werde Ich dir einige Bedenkzeit geben, damit du über­legen kannst. Kleine, wenn du einmal angenommen hast, wirst du nicht mehr zurückweichen können.»

«Herr, wenn ich nicht annehme, werde ich verloren gehen ?»

«Nein, kleine Tochter; Ich will nicht, daß dich die Furcht zur Annahme treibe. Selbst wenn du Mir eine Absage erteilst, Kleine, wirst du vielleicht in den Himmel kommen, [B 316] aber nicht ohne im Fegfeuer zu sühnen, was du auf Erden nicht gesühnt haben wirst. Als du Mich darum batest, auf Erden alle deine Sünden sühnen zu dürfen, … batest du Mich eigent­lich darum; aber im Grunde genommen warst du nicht überzeugt. Aber deine Bitte hat Mich gerührt, selbst wenn du nicht wußtest, worum du batest. Heute schlage Ich dir vor, dir zu gewähren, was du von Mir erbeten hast. Wirst du Mich genügend lieben, um es anzunehmen, oder wirst du ablehnen? Wirst du dich damit zufrieden geben, für Mich eine mittelmäßige Liebe zu haben, die nur auf die Himmelstür abzielt?»

«Ich werde von dir in einigen Wochen deine Ant­wort verlangen. Mach alles leer um dich herum, und suche die Einsamkeit auf. Überlege, und vor allem, vergiß nicht, daß Ich dir das Hundertfache schenken werde für jede Kleinigkeit, die du Mir geben wirst.»

[B 317] Wenn Sie nicht sagen, daß ich verrückt bin oder daß ich mir dies einbilde, dann sage ich Ihnen auf­richtig, daß der Herr mich in die Enge treibt. Sie sehen doch, daß dies überhaupt keinen rechten Sinn hat…

… Ich kann mich nicht genug darüber wundern zu se­hen, wie Er mir dies aus dem Herzen locken konnte. Es muß notwendigerweise der Liebe Gott sein, der dies tat; [B 318] denn es ist sicher nicht im Interesse des Teufels, daß ich das andere vergesse!

Ich verstehe nichts mehr, und ich habe diese Fragen im Geiste vor mir, die Er mir gestellt hat, und die zu überlegen Er mich geheißen hat bevor ich antworte. Wenn ich annehme, was wird mir geschehen ? Ich habe Angst, schon wenn ich nur daran denke; und wenn ich ablehne, so weil ich Ihn nicht genug liebe; jedoch, ich möchte Ihn von ganzem Herzen lieben. Aber da weiß ich nicht mehr weiter. Ich stelle es ganz Ihnen anheim, mein Pater, was Sie mir sagen werden.

Ich glaube, daß ich – wenn ich auch hoffe, daß Sie mir sagen, ich solle alles dies vergessen – sehr schwer täte, wenn Sie mir das Gegenteil sagten. Denn ganz im Grunde meines Herzens möchte ich wohl die Gnade haben, die ich oft von Ihm erbat, alle meine Sünden auf Erden zu sühnen. Ich glaube, daß ich wohl nicht sehr gut wußte, um was ich bat, angesichts dessen, was ich in die­sem Moment verspüre. Ich kann Ihnen nicht erklären; [B 319] es ist wie die Furcht, die man empfindet vor et­was, von dem man vorher weiß, daß es einem weh tut. Ach Elend! Was wird aus mir werden? Glauben Sie nicht, daß ich versuchen sollte, alles dies zu vergessen?

* 56 *

[26. März 1955] Ich dachte: «Wenn es nicht Du wärest, Herr. Wenn ich mir alles dies einbildete, oder wenn es der Teufel wäre.» Ich wurde gepeinigt von all dem, als es mir schien, im Tiefsten meines Herzens diese Stimme zu hören, die zu mir sprach:

«Selbst wenn nicht Ich es wäre, mußt du es nicht dennoch tun, um es zu verdienen, Mein Kind genannt zu werden? Habe Ich nicht gesagt, daß ihr auf alles verzichten müßt, wenn ihr Mir nachfolgen wollt?»

[B 320] «Ich habe Angst, Herr.»

«Warum fürchtest du dich, Kleine, wenn Ich (doch) bei dir bin?»

«Ich bin es nicht gewohnt zu leiden, und ich hab‘ das nicht gern.»

«Ich werde dich daran gewöhnen, und eines Tages wirst du nichts anderes mehr lieben als diese Leiden, die dich Mir nahebringen werden. Was Ich von dir verlangt habe, schreibe es auf den Grund deines Her­zens, und denke an nichts anderes, Kleine. Noch einmal: du bist frei anzunehmen, Kleine. Wenn Ich wäh­rend dieser Zeit, die Ich dir lasse, um zu überlegen, stiller bin, sorge dich nicht; Ich bin ganz nah bei dir. Ich will, daß du Mir Vertrauen schenkst.»

«Das Leben, das zu leben dir verbleibt, könntest du nach deinem Gefallen leben, alle Vergnügungen ha­ben und von allem profitieren, was vorübergeht; dies wäre natürlich. Was Ich dir anbiete, ist das Gegenteil. Ich will, daß du auf alles verzichtest, [B 321] was dein Herz und deinen Leib befriedigen könnte, und daß du ohne zu verstehen annimmst, was du zu leiden haben wirst.»

«Du entsinnst dich: du sagtest Mir oft: «Herr, ge­währe mir die Gnade, wenigstens die Leiden zu erdul­den, die Dir meine Sünden aufluden in Deiner Pas­sion.» Arme kleine Tochter! Welch ein Kind bist du! Du könntest nicht einmal den tausendsten Teil dessen ertragen, was Ich erlitten habe. Was Ich dir anbiete, ist ein (winziges) Teilchen der Leiden, die Ich ertra­gen habe und die Ich noch jeden Tag ertrage wegen der Verhärtung und der Verblendung der Menschen­herzen, die ihre Freude und ihre Hoffnung in mate­rielle Dinge setzen und Jenen verachten, Der sie mit allen Gütern überreichlich beschenkt hat. Jedoch, wenn du annimmst, kleine Tochter, und tust, was Ich von dir erbitte, werde Ich dich in Mein Herz hinein­nehmen, und die Freude, die du darin finden wirst, wird die Leiden, die du zu ertragen haben wirst, tau­sendfach aufwiegen. Ich überlasse dich (nun) dir selbst, Kleine. Überlege gut. [B 322] Es ist dein Leben, das du einsetzest. Wirst du es auf die richtige Seite setzen?»

«Herr, werde ich lange zu leiden haben? Wie lange wird dies dauern ?»

«Selbst dies, Kleine, bitte ich dich aufzuopfern. Ich könnte es dir sagen; aber es wird von dir noch mehr Liebe und Vertrauen erfordern, nicht zu wissen, wo­hin du gehst und wann es enden wird. Es mag ein Jahr benötigen; es kann deren zehn erfordern. Ich will nicht, daß du dich darüber beunruhigst. Das sind Ne­bensächlichkeiten, die du nicht zu kennen brauchst.»

«Habe Ich dich nicht auf die Erde gesetzt, um dich zu heiligen? Man heiligt sich nicht, indem man allen seinen Leidenschaften freien Lauf läßt, sondern indem man sich bis in seine kleinsten Wünsche aufop­fert. Dies ist eine Lehre, die die Welt verworfen hat, [B 323] um dafür jene ihrer Begehrlichkeiten und aller möglichen Vergnügen anzunehmen. Man lebt heute nur, um zu genießen, und man verwirft mit Verach­tung das Leiden und das Opfer.»

«Noch einmal: Meine Liebe übersteigt eure Un­dankbarkeit, und wenn ihr Mich hierauf nicht (end­lich) als den einzigen Herrn, den einzigen, dem ihr dienen müßt, anerkennt, werde Ich euch Meinerseits verleugnen, und euer Elend wird dann noch größer werden; aber es wird zu spät sein. Eure Leiden und euer Stöhnen werden nutzlos bleiben; denn eure Ver­achtung wird Mein Herz für immer verschlossen ha­ben, und Ich werde nur mehr ein Richter sein, der über euch die schlimmsten unheilvollen Ereignisse niederprasseln lassen wird. Ich bin nie so sehr belei­digt und verachtet worden wie in diesen Tagen, und dies selbst von jenen, die Mich der Welt vorgezogen hatten und die Ich eingesetzt hatte, um die andern zu führen.»

[B 324] «Anstatt die Welt zu Mir zu führen, führen sie sie in ihren Untergang. Alle diese Priester, die durch ihre Verachtung und ihre Ärgernisse die Leute dazu verführen, das Böse zu tun, werden von der Last der Seelen zermalmt werden, sie, die durch ihre Wei­gerung, das zu beobachten, wozu sie sich verpflichtet hatten, indem sie der Welt entsagten, werden sie in die Hölle mitgerissen haben. Deshalb bitte Ich dich, dein Leben in Meine Hände zu legen und alle Leiden anzunehmen, die Ich dir auferlegen werde, um alle deine Sünden und die Sünden der unter ihren Leiden­schaften begrabenen Priester zu sühnen, die Meine Stimme nicht mehr hören.»

«Warum ich ?»

«Weil Ich dich mit einer besonderen Liebe liebe. Um dir zu zeigen, bis zu welchem Grad Ich dich liebe, höre: Erinnerst du dich an einen Tag, an dem du zu einem Vergnügen gingst, welches eines war, das Mich verletzte? Du sprachst bei dir zu Mir: [B 325] ‹Da es böse ist, was ich nun tun werde, warum bewirkst Du nicht, daß ich gleich sterbe; ein Unfall würde genü­gen.› Wo wärest du, Mein kleines Kind, heute, wenn Ich dich in jenem Augenblick hinweggenommen hät­te? Gibst du dir Rechenschaft darüber, daß Ich dich lieben und daß Ich dein Herz begehren mußte, um es nicht getan zu haben? Wie viele Male hätte Ich es tun können? Du verdientest nicht zu leben, und doch: Ich habe dir dennoch dieses Leben belassen, dessen du dich bedientest, um Mich feigerweise zu beleidigen. Ich habe geschwiegen, und Ich habe alles ertragen. Heute erbitte Ich von dir Meinerseits, Mir einen Be­weis deiner Liebe zu geben, indem du deinen Willen dem Meinigen unterwirfst und das tust, was Ich von dir erwarte: Mir dein Leben zu übergeben und Mir die Freiheit zu geben, aus ihm das zu machen, was Ich will; bereit zu sein, alles für Mich zu ertragen und al­les zu opfern, um deine Sünden zu sühnen und die Sünden derjenigen, die es von sich weisen, Mich zu hören, besonders der Priester.»

«Wirst du Mich genug lieben, kleine Tochter? Überdenke es wohl, Kleine. Selbst wenn du viel leiden mußt, ist es eine Gunst, [B 326] die Ich dir gewähre, weil Ich dich trotz aller deiner Sünden liebe. Wenn Ich dich in deinen Sünden nicht verlassen habe, so nur, weil du Mich, obwohl du tief gesunken bist, doch nie völlig verleugnet hast und im Grunde deiner selbst oft an Mich dachtest; dies ist es, was dich gerettet hat.»

Überflüssig, Ihnen zu sagen, daß ich den ganzen Tag an dies gedacht habe. Ich möchte mich irgendwo ein­schließen, um den Frieden zu haben. Ich weiß nicht, was in mir vorgeht, aber ich habe alle Sünden, die ich in mei­nem Leben begangen habe, hier vor mir, und mein Herz ist zusammengeschnürt vor Traurigkeit, wenn ich an das denke, wessen ich mich schuldig gemacht habe. Und wenn ich mich nicht zurückhielte, würde ich die ganze Zeit mit Weinen zubringen. Wenn ich an all das denke, was ich den Herrn ertragen ließ, [B 327] und daß Er trotz alledem mich dennoch liebt! Ich komme nicht aus dem Staunen heraus.

Selbst wenn es nicht Er wäre, der mir seit einiger Zeit Schritt für Schritt zu folgen scheint, will ich alle diese Dummheiten wieder gutmachen, indem ich nur für Ihn lebe. Er kann mir Seine Hilfe nicht verweigern; ich will nichts anderes, als Ihn lieben. Ich verstehe nicht mehr. Alles, was noch vor einigen Tagen soviel Reiz für mich hatte, hat seine Anziehungskraft für mich plötzlich ver­loren. Ich fühle mich hingezogen zu allem, was zu Gott führen kann. Ach! Herr! Ich verstehe mich nicht mehr. Ich werde tun, was Sie mir gesagt haben, mein Pater, und ich werde mich ganz auf das verlassen, was Sie mir diesbezüglich gesagt haben …

Ich habe immer dieses Furchtgefühl bei dem Gedan­ken an das Leiden; [B 328] aber man würde meinen, daß es im Grunde meines Herzens trotzdem eine gewisse Freude gibt, die nicht erklärt werden kann.

* 57 *

[27. März 1955] «Herr, befreie mich von diesen Zwangs­vorstellungen; das kannst nicht Du sein.»

«Kleine Tochter, was habe Ich dir gesagt? Selbst wenn nicht Ich es wäre, so steht doch von all dem, was von dir verlangt worden ist, Mir nichts entgegen. Von denjenigen, denen Ich alles gegeben habe, fordere Ich alles. Was habe Ich dir verweigert? Weil Ich von dir verlange, dein Leben hinfort in Meine Hände zu legen und nur für Mich zu leben, indem du nach Meinem Wohlgefallen handelst anstatt nach deinem, findest du dies lächerlich? Ich habe Mein Leben für dich hingegeben. Ist es zuviel verlangt, aus dem deinen ein fortwährendes Opfer zu machen, dargebracht Meiner Liebe?»

[B 329] «Überlege, kleine Tochter. Ich will deine Liebe. Ich will, daß du alles, was dir an Leben ver­bleibt, für Mich lebst, ausschließlich für Mich, indem du Mir alles opferst und indem du sogar und vor al­lem auf das verzichtest, was dir erlaubt wäre. Man wird dich für verrückt halten, ein in den Augen der Menschen so strenges und ‹langweiliges› Leben zu führen; Ich aber, Ich werde dich lieben, Kleine, und Ich werde dir einen Platz nahe bei Mir bereiten.»

«Du wirst schreckliche Kämpfe durchzumachen haben gegen dich selbst und gegen deine Natur, die gewohnt ist, alles nach ihrem Wohlgefallen zu tun. Du wirst vor allem leiden, weil es dir zu gewissen Zeiten scheinen wird, daß du allein bist und daß alles, was du tust, nutzlos ist. Welches auch immer die Drangsale sein werden, die du durchstehen mußt, zweifle nie an Mir, Kleine, und sei gewiß, daß der einzige Weg, der zu Mir führt, der Weg des Verzichts und der totalen Liebe ist. [B 330] Dein Vertrauen wird ebenso groß sein müssen wie deine Liebe, kleine Tochter, denn wenn es den Anschein hat, daß Ich dir fern bin, werde Ich da sein bei dir, glücklich, die Anstrengungen und die Leiden zu sehen, die du auf dich nehmen wirst, um Mir zu gefallen.»

* 58 *

Ich bin zur Kirche gegangen, wie ich es versprochen hatte. Ich wollte nicht gehen. Mir schien, daß etwas in mir war, was stärker war als ich, das mich hingedrängt hat. Ich hörte immer dasselbe:

«Ich will dich ganz für Mich. Wirst du mich genug lieben, Kleine?»

Sie wissen, welche Temperatur gestern war: es war windig und sehr kalt. Als ich heimkehrte, dachte ich bei mir: «Man muß verrückt sein, um bei einer solchen Temperatur auszugehen. Selbst wenn es nicht Du bist, der mir überallhin folgt, Herr, so bleibt es doch wahr, daß ich Dich ein bißchen liebe, da Du es bist, für den ich zur Kirche gegangen bin.» In diesem Moment kam ein Windstoß, der mich ohne mein Dazutun um einige Schritte voranschob. Da sagte ich bei mir: «Sei nicht be­leidigt, Herr. Was hat Dich gepackt?» Denn ich glaubte einen Augenblick, der Wind würde mich forttragen, so heftig war er; da hat Er zu mir gesagt:

«Das ist Meine Art, dir zu zeigen, daß Ich dich liebe und daß Ich das schätze, was du soeben für Mich ge­tan hast.»

«Du hast aber sonderbare Sitten», habe ich zu mir ge­sagt.

«Du wirst Meine Handlungsweise nie begreifen, weil du an der Erde klebst. Alles, was Ich von dir ver­lange, ist: sie anzunehmen, sie zu lieben und daraus zu leben.»

* 59 *

[B 332, 28. März 1955] Als ich diesen Morgen von der Messe zurückkehrte:

«Wirst du Mich lieben, wie Ich will, daß du Mich liebst, kleine Tochter?»

«O Herr, Du bist zu schwierig. Wenn ich annehme, werde ich niemand und nichts mehr lieben dürfen.»

«Fühlst du dich nicht ein bißchen lächerlich, das Unvollkommene dem Vollkommenen vorziehen zu wollen?» …

* 60 *

«Herr, es hat keinen Sinn, jeden derartig zu beunruhigen wegen Dingen, die vielleicht Einbildungen sind. Inspirie­re meinen Pater, Herr, und sage es ihm. Du kannst dies nicht fortdauern lassen, wenn es nicht von Dir kommt.»

«Ungläubiges Kind, wann endlich wirst du dich vollständig Mir anheimstellen?» …

* 61 *

[B 335] «Ach ja, Herr, ich will alles, was Du willst; doch hilf mir; ganz allein werde ich, Du weißt es, zu nichts kommen.»

«Kleine, Ich werde dich nie verlassen, habe Ver­trauen.»

Den ganzen Vormittag habe ich – ich weiß nicht was für eine Pein ausgestanden, die mir das Herz zusam­menzog, und ich glaubte, im Innersten meiner selbst je­manden zu hören, der weinte und gleichzeitig sagte:

«Siehe in welcher Verlassenheit Mich die Seelen dieser Priester lassen, die doch versprochen hatten, Mich zu lieben, die es aber vorziehen, ihre Begierden zu befriedigen! Du, kleine Tochter, wirst du mich auch verlassen? Möchtest du nicht Sühne leisten für all das Böse, das sie Mir zufügen, und für jenes, das Ich von dir selbst erlitten habe? Wirst du Mitleid ha­ben? Wirst du Mir diese Liebe schenken, die zu viele, leider, Mir verweigern?»

[B 336] «Die Priester suchen in ihrer Verkündigung und in ihren Predigten zu sehr, Meine Gesetze zu er­leichtern. Meine Lehre ist keine Lehre des Genusses und der Befriedigung, sondern des Verzichts, der Buße, der Abtötung und der Gottesliebe. Wenn sie so handeln, so darum, weil sie Mir selber die Opfer, die Ich ihnen auferlege, verweigern. Ich habe sie aus­erwählt, um das Licht zu sein, das die Welt zu Mir führt; statt dessen führen sie die Welt durch ihre Nachlässigkeit, ihre Sorglosigkeit und ihre Weige­rung, sich beispielhaft selbst aufzuopfern, in ihren Untergang.»

«Wehe ihnen allen. Es wäre ihnen besser gesche­hen, sie hätten es vollständig abgelehnt, Mich zu ken­nen. Ihre Sünde wäre weniger groß, wie wenn sie zu­geben, daß Ich existiere, und es trotzdem ablehnen, Meine Gesetze zu beobachten und sie zu lehren, ohne ihren Sinn zu verkehren, [B 337] damit die Welt sie leichter annehme.»

«Niemand wird gerettet werden durch ein anderes Leben als durch ein Leben des Opfers, der Buße, der Abtötung und der Liebe. Möge das der Welt dieses nach Vergnügen, Luxus und Befriedigung des Flei­sches lüsternen Jahrhunderts gefallen oder nicht. Für alle diese, die nur ihre Befriedigung suchen, gilt, daß sie sich Meinem Willen unterwerfen müssen, oder sie werden alle für immer zugrunde gehen.»

«Warum sagst Du das ausgerechnet mir, Herr?»

«Darum, meine kleine Tochter, weil man, wenn man deine Unwissenheit und deine Niedrigkeit sieht, weniger versucht sein wird, diese Dinge dir zuzu­schreiben.»

«Ich habe es dir gesagt: Ich erwähle dich nicht we­gen deiner Würdigkeit, sondern weil du die Unwür­digste bist und Ich daraus eine größere Verherrli­chung gewinnen werde. Wann hast du Mich die Großen der Erde als Botschafter auserwählen sehen? Ich habe immer die Schwächsten erwählt. Gibt es eine Schwächere als dich, Kleine? [B 338] Du bist wie ein kleines Kind. Du kannst nichts machen ohne Mich.»

«Was werde ich also tun müssen, Herr?»

«Liebe Mich, Kleine. Das ist alles, was Ich will; Ich werde das übrige tun.»

«Wenn Du soviel Leid empfindest ob des Wandels der Welt, warum sie nicht ändern und alle diese Seelen ret­ten, Herr?»

«Ich kann es nicht wider ihren Willen tun; sie müs­sen es wünschen.»

«Selbst dann könntest Du es dennoch tun.»

«Ich will nicht, daß man aus Zwang zu Mir kommt, sondern aus Liebe. Du, obwohl du sehr tief gefallen bist, wünschtest im Geheimen deines Herzens, besser zu sein, und du hattest stets einen verborgenen Wunsch in dir, Mich zu lieben, ein Verlangen, das deine Natur zu lange erstickt hat, weil es das Gegen­teil dessen war, wonach sie begehrte. Du hast trotz deinen Niedrigkeiten Mein Dasein nie geleugnet; [B 339] aber die heutige Welt weigert sich sogar zuzu­geben, daß ich existiere.»

«Dich habe Ich in deinem Elend nie verlassen, weil du Mich nicht verleugnet hast. Aber wenn die Welt und vor allem die Priester und alle jene, die damit be­auftragt sind, Mich bekannt zu machen, sich nicht beeilen, Mir die Ehre zu geben, die Mir gebührt, wer­de Ich sie alle selbst auf dieser Erde schon ihren Irr­tümern überlassen. Sie werden zugrunde gehen. In­des, wenn Ich Seelen finde, die bereit sind, sich für die andern zu opfern, werde Ich Mich vielleicht noch in Geduld fassen. Ich verlange von diesen Seelen, was Ich von dir, Kleine, verlange: aus deinem Leben ein vollständiges Opfer zu machen, indem du auf alles verzichtest, was dir gefällt, auf deinen Willen, deine Wünsche, indem du nur Mich liebst, indem du bereit bist, wenn Ich die Zeit für günstig erachte, alles für Mich zu leiden zur Sühne für deine Sünden und die Sünden derer, die es von sich weisen, Mich zu hören, [B 340] wegen der Verhärtung ihrer Herzen.»

* 62 *

«Kleines Mädchen, wie oft werde Ich es dir (noch) sa­gen müssen? Ich bin da, ganz nah bei dir. Ich wache über dich wie eine Mutter über ihr Kind. Ich werde dich nie verlassen. Hab Vertrauen, liebe Mich, und Ich werde das übrige tun.» …

* 63 *

«Laß ihn tun, was ihm zu tun beliebt. Verzichte auf deinen Willen, selbst wenn es dir mißfällt und wenn es nach deiner Auffassung besser anders wäre. [B 341] Unterwirf dich, ohne etwas zu sagen. Ich will, daß du Mir alles opferst, sogar die geringsten deiner Wün­sche.»

«Ach! Herr, welche Art von Leben werde ich füh­ren ?»

«Ein Leben des Opfers und des Verzichtes auf das, was dir gehört, um nur zu leben, um Mir zu gefallen. Du wirst verlacht werden, selbst von deinen Nächsten, die dich für verrückt halten werden; aber kümmere dich um alles dies nicht. Was in ihren Augen verrückt ist, ist in den Meinigen sogar Weisheit. Ich will, daß du allen Vergnügen entsagst. Ich will nicht, daß du einen einzigen Augenblick deines Lebens verbringst, ohne an Mich zu denken. Ich will deine einzige Be­schäftigung sein, dein einziges Gut und deine einzige Liebe. Alle jene, die du hier unten lieben mußt, liebe sie um Meinetwillen, und dein einziger Gedanke sei, sie zu Mir zu führen. Alles, was nicht zu Mir hin führt, [B 342] fliehe es wie die Pest.»

«Immerhin, ich werde gezwungen sein, manchmal auszugehen.»

«Fürchte nichts. Wenn du gezwungen sein wirst, auszugehen, werde Ich es so fügen, daß du Mich nicht einen einzigen Augenblick verläßt.»

«Dies wird aber lustig werden!»

Kleine Tochter, wenn du den Wert dessen erken­nen würdest, was dir gegeben wird, du würdest vor Freude sterben.»

«Aber, Herr, alles, was Du mir anbietest, ist doch: zu leiden.»

«Das ist es, Kleine, was am meisten mit Mir ver­einigt.»

* 64 *

«Mein Gott, wie bekomme ich plötzlich Schlaf:»

[B 343] «Lege dich ins Bett und schlafe, Kleine; du bist müde. Ich werde ganz nah Wache halten, und wenn Ich Mich langweile, werde Ich dich wecken.»

«Siehe zu, Daß es nicht zu oft geschieht.»

«Undankbare kleine Tochter!»

«Verzeihung, Herr. Du sollst mich wecken, wann im­mer es Dir beliebt.»

«Danke, Kleine.»

«Du brauchst mir nicht zu danken, Herr.»

«Doch, Kleine. Denn nichts gefällt Mir so sehr wie deine Kindesliebe.»

* 65 *

«Vergiß nicht, Kleine: Ich will deine Gedanken heu­te.»

«Ich weiß es, Herr.»

«Ich muß es dir wieder sagen; denn du bist wie ein Vögelchen, das bereit ist, sein Nestchen anderswo zu machen [B 344] als in Meinem Herzen.»

«Ich fühle mich müde und überdrüssig, dies alles mit mir zu schleppen; befreie mich, Herr; ich habe Angst.»

«Warum fürchtest du dich, Kleine. Ich habe es dir gesagt: ‹Lege alles in Meine Hände: dein Herz, deine Gedanken, deine Wünsche und dein Leben, und mache dir keine Sorgen darüber, was mit dir ge­schieht.› Sage dir nur, welches auch immer das Elend sei, das du durchzumachen haben wirst, wenn du treu bist und alles dies annimmst und es erträgst zur Sühne für deine Sünden und die Sünden der Priester, die Mir so viel Leiden verursachen: daß am Ende dieses felsi­gen und dornigen Weges Ich stehe, Den du mit offe­nen Armen dich erwartend finden wirst, kleines Mädchen. Denke an nichts anderes als an Mich, und es wird dir leichter fallen, alles zu ertragen.»

«Warum kann ich nicht leben wie jeder andere ? Es ist mühsam, immer an Dich zu denken.»

«Böses kleines Mädchen! Hindere Ich dich daran zu tun, was du zu tun hast? Hast du nicht vielmehr den Eindruck, daß Ich dir helfe? Glaubst du wirklich, daß du es ganz allein fertigbrächtest, so viele Arbei­ten zu vollbringen, zu schreiben und daneben (noch) auszugehen, wie du es tatest?»

«Höre da, Du! Es fehlte gerade noch, daß Du mir Sti­che versetzest.»

«Dies ist eine bloße Bemerkung, kleines Mäd­chen.»

«Ich tat nichts Schlechtes, selbst wenn ich alle Aben­de ausging.»

«Du zerstreutest dich, fern von Mir. Du entwisch­test Mir, was Ich nicht will. Deshalb werde Ich Leere schaffen um dich herum, weil Ich der einzige Gegen­stand deiner Gedanken und deines Herzens sein will. Was dir fehlt, kleine Tochter, ist Glaube und Liebe. Wenn du Mich liebtest [B 346] und an Mich glaubtest, wie Ich das gern möchte, würdest du nicht daran zweifeln können, daß Ich es bin, der zu deinem Her­zen spricht. Wenn du diesen ganzen Glauben hättest und diese große Liebe, womit du Mich beschenken sollst, würde eine einzige Kommunion genügen, dich für den Rest deiner Tage in Ekstase zu versetzen, und siehe, Kleine, alle Tage komme Ich in dein Herz, und trotzdem zweifelst du, fürchtest du, bleibst du hart­näckig und möchtest du dich von diesem Griff befrei­en, mit dem Ich dich nun halte.»

«Du wirst mich wahnsinnig machen mit alledem.»

«Ja, Kleine, wahnsinnig vor Liebe für Mich in den Augen der Menschen; aber sei sicher, daß diese Ver­rücktheit Mir mehr als alles gefällt. Du wirst viel lei­den; aber Ich werde dir helfen, kleine Tochter, und sei versichert, daß selbst dann, wenn es in dir den An­schein erweckt, daß du zuviel leidest für Mich, es nie genug sein wird. Ich will alles, Kleine, bis dir nichts mehr zu erleiden verbleibt.»

[B 347] «Ich hätte selbst auch nach den ersten Gei­ßelschlägen sagen können: Es reicht; Ich will nicht mehr leiden. Ich hätte Mich weigern können; aber was wäre aus euch allen geworden, arme Kinder? Dies hätte geheißen, euch eurem Untergang zu über­antworten; denn Mein Vater forderte das vollständige Opfer Meines Lebens. Ich ging bis zum Ende. Ich habe alles erlitten aus Liebe für euch alle, und den­noch, Ich hatte nichts zu sühnen; Ich, der Ich die Hei­ligkeit selbst bin. Wer wird es wagen zu sagen, daß Ich von euch zuviel verlange? Ihr Menschen, die ihr euch jeden Tag ein wenig mehr entwürdigt bei allen Arten von Schändlichkeiten, selbst wenn ihr Mir alles gebt, werdet ihr niemals dahin gelangen, für Mich das zu tun, was Ich für euch getan habe; denn ihr verdient zu leiden, um eure eigenen Sünden zu sühnen, während Ich unschuldig war und Mich mit den euren belud.»

«Überlege wohl, kleine Tochter: ist es so schwer, [B 348] was Ich von dir verlange? Wenn du Mich doch liebst, kannst du es Mir nicht verweigern. Ich kann es dir nicht sagen, daß du nicht leiden wirst, Mein klei­nes Kind; das Leiden und der Verzicht sind Mein Ge­setz; aber je mehr du mich lieben wirst, desto mehr wird es dir leicht erscheinen, alles zu opfern und alles zu leiden aus Liebe zu Mir. Erinnere dich, daß Ich dich geliebt habe, wie niemand je dich lieben wird, da Ich ja Mein Leben hingegeben habe für dich. Kannst du Mir das deine verweigern, Mein kleines Kind?» …

* 66 *

[B 351] «Herr, siehe in was für einem Zustand ich bin. Wo bist Du? Ich fühle mich so allein, und ich habe Angst wegen dieser Gedanken, die man mir einflüstert. Ich werde nie tun können, was Du willst; ich habe Angst.»

«Mein armes kleines Vögelein! Ich bin da, ganz nah. Ich lasse nie von dir. Warum fürchtest du dich? Niemand vermag etwas gegen Mich; also kann nie­mand dich besser beschützen als Ich. Welches auch immer deine Versuchungen sein werden, übergib sie Mir. Ich werde dir helfen, und du wirst sie siegreich bestehen, kleine Tochter.»

[B 352]«Wenn es Einbildung wäre, Herr?»

«Selbst wenn nicht Ich es wäre; um zum Himmel zu gelangen, muß man auf alles verzichten, Kleine. Ich liebe keine Halbheiten. Ich will deine ganze Liebe, und du kannst nicht vorgeben, Mich zu lieben, und dabei alles behalten, was dir gefällt, deinen Willen tun und dir alle Launen gestatten. Ich will nichts zwi­schen dir und Mir.»

«Ich will die Leere in deinem Herzen und in deinem Leben, Kleine. Um dahin zu kommen, wirst du viel leiden müssen. Aber Ich bin da, Mein kleines Kind, und glaubst du nicht, daß Ich die Leere deines Her­zens und deiner Tage ausfüllen kann, zu der du kom­men mußt, um Mich so zu lieben, wie Ich will, und um deine Sünden zu sühnen und diejenigen all der Prie­ster, die zu feige sind, es anzunehmen, mit Mir zu lei­den, und die ihre Vergnügungen und ihre Befriedi­gungen Mir vorziehen?»

[B 353]«Fürchte nichts. Indem du es annimmst, in deinem Herzen und in deinem Leibe zu leiden, wählst du den besseren Teil, Kleine. Ist es nicht jener, den Ich selbst gewählt habe, der Ich die Weisheit selbst bin? Ohne Mich kannst du nichts tun; mit Mir wirst du alles vermögen, selbst das Unmögliche.»

* 67 *

«Willst du diese Einkehr halten, die du dir vorge­nommen hast, Kleine? Dies wird ein Leiden mehr sein für dich, wenn du davon zurückkehrst. Ich werde dich während dieser zwei Tage kosten lassen, was dein Le­ben gewesen wäre, wenn du Mich der Welt vorgezo­gen hättest, und wenn du zurückkommen wirst, mein Kleines, wird es dir so scheinen, als ob dein Leben tausendmal härter ist, aber du wirst es dennoch ertra­gen müssen. Nach und nach werde Ich dir Abscheu vor der Welt einflößen, um dich an Mich zu binden, und an gewissen Tagen wirst du aufgrund der Tatsa­che, daß du fern von Mir bist, so leiden, daß du glauben wirst, sterben zu müssen, [B 354] so sehr wirst du darunter leiden.»

«Eines Tages wirst du Mich ebenso sehr lieben, wie du Mich beleidigt hast; dann wirst du dich verloren fühlen auf dieser Erde, und du wirst zu Mir schreien, damit Ich dich zu Mir nehme. Aber laß dich nicht entmutigen, mein Kleines; wenn du so von Liebe zu Mir erfüllt sein wirst, wird deine Zeit (auf Erden) kei­ne sehr lange mehr sein. Es wird dir noch übrigblei­ben, in deinem Fleische alle deine Sünden zu süh­nen.» …

«Überlege wohl, kleines Mädchen, was Ich dir vor­schlage. Niemand kann dir etwas Schöneres anbieten, selbst wenn du es nicht verstehst; es genügt dir, es an­zunehmen. Fürchte nichts. Ich kenne deine Schwä­che. Ich werde dir helfen, und mit Mir wirst du dahin gelangen, wo Ich dich haben will, [B 355] wenn du nur selber willst.»

* 68 *

Seit mehreren Tagen schon sagte ich in meinem Abend­gebet:

«Herr, gib mir die Gnade, auf Erden alle Sünden mei­nes Lebens zu sühnen», und ich hatte diese Worte kaum ausgesprochen, als eine Stimme im Grunde meines Her­zens zu mir sagte:

«Habe Ich es dir nicht angeboten, Kleine?»

«Ich habe nicht diesen Mut, Herr.»

«Ich werde dir diesen Mut geben; du brauchst nur zu wollen, was Ich will.»

* 69 *

[B 356] «Ich habe dich nötig, um für jene zu sühnen, die es ablehnen, Mich zu hören, Kleine.»

«Ich werde nie begreifen, wie Du dazu kommen kannst, Dich bei mir aufzuhalten.»

«Suche nicht zu verstehen, Kind. Es wird immer über dein Verständnis hinausgehen. Liebe Mich, und tue, was Ich dich heiße, ohne zu verstehen, vielmehr einfach, weil Ich es bin, der es von dir verlangt, und der es will. Wirst du Mich hinlänglich lieben dafür, Mein kleines Kind? Habe Ich nicht den Sündern am meisten gegeben? Ich habe Mein Leben hingegeben, und Ich habe die schlimmsten Leiden für sie ertragen; habe Ich nicht das Recht, mehr von denjenigen zu verlangen, die aufrichtig zu Mir zurückkehren? Du, Kleine, [B 357] bist du nicht eine von ihnen?»

* 70 *

[30. März 1955] Als ich mich an diesem Morgen zur Messe begab, dachte ich:

«Mein Gott, wie schön ist das, die Sonne!»

«Ich kann in deiner Seele noch schönere Dinge machen, Kleine, wenn du Mich gewähren läßt. Tue nichts, wenn du es nicht tun kannst, weil du Mich liebst oder um Mir zu gefallen. Schneide weg von dei­nem Leben alle diese unnützen Dinge, diese Dumm­heiten, um derentwillen du vorher lebtest. Bin Ich nicht mehr wert als all das, Kleine?»

Ich dachte: «Selbst wenn es Verrücktheit ist, Herr; ich will einzig für Dich leben; mache, was immer Du willst.»

[B 358] «Das gefällt Mir, Kleine; aber Ich nehme das nicht als eine definitive Antwort an. Du mußt es wohl überlegen; denn sobald du einmal angenommen ha­ben wirst, will Ich, daß du nicht ein einziges Mal den Gedanken hegst umzukehren. Selbst wenn es dir so scheint, als ob Ich dir fern bin, will Ich, daß du Mich liebst und daß du an Mich glaubst, allem zum Trotz. Du mußt von deinem Leben alles wegschneiden, was dich an die Erde gebunden hält und was dich daran hindert, zur Mir aufzufliegen, Mein kleines Kind.»

Ich dachte: «Mein Gott, das würde ich gerne, Dich sehen.»

«Du würdest Mich nicht sehen können, wie Ich dich sehe, und dennoch weiterleben. Selbst die schönsten Dinge der Erde kommen in nichts an die geringsten Dinge heran, die Ich dir geben kann. Ich lasse dich also durch nichts blenden und anziehen als durch Mich, Kleine. Ich muß dir Schritt für Schritt folgen, kleine Tochter; denn sonst würdest du, leicht­sinnig wie du bist, dich anziehen lassen von dem, was dir hier unten zu gefallen scheint. Aber irre dich nicht, mein kleines Kind: nichts, noch irgend jemand, wird dein nach dem Unendlichen hungerndes Herz stillen können. Einzig Meine Liebe kann und muß es ausfüllen.»

[B 359] «Du kannst nicht auf alles verzichten, ohne zu leiden, Kleine. Dazu wäre es erforderlich, daß du vollkommen seist; aber du bist die Unvollkommenste und die Unwürdigste. Darum, Kleine, selbst wenn du leiden mußt, fürchte dich nicht bei dieser Aussicht, viel leiden zu müssen. Ganz allein wirst du dich die­sem Gesetz des Leidens nie fügen können. Ich will, daß du es wohl verstehst. Wenn Ich nicht hier wäre, um dir zu helfen und dich zu leiten, könntest du nie etwas Gutes tun, weil du nichts bist; von einem Nichts kann man nichts verlangen; aber wenn du zu Meinem Herzen Zuflucht nimmst und wenn du dein Leben Meinem Willen unterwirfst, werde Ich dich Dinge tun lassen, die selbst dich überraschen werden. Aber selbst in jener Zeit wirst du keinerlei Verdienst haben; da Ich es bin, der in dir handeln wird.»

«Du verstehst, Kleine: ohne Mich kannst du nichts tun, und du wirst nie etwas verdienen von dem, was Ich dir geben werde. Selbst wenn Ich dich bitte, es an­zunehmen, um Meinetwillen zu leiden und auf alles zu verzichten, ist es eine Gunst, die Meine große Lie­be zu dir Mich dir anzubieten veranlaßt.»

[B 360] «Ich möchte gar gerne ein wenig von dem wissen, was mit mir geschehen wird, Herr.»

«Verlange nichts, Kleine. Nimm alles an, ohne zu wissen, was Ich von dir verlange, mein kleines Kind. Wirst du dieses Vertrauen und diese Liebe aufbrin­gen, die bewirken, daß du das Leben annimmst, wie Ich es für dich will, ohne andere Freuden und ohne andere Liebe als Mich? Ich will alles von dir, Kleine, sogar deine geringfügigsten Gedanken.»

«Da ich immer so an Dich denke, bin ich oft ‹abwe­send›. Welchen Eindruck muß dies vor der Welt ma­chen

«Was kümmert dich, Kleine, welchen Eindruck du vor den Menschen machst; solange du Mir gefällst, ist dies alles, was dir wichtig sein muß. Ich will nicht mehr, daß du dich darum sorgst, was die Welt von dir denkt. Wenn du dich darum sorgst, [B 361] zeigst du, daß du noch an ihr hängst, und Ich will nicht, daß du auch nur im geringsten nach dem Geschmack der Welt handelst, sondern nach dem Meinen. Die Geset­ze der Welt werden niemals die Meinen sein. Die Welt mit allem, was sie dir anbietet, wird nirgendwohin sonst als in die Hölle führen können. Du mußt also in allen Punkten Verzicht leisten, da du doch willst, daß Ich dich mit Mir nehme.»

«Wenn es Einbildungen wären, die ich mir mache. Wenn nicht Du es wärst, Herr?»

«Selbst dann würde es dennoch eben dies bleiben, was du zu tun hättest, um dich zu retten. Man kann nicht der Welt gefallen und gleichzeitig Mir; man muß wählen, Kleine. Du hast bis jetzt stets versucht, die beiden miteinander zu versöhnen; du wolltest den Vergnügen nicht widersagen, und du wolltest Mich lieben; aber dies ist undurchführbar, kleines Mäd­chen. Ich bin es, oder Ich bin es nicht. [B 362] Du ver­zichtest auf die Welt und auf alles, was sie dir an Ver­gnügen und Freuden anbieten kann, oder du folgst ihr, und dann bin Ich es, auf den du verzichtest, Klei­ne.»

«Ich will kein halbes Maß. Ich wiederhole es dir: Ich will alles, deine Gedanken, deine Liebe, deine Wünsche, dein Leben, und Ich will nach Meinem Wohlgefallen damit tun können, was Ich will. Überle­ge wohl, Kleine, und erinnere dich, daß Ich dich un­endlich liebe, und selbst wenn du für Mich leiden mußt, wird dies bedeuten, Mir den größten Beweis deiner Liebe zu Mir zu geben, wenn du annimmst. Ist es nicht eben dies, was Ich für euch getan habe? Ihr könnt nicht hoffen, euch anders freizumachen, da Ich, der Ich alles leite, gelitten habe, wie nie jemand leiden wird.»

«Ich fühle mich so feige vor dem Leiden, und ich habe so wenig Mut!»

[B 363] «Ich werde dir geben, was dir fehlt, und du wirst nichts anderes zu tun haben, als Mich so zu lie­ben, wie Ich es will, und alles, selbst das schlimmste Leiden, wird dir leicht erscheinen. Willst du?»

«Wenn alles dies ein Traum wäre, Herr, möchte ich gar sehr im Himmel aufwachen.»

«Mache aus diesem Traum eine Wirklichkeit, und du wirst nirgendwo anders hin als in den Himmel kommen können.» …

* 71 *

[B 365] «Herr, Herr, befreie mich von diesem Alp­traum!»

«Kleines Mädchen, was fürchtest du? Ich bin da.»

«Wenn es nicht wahr wäre. Wenn Du nicht da wärst. Was würde aus mir werden ?»

«Wo ist dein Glaube, Mein Vögelein? Ist das das ganze Vertrauen und die ganze Liebe, die du für Mich empfindest? Ich werde dich niemals verlassen.»

* 72 *

«Laß Mich bei dir ausruhen, Kleine. Wirst auch du Mich von dir stoßen? Wirst du Mir dein Herz ver­schließen? Wirst du es vorziehen, deinen Willen zu tun und dein Leben nach deinem Gutdünken zu le­ben, indem du aus allem Nutzen ziehst, anstatt dem zuzustimmen, was Ich von dir verlange?»

«Ich bin der Herr der Welt, und dennoch, es gibt keine größere Einsamkeit als die Meine. Alle Welt verwirft Mich, flieht Mich und richtet sich ein, [B 366] möglichst wenig an Mich zu denken; denn Ich störe ihre Pläne und ihre Weise, die Dinge zu sehen, und sie ziehen ihre Mittelmäßigkeit Meinen Ansichten vor. Sie verachten Meine Gesetze und tun, was ihnen ge­fällt. Sie praktizieren einen Paradeglauben, in ihrem Herzen aber ist es leer. Wohin Ich auch blicke auf dieser Erde, jene, die Mich lieben und die Mir folgen, sind so klein an Zahl, daß sie in der Menge derjenigen untergehen, die Mich verachten und einzig ihr Ver­gnügen suchen.»

«Kleine, Ich bin es müde zu warten, müde, an die Türen zu pochen, die immer verschlossen bleiben, müde, auf Verachtung und manchmal sogar auf Haß zu stoßen. Wenn Ich nicht ein paar Seelen finde, die bereit sind, sich zu opfern und nur noch für Mich zu leben, werde Ich gegen diese genußsüchtige Welt streng verfahren müssen, die es ablehnt, Mich zu hö­ren, trotz der Warnungen, die Ich ihr gebe.»

[B 367] «In ihrer Bosheit sucht die Welt überall an­ders die Ursachen all dieser Katastrophen, die über sie kommen, verblendet wie sie ist in ihrer Weigerung, Mich als den alleinigen Herrn der Lebewesen und der Elemente hier unten anzuerkennen. Ich will geliebt werden, kleine Tochter. Wirst du Mir dein Herz öff­nen, damit Ich darin Meine Wohnung aufschlage?»

«Ich bin all dessen nicht würdig, Herr.»

«Ich schaue nicht auf deine Unwürdigkeit, Kleine; es genügt zu wollen, und Ich werde das übrige tun. Du kannst dir die Leiden, die Ich ertrage, weil Mich die Welt, vor allem aber die Priester, abweisen, nicht vor­stellen; ja, diese Priester, die Mich manchmal härter behandeln als die andern. Ich habe ihnen die Gnade gewährt, sie aus den andern auszuwählen, um Mein Werk zu einem guten Ende zu führen. Anstatt Mir zu dienen und Mich zu lieben, wie sie es tun müßten, stellen sie sich mit der Welt gegen Mich. [B 368] Un­ermeßlich ist das Unrecht, das sie Mir antun vor der Welt durch ihr schlechtes Beispiel. Mir, der Ich sie erwählt hatte, um die Welt durch ihren Wandel zu er­bauen, siehe, was sie Mir tun. Sie schmähen Mich und ziehen Mich in den Dreck. Meine Geduld ist zu Ende, und Meine Rache an ihnen wird fürchterlich sein. Aber Meine Liebe für sie ist trotz allem so groß, daß sie sich noch weigert, dem Zorn, der in Mir grollt, stattzugeben. Du weißt es, bis wohin sie gehen kön­nen, diese Priester, in ihrer Entartung.»

«Willst du Mich lieben für jene, die Mich nicht lie­ben, verzichten auf alles, was du an Freuden auf die­ser Erde finden könntest, bereit sein, alles zu ertragen, um deine Sünden zu sühnen und, wenn du gerei­nigt sein wirst, die Sünden der anderen wiedergutzu­machen, vor allem diejenigen der Priester? Es gibt so viele Sünder, und so klein an Zahl sind jene, die das Leiden annehmen als Mittel, zu Mir zu gelangen. Es ist immerhin das einzige. Diejenigen, die das Gegen­teil behaupten, sind im Irrtum, und es wird ein Irrtum sein, der sie in den Untergang führen wird. Denn nur der Weg des Verzichts, der Abtötung, der Buße, des Opfers und vor allem der Gottesliebe führt zu Mir.»

«Wo stehst du in deiner Liebe zu Mir, Kleine? Hast du Mir irgendwelche Opfer gebracht?»

«Ich habe gar wenig getan, Herr, und dies auch nur mit Deiner Hilfe.»

«In dem Wenigen, das du getan hast, Kleine, schät­ze Ich den Wunsch, den du gehabt hast, Mir zu gefal­len.»

«Mein Gott, wie ist dies ‹eintönig›, und wie langweile ich mich!»

«Kleine Tochter! Du langweilst dich, und Ich bin bei dir?»

«Ich sehe Dich nicht.»

[B 370] «Weil du nicht willst, Mein Kleines. Schau gut in den Grund deines Herzens hinab; siehst du Mich da nicht? Genügt dir das nicht? Doch nur, weil du Mich nicht genug liebst. Wenn du Mich lieben wirst, wie Ich es will, wirst du sehen, daß Ich diese ganze Leere, die du in diesem Moment empfindest, ausfüllen werde. Laß dich nicht entmutigen, Mein kleines Kind; du wirst sehen, daß es nicht so lange dauern wird, und du wirst auch sehen, daß, was Ich dir geben werde, tausendmal mehr wert ist als die Opfer, die Ich von dir verlange.»

* 73 *

[B 371] Ich sage Ihnen, wenn ich nicht verrückt werde bei alledem. Aber ich will mich nicht beunruhigen. Ich versuche nicht zu verstehen, weil ich nie dazu fähig sein werde. Wenn die Angst zu stark ist, denke ich an den Herrn, und ich versuche, mich nicht von Ihm ablenken zu lassen durch etwas anderes, und die Stimme, selbst wenn es nicht die Seinige wäre, braucht mir nur zu sa­gen: «Kleine Tochter, warum fürchtest du?», und ich werde wieder ruhiger; das ist Magie. Er hat mir sogleich gesagt:

[31. März 1955] «Nein, das ist Liebe.» …

[B 373] «Es wird nun nicht mehr lange dauern, und du wirst Mir die endgültige Antwort geben müssen auf das, worum Ich dich gebeten habe. Was wirst du erwählen, Kleine? Wirst du Mich diesem nichtigen Leben, das vormals das deinige war, vorziehen? Wirst du es verstehen, Mir deine Neigungen, deine Gedan­ken, deine Wünsche, und, wenn die Zeit gekommen sein wird, dein Leben zu opfern? Du hast Mir gesagt, daß du auf der Erde alle deine Sünden sühnen möch­test. Waren dies leichtfertig ausgesprochene Worte, oder wünschst du es wirklich? Wenn du auch, als du Mich darum batest, [B 374] nicht recht wußtest, was du tatest, ist es dir heute doch gegeben zu wählen; hast du ernsthaft darüber nachgedacht, Kleine? Wenn du annimmst, wird es sich nicht darum han­deln, nur mit den Lippen ja zu sagen; du wirst davon leben müssen, Mein kleines Kind, und aus deinem Leben alles wegschneiden müssen, was dich nicht zu Mir führt, selbst das, was dir erlaubt ist. Du wirst dich andauernd aufopfern müssen; denn was Ich will, wird deinen Neigungen immer entgegen sein, für dich, kleine Tochter, eingenommen wie du bist von all den Nichtigkeiten dieser modernen Welt, die nur ihre Be­friedigung sucht. Wirst du Mich lieben, Kleine? Es gibt ihrer so wenige, die Mich lieben.»

«Dennoch, es waren viele Leute in der Messe heute morgen.»

«Ja, Mein Kind. Aber sind es alles Leute, die Mich wirklich lieben? Wie viele von diesen leben aus der Liebe, die sie für Mich zu haben behaupten? Man liebt Mich, wenn man in der Messe oder bei anderen Zeremonien ist; [B 375] aber siehe, wie sie zu andern Zeiten handeln. Kannst du aus ihrem Gebaren und Wandel sagen, daß das Leute sind, die Mich lieben? Ich will nichts wissen von einer Liebe, die sich nur in der Kirche kundtut, statt in jedem Augenblick des Tages. Überall, bei jeder Gelegenheit müßte euer Le­ben ein Akt der Liebe für Mich sein.»

Manchmal sage ich mir: «Ich werde nicht mehr schreiben», und wenn diese Stimme sich von neuem in meinem Herzen vernehmbar macht, kann ich Ihnen nicht sagen, was in mir vorgeht. Mein Herz schlägt so schnell, und solange ich nicht schreibe, wiederholt man mir die selben Dinge, und wenn ich schreibe, fühle ich mich erleichtert wie von einem Gewicht, das mir auf das Herz drückte.

«Beunruhige dich nicht, Kleine. Gehorche, und verzichte darauf zu verstehen; denn du wirst niemals verstehen.» …

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Fortsetzung folgt!

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 03

* 27 *

«Wie würde ich es lieben, so zu sein wie die andern. Ich könnte glücklich sein.»

«Selbst dies werde Ich dir nicht gewähren, um dich mehr für Mich zu haben. Wenn du glücklich wärst, würdest du dich mehr an dein Glück hängen als an Mich. Gib dich zufrieden, das Glück der andern zu be­reiten, und das Deine suche nirgendwo sonst als in Meinem Herzen. Hast du Mir nicht oft gesagt: «Wie gern würde ich eine Klosterschwester sein!»

«Es scheint mir, daß man sich so wohl fühlen muß bei Dir.»

«Von dir will Ich mehr. Sie sind fern von der Welt, geschützt gegen alle Vergnügen, während du, die du in der Welt lebst, allen Versuchungen ausgesetzt bist. [B 250] Indes, Ich will dich wie sie losgeschält von al­lem, und daß du dennoch da bleibst, wo du bist. Du wirst Mich also mehr brauchen, als wenn du im Klo­ster wärst; du wirst Mich deswegen auch mehr lieben, weil Ich dir viel mehr werde geben müssen, als wenn du Nonne wärst. Schwach, wie du bist, was tätest du ohne Mich? Du hast damit schon Erfahrung gemacht. Du siehst, daß Ich nichts vergesse. Selbst wenn du deine Freude fern von Mir suchtest, hörte Ich dich, Kleine. Sag, daß du Mich liebst.»

«Gar wenig, Herr, im Vergleich zu dem, wie es sein müßte, aber vermehre meine Liebe.»

Ich weiß nicht, was mir soeben geschehen ist; ich fühl­te mich so müde, daß man hätte meinen können, ich hät­te ein Joch zu tragen. Ich habe gesagt: «Herr, wie fühle ich mich plötzlich so müde.» Ich habe gehört:

[B 251] «Du, die du Mir immer wiederholst, daß du Meine Leiden teilen willst, du kannst nicht einmal ein bißchen von dieser Müdigkeit ohne Klagen ertragen, die Ich durch das Warten auf jene erleide, die taube Ohren machen gegenüber Meinem Anruf.»

«Verzeihung, Herr, ich will doch diese Müdigkeit tei­len, die Du oft fühlen mußtest wegen der Starrköpfigkeit, die ich bewies, indem ich nicht auf Dich hörte. Ich bitte die Heiligste Jungfrau, sie zu tragen; denn ganz al­leine wird es mir nie gelingen.»

«Kleines Mädchen, wie du Mir so gefällst. Beunru­hige dich nicht; mit der Hilfe deiner Mutter wirst du zu dem gelangen, was Ich von dir will. Vor allem, glaube dich nicht würdig, diese Müdigkeit zu tragen. Aus dir selbst wirst du nie irgendeiner Sache würdig sein; aber Meine Liebe zu dir ist so groß, daß dies stets dein Verständnis übersteigen wird. Unterwirf dich, ohne zu verstehen; dies ist alles, was Ich von dir ver­lange, und erinnere dich, daß es die Liebe ist, durch die du dazu gelangen wirst, die Spur der Verwundun­gen auszutilgen, die deine zahlreichen Sünden, selbst die größten, in Meinem Herzen hinterlassen haben.»

[B 252]  «Danke, Herr, für Deine unendliche Güte mir gegenüber.»

«Du bist so schwach, und Ich liebe dich so sehr.»

* 28 *

[18. März 1955] Ich hatte den Gedanken, mich hinzule­gen, um ein wenig auszuruhen. Vorher dachte ich: «Willst Du, daß ich mich ein wenig ausruhe, Herr?»

«Aber ja, Kleine, wenn das dich nicht davon abhält, an Mich zu denken. Ich werde da sein, ganz nahe.»

* 29 *

Nach dem gesellschaftlichen Anlaß von gestern abend sagte ich, als ich zu mir nach Hause zurückkehrte: «Du warst nicht bei mir an diesem Abend, Herr?»

«Aber doch, Kleine. Ich bin immer da, nur, Ich liebe nicht die Welt und ihren ungeordneten Geschmack am Vergnügen. Laß dich nicht überraschen ob Mei­nes Schweigens, wenn du in der Welt bist. [B 253] Du wirst Meine Gegenwart mehr spüren in der Einsam­keit. Sag, Kleine, machte sie dir Spaß, gestern abend, diese Vorstellung?»

«Ich fand keinerlei Interesse daran.»

«Ich bin es, der es so wollte, und es wird immer so sein, und du wirst einen Abscheu verspüren, der im­mer mehr zunimmt, gegenüber allem, was nicht Ich bin. Dann wirst du eines Tages aus dir selbst, ohne daß Ich es von dir zu verlangen brauche, die Welt fliehen und ihre Vergnügen, um dich zu verschanzen in der Einsamkeit deines Herzens, wo du Mich immer fin­den wirst, Mein Kleines.»

* 30 *

[B 254] Ich fror; ich dachte: «Mir ist eiskalt, Herr!»

«Erwärme dich in Meinem Herzen; dort wirst du geschützt sein gegen die Wechselfälle der modernen Welt, die du Mir allzulange vorgezogen hast und von der Ich dich vollständig losgelöst haben will.»

* 31 *

Infolge eines Zwischenfalles sagte ich zu mir in meinem Innern: «Mein Gott, wie ist die Welt lächerlich; soviel Aufhebens zu machen um nichts!»

«Dich, regt es dich nicht auf, Mein kleines Mäd­chen?»

«Nein, Herr.»

«Du hast ganz recht, Meine. Wie viele von diesen Leuten würden ihren Glauben mit soviel Eifer vertei­digen? Gar wenige, und dies ist es, was Mich traurig macht. Die Welt zählt auf ihre eigenen Fähigkeiten und zuwenig auf Mich. Man verweist Mich an den letz­ten Platz. Du, Meine Kleine, tue nicht so; verweigere Mir nie etwas in Zukunft. Ich leide so sehr angesichts solcher Schauspiele. Arme, mit der Erde vernietete Menschen; wenn ihr nicht aufpaßt, wird es, wenn ihr die Augen zum Himmel erhebt, zu spät sein. [B 255] Die Zeit der Barmherzigkeit wird abgelaufen sein.»

«Herr, bist Du erbost?»

«Es tut Mir so weh, so wenig verstanden und so we­nig geliebt zu werden von dem Menschen, dem Ich al­les gegeben habe.»

«Ich, ich liebe Dich gar schlecht, Herr. Ich weiß es, aber ich liebe dich dennoch.»

«Du weißt nicht, wie Mich das tröstet, Meine. Das ist der Grund, warum Ich, wenn Ich ein Herz wie das deine finde, es nicht mehr loslasse. Ich will aus dei­nem Herzen einen Abgrund der Liebe machen, in dem Ich den Trost suchen werde für das Leid, das Mir die andern zufügen.»

«Herr, ich habe Angst.»

[B 256] «Armes kleines Mädchen! Hab Vertrauen, komm hin zu Mir. Gib Mir alles. Verweigere Mir nichts, und Ich werde trotz deiner Unwürdigkeit aus deinem Herzen Meine Zufluchtsstätte machen, willst du? Sag, Mein Kind, hast du nicht mehr Gefallen dar­an, ein Opfer für Mich zu bringen, als deinen Willen zu tun?»

«Ich habe Angst vor allem, was mir geschieht, Herr.»

«Was fürchtest du? Kannst du jemanden finden, der dich mehr liebt als Ich?»

«Wenn ich von Sinnen wäre, Herr?»

«Kleines Mädchen, du spielst da das Spiel deines Stolzes. Du hast Angst, für verrückt zu gelten, das ist es. Glaubst du dich so gescheit, diese Worte aus dir selbst hervorzubringen? Du bist nichts, und ohne Meine Hilfe kannst du nicht einmal einen guten Ge­danken haben. Vergiß es nie: du kannst nichts ohne Mich. Selbst wenn man dich für verrückt hielte, bist du mehr als Ich, den man immerhin als einen Narren behandelt hat?»

«Verzeihung, Herr, wenn ich Dich erbost habe.»

[B 257] «Du erbost Mich nicht, Kleine; plag dich nicht mehr mit diesen Ideen. Liebe Mich. Tue, was Ich will, und sei sicher, daß du, wenn du dies tust, den besseren Teil erwählst, selbst wenn deine Natur dir das Gegenteil sagt. Es ist spät jetzt; geh und ruhe dich ein wenig aus. Ich werde dich nicht verlassen. Bevor du einschläfst, sag Mir, daß du Mich liebst.»

* 32 *

«Sage mir nicht, daß Du auch noch dieses Opfer von mir verlangen wirst?»

«Überrascht es dich? Habe Ich dir nicht gesagt, daß Ich jeden Tag mehr von dir verlangen werde?»

«Aber, Herr, es ist doch nichts Böses dabei.»

«Ich weiß; aber es gefällt dir. Ich werde stets von dir verlangen, Mir das aufzuopfern, was dir Freude berei­ter. Sonst, wenn du mir (nur) das opferst, was dir eigentlich gleichgültig ist, wo bliebe dein Verdienst und deine Liebe? [B 258] Du wirst selber überrascht sein zu sehen, an wievielen Dingen du hängst, ohne es zu wissen. Warum bist du traurig?»

«Herr, Du verlangst zuviel (davon) von mir.»

«Undankbares kleines Mädchen! Habe Ich den Maßstab an das gelegt, was Ich dir gegeben habe? Habe Ich nicht mehr getan für dich, als du je für Mich wirst tun können? Warum rechnen und die Opfer be­grenzen wollen? Du willst Mich also nicht über alles lieben? Meine Liebe zu dir ist unendlich. Warum wäre es nicht auch so mit der deinen?»

«Ich weiß, Herr, aber mir war so gut so. Warum ver­langst Du von ihm nicht, zu verstehen?»

«Von dir will Ich geliebt werden; befaß dich nicht mit den andern. Ich werde tun, was Ich zu tun habe. Es wird dir besser gehen, wenn du das tust, was Ich von dir verlange. Was bedeutet es dir schon, wenn es dir Leiden bringt. Ich finde Gefallen daran. Du willst Mir nicht weh tun, Mein kleines Kind? Du tust Mir (aber) weh, wenn du dich so widersetzest. [B 259] Habe Ich nicht genug gelitten deinetwegen?»

«Verzeihung, Herr. Ich werde alles tun, was du willst.»

«Vor allem, sag kein Wort, und zeig nicht deine Unzufriedenheit. Tue, wie wenn es dir nichts ausmachte. Du würdest Mir (dann) besser gefallen, willst du?»

«Ja, Herr; aber hilf mir.»

«Ich werde dich nie verlassen; du weißt es wohl.»

«Wie ist es doch schwer (hart), Dich zu lieben!»

«Aber wie süß! Du wirst es später sehen.»

* 33 *

[B 260] Ich dachte bei mir: «Wenn ich an etwas anderes dächte, würde ich vielleicht alle diese Ideen vergessen, und ich würde ruhig sein.»

«Böses kleines Mädchen! Du willst Mich also ver­lassen? Was habe Ich dir getan? Du liebst Mich also nicht?»

«Aber doch, Herr; aber es ist doch so, daß ich immer (nur) an Dich denke.»

«Das ist genau, was Ich von dir will: alle deine Ge­danken, dein ganzes Herz, deine ganze Liebe und eine völlige und gänzliche Unterwerfung unter Mei­nen Willen. Du kannst auf die Liebe eines Mannes verzichten; aber auf die Meine wirst du hinfort [B 261] nie mehr verzichten können.»

«Was würdest du ohne Mich tun? Du wärst verlo­ren. Verweigere Mir nicht diese Liebe, die Ich von dir verlange.»

«Wenn alles dies die Frucht meiner Einbildung wäre, wäre das eine Sünde? Wenn ja, was werde ich machen? Wie möchte ich es wissen!»

«Warum wissen, Mein kleines Mädchen? Es ist doch ganz einfach, was Ich von dir verlange. Liebe Mich, ohne zu verstehen (zu suchen), was dir ge­schieht. Selbst wenn es deine Einbildung wäre, so hast du dir sicherlich nicht das größte der Gebote erdacht: «Du sollst den Herrn deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften.» Verzichte darauf zu wissen; tue, was Ich wünsche, willst du, Kleine?»

«Ja, Herr.»

[B 262] Bevor ich ausging, hörte ich:

«Versuche an diesem Abend, Mich nicht zu sehr zu vergessen, wenn du in vergnüglicher Gesellschaft sein wirst. Wenn du die Freude kenntest, die du Mir machst, wenn du nur schon an Mich denkst. Du wür­dest nichts anderes tun wollen.»

«Ja, Herr; ich will es wohl»

«Und wenn du es vergißt, gestattest du Mir, es dir in Erinnerung zu rufen?»

«Aber Herr, Du brauchst von mir keine Erlaubnis ein­zuholen; tue, was Dir beliebt.»

«Ich will nichts tun, ohne daß du einwilligst. Man zwingt die Liebe nicht, Kleine. Du bist frei.» …

* 34 *

[B 264] Als ich zurückkehrte, bedauerte ich es, so lange geblieben zu sein.

«Wie bist du rebellisch, wenn du Meinen Willen tun solltest, Kleine. Wann wirst du es begreifen, daß Ich dich liebe und daß Mir dein Wandel weh tut?»

«Aber ich habe doch gar nichts Böses getan, Herr.»

«Ich habe von dir nicht verlangt, das Böse zu mei­den, was (nur) normal ist. Ich verlange von dir, Mich mehr als alles zu lieben. Ich habe dich dir selbst über­lassen, und siehe, wie du Mich behandelst; du hast manchmal kaum an Mich gedacht.»

«Ich bedauere, Herr; verzeih mir. Ich werde versu­chen, es das nächste Mal besser zu machen. Sei mir nicht böse, Herr.»

«Kann man sich weigern, einem Kind zu verzeihen, das sich des Leids, das es verursacht, nicht bewußt ist?»

«Danke, Herr; wie gut Du bist!»

[B 265] «Ich liebe dich vor allem. Tue ebenso, willst du?»

*35*

[19. März 1955] Du sagst Mir nicht «Guten Tag» an diesem Morgen?

«Verzeihung, Herr, guten Tag!»

«Wie du beschäftigt bist, Kleine, mit so vielen an­dern Sachen, die nicht Ich sind; was hast du gestern gemacht?»

«Was ich getan habe?»

«Du hast mir die andern vorgezogen, da du die Ein­samkeit mit Mir verschmäht hast.»

Ich ging zur Messe, und ich kann nicht ausdrücken, was ich empfand. Ich fühlte die Gegenwart des Herrn neben mir. Ich fühlte Ihn da, schweigend, und alles an Ihm schien vorwurfsvoll. Ich kann es Ihnen nicht sagen. Ich finde keine Worte; aber ich hätte mich lieber 10 Fuß unter dem Erdboden gesehen, als diesen auf meinem Herzen lastenden und von Traurigkeit durchdrungenen Vorwurf zu spüren. Ich habe dann zu mir gesagt: «Herr, wie tut es mir leid, Dir weh getan zu haben.»

[B 266] «Ich hoffe, daß du in Zukunft besser han­deln wirst.»

«Ich versuchte wegzugehen; aber ich hatte nicht die Kraft, es zu tun.»

«Du hast Mich nicht um diese Kraft gebeten, die dir fehlte, kleines Mädchen; Ich hätte sie dir gegeben; aber im Innersten deiner selbst zogst du es vor, zu bleiben. Deshalb hast du es nicht getan.»

«Wie kommt es, daß ich dies tue, Herr? Dennoch, Du weißt es, ich will nur Dich lieben.»

[B 267] «Ja, kleines Mädchen; aber du hast das Joch Meiner Liebe noch nicht vollständig auf dich ge­nommen; worauf wartest du? Es ist immerhin das sü­ßeste, das du finden kannst. Du weißt nicht um das Leid, das du Mir zufügst, wenn Ich sehe, wieviel Freu­de es dir macht, wenn du dich in Gesellschaft der an­dern befindest!»

«Aber, Herr, sie sind sehr liebenswürdig mit mir.» «Und Ich, bin Ich es nicht mehr als sie?» …

* 36 *

[B 269] Nach der Kommunion dachte ich: «Wie bin ich einer so großen Gunst unwürdig, Herr.»

«Du wirst es immer sein, Kleine; aber trotz deiner Unwürdigkeit liebe Ich dich. Du wirst von dem, was Ich dir gebe, nie etwas verdienen; aber dennoch: du wirst dir nie vorstellen können, was Ich dir im Aus­tausch für deine Liebe geben werde.»

Ich dachte: «Sprich nicht so viel, Herr. [B 270] In die­sem Augenblick kann ich nicht schreiben; ich werde mich niemals an alles erinnern können.»

«Fürchte nichts! Mit Meiner Hilfe wirst du dich an alles erinnern, von dem Ich will, daß du es behältst.» …

*37*

Seit heute morgen habe ich viel Kummer und Not, und ich weiß nicht, warum. [B 271] So viele gegensätzliche Gefühle steigen in mir auf Ich habe den Wunsch, mich aufzulehnen und das zu machen, was ich will, und wie möchte ich dennoch Ihn lieben von ganzem Herzen, Ihn, den Herrn. Im Widerstreit mit diesen Gedanken schien es mir, Ihn sagen zu hören:

«Warum schmollst du Mir, Kleine?»

«Ich schmolle Dir nicht, Herr; ich verstehe nicht, und dies geht mir auf die Nerven.»

«Kann man von einem Nichts verlangen, daß es be­greife? Gewohnt wie du es bist, deinen Willen zu tun und deiner Neigung zu folgen, möchtest du, daß Ich dich sogar das Mittel auswählen lasse, zu Mir zu ge­langen. An dir ist es, Meinen Willen zu tun, nicht an Mir, den deinen zu erfüllen, Kleine. Liebst du Mich genug dafür, mein Kind?»

«Ich möchte gerne, Herr; aber ich habe Angst.»

Ich dachte: «Ich werde nicht zur Einkehr gehen; das wird noch schlimmer sein, [B 272] wenn ich den ganzen Tag nichts zu tun habe.»

«Warum hast du solche Gedanken? Behandelt man so jemanden, dem man alles verdankt, vor allem, wenn man wie du all dessen unwürdig ist? Auch da ist es nicht dein Herz, das widersteht, sondern deine Na­tur, die sich, wenn sie sich völlig unterworfen haben wird, um die Vergnügen gebracht sehen wird, die sie begehrte. Nun aber sträubt sie sich; denn du wirst ganz Mir gehören. Ich werde dich trotz ihrer all die­sen Lüsternheiten deiner verderbten Natur entreißen. Indes, laß dich nicht entmutigen, Kleine; du wirst viel zu leiden haben wegen alledem; aber hast du Mich nicht oft gebeten, dich auf Erden alle deine Sünden sühnen zu lassen? Daß Ich dazu die Mittel anwende, die Ich will, was kann es dir ausmachen, solange du bekommen wirst, was du willst? Hör Mich, kleines Mädchen. Selbst wenn Ich dich leiden lasse, liebe Ich dich unendlich. Verzichte auf deinen Willen. [B 273] Verzichte auf alle deine Neigungen. Entsage allem, was dir gefallen mag; Ich will dich entblößt von al­lem.»

«Du hast Mich viel beleidigt. Deshalb verlange Ich mehr Liebe von dir. Fürchte dich nicht, kleines Mädchen. Mit Meiner Hilfe wirst du dazu gelangen, das zu tun, was Ich will. Von jemandem, der dir 100 Dollar schuldig wäre, würdest du nicht nur 10 zurückverlangen, nicht wahr? Indem Ich dir alle Sünden verzieh, gab Ich dir mehr als den anderen. Das ist der Grund, weshalb Ich mehr von dir fordere. Es ist deine Liebe, die Ich will, nichts als deine Liebe, nichts anderes. Mit der Liebe erlangt man alles.»

Ich bin müde von allen diesen Gedanken und davon, mich wiederholen zu hören, wie Er mir den ganzen Tag lang zu sagen schien: [B 274] «Entsage allem.» Was wird aus mir werden?

«Was kümmert es dich, was dein Leben hier unten sein wird. Je mehr du dich Mir näherst, desto mehr wirst du in den Augen aller für dumm gelten. Möge dich alles dies nicht aufhalten, Kleine. Nur zu diesem Preis wirst du bis zu Mir hin gelangen. Vergiß es nie. Erinnere dich nur einer Sache, nämlich daß Ich dich liebe, wie du nie (sonst) geliebt werden wirst, und daß Ich will, daß du ein Gleiches tust für Mich.»

* 38 *

[20, März 1955] Ich fragte Ihn mit meinen Worten: «Si­cher, Herr, ist es nötig, daß ich aufschreibe, was ich zu hören glaube ?»

«Warum handelst du immer noch nach deinem Kopf?»

«Aber, Herr, es ist doch, weil mein Pater mir gesagt hat, ich solle Dich fragen.»

[B 275] «Ich weiß, Kleine. Ich will sagen: <Warum fragst du nicht genau das, was er dir aufgetragen hat?> Siehst du, wie du nicht zu gehorchen verstehst, Mein armes Kind. Wie wirst du leiden müssen, um ihn zu brechen, diesen rebellischen Willen, den du dein eigen nennst!»

Dann habe ich genau das gesagt, was Sie, mein Pater, mir geschrieben hatten, und hier nun, was der Herr sagt: (Vorher muß ich Ihnen sagen, daß das, was ich höre, ganz und gar nicht äußerlich ist; es kommt von meinem Innern, von meinem Herzen. Man würde sagen, eine vollständig von jener der Menschen verschiedene Stimme, und die von weither zu kommen scheint, wenig­stens ist dies der Eindruck, den ich habe. Ich möchte es Ihnen lieber mündlich sagen. Dies kann Ihnen vielleicht helfen.) Auf alle Fälle, hier nun, was diese Stimme, von wem sie auch immer sei, mir gesagt hat:

«Es ist notwendig für dich, das aufzuschreiben, was Ich dir sage, und es ihm zu überreichen, damit er dir so, entsprechend deinen Aufzeichnungen, die not­wendigen Anweisungen geben kann. Er möge es auf­bewahren. Er wird stets davon profitieren können für sich selbst und für die anderen, bis es ihm später nötig sein wird für dich. [B 276] Was Ich dir sage, wird dazu dienen, die anderen zu ermutigen und ihnen zu hel­fen, wenn die Zeit gekommen sein wird, es zu tun. Du hast mehr Wegstrecke zurückgelegt zusammen mit ihm in einem Jahr als du in zehn Jahren hinter dich gebracht hast, als er (noch) nicht da war, um dir zu helfen. Ich habe ihn aus tausend auserwählt. Er war der allein Fähige, bei dir die Mission zu erfüllen, die Ich ihm anzuvertrauen hatte. Er wird der einzige sein, dessen du (weiterhin) bedürfen wirst. Was Ich ihm zu sagen habe, wird er in dem finden, was Ich dir sage und was du niederschreibst. Er wird darin leicht die Opfer, die Verzichte finden, die Ich für den Moment von dir erwarte. Was dich betrifft, hast du nur in allen Punkten dem zu gehorchen, was er dir sagen wird.»

«Gehorchen, das ist gar schwer, Herr.»

[B 277] «Vor allem für dich, die du nie verstanden hast, es zu tun. Doch mach dir nichts daraus, Kleine; wenn du da sein wirst, wo Ich dich haben will, wird dir nichts süßer scheinen als die Unterwerfung unter Meinen Willen.»

* 39 *

Ich bin heute morgen mit dem Gedanken aufgestanden, daß alles, was mir geschieht, lächerlich ist und absurd. Ich sagte bei mir: «So kommt es, wenn man zuviel davon tut. Wenn ich mich zufrieden gegeben hätte mit der Sonntagsmesse wie jedermann, würde mir nichts von al­ledem geschehen sein. Ich werde nicht mehr zur Messe gehen am (Werktag-)Morgen.»

«Warum dann nicht Mich (gar) verleugnen? Wie du Mir weh tust, Kleine. Ist dies also die Liebe, die du für Mich hast? Was habe Ich getan, damit du undankbar seiest?»

* 40 *

Als ich zur Messe ging, habe ich vernommen:

«Ich will dich ganz für Mich. Tue nichts aus Ver­gnügen oder aus Neigung. [B 278] Ich will, daß du (nur) einen einzigen Gedanken hast, einen einzigen Wunsch und ein einziges Ziel: Mich, nichts als Mich, überall und immer.»

* 41 *

Bei der Kommunion heute morgen gehört:

«Glaubst du aufrichtig, daß Ich es bin, der unter diesen Gestalten ist?»

«Ja, Herr; ich glaube es.»

«Glaubst du nur, weil du verstehst?»

«Nein, Herr; ich verstehe nicht. Ich glaube, weil Du es gesagt hast.»

«Dann, kleines Mädchen, glaubst du, daß es schwe­rer für mich wäre, dir überallhin zu folgen wie dein Schatten und zu deinem Herzen zu reden, als Mich mit Leib und Seele unter den Gestalten von Brot und Wein zu verbergen. Nichts ist Mir unmöglich. Alles, was Ich mache und was Ich fordere, wird immer lä­cherlich erscheinen in euren menschlichen Augen; aber es ist für Mich sogar die Weisheit selbst. Ver­zichte darauf zu verstehen, Kleine; du wirst niemals begreifen. Glaubst du dich denn Mir ebenbürtig? [B 279] Es ist dein Stolz, der dich daran hindert, anzu­nehmen, ohne zu verstehen, was Ich von dir will. Ge­horche, ohne zu verstehen.»

«Herr, Du sagst nichts ganz Bestimmtes. Wie kann ich wissen, was ich Deiner Meinung nach tun soll?»

«Kleine, aus diesem Grund habe Ich dir jemanden gegeben, dir zu helfen. Aus diesem Grunde mußt du aufschreiben, damit er in dem, was Ich dir sage, sehen kann, was Ich will, daß du tuest. Tue alles, was dich dein Pater zu tun heißt, und sei versichert, daß du, wenn du es tust, immer Meinen Willen erfüllst. Ich aber werde das übrige tun. Beunruhige dich nicht. Selbst wenn ich alles in deinem Leben auf den Kopf stelle. Selbst wenn es dir scheint, du führtest das Le­ben einer Irren in den Augen der Menschen. Nimm al­les an, ohne zu verstehen. Auf diese Weise nur wirst du zu Mir gelangen, Kleine.» [B 280] «Indem Ich für euch starb, habe Ich, ja Ich, in den Augen der Men­schen, das Irrsinnigste getan, was jemand machen kann, hätte Ich doch als Gott euch retten können, ohne leiden zu müssen. Wenn Ich den härtesten Weg gewählt habe, so um euch zu zeigen, daß einzig der Weg des Leidens und des Verzichts zu Mir hinführt.»

«In dieser modernen Welt, wo ihr alle euch mög­lichst viele Leiden zu ersparen sucht, liegt es Mir dar­an, euch das Gesetz der Buße und der Abtötung in Erinnerung zu rufen. Wenn ihr nicht dieses Gesetz annehmt und nicht dementsprechend lebt, werdet ihr allesamt zugrunde gehen. Die Welt ist eingelullt in Komfort und Luxus, und sie wähnt sich geschützt gegen alles; aber Ich, Ich sage euch: <Habt acht; es ist Zeit, daß die Welt aus diesem ungesunden Schlaf aufwacht, der sie direkt zu den Pforten der Hölle führt.>»

«Mein Gott, wie bist Du kompliziert. Ich verstehe nichts. [B 281] Warum sagst Du mir diese Dinge?»

«Mach dir nichts daraus; dein Pater wird verstehen und wird daraus Nutzen zu ziehen wissen; das ist der Grund, warum Ich es sage. Was dich betrifft, liebe Mich, wie Ich dich liebe. Dies ist es, was Ich von dir will; und tue alles, was man dich zu tun heißen wird, ohne verstehen zu wollen. Vergiß nie, daß du allein nichts tun kannst; denn du bist die Schwächste unter den Schwachen. Das ist es, warum Ich dich nicht mehr verlassen werde. Wenn Ich aufhörte, über dich zu wachen, würdest du fallen, und du könntest dich nicht wieder erheben. Siehst du die Größe Meiner Liebe und auch die Größe deiner Unwürdigkeit?»

*42*

Ich bin in die Kirche gegangen, gestern abend, wie ich es versprochen hatte; denn ich hörte immerzu:

«Vergiß nicht dein Versprechen.»

Unterwegs sagte ich zu mir: «Es ist eine Verrücktheit, Herr.»

[B 282] «Tue diese Verrücktheit für Mich, willst du wohl? Dies gefällt Mir so sehr.»

[21. März 1955] «Wer immer es sei, der mir meinen Wandel diktieren zu wollen scheint, der Teufel oder meine Einbildung; denn ich wage nicht zu glauben, daß Du es bist; ich bitte Dich, laß nicht zu, daß ich mich von Dir entferne, Herr; ich will Dich nicht mehr beleidigen.»

«Fürchte nichts, kleines Mädchen; Ich wache eifersüchtig über dein Herz; habe Vertrauen, Kleine.»

«Herr, wenn es Wahnsinn ist, befreie mich davon.»

«Wenn es eine Geisteskrankheit ist, Mich zu lieben, wirst du nie genug geisteskrank sein; denn du wirst Mich nie genug lieben. Ich will kein halbes Maß; Ich will alles. Versuche nicht, den Genuß (der Welt) mit deiner Liebe zu Mir zu versöhnen. Dies sind zwei Dinge, die sich nie vereinen lassen werden. Du möch­test Mich lieben und trotz allem gewisse Vergnügen behalten, die nicht böse sind, von welchen Ich dich aber vollständig losgelöst wissen will.»

«Ach! Herr!» habe ich geseufzt.

«Wenn du verstehen könntest, Mein kleines Kind, wo dein Glück ist, wäre es eine Wonne für dich, Mir alles zu opfern, woran du hängst, Kleine. Deine Sicht ist verschleiert durch das Schauspiel der Genüßlich­keiten, die dir die Welt, in der du lebst, darbietet; des­halb findest du übertrieben, was Ich von dir verlange. Du liebst Mich nicht genug. [B 284] Du ziehst Mir die Bewunderung der Männer und ihre Liebe vor. Sobald du es merkst, daß du jemandem gefällst, hast du nur einen Wunsch: dich dieser Gefälligkeit zu bedienen, um dir die Gedanken und das Herz desselben an­zueignen. Und doch, sobald du sicher bist, daß du er­halten könntest, was du willst, verlierst du schon den Bann, der dich anfänglich anzog. Hüte dich vor dei­ner Natur, die nur ihre Leidenschaften befriedigen möchte.»

«Hast du bereits vergessen, aus welchem Abgrund des Elends und der Sünde Ich dich herausgeholt habe? Wenn Ich dich dir selbst überließe, würdest du dorthinein zurückfallen und die gleichen Torheiten wieder begehen. Wie mußte Ich dich lieben, Kleine, um dich nicht gestraft zu haben in deinen Sünden. Hast du daran gedacht? Du verdientest indessen, ge­züchtigt zu werden.»

«Bedeutete es Meinerseits nicht, dich närrisch zu lieben? Und du, die du nichts bist, du hast Angst, für verrückt zu gelten, wenn du Mir deine ganze Liebe gibst und Mir alles opferst? [B 285] Sei nicht wider­spenstig, Kleine; lege dein ganzes Leben in Meine Hände. Ich habe genug gelitten für dich; Ich habe die Schläge nicht gezählt, die du Mir verabreicht hast; warum willst du die Liebe bemessen, die du Mir gibst?»

* 43 *

«Herr, viele andere hätten es gerne, daß Du zu ihnen sprächst, und sie wären viel würdiger als ich; ich habe nur Dummheiten begangen; ich verdiene es nicht, auf dieser Erde zu leben. Warum ich, Herr? Ich fühle mich nicht stark genug; ich habe Angst.»

«Ich habe dich nicht erwählt wegen deines Ver­dienstes oder deiner Würdigkeit, sondern gerade weil du nichts verdientest und aller Dinge unwürdig warst. Ich will euch dadurch zeigen, euch Menschen, daß Ich aus einem schmutzigsten und niedrigsten Nichts das hellstrahlendste Gestirn machen kann. Trotz dei­ner Listen einer Frau, die zu allen Leidenschaften neigt, hast du dein Kleinmädchenherz bewahrt, und wenn du liebst, [B 286] siehst du nur noch mit den Augen dessen, den du liebst. So ist es, wie Ich dich ha­ben will gegenüber Mir, Kleine.»

«Viele Personen, Herr, haben Dich nie schwer belei­digt.»

«Diese werden ihren Lohn empfangen, kleine Tochter. Ich werde jedem geben nach seinen Ver­diensten. Aber ach! Wie viele unter ihnen, die immer­hin nie gegen Mich waren, weil sie nie gesündigt ha­ben, geben Mir nichts anderes als eine Liebe, die Mich friert. Sie leben nur in der Furcht, Sünden zu begehen und vergessen, Mir die Liebe zu schenken, die Ich will. Warum anderswo die Liebe suchen? Ich bin die Liebe.»

* 44 *

«Durch deine Leichtsinnigkeit von gestern hast du Mir viel Leid angetan, und du warst undankbar ge­genüber jenem, den Ich dir zur Seite gestellt habe. Wenn du nicht allen diesen unbedeutenden Kleinig­keiten entsagst [B 287] und allen diesen Launen, die dich an die Erde gebunden halten, wie wirst du dich bis zu Mir hinauf erheben können? Ich bin über alle­dem. Du hast auch gestern wieder die Gelegenheit ausgeschlagen, ein Vergnügen zu opfern. Wann endlich wirst du verstehen, daß dein Wandel Mich zu­tiefst verletzt?»

«Wenn ich nichts tue, Herr, wird es langweilig wer­den; ich muß mich doch beschäftigen.»

«Ich will deine Beschäftigung sein, deine Liebe, dein ganzes Leben. Ich will nicht, daß du einen einzi­gen Augenblick der Zeit, die dir hier zu verbringen verbleibt, ohne an Mich zu denken, ohne Mich zu lie­ben verbringest. Ich habe es dir gesagt: <Ich will, daß dein Leben ein anhaltendes und immerwährendes Opfer sei, dargebracht Meiner Liebe.>»

«Es wird eine Zeit kommen, Herr, da werde ich nichts mehr haben, was ich Dir opfern könnte.»

«Wenn du glaubst, Mir alles gegeben zu haben, werde Ich von dir noch mehr fordern, Kleine. Möge dich dies indes nicht entmutigen. Ich werde immer bei dir sein. Strapaziere nicht Meine Geduld, Kleine; [B 288] zwinge Mich nicht, zornig zu werden über dei­ne Weigerung, Mich zu hören und Mir zu gehorchen. Ziehe dem Licht nicht die Finsternisse vor, die dich umgeben. Bei dir werde Ich Mich nicht mit wenig zu­frieden geben. Ich will alles. Gehorche allem, was man dich zu tun heißen wird, und kümmere dich nicht um das Leid, das du anderen bereiten magst. Laß dich nicht fortreißen von deiner Natur fern von Meinem Herzen, in dem Ich dich haben will.» …

* 45 *

[23. März 1955] «Noch mehr Schnee! Ach! Herr, wie ist das doch verdrießlich!»

[B 290] «Ärgert es dich?»

«Ich dachte: «Nein, nicht sehr.»

«Ihr glaubtet, der Frühling hätte sich schon nieder­gelassen, und Ich habe darüber anders entschieden. Eingebildete Menschen! Selbst vor den feststehenden Tatsachen weigert ihr euch zuzugeben, daß Ich der Herr bin und nicht ihr. Warum hältst du dich auf mit diesen Gedanken, kleines Mädchen; dies bewirkt nur, daß du noch mehr leidest.»

«Ich habe es dir gesagt: verberge dich in Meinem Herzen, gib Mir dein ganzes Leben, verzichte, Kleine, verzichte auf alles, was die Welt dir geben kann. So­lange du irgendein Vergnügen außer Mir suchen wirst, so geringfügig sie auch seien, diese Freuden, wirst du Mir nicht gänzlich angehören können. Dies ist es aber, was Ich von dir will. Ich werde dir keinen Lohn geben auf Erden. Ich will, daß du dich mit Mir vereinigst durch das Leiden, die Abtötung und den Verzicht auf deine kleinsten Wünsche.»

[B 291] «Wenn du einmal entblößt sein wirst von al­lem und wenn deine winzigsten Gedanken und deine winzigsten Wünsche zu Mir fliegen, werde Ich dich noch mehr mit Mir vereinigen, indem Ich dich an den Leiden teilhaben lasse, die Ich erdulde wegen der Verachtung, der Undankbarkeit und der Kälte der Menschen Mir gegenüber.»

«Herr, Du machst mir Angst! Nimm Dir dafür eine andere als mich. Ich will nicht.»

«Deine Natur will nicht. Ich werde sie züchtigen; fürchte dich nicht, kleines Mädchen. Warum hast du Angst? Hast du Mir nicht selber oft gesagt, daß du leiden wollest, um deine Sünden zu sühnen? …».

[B 292] «Ich brauche aufrichtige Seelen, die süh­nen; ohne sie wird Mein Zorn ausbrechen, und die Welt wird verschlungen werden in ihrer Sünde. Die Tage der Barmherzigkeit gehen zu Ende, und die Be­gleichung der Rechnungen rückt heran. Beeilt euch, euer Leben in Ordnung zu bringen. Als Vater kann Ich euch alles verzeihen; aber wenn es Zeit sein wird für Mich, euer Richter zu sein, werde Ich unversöhn­lich sein in Meinen Urteilen. Ich habe Mein Leben für euch hingegeben. Ich habe alles ertragen, und im Ver­laufe der Jahrhunderte habe Ich Mich mancher Mit­tel bedient, um euch anzuregen, euer Leben zu än­dern, Buße zu tun, und ihr habt nichts begriffen. Ihr seid schlechter denn je; ihr laßt euch nur von euren Leidenschaften leiten. Ich bin eurer Undankbarkei­ten und eurer Taubheit müde. Aus Liebe zu euch sage Ich euch noch einmal: <Tretet heraus (wachet auf) aus diesem Schlaf; er wird euch ins Verderben stürzen. Ich will Liebe und Gehorsam. Durch die Liebe werdet ihr die Verzeihung eurer Sünden erlangen, mögen sie noch so groß sein.>»

[B 293] «Herr, bist du erbost?»

«Weit mehr traurig, als erbost, Kleine. Du wenig­stens liebe Mich und tue, was Ich von dir verlange; du wirst viel zu leiden haben. Du mußt, um damit zu be­ginnen, aufhören, dich mit deinem <Ich> zu beschäf­tigen. Wenn du etwas tust, und wenn du es nur aus Vergnügen tust, verzichte (lieber) darauf. Ich will, daß alle deine Taten, deine Gedanken, deine Wünsche sich auf Mich richten. Ich werde dich mit Meinen Leiden vereinigen, wenn du dazu gelangt sein wirst, auf das zu verzichten, was dir gefällt, und du wirst dazu nicht kommen, ohne viel zu leiden. Aber laß dich nicht entmutigen, kleines Mädchen. Ich bin da, ganz nah bei dir. Ich werde dir helfen. Zähle über­haupt nicht auf dich; du bist zu nichts fähig. Zähle auf Mich allein, und laß dich führen, ohne zu verstehen. Ich will, daß du zu allem ja sagst, was dir jener aufer­legen wird, den Ich mit dieser Mission beauftragt habe. [B 294] Er selber möge auf Mich zählen.»

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Fortsetzung folgt!

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell