Amazonien-Synode: Glaubenspräfekt Ladaria über Inkulturation

Kardinal Luis Francisco Ladaria Ferrer, Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation

Die Inkulturation des Christentums am Amazonas muss von der indigenen Lebenswelt ausgehen. Daran hat der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation erinnert. Wie Theologie und Liturgie vor Ort am besten integriert würden, „ist nicht Sache derer, die dort nicht leben“, sagte Kardinal Francisco Luis Ladaria Ferrer im Interview mit Radio Vatikan.

„Inkulturation ist substantiell der Wunsch, dass sich die Botschaft der Kirche, die überall immer dieselbe ist, in einer den Kulturen der Völker angemessenen Weise ausdrückt. Wie in Amazonien diese Inkulturation am Besten geschieht, ist nicht Sache derer, die nicht dort leben. Wir können die generellen Prinzipien aufstellen – dann muss es um eine Inkulturation gehen, die Inhalt und Tradition des Glaubens bewahrt…“

Bei der Amazonien-Synode war in einer Arbeitsgruppe der Vorschlag eines eigenen amazonisch-katholischen Ritus aufgekommen. Ein solcher Ritus könnte ermöglichen, Elemente indigener Kultur in die katholische Liturgie zu integrieren. Auch bei der Frage neuer Ämter für indigene Laien am Amazonas müsse man von lokalen Bedürfnissen ausgehen, so Ladaria:

„Ausgehend von aktuellen Gegebenheiten muss man in den weitläufigen Landstrichen Amazoniens, wo es wenige Priester gibt, andere Amt- und Dienstformen entwickeln. Man muss etwas, was bereits in der Kirche, in dieser Region existiert, wachsen lassen, damit es sich noch besser zum pastoralen Wohl der ganzen Gemeinschaft entwickeln lässt“, formulierte der Glaubenspräfekt.

Mit Blick auf eine mögliche Neufassung und Institutionalisierung von Diensten der Laien in der Ortskirche Amazoniens nannte Ladaria den Bereich der Katechese und des Lektorates, ohne dabei konkreter zu werden. Letztlich stehe es Papst Franziskus frei, ob und wie er Ideen der Synodenväter diesbezüglich aufgreifen werde, erinnerte er.

(vatican news – pr)

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Sorge um Institut Johannes Paul II: Akademiker schreiben Offenen Brief

Die Päpstliche Lateranuniversität, an der sich das Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie befindet. Foto: calu777/flickr. CC BY 2.0

Von CNA Deutsch/EWTN News

VATIKANSTADT, 16 August, 2019 / 10:29 AM (CNA Deutsch).

Eine Gruppe von 49 Akademikern – darunter mehrere deutschsprachige Gelehrte – fordern die Wiedereinstellung der entlassenen Professoren am Päpstlichen Institut Johannes Paul II. in Rom.

In einem Brief an die Hochschulleitung würdigen die Unterzeichner die bisherige „professionelle wissenschaftliche Zusammenarbeit“ und das „hervorragende akademische Profil“ der Hochschule sowie insbesondere die Leistungen von Professor José Noriega, mit dem die Unterzeichner an einer wissenschaftlichen Reihe über Sexualität, Liebe und Fruchtbarkeit zusammengearbeitet haben.

Pater Noriega ist einer der Professoren des Instituts, deren Entlassung den Eklat ausgelöst hat.

„Mit großer Sorge“, schreiben die 49 Akademiker, hätten sie „die Nachricht von der plötzlichen Entlassung“ der Professoren José Noriega und Livio Melina erfahren, sowie von „Maria Luisa Di Pietro, Stanisław Grygiel, Monika Grygiel, Przemysław Kwiatkowski und Vittorina Marini. Alle von ihnen sind Wissenschaftler von herausragendem internationalem Ruf“.

Daher fordern die Unterzeichner die Wiedereinstellung des Lehrpersonals.

„Wir sehen keinen überzeugenden Grund – akademisch, lehrmäßig oder disziplinarisch –, der ihre Entlassung rechtfertigt.“

Gleichzeitig warnen die Gelehrten in ihrem Brief vor den Konsequenzen der Personalpolitik der Hochschulleitung:

„Wenn Ihr Institut sein hohes akademisches Profil und seinen internationalen Ruf bewahren will, bitten wir Sie, diese Entlassungen aufzuheben und die oben genannten Wissenschaftler wieder in die Fakultät Ihres Instituts aufzunehmen“.

Zu den 49 Unterzeichnern des Briefs gehören Wissenschaftler anderer Päpstlicher Hochschulen sowie Akademiker aus Italien, den USA, Deutschland, Großbritannien und Australien, aus Spanien, Frankreich, Irland, Belgien, Tschechien und weiteren Ländern, darunter:

  • Berthold Wald, Professor für Systematische Philosophie (Paderborn);
  • Pavel Blažek, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Philosophie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften sowie des Thomas-Instituts der Universität zu Köln;
  • Gabriele Kuby, Autorin u.a. zum Thema Gender;
  • Harvey C. Mansfield Professor für Government an der Harvard University und Fellow der Hoover Institution der Stanford University;
  • John Crosby, Professor für Philosophie der Franciscan University of Steubenville (USA);
  • Tracey Rowland, Inhaberin des Lehrstuhls Johannes Paul II. für Theologie der Universität von Notre Dame (Australien);
  • Luis Sánchez, Professor für Studien des Neuen Testaments der Universidad Eclesiástica San Dámaso, Madrid (Spanien);
  • Renzo Puccetti, Dozent für Bioethik an der Università Cattolica di Romasowie der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum;
  • Kevin Flannery, Professor für Philosophie-Geschichte an der Päpstlichen Hochschule Gregoriana in Rom.

Wie CNA Deutsch berichtete, haben bereits über 250 Studenten und Alumni schwerste Bedenken angemeldet, was die Änderungen und Personalentscheidungen der Hochschulverwaltung betrifft: Diese würden weder dem wissenschaftlichen Anspruch der Hochschule gerecht, noch deren Identität.

Das auf den 24. Juli datierte Schreiben ist an Erzbischof Vincenzo Paglia adressiert, den Papst Franziskus zum Großkanzler des Institutes ernannt hat, sowie den Hochschulpräsidenten, Monsignore Pierangelo Sequeri.

(Der volle Wortlaut des Briefs in deutscher Übersetzung wurde auf der Website der Studenten zu ihrem Appell veröffentlicht.)

Nicht nur Studenten sind in Sorge: Mehrere Professoren des Instituts befürchten einen Schaden des wissenschaftlichen Ansehens der Hochschule. Dazu gehört auch deren Vizepräsident, der gegenüber CNA scharfe Kritik an den Änderungen übte und warnte: Diese brächten „die Identität des Instituts für Ehe und Familie ernsthaft in Gefahr“.

Kern der Kontroverse ist der Inhalt neuer Statuten der Hochschule, die deren Neuausrichtung leisten sollten. Papst Franziskus hatte das 1981 gegründete Institut im Jahr 2017 durch das Motu Proprio Summa Familiae Curia aufgelöst und durch ein fast gleichnamiges Institut ersetzen lassen.

Als „Magna Charta“ des neuen Instituts bezeichnete Erzbischof Vincenzo Paglia – der neue Großkanzler der Hochschule – damals das Nachsynodale Schreiben Amoris Laetita.

Eine dem Institut nahestehende Person betonte gegenüber CNA, dass die neuen Statuten auch Bedenken hinsichtlich der akademischen Integrität und des Rufs des Instituts aufwerfen.

„Jeder seriöse Akademiker würde sich Sorgen machen, wie mit der Forschung und Wissenschaftlichkeit des Instituts umgesprungen wird. Papst Franziskus verdient es, dass Amoris Laetitia fair diskutiert wird, anstatt es durch theologische Parteinahme durchzusetzen. Dieser Umgang mit Lehrkörper wie Lehrplänen setzt die Glaubwürdigkeit des Instituts komplett aufs Spiel“.

Gegenüber CNA, der englischsprachigen Schwesteragentur von CNA Deutsch, haben die Wissenschaftler betont, dass sie nichts gegen den Wunsch des Papstes einzuwenden haben, die Mission oder den Ansatz der Schule zu erweitern. Vielmehr gehe es darum, dass die für die Umsetzung dieser Mission verantwortliche Hochschulleitung ungerecht gehandelt habe.

Bereits im Juli sagte der Präsident der Hochschule, Monsignore Sequeri, in Antwort auf die Kritik gegenüber „Vatican News„, diese sei polemisch und habe andere Interessen als eine „wahrlich ‚katholische‘ Bildung“, sei zudem „nicht im Interesse von Johannes Paul II., Papst Franziskus oder dem Institut“.

Übersetzt, redigiert und überarbeitet aus dem englischen Original.

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Quelle

INSTRUKTION „REDEMPTIONIS SACRAMENTUM“ – KAPITEL VII

KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST
UND DIE SAKRAMENTENORDNUNG

INSTRUKTION

Redemptionis sacramentum

Kapitel VII

Die außerordentlichen Aufgaben der gläubigen Laien

146. Das amtliche Priestertum kann in keiner Weise ersetzt werden. Wenn nämlich eine Gemeinschaft keinen Priester hat, fehlt ihr der Dienst der sakramentalen Funktion Christi, des Hauptes und Hirten, der wesentlich zum Leben der Gemeinschaft gehört.[247] Denn «Zelebrant, der in persona Christi das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen vermag, ist nur der gültig geweihte Priester».[248]

147. Wo es aber eine Notlage der Kirche erfordert, können, falls geistliche Amtsträger fehlen, christgläubige Laien nach Maßgabe des Rechts gewisse liturgische Aufgaben erfüllen.[249] Diese Gläubigen werden gerufen und beauftragt, bestimmte Aufgaben von größerer oder kleinerer Bedeutung, gestärkt durch die Gnade des Herrn, zu verrichten. Schon viele christgläubige Laien haben diesen Dienst hingebungsvoll erfüllt und erfüllen ihn weiterhin, vor allem in den Missionsgebieten, dort wo die Kirche noch wenig verwurzelt ist oder wo sie sich in Situationen der Verfolgung befindet,[250] aber auch in anderen Gebieten, die vom Mangel an Priestern und Diakonen betroffen sind.

148. Von besonderer Bedeutung ist die Einrichtung der Katechisten, die mit großem Einsatz einen einzigartigen und unbedingt notwendigen Beitrag zur Ausbreitung des Glaubens und der Kirche geleistet haben und leisten.[251]

149. In einigen Diözesen antiker Evangelisierung sind in jüngster Zeit christgläubige Laien zu sogenannten «Pastoralassistenten» beauftragt worden, unter denen sehr viele zweifellos dem Wohl der Kirche dienen, indem sie die pastorale Tätigkeit des Bischofs, der Priester und der Diakone unterstützen. Man soll sich jedoch davor hüten, das Profil dieser Aufgabe zu sehr der Gestalt des pastoralen Dienstes der Kleriker anzugleichen. Es ist deshalb dafür Sorge zu tragen, daß die «Pastoralassistenten» sich nicht die Aufgaben aneignen, die zum eigentlichen Dienst der geistlichen Amtsträger gehören.

150. Die Tätigkeit des Pastoralassistenten soll darauf ausgerichtet sein, den Dienst der Priester und der Diakone zu unterstützen, Berufungen zum Priestertum und zum Diakonat zu wecken und die christgläubigen Laien nach Maßgabe des Rechts in jeder Gemeinschaft auf die vielfältigen liturgischen Aufgaben gemäß der Vielfalt der Charismen gewissenhaft vorzubereiten.

151. Nur im Fall einer echten Notlage darf in der Feier der Liturgie auf die Hilfe außerordentlicher Diener zurückgegriffen werden. Diese Hilfe ist nämlich nicht vorgesehen, um eine vollere Teilnahme der Laien zu gewähren, sondern sie ist von ihrem Wesen her eine ergänzende und vorläufige Hilfe.[252] Wo man also wegen einer Notlage auf die Aufgaben außerordentlicher Diener zurückgreift, soll man die besonderen, beharrlichen Bitten vermehren, daß der Herr bald einen Priester zum Dienst in der Gemeinde sende und reichlich Berufungen zu den heiligen Weihen wecke.[253]

152. Diese nur ergänzenden Aufgaben dürfen aber nicht zum Anlaß einer Verfälschung des priesterlichen Dienstamtes werden, so daß die Priester die heilige Messe für das ihnen anvertraute Volk, den Einsatz für die Kranken und die Sorge, Kinder zu taufen, den Eheschließungen zu assistieren und christliche Beerdigungen zu halten, vernachlässigen; diese Aufgaben kommen nämlich in erster Linie den Priestern zu, denen die Diakone helfen. Daher darf es nicht geschehen, daß die Priester in den Pfarreien unterschiedslos die Aufgaben im pastoralen Dienst mit Diakonen oder Laien austauschen und so die Eigentümlichkeit jedes einzelnen durcheinanderbringen.

153. Außerdem ist es den Laien nicht erlaubt, Aufgaben oder Gewänder des Diakons oder des Priesters oder andere diesen ähnliche Gewänder zu übernehmen.

1. Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion

154. «Zelebrant, der in persona Christi das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen vermag, ist», wie schon erwähnt, «nur der gültig geweihte Priester».[254] Daher kommt die Bezeichnung «Diener der Eucharistie» im eigentlichen Sinn nur dem Priester zu. Aufgrund der heiligen Weihe sind Bischof, Priester und Diakon die ordentlichen Spender der heiligen Kommunion,[255] denen es deshalb zukommt, bei der Feier der heiligen Messe den christgläubigen Laien die Kommunion auszuteilen. So soll ihr Dienstamt in der Kirche richtig und voll zum Ausdruck gebracht werden und das sakramentale Zeichen seine Erfüllung finden.

155. Über die ordentlichen Amtsträger hinaus gibt es den rechtmäßig beauftragten Akolythen, der kraft seiner Beauftragung außerordentlicher Spender der heiligen Kommunion auch außerhalb der Meßfeier ist. Wenn es ferner echte Notsituationen erfordern, kann nach Maßgabe des Rechts[256] vom Diözesanbischof auch ein anderer christgläubiger Laie ad actum oder ad tempus als außerordentlicher Spender beauftragt werden; dazu ist die für diesen Fall vorgesehene Segensformel anzuwenden. Dieser Akt der Beauftragung hat aber nicht notwendig eine liturgische Gestalt, und wenn er eine solche hat, darf er in keiner Weise der heiligen Weihe angeglichen werden. Nur in besonderen, unvorhergesehenen Fällen kann eine Erlaubnis ad actum vom Priester gewährt werden, der der Eucharistiefeier vorsteht.[257]

156. Diese Aufgabe ist streng im Sinn ihrer Bezeichnung zu verstehen, es geht also um außerordentliche Spender der heiligen Kommunion, nicht aber um «besondere Spender der heiligen Kommunion» oder um «außerordentliche Diener der Eucharistie» oder um «besondere Diener der Eucharistie»; durch solche Bezeichnungen wird ihre Bedeutung in ungebührlicher und falscher Weise ausgeweitet.

157. Wenn gewöhnlich eine Anzahl geistlicher Amtsträger anwesend ist, die auch für die Austeilung der heiligen Kommunion ausreicht, können keine außerordentlichen Spender der heiligen Kommunion beauftragt werden. In Situationen dieser Art dürfen jene, die zu einem solchen Dienst beauftragt worden sind, ihn nicht ausüben. Zu verwerfen ist das Verhalten jener Priester, die an der Zelebration teilnehmen, sich aber nicht an der Kommunionausteilung beteiligen und diese Aufgabe den Laien überlassen.[258]

158. Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion darf die Kommunion nur dann austeilen, wenn Priester oder Diakon fehlen, wenn der Priester durch Krankheit, wegen fortgeschrittenen Alters oder aus einem anderen ernsten Grund verhindert ist, oder wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten, so zahlreich sind, daß sich die Meßfeier allzusehr in die Länge ziehen würde.[259] Dies muß aber so verstanden werden, daß eine gemäß den örtlichen Gewohnheiten und Bräuchen kurze Verlängerung ein völlig unzureichender Grund ist.

159. Einem außerordentlichen Spender der heiligen Kommunion ist es niemals erlaubt, jemand anderen zur Spendung der Eucharistie zu beauftragen, wie zum Beispiel einen Elternteil, den Ehepartner oder das Kind eines Kranken, der kommunizieren möchte.

160. Der Diözesanbischof soll die Praxis der letzten Jahre in dieser Sache von neuem überdenken und gegebenenfalls korrigieren oder genauer festlegen. Wo aus einer echten Notlage heraus viele solche außerordentliche Spender beauftragt werden, hat der Diözesanbischof besondere Normen zu erlassen, mit denen er unter Berücksichtigung der Tradition der Kirche über die Ausübung dieser Aufgabe nach Maßgabe des Rechts Anordnungen trifft.

2. Die Predigt

161. Wie schon gesagt, ist die Homilie innerhalb der Messe wegen ihrer Bedeutung und Eigenart dem Priester oder Diakon vorbehalten.[260] Was andere Formen der Predigt betrifft, können christgläubige Laien, wenn es aufgrund einer Notlage in bestimmten Umständen erforderlich oder in besonderen Fällen nützlich ist, nach Maßgabe des Rechts zur Predigt in einer Kirche oder in einem Oratorium außerhalb der Messe zugelassen werden.[261] Dies darf aber nur geschehen aufgrund eines Mangels an geistlichen Amtsträgern in bestimmten Gebieten und um diese ersatzweise zu vertreten; man kann aber nicht einen absoluten Ausnahmefall zur Regel machen und man darf dies nicht als authentische Förderung der Laien verstehen.[262] Zudem sollen alle bedenken, daß die Befugnis, dies zu erlauben, und zwar immer ad actum, den Ortsordinarien zukommt, nicht aber anderen, auch nicht den Priestern oder den Diakonen.

3. Besondere Feiern, die bei Abwesenheit des Priesters stattfinden

162. An dem Tag, der «Sonntag» genannt wird, kommt die Kirche in Treue zusammen, um vor allem durch die Meßfeier der Auferstehung des Herrn und des ganzen Ostermysteriums zu gedenken.[263] Tatsächlich wird «die christliche Gemeinde […] nur auferbaut, wenn sie Wurzel und Angelpunkt in der Feier der heiligsten Eucharistie hat».[264] Das christliche Volk hat darum das Recht, daß am Sonntag, an gebotenen Feiertagen und an anderen höheren Festtagen sowie nach Möglichkeit auch täglich zu seinem Nutzen die Eucharistie gefeiert wird. Wo am Sonntag in einer Pfarrkirche oder in einer anderen Gemeinde von Christgläubigen die Meßfeier nur schwer möglich ist, soll der Diözesanbischof zusammen mit seinem Presbyterium über geeignete Abhilfen nachdenken.[265] Die wichtigsten Lösungen werden darin bestehen, daß andere Priester zu diesem Zweck herbeigerufen werden oder die Gläubigen eine in der Nachbarschaft gelegene Kirche aufsuchen, um dort an der Feier der Eucharistie teilzunehmen.[266]

163. Alle Priester, denen das Priestertum und die Eucharistie «für» die anderen anvertraut wurde,[267] sollen daran denken, daß es ihre Pflicht ist, allen Gläubigen die Möglichkeit zu bieten, dem Gebot der Teilnahme an der Sonntagsmesse nachzukommen.[268] Die gläubigen Laien haben ihrerseits das Recht, daß kein Priester, außer es ist wirklich nicht möglich, sich jemals weigert, die Messe für das Volk zu feiern oder sie von einem anderen feiern zu lassen, wenn das Gebot, am Sonntag und an den anderen festgesetzten Tagen an der Messe teilzunehmen, anders nicht erfüllt werden kann.

164. «Wenn wegen Fehlens eines geistlichen Amtsträgers oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund die Teilnahme an einer Eucharistiefeier unmöglich ist»,[269] hat das christliche Volk das Recht, daß der Diözesanbischof nach Möglichkeit für die Abhaltung einer bestimmten Feier für diese Gemeinde am Sonntag unter seiner Autorität und gemäß den Vorschriften der Kirche sorgt. Sonntägliche Feiern dieser Art sind aber immer als ganz und gar außerordentlich zu betrachten. Daher sollen alle, sowohl die Diakone wie auch die christgläubigen Laien, denen vom Diözesanbischof eine Aufgabe in solchen Feiern zugewiesen wird, dafür Sorge tragen, «daß in der Gemeinde ein wahrer “Hunger” nach der Eucharistie lebendig bleibt. Dieser “Hunger” soll dazu führen, keine Gelegenheit zur Meßfeier zu versäumen und auch die gelegentliche Anwesenheit eines Priesters zu nützen, der vom Kirchenrecht nicht an der Meßfeier gehindert ist».[270]

165. Jede Verwechslung von Versammlungen dieser Art mit der Eucharistiefeier ist sorgfältig zu vermeiden.[271] Die Diözesanbischöfe sollen daher klug prüfen, ob bei solchen Zusammenkünften die heilige Kommunion ausgeteilt werden soll. Es ist angemessen, daß die Sache zum Zweck einer eingehenderen Regelung von der Bischofskonferenz behandelt wird, um zu einer Regelung in der Praxis zu kommen, die vom Apostolischen Stuhl durch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung rekognosziert werden muß. Außerdem wird es bei Fehlen eines Priesters und eines Diakons vorzuziehen sein, daß die verschiedenen Teile unter mehreren Gläubigen aufgeteilt werden und nicht ein einziger gläubiger Laie die ganze Feier leitet. In keinem Fall ist es angebracht, von einem gläubigen Laien zu sagen, daß er der Feier «vorsteht».

166. Ebenso soll der Diözesanbischof, der allein für die Sache zuständig ist, nicht leichtfertig erlauben, daß Feiern dieser Art, vor allem wenn in ihnen auch die heilige Kommunion ausgeteilt wird, an Wochentagen stattfinden, besonders an Orten, wo die Messe am vorausgehenden Sonntag gefeiert werden konnte oder am nachfolgenden Sonntag gefeiert werden kann. Die Priester werden dringend gebeten, nach Möglichkeit täglich die heilige Messe in einer der ihnen anvertrauten Kirchen für das Volk zu feiern.

167. «Es ist auch nicht gestattet, die sonntägliche heilige Messe durch ökumenische Wortgottesdienste, durch gemeinsame Gebetstreffen mit Christen, die den […] kirchlichen Gemeinschaften angehören, oder durch die Teilnahme an ihren liturgischen Feiern zu ersetzen».[272] Falls der Diözesanbischof in einer drängenden Notlage die Teilnahme von Katholiken ad actum erlaubt, müssen die Hirten dafür Sorge tragen, daß bei den katholischen Gläubigen keine Verwirrung bezüglich der Notwendigkeit entsteht, auch unter solchen Umständen zu einer anderen Tageszeit an einer Messe teilzunehmen, wie es geboten ist.[273]

4. Die aus dem Klerikerstand Entlassenen

168. Einem «Kleriker, der nach Maßgabe des Rechts den klerikalen Stand verliert, […] ist verboten, die Weihegewalt auszuüben».[274] Daher ist es ihm, mit Ausnahme nur des im Recht festgelegten Falles,[275] unter keinem Vorwand erlaubt, Sakramente zu feiern, und den Christgläubigen ist es nicht gestattet, wegen einer Zelebration auf ihn zurückzukommen, wenn kein gerechter Grund vorliegt, der dies gemäß der Norm von can. 1335 erlaubt.[276]Außerdem dürfen diese Männer weder die Homilie halten[277] noch irgendein Amt oder irgendeine Aufgabe in der Feier der heiligen Liturgie übernehmen, damit unter den Christgläubigen keine Verwirrung entsteht und die Wahrheit nicht verdunkelt wird.

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Quelle

Kardinal Müller kritisiert Kurienreform: Theologische Ahnungslosigkeit

6. Mai 2019, 19:17

Bei der Beschreibung der Aufgaben der neuen Behörde für die Glaubenslehre zeige sich „eine erschütternde theologische Ahnungslosigkeit der Verfasser dieses Abschnitts“.
Rom (kath.net)

Kardinal Gerhard Ludwig Müller,der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, hat den Entwurf für die römische Kurienreform scharf kritisiert. Im Interview mit der PNP spricht Müller von „theologischer Ahnungslosigkeit“. In den in verschiedenen Medien sei „kein schlüssiges Konzept von Ursprung, Wesen und Sendung der Kirche erkennbar“. Statt sich deutlicher am Kirchenbegriff des Zweiten Vatikanischen Konzils zu orientieren, bleibe „die Kurie in einem ortlosen Schwebezustand, weil sie nicht mehr eindeutig dem Dienst des Papstes für die Universalkirche zugeordnet“ werde. Das Dokument war vom Kardinalsrat des Papstes beschlossen worden und liegt derzeit führenden Kirchenstellen zur Begutachtung vor.

Kritisch sieht Müller auch, dass die Sonderrolle der Glaubenskongregation relativiert werden soll. „Im Entwurf handelt es sich um eine planlose Aneinanderreihung von 16 Ministerien, die irgendwie im Dienst des Papstes, der Einzelbischöfe und der Bischofskonferenzen stehen.“ Die Evangelisierung komme „an erster Stelle, obwohl sie eine Aufgabe der ganzen Kirche und keine spezifische des Papstes ist“. Müller findet deutliche Worte: „Es handelt sich bei dieser Skizze für eine künftige Apostolische Konstitution um ein Konglomerat von subjektiven Einzelideen, frommen Wünschen, moralischen Appellen mit einzelnen Zitaten aus Konzilstexten und Verlautbarungen des derzeitigen Papstes.“

Der ehemalige Regensburger Bischof kritisiert auch, dass der Entwurf zur Kurienreform „nicht klar“ zwischen den weltlichen und geistlichen Aufgaben des Papstes unterscheide. Die weltlichen Aufgaben seien „nur sekundär und keineswegs wesentlich mit dem Papsttum verbunden“. Die „höchste Mission des Papstes“ sei „sein Lehramt als Mitglied und Haupt des Bischofskollegiums“. Doch obwohl „das universalkirchliche Lehramt der Existenzgrund des päpstlichen Primates“ sei, erscheine die Glaubenslehre nun nur noch als „beliebige Aufgabe des Papstes unter vielen anderen“.

Gerade bei der Beschreibung der Aufgaben der neuen Behörde für die Glaubenslehre zeige sich, so Müller, „eine erschütternde theologische Ahnungslosigkeit der Verfasser dieses Abschnitts“. So würden Grundbegriffe der katholischen Theologie wie Offenbarung, Evangelium oder Lehramt „falsch oder schief verwendet“. Es bleibe deshalb zu hoffen, „dass dieser Abschnitt von einem ausgewiesenen Theologen und Kanonisten von Grund auf neu formuliert wird“.

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Quelle

Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith: Declaration on PROCURED ABORTION

Siehe auch: Kongregation für die Glaubenslehre:

Klarstellung zur vorsätzlichen Abtreibung

  1. The problem of procured abortion and of its possible legal liberalization has become more or less everywhere the subject of impassioned discussions. These debates would be less grave were it not a question of human life, a primordial value, which must be protected and promoted. Everyone understands this, although many look for reasons, even against all evidence, to promote the use of abortion. One cannot but be astonished to see a simultaneous increase of unqualified protests against the death penalty and every form of war and the vindication of the liberalization of abortion, either in its entirety or in ever broader indications. The Church is too conscious of the fact that it belongs to her vocation to defend man against everything that could disintegrate or lessen his dignity to remain silent on such a topic. Because the Son of God became man, there is no man who is not His brother in humanity and who is not called to become a Christian in order to receive salvation from Him.
  2. In many countries the public authorities which resist the liberalization of abortion laws are the object of powerful pressures aimed at leading them to this goal. This, it is said, would violate no one’s conscience, for each individual would be left free to follow his own opinion, while being prevented from imposing it on others. Ethical pluralism is claimed to be a normal consequence of ideological pluralism. There is, however, a great difference between the one and the other, for action affects the interests of others more quickly than does mere opinion. Moreover, one can never claim freedom of opinion as a pretext for attacking the rights of others, most especially the right to life.
  3. Numerous Christian lay people, especially doctors, but also parents‘ associations, statesmen, or leading figures in posts of responsibility have vigorously reacted against this propaganda campaign. Above all, many episcopal conferences and many bishops acting in their own name have judged it opportune to recall very strongly the traditional doctrine of the Church.[1] With a striking convergence these documents admirably emphasize an attitude of respect for life which is at the same time human and Christian. Nevertheless, it has happened that several of these documents here or there have encountered reservation or even opposition.
  4. Charged with the promotion and the defense of faith and morals in the universal Church,[2] the Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith proposes to recall this teaching in its essential aspects to all the faithful. Thus in showing the unity of the Church, it will confirm by the authority proper to the Holy See what the bishops have opportunely undertaken. It hopes that all the faithful, including those who might have been unsettled by the controversies and new opinions, will understand that it is not a question of opposing one opinion to another, but of transmitting to the faithful a constant teaching of the supreme Magisterium, which teaches moral norms in the light of faith.[3] It is therefore clear that this declaration necessarily entails a grave obligation for Christian consciences.[4] May God deign to enlighten also all men who strive with their whole heart to „act in truth“ (Jn. 3:21).
  5. „Death was not God’s doing, he takes no pleasure in the extinction of the living“ (Wis. 1:13). Certainly God has created beings who have only one lifetime and physical death cannot be absent from the world of those with a bodily existence. But what is immediately willed is life, and in the visible universe everything has been made for man, who is the image of God and the world’s crowning glory (cf.Gen. 1:26-28). On the human level, „it was the devil’s envy that brought death into the world“ (Wis. 2:24). Introduced by sin, death remains bound up with it: death is the sign and fruit of sin. But there is no final triumph for death. Confirming faith in the Resurrection, the Lord proclaims in the Gospel: „God is God, not of the dead, but of the living“ (Mt. 22:32). And death like sin will be definitively defeated by resurrection in Christ (cf. 1Cor. 15:20-27). Thus we understand that human life, even on this earth, is precious. Infused by the Creator,[5] life is again taken back by Him (cf. Gen. 2:7; Wis. 15:11). It remains under His protection: man’s blood cries out to Him (cf. Gen. 4:10) and He will demand an account of it, „for in the image of God man was made“ (Gen. 9:5-6). The commandment of God is formal: „You shall not kill“ (Ex. 20:13). Life is at the same time a gift and a responsibility. It is received as a „talent“ (cf. Mt. 25:14-30); it must be put to proper use. In order that life may bring forth fruit, many tasks are offered to man in this world and he must not shirk them. More important still, the Christian knows that eternal life depends on what, with the grace of God, he does with his life on earth.
  6. The tradition of the Church has always held that human life must be protected and favored from the beginning, just as at the various stages of its development. Opposing the morals of the Greco-Roman world, the Church of the first centuries insisted on the difference that exists on this point between those morals and Christian morals. In the Didache it is clearly said: „You shall not kill by abortion the fruit of the womb and you shall not murder the infant already born.“[6] Athenagoras emphasizes that Christians consider as murderers those women who take medicines to procure an abortion; he condemns the killers of children, including those still living in their mother’s womb, „where they are already the object of the care of divine Providence.“ Tertullian did not always perhaps use the same language; he nevertheless clearly affirms the essential principle: „To prevent birth is anticipated murder; it makes little difference whether one destroys a life already born or does away with it in its nascent stage. The one who will be a man is already one.“[8]
  7. In the course of history, the Fathers of the Church, her Pastors and her Doctors have taught the same doctrine – the various opinions on the infusion of the spiritual soul did not introduce any doubt about the illicitness of abortion. It is true that in the Middle Ages, when the opinion was generally held that the spiritual soul was not present until after the first few weeks, a distinction was made in the evaluation of the sin and the gravity of penal sanctions. Excellent authors allowed for this first period more lenient case solutions which they rejected for following periods. But it was never denied at that time that procured abortion, even during the first days, was objectively grave fault. This condemnation was in fact unanimous. Among the many documents it is sufficient to recall certain ones. The first Council of Mainz in 847 reconsidered the penalties against abortion which had been established by preceding Councils. It decided that the most rigorous penance would be imposed „on women who procure the elimination of the fruit conceived in their womb.“[9] The Decree of Gratian reported the following words of Pope Stephen V: „That person is a murderer who causes to perish by abortion what has been conceived.“[10] St. Thomas, the Common Doctor of the Church, teaches that abortion is a grave sin against the natural law.“ At the time of the Renaissance Pope Sixtus V condemned abortion with the greatest severity.[12] A century later, Innocent XI rejected the propositions of certain lax canonists who sought to excuse an abortion procured before the moment accepted by some as the moment of the spiritual animation of the new being.[13] In our days the recent Roman Pontiffs have proclaimed the same doctrine with the greatest clarity. Pius XI explicitly answered the most serious objections.[14] Pius XII clearly excluded all direct abortion, that is, abortion which is either an end or a means.[15] John XXIII recalled the teaching of the Fathers on the sacred character of life „which from its beginning demands the action of God the Creator.“[16] Most recently, the Second Vatican Council, presided over by Paul VI, has most severely condemned abortion: „Life must be safeguarded with extreme care from conception; abortion and infanticide are abominable crimes.“[17] The same Paul VI, speaking on this subject on many occasions, has not been afraid to declare that this teaching of the Church „has not changed and is unchangeable.“[18]
  8. Respect for human life is not just a Christian obligation. Human reason is sufficient to impose it on the basis of the analysis of what a human person is and should be. Constituted by a rational nature, man is a personal subject capable of reflecting on himself and of determining his acts and hence his own destiny: he is free. He is consequently master of himself; or rather, because this takes place in the course of time, he has the means of becoming so: this is his task. Created immediately by God, man’s soul is spiritual and therefore immortal. Hence man is open to God, he finds his fulfillment only in Him. But man lives in the community of his equals; he is nourished by interpersonal communication with men in the indispensable social setting. In the face of society and other men, each human person possesses himself, he possesses life and different goods, he has these as a right. It is this that strict justice demands from all in his regard.
  9. Nevertheless, temporal life lived in this world is not identified with the person. The person possesses as his own a level of life that is more profound and that cannot end. Bodily life is a fundamental good, here below it is the condition for all other goods. But there are higher values for which it could be legitimate or even necessary to be willing to expose oneself to the risk of losing bodily life. In a society of persons the common good is for each individual an end which he must serve and to which he must subordinate his particular interest. But it is not his last end and, from this point of view, it is society which is at the service of the person, because the person will not fulfill his destiny except in God. The person can be definitively subordinated only to God. Man can never be treated simply as a means to be disposed of in order to obtain a higher end.
  10. In regard to the mutual rights and duties of the person and of society, it belongs to moral teaching to enlighten consciences; it belongs to the law to specify and organize external behavior. There is precisely a certain number of rights which society is not in a position to grant since these rights precede society; but society has the function to preserve and to enforce them. These are the greater part of those which are today called „human rights“ and which our age boasts of having formulated.
  11. The first right of the human person is his life. He has other goods and some are more precious, but this one is fundamental –  the condition of all the others. Hence it must be protected above all others. It does not belong to society, nor does it belong to public authority in any form to recognize this right for some and not for others: all discrimination is evil, whether it be founded on race, sex, color or religion. It is not recognition by another that constitutes this right. This right is antecedent to its recognition; it demands recognition and it is strictly unjust to refuse it.
  12. Any discrimination based on the various stages of life is no more justified than any other discrimination. The right to life remains complete in an old person, even one greatly weakened; it is not lost by one who is incurably sick. The right to life is no less to be respected in the small infant just born than in the mature person. In reality, respect for human life is called for from the time that the process of generation begins. From the time that the ovum is fertilized, a life is begun which is neither that of the father nor of the mother, it is rather the life of a new human being with his own growth. It would never be made human if it were not human already.
  13. To this perpetual evidence – perfectly independent of the discussions on the moment of animation[19] – modern genetic science brings valuable confirmation. It has demonstrated that, from the first instant, there is established the program of what this living being will be: a man, this individual man with his characteristic aspects already well determined. Right from fertilization is begun the adventure of a human life, and each of its capacities requires time- a rather lengthy time- to find its place and to be in a position to act. The least that can be said is that present science, in its most evolved state, does not give any substantial support to those who defend abortion. Moreover, it is not up to biological sciences to make a definitive judgment on questions which are properly philosophical and moral such as the moment when a human person is constituted or the legitimacy of abortion. From a moral point of view this is certain: even if a doubt existed concerning whether the fruit of conception is already a human person, it is objectively a grave sin to dare to risk murder. „The one who will be a man is already one.“[20]
  14. Divine law and natural reason, therefore, exclude all right to the direct killing of an innocent man. However, if the reasons given to justify an abortion were always manifestly evil and valueless the problem would not be so dramatic. The gravity of the problem comes from the fact that in certain cases, perhaps in quite a considerable number of cases, by denying abortion one endangers important values to which it is normal to attach great value, and which may sometimes even seem to have priority. We do not deny these very great difficulties. It may be a serious question of health, sometimes of life or death, for the mother; it may be the burden represented by an additional child, especially if there are good reasons to fear that the child will be abnormal or retarded; it may be the importance attributed in different classes of society to considerations of honor or dishonor, of loss of social standing, and so forth. We proclaim only that none of these reasons can ever objectively confer the right to dispose of another’s life, even when that life is only beginning. With regard to the future unhappiness of the child, no one, not even the father or mother, can act as its substitute- even if it is still in the embryonic stage- to choose in the child’s name, life or death. The child itself, when grown up, will never have the right to choose suicide; no more may his parents choose death for the child while it is not of an age to decide for itself. Life is too fundamental a value to be weighed against even very serious disadvantages.[21]
  15. The movement for the emancipation of women, insofar as it seeks essentially to free them from all unjust discrimination, is on perfectly sound ground.[22] In the different forms of cultural background there is a great deal to be done in this regard. But one cannot change nature. Nor can one exempt women, any more than men, from what nature demands of them. Furthermore, all publicly recognized freedom is always limited by the certain rights of others.
  16. The same must be said of the claim to sexual freedom. If by this expression one is to understand the mastery progressively acquired by reason and by authentic love over instinctive impulse, without diminishing pleasure but keeping it in its proper place – and in this sphere this is the only authentic freedom – then there is nothing to object to. But this kind of freedom will always be careful not to violate justice. It; on the contrary, one is to understand that men and women are „free“ to seek sexual pleasure to the point of satiety, without taking into account any law or the essential orientation of sexual life to its fruits of fertility,[23] then this idea has nothing Christian in it. It is even unworthy of man. In any case it does not confer any right to dispose of human life – even if embryonic- or to suppress it on the pretext that it is burdensome.
  17. Scientific progress is opening to technology – and will open still more – the possibility of delicate interventions, the consequences of which can be very serious, for good as well as for evil. These are achievements of the human spirit which in themselves are admirable. But technology can never be independent of the criterion of morality, since technology exists for man and must respect his finality. Just as there is no right to use nuclear energy for every possible purpose, so there is no right to manipulate human life in every possible direction. Technology must be at the service of man, so as better to ensure the functioning of his normal abilities, to prevent or to cure his illnesses, and to contribute to his better human development. It is true that the evolution of technology makes early abortion more and more easy, but the moral evaluation is in no way modified because of this.
  18. We know what seriousness the problem of birth control can assume for some families and for some countries. That is why the last Council and subsequently the encyclical „Humanae vitae“ of July 25, 1968, spoke of „responsible parenthood.“[24] What we wish to say again with emphasis, as was pointed out in the conciliar constitution „Gaudium et spes,“ in the encyclical „Populorum progressio“ and in other papal documents, is that never, under any pretext, may abortion be resorted to, either by a family or by the political authority, as a legitimate means of regulating births.[25] The damage to moral values is always a greater evil for the common good than any disadvantage in the economic or demographic order.
  19. The moral discussion is being accompanied more or less everywhere by serious juridical debates. There is no country where legislation does not forbid and punish murder. Furthermore, many countries had specifically applied this condemnation and these penalties to the particular case of procured abortion. In these days a vast body of opinion petitions the liberalization of this latter prohibition. There already exists a fairly general tendency which seeks to limit, as far as possible, all restrictive legislation, especially when it seems to touch upon private life. The argument of pluralism is also used. Although many citizens, in particular the Catholic faithful, condemn abortion, many others hold that it is licit, at least as a lesser evil. Why force them to follow an opinion which is not theirs, especially in a country where they are in the majority? In addition it is apparent that, where they still exist, the laws condemning abortion appear difficult to apply. The crime has become too common for it to be punished every time, and the public authorities often find that it is wiser to close their eyes to it. But the preservation of a law which is not applied is always to the detriment of authority and of all the other laws. It must be added that clandestine abortion puts women, who resign themselves to it and have recourse to it, in the most serious dangers for future pregnancies and also in many cases for their lives. Even if the legislator continues to regard abortion as an evil, may he not propose to restrict its damage?
  20. These arguments and others in addition that are heard from varying quarters are not conclusive. It is true that civil law cannot expect to cover the whole field of morality or to punish all faults. No one expects it to do so. It must often tolerate what is in fact a lesser evil, in order to avoid a greater one. One must, however, be attentive to what a change in legislation can represent. Many will take as authorization what is perhaps only the abstention from punishment. Even more, in the present case, this very renunciation seems at the very least to admit that the legislator no longer considers abortion a crime against human life, since murder is still always severely punished. It is true that it is not the task of the law to choose between points of view or to impose one rather than another. But the life of the child takes precedence over all opinions. One cannot invoke freedom of thought to destroy this life.
  21. The role of law is not to record what is done, hut to help in promoting improvement. It is at all times the task of the State to preserve each person’s rights and to protect the weakest. In order to do so the State will have to right many wrongs. The law is not obliged to sanction everything, but it cannot act contrary to a law which is deeper and more majestic than any human law: the natural law engraved in men’s hearts by the Creator as a norm which reason clarifies and strives to formulate properly, and which one must always struggle to understand better, but which it is always wrong to contradict. Human law can abstain from punishment, but it cannot declare to be right what would be opposed to the natural law, for this opposition suffices to give the assurance that a law is not a law at all.
  22. It must in any case be clearly understood that whatever may be laid down by civil law in this matter, man can never obey a law which is in itself immoral, and such is the case of a law which would admit in principle the liceity of abortion. Nor can he take part in a propaganda campaign in favor of such a law, or vote for it. Moreover, he may not collaborate in its application. It is, for instance, inadmissible that doctors or nurses should find themselves obliged to cooperate closely in abortions and have to choose between the law of God and their professional situation.
  23. On the contrary, it is the task of law to pursue a reform of society and of conditions of life in all milieux, starting with the most deprived, so that always and everywhere it may be possible to give every child coming into this world a welcome worthy of a person. Help for families and for unmarried mothers, assured grants for children, a statute for illegitimate children and reasonable arrangements for adoption – a whole positive policy must be put into force so that there will always be a concrete, honorable and possible alternative to abortion.
  24. Following one’s conscience in obedience to the law of God is not always the easy way. One must not fail to recognize the weight of the sacrifices and the burdens which it can impose. Heroism is sometimes called for in order to remain faithful to the requirements of the divine law. Therefore, we must emphasize that the path of true progress of the human person passes through this constant fidelity to a conscience maintained in uprightness and truth; and we must exhort all those who are able to do so to lighten the burdens still crushing so many men and women, families and children, who are placed in situations to which, in human terms, there is no solution.
  25. A Christian’s outlook cannot be limited to the horizon of life in this world. He knows that during the present life another one is being prepared, one of such importance that it is in its light that judgments must be made.[26] From this viewpoint there is no absolute misfortune here below, not even the terrible sorrow of bringing up a handicapped child. This is the contradiction proclaimed by the Lord: „Happy those who mourn: they shall be comforted“ (Mt. 5:5). To measure happiness by the absence of sorrow and misery in this world is to turn one’s back on the Gospel.
  26. But this does not mean that one can remain indifferent to these sorrows and miseries. Every man and woman with feeling, and certainly every Christian, must be ready to do what he can to remedy them. This is the law of charity, of which the first preoccupation must always be the establishment of justice. One can never approve of abortion; but it is above all necessary to combat its causes. This includes political action, which will be in particular the task of the law. But it is necessary at the same time to influence morality and to do everything possible to help families, mothers and children. Considerable progress in the service of life has been accomplished by medicine. One can hope that such progress will continue, in accordance with the vocation of doctors, which is not to suppress life but to care for it and favor it as much as possible. It is equally desirable that, in suitable institutions, or, in their absence, in the outpouring of Christian generosity and charity every form of assistance should be developed.
  27. There will be no effective action on the level of morality unless at the same time an effort is made on the level of ideas. A point of view – or even more, perhaps a way of thinking – which considers fertility as an evil cannot be allowed to spread without contradiction. It is true that not all forms of culture are equally in favor of large families. Such families come up against much greater difficulties in an industrial and urban civilization. Thus in recent times the Church has insisted on the idea of responsible parenthood, the exercise of true human and Christian prudence.
    Such prudence would not be authentic if it did not include generosity. It must preserve awareness of the grandeur of the task of cooperating with the Creator in the transmission of life, which gives new members to society and new children to the Church. Christ’s Church has the fundamental solicitude of protecting and favoring life. She certainly thinks before all else of the life which Christ came to bring: „I have come so that they may have life and have it to the full“ (Jn. 10:10). But life at all its levels comes from God, and bodily life is for man the indispensable beginning. In this life on earth sin has introduced, multiplied and made harder to bear suffering and death. But in taking their burden upon Himself, Jesus Christ has transformed them: for whoever believes in Him, suffering and death itself become instruments of resurrection. Hence Saint Paul can say: „I think that what we suffer in this life can never be compared to the glory, as yet unrevealed, which is waiting for us“ (Rom. 8:18). And, if we make this comparison we shall add with him: „Yes, the troubles which are soon over, though they weigh little, train us for the carrying of a weight of eternal glory which is out of all proportion to them“ (2 Cor. 4:17).

The Supreme Pontiff Pope Paul VI, in an audience granted to the undersigned Secretary of the Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith on June 28, 1974, has ratified this Declaration on Procured Abortion and has confirmed it and ordered it to be promulgated.

Given in Rome, at the Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith, on November 18, the Commemoration of the Dedication of the Basilicas of Saints Peter and Paul, in the year 1974.

Franciscus Card. SEPER 
Prefect

Hieronymus HAMER 
Titular Archbishop of Lorium
Secretary


ENDNOTES

  1. A certain number of bishops‘ documents are to be found in Gr. Caprile, „Non Uccidere, Il Magistero della Chiesa sull’aborto.“ Part II, pp. 47-300, Rome, 1973.
  2. Regimini Ecclesiae Universae,“ III, 1, 29. Cf.ibid., 31 (AAS 59 [1967], p. 897). On the Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith depend all the questions which are related to faith and morals or which are bound up with the faith.
  3. Lumen Gentium,“ 12 (AAS 57 [1965], pp. 16-17). The present Declaration does not envisage all the questions which can arise in connection with abortion: it is for theologians to examine and discuss them. Only certain basic principles are here recalled which must be for the theologians themselves a guide and a rule, and confirm certain fundamental truths of Catholic doctrine for all Christians.
  4. Lumen Gentium,“ 25 (AAS 57 [1965], pp. 29-31).
  5. The authors of Scripture do not make any philosophical observations on when life begins, but they speak of the period of life which precedes birth as being the object of God’s attention: He creates and forms the human being, like that which is moulded by His hand (cf.Ps. 118:73). It would seem that this theme finds expression for the first time in Jer. 1:5. It appears later in many other texts. Cf.Is. 49:1-5; 46:3; Jb. 10:8-12; Ps. 22:10; 71:6; 139:13. In the Gospels we read in Luke 1:44: „For the moment your greeting reached my ears, the child in my womb leapt for joy.“
  6. „Didache Apostolorum,“ edition Funk, „Patres Apostolici,“ V, 2. „The Epistle of Barnabas,“ IX, 5 uses the same expressions (cf. Funk, l.c., 91-93).
  7. Athenagoras, „A plea on behalf of Christians,“ 35 (cf. PG. 6, 970: S.C. 3, pp. 166-167). One may also consult the „Epistle to Diogentus“ (V, 6 Funk, o.c., I 399: S.C. 33), where it says of Christians: „They procreate children, but they do not reject the foetus.“
  8. Tertullian, „Apologeticum“ (IX. 8 PL. 1, 371-372: Corp. Christ. 1, p. 103, 1, 31-36).
  9. Canon 21 (Mansi, 14, p. 909). Cf. Council of Elvira, canon 63 (Mansi, 2, p. 16) and the Council of Ancyra, canon 21 (ibid., 519). See also the decree of Gregory III regarding the penance to be imposed upon those who are culpable of this crime (Mansi 13, 292, c. 17).
  10. Gratian, „Concordantia Discordantium Canonum,“ c. 20, C. 2, q.[2]. During the Middle Ages appeal was often made to the authority of St. Augustine who wrote as follows in regard to this matter in „De Nuptiis et Concupiscentiis,“ c. 15: „Sometimes this sexually indulgent cruelty or this cruel sexual indulgence goes so far as to procure potions which produce sterility. If the desired result is not achieved, the mother terminates the life and expels the foetus which was in her womb in such a way that the child dies before having lived, or, if the baby was living already in its mother’s womb, it is killed before being born.“ (PL 44, 423-424: CSEL 33, 619. Cf. the „Decree of Gratian“ q. 2, C. 32, c. 7.)
  11. „Commentary on the Sentences,“ book IV, dist. 31, exposition of the text.
  12. Constitution „Effraenatum“ in 1588 („Bullarium Romanum,“ V, 1, pp. 25-27; „Fontes Iuris Canonici,“ I, no. 165, pp. 308-311).
  13. Dz-Sch. 1184. Cf. also the Constitution „Apostolicae Sedis“ of Pius IX (Acta Pii IX, V, 55-72; AAS 5 [1869], pp. 305-331; „Fontes Iuris Canonici,“ III, no. 552, pp. 24-31).
  14. Encyclical „Casti Connubii,“ AAS 22 (1930), pp. 562-565; Dz- Sch. 3719-21.
  15. The statements of Pius XII are express, precise and numerous; they would require a whole study on their own. We quote only this one from the Discourse to the Saint Luke Union of Italian Doctors of November 12, 1944, because it formulates the principle in all its universality: „As long as a man is not guilty, his life is untouchable, and therefore any act directly tending to destroy it is illicit, whether such destruction is intended as an end in itself or only as a means to an end, whether it is a question of life in the embryonic stage or in a stage of full development or already in its final stages“ (Discourses and Radio-messages, VI, 183ff.).
  16. Encyclical „Mater et magistra,“ AAS 53 (1961), p. 447.
  17. Gaudium et spes,“ 51. Cf. 27 (AAS 58 [1966], p. 1072; cf. 1047).
  18. The speech, „Salutiamo con paterna effusione,“ December 9, 1972, AAS 64 (1972), p. 737. Among the witnesses of this unchangeable doctrine one will recall the declaration of the Holy Office, condemning direct abortion (Denzinger 1890, AAS 17 [1884], p. 556; 22 [1888-1890], 748; Dz-Sch 3258).
  19. This declaration expressly leaves aside the question of the moment when the spiritual soul is infused. There is not a unanimous tradition on this point and authors are as yet in disagreement. For some it dates from the first instant; for others it could not at least precede nidation. It is not within the competence of science to decide between these views, because the existence of an immortal soul is not a question in its field. It is a philosophical problem from which our moral affirmation remains independent for two reasons: (1) supposing a belated animation, there is still nothing less than a human life, preparing for and calling for a soul in which the nature received from parents is completed, (2) on the other hand, it suffices that this presence of the soul be probable (and one can never prove the contrary) in order that the taking of life involve accepting the risk of killing a man, not only waiting for, but already in possession of his soul.
  20. Tertullian, cited in footnote 8.
  21. Cardinal Villot, Secretary of State, wrote on October 19, 1973, to Cardinal Dopfner, regarding the protection of human life: „(Die Kirche) kann jedoch sur Behebung solcher Notsituationen weder empfangnisverhutende Mittel noch erst recht nicht die Abtreibung als sittlich erlaubt erkennen“ („L’Osservatore Romano,“ German edition, October 26, 1973, p. 3).
  22. Encyclical „Pacem in terris.“ AAS 55 (1963), p. 267. Constitution „Gaudium et spes,“ 29. Speech of Paul VI, „Salutiamo,“ AAS 64 (1972), 779.
  23. Gaudium et spes,“ 48: „Indole autem sua naturali, ipsum institutum matrimonii amorque coniugalis ad procreationem et educationem prolis ordinantur, iisque veluti suo fastigio coronantur.“ Also paragraph 50: „Matrimonium et amor coniugalis indole sua ad prolem procreandam et educandam ordinantur.“
  24. Gaudium et spes,“ 50-51. Paul VI, Encyclical „Humanae vitae,“ 10 (AAS 60, [1968], p. 487).
  25. Gaudium et spes,“ 87. Paul VI, Encyclical „Populorum progressio,“ 31: Address to the United Nations, AAS 57 (1965), p. 883. John XXIII, „Mater et magistra,“ AAS 53 (1961), pp. 445-448). Responsible parenthood supposes the use of only morally licit methods of birth regulation. Cf. „Humanae vitae,“[14] (ibid., p. 490).
  26. Cardinal Villot, Secretary of State, wrote to the World Congress of Catholic Doctors held in Barcelona, May 26, 1974: „Por lo que a la vida humana se refiere, esta non es ciertamente univoca, mas bien se podria decir que es un haz de vidas. No se puede reducir, sin mutilarlas gravemente, las zonas de su ser, que, en su estrecha dependencia e interaccion estan ordenadas las unas a las otras: zona corporal, zona afectiva, zona mental, y ese transfondo del alma donde la vida divina, recibida por la gracia, puede desplegarse mediante los dones del Espiritu Santo“ („L’Osservatore Romano,“ May 29, 1974).

PAPST BENEDIKT XVI. ZUM FEST DER KATHEDRA PETRI — 2006

Die Kathedra Petri im Petersdom, vom Hochaltar aus gesehen

BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 22. Februar 2006

Liebe Freunde,

meinen herzlichen Willkommensgruß richte ich an euch alle, die ihr euch hier in der Basilika St. Peter versammelt habt, deren Apsis am heutigen Fest der Kathedra des Apostels Petrus besonders schön geschmückt und beleuchtet ist. Vor allem grüße ich euch, liebe Schüler und Lehrer des »Collegio San Francesco« aus Lodi, die ihr den 400. Jahrestag eurer von den Barnabiten gegründeten Schule feiert, sowie euch, liebe Schüler und Lehrer des Instituts »Maria Immacolata« in Rom.

Das heutige Fest lädt uns ein, auf die Kathedra des hl. Petrus zu blicken, und spornt uns an, unser persönliches und gemeinschaftliches Leben mit dem Glauben zu nähren, der auf dem Zeugnis Petri und der anderen Apostel gründet. Wenn ihr ihrem Beispiel folgt, könnt auch ihr, liebe Freunde, Zeugen Christi in Kirche und Welt sein.

***

Liebe Brüder und Schwestern!

Die lateinische Liturgie feiert heute das Fest Kathedra Petri. Es handelt sich dabei um eine sehr alte, seit dem 4. Jahrhundert in Rom bezeugte Tradition, mit der Gott für die Sendung, die dem Apostel Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut wurde, gedankt wird. Die »Kathedra« ist in der ursprünglichen Wortbedeutung der feste Sitz des Bischofs, der in der Hauptkirche einer Diözese aufgestellt ist, die deshalb »Kathedrale« heißt; sie ist außerdem das Symbol der Autorität des Bischofs und insbesondere seines »Lehramtes«, das heißt der Lehre des Evangeliums, die er als Nachfolger der Apostel bewahren und an die christliche Gemeinde weitergeben soll. Wenn der Bischof die ihm anvertraute Teilkirche in Besitz nimmt, trägt er Mitra und Hirtenstab und nimmt auf der Kathedra Platz. Von diesem Sitz aus wird er als Lehrer und Hirt den Weg der Gläubigen in Glaube, Liebe und Hoffnung leiten.

Was war also die »Kathedra« des hl. Petrus? Er, der von Christus als »Fels« ausgewählt worden war, um darauf die Kirche zu bauen (vgl. Mt 16,18), begann seinen Dienst in Jerusalem, nach der Himmelfahrt Jesu und nach Pfingsten. Der erste »Sitz« der Kirche war der Abendmahlssaal, und wahrscheinlich war in jenem Saal, wo auch Maria, die Mutter Jesu, mit den Jüngern zusammen betete, für Simon Petrus ein besonderer Platz vorgesehen. Danach wurde Antiochien zum Sitz des Petrus, die am Fluß Orontes in Syrien, heute in der Türkei, gelegene Stadt und damals nach Rom und Alexandrien in Ägypten die drittgrößte Metropole des Römischen Reiches. Von dieser Stadt, die von Barnabas und Paulus evangelisiert worden war und wo »man die Jünger zum erstenmal Christen nannte« (Apg 11,26), wo also für uns der Name Christen entstanden ist, war Petrus der erste Bischof, so daß das Römische Martyrologium vor der Kalenderreform auch ein eigenes Fest der Kathedra Petri in Antiochien vorsah. Von dort führte die Vorsehung Petrus nach Rom. Dies ist also der Weg von Jerusalem, wo die Kirche entstanden ist, nach Antiochien, dem ersten Zentrum der Kirche, die aus Heiden bestand und noch mit der von den Juden herkommenden Kirche verbunden war. Danach begab sich Petrus nach Rom, den Mittelpunkt des Reiches, Symbol des »Orbis« – die »Urbs«, die Stadt, die Ausdruck des »Orbis«, des Erdkreises, ist –, wo er seinen Weg im Dienst des Evangeliums mit dem Martyrium vollendete. Deshalb erhielt der Sitz von Rom, dem die höchste Ehre zuteil geworden war, auch die dem Petrus von Christus anvertraute Ehre, nämlich allen Teilkirchen zu dienen, für den Aufbau und die Einheit des ganzen Volkes Gottes.

Der Sitz von Rom wurde nach diesem Weg des hl. Petrus somit als Sitz des Nachfolgers Petri anerkannt, und die »Kathedra« des Bischofs von Rom repräsentierte die des Apostels, der von Christus beauftragt worden war, dessen ganze Herde zu weiden. Das bezeugen die ältesten Kirchenväter, wie zum Beispiel der hl. Irenäus, Bischof von Lyon, aber aus Kleinasien stammend, der in seinem Traktat Adversus haereses [Gegen die Häresien] die Kirche von Rom als »größte und älteste, bei allen bekannte…, in Rom gegründet und aufgebaut von den zwei glorreichsten Aposteln Petrus und Paulus«, beschreibt. Und er fügt hinzu: »Mit dieser Kirche muß wegen ihres besonderen Vorranges notwendig jede Kirche übereinstimmen, das heißt die Gläubigen von überall« (III, 3, 2–3). Wenig später äußert sich Tertullian so: »Wie gesegnet ist doch diese Kirche von Rom! Es waren die Apostel selbst, die ihr mit ihrem Blut die ganze Lehre weitergegeben haben« (De praescriptione haereticorum, 36). Die Kathedra des Bischofs von Rom verkörpert also nicht nur dessen Dienst an der römischen Gemeinde, sondern seinen Leitungsauftrag für das ganze Volk Gottes.

Die »Kathedra« Petri feiern, wie wir es heute tun, bedeutet daher, ihr eine starke geistliche Bedeutung zuzuschreiben und darin ein bevorzugtes Zeichen der Liebe Gottes zu erkennen, des guten und ewigen Hirten, der seine ganze Kirche zusammenführen und auf dem Weg des Heils leiten will. Unter den vielen Zeugnissen der Kirchenväter möchte ich gern jenes des hl. Hieronymus wiedergeben, das einem seiner Briefe an den Bischof von Rom entnommen und besonders interessant ist, weil es ausdrücklich auf die »Kathedra« Petri Bezug nimmt und sie als sicheren Ankerplatz der Wahrheit und des Friedens darstellt. Hieronymus schreibt: »Ich habe beschlossen, bei der Kathedra Petri anzufragen, dort, wo jener Glaube ist, den der Mund eines Apostels gerühmt hat; ich komme jetzt, um an jenem Ort Nahrung für meine Seele zu erbitten, wo ich einst das Kleid Christi erhalten habe. Ich folge keinem anderen Primat als dem Christi; deshalb setze ich mich mit deiner Heiligkeit in Verbindung, das heißt mit der Kathedra Petri. Ich weiß, daß auf diesem Fels die Kirche gebaut ist« (Briefe I,15,1–2).

Liebe Brüder und Schwestern, in der Apsis der Petersbasilika befindet sich, wie ihr wißt, das Denkmal der Kathedra des Apostels, ein Spätwerk Berninis, dargestellt in Form eines großen bronzenen Thrones, der von den Statuen von vier Kirchenlehrern getragen wird: zwei von ihnen stammen aus dem Westen, der hl. Augustinus und der hl. Ambrosius, und zwei aus dem Osten, der hl. Johannes Chrysostomos und der hl. Athanasios. Ich lade euch ein, vor diesem eindrucksvollen Werk innezuhalten, das heute, mit vielen Kerzen geschmückt, bewundert werden kann, und ganz besonders für das Amt, das Gott mir anvertraut hat, zu beten. Wenn ihr den Blick zu dem Alabasterfenster erhebt, das sich genau über der Kathedra öffnet, dann ruft den Heiligen Geist an, damit er meinen täglichen Dienst an der ganzen Kirche stets mit seinem Licht und seiner Kraft tragen möge. Dafür sowie für eure ergebene Aufmerksamkeit danke ich euch von Herzen.


Facultatis Litterarum Christianarum et Classicarum placet salutare participes, qui huc advenerunt pontificia summi momenti documenta Veterum Sapientia necnon Studia Latinitatis commemoraturi. Iure meritoque Decessores Nostri permagni duxerunt Romani sermonis cognitionem, ut uberrimam doctrinam penitus adipisci possint qui in humanis ecclesiasticisque disciplinis versantur. Eosdem ideo incitamus ad studiose operam dandam, ut quam plurimi ad hunc thesaurum accedant eiusdemque percipiant praestantiam.

[Gern möchten Wir die Angehörigen der Fakultät für christliche und klassische Literaturwissenschaft begrüßen, die hierhergekommen sind, um an die höchst bedeutsamen päpstlichen Dokumente Veterum Sapientia und Studia Latinitatis zu erinnern. Mit vollem Recht haben Unsere großen Vorgänger die Kenntnis der lateinischen Sprache geschätzt und gefördert, damit jene, die sich mit den humanistischen und kirchlichen Fächern beschäftigen, die so reichhaltige Lehre ganz und gar erfassen können. Deshalb ermutigen Wir sie dazu, sich eifrig darum zu bemühen, daß sich möglichst viele mit diesem reichen Schatz befassen und seine Einzigartigkeit begreifen und sich aneignen.]

***

Die Kirche feiert heute das Fest Kathedra Petri. Sie dankt dabei Gott für die Sendung, die Jesus Christus, der Herr der Kirche, dem Apostel Petrus und seinen Nachfolgern übertragen hat. Die Kathedra in der Bischofskirche einer jeden Diözese ist Sinnbild der Autorität des Bischofs, insbesondere seines Lehramts, das in der treuen Bewahrung und Weitergabe der Botschaft des Glaubens besteht.

Der Apostel Petrus hat sein Leben im Dienst Christi hier in Rom mit dem Martyrium vollendet. Rom ist daher zu Recht der Sitz seiner Nachfolger. Schon die ältesten Kirchenväter bezeugen die Würde der Kathedra des Bischofs von Rom, dessen Hirtenamt sich auf die ganze Kirche erstreckt. Der hl. Irenäus von Lyon spricht unter anderem davon, daß mit der Kirche von Rom „wegen ihres besonderen Vorrangs notwendig jede Kirche übereinstimmen muß, das heißt die Gläubigen von überall“. Die Kathedra Petri zu feiern besagt somit, ihr eine tiefe geistliche Bedeutung zuzuschreiben und in ihr ein bevorzugtes Zeichen der Liebe Gottes zu seinem heiligen Volk zu erkennen.

* * * * *

An diesem Festtag heiße ich euch, liebe Brüder und Schwestern aus dem deutschen Sprachraum, ganz herzlich willkommen. Besonders grüße ich die Pilger aus der Diözese Eisenstadt und die Teilnehmer an einem Seminar über das Papsttum aus Südtirol. Unterstützt mit eurem Gebet den Nachfolger Petri in seinem universalen Hirtendienst. Betet mit mir und für mich, daß der Heilige Geist mir mit seinem Licht und seiner Kraft in der Erfüllung meiner Mission stets beistehe. Dafür danke ich euch und dazu erbitte ich euch Gottes reichen Segen.

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Das Fest Kathedra Petri ist ein besonders geeigneter Tag, um anzukündigen, daß ich am kommenden 24. März ein Konsistorium abhalten werde, bei dem ich die neuen Mitglieder des Kardinalskollegiums ernenne. Es ist angemessen, daß diese Ankündigung am Fest der Kathedra stattfindet, da die Kardinäle die Aufgabe haben, dem Nachfolger Petri bei der Ausübung seines apostolischen Amtes, das ihm im Dienst an der Kirche anvertraut wurde, helfend zur Seite zu stehen. Nicht ohne Grund bezeichneten die Päpste in alten kirchlichen Dokumenten das Kardinalskollegium als »pars corporis nostri« (vgl. F.X. Wernz, Ius Decretalium, II, Nr. 459). Die Kardinäle bilden somit um den Papst eine Art Senat, auf den er sich bei der Ausführung jener Aufgaben stützt, die mit seinem Dienst als »immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft« (vgl. Lumen gentium, 18) verbunden sind.

Durch die Kreierung der neuen Purpurträger möchte ich die Zahl der wahlberechtigten Mitglieder des Kardinalskollegiums auf 120 erhöhen, jene Zahl, die von Papst Paul VI. ehrwürdigen Angedenkens festgelegt wurde (vgl. AAS 65, 1973, S. 163). Dies sind die Namen der neuen Kardinäle:

1. Msgr. WILLIAM JOSEPH LEVADA, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre;
2. Msgr. FRANC RODÉ, C.M., Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens
3. Msgr. AGOSTINO VALLINI, Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur;
4. Msgr. JORGE LIBERATO UROSA SAVINO, Erzbischof von Caracas
5. Msgr. GAUDENCIO B. ROSALES, Erzbischof von Manila
6. Msgr. JEAN-PIERRE RICARD, Erzbischof von Bordeaux;
7. Msgr. ANTONIO CAÑIZARES LLOVERA, Erzbischof von Toledo
8. Msgr. NICOLAS CHEONG-JIN-SUK, Erzbischof von Seoul
9. Msgr. SEAN PATRICK O’MALLEY, O.F.M. Cap., Erzbischof von Boston
10. Msgr. STANISLAW DZIWISZ, Erzbischof von Cracovia
11. Msgr. CARLO CAFFARRA, Erzbischof von Bologna
12. Msgr. JOSEPH ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hongkong.


Außerdem habe ich entschieden, drei Geistliche, die älter als 80 Jahre sind, in den Kardinalsrang zu erheben. Dies geschieht aufgrund des Dienstes, den sie mit vorbildlicher Treue und bewundernswerter Hingabe für die Kirche leisten. Es sind: .

1. Msgr. ANDREA CORDERO LANZA DI MONTEZEMOLO, Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern
2. Msgr. PETER POREKU DERY, em. Erzbischof von Tamale (Ghana)
3. P. ALBERT VANHOYE, S.I., ehemaliger Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts und ehemaliger Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission.

In der Schar der neuen Purpurträger spiegelt sich die Universalität der Kirche gut wider: Sie kommen in der Tat aus verschiedenen Teilen der Welt und üben im Dienst am Gottesvolk unterschiedliche Aufgaben aus. Ich lade euch ein, für sie ein besonderes Gebet zu Gott zu erheben, damit er ihnen die erforderliche Gnade gewähre, ihre Sendung mit Großherzigkeit zu erfüllen.

Wie ich zu Beginn sagte, werde ich am 24. März das angekündigte Konsistorium abhalten, und am darauffolgenden Tag, 25. März, am Hochfest der Verkündigung des Herrn, werde ich die Freude haben, einer feierlichen Konzelebration mit den neuen Kardinälen vorzustehen. Zu diesem Anlaß lade ich auch alle Mitglieder des Kardinalskollegiums ein. Es ist meine Absicht, mich mit ihnen am Vortag, am 23. März, bei einer Versammlung mit Gedankenaustausch und Gebet zu treffen.

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Quelle