Das Schisma ist in greifbarer Nähe

Bischof Dr. Franz Jung

09 Juli 2018, 12:00 — Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht.

Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Wer in den vergangenen Tagen die Webseite der Diözese Würzburg aufrief, fand unter diesem Link folgendes: »In den kommenden Monaten werde in den diözesanen Gremien intensiv über die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert werden. (sagte der Bischof in seiner Predigt. Anm. PW) „Aber heute ergeht die herzliche Einladung an alle gemischtkonfessionellen Paare, zum Tisch des Herrn hinzuzutreten.“«

Das ist nicht etwa von einem vorlauten Volontär der Pressestelle in die Welt gesetzt und schleunigst wieder entfernt worden. Im Gegenteil! Das ist der offizielle Bericht der Pressestelle des Bistums Würzburg über Messen, zu denen besonders Ehepaare zu ihren 50-,60, und höheren Jubiläen eingeladen waren. Der Bischof von Würzburg hatte in den Messen langjährige gemischtkonfessionelle Paare ohne jegliche Vorbedingung zur Kommunion eingeladen.

Hier war die Kommunion also eine Belohnung zu einem besonderen Anlass, nämlich einer lange währenden Ehe. Das ist insofern befremdlich, da das Kirchenrecht immer noch sehr klar regelt, dass katholische Spender die Sakramente gültig nur katholischen Empfängern spenden. Selbst die hochumstrittene Orientierungshilfe der DBK zieht keine bedingungslose Interkommunion als Belohnung als Möglichkeit in Betracht. Vielmehr geht es dort um die Abhilfe bei einer geistlichen Notlage. Auch dieser Aspekt ist keinesfalls so klar umrissen, wie es uns die derzeitige Interkommunionpropaganda einiger deutscher Bischöfe einreden will.

Noch immer steht ein valides Urteil aus Rom aus, ob ein Bischof im Falle einer gemischtkonfessionellen Ehe eine solche Notlage überhaupt feststellen kann. Da gibt es Klärungsbedarf. Insofern befremdet nicht nur die ertrotzte Veröffentlichung der sogenannten Orientierungshilfe, sondern auch das unreflektierte Vorpreschen einiger Bischöfe. Ein Faszinosum erster Güte ist, dass der Bischof von Würzburg nach seinen eigenen Worten gar nicht mehr vor hat, in der Causa überhaupt noch mit den zuständigen Stellen (z.B. dem Rat für die Auslegung der Gesetzestexte) in Rom zu sprechen. Er will nur noch mit den Gremien in seinem Bistum sprechen. Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht. Ergänzend darf gefragt werden, ob er angesichts dieser platten Einladung überhaupt das Eucharistieverständnis der Kirche (noch) teilt.

Diese Fragen gilt es unbedingt um der Wahrheit willen zu beantworten. Es geht nicht darum, den Skandal um des Skandales willen zu suchen. Es darf an dieser Stelle auch nicht zugelassen werden, dass die in der Sache durchaus verständlichen Emotionen – gleich ob pro oder kontra – den Diskurs überlagern.

Das vorliegende Skandalon ist ein Ärgernis aus sich heraus. Es geht hier nicht um eine Kleinigkeit. Es geht nicht einfach um eine „pastorale Lösung“. Es geht um den Glauben an die Eucharistie und damit um den Kern unseres katholischen Glaubens.

Die Frage, die zu beantworten ist, ist mit einem Wort gesagt: ob ein Schisma schon vorliegt.

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Quelle

Bischof Vitus Huonder: Humanae vitae — Ein bleibendes Paradigma — 50 Jahre danach

 

Chur, 22. Juni 2018, Gedenktag des Hl. Thomas Morus

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn

Vor 50 Jahren veröffentlichte Papst Paul VI. die Enzyklika Humanae vitae. Von diesem Schreiben wissen die meisten nur so viel, dass der Papst die Empfängnisverhütung ablehnte. Dieses Nein zur Verhütung löste damals die vielleicht grösste Autoritätskrise innerhalb der Kirche aus. Die Emotionen gingen hoch. Nur wenige hörten genauer hin und wollten wissen, worum es Paul VI. dabei ging. Die meisten erkannten nicht, dass es dem Papst vor allem darum ging, die Heiligkeit von Ehe und Familie zu schützen. Heute, 50 Jahre später, betonen viele Kommentatoren die prophetische Bedeutung dieser Enzyklika. Denn alle Befürchtungen, welche Paul VI. äusserte, sind eingetroffen. Auch das Apostolische Schreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus findet in Nr. 68 lobende und ermutigende Worte in Bezug auf die Enzyklika von Paul VI.

Eigenschaften der ehelichen Liebe

Paul VI., von Papst Franziskus 2014 seliggesprochen, geht in seinem Schreiben von einer Gesamtschau des Menschen aus, der als Mann und Frau von Gott geschaffen ist. In der Liebe von Mann und Frau soll etwas von der Liebe der göttlichen Personen, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes erfahrbar werden. Von dieser Gesamtschau her ergibt sich die Eigenart der ehelichen Liebe. Der Papst nennt vier Eigenschaften dieser Liebe:

1. Diese Liebe ist vollmenschlich, das heisst sinnenhaft und geistig zugleich. «Sie entspringt darum nicht nur Trieb und Leidenschaft, sondern auch und vor allem einem Entscheid des freien Willens, der darauf hindrängt, in Freud und Leid des Alltags durchzuhalten, ja dadurch stärker zu werden: so werden dann die Gatten ein Herz und eine Seele und kommen gemeinsam zu ihrer menschlichen Vollendung» (Humanae vitae, 9).

2. Diese Liebe ist Es geht in ihr um eine personale Freundschaft, die den anderen ohne Vorbehalt liebt. Sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sondern nimmt den anderen als Ganzen so an, wie er ist.

3. Als Abbild der Treue Gottes zum Menschen ist die eheliche Liebe treu und ausschliesslich bis zum Ende des Lebens: «So wie sie Braut und Bräutigam an jenem Tag verstanden, da sie sich frei und klar bewusst durch das gegenseitige eheliche Jawort aneinander gebunden haben» (Humanae vitae, 9).

4. Als wirksames Zeichen der schöpferischen Liebe Gottes ist diese Liebe schliesslich fruchtbar. Hier zitiert Paul VI. die Nummer 50 der pastoralen Konstitution über die Kirche in der Welt von heute (Gaudium et Spes) des 2. Vatikanischen Konzils: «Ehe und eheliche Liebe sind ihrem Wesen nach auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft ausgerichtet. Kinder sind gewiss die vorzüglichste Gabe für die Ehe und tragen zum Wohl der Eltern selbst sehr bei» (Humanae vitae, 9).

Ist das nicht eine Kennzeichnung der ehelichen Liebe, wie sie sich alle im Grunde ihres Herzens vorstellen und wünschen: vollmenschlich, ganzheitlich, treu und ausschliesslich sowie fruchtbar? Mit diesen Eigenschaften können die ehelichen Beziehungen gelingen.

Verantwortete Elternschaft nach Humane Vitae

Bei der Weitergabe des Lebens dürfen die Eltern unmittelbar mit dem Schöpfergott zusammenwirken. Denn im Moment der Zeugung schenkt Gott dem Kind die unsterbliche Seele. Verantwortete Elternschaft im Sinn der Kirche überlässt den Ehegatten die Entscheidung über die Zahl ihrer Kinder und über den Abstand der Geburten. Sie ermutigt die Eltern zu einer grösseren Kinderzahl, aber sie respektiert auch berechtigte Gründe für wenige Kinder.

Wenn die Kirche einerseits für verantwortete Elternschaft eintritt und andererseits die Verhütung ablehnt, wie soll dann die Familienplanung geschehen? Die Kirche empfiehlt und fördert die sogenannte natürliche Empfängnisregelung. Dabei lernen die Frauen, die fruchtbaren und unfruchtbaren Phasen ihres Zyklus sicher zu unterscheiden. Dieser Zyklus ist ein Teil der Schöpfungsordnung. Wenn die Ehegatten aus berechtigten Gründen auf die Weitergabe des Lebens verzichten wollen, wählen sie für ihr Zusammenkommen die unfruchtbare Phase des Zyklus und üben an den relativ wenigen fruchtbaren Tagen Enthaltsamkeit. Die Enthaltsamkeit ist nicht eine Zeit ohne Liebe, sondern eine Zeit, in der die Liebe auf andere Weise zum Ausdruck gebracht wird. Durch dieses leibliche Verhalten respektieren die Gatten den inneren Zusammenhang von ehelicher Liebe und Weitergabe des Lebens. Sie lernen im Gespräch miteinander zu bleiben und auf einander Rücksicht zu nehmen.

Wo liegt in diesem Zusammenhang der Unterschied zwischen Empfängnisregelung und Empfängnisverhütung? Die Absicht ist ja gleich. In beiden Fällen wollen die Eheleute kein Kind. Aber das frei gewählte Handeln ist anders.

Bei der Empfängnisregelung ändern die Gatten aus Gründen der Verantwortung das Sexualverhalten. Wenn sie das Leben nicht weiterschenken können, leben sie periodisch, d.h. während den fruchtbaren Tagen der Frau, enthaltsam. Um sich selbst beherrschen zu können, brauchen sie die Tugend der Selbstdisziplin oder Mässigung (die temperantia).

Mit seinem Verhalten sagt der Mann zur Frau: Ich liebe dich ganz so, wie du bist. Weil du in diesen Tagen fruchtbar bist und weil wir (zur Zeit) keine weiteren Kinder in unserer Ehe verantworten können, verzichten wir an diesen (wenigen) Tagen auf geschlechtliche Beziehungen, und ich zeige dir meine Liebe auf andere Weise.

Bei der Empfängnisverhütung ändern die Gatten das Sexualverhalten nicht, trotz der Einsicht, eine Empfängnis sei zu vermeiden. Sie verhindern jedoch die unerwünschten Folgen dieses Verhaltens. Mit seinem Verhalten sagt der Mann zur Frau: Zur Zeit liebe ich dich nicht so, wie du bist. Ich liebe vor allem deinen Leib nicht ganz. Denn deine Fruchtbarkeit lehne ich ab, weil wir (zur Zeit) keine weiteren Kinder in unserer Ehe verantworten können. Da ich dennoch nicht auf geschlechtliche Beziehungen verzichten will, müssen wir verhindern, dass es trotz unserer Fruchtbarkeit zu einer Empfängnis kommt.

Somit geht es nicht um einen Unterschied der Methode, sondern um objektiv verschiedene Handlungsweisen. Natürliche Empfängnisregelung bzw. Natürliche Familienplanung ist im Grunde keine Methode. Sie liefert nur Hinweise, wann Enthaltsamkeit angesagt ist. In der Enthaltsamkeit drückt sich die Entscheidung leiblich aus, auf die Weitergabe des Lebens aus verantwortbaren Gründen zu verzichten. So ist die Enthaltsamkeit ein leiblicher Akt der Liebe. Bei der Empfängnisverhütung hingegen ist der Leib nicht mehr in die Verantwortung eingebunden, sondern er wird zum Objekt von Massnahmen degradiert. Es geht also um die Frage, womit der Mensch seine Geschlechtlichkeit «steuert»: ob er es mit seinem Charakter, mit Selbstbeherrschung, tut oder ob er die Steuerung einem Verhütungsmittel bzw. einem Dritten, z.B. dem Arzt, überlässt.

Wenn die Gatten in unfruchtbaren Tagen geschlechtlich verkehren, bringen sie ihre eheliche Liebe zum Ausdruck. Sie sind in der Berufung vereint, das Leben verantwortlich weiterzugeben. Es verantwortlich weitergeben, kann eben auch heissen, es noch nicht oder nicht mehr weiterzugeben. In diesem Sinne ist die Empfängnisverhütung weder verantwortlich noch besitzt sie einen elterlichen Sinngehalt. Sie kann nicht der auch leibliche Ausdruck einer Liebe sein, die der Weitergabe des Lebens dient.

Wie schon gesagt, empfiehlt die Kirche die natürliche Empfängnisregelung. Damit sie erlaubt ist, müssen berechtigte Gründe vorliegen. Auch die natürliche Empfängnisregelung kann missbraucht werden durch eine verhütende Gesinnung.

Prophetische Bedeutung von Humanae Vitae

Paul VI. hat schon vor 50 Jahren die Befürchtung geäussert, die Verhütungsmentalität werde zu einer Destabilisierung von Ehe und Familie führen. Die Entkoppelung von Sexualität und Fortpflanzung werde dazu führen, dass Männer die Frauen nicht mehr als Person respektierten, sondern als ein Objekt der Triebbefriedigung ansehen würden. Regierungen würden versucht sein, sich in die Freiheit der Eltern einzumischen. Sie könnten Verhütung als Druckmittel in der Bevölkerungspolitik einsetzen. Alle Voraussagen des Papstes haben sich erfüllt. Die sexuelle Freizügigkeit schon der Jugendlichen behindert deren persönliche Reifung. Die Destabilisierung der Ehen und damit der Familien hat stark zugenommen. Das führt wiederum zu Bindungsangst und Bindungsunfähigkeit. Die Abtreibungen lassen sich mit Verhütung nicht wirksam bekämpfen. Dazu kommt, dass die Grenze zwischen Abtreibung und Verhütung fliessend geworden ist. Manche Verhütungsmittel wirken auch frühabtreibend. Sie verhindern nämlich die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter. Reiche Nationen haben die Entwicklungshilfe an die Bedingung geknüpft, dass Verhütung zur Pflicht gemacht wird. Die demographische Lage ist inzwischen besorgniserregend. Die europäischen Völker ersetzen die Generationen nicht mehr. Sie sind zu sterbenden Völkern geworden. Allein um die Generationen zu ersetzen, braucht es etwas mehr als zwei Kinder pro Familie.

Die Entkoppelung von Sexualität und Fruchtbarkeit hat nicht nur zu einer Sexualität ohne Fortpflanzung geführt, sondern immer mehr auch zur Fortpflanzung ohne Sexualität. Auch das ist eine äusserst problematische Entwicklung. Die neuen Fortpflanzungstechnologien verbrauchen nämlich unzählige Embryonen. Sie zerstören das Leben von Kindern in ihrer ersten Lebensphase. Dabei sind sie nicht einmal besonders effizient. Zudem gibt es inzwischen auf der Basis von verfeinerten Zyklusstudien Behandlungen von unfreiwillig unfruchtbaren Paaren, welche eine höhere Erfolgsrate aufweisen als die In-Vitro-Fertilisation.

Verhütung gehört zur Kultur des Todes, von welcher der heilige Papst Johannes Paul II. immer wieder gesprochen hat. Viele sind sich dessen nicht bewusst, weil ihnen diese Zusammenhänge nicht aufgezeigt wurden. Es geht deshalb heute unter neuerlicher Berufung auf die Enzyklika Humanae vitae darum aufzuzeigen, wie die Kirche die Schöpfungsordnung versteht.

Paul VI. war sich bewusst, dass diese Lehre der Kirche von vielen abgelehnt werden würde. Aber die Kirche muss damit rechnen, dass sie wie schon ihr Stifter zum Zeichen gesetzt ist, dem widersprochen wird (vgl. Lk 2,34). Doch es geht der Kirche um die Würde des Menschen: «Indem sie das eheliche Sittengesetz unverkürzt wahrt, weiss die Kirche sehr wohl, dass sie zum Aufbau echter menschlicher Kultur beiträgt; darüber hinaus spornt sie den Menschen an, sich nicht seiner Verantwortung dadurch zu entziehen, dass er sich auf technische Mittel verlässt; damit sichert sie die Würde der Eheleute. Indem die Kirche so dem Beispiel und der Lehre unseres göttlichen Erlösers getreu vorgeht, zeigt sie, dass ihre aufrichtige und uneigennützige Liebe den Menschen begleitet: sie will ihm helfen in dieser Welt, dass er wirklich als Kind am Leben des lebendigen Gottes teilhat, der aller Menschen Vater ist» (Humanae vitae,18).

Humanae Vitae neu entdecken

Liebe Schwestern, liebe Brüder! Der christliche Geist kann sich in den Familien nur dann entfalten, wenn wir in der Ehe und in der Familie die Schöpfungsordnung wieder ganz zu respektieren lernen. Nehmen wir die Wahrheit ernst, welche in der Enzyklika Humanae vitae enthalten ist. Das wird für die Ehepaare und die Familien, ja für die Kirche sowie für unsere Gesellschaft ein Segen sein.

Maria, «die Heilige unter den Heiligen, die Hochgebenedeite» (Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Gaudete et exultate, 176), begleite uns mit ihrer Fürsprache und ihrer mütterlichen Fürsorge. Mit diesem Wunsch grüsse ich herzlich und lasse allen meinen bischöflichen Segen zukommen

+ Vitus Huonder Bischof von Chur

 

Weiterführende Informationen zur natürlichen Empfängnisregelung:

  • Institut für Natürliche Empfängnisregelung iner.org
  • Interessengemeinschaft für natürliche Familienplanung Schweiz / Fürstentum Liechtenstein www.ignfp.ch

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Weihnachtsbotschaft von Bischof Gregor Maria Hanke, Bistum Eichstätt

Die Weihnachtsbotschaft von Bischof Gregor Maria Hanke im Video. Dazu ist die Jugendkantorei am Eichstätter Dom unter Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß zu sehen und zu hören.

Die Sängerinnen und Sänger präsentieren „Vom Himmel hoch, o Engel kommt“. Text und Melodie: Geistliches Wiegenlied 1625; Satz: Christian Heiß

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„Ohne Weihnachten kein Vaterunser“

„Das Vaterunser als weihnachtliches Gebet“ stellt der Bischof von Regensburg in den Mittelpunkt seiner Predigten.

Was wir im zurückliegenden Advent erlebt haben, hatte man in unserer säkularisierten Gesellschaft kaum mehr für möglich gehalten. Bis in die Boulevardblätter hinein wird über das zentrale Gebet der Christenheit und den Sinn seiner Worte diskutiert. Allein das ist schon eine Gute Nachricht!

Das Vaterunser: ein weihnachtliches Gebet? Gewiss, die Engel singen das „Gloria in excelsis Deo“, die Hirten beten an, die Weisen aus dem Morgenland bringen Geschenke. Die Bitte der Jünger, sie beten zu lehren, wird Jesus erst als Erwachsener im Rahmen der Bergpredigt erfüllen: Wenn Ihr betet, so sprecht: „Vater unser im Himmel …“

….einer von uns

Dennoch: Ohne Weihnachten kein Vaterunser! Die Weihnachtsbotschaft lautet: Der ewige Sohn des Vaters wird Mensch, einer von uns. Er geht in die Geschichte ein und teilt unser aller Menschenlos. So nimmt er uns hinein in seine Beziehung zu Gott. Er erneuert unsere Gotteskindschaft. In ihm sind wir Söhne und Töchter Gottes und miteinander Schwestern und Brüder.

Die Geschwisterlichkeit der Menschheitsfamilie wird nicht erreicht durch die Abschaffung der Väter, sondern allererst ermöglicht durch den gemeinsamen Bezug auf den himmlischen Vater. In seiner Hand sind wir geborgen.

Beterinnen und Beter

Das Vaterunser braucht keine neue Übersetzung. Es braucht Beterinnen und Beter, Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, die sich an der Krippe neu als Kinder Gottes erfahren und täglich neu aus dieser Beziehung leben. So schenken wir uns und den Menschen unserer Nähe auch ganz nebenbei ein im eigentlichen Sinne der Worte frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

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Bischof Stefan Oster, Bistum Passau: Weihnachtsbotschaft 2017

Was das Leben reich macht

Auf welche Herzensregung könnten Sie in Ihrem Leben nicht verzichten, ohne dass ein Leben arm oder gar sinnlos wäre? Bischof Stefan Oster macht sich in seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft darüber Gedanken. Er wünscht allen Gläubigen im Bistum Passau und darüber hinaus ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 2017 und einen guten Start ins neue Jahr.

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Augsburg: „Domtour 360 Grad“

Augsburger Dom / Wikimedia Commons – Otto Schemmel, CC BY-SA 2.0 DE

Initiative ermöglicht virtuellen Rundgang durch den Hohen Dom

Die Pressestelle des Bistums hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Augsburger Fotografen Andreas Düren und Bernd Müller eine virtuelle Tour durch den Hohen Dom entwickelt. Sie ist in ihrer Art einzigartig und kombiniert Rundumblicke mit ausführlichen Informationen zur Geschichte der Kathedrale. Die beiden Fotografen haben hierfür mehr als tausend Einzelaufnahmen zu 20 Panoramen zusammengesetzt. Entstanden sind die Aufnahmen im vergangenen Frühjahr. Zu dieser Jahreszeit gibt es wegen der fehlenden Belaubung der Bäume und der schräg stehenden Sonne im Dom besonders gute Lichtverhältnisse.

An den 20 Standpunkten sind insgesamt 50 ergänzende kunstgeschichtliche Informationen hinterlegt. Sie wurden von Diözesankonservator Dr. Michael Schmid erstellt und eigens für die Tour ins Englische und Italienische übersetzt. So können sich auch die zahlreichen Touristen über den Dom informieren. Angelegt ist die Tour für das Internet und für mobile Endgeräte. Besucher können sich also am heimischen PC oder direkt vor Ort informieren. Wer eine „Virtual Reality“–Brille besitzt, kann sich damit ebenfalls durch den Hohen Dom „bewegen“.

Die Domtour ist ab sofort auf der Homepage des Bistums Augsburg freigeschaltet. In der Kathedrale werden zudem Plakate angebracht, die über einen QR-Code direkt vor Ort den Start der Tour ermöglichen.

Der Link zur Tour: www.domtour.bistum-augsburg.de

(Quelle: Webseite des Bistums Augsburg, 04.10.2017)

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“Virgo – Maria, Urbild der Kirche”

Schloss Spindlhof / Wikimedia Commons – Smardis, CC BY-SA 3.0

Geweihte Jungfrauen aus ganz Europa tagten in Schloß Spindlhof in Regenstauf

Ganz im Zeichen der beiden Jubiläen „100 Jahre Patrona Bavariae“ und „100 Jahre Erscheinungen von Fátima“ wurde die Jahrestagung der Geweihten Jungfrauen unter das Leitwort „Virgo – Maria, Urbild der Kirche“ gestellt. Vom 30. September bis zum 3. Oktober 2017 fand in Regenstauf im Bildungshaus Schloss Spindlhof eine Tagung mit Vorträgen und Gottesdiensten statt, zu der die Hauptabteilung Orden – Geistliche Gemeinschaften im Bistum Regensburg sowie die Hauptabteilung Kirchliches Leben im Bistum Augsburg eingeladen hatten. Das internationale Treffen führte wieder zahlreiche Geweihte Jungfrauen (Virgines consecratae) sowie Kandidatinnen und Interessentinnen aus ganz Europa zum Gebet, Gedankenaustausch und zur geistlichen Weiterbildung zusammen. María Luisa Öfele, Ordinariatsrätin in der Hauptabteilung Orden – Geistliche Gemeinschaften im Bistum Regensburg, freute sich besonders über eine größere Anzahl von Teilnehmerinnen aus Osteuropa (Tschechien und Slowakei, Ungarn und Russland). Seit einigen Jahren schon gibt es diese Tagung, die seit drei Jahren von den beiden Hauptabteilungen Augsburg und Regensburg organisiert wird.

Die marianische Dimension der Berufung zur Jungfrauenweihe

In diesem Jahr bildete Maria, als Mutter des Glaubens, den Themenschwerpunkt der viertägigen Tagung im Spindlhof. So sprach u.a. die Münchner Theologin und Geweihte Jungfrau Nicole Pitta zu „Grundgedanken über die Kirche und Maria in Lumen Gentium“ und María Luisa Öfele zu „Das Fiat Mariens – Das Ja einer Braut“. Der Passauer Diözesanpriester und Mitglied im Neuen Schülerkreis Joseph Ratzinger/Papst em. Benedikt XVI., Dr. Manuel Schlögl, referierte zum Thema: „Du Gottes Tochter und Mutter und Braut – Marias Stellung in der Lehre der Kirche“. Eine Betrachtung nach dem Evangelium und Texten der Liturgie unter dem Titel „Maria – Urbild der Kirche“, gab der Ettaler Abt Barnabas Bögle OSB. Die tägliche Eucharistiefeier, das Stundengebet der Kirche und die Eucharistische Anbetung bildeten den geistlichen Rahmen dieser Tagung. Zur Pontifikalvesper am Sonntagnachmittag verließen die Tagungsteilnehmerinnen Regenstauf und feierten in Regensburg mit Weihbischof Dr. Josef Graf in der Stiftsbasilika U.L.F. zur Alten Kapelle das Abendgebet der Kirche.

„Maria als Urbild der Betenden Kirche“

Ein Vortrag, der besondere Beachtung fand, stammte von Prof. Pater Dr. Wolfgang Buchmüller O.Cist., „Maria als Urbild der Ecclesia orans – Zur Genese der marianischen Symbolsprache“. Der gebürtige Konstanzer ist seit 2001 Professor für Spirituelle Theologie und Ordensgeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz im Wienerwald. „Symbole bestimmen und bewegen unser Leben“, so Professor Buchmüller, „und sie verlangen vom Betrachter ein hohes Maß an Phantasie“. Er gab eine Einführung in die Bilderwelt des Alten und Neuen Testamentes. So wurde die Beziehung Jahwes zum Volk Israel gerne in ein poetisches Bild gekleidet, man sprach von der Ehefrau, der Mutter, der Geliebten oder der Tochter. Die Kindheitsgeschichte bei Lukas versteht sich als Verheißung des Alten Bundes und ist bewusst so komponiert. Der Gruß des Engels, „Freu Dich, Begnadete“ schlägt eine Brücke zum Propheten Zefanja „Freue Dich, Tochter Zion“. Wir finden im Neuen Testament aber auch das Bild „Die Frau als Braut des Lammes, als unbefleckte Kirche“. Professor Buchmüller sprach im Blick auf „Maria, als Vorbild der betenden Kirche“ von der Gottesmutter auch als „Zeichen der Endzeit und Prophetin“ und von einem Marianischen Zeitalter. Er spannte da einen Bogen von den Marienerscheinungen von 1830 (Paris) über 1846 (La Salette) und 1858 (Lourdes) bis hin zum Jahr 1917 (Fátima). Im Anschluss an den Vortrag feierte Prof. Pater Dr. Wolfgang Buchmüller O.Cist. mit den Teilnehmerinnen in der Hauskapelle die hl. Messe zum Erntedankfest.

Die Geweihte Jungfrau und die Jungfrauenweihe

„Eine Geweihte Jungfrau – lateinisch: Virgo consecrata“, so erklärt Ordinariatsrätin María Luisa Öfele, selbst diesem Stand angehörend, „ist eine Frau, die sich von der Liebe Gottes hat ergreifen lassen und nicht anders kann, als sich ihm ganz und gar, mit Leib und Seele, zu schenken“. Sie lebt mitten in der Welt, nicht wie Ordensfrauen in einer Gemeinschaft, und geht ihrem Beruf nach. Es gibt Architektinnen, Ärztinnen und Anwältinnen, Pastoral- und Gemeindereferentinnen, Frauen die in der Forschung und der Pflege tätig sind, Lehrerinnen und Erzieherinnen. „Es ist nur wichtig“, so führt María Luisa Öfele aus, „dass sie in ihrem Beruf auch ihre Berufung leben kann und die Zeiten hat, die sie für die Pflege ihrer Beziehung zu Gott benötigt“. Weltweit gibt es sicher gut über 3.000 Geweihte Jungfrauen, die immer eng mit der Kirche und ihrem Bistum verbunden sind. Es gibt weltweit keine einheitlich geregelte Vorbereitung auf die Jungfrauenweihe, das wird im einzelnen in den verschiedenen Diözesen durch den Ortsbischof geregelt. „Meist hat die Kandidatin schon mehrere Jahre so gelebt“, so María Luisa Öfele weiter, „und erbittet nun von der Kirche, dieses Charisma, diese Lebensweise bestätigt zu bekommen. Der Diözesanbischof ist der ordentliche Spender der Jungfrauenweihe, die im Rahmen einer Pontifikalmesse gefeiert wird. Im Bistum Augsburg und Regensburg arbeiten wir in punkto Vorbereitung zusammen“, erklärt María Luisa Öfele, „da haben die beiden Diözesanbischöfe eine Handreichung und Leitlinien erlassen, die die Vorbereitung für Kandidatinnen geregelt haben“.

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg, 04.10.2017)

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