BRIEF VON BISCHOF VITUS HUONDER, CHUR VON HEUTE: 20. MAI 2019

 

Nach knapp zwölf Jahren als Bischof von Chur ist Vitus Huonder am Montag zurückgetreten. Ein Apostolischer Administrator übernimmt nun zunächst die Bistumsleitung (Archiv). Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

An

    • WeihbischofMarian Eleganti
    • die Priester und Diakone
    • die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge
    • die Gläubigen im Bistum Chur

7000 Chur, 20. Mai 2019 VH/mp

Lieber Weihbischof Marian,
liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge,
liebe Brüder und Schwestern,

wie bereits Ende des vergangenen Jahres gegenüber den Priestern, Diakonen sowie den kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Vorwort zum „Bistumskalender 2019“ angekündigt, endet im Jahr 2019 meine Amtszeit als Bischof von Chur. Wie mir der Aposto­lische Nuntius in der Schweiz, S. E. Mons. Thomas E. Gullickson, vor ein paar Tagen mitgeteilt hat, wird dies nun am heutigen 20. Mai 2019 der Fall sein.

An dieser Stelle möchte ich nochmals unserem Weihbischof Marian, allen Priestern, Diakonen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Seelsorge danken für jedes Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, das sie in ihrem geistlichen Bemühen und in ihrer täglichen Arbeit im Sinne des Evangeliums und der Lehre der Kirche in den bald 12 Jahren meiner Amtszeit gegeben haben. Gott selber möge Ihnen alles Gute vergelten.

Den Hirtenstab des Bistums Chur wird nun der Apostolische Administrator, S. E. Mons. Peter Bürcher, übernehmen. Ich heiße ihn im Bistum willkommen und wünsche ihm Gottes Segen für seine Aufgabe.

Ich selbst nehme nun, wie bereits bekannt, meinen Wohnsitz im Wohntrakt des Priesterhau­ses im Institut Sancta Maria in Wangs/SG. Dieses Institut gehört zur Priesterbruderschaft St. Pius X. Im Sinne von Papst Franziskus werde ich mich bemühen, dort zur Einheit der Kirche beizutragen, indem ich nicht ausgrenzen, sondern unterscheiden, begleiten und integrieren helfen möchte.

Indem ich Sie alle und unser Bistum der Fürsorge des barmherzigen Gottes empfehle, grüße ich Sie herzlich, verbunden mit meinen besten Segenswünschen

† Vitus Huonder,
em. Bischof von Chur

Die Kirchenspalter im Bistum Chur proben den Aufstand

8. April 2019, 12:00

Die Wahrheit ist, dass die kirchenfeindlichen Reformen gerade die Spaltung herbeiführen würden. Das gilt für alle, die die Kirche auf synodalen oder sonstigen Wegen verändern wollen – Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Bischofswahlkampf ist ein seltsamer Begriff. Auf die Vorfälle in Zürich trifft er dennoch irgendwie zu. Hinter dem Rücken des Bischofs Gelder der Kirche für eine kirchenfeindliche Aktion zu verwenden, das geht in der jetzt erfolgten Art wohl in der Tat nur in der Schweiz. Die Landeskirchen verwalten die Gelder, die Bischöfe haben kein Mitspracherecht. Das ist eine unhaltbare Situation, gegen die sich allerdings nur wenige Bischöfe wehren.

Einer, der sich wehrt, ist Bischof Vitus Huonder. Schon unmittelbar nach seiner Wahl wurde er angegriffen und verleumdet. Linke Medien hatten ihn von Anfang an im Blick. Ein Bischof, der die Lehre der Kirche in Glaube und Sitten unverkürzt vertritt, ist der Welt ein Gräuel.

Die Amtszeit von Bischof Huonder nähert sich dem Ende. Bis Ostern wird er noch im Dienst sein, dann steht bald der verdiente Ruhestand an. Die Mäuse proben schon mal den Tanz auf den Tischen. Allen voran jüngst der Regionalvikar von Zürich, Josef Annen, der jüngst gemeinsam mit Synodalratspräsidentin, Franziska Driessen-Reding, einen offenen Brief an Papst Franziskus als Anzeige in verschiedenen Zeitungen auf Kosten der Kirche schaltete.

Der Hintergrund ist der Wunsch, im Bistum Chur künftig einen Bischof zu bekommen, der die Landeskirche machen lässt und gar nicht mehr versucht, sich einzumischen. Wo der künftige Bischof in Fragen des Glaubens stehen soll, ist an den Inhalten des offenen Briefes deutlich erkennbar.

Die uralte Reformagenda der Aufgabe kirchlichen Sexualmoral, der Demokratisierung der Kirche und des Frauenpriestertums prägen die Inserate. An vielen Stellen in der Kirche – man vergleiche den synodalen Weg der DBK – zeigt sich, wie steter Tropfen langsam den Stein höhlt. Doch man bedenke an dieser Stelle, dass Reformen, die wider Glaube und Sitte erfolgen, nicht in der Wahrheit sind.
Reformen solcher Art verändern nicht die Kirche, sie verändern nicht die Lehre und schon gar nicht den Glauben. Sie führen nur unweigerlich in die Spaltung. Die Möchtegernreformatoren wissen das, denn nicht umsonst wird in dem als Inserat gestalteten offenen Brief ganz unverhohlen die Spaltung als Drohung erwähnt. Perfide ist es, die Spaltung als Druckmittel in dieser Form zu verwenden. Geradezu diabolisch kommt es daher, indem mit der Spaltung gedroht wird, wenn es nicht zu den geforderten Reformen kommt.

Die Wahrheit ist, dass die kirchenfeindlichen Reformen gerade die Spaltung herbeiführen würden. Das gilt für alle, die die Kirche auf synodalen oder sonstigen Wegen verändern wollen. Sie verändern nicht die Kirche, sie spalten Teile von der Kirche ab und nehmen viele Gutgläubige in den geistlichen Abgrund mit. Das ist die Gefahr, der es entgegenzuwirken gilt.

Nach Ende der Amtszeit des jetzigen Bischofs von Chur kommt es also nicht darauf an, einen Bischof zu bekommen, der den Reformwilligen nach dem Munde redet. Es braucht einen Bischof, der weiterhin den Glauben unverkürzt verkündet und dem ungesunden kirchlichen System in der Schweiz Paroli bieten kann und will.

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Quelle

Bischof Vitus Huonder: Der Weg des Heils

Der Churer Bischof Vitus Huonder posiert am Mittwoch, 9. Maerz 2011, nach einer Fruehmesse auf dem Hof in Chur. Anlaesslich einer bereits seit laengerem geplanten Sitzung haben sich gestern Dienstag, 8. Maerz 2011, in Einsiedeln Vertreter der Biberbrugger-Konferenz mit Vertretern der Dekanate des Bistums Chur getroffen. Die Gespraechsrunde sei besorgt ueber die derzeitige aufgewuehlte Situation im Bistum Chur. Generalvikar Andreas Rellstab hatte im Februar wegen Differenzen mit Bischof Vitus Huonder sein Amt zur Verfuegung gestellt. Auch weitere Fuehrungskraefte in der Dioezese demissionierten. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

 

Der Weg des Heils

Apg 16,17

Hirtenbrief zur Fastenzeit 2019
von

Msgr. Dr. Vitus Huonder

Bischof von Chur

 

Dieser Hirtenbrief ist am ersten Fastensonntag,
am 10.
März 2019,
in allen Gottesdiensten zu verlesen.

Zur Veröffentlichung in den Medien
ist er vom 11. März 2019 an freigegeben.

 

Chur, 1. Januar 2019
Oktavtag von Weihnachten
Hochfest der Gottesmutter Maria

 

VORWORT

Liebe Leserin, lieber Leser

Dies ist mein letzter Hirtenbrief zur Quadragesima, da meine Amtszeit als Bischof von Chur voraussichtlich am 21. April 2019, am Hochfest der Auferstehung unseres Herrn, endet. Deshalb möchte ich zusammenfassend sagen, was für den Weg unseres Glaubens zu wissen dringend notwendig ist. Ich möchte in Kürze, wie es ein Schreiben für den Vortrag im Gottesdienst erfordert, die Schwerpunkte unseres katholischen Bekenntnisses setzen. Ich rufe in Erinnerung, was für das christliche Leben unabdingbar ist, vor allem auch mit Blick auf eine Zeit großer Verunsicherung im Glauben, ja auf eine Zeit der Verwirrung.

Ebenso beabsichtige ich, auf die wesentlichen Inhalte unseres Glaubens hinzuweisen, welche Menschen wissen sollten, die unsere katholische Religion besser kennen und annehmen möchten – und es gibt deren nicht wenige.

So ist dieser Brief – von breve kommend abzuleiten – ein kurzes, begleitendes Schreiben, eine Art Vorwort, ein Werbespot zur „Konstitution“ unseres Glaubens, zur Heiligen Schrift, und zur umfassenden Darstellung unserer Lehre im Katechismus der Katholischen Kirche.

 

Brüder und Schwestern im Herrn,

das Wahrsagen ist ein Phänomen aller Zeiten. Auch Paulus und Silas begegneten auf ihrer Missionsreise in Philippi einer Frau, welche einen Wahrsagegeist hatte. Dieser Geist hat wirklich Wahres gesagt. Denn die Frau erkannte die Sendung der zwei Männer und rief hinter ihnen her: Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes; sie verkünden euch den Weg des Heils (Apg 16,17). Ja, der Weg des Evangeliums, den Paulus und Silas verkünden, ist der Weg des Heils. Das hat diese Frau, das hat der Geist in ihr richtig festgestellt. Paulus und Silas waren Sendboten dieses Weges. Ihn kennenzulernen und zu gehen, ist das Verlangen jedes Menschen, der sich nach dem Heil sehnt.

Kurzformel des Glaubens

Weil der Weg des Evangeliums der Weg des Heils ist, kann uns Paulus in der heutigen Lesung zum ersten Fastensonntag sagen:

… wenn du mit deinem Mund bekennst: Herr ist Jesus – und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden (Röm 10,9). Das ist eine Kurzformel unseres Glaubens. Dieser Glaube soll sich in unserem Alltag entfalten und bewähren. Vor allem muss uns klar werden, was er für unser Leben und unsere Lebensführung bedeutet. Wer gibt uns dazu Aufschluss? Wer erläutert uns diese Kurzformel?

Grundlage des Weges

Die Grundlage unseres Glaubens und die Voraussetzung für den Weg des Heils ist die Gottesfurcht. Petrus fordert uns in seinem ersten Brief mit folgenden Worten dazu auf: Und wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht (1 Petr 1,17)! Gottesfurcht ist in sich nichts anderes als der Glaube an Gott. Gottesfurcht ist die ergebene, achtungsvolle Liebe zu Gott. Darauf baut unser Leben auf.

Weitergabe des Glaubens

Was bedeutet nun ein Leben in Gottesfurcht? Was bedeutet ein Leben auf dem Weg des Heils? Was antworten wir, wenn jemand uns fragt, wie wir den Weg des Heils gehen? Mit anderen Worten lautet die Frage: Was gehört zu einem christlichen Leben? Die Frage wird dann noch dringender, wenn jemand den katholischen Glauben annehmen will; wenn jemand den Weg der Konversion wählt und sagt: Ich möchte katholisch werden. Wie führen wir Menschen in den Weg des Heils ein? Was sagen wir, um den Glauben weiterzugeben?

Begegnung mit Jesus

Der Weg des Heils beginnt mit der Begegnung mit Jesus. Denn er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6). Er ist der Sohn Gottes. Die Begegnung mit Jesus ist der Anfang unseres christlichen Glaubens. Wer den Weg des Heils gehen möchte, muss Jesus kennen lernen. Er muss sich in die Evangelien vertiefen. Er muss einen Menschen neben sich haben, der ganz von Jesus ergriffen ist (vgl. Phil 3,12). Er muss einen Menschen neben sich haben, der wie Paulus sagen kann: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden (Phil 3,8-9).

Eingliederung in die Kirche

Wer Jesus sagt, sagt auch Kirche. Denn Jesus selber hat die Kirche ins Dasein gerufen (vgl. Mt 16,18). Er liebt die Kirche und hat sich für sie hingegeben, um sie zu heiligen (vgl. Eph 5,25-26). Deshalb ist der Weg des Heils auch der Weg der Kirche. Jesus ja, Kirche nein! Das verträgt sich nicht. Das verträgt sich auch dann nicht, wenn das Antlitz der Kirche von vielen ihrer Söhne und Töchter entstellt wird. Dann erst recht müssen wir dafür besorgt sein, dass die Kirche heilig und makellos vor dem Herrn erscheint (vgl. Eph 5,27).

Empfang der Sakramente

Als Jesus die Kirche ins Dasein rief, hat er ihr ein geistliches Leben geschenkt. Dieses Leben entfaltet sich durch die Sakramente. Die sieben Sakramente sind eine Gabe unseres Herrn. Sie bewirken das Leben der Kirche. Sie bewirken dieses Leben, weil sie uns das Leben Jesu schenken, seine Gnade, seinen Geist, den Heiligen Geist. Sie entspringen seinem Opfertod. Sie fließen heraus aus dem Herzen des Gekreuzigten (vgl. Joh 19,34). So oft wir sie empfangen, werden wir entsühnt und geheiligt. Bei einer Konversion, ja bei jeder Glaubensunterweisung ist daher die gute Einführung ins sakramentale Leben der Kirche vorrangig.

Halten der Gebote

Wenn wir den Spuren Jesu folgen und uns seine Worte zu eigen machen, kommen wir an einem heiligen Leben nicht vorbei. Das heißt aber auch: Wir kommen an den Geboten Gottes nicht vorbei. Denn sie sind uns zur Heiligung gegeben. Sie sind der Schutz für die Heiligkeit. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben … Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein (Mt 5,17.19), sagt uns der Herr. Daher ist unser Leben ein ständiger Kampf gegen die Sünde. Denn Sünde ist Gesetzwidrigkeit (1 Joh 3,4) und richtet sich gegen Gottes Gebote. Wie bedeutend es aber ist, Gottes Gebote zu halten, sagt uns Jesus mit den Worten: Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote (Mt 19,17).

Hören auf die Kirche

Der Glaubende ist nie allein. Er findet, wie wir schon festgestellt haben, Heimat in der Kirche. Er findet Heimat in einer Gemeinschaft, welche sich, seit ihrer Gründung durch den Herrn, über Jahrhunderte entfaltet hat und uns durch reiche Erfahrung Hilfe und Sicherheit bietet. Deshalb ist es nicht nur notwendig, der Kirche anzugehören, sondern auch auf sie zu hören (vgl. Mt 18,17). Das bedeutet, auf jene zu hören, welche im Auftrag des Herrn die Verantwortung für die Gemeinschaft der Kirche tragen, vor allem auf den Papst und die Bischöfe. Diesbezüglich ist unser Herr sehr streng, da er seinen Jüngern sagt: Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat (Lk 10,16). Deshalb sind auch die Weisungen der Kirche für den Weg des Heils von Bedeutung. Dabei muss aber auch gesagt sein, dass Papst und Bischöfe der ganzen Überlieferung der Kirche verpflichtet sind und von der überlieferten Lehre nicht abweichen dürfen. Sie können nicht nach Belieben vorgehen.

Praktische Hinweise

Ich schließe diesen kurzen Überblick mit einigen praktischen Hinweisen für den Weg des Heils: Betet täglich, wenigstens am Morgen und am Abend. Besucht oft die heilige Messe, sicher jeden Sonntag. Betet viel den Herrn im Allerheiligsten Sakrament an. Empfehlt euch immer wieder der Mutter Gottes.

Nehmt gerne den Rosenkranz in die Hand. Erneuert euer Leben, erneuert die Gnade der Taufe regelmäßig durch die heilige Beichte. In meiner Jugendzeit wurde uns die Monatsbeichte zusammen mit der Monatskommunion empfohlen. Bereitet euch mit Eifer auf die jährliche Osterfeier vor. Meidet, wie es der Apostel sagt, die Unzucht und jede Sünde (vgl. 1 Kor 6,18). Haltet euren Leib heilig, da er ein Tempel des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 6,19) und ein Glied Christi ist (vgl. 1 Kor 6,15). Tut allen Menschen Gutes, besonders jenen, die uns nahestehen im Glauben (vgl. Gal 6,10).

Schlusswort

Ich begleite Euch gerne mit meinem bischöflichen Segen, werde es nicht unterlassen, immer für Euch zu beten und das heilige Opfer darzubringen, und ich empfehle Euch insbesondere unserer Lieben Frau von Chur.

Gelobt sei Jesus Christus!

Mit herzlichen Grüßen!

+ Vitus, Bischof von Chur

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Quelle

Madonna mit Heiligen , Chur, 1505 von Giovanni Bellini (1433-1516, Italy) | Kunst-Wiedergabe | WahooArt.com

Neujahrsansprache von Bischof Markus Büchel, St. Gallen

Neujahrsempfang 2019 – Ansprache von Bischof Markus Büchel

(es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrte Damen und Herren –

Vorallererst entbiete ich Ihnen allen meine herzlichen Glück- und Segenswünsche zum Neuen Jahr. Mögen Gesundheit, Glück und Gelingen Ihrer Unternehmen Sie begleiten und Ihnen Motivation sein für die gemeinsame Verantwortung, die wir in verschiedenen Positionen und Bereichen der Gesellschaft tragen. Was das Jahr 2019 bringen mag, wissen wir noch nicht – aber eines wissen wir: Wir brauchen einander! Dies möge uns allen mit dem traditionellen Jahresstart hier in den alten Klostergebäuden tief ins Herz geschrieben sein….

An diesem geistigen und geistlichen Ort pflegen wir eine «Kultur der Erinnerung». Heute fast magische Worte und zum Teil auch Worthülsen wie «Wurzeln» und «Werte» beginnen hier zu sprechen. Eine Kultur der Erinnerung will Impulse geben für die Gestaltung der Gegenwart. Sie macht dankbar für das Gelungene und lädt ein, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Sie eröffnet den Weg in die Zukunft, wenn wir bereit sind, ehrlich und sachlich die Realität zu sehen und blinde Flecken zu benennen.

Ein solches Erinnerungsspiel haben wir Kirchen im vergangenen Jahr mit dem Reformationsgedenken geübt – und ich darf sagen, bei uns war es eine gelungene Übung. Nicht nur, weil das Reformationsbier in allen Regionen guten Anklang fand, sondern vor allem, weil uns neu bewusst wurde, dass wir als christliche Kirchen nur noch gemeinsam eine Stimme in die Gesellschaft haben, die auch gehört und ernstgenommen wird. Dies fand in unseren Gemeinden und auch in Bistum und Kanton vielfältigen Ausdruck, was wiederum wie eine innerkirchliche Frischzellenkur wirkte. Kirche und Religion wurde auf verschiedenen Ebenen ein öffentliches Thema und brachte Themen aus einem Nischendasein wieder ins Zentrum, die für die Gestaltung des Zusammenlebens verschiedener Menschen, verschiedener Kulturen und Religionen von großer Bedeutung sind. Ich denke z.B. an die Achtung jedes Menschen, an den respektvollen Umgang miteinander, an echt verstandene Toleranz, an die Verankerung eines neuen Umwelt­ und Schöpfungsbewusstsein und an eine Dialogfähigkeit, in der Partner aufeinander hören und im Kontakt mit anderen zum eigenen Profil finden. Ich finde es großartig, wenn Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen zu gemeinsamem Engagement sich zusammentun in Herausforderungen, die alle betreffen. Als Beispiel dafür war es ein großes Zeichen im letzten Jahr, dass der Rat der Religionen in der Schweiz eine gemeinsame Botschaft zu Fragen der Migration und Flüchtlingsnot veröffentlichte. Wir alle sind gefordert, diese Anliegen in unseren je verschiedenen Verantwortungsbereichen uns zu eigen zu machen. In der zum Teil rauen Kultur eines zunehmenden Populismus keimen Antisemitismus und lslamophobie immer neu auf. Ich bin dankbar, dass unsere IDA-Woche im Kanton gut verwurzelt ist und im Respekt und Dialog unter allen Religionen einen wichtigen Beitrag leistet. Eine solche Kultur des Miteinanders in unserem Staat und in den Kantonen wünsche ich mir ganz besonders auch für die Politik im kommenden Wahljahr. Da spielen oft nicht Sachgeschäfte die erste Rolle, sondern vielmehr gegenseitige Profilierung – und dies oft auf Kosten gerade jener Schwächsten, die unsere Aufmerksamkeit am dringendsten nötig hätten – Flüchtlinge, Heimatlose, Arme, Menschen die keine Stimme und keine Lobby haben. Kirchen und Religionen können sich nicht davon dispensieren, gerade in diesen Fragen eine kritische Stimme zu erheben – auch mit der Gefahr, sich der kirchlich ungehörigen politischen Einmischung schuldig zu machen. Ich wünsche, dass wir zu einer guten Streitkultur finden, die auf Verständigung und gute Antworten aus ist und die sich nicht in gehässigen Scheindebatten genügt. Wäre ein Schlüssel und ein Weg dazu nicht im Wort, das unser Kanzler Claudius Luterbacher in die Einladungskarte geschrieben hat?… Im Wort, das Papst Franziskus zu Beginn der Jugendsynode im Oktober an die Jugendlichen gerichtet hat:

«Die Antworten müssen von allen kommen, aus unserer gemeinsamen Reflexion, aus unserer Diskussion, und vor allem müssen es Antworten sein, die ohne Angst gegeben werden.»

Geschätzte Damen und Herren, jetzt könnt ihr mir vorwerfen: Verwirklicht dies zuerst in Euren eigenen Reihen, bevor ihr uns Ratschläge erteilt…. Sie haben recht, auch die katholische Kirche mit ihrer 2000jährigen Tradition ist immer neu gefordert, an der Verwirklichung eines solchen Wortes zu arbeiten. Traditionen geben Sicherheit, Loslassen und sich neu orientieren ist oft mit Angst und scheinbarem Verlust – oder gar mit Verrat verbunden. Dazu kommt eine große Ungleichzeitigkeit der Entwicklungen in den verschiedenen Regionen und Kulturen. Papst Franziskus arbeitet hart an diesem Prozess – aber auch mit der Erfahrung von wachsendem Widerstand. Wer Veränderung nur als Verlust empfindet, tut sich schwer mit der heutigen Situation der Kirche in Welt und Gesellschaft.

Pastoralsoziologische Botschaften wie aus unserem Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI) sagen es uns seit Jahrzehnten mit einer Deutlichkeit: Wenn wir fragen, lebt oder stirbt die Kirche, dann helfen keine frommen Erwägungen. Es hilft nur die ehrliche Bestandsaufnahme. Ich danke dem SPI, dass ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen uns immer wieder in aller Deutlichkeit sagen: Der Entfremdungsvorgang zwischen kirchlichem Christentum und allgemeiner Lebenswelt ist rasant.

Es stirbt die zivilreligiöse Gestalt des kirchlichen Christentums – die Kirche verliert immer mehr Privilegien in Staat und Gesellschaft. Es stirbt das eurozentrische Christentum, es stirbt das konfessionalistische Christentum und wenn ich Schlagworte wie Hierarchisches Kirchenbild, Klerikalismus, kirchenmännerzentriertes Christentum noch erwähne, dann hören wir schnell, welchen Herausforderungen wir uns in unserer gesellschaftlichen Realität zu stellen haben.

Darauf nicht nur mit Verlustangst und Abwehr zu reagieren, bedarf eines großen Vertrauens in die Pfingstkraft, die über allem wirkt und aus Sterben Neues werden lässt. Gotthard Fuchs, ein deutscher Theologe, nennt dies «Vom Zauber des neuen Anfangs». Er hilft sich zur Deutung mit einem alten Kirchenbild – mit dem Bild vom Sterben und Auferstehen der Kirche im Rhythmus der Mondphasen. Wie der Mond in der Natur dazu da sei, das Licht der Sonne aufzunehmen und in die Nacht auszustrahlen, damit auch in der Nacht Orientierung möglich sei, so sei die Kirche in der Menschheit dazu da, das starke Licht des Evangeliums, die Botschaft von Gottes Liebe zu allen Menschen – aufzunehmen und in die Nacht der Menschheit hineinzustrahlen.

Ja – sind wir also in einer Leermondphase? Ich meine nicht – die Mondphasen überschneiden sich: Wir sind am Abnehmen und am Wachsen. Viele Projekte und Erfahrungen heutiger Entwicklungen machen uns Freude, sind auf Zukunft und Neuwerden ausgerichtet  und schenken Hoffnung. Ich bin aber froh für dieses archetypische Symbol der «lunearen Kirche». Sie kann uns helfen, die gegenwärtige Stunde unerbittlich klar, aber im lichte des Osterglaubens zu sehen.

Denselben Impuls gewinnen wir auch, wenn wir  im 2019 auf die Jahrhunderte seit der Ankunft des Heiligen Otmar zurückschauen. Im Auf und Ab der Geschichte erkennen wir, dass aus Sterben und auch aus Verirrungen immer wieder Neues geworden ist, dass die Leuchtkraft der Kirche und des Glaubens aber dort abnahm, wo sie sich der Sonne, dem Licht des Osterglaubens, abwandte. Ich freue mich, wenn das Neue Jahr uns auf diesem Weg mit vielen guten Erfahrungen bestärkt.

Lassen Sie mich schließen mit einer kurzen geschichtlichen Reminiszenz:

Als 1564 die Abtsbenediktion von Otmar Kunz anstand, hat das Kloster diese auf den 16. Oktober, den Gallustag, angesetzt. Dies aber wahrscheinlich kaum nur aus geistlichen Gründen – denn der 16. Oktober war in der reformierten Stadt großer Markttag. So ließen sie gegenseitig die Muskeln spielen – die Stadt sagte kurzerhand den Markt ab und verschloss am Vorabend alle Stadttore, ohne sie am Feiertag wieder zu öffnen – damit war auch der Zugang zur Weihefeierlichkeit gesperrt…. Dies wiederum förderte das Projekt einer Schiedmauer und den Bau eines eigenen Tors als Zugang zum Kloster – die Geburtsstunde des Karlstors. Darauf sind wir heute stolz – die Mauer ist gefallen und beide Seiten sind zu einem vernünftigen Nebeneinander gekommen. Dies aber nicht erst nach der Aufhebung des Klosters. Aus der Zeit des Abtes Coelestin Gugger von Staudach, 200 Jahre später, ist verbürgt, dass die Stadt den Abt und auch den Bischof von Konstanz zu einem gemeinsamen Festmahl eingeladen hat – à la française, mit den feinsten und erlesensten Speisen. Da kann ich heute mit meiner Einladung nicht mithalten – aber eines ist heute wie damals klar: Gutes Miteinander gelingt nur durch offene Begegnungen – immer wieder unter dem Motto: «Wir brauchen einander».

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KARDINAL MÜLLER: PRIESTER SIND VERPFLICHTET, BISCHÖFEN ZU WIDERSTEHEN, DIE PROTESTANTEN ZUR KOMMUNION ZULASSEN WOLLEN

Er sagt, sie gehorchten denjenigen Prälaten zurecht nicht, die eine offene Kommunion anordnen.

ROM ( ChurchMilitant.com ) – Kardinal Gerhard Müller spricht sich gegen Bischöfe aus, die ihren Priestern befehlen, Protestanten zur Kommunion zuzulassen.

Müller, ehemaliger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, betonte, dass Kleriker verpflichtet seien, solche Anordnungen abzulehnen, und sagte, dass sie Bischöfen „zu Recht nicht gehorchen“, die solche Handlungen anordnen.

Die Aussagen des Kardinals folgen auf eine verfehlte Äußerung des deutschen Bischofs Felix Genn, Leiter der Diözese Münster. Am 20. November veröffentlichte Genn einen pastoralen Leitfaden mit neuen Richtlinien, die von den deutschen Bischöfen anfangs dieses Jahres eingeführt wurden und den protestantischen Ehepartnern der Katholiken die Tür zur Kommunion öffnen. Im Münsterführer stimmte Bischof Genn den neuen Richtlinien zu und sagte: „Als pastorale Verwalter haben wir nicht das Recht, den Zugang zur Eucharistie zu erlauben oder zu verweigern. Es ist strikt unvereinbar, die heilige Kommunion zu verweigern.“

In einer Erklärung, die LifeSiteNews bereitgestellt wurde, warnte Kardinal Müller, dass jeder Prälat, der die Häresie propagiert, seine eigene Autorität untergräbt: „Die Bischöfe würden ihre Autorität untergraben, wenn sie Gehorsam gegenüber Verstößen gegen das natürliche Sittengesetz und falsche Lehren in Doktrinär- und Moralfragen fordern“, sagte Müller. In solchen Fällen fügte er hinzu: „ist jeder Katholik, und besonders jeder Pfarrer, – wie der heilige Paulus gegenüber dem heiligen Petrus – verpflichtet, ihm ins Angesicht zu widersprechen, weil er beschuldigt werden musste.“

Kardinal Müller bekräftigte, dass kein Priester einer Anordnung zur Annahme von Protestanten oder anderen Nichtkatholiken zur Heiligen Kommunion gehorchen muss. Stattdessen, so Müller, sei es seine Pflicht, „die Sakramentalität der Kirche“ nicht zu verletzen.

„Offensichtlich verlangte der ehemalige Erzbischof von Washington, McCarrick, von Seminaristen und Priestern unmoralische Handlungen, indem er seine Macht missbrauchte, um Menschen zu belohnen oder zu bestrafen“, bemerkte Müller. „Es wäre genauso schlimm, wenn ein Bischof durch Berufung auf ‚religiösen Gehorsam‘, den ihm die Priester und Gläubigen seiner Diözese schulden, eine von der Wahrheit der Evangelien abweichende Verkündigung und Seelsorge von ihnen fordern würde.“

Die heilige Kommunion kann nur von einem getauften Christen, der in vollem Umfang mit der katholischen Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis (= Lehre), ihren Sakramenten, dem Papst und den Bischöfen steht, würdig empfangen werden.

„Einige Bischöfe sind liberal“, stellte der Kardinal fest, „das heißt, in der Doktrin nachsichtig und gleichgültig, ja nahezu relativistisch, während sie gleichzeitig hyperautoritär gegen orthodoxe Katholiken vorgehen und nur Drohungen umsetzen und Strafen verfügen können.“

Kardinal Müller führte diese Abweichung von der Doktrin auf die „Säkularisierung der Kirche“ zurück, ein Prozess, bei dem die Opfer vor dem Eingriff in die Häresie geblendet werden und ihre Fähigkeit, den Glauben zu verteidigen untergraben wird. Er bekräftigte, dass „die heilige Kommunion nur von einem getauften Christen, der in vollem Umfang mit der katholischen Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis (= Lehre), ihren Sakramenten, dem Papst und den Bischöfen steht, würdig empfangen werden kann.“

Bischof Felix Glenn, Bistum Münster

„Die deutschen Bischöfe“, fuhr Müller fort, „mit ihrer in theologisch mangelhafte Weise aufgearbeiteten Handreichung über die Kommunion für protestantische Ehepartner – überschritten damit eindeutig ihre Amtskompetenz, wie die Kongregation für den Glauben mit Zustimmung von Papst Franziskus feststellte .“

„Es kann nicht dem Gewissen des katholischen Gläubigen oder nicht-katholischen Christen überlassen werden, ob er/sie die heilige Kommunion im katholischen Sinne empfangen möchte“, fügte er hinzu, „oder der heiligen Kommunion eine lutherische oder humanistische Bedeutung gibt (das heißt das, was ein Gemeinschaftsgefühl fördert).“

Ein Priester, betonte der Kardinal, „ist nicht durch das göttliche Gesetz verpflichtet, die heilige Kommunion einem Nichtkatholiken darzureichen, und er kann jedenfalls nicht an eine bischöfliche Ordnung gebunden sein – rein nach kirchlichem Recht –, eine Tat zu begehen, die gegen die Sakramentalität der Kirche verstößt und sie verschleiert. “

„Ein Bischof, der Priester bestraft, die in diesem Fall zu Recht ungehorsam sind“, fügte er hinzu, „missbraucht dadurch seine apostolische Autorität auf schwerwiegende Weise und muss sich vor einem höheren kirchlichen Gericht des Papstes dafür verantworten.“

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Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

Siehe auch:

Bischof Rudolf Voderholzer zum Tod von Robert Spaemann

Robert Spaemann mit Bischof Rudolf Voderholzer bei einer Begegnung in Regensburg.

Prof. Dr. Robert Spaemann, einer der führenden katholischen Philosophen im deutschsprachigen Raum, ist tot. Er starb am Montag mit 91 Jahren in seinem Haus in Stuttgart.

Dazu Bischof Dr. Rudolf Voderholzer: „Der bedeutendste katholische Philosoph unserer Zeit. Sein Wort hatte Gewicht und fand Gehör in der Welt. Seine glasklaren Analysen und sein unbestechliches Urteil waren ein Kompass in stürmischen und unübersichtlichen Debatten. Der Begründung der Würde des Menschen als Person und deren Schutz vor allen Funktionalismen und Totalitarismen von rechts wie links widmete er sich mit intellektueller Leidenschaft. Seine frühen Warnungen vor den unabsehbaren Folgen der Nutzung der Kernenergie und seine unwiderlegbare Argumentation für den Lebensschutz in der Abtreibungsfrage sind ebenso wertvoll wie seine Gedanken zur Gottesrede nach Nietzsche. Ein großer Zeuge für die Vereinbarkeit von Glaube und Vernunft! Gott der Herr, auf den er seine Hoffnung gesetzt hat, vergelte ihm seinen Dienst in der Wahrheitssuche und führe ihn nun vom Glauben zum Schauen.“

Lesen Sie hier einen Beitrag von Prof. Dr. Robert Spaemann über ein Sterben in Würde, den er 2015 der Presseabteilung im Bistum Regensburg zur Verfügung gestellt hatte.

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Quelle

Das Schisma ist in greifbarer Nähe

Bischof Dr. Franz Jung

09 Juli 2018, 12:00 — Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht.

Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Wer in den vergangenen Tagen die Webseite der Diözese Würzburg aufrief, fand unter diesem Link folgendes: »In den kommenden Monaten werde in den diözesanen Gremien intensiv über die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert werden. (sagte der Bischof in seiner Predigt. Anm. PW) „Aber heute ergeht die herzliche Einladung an alle gemischtkonfessionellen Paare, zum Tisch des Herrn hinzuzutreten.“«

Das ist nicht etwa von einem vorlauten Volontär der Pressestelle in die Welt gesetzt und schleunigst wieder entfernt worden. Im Gegenteil! Das ist der offizielle Bericht der Pressestelle des Bistums Würzburg über Messen, zu denen besonders Ehepaare zu ihren 50-,60, und höheren Jubiläen eingeladen waren. Der Bischof von Würzburg hatte in den Messen langjährige gemischtkonfessionelle Paare ohne jegliche Vorbedingung zur Kommunion eingeladen.

Hier war die Kommunion also eine Belohnung zu einem besonderen Anlass, nämlich einer lange währenden Ehe. Das ist insofern befremdlich, da das Kirchenrecht immer noch sehr klar regelt, dass katholische Spender die Sakramente gültig nur katholischen Empfängern spenden. Selbst die hochumstrittene Orientierungshilfe der DBK zieht keine bedingungslose Interkommunion als Belohnung als Möglichkeit in Betracht. Vielmehr geht es dort um die Abhilfe bei einer geistlichen Notlage. Auch dieser Aspekt ist keinesfalls so klar umrissen, wie es uns die derzeitige Interkommunionpropaganda einiger deutscher Bischöfe einreden will.

Noch immer steht ein valides Urteil aus Rom aus, ob ein Bischof im Falle einer gemischtkonfessionellen Ehe eine solche Notlage überhaupt feststellen kann. Da gibt es Klärungsbedarf. Insofern befremdet nicht nur die ertrotzte Veröffentlichung der sogenannten Orientierungshilfe, sondern auch das unreflektierte Vorpreschen einiger Bischöfe. Ein Faszinosum erster Güte ist, dass der Bischof von Würzburg nach seinen eigenen Worten gar nicht mehr vor hat, in der Causa überhaupt noch mit den zuständigen Stellen (z.B. dem Rat für die Auslegung der Gesetzestexte) in Rom zu sprechen. Er will nur noch mit den Gremien in seinem Bistum sprechen. Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht. Ergänzend darf gefragt werden, ob er angesichts dieser platten Einladung überhaupt das Eucharistieverständnis der Kirche (noch) teilt.

Diese Fragen gilt es unbedingt um der Wahrheit willen zu beantworten. Es geht nicht darum, den Skandal um des Skandales willen zu suchen. Es darf an dieser Stelle auch nicht zugelassen werden, dass die in der Sache durchaus verständlichen Emotionen – gleich ob pro oder kontra – den Diskurs überlagern.

Das vorliegende Skandalon ist ein Ärgernis aus sich heraus. Es geht hier nicht um eine Kleinigkeit. Es geht nicht einfach um eine „pastorale Lösung“. Es geht um den Glauben an die Eucharistie und damit um den Kern unseres katholischen Glaubens.

Die Frage, die zu beantworten ist, ist mit einem Wort gesagt: ob ein Schisma schon vorliegt.

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Quelle