Pius XII.: Zur Seligsprechung fehlt nur noch das Wunder

Papst Pius XII. auf einem historischen Foto

Für die Seligsprechung von Pius XII. gibt es noch kein Wunder, das auf die Fürsprache des 1958 verstorbenen Papstes zurückgeht. Das sagte Erzbischof Marcello Bartolucci, Sekretär der Kongregation für die Heiligsprechungen, zum 60. Todestag von Eugenio Pacelli.

Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ berichtete über ein Referat des Kurienprälaten in Onano, wo der junge Pacelli, der aus adliger römischer Familie stammte, seine Sommer verbrachte. Bartolucci überbrachte bei der Gedenkstunde auch ein Telegramm aus dem Vatikan, in dem Papst Franziskus seinen Vorgänger Pius XII. als „aufrichtigen Freund der Menschheit und  treuen Diener des Evangeliums“ würdigte, „zu dessen Werte er die Menschen guten Willens unablässig aufrief“.

Franziskus würdigt Pius XII. als „aufrichtigen Freund der Menschheit“

Pius XII. leitete die Kirche 1939 bis 1958. Anschuldigungen, der Papst habe zum Holocaust geschwiegen und sei dem Schicksal des jüdischen Volkes gegenüber gleichgültig geblieben, bezeichnete der Kurienerzbischof als Folge einer „Verleumdungskampagne“. Die Zeugen im Seligsprechungsprozess hätten sich davon nicht beeinflussen lassen. Heute neige die Geschichtsschreibung wieder zu mehr Neutralität.

Bisher ist es noch nicht zu einer kirchlichen Untersuchung eines vermeintlichen Wunders in der Causa gekommen, so Bartolucci. Die Verzögerung bedeute aber nicht, dass „die Heiligkeit von Pius XII. eine schwache Heiligkeit“ sei, versicherte der Erzbischof: „In Selig- und Heiligsprechungen stimmen die Zeiten Gottes nicht immer mit unseren Zeiten überein“. Was man tun könne, um die Seligsprechung des Papstes zu beschleunigen, sei, ihn in konkreten Notlagen um Fürsprache anzurufen, etwa angesichts einer Erkrankung.

Damit die Kirche einen vorbildlichen Glaubenszeugen seligsprechen kann, braucht es zwingend ein Wunder, das sich auf die posthume Fürsprache des Kandidaten oder der Kandidatin zurückführen lässt. Zur Heiligsprechung bedarf es eines zweiten Wunders, das sich wiederum nach der Seligsprechung zugetragen haben muss.

(or / vatican news – gs)

_______

Quelle

Heroischer Tugendgrad für den „Cyber-Apostel der Eucharistie“

Carlo Acutis — Papst unterzeichnet Dekret über heroischen Tugenden Foto: Miracolieucaristici.org

Von María Ximena Rondón

VATIKANSTADT , 06 July, 2018 / 7:10 AM (CNA Deutsch).-

Papst Franziskus hat am gestrigen Donnerstag das Dekret unterzeichnet, in dem die heroischen Tugenden von Carlo Acutis anerkannt werden, einem Jugendlichen, der seine Krankheit für die Kirche aufopferte und seine Leidenschaft für Informatik nutzte, um zu evangelisieren und die Liebe zur Eucharistie zu verbreiten.

Der Heilige Vater empfing am 5. Juli im Vatikan den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Angelo Amato, und unterzeichnete die Dekrete, die vier Diener Gottes für ehrwürdig erklären; dazu gehörte auch Carlo Acutis.

Carlo Acutis wurde am 3. Mai 1991 in London geboren. Dort lebte seine Familie aus beruflichen Gründen. Später zog sie nach Mailand.

Mit sieben Jahren empfing er die Erstkommunion und von da an war sein Leben geprägt von einer tiefen Liebe zur Eucharistie, die er seine „Autobahn zum Himmel“ nannte.

Er nahm jeden Tag an der Heiligen Messe teil und betete auch den Rosenkranz, angespornt von seiner Liebe zur allerseligsten Jungfrau Maria, die er als seine Vertraute betrachtete.

Ebenso erteilte er Katechismusunterricht und half den Bedürftigen.
Sein intensives geistliches Leben führte ihn dazu etwas zu schaffen, das einige den „Bausatz zum Heiligwerden“ nennen. Er besteht aus der Heiligen Messe, der Kommunion, dem Rosenkranz, der täglichen Bibellesung, der Beichte und dem Dienst an den anderen.

Eine Biographie enthält Worte, die er zu diesen seinen Idealen gesagt hatte. Unter andere: „Unser Ziel muss das Unendliche sein, nicht das Endliche. Die Ewigkeit ist unsere Heimat. Seit jeher wartet der Himmel auf uns.“

Acutis entwickelte schon von klein auf sein Talent für die Informatik und wurde von den Erwachsenen, die ihn kannten, als ein Genie auf diesem Gebiet angesehen.

So verband er sein Faible für die Informatik mit seinem apostolischen Eifer und erstellte Computerpräsentationen zu Themen des Glaubens. Eine der herausragendsten handelt von eucharistischen Wundern in der ganzen Welt. Er hat sie im Alter von 14 Jahren angefertigt.

Als er erfuhr, dass er Leukämie hatte, opferte er seine Leiden für den Papst und die katholische Kirche auf. Er starb mit 15 Jahren, am 12. Oktober 2006, dem Fest der Virgen del Pilar (Unsere Lieben Frau auf dem Pfeiler).

Die Website „Famiglia Cristiana“ berichtete, dass der Jugendliche, noch bevor er wusste, dass er krank war, ein Video aufgenommen hatte, in dem er erklärte, er würde gerne in Assisi begraben werden, wenn er sterbe. Dort ruhen jetzt seine leiblichen Überreste.

Im Jahr 2007 veröffentlichte ein Journalist der vatikanischen Zeitung L’Osservatore Romano, Nicola Gori, ein Buch unter dem Titel „Die Eucharistie. Meine Autobahn in den Himmel: Eine Biographie von Carlo Acutis“ und 2016 präsentierte er einen weiteren Text: „Ein Informatikgenie im Himmel: Biographie von Carlo Acutis“.

Die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses wurde am 15. Februar 2013 eröffnet und am 24. November 2016 beendet. Sie wurde von der Diözese Mailand durchgeführt. Jetzt geht der Prozess im Vatikan weiter.

Die Liste der Eucharistischen Wunder des Dieners Gottes ist auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Mehr zu Carlo Acutis auf seiner Website

_______

Quelle

Johannes Paul II.: Fatima, Jacinta und Francisco, die Botschaft ihres Lebens

Francisco und Jacinta

APOSTOLISCHE REISE NACH FATIMA
SELIGSPRECHUNG DER HIRTENKINDER JACINTA UND FRANCISCO

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.

Samstag, 13. Mai 2000

1. »Ich preise dich, Vater, […] weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast« (Mt 11,25).

Mit diesen Worten, liebe Brüder und Schwestern, lobt Jesus den Vater im Himmel für seine Pläne; er weiß, daß niemand zu ihm kommen kann, wenn ihn nicht der Vater zu ihm hinführt (vgl. Joh 6,44); und daher lobt er diesen Plan und stimmt ihm in Kindeshaltung zu: »Ja, Vater, so hat es dir gefallen« (Mt 11,26). Es hat dir gefallen, das Himmelreich den Unmündigen zu öffnen.

Nach dem göttlichen Plan ist »eine Frau, mit der Sonne bekleidet« (Offb 12,1), vom Himmel auf diese Erde herabgekommen, um die vom Vater bevorzugten Unmündigen aufzusuchen. Sie spricht mit der Stimme und dem Herzen einer Mutter zu ihnen: Sie lädt sie ein, sich als Sühneopfer darzubringen, und erklärt sich bereit, sie sicher vor Gott zu führen. Und siehe, sie sehen ein Licht von ihren Mutterhänden ausgehen, das sie bis ins Innerste durchdringt, so daß sie sich in Gott eingetaucht fühlen – wie wenn jemand sich im Spiegel betrachtet, so beschreiben sie es.

Später erklärte Francisco, einer der drei Bevorzugten: »Wir brannten in jenem Licht, das Gott ist, aber wir verbrannten nicht. Wie ist Gott? Das kann man nicht sagen. Ja, das ist etwas, das wir Menschen nicht sagen können.« Gott: ein Licht, das brennt, aber nicht verbrennt. Dieselbe Wahrnehmung hatte Mose, als er Gott im brennenden Dornbusch sah; dabei sprach Gott zu ihm, besorgt über die Knechtschaft seines Volkes und entschlossen, es durch seine Hand zu befreien: »Ich werde mit dir sein« (vgl. Ex 3,2–12). Alle, die diese göttliche Gegenwart in sich aufnehmen, werden zur Wohnstatt und folglich zum »brennenden Dornbusch« des Allerhöchsten.

2. Was den sel. Francisco am meisten wunderte und ganz in Ansprach nahm, war Gott in jenem immensen Licht, das sie alle drei bis in ihr Innerstes durchdrungen hatte. Nur ihm jedoch zeigte sich Gott »so traurig«, wie er es ausdrückte. Eines Nachts hörte sein Vater ihn schluchzen und fragte ihn, warum er weinte; der Sohn antwortete: »Ich dachte an Jesus, der so traurig ist wegen der Sünden, die gegen ihn begangen werden.« Ein einziger – für die Denkart der Kinder so bezeichnender – Wunsch bewegt von nun an Francisco, und es ist der, »Jesus zu trösten und froh zu machen«.

In seinem Leben bringt er eine Wandlung zuwege, die man als radikal bezeichnen könnte; eine Wandlung, wie sie für Kinder seines Alters sicher nicht alltäglich ist. Er gibt sich einem intensiven geistlichen Leben hin, das sich in eifrigem und inbrünstigem Gebet niederschlägt, so daß er zu einer wahren Form mystischer Vereinigung mit dem Herrn gelangt. Und gerade das bringt ihn zu einer fortschreitenden Läuterung des Geistes durch vielerlei Verzicht auf Angenehmes, selbst unschuldige Kinderspiele.

Francisco ertrug die großen Leiden, welche die Krankheit verursachte, die zu seinem Tod führte, ohne jede Klage. Alles schien ihm wenig, um Jesus zu trösten; er starb mit einem Lächeln auf seinen Lippen. Groß war in dem kleinen Jungen der Wunsch, Sühne zu leisten für die Beleidigungen der Sünder; und so strengte er sich an, gut zu sein, und opferte Verzicht und Gebete auf. Und Jacinta, seine fast zwei Jahre jüngere Schwester, lebte von denselben Gefühlen getragen.

3. »Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot« (Offb 12,3).

Diese Worte aus der ersten Lesung der Messe lassen uns an den großen Kampf denken, der zwischen Gut und Böse stattfindet, wobei wir feststellen können, daß der Mensch, wenn er Gott auf die Seite schiebt, nicht zum Glück gelangen kann, ja letzten Endes sich selbst zerstört.

Wie viele Opfer während des letzten Jahrhunderts des zweiten Jahrtausends! Es kommen einem die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs und vieler anderer Kriege in so vielen Teilen der Welt in den Sinn, die Konzentrations- und Vernichtungslager, die Gulags, die ethnischen Säuberungen und die Verfolgungen, der Terrorismus, die Entführung von Menschen, die Drogen, die Angriffe gegen die Ungeborenen und die Familie.

Die Botschaft von Fatima ist ein Aufruf zur Umkehr, eine Warnung an die Menschheit, nicht das Spiel des »Drachens« mitzuspielen, der mit seinem Schwanz »ein Drittel der Sterne vom Himmel [fegte]« und »sie auf die Erde herab[warf]« (Offb 12,4). Das letzte Ziel des Menschen ist der Himmel, seine wahre Wohnung, wo der himmlische Vater in seiner barmherzigen Liebe auf alle wartet.

Gott will, das niemand verloren geht; deshalb hat er vor zweitausend Jahren seinen Sohn auf die Erde gesandt, »um zu suchen und zu retten, was verloren ist« (Lk 19,10). Und er hat uns gerettet durch seinen Tod am Kreuz; niemand bringe das Kreuz um seine Kraft! Jesus ist gestorben und auferstanden, um »der Erstgeborene von vielen Brüdern« (Röm 8,29) zu sein.

In ihrer mütterlichen Fürsorge ist die Heiligste Jungfrau hierher, nach Fatima, gekommen, um die Menschen aufzufordern, daß sie »Gott, unseren Herrn, nicht mehr beleidigen, der schon so viel beleidigt wird«. Der Schmerz der Mutter veranlaßt sie, zu sprechen; auf dem Spiel steht das Schicksal ihrer Kinder. Deshalb sagt sie zu den Hirtenkindern: »Betet, betet viel, und bringt Opfer für die Sünder; denn viele Seelen kommen in die Hölle, weil niemand da ist, der sich für sie opfert und für sie betet.«

4. Die kleine Jacinta fühlte und lebte diese Sorge der Muttergottes als ihre eigene, und sie brachte sich heldenmütig als Opfer für die Sünder dar. Eines Tages – sie und Francisco waren bereits erkrankt und gezwungen, im Bett zu liegen – kam die Jungfrau Maria, sie zu Hause zu besuchen, wie Jacinta berichtet: »Die Muttergottes kam uns besuchen und sagte, daß sie sehr bald Francisco mit sich in den Himmel nehmen werde. Und mich fragte sie, ob ich noch mehr Sünder bekehren wollte. Ich sagte ihr: Ja.« Und als für Francisco der Augenblick des Abschiednehmens gekommen ist, trägt Jacinta ihm auf: »Bringe unserem Herrn und unserer Herrin viele Grüße von mir, und sage ihnen, daß ich alles leide, was sie verlangen, um die Sünder zu bekehren.« Die Schau der Hölle bei der Erscheinung vom 13. Juli hatte in Jacinta einen solchen Eindruck hinterlassen, daß keine Abtötung und Buße zuviel war, um die Sünder zu retten.

Zu Recht könnte Jacinta mit Paulus ausrufen: »Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt« (Kol 1,24). Vergangenen Sonntag haben wir beim Kolosseum in Rom das Gedächtnis der vielen Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts begangen und anhand bedeutsamer Zeugnisse, die sie uns hinterlassen haben, der Peinigungen gedacht, die sie erlitten. Eine unzählbare Schar mutiger Glaubenszeugen hat uns ein kostbares Erbe vermacht, das im dritten Jahrtausend lebendig erhalten werden muß. Hier in Fatima, wo diese Zeiten der Drangsal angekündigt worden sind und die Muttergottes zu Gebet und Buße aufforderte, um sie abzukürzen, will ich heute dem Himmel Dank sagen für die Kraft des Zeugnisses, die sich in all diesen Lebensgeschichten erwiesen hat. Und noch einmal möchte ich die Güte des Herrn mir gegenüber erwähnen, als ich, hart getroffen, an jenem 13. Mai 1981 vom Tode errettet wurde. Meine Dankbarkeit gilt auch der sel. Jacinta für die Opfer und Gebete, die sie für den Heiligen Vater darbrachte, den sie so sehr hat leiden sehen.

5. »Ich preise dich, Vater, weil du all das den Unmündigen offenbart hast.« Der Lobpreis Jesu nimmt heute die feierliche Form der Seligsprechung der Hirtenkinder Francisco und Jacinta an. Die Kirche will mit diesem Ritus diese zwei Kerzen auf den Leuchter stellen, die Gott entzündet hat, um die Menschheit in ihren dunklen und sorgenvollen Stunden zu erleuchten. Sie mögen leuchten über dem Weg dieser riesigen Menge von Pilgern und all denen, die über Radio und Fernsehen mit uns verbunden sind. Sie mögen ein freundliches Licht sein, um ganz Portugal, und in besonderer Weise diese Diözese Leiria-Fatima, zu erleuchten.

Ich danke Bischof Serafim, Diözesanbischof dieser berühmten Teilkirche, für seine Willkommensworte, und mit großer Freude grüße ich den ganzen portugiesischen Episkopat und seine Diözesen, die ich sehr liebe und auffordere, ihre Heiligen nachzuahmen. Einen brüderlichen Gruß den anwesenden Kardinälen und Bischöfen mit besonderer Erwähnung der Hirten von Gemeinschaften portugiesischsprechender Länder: Die Jungfrau Maria möge die Aussöhnung des angolanischen Volkes erwirken; sie möge den Überschwemmungsopfern in Mosambik Trost bringen; sie möge wachen über dem Weg von Timor Lorosae [Ost-Timor], Guinea-Bissau, Kapverden, São Tomé und Príncipe; sie bewahre in der Einheit des Glaubens ihre Söhne und Töchter in Brasilien.

Mit ehrerbietiger Hochachtung grüße ich den Herrn Staatspräsidenten und die anderen Vertreter der Behörden, die an dieser Feier haben teilnehmen wollen, und möchte bei dieser Gelegenheit in der Person des Regierungschefs allen für ihre Mitarbeit am guten Gelingen meiner Pilgerreise danken. Ein herzlicher Gruß und besonderer Segen gehen an die Pfarre und Stadt Fatima, die sich heute über ihre zur Ehre der Altäre erhobenen Kinder freuen.

6. Mein letztes Wort gilt den Kindern: Liebe Jungen und Mädchen, ich sehe viele von euch wie Francisco und Jacinta gekleidet. Das steht euch sehr gut! Aber früher oder später werdet ihr diese Kleider ablegen und … dann verschwinden die Hirtenkinder. Meint ihr nicht, daß sie nicht verschwinden sollten?! In der Tat braucht die Muttergottes euch alle sehr, um Jesus zu trösten, der traurig ist über die Dummheiten, die begangen werden; sie braucht eure Gebete und Opfer für die Sünder.

Bittet eure Eltern und Erzieher, daß sie euch in die »Schule« der Muttergottes schicken, damit sie euch lehre, wie die Hirtenkinder zu sein, die alles zu tun bestrebt waren, was sie von ihnen verlangte. Ich sage euch: »In kurzer Zeit der Unterwürfigkeit unter Maria und der Abhängigkeit von ihr macht man größere Fortschritte als in langen Jahren des Eigenwillens und Selbstvertrauens « (Ludwig Maria Grignion de Montfort, Abhandlung über die vollkommene Andacht zu Maria, Freiburg/Schweiz 1925, Nr. 155). Auf diese Weise wurden die Hirtenkinder schnell heilig. Eine Frau, die Jacinta in Lissabon bei sich aufgenommen hatte und die guten und weisen Ratschläge hörte, die das Mädchen gab, fragte sie, wer sie das gelehrt hatte. »Das war die Muttergottes «, antwortete sie. Indem sie sich mit völliger Ergebenheit von einer so guten Lehrerin anleiten ließen, haben Jacinta und Francisco in kurzer Zeit die Gipfel der Vollkommenheit erreicht.

7. »Ich preise dich, Vater, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.«

Ich preise dich, Vater, für alle deine Unmündigen, angefangen bei der Jungfrau Maria, deiner demütigen Magd, bis hin zu den Hirtenkindern Francisco und Jacinta.

Möge die Botschaft ihres Lebens stets lebendig bleiben, um den Weg der Menschheit zu erleuchten!

_______

Quelle

 

Spanien: 115 Opfer des Bürgerkriegs selig gesprochen

Valle de los Caídos bei Madrid: Hier sind über 30.000 Opfer des Bürgerkriegs begraben

115 neue Selige auf einen Streich: Ein Vatikan-Kardinal hat am Samstag 115 Opfer des Spanischen Bürgerkriegs ins Buch der Seligen eingetragen. Dazu war Angelo Amato, der Präfekt der Heiligen-Kongregation, extra nach Almería gereist. Die neuen Seligen sind Priester und Laien, Männer und Frauen – was sie verbindet, ist die Tatsache, dass sie 1936 um ihres Glaubens willen gefoltert und getötet wurden. Und dass sie, Zeugenaussagen zufolge, ihren Mördern vergeben haben.

„In diesen Jahren hat sich in Spanien der Hass gegen die Kirche, ihre Diener und ihre Gläubigen, entfesselt“, sagt uns Kardinal Amato in einem Interview. „Eine große Verfolgung, die Tausende von Menschen das Leben kostete, nur weil sie Katholiken waren. Alle Bistümer Spaniens haben damals ihren Blutzoll entrichtet. Jetzt hat Papst Franziskus die Seligsprechung von 115 Märtyrern aus dem Bistum Almería verfügt. Wir erinnern an sie, um dieses Erbe des Gehorsams zu Gott nicht unbeachtet links liegen zu lassen. Wir erinnern an sie auch, um zu betonen, dass das Christentum die Religion des Lebens ist und jeder Art von Gewalt eine Absage erteilt.“

In Spanien heute an den Bürgerkrieg zu erinnern, ist ganz schön heikel, immer noch. Denn nach dem Tod des Diktators Francisco Franco im November 1975 hat es keine richtige Aufarbeitung der blutigen dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gegeben, um das zarte Pflänzchen der spanischen Demokratie nicht zu gefährden. Bis heute ist das Thema nahezu Tabu; werden Massengräber von Hingerichteten des Bürgerkriegs freigelegt, kochen die Emotionen hoch.

Wer sind die neuen Seligen? Amato nennt einen für alle: Don José Álvarez- Benavides de la Torre, Dekan der Kathedrale von Almería. „Die Zeugen sagen, dass er eine Ausnahme-Persönlichkeit war. Er wurde 1936 festgenommen und zunächst auf einem Schiff festgehalten, auf dem Eisen transportiert wurde. Seine Kleider und die der anderen Verhafteten waren schwarz wie Kohle, es war Sommer, es war unerträglich heiß auf dem Schiff. Trotzdem hat Don José bei seinen Mitgefangenen für ein Klima der inneren Sammlung und des Gebets gesorgt. Er wurde wiederholt grausam gefoltert und aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören, dem hat er sich bis zum Schluß wiedersetzt. Da haben sie ihn erschossen, während er seinen Henkern vergab.“

Das macht man als Vatikan-Kardinal so, dass man erst mal von einem heldenhaften Kleriker erzählt. Aber unter den neuen Seligen sind auch viele Laien, fährt Amato fort. „Da kann ich zum Beispiel Herrn Luis Belda y Soriano de Montoya nennen: 34 Jahre alt, Mitglied der Katholischen Aktion, Rechtsanwalt. Ein frommer Mann, der immer versuchte, den Bedürftigen zu helfen, die sich an ihn wandten. Er ging jeden Tag zur heiligen Messe, besuchte Kranke, hielt Vorträge über das Thema Familie und Erziehung, über den Schutz der Ungeborenen. Dieser Mann hat sich freiwillig den Milizen gestellt, damit seine Familie ungeschoren davonkommen konnte. Der einzige Grund, warum er in Haft kam, bestand in seinem Katholischsein. Seine letzten Worte waren die, die er vor der Erschießung seiner Frau vom Schiff aus zurief: „Ich vergebe allen, die mich beleidigt haben, und allen, die mir Böses tun.“ Man fand seine Leiche im Meer schaukelnd, nahe am Strand.“

Auch Frauen sind unter den neuen Seligen – etwa die 49-jährige Carmen Godoy Calvache. Eine Frau, die ihr Geld oft daransetzte, dass arme Leute ihre Kinder zum Arzt schicken konnten. „Als die Verfolgung losging, verlor sie ihr ganzes Geld: Die Milizen räumten sogar ihre Bankkonten leer und besetzten ihr Haus. Sie wurde verhaftet und misshandelt; die Milizen machten sich einen Spaß daraus, sie hungern und dürsten zu lassen. Man hat sie mit Messerstichen verletzt und beinahe im Meer ertränkt. An Silvester 1936 wurde sie an ihrer Brust verstümmelt und dann lebendig begraben. In der Hafenkneipe besoffen sich derweil ihre Peiniger und rühmten sich all der Folterungen, die sie dem armen Opfer zugefügt hatten.“

Schreckliche Geschichten, die der Vatikan da ans Licht gezogen hat. Das seien nur drei Beispiele, sagt Kardinal Amato. Alle Märtyrer seien „gute Menschen“ und „unschuldig“ gewesen. „Wir stehen hier vor der Würde des Guten auf der einen und der sinnlosen Dummheit des Bösen auf der anderen Seite. Oder wie eine Schriftstellerin (Hanna Arendt, Anm.d.Red.) gesagt hat: der Banalität des Bösen.“

(rv 26.03.2017 sk)

Ein tief frommer Reformer – und bald ein seliger Papst?

benedictoxiii_dominiopublico_26022017

Wird Papst Benedikt XIII. bald seliggesprochen? Am 24. Februar 2017 wurde der diözesane Informationsprozess mit Übergabe der Akten an die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse abgeschlossen.

Von Angela Ambrogetti

Ein tüchtiger Reformer, der die Menschen liebte, gegen den Pomp und Luxus kämpfte – und vor allem in tiefer Frömmigkeit lebte, könnte bald selig gesprochen werden: Benedikt XIII. Er war der – bis heute – letzte Papst aus dem Dominikaner-Orden.

Pius XI. war es gewesen, der seine Seligsprechungsprozess ins Rollen brachte und ihn 1931 zum Diener Gottes erklärte. Jetzt wurde der Prozess feierlich abgeschlossen – 86 Jahre später – und fünf Jahre nach Eröffnung des diözesanen Prozesses zu Benedikt XIII.

Kardinalvikar Agostino Vallini stand am 24. Februar in der Aula della Conciliazione des Lateranpalastes der Abschlusszeremonie vor. Anwesend waren ebenso die Mitglieder des diözesanen Gerichtes, die die Untersuchung durchgeführt hatten: Monsignore Giuseppe D’Alonzo, der delegierte Richter, der Kirchenanwalt Don Giorgio Ciucci und der Gerichtsschreiber, Notar Marcello Terramani.

Pier Francesco Orsini, der spätere Papst Benedikt XIII., war der bis dato letzte Papst, der Dominikaner gewesen war. Daher wurde er 1733 in der Basilika Santa Maria sopra Minerva beerdigt.

Ein Spross aus adliger Familie – und mit 23 Kardinal

Benedikt XIII. wurde 1949 in Gravina in einer adeligen Familie geboren. Bald trat er ins Kloster ein und wurde 1668 Ordensmann mit dem Namen Frater Vincenzo Maria. Mit 22 Jahren war er Priester und wurde das Jahr darauf, auf Beschluss von Papst Clemens X., Kardinal.

Er wollte nicht annehmen und trat seinen Dienst in Rom letztendlich nur aus Gehorsam an. Er war Präfekt der Kongregation für das Konklave, Mitglied vieler Kongregationen und wurde 1675 zum Erzbischof von Manfredonia ernannt.

Er war als Hirte sehr aktiv, vor allem durch zahlreiche Pastoralbesuche und durch die Einberufung der ersten diözesanen Synode. Außerdem begann er das Experiment einer Form landwirtschaftlichen Kredits: Der sogenannte „Getreideberg“, der später in Benevent noch weiter gefördert und verbreitet wurde.

Das Kardinalskolleg wählte ihn für seine Heiligkeit

Von Manfredonia ging er nach Cesena und als er erfuhr, dass in Manfredonia ein extremer Getreidemangel herrschte, kaufte er in der Romagna Weizen und kümmerte sich persönlich darum, dass er transportiert und an die Armen verteilt würde. Auch in Cesena war der pastorale Stil des Kardinals ein besonderer und er ließ Volksmissionen abhalten. Zuletzt kam er nach Benevent, wo er sich – vor allem als zwei Erdbeben wüteten – ganz dem Hirten- und Lehrdienst widmete.

Nach dem Tod Innozenz´ XIII. im Jahr 1724 wurde Vincenzo Maria Orsini nach einem dreimonatigen Konklave zum Papst gewählt, da ihn das Kardinalskolleg als den Heiligsten ansah. Das Datum seiner Wahl war der 29. Mai 1724. Auch in diesem Fall, wie beim Kardinalstitel, weigerte er sich zunächst, bezeichnete sich als unzulänglich und beteuerte seine Unwürdigkeit. Aber am Ende gehorchte er und wählte den Namen Benedikt XIII.

Er führte das Leben in heiliger Demut auch auf dem Stuhl Petri weiter; er pflegte die Frömmigkeit, Demut, Einfachheit, die Loslösung von allen Eitelkeiten, aber vor allem bewahrte er die Liebe zu den Armen. Im Vergleich zu ihnen, glaubte er, immer zu viel zu besitzen, obwohl er in äußerster Bescheidenheit lebte.

Ihm verdankt man die erste drastische Verkleinerung der Kurie. Zu den Priestern, die mit ihm arbeiteten und die von seiner Vertaulichkeit überrascht waren, sagte er, dass er in der Öffentlichkeit der Papst sei, privat aber immer Frater Vincenzo Maria bleibe.

Auf ihn geht auch die Einrichtung des ältesten Kardinals als Dekan des Kardinalskollegs zurück.

Er tat viel für Rom, angefangen mit der Errichtung des Krankenhauses San Gallicano für Hautkranke und des neuen Krankenhauses von Santa Maria della Pieta, wo jene hingebracht wurden, die man damals die „Verrückten“ nannte. Er bemühte sich auch, die Haftbedingungen in den Gefängnissen zu verbessern.

Ein besonderer Augenblick seiner pastoralen Vorbildhaftigkeit war das Jubiläumsjahr 1725. In diesem Jahr berief er im Lateran ein Konzil ein; seit den Zeiten von Innozenz dem III. war in Rom keines mehr abgehalten worden.

Er war 81 Jahre alt als er 1730 an einem Fieber starb.

_______

Quelle

„Immer das Herz und die Hände offen haben“

sfo9436-740x493

Angelus, 29. Januar 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Angelus am Sonntag, dem 29. Januar 2017

Das Herz der Katechese von Papst Franziskus vor dem Angelusgebet am Sonntag, dem 29. Januar 2017, war die Perikope aus dem Matthäus-Evangelium über die Bergpredigt und die Seligpreisungen (5,1-12a), die Papst Franziskus als die ‪„Magna Charta“ des Neuen Testamentes bezeichnete. Es sei die Offenbarung des Willens Gottes, die Menschen zum Glück zu führen, so der Papst.

Diese Botschaft sei schon von den Propheten verkündet worden, betonte er: Gott sei den Armen und Unterdrückten nahe und befreie sie von ihren Peinigern. In der Bergpredigt verfolge Jesus aber einen Sonderweg, so Franziskus. Er beginne mit dem Begriff „selig“, d.h. „glücklich“, erkläre danach die Voraussetzung, um glücklich zu sein, und ende mit einer Verheißung.

Wie Franziskus betonte, handele es sich nicht um einen automatischen Mechanismus, sondern um einen Lebensweg in der Nachfolge des Herrn. Dieser verlange aber eine Bekehrung. „Man ist nicht selig, wenn man keine Bekehrung gemacht hat, fähig die Gaben Gottes zu schätzen und zu leben“, erklärte der Papst, der sich in der heutigen Katechese mit der ersten Seligpreisung befasste: ‪„Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“.

Arm vor Gott sein, bedeute die Gefühle und die Haltung jener Armen anzunehmen, die in ihrer Lage nicht rebellisch seien, sondern demütig, gehorsam und bereit für die Gnade Gottes, erklärte Franziskus.

Das Glück der ‪„Armen vor Gott“ habe eine zweifache Dimension. Er sei einerseits „mäßig“ gegenüber den Gütern der Welt. Dies bedeute nicht notwendig Verzicht, erläuterte Franziskus, sondern die Fähigkeit, das Wesentliche zu kosten, des Teilens, die Fähigkeit, jeden Tag das Staunen über die Güte der Dinge zu erneuern.

Gegenüber Gott bedeute dies andererseits Lobpreis und die Anerkennung, dass die Welt ein Segen sei und dass ihr Ursprung die schöpfende Liebe des Vaters sei.

Er sei auch offen gegenüber Gott und seiner Herrschaft. ‪„Er ist es, der Herr, er ist der Große, nicht ich bin groß, weil ich so viele Dinge habe!“, betonte der Papst.

Der Arme vor Gott sei der Christ, der nicht auf sich selbst vertraue, auf materielle Reichtümer, der nicht auf seiner eigenen Meinung beharre, sondern respektvoll zuhöre und sich bereitwillig den Entscheidungen anderer füge. „Wenn es in unseren Gemeinden mehr Arme vor Gott gäbe, dann würde es weniger Spaltungen, Kontraste und Auseinandersetzungen geben‪“, so Franziskus.‪

„Die Demut, wie die Nächstenliebe, ist eine wesentliche Tugend für das Zusammenleben in den christlichen Gemeinden“, so erklärte der Papst, der die Gläubige dazu einlud, das Teilen dem Besitz vorzuziehen. ‪„Immer das Herz und die Hände offen haben, nicht geschlossen“, so sagte er, während er seine Worte mit den entsprechenden Gesten unterstrich.

_______

Quelle

Er schwor Gott die Treue, nicht Hitler: Josef Mayr-Nusser wird seliggesprochen

mayr_nusser_cna_1468400139

Josef Mayr-Nusser war Mitglied des Andreas-Hofer-Bundes und ist eine Leitfigur des katholischen Südtiroler Widerstandes gegen die Nazis. Foto: CNA/Gemeinde Bozen

Das Martyrium eines Laien, der Nein zum Nationalsozialismus gesagt hat, wird anerkannt: Der Südtiroler Josef Mayr-Nusser wird seliggesprochen.

Papst Franziskus hat in einer Audienz Kardinal Angelo Amato, den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, empfangen und den Erlass des entsprechenden Dekrets autorisiert.

Josef Mayr-Nusser war Mitglied des Südtiroler Widerstands, der sich im Andreas-Hofer-Bund organisierte, ein Leiter in der Azione Cattolica, der Katholischen Aktion, und wurde wegen seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilt, starb aber noch während der Fahrt zum Lager in Dachau (1945) an den Entbehrungen und der Misshandlung durch die Nazis.

Josef Mayr-Nusser wird 1910 in eine sehr gläubige Familie von Weinbauern in Bozen geboren. Er hat den Sport im Blut, liebt Schlittschuhlaufen, liest begierig anspruchsvolle Bücher, pflegt eine intensives geistliches Leben. Ihm gefällt Thomas Morus, der unbeugsame Kanzler des XVI. Jahrhunderts, der sich dem König Englands widersetzt, nur um seinen Glauben nicht zu verlieren und von diesem enthauptet lassen wird. Als jemandem, der die Jugendlichen leidenschaftlich mitreißt, wird ihm die Vorstandschaft der Südtiroler katholischen Jugend angeboten. Er heiratet mit 22 Jahren und bekommt schon bald einen Sohn.

Das Leben von Josef erhält 1944 eine Wendung, als er zwangsweise zur SS eingezogen wird: Am 7. September 1944 macht er sich auf den Weg zu einer Ausbildungskaserne. Als der Augenblick der Ablegung des Eides kommt, verweigert er ihn aus religiösen Gründen. Es wird ihm der Prozess gemacht und er wird zum Tode verurteilt. Er wird verhaftet und in einem Viehwagon zum Konzentrationslager Dachau geschickt, stirbt aber unterwegs am 24. Februar 1945 in Erlangen aufgrund der erlittenen Misshandlungen, Hunger und Durst.

Die Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser ist sicherlich ein starkes Zeichen von Papst Franziskus. Katholischer Widerstand statt windelweiches Mauscheln mit Mächtigen, unchristlichen Politikern und dem jeweiligen Zeitgeist sind auch heute aktuell und notwendig.

Der Leichnam von Josef Mayr-Nusser wurde 1958 zurück nach Bozen gebracht und ruht nun in der kleinen Kirche St. Josef in Lichtenstern am Ritten.

Die Feier der Seligsprechung wird am 18. März 2017 im Dom von Bozen stattfinden. Dies teilte Monsignore Ivo Muser, Bischof von Bozen-Brixen mit. Das liturgische Fest des neuen Seligen wird das erste Mal am 3. Oktober 2017 gefeiert werden.

_______

Quelle