Ein weiterer Priester verlässt die FSSPX

Pater Sauer, FSSPX

Pater [Dr.] Frank Sauer, ein deutscher Priester [geboren 1943] geweiht im Jahre 1984, ist der bisher letzte Held, der aus der vergifteten Atmosphäre der Neo-FSSPX ausbricht. Einige unserer Leser mögen sich wohl erinnern, dass sie ihn bei der Canterbury-Wallfahrt vor einigen Jahren getroffen hatten. [Er hat die Priesterbruderschaft am 19. August verlassen.] Pater Sauer schließt sich Pater [Bernhard] Zaby in Brilon-Wald an. Unsere besten Glückwünsche und Gebete begleiten ihn.

Und hier ist, was der neue Distriktobere von Deutschland, P. Udressy, mit einer heuchlerischen „Traurigkeit“ zu sagen hat, die so wohlbekannt wie voraussagbar ist:

„Die traurige Note dieses Sonntages: Ich verkünde der Gemeinde den Abschied von Pater Sauer. Er hat entschieden, die Priesterbruderschaft zu verlassen und geht nach Brilon Wald. Hatte Erzbischof Lefebvre nicht oft darunter gelitten, dass Mitbrüder ihn verließen? Manche warfen ihn vor, er sei zu hart und ungehorsam, andere hingegen, er sei zu liberal und würde die Tradition verraten… Die Geschichte hat gezeigt, wer Recht hatte…“

Zweifellos wird die Geschichte einmal mehr zeigen, wer Recht hat. Und Pater Sauer braucht diesbezüglich keine Besorgnis zu haben.

(Aus dem Englischen übersetzt [und Ergänzungen] von P. O. Schenker)

Siehe ferner:

64 Kommentare zu “Ein weiterer Priester verlässt die FSSPX

  1. Pater Sauer hat sich für den richtigen Weg entschieden. Meinen herzlichen Glückwunsch. Möge es der liebe Gott geben, dass ihm noch mehr Priester folgen. Der wahre Widerstand sind die sogenannten Sedisvakantisten (Katholiken, die ihrem Glauben treu bleiben wollen).

  2. Pater Udressy: „Hatte Erzbischof Lefebvre nicht oft darunter gelitten, dass Mitbrüder ihn verließen? Manche warfen ihn vor, er sei zu hart und ungehorsam, andere hingegen, er sei zu liberal und würde die Tradition verraten… Die Geschichte hat gezeigt, wer Recht hatte…”

    Die Geschichte hat nicht gezeigt, dass Erzbischof Marcel Lefebvre recht hatte. Ganz im Gegenteil. Hätte der Erzbischof konsequent gehandelt, so sähe es in der PBSPX vielleicht heute besser aus.

  3. Darf ich mal an ein paar logische Grundsätze erinnern: Die Krise innerhalb einer Organisation bedeutet nicht, dass eine kleine Bewegung mit einem schwachen Organisationsgrad, die eine andere Grundauffassung vertritt, damit automatisch im Recht ist. Ich meine den Sedisvakantismus.
    Dass Bischof Fellay und sein Rat die FSSPX in die Krise geführt hat und noch tiefer führen wird, dürfte von denjenigen nicht zu bestreiten sein, die unvoreingenommen auf die Entwicklung innerhalb der FSSPX schauen.
    Es ist sicher: Es wird für die FSSPX noch schlimmer kommen, es kann wirklich bis zur Zerstörung führen.
    Es herrscht jetzt schon eine ‚faktische Sedisvakanz‘, und zwar in Bezug auf die geistlich-geistige Führung. Von Menzingen kommen keine geistlichen Impulse, keinerlei Wegweisung, wenigstens nichts für die Öffentlichkeit. Vielleicht erhalten die Priester in ihren Rundbriefen von Menzingen diese Impulse, geistlichen Wegweisungen, das weiß ich nicht.
    Für die Öffentlichkeit im Umfeld der FSSPX, für die Gläubigen, scheint der Posten des Generaloberen unbesetzt. Von ihm ist öffentlich nichts mehr zu hören, Erzbischof Lefebvre hat in dieser Hinsicht keinen Nachfolger mehr, geistlich ist die FSSPX führungslos.
    Leider ist sie es nicht, was den Kurs Rom gegenüber anbetrifft. Mit harter Hand wird regiert, Priester werden gemaßregelt, nur wenn sie aus guten Gründen die Amtsführung des Papstes Franziskus kritisieren. Nach innen hart und gnadenlos, nach außen farblos, so stellt sich die Situation dar.
    Dass bei Sedisvakantisten eine gewisse Schadenfreude herrscht, verwundert nicht. Nur werden durch die offensichtliche Unfähigkeit Fellays die sedisvakantistischen Argumente weder besser noch schlechter. Zumindest nicht, wenn es nach den Gesetzen der Logik geht.
    Zu den Sedisvakantisten: Sie haben es in ca. 40 Jahren nicht geschafft, eine Organisation aufzubauen. Sie haben keinen Generaloberen, folglich ist auch keiner zu kritisieren. Sie sind sich noch nicht mal über ihr „Grundgesetz“ einig: Das Datum der Sedisvakanz.
    Auch die geistig-geistliche Führungsschwäche fällt bei einer Bewegung ohne Organisationsgrad nicht auf: Wo keine Führung existiert, ist sie auch nicht zu erwarten. Sedisvakantistische Priester leben und wirken vereinzelt, der schwache Organisationsgrad ermöglicht keine öffentliche geistliche Führung.
    Zurück zur FSSPX: Unter Fellay geht es weiter bergab, da gibt es nichts zu beschönigen. Doch die „sedisvakantistische Schadenfreude“ macht den Sedisvakantismus nicht stärker. Weder geistlich noch argumentativ.

  4. Das muss ich anfügen: Die Heuchelei Udressys ist unerträglich. Fellay hat den Kurs geändert, er hat den Erzbischof verraten, der ihn zum Bischof geweiht hat. Nicht nur sedisvakantistische Priester haben den Erzbischof verlassen oder wurden entlassen, sondern in großer Zahl die Priester, die den Anschluss an das unbekehrte, modernistische, ökumenistische, protestantisierte Rom wollten.
    Weder Fellay, sein Rat, P. Schmidberger, P. Udressy sind bereit, uns zu erklären, uns, den Gläubigen im Umfeld der FSSPX, was sich in Rom positiv geändert hat, warum ein Anschluss plötzlich erstrebenswert ist.
    Sie sind dazu nicht bereit, weil sie sich längst eingereiht haben in die Ecclesia-Dei-Priester, ohne es zugeben zu wollen und zu können.
    Das ist klar: Verräter können ihren Verrat nicht erklären. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich heuchlerisch die Trauermaske aufzusetzen. Diese Maske kann Udressy parat in der Nähe aufbewahren: Er wird sie noch öfter brauchen…

  5. Es ist schamlos von Ihnen, Fr. Pia T., diese o.g. heiligmäßigen hochwürdigen Herren als Verräter zu beschimpfen.
    Wer ein reines Herz hat und die Lage der Kirche insgesamt kennt oder auch nur etwas einschätzen kann wird erkennen, dass die FSSPX die einzig verbliebene
    Gemeinschaft ist von der man sagen kann, sie ist die Gegenwart und Zukunft
    der wahren Kirche.
    Halten Sie die zu den in sich total zerstrittenen Sedisvakantisten, die weder hier
    noch in der Ewigkeit eine Zukunft haben, übergelaufenen Herren etwa auch für
    „Helden“ ?
    Wahre Helden sehen etwas anders aus !

  6. Pia: „Die Krise innerhalb einer Organisation bedeutet nicht, dass eine kleine Bewegung mit einem schwachen Organisationsgrad, die eine andere Grundauffassung vertritt, damit automatisch im Recht ist. Ich meine den Sedisvakantismus.“

    Korrekt! Die Sedisvakanz-These fußt in keiner Weise auf dem Status bzw. Zustand der FSSPX. Ob die FSSPX gedeiht oder zerfällt, ist für die Sedisvakanz-These völlig unerheblich. Denn im Gegensatz zur Position der FSSPX beruht die Sedisvakanz-These auf der Lehre und dem Recht der Kirche. Und deswegen sind jene Katholiken, die die Sedisvakanz-These vertreten, insofern im Recht, weil sie ihre Position an der Lehre und dem Recht der Kirche begründen, völlig unabhängig vom Zustand der FSSPX.

    Aber Ihre Beschreibung paßt bestens zur Haltung der FSSPX: „Wir müssen ja im Recht sein, denn das beweist ja die Geschichte, denn wir haben ja so und so viele Priester und so und so viele Häuser und so und so viele Kapellen und so und so viele Gläubige und so und so viel Geld und so und so viel Einfluß“ und was weiß ich noch alles… Das ist das Motto bzw. die Selbstversicherung der FSSPX…

    Pia: „geistlich ist die FSSPX führungslos.“

    Irgendeinem Geist hängt man immer an. Bei der FSSPX war es schon seit den ersten Anfängen die eigene innere Widersprüchlichkeit; und durch die Übernahme modernistischer Sprachregelungen (z.B.: „nur Dogmen sind unfehlbar“, „dem ordentlichen Lehramt muß man nicht unbedingt folgen“, „der kirchlichen Autorität muß man nicht unbedingt gehorchen“) hat die FSSPX eben auch dem allgemeinen Modernismus Tür und Tor geöffnet. Und heute steht sie nun umso mehr unter der Führung des modernistischen Weltgeistes (dessen Prinzipien sie selber übernommen hat)…

    Pia: „Dass bei Sedisvakantisten eine gewisse Schadenfreude herrscht, verwundert nicht.“

    Keineswegs ist es Schadenfreude. Dann bräuchten wir uns nur „zurückzulehnen“ und warten, bis alles zerfällt. Im Gegenteil tut es weh, den Irrweg der FSSPX mit anzuschauen. Viele gutwillige Seelen geraten durch den Schlingerkurs immer tiefer ins falsche Fahrwasser und „lernen“ einen falschen Katholizismus, eine falsche Regel des Glaubens und ein falsches Selbstverständnis der Kirche. Das ist das große Übel.

    Wir sind dagegen froh, wenn es immer wieder Leute (und vor allen Dingen Priester) gibt, die sich davon befreien und in den wahren Widerstand gegen Modernismus und Glaubensabfall treten, der eben dann wahrhaftig ist, wenn er sich auf der wahren Lehre der Kirche gründet.

    Pia: „Nur werden durch die offensichtliche Unfähigkeit Fellays die sedisvakantistischen Argumente weder besser noch schlechter.“

    Korrekt! Da die Argumente der Sedisvakanz-These auf der Lehre und dem Recht der Kirche gründen, sind die „Fähigkeiten“ Fellays völlig unerheblich. Erfreulich wäre es natürlich, wenn auch er sich zur wahren katholischen Lehre und Regel bekehren würde…

    Pia: „Zu den Sedisvakantisten: Sie haben es in ca. 40 Jahren nicht geschafft, eine Organisation aufzubauen. Sie haben keinen Generaloberen, folglich ist auch keiner zu kritisieren. Sie sind sich noch nicht mal über ihr “Grundgesetz” einig: Das Datum der Sedisvakanz.“

    Sie argumentieren mal wieder rein weltlich und materialistisch. Aber das ist eben typisch für die Mentalität der „größten Tradi-Gruppierung“: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot… Was hast du??“ Doch in dem heutigen Kampf geht es nicht um materielle Werte oder tolle äußerliche Strukturen. Es geht um den wahren Glauben, die reine Lehre der Kirche, ihr wahres Selbstverständnis und einen wahrhaftig katholischen Geist.

    Zudem gibt es durchaus immer auch gewisse Meinungsverschiedenheiten bzgl. der praktischen Vorgehensweise oder der Betrachtung gewisser heutiger Zustände. Natürlich fehlt auch jenen Gruppierungen, die die Sedisvakanz-These vertreten, die wahre Hierarchie der Kirche und vor allen Dingen fehlt der Papst.

    Und warum scheint es bei der FSSPX „einheitlicher“ und „organisierter“ zu sein? Eben weil dort ein enorm straffes Regime herrscht, wie Sie ja selber festgestellt haben. Aber dieses Regime funktioniert weniger aufgrund von korrekten theologischen Standpunkten, sondern eher aufgrund eines gewissen Personenkultes, einer entsprechenden Ideologie, einer „harten Hand“ einerseits und einem bürgerlichen Konsens andererseits, der von einem wahren Widerstand gegen den Zeitgeist nicht unbedingt viel wissen will…

    Das „Grundgesetz“ für die Sedisvakanz-These sind die Lehre und das Recht der Kirche. Das konkrete Datum des Eintretens der Sedisvakanz ist dabei nicht das Entscheidenste, sondern die Frage, inwiefern man den heutigen Zustand und die entsprechenden Häresien von V2 und der V2-„Autoritäten“ an der Lehre und dem Recht der Kirche beleuchten und somit eine fundierte Antwort darauf geben kann. Die FSSPX kann aufgrund ihrer mangelhaften theologischen Analyse und ihrer modernistischen Prinzipien keine wirklich katholische Antwort darauf geben, sondern muß auf Personenkult und Ideologie zurückgreifen.

    Pia: „Sedisvakantistische Priester leben und wirken vereinzelt, der schwache Organisationsgrad ermöglicht keine öffentliche geistliche Führung.“

    Es gibt durchaus organisierte Gruppen… Die können natürlich materiell nicht mit der FSSPX „mithalten“… Aber jeder legt eben die Maßstäbe des eigenen geistigen Fundamentes an…

    Pia: „Die Heuchelei Udressys ist unerträglich. Fellay hat den Kurs geändert, er hat den Erzbischof verraten, der ihn zum Bischof geweiht hat.“

    Der erste Satz stimmt. Aber der zweite ist verkehrt, denn es war bereits auch unter Lefebvre so, daß man einen Schlingerkurs gefahren ist. Es ging auch schon unter Lefebvre im Grunde immer nur um eine „akzeptable kanonische Anerkennung“. Wenn mal wieder eine mögliche „Einigung“ greifbar erschien, dann wurde die theologische Grundsatzarbeit eingestellt und die „Hardliner“ wurden mundtot gemacht. Das war schon immer so…

    Pia: „…die den Anschluss an das unbekehrte, modernistische, ökumenistische, protestantisierte Rom wollten.“

    Wachen Sie doch endlich einmal von Ihrem eigenen Widerspruch auf: Wenn Rom bzw. die dort residierende V2-Sekte modernistisch, ökumenistisch und protestantisch ist, dann ist sie also ganz offensichtlich nicht katholisch. Und somit kann es sich bei der V2-Sekte ganz offensichtlich NICHT um die röm.-kath. Kirche handeln. Danke für Ihre Klarstellung! Nur sollten Sie aus dieser Erkenntnis auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen…

  7. Ja Stephan, es ist sehr zu hoffen, dass Pia endlich die Konsequenzen aus dem, was offensichtlich ist, zieht.

  8. Schon wieder die üblichen, persönlichen Unterstellungen, auf die es sich nicht lohnt, im einzelnen einzugehen.
    Die FSSPX ist in der Krise, ja. Es liegt eindeutig daran, dass die FSSPX-Leitung den Kurs von Erzbischof Lefebvre verlassen hat.
    Im übrigen habe ich keine Lust mehr, mich weiter mit dem Sedisvakantismus, der in der katholischen Kirche bei allen Wirren auch um Päpste keine Rolle spielte, der auch jetzt nur eine kleine Randerscheinung ist, weiter zu beschäftigen.
    Mit Sicherheit werden Katholiken nach ihrem Tod nicht zur Rechenschaft gezogen werden, ob sie den Papst für nicht existent gehalten haben. Sondern wie sie ihren Glauben gelebt haben, so weit es in diesen Wirren möglich war, ihn überhaupt noch zu kennen.
    Im übrigen möchte ich betonen: Mir geht es nicht um eine persönliche Feindschaft, wenn ich die FSSPX-Führung „als Verräter“ bezeichnet habe. Weil ich den Rom-Anbiederungskurs als Verrat empfinde. Als Verrat am Erbe von Erzbischof Lefebvre. Nur deshalb wähle ich diese Ausdrucksweise, die mir normalerweise zu militant ist.
    Wenn ich die alten Gläubigen, die noch leben, frage, höre ich meistens ähnliche Antworten: Sie konnten Rom nicht mehr gehorchen, konnten die hl. Messe nicht aufgeben. Sie haben sich – oft mühsam – ältere Priester gesucht, die dem Glauben treu geblieben waren. Und dann leistete Erzbischof Lefebvre Widerstand gegen den allgemeinen Glaubensabfall. Er wurde für die treu gebliebenen Gläubigen wie ein Leuchtturm. VOR ALLEM SCHICKTE ER PRIESTER, DIE ER AUSGEBILDET HATTE. Denn die älteren Priester wurden zu gebrechlich und starben.
    Diese von Erzbischof Lefebvre ausgebildeten Priester haben die hl. Messe zelebriert, gültig die Sakramente gespendet, den überlieferten Glauben verkündet. Nicht nur das: Sie haben für ihn gekämpft, in dem sie die konziliaren und nachkonziliaren Irrtümer benannt und bekämpft haben. Mit dem Erzbischof an der Spitze. Und wurden von allen gehasst: den Medien, der Amtskirche.
    Wenn der Generalobere, der in seiner langen Amtszeit genug Zeit hatte, Priester, die so denken wie er, an leitende Stellen zu versetzen, diesem Erbe untreu wird, dann hat das mit dem Erzbischof zunächst nichts zu tun.
    Dem Erbe untreu werden, heißt: Den Glaubenskampf gegen die konziliaren und nachkonziliaren Irrtümer aufzugeben.
    Wenn die FSSPX diesen Kurs weiter verfolgt, wird sie scheitern. Sie ist unnötig, denn Ecclesia-Dei-Gemeinschaften gibt es bereits. Sie ist dann nur noch für die Gläubigen interessant, die von ihren Eltern und Großeltern her FSSPX-Bindungen haben.
    Aber sie wird schuldig: Denn sie hat das theologische Rüstzeug, sie hat das Erbe von Erzbischof Lefebvre. Es zu verschleudern, steht der FSSPX-Leitung nicht zu.

  9. Nachtrag:
    Eine rein persönliche Bemerkung. Wenn man nicht nur in Tradi-Kreisen verkehrt, weil auch andere Menschen interessant und liebenswert sind, dann gehört Mut dazu, zu bekennen, man geht in eine Kapelle der FSSPX. Weil sie so bekämpft wird. Als fundamentalistisch zum Beispiel.
    Es wäre fast leichter zu sagen, man hänge dem Sedisvakantismus an. Weil niemand ihn kennt…

  10. Was soll übrigens die ständige Behauptung der Inkonsequenz? Wer nicht überzeugt ist, die Sedisvakanz bestehe, der kann sie auch nicht ausrufen. Selbst eine Meinung, die man ändern kann, reicht dafür nicht aus.
    Erzbischof Lefebvre hat so eindeutig für den Glauben gekämpft, dass er sich die härteste Strafe zugezogen hat, die die katholische Kirche kennt: die Exkommunikation.
    Auch wenn sie als ungültig zu betrachten ist, sie wurde von der „Konzilskirche“ verhängt. Gegen einen Erzbischof, der nicht nur dem Glauben treu geblieben ist, sondern für ihn so konsequent gekämpft hat, dass er exkommuniziert wurde. Und das in einem Alter, in dem andere Menschen längst den Ruhestand genießen…

  11. Wer einen Mann im weißen Gewand als Papst betrachtet und ihm nicht folgt, wie es sich für einen Katholiken gehört, der kann keinesfalls als glaubenstreu betrachtet werden.

    Pia, im übrigen müssen auch Sie über alles Rechenschaft ablegen. Die Sedisvakanz ist im absoluten Einklang mit der katholischen Lehre. Ob nur eine Minderheit zu dieser Überzeugung gelangt ist spielt keine Rolle. Die Wahrheit bleibt Wahrheit, auch wenn ihr nur wenige anhängen, wie die Lüge immer eine Lüge bleibt, auch wenn ihr der Rest der Menschheit anhängt. Sie werden sich nicht beim persönlichen Gericht bei Gott in dieser bedeutenden Frage der Sedisvakanz herumdrücken können. Gewarnt wurden Sie von uns mehr als genug.

    „STEPHAN“ hat ihnen nichts unterstellt, sondern Fakten geliefert, die mit ihrem persönlichen Glauben, der nicht der heilige katholische Glaube ist, auf Kriegsfuß steht.

    Erzbischof Marcel Lefebvre ist nicht das Maß des heiligen katholischen Glaubens!

  12. Niemand hat behauptet, dass Erzbischof Marcel Lefebvre „das Maß des heiligen katholischen Glaubens“ ist.
    Erzbischof Lefebvre hat immer vollumfänglich den katholischen Glauben verkündet. Pius XII., der Papst, den die Sedisvakantisten noch gemeinsam anerkennen, hat ihn u.a. zu seinem Stellvertreter für das französischsprachige Afrika ernannt, er besaß das Vertrauen des Papstes. Es bestand nie auch nur ein Schimmer des Verdachts, er könnte nicht rechtgläubig sein.
    Der Erzbischof hat nie etwas anderes verkündet als den vorkonziliaren, ca. 2000jährigen katholischen Glauben. Er hat nichts hinzugefügt und nichts geleugnet, was diesem Glauben widerspricht.
    Er hat nach dem unseligen 2. Vat. Konzil seine Priester so ausgebildet, wie er das als Professor schon vor diesem Bruch mit der Tradition getan hat.
    Mir ist nicht klar, warum mein Glaube nicht katholisch sein soll. Ich habe denselben katholischen Glauben, der für meine Eltern, meine Großeltern, meine katholischen Vorfahren maßgebend war.
    Diesen Glauben hat Erzbischof Lefebvre verteidigt. Keinesfalls allein. Doch ihm haben die treu gebliebenen Katholiken vor allem vertraut.

  13. Die Frage stellt sich mir jetzt doch: Wenn der weißgekleidete Mann nicht der Papst ist, wenn also Sedisvakanz jahrzehntelang herrscht, dann müssten auch die Bischofssitze vakant sein, denn die meisten Bischöfe sind noch häretisch-anarchistischer als der Mann in Weiß. Außerdem werden sie von ihm ernannt. Ebenfalls dürfte es keine Kardinäle mehr geben, denn ein weißgekleideter Mann kann keine Kardinäle gültig ernennen.
    Jesus Christus hat die Kirche real, sichtbar auf dem Fundament der Apostel gegründet, der Fels ist Petrus.
    Doch die Bischofssitze und der Stuhl Petri sind ca. 50 Jahre vakant. Wie ist das möglich?

  14. Inwiefern war Erzbischof Lefebvre inkonsequent? Er war deswegen inkonsequent, weil er zwar hin und wieder quasi-sedisvakantistische Töne gegen Apostasie-Rom erhob, aber sobald sich Apostasie-Rom irgendwie „einigungswillig“ zeigte, riß der Erzbischof das Ruder plötzlich nach links und sprach wieder vom „Heiligen Vater“. Doch dann schallte er ihn plötzlich wieder „Antichrist“ und verwarf seine „Bastardmesse“. Doch plötzlich war die „Bastardmesse“ dann auf einmal wieder nicht wirklich ungültig und häretisch…

    Bei der Bischofsweihe 1988 sagte Lefebvre, daß die V2-„Weihen“ sehr zweifelhaft sind, aber andererseits werden V2-„Priester“ nicht unbedingt nachgeweiht. Einerseits postuliert man, der wahren Lehre der Kirche treu bleiben zu wollen, andererseits übernimmt man modernistische Prinzipien (z.B.: “nur Dogmen seien unfehlbar”, “dem ordentlichen Lehramt müsse man nicht unbedingt folgen”, “der kirchlichen Autorität müsse man nicht unbedingt gehorchen”). Einerseits will man unbedingt einen Apostaten als „Papst“ anerkennen, andererseits zeigt man dem „Heiligen Vater“ die lange Nase. Und das sind nur einige Beispiele der Inkonsequenz bzw. Widersprüchlichkeit Lefebvres und der FSSPX…

    Pia : „Jesus Christus hat die Kirche real, sichtbar auf dem Fundament der Apostel gegründet, der Fels ist Petrus.
    Doch die Bischofssitze und der Stuhl Petri sind ca. 50 Jahre vakant. Wie ist das möglich?“

    Ihr grundsätzliches Problem, Pia, ist, daß Sie die Kirche rein weltlich betrachten. Doch die Kirche ist der mystische Leib Christi, Seine ewig makellose, unbefleckte Braut. Diese Tatsache bezeugt, daß die Kirche einerseits keine rein weltliche Institution ist und daß sie andererseits nicht in sich „krank“ sein kann.

    Die Gläubigen auf Erden und die entsprechenden kirchlichen Strukturen bilden die „streitende Kirche“. Sie sind also nur ein Teil der Kirche, nämlich der irdische. Sie sind Glieder des mystischen Leibes, SOLANGE sie den Glauben und die Lehre Christi bewahren. Aber die Kirche Gottes bzw. der mystische Leib Christi ist nicht per se auf die Menschen und die irdischen, äußerlichen Strukturen angewiesen.

    Als göttliche Sendung und als ewige Gemeinschaft der Heiligen besteht die Kirche auch in der Übernatur, also im Himmel (und bis zum allgemeinen Gericht auch im Fegefeuer). Selbst wenn alle Menschen auf Erden von der Kirche abfallen, führt das nicht zur „Erkrankung“ oder Zerstörung der Kirche selbst. Es führt zum Absterben der entsprechenden Glieder des mystischen Leibes Christi (und des Verlustes des überwältigenden Teils der gegenwärtigen Menschheit) aber es führt nicht zum Absterben des mystischen Leibes Christi selbst. Denn Christus stirbt nicht mehr. Das ist der Sieg. Das ist die Unüberwindbarkeit der Kirche. Wäre aber die V2-Sekte die röm.-kath. Kirche, dann wäre der mystische Leib Christi ja bereits von den Häretikern überwunden (was aber unmöglich ist). Zudem besagt die Verheißung, daß es auch auf Erden bis zum Ende immer wahrhaftige katholische Gläubige geben wird.

    Was heute leider fehlt, ist das sichtbare Haupt des irdischen Teils der Kirche, der Stellvertreter Christi, und mit ihm die eigentliche Hierarchie und das lebendige Lehramt. Möglich wurde das durch den entsprechenden Coup der Modernisten bzw. der V2-Sekte. Das ist gewiss ein äußerst beklagenswerter Zustand, ja es kann wohl kaum schlimmeres geben. Lefebvre nannte es selbst die „größte Katastrophe in der Geschichte der Kirche“.

    Aber die Antwort darauf kann nicht Personenkult und Ideologie sein. Die Antwort darauf muß die Reinhaltung der Lehre und des wahren katholischen Geistes sein. Ansonsten wird man auch im „traditionellen“ Gewand vom Modernismus fortgerissen. Man bedenke nur, daß auch bei V2 die „alte“ Messe zelebriert wurde. Die „alte“ Messe ALLEIN ist also für die Bewahrung und Reinhaltung des Glaubens nicht ausreichend.

  15. @Pia T. schreibt: „Doch die Bischofssitze und der Stuhl Petri sind ca. 50 Jahre vakant. Wie ist das möglich?“

    Das ist eine sehr interessante Frage, die mich auch beschäftigt!

    Mir kommt die Situation heute ähnlich vor, wie die damals als der Herr am Kreuz starb. Die Jünger dachten, dass es nun vorbei ist. Wenn Gott stirbt, dann war es das wohl, das kann nicht sein e.t.c.

    Die Kirche sieht heute untergegangen aus, oder zumindest sieht es aus als ob sie nur noch untergehen kann. Wiir wissen aber, weil es uns offenbart ist, daß das nicht passieren kann. Auch wenn kein Funken menschliche Hoffnung dafür spricht. Irgendwas wird schon noch geschehen!

    Deswegen aber nun den Glauben zu verdrehen und so zu tun als ob der Papst katholisch wäre, und die ganzen Bischöfe auch ist nicht katholisch, das ist Phantasiewelt. Sich die Welt schön reden bringt es nicht.

  16. Und es nicht nur, sich die Welt schön reden. Man begeht damit ja eine ganz fürchterliche Gotteslästerung, wenn man diese Päpste und Bischöfe katholisch nennt, worum man nicht kommt, wenn man die Lefebvre-hese annimt.

  17. Diese Bischöfe nennt man nicht katholisch, sie sind es. Denn sie sind gültig geweiht geworden.
    Über diese Päpste und Bischöfe wird nach katholischer Lehre allein der allmächtige Gott richten. Und sonst niemand.
    Nach sedisvakantistischer „Lehre“ ist die sichtbare katholische Kirche am Ende. Die Bischofsweihe wird nur durch Bischöfe gespendet. Wenn es keine katholischen Bischöfe mehr gibt, ist die apostolische Sukzession abgebrochen. Dann gibt es nie mehr Bischöfe. Dann können keine Priester mehr geweiht werden. Es ist aus. Wenn man den Sedisvakantismus zu Ende denkt.
    Unter den zwölf Aposteln, von unserem Herrn selbst berufen, befand sich ein Verräter.
    Und die Sedisvakantisten wollen uns glauben machen, dass das wohl die Ausnahme war, Bischöfe als Verräter sind unmöglich.
    Eine entsetzliche Anmaßung!
    Und wenn die Wiederkunft des Herrn nicht in naher Zukunft erfolgt, dann wird ein wiederhergestelltes Lehramt der katholischen Kirche das Urteil über diese finstere Epoche der Kirchengeschichte sprechen.
    Niemand sonst ist nach der Lehre der Kirche dafür zuständig.
    Und niemand hat das Recht, durch vermeintliche Urteile der Vorsehung Gottes vorzugreifen.

  18. Unser Herr hat den Judas nicht vorher ausgesondert, obwohl er um seinen Verrat wusste. Er hat den perversen Kuss des Judas zugelassen, den unglaublichen Verrat. Er hat ihn nicht zurückgestoßen. Er hat den Verräter-Kuss nicht verhindert.
    Wer sind Sedisvakantisten, die sich nur ganz reine Bischöfe vorstellen können, obwohl der Verrat des Judas, des vom Herrn berufenen Apostels, der zu seinem engsten Kreis gehörte, jedem Christen bekannt sein muss…

  19. @Pia T. schreibt: „Wer sind Sedisvakantisten, die sich nur ganz reine Bischöfe vorstellen können“

    Ganz rein, was hat das mit ganz rein zutun? Jeder Katholik nennt nur katholische Bischöfe, katholische Bischöfe. Sie haben den katholischen Glauben zu haben, sonst sind sie nicht katholisch, sondern außerhalb der katholischen Kirche.

    @Pia T. schreibt: „Diese Bischöfe nennt man nicht katholisch, sie sind es. Denn sie sind gültig geweiht geworden.“

    Auch orthodoxe Bischöfe sind gültig geweiht. Es sind aber keine Katholiken, und zwar genausowenig wie die Bischöfe der Konzilskirche.

  20. Die Bischofsweihe ist wie die Priesterweihe unauslöschbar.
    Ein häretischer Bischof wird vom Papst abgesetzt, er wird exkommuniziert. Und wenn das (derzeit) nicht möglich ist, haben Laien nicht das Recht, den Bischof als abgesetzt zu erklären.
    Wenn sie ihren Katechismus kennen, dürfen sie einem häretischen Bischof nicht folgen. Aber sie erklären ihn nicht für abgesetzt. Das steht weder Marion Strauss, noch Pia T. zu…

  21. Jeder, der seinen Katechismus kennt, kann feststellen, daß weder der Papst noch diese Bischöfe katholisch sind. Wenn sie meinen, daß diese katholisch sind, dann kennen sie entweder den Katechismus nicht oder sie verraten den Glauben, indem sie diese katholisch nennen.

    Das Weihen und die Taufe unauslöschbar sind, hat nichts damit zutun, ob jemand katholisch ist. So jemand katholisch zu nennen, ist wie bereits gesagt eine fürchterliche Gotteslästerung. Das ist der falsche Gehorsam, liebe Pia, damit dienen sie nicht dem Höchsten, sondern dem Feind.

  22. Jeder, der seinen Katechismus kennt, kann feststellen, ob ein Bischof den katholischen Glauben vertritt oder nicht. Und wenn der Bischof den Glauben nicht vertritt, ist ihm der Gehorsam zu verweigern. Dennoch darf ein Laie ihn nicht für abgesetzt erklären. Das steht dem Papst zu, nur ihm.

  23. Im übrigen, werte Marion Strauss, haben sie sich beim Apostel Judas in Bezug auf die Bischöfe nur das Wort „rein“ herausgepickt. Das unser Herr diesen Verräter nicht vorher ausgesondert hatte, darauf gehen Sie mit keiner Silbe ein.
    Judas durfte sogar am Letzten Abendmahl teilnehmen. Mehr noch: Er hat den zeichenhaft geopferten Leib und das Blut Jesu Christi empfangen.
    Gibt es einen größeren Verrat?
    Und dann soll es keine Verräter-Bischöfe geben, die keine Apostel sind, sondern deren Nachfolger?
    Verrat kann in vielfacher Weise erfolgen. Aber abgesetzt werden können diese Bischöfe nur vom Papst.

  24. Es geht darum, daß niemand katholisch ist, der den katholischen Glauben nicht hat. Es geht nicht um Sünde im allgemeinen. Sie vermischen etwas.

    Außerdem wollen Sie nun die Schrift, gegen die Lehre der Kirche auslegen. Auf solcherlei Spiele lass ich mich nicht ein. Ich glaube an das was die Kirche lehrt. Sie lehrt dass Häretiker außerhalb der Kirche stehen. Daß ein ausserhalb der Kirche stehender weder Papst noch Bischof sein kann, müsste jedem der Verstand hat, einleuchten. Sie gehören nicht zum Leib und können somit auch das Haupt nicht sein.

  25. PIA, Sie vertreten hier nicht den heiligen katholischen Glauben, sondern ihre häretischen Privatmeinungen.

    CIC Kanon 188, § 4, von 1917: Amtsverlust bei Häresie! Das ist die Lehre der heiligen katholischen Kirche. Das Lehramt hat also schon längst gesprochen. Jeder Häretiker ist damit gerichtet. Nicht die noch übrigen gläubigen Katholiken richten hier jemanden oder erklären den häretischen Kandidaten für abgesetzt, sondern das immer noch existierende Lehramt selbst. PIA, warum geht das nicht in ihren Kopf? Ich rechne damit, dass Sie sich mit ihrem Dickschädel auch keinem zukünftigen Lehramt unterordnen werden.

    „PIA“: „Nach sedisvakantistischer “Lehre” ist die sichtbare katholische Kirche am Ende. Die Bischofsweihe wird nur durch Bischöfe gespendet. Wenn es keine katholischen Bischöfe mehr gibt, ist die apostolische Sukzession abgebrochen. Dann gibt es nie mehr Bischöfe. Dann können keine Priester mehr geweiht werden. Es ist aus. Wenn man den Sedisvakantismus zu Ende denkt.“

    Was Sie da von sich geben ist grundfalsch!

    1. Die katholische Kirche bleibt immer sichtbar in der reinen Lehre; in der wahren Liturgie; in den unverfälschten Sakramenten und den treuen gläubigen Katholiken: Volk, Priestern und Bischöfen.

    2. Nur durch eine gültige Bischofsweihe werden die Weihen weitergegeben. Es gibt mehr gültig geweihte Bischöfe, als Sie sich vorstellen können.

    3. Es wird niemals aus sein, weil der liebe Gott immer für seine heilige katholische Kirche sorgen wird.

    4. Ein gültig geweihter Bischof ist noch keine Garantie für einen rechtgläubigen Katholiken. Siehe das Beispiel der vier Lefebvre-Bischöfe mit ihrer häretischen Papsteinstellung.

    5. Die zukünftige Hierarchie wird aus den treu gebliebenen Priestern und Bischöfen hervorgehen. Es ist nicht vorstellbar, dass sich einer der Feinde, die bewusst gegen die heilige katholische Kirche kämpfen und die Bischofsstühle unrechtmäßig besetzt halten sich bekehren wird, denn das ist die Sünde wider den heiligen Geist. Lesen Sie bitte dazu Hebräer 6, 4-6.

    7. Nur die Sedisvakanz-Theorie führt alleine aus der Sackgasse.

  26. „Marion Strauss“, 29. August 2013, um 21:19 Uhr.

    So ist es richtig „Marion“. Die „PIA“ hat ein ganz großes Problem. Sie will keinen Fehler eingestehen und zeigt sich gegenüber dem Lehramt der heiligen katholischen Kirche taub. Ich kenne eine Altardarstellung in einer Wallfahrtskirche, wo sich Judas die Ohren zu hielt. Wo dieser unglückliche Apostel gelandet ist sagt uns die Heilige Schrift. PIA müsste also ganz vorsichtig sein.

  27. Darauf lege ich Wert. Ich spiele nicht die Hl. Schrift gegen den Glauben aus. Ich erwähnte den Judas-Verrat aus einem anderen Grund: Es gibt ‚ein Geheimnis des Bösen‘.
    Was sich derzeit in der Kirche abspielt, ist so ungeheuerlich, dass ich, als Gläubige, mir kein definitives Urteil erlaube. Ich verstehe nicht alles, für mich ist vieles ein dunkles Geheimnis. Der Blick Richtung Rom entsetzt mich derzeit nur noch. Und doch erlaube ich mir kein Urteil, dass nach katholischer Lehre nur dem höchsten Lehramt zusteht.
    Ich kann als Gläubige nicht alles beantworten, ich habe für diese entsetzliche Kirchenkrise kein vorgefertigtes „Rezept“. Ich kann nur immer wieder versuchen, dem Glauben treu zu bleiben, in die hl. Messe zu gehen, die Sakramente zu empfangen, das Gebetsleben zu pflegen.
    Das ist sicher, das Urteil erlaube ich mir: Das Lehramt der katholischen Kirche ist weitgehend zusammengebrochen. Doch nichts berechtigt mich, jetzt selbst Lehramt zu spielen.

  28. Im übrigen ist es ein Fehler, die „Konzilskirche“ als einen einheitlichen Block zu sehen. Wer wagt es denn, die Jugendlichen, die in dieser Kirche die Messe aller Zeiten entdecken, sie anfangen zu lieben, einfach als Häretiker zu bezeichnen? Wer wagt es, Ecclesia-Dei-Priester als Häretiker zu bezeichnen?
    Seit wann wissen wir, wie Gott Menschen führt?
    Für mich kommt der Ecclesia-Dei-Weg nicht in Frage, das ist sicher. Aber woher wissen wir, ob das alles Häretiker sind? Unser Herr Jesus Christus wird die Kirche aus dieser Krise führen und wir wissen nicht, welcher Menschen er sich bedient.
    Wir haben unserer Berufung zu folgen, uns zu fragen, was ist der Wille Gottes für das eigene Leben und vor allem, dem überlieferten Glauben treu zu bleiben. Das Wirken Gottes vorauszusehen, es kennen zu wollen, empfinde ich als blasphemisch.

  29. Es ist sicher, dass es viele zum falschen Glauben Verführte gibt. Die Frage ist aber diese, was tun diese Menschen, wenn sie mit der Wahrheit konfrontiert werden?

    Häretiker sind auch die zum falschen Glauben verführten Menschen. Hier liegt dann allerdings die materielle Häresie vor. Das ist die Lehre der heiligen katholischen Kirche.

    Von der formellen Häresie ist die materielle Häresie zu unterscheiden: das heißt das genannte Leugnen bzw. Fürwahrhalten geschieht weithin unbewusst und der materielle Häretiker bringt zum Ausdruck, dass er eigentlich den Glauben der Kirche vertreten will . Wenn sie auch, wie Matthias J. Scheeben schon erklärt hat, gegenüber der formellen Häresie im Hinblick auf die Schuldhaftigkeit des Häretikers als weitaus weniger verwerflich einzustufen ist, darf sie dennoch nicht schlichtweg als harmlos angesehen werden. Die Kirche hat ihr Auftreten pro foro externo stets mit kirchlichen Strafen belegt.

  30. In der Konzilskirche ist es typisch: Katholiken bezeichnen sich gegenseitig als „konservativ“, „rückständig“, „fortschrittlich“, „modern“. Und finden das in Ordnung.
    In der vorkonziliaren Kirche war dieses Lagerdenken völlig unbekannt. Die Wahrheit ist weder konservativ, noch liberal, weder rückständig noch modern.
    Bei den Sedisvakantisten ist es üblich, alle anderen als „Häretiker“ zu bezeichnen. Nie haben sich katholische Laien das herausgenommen. Man konnte jemanden darauf hinweisen, seinen Glauben nicht zu kennen. Doch andere offen als „Häretiker“ zu bezeichnen, war katholischen Laien völlig fremd. Wer „Häretiker“ ist, das entscheidet einzig und allein das Lehramt der katholischen Kirche. Natürlich gab es damals keine häretischen Bischöfe. Weil sie vom Papst ihres Amtes enthoben, exkommuniziert wurden. Insofern hat sich die Situation in der Konzilskirche geändert, der Glaube dort wird von Häresien geradezu überwuchert.
    Ich kann nur warnen vor der „Konzilskirche“. Es ist dort fast unmöglich, unbeschadet den Glauben bewahren zu können. Deshalb verbieten sich derzeit Anschlussgespräche, selbst wenn der Papst Franziskus irgendein Interesse hätte. Gläubige könnten in der übergroßen Mehrheit ihren Glauben dort nicht bewahren, Junge schon gar nicht. Auch Priester könnten der Gefahr erliegen, Ecclesia-Dei-Priester sind dafür ein Beispiel.
    Doch das berechtigt niemanden, alle, die nicht der eigenen Gruppierung angehören, als Häretiker zu bezeichnen.
    Erzbischof Lefebvre ist dieser Gefahr nie erlegen. Für die Bekehrung Roms zu beten, auch für die Bewahrung des eigenen katholischen Glaubens, ist notwendig. Doch alle anderen unterschiedslos als „Häretiker“ zu bezeichnen, ist sektenhaft. Katholisch ist es jedenfalls nicht. Es ist sedisvakantistisch.
    Wir wissen nicht, in welcher Weise die katholische Kirche diese Glaubenskrise überstehen wird. Und wir haben kein Recht zu irgendwelchen DEFINITIVEN Vorhersagen. Weil es Menschen nicht erlaubt ist, das Wirken Gottes in irgendeiner Form vorherzusagen. Ein Gott, der macht was wir wollen, ist ein Götze.
    Damit haben Katholiken nichts zu tun.

  31. Das gebe ich eindeutig zu: Für die katholische Tradition, für den bedrängten katholischen Glauben nach dem 2. Vatikanischen Konzil ist für mich Erzbischof Lefebvre die Leitfigur.
    Die FSSPX „darf“ weder in die sedisvakantistische noch in die Ecclesia- Dei-Richtung kippen. Es gibt für sie nur einen Weg. Weiter in den Spuren ihres Gründers zu wandeln…

  32. Einerseits sagt Pia, daß es erlaubt sein müsse, die Sedisvakanz als eine Möglichkeit betrachten zu können. Andererseits will sie diese Möglichkeit absolut ausschließen. Hier haben wir wieder ein Beispiel für die übliche Widersprüchlichkeit der „größten Tradi-Gruppierung“. Es zeigt sich auch, worum es diesen „Tradis“ eigentlich geht: um die gesellschaftliche Anerkennung bzw. um den bürgerlichen Konsens – die moderne Welt und die heutige Ordnung sind der oberste Maßstab. Um diesen Maßstab wird dann die eigene Ideologie gebastelt. Und dabei hat man auch keinerlei Scheu, die wahre Lehre der Kirche zu verbiegen und gar zu verfälschen – alles für das eigene bürgerliche Wohl…

    Bzgl. der Bischofsweihen hat Josua ja bereits in seinem Beitrag vom 29. August 2013 um 22:50 Stellung bezogen. Eine Bischofsweihe ist dann gültig, wenn von einem gültigen Spender ein gültiger Ritus verwendet wird. So sind z.B. protestantische „Bischöfe“ keine Bischöfe im röm.-kath. Sinn. Diesbezüglich lese man die Enzyklika „Apostolicae curae“ von Papst Leo XIII., in der der Papst die „Weihen“ der Anglikaner aus entsprechenden Gründen für null und nichtig erklärt. Oder man studiere gleich diese äußerst interessante Abhandlung (mit vielen anderweitigen interessanten Details): http://www.rore-sanctifica.org/bibilotheque_rore_sanctifica/04-rite_de_paul_6-invalidite_du_rite_episcopal/2009-02-28_Etude_de_STOPKA-Thilo_Das-Pontifikale-Pauls-VI/RORE_2009-02-26-DE_Das-Pontifikale-Pauls-VI_-_ePaper(f).pdf

    Die V2-„Bischöfe“ – also jene nach dem neuen „Ritus“ von 1968 – sind genauso „Bischöfe“ wie die protestantischen „Bischöfe“, also KEINE röm.-kath. Bischöfe. Und das hat auch Lefebvre – als er mal wieder Klartext redete – so gesehen. Denn bei den Weihen von 1988 sagte er: „Von wem werden also alle diese Seminaristen, die hier anwesend sind, das Sakrament der Priesterweihe empfangen, wenn mich der liebe Gott morgen ruft? Und das wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Vielleicht von konziliaren Bischöfen, DEREN SAKRAMENTE ALLE ZWEIFELHAFT SIND…“

    Mit „sündigen“ oder „reinen“ Bischöfen hat das überhaupt nichts zu tun. Das ist ein lächerlicher Strohmann. Ein Sakrament kann nach der Lehre der Kirche nur dann wirksam sein, wenn es in der entsprechenden Weise und Intention gespendet wird. Ob der Spender dabei im Stand der heiligmachenden Gnade ist, ist tatsächlich für die Gültigkeit des Sakramentes unerheblich. Aber kein Sedisvakantist behauptet das Gegenteil. Deswegen ist es mal wieder lediglich eine der typischen FSSPX-Irreführungen.

    Aber wenn jeder katholisch Getaufte oder Geweihte auch immer und ewig ein Katholik bleiben würde, wie es Pia darstellt, dann wäre auch der einstige Augustinermönch Martin Luther als Katholik gestorben…

    Um ein wirklicher Katholik zu sein, gehört – ab der Möglichkeit des Vernunftgebrauchs – das äußere Bekenntnis des katholischen Glaubens. Jemand – mit Vernunftgebrauch – der nicht den katholischen Glauben bekennt (soweit er ihm bekannt ist), ist definitiv kein Katholik bzw. objektiv kein Glied des mystischen Leibes Christi. Und bzgl. ausgebildeten Klerikern liegt die Meßlatte natürlich weitaus höher.

    Und daher gibt es eben auch den Kanon 188.4 des CIC von 1917, welcher sich explizit auf die Bulle „Cum ex apostolatus“ von Paul IV. beruft, der besagt, daß ein Kleriker, der z.B. öffentlich vom röm.-kath. Glauben abfällt, automatisch (ohne vorherige Bestätigung eines Oberen) seines eventuellen Amtes (egal was für ein Amt) verlustig geht. Und somit kann das im Grunde auch eine Person im Papstamt treffen (die ja naturgemäß keinen menschlichen Oberen hat). Im heutigen Fall ist es aber eher so, daß das Papstamt gar nicht erst rechtmäßig angetreten wurde, da einerseits der „Kandidat“ und andererseits die „Wähler“ bereits vor der „Wahl“ öffentlich vom röm.-kath. Glauben abgefallen sind (für genau diesen Fall siehe auch die Bulle „Cum ex apostolatus“).

    Man kann hier durchaus Vergleiche zur Arianismus-Krise ziehen. Einige Zitate hierzu… Pater William Jurgens schreibt z.B. in Hinblick auf die Besetzung der Bischofsstühle: „…die Zahl der katholischen Bischöfe im Gegensatz zu den arianischen Bischöfen im Besitz der Stühle war nicht mehr als etwas zwischen 1% und 3% der Gesamtsumme. Würde die (röm.-kath.) Doktrin nach Beliebtheit bestimmt werden, sollten wir alle heute Leugner Christi und Gegner des Heiligen Geistes sein.“

    Weiter sagt derselbe Autor: „Zur Zeit des Kaisers Valens (4. Jahrhundert), war Basilius praktisch der einzige orthodoxe Bischof im ganzen Osten, der es vermochte, in Besitz seines Stuhles zu bleiben… die Kenntnis über die Geschichte des Arianismus zeigt zumindest, dass die katholische Kirche keine Rücksicht auf Popularität und Zahlen bei der Formung und Pflege ihrer Lehre nimmt. Andererseits hätten wir uns schon längst von Basilius, Hilarius und Athanasius und Liberius und Ossius abgewendet und würden uns nach Arius nennen.“

    Und der heilige Athanasius sagte lapidar: „Selbst wenn die traditionstreuen Katholiken bis auf eine Handvoll reduziert werden, sind sie diejenigen, die die wahre Kirche Jesu Christi sind.“

    Der folgende Ausspruch von Gregor von Nazianz („Gegen die Arianer“) paßt auch bestens zur Mentalität Pias und der FSSPX: „Wo sind sie, die uns wegen unserer Armut schmähen und auf ihren Reichtum stolz sind? Sie, die die Kirche nach Zahlen definieren und die kleine Herde verachten?“

    Diese ganzen Aussagen machen aber gar keinen Sinn, wenn Häretiker und Apostaten immer in ihren jeweiligen Ämtern oder überhaupt Katholiken bleiben, bis sie offiziell von etwaigen Oberen für abgesetzt oder ausgeschlossen werden. Jeder schließt sich selber aus bzw. verzichtet auf sein Amt, wenn er vorsätzlich bzw. beharrlich in bewußter Weise auch nur eine einzige Lehre leugnet oder den ganzen Glauben verwirft.

    Auch ist Pias Darstellung über Judas Iskariot völliger Unsinn. Judas war in diesem Sinne gar kein Häretiker. Er erfand keine andere bzw. neue Lehre. Er fiel durch den Verrat in Todsünde. Er erhängt sich als Todsünder, aber nicht als Häretiker. Und da Judas den Verrat erst nach dem Abendmahl vollführte, paßt Pias Erklärungsversuch auch hierbei nicht.

    Pias Darstellung ist im Grunde nichts anderes, als die Anwendung des „demokratischen“ Prinzips auf die Kirche. Man sieht hier sehr gut die ganze Durchseuchung vom modernistischen Geist. Die „Tradition“ ist nichts weiter als eine ästhetische Hülle. Aber sie ist inhaltslos bzw. der Inhalt ist purer Modernismus. Das Hauptaugenmerk liegt dabei in der „Rettung“ der V2-Sekte. Diese muß unbedingt als röm.-kath. Kirche verklärt werden. All die ganzen Widersprüchlickeiten und Verdrehung werden um dieses Zieles willen zusammengestrickt…

    Aber nicht nur das es natürlich blasphemischer Unsinn ist, Apostaten und offene Antikatholiken als rechtmäßige röm.-kath. Autoritäten zu preisen, es ist zudem auch völlig antikatholisch, den dann als rechtmäßig anerkennten Autoritäten die lange Nase zu zeigen. Exemplarisch sollen dafür zwei Zitate genügen:

    „Er [der Papst] kann immerzu seine höchste Vollmacht ausüben in dem, was selbst die Disziplin und die gute Regierung der Kirche betrifft; und alle Gläubigen müssen mit aufrichtiger Unterwerfung des Geistes und des Herzens gehorchen. In diesem Gehorsam gegenüber der höchsten Autorität der Kirche und des Papstes, die uns die Glaubenswahrheiten vorlegt, und die Kirchengesetze auferlegt und uns all das, was zu ihrer guten Leitung notwendig ist, anordnet, in dieser Autorität liegt die Regel unseres Glaubens.“ (Katechismus von Pius X.)

    „Welchen Sinn hat es, den Lehrsatz der Suprematie St. Peters und seiner Nachfolger öffentlich zu verkündigen? Welchen Sinn hat es, immer und immer wieder den Glaubens an die katholische Kirche und den Gehorsam zum Apostolischen Stuhl zu wiederholen, wenn die Handlungen diesen Worten entgegenstehen? […] Reicht es vielleicht aus, in Glaubensgemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl zu stehen, ohne gehorsam zu sein? So etwas kann es nicht geben, ohne daß der Katholische Glauben beschädigt wird! Tatsächlich, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, geht es darum, die Macht des Heiligen Stuhls anzuerkennen, sogar über die Kirchen, nicht bloß darin, was den Glauben betrifft, sondern auch in dem, was zur Disziplin gehört. Wer das bestreiten würde, ist ein Ketzer; wer das anerkennt, sich aber hartnäckig weigert zu folgen, ist des Anathemas würdig!“ („Quae in Patriarchatu“ von Pius IX.)

  33. Pia: „…nach dem 2. Vatikanischen Konzil ist für mich Erzbischof Lefebvre die Leitfigur.“

    Pater William Jurgens: „…die Kenntnis über die Geschichte des Arianismus zeigt zumindest, dass die katholische Kirche keine Rücksicht auf Popularität und Zahlen bei der Formung und Pflege ihrer Lehre nimmt. Andererseits hätten wir uns schon längst von Basilius, Hilarius und Athanasius und Liberius und Ossius abgewendet und würden uns nach Arius nennen.”

    Man kann sie also nach ihrer „Leitfigur“ konsequenter Weise Lefbevrianer nennen: Die wahre Lehre und das Recht der Kirche sind für jene nicht wirklich interessant; es geht um den Personenkult, um die Popularität, es geht um Zahlen, und vor allen Dingen um den bürgerlichen Konsens…

    Und dabei wird nicht einmal an allem festgehalten, was die „Leitfigur“ Lefebvre tatsächlich gesagt hat (z.B. seine quasi-sedisvakantistischen Äußerungen oder seine Aussage über die V2-„Weihen“). Genauso, wie die Lehre der Kirche gesiebt und verbogen wird, so tut man es auch mit der eigenen „Leitfigur“…

  34. Wenn aus der PBSPX noch etwas brauchbares werden soll, dann muss sie den Weg von Pater Sauer und den anderen Priestern gehen, die zur Sedisvakanz-Theorie gekommen sind. Nur so lässt sich der ewige Ruhm erlangen. Das ist eine einmalige Chance für jeden Katholiken, als zur kleine Herde zugehörig gegen den Rest der Welt zu stehen.

    Pia, Sie beweisen hier immer wieder, dass Sie vom heiligen katholischen Glauben nicht viel verstehen.

    Jedes TUN und LASSEN hat seinem Namen, das ist eine ganz normale Feststellung. In ihrem Artikel vom 30. August, um 7.30 Uhr, schreiben Sie folgendes: “ Wer “Häretiker” ist, das entscheidet einzig und allein das Lehramt der katholischen Kirche.“ Belegen Sie bitte wo die heilige katholische Kirche dieses fordert! Weiter unten lesen wir dann: „Insofern hat sich die Situation in der Konzilskirche geändert, der Glaube dort wird von Häresien geradezu überwuchert.“

    Merken Sie wieder einmal nicht, wie Sie sich schon wieder verrannt haben? Wenn es nach ihrer Meinung in der Konzilskirche Häresien gibt, dann haben jene Menschen, die solchen Häresien anhängen eben den passenden Namen und lautet der lautet dann Häretiker. Vielleicht sehen Sie aber diese nur als Osterhasen oder sonst etwas. Für den gebildeten Katholiken sind das jedenfalls Häretiker. Diese Bezeichnung gab es in der heiligen katholischen Kirche schon immer. Warum wollen Sie das abstreiten und es wieder den Sedisvakantisten in die Schuhe schieben?

  35. Einige Anmerkungen:
    1. Wem es um bürgerliche Anerkennung geht, der geht zur FSSPX… Etwas sinngemäß Seltsameres, Verkehrteres in dieser Hinsicht habe ich noch nie gelesen.
    Tatsache ist: Schon Katholiken, die regelmäßig die überlieferte Messe aller Zeiten besuchen, werden schief angesehen, in den Medien angegriffen. Wer in eine „Pius-Kapelle“ geht und nicht nur in „Tradi-Kreisen“ verkehrt, gerät in eine Paria-Position. Der wird nicht selten auch von „traditionellen Konzilskatholiken“ verachtet. Zumindest wird sein „Gang in die Pius-Kapelle“ verachtet…
    2. Ich schließe die Möglichkeit einer Art von Sedisvakanz nicht aus. Eine „Möglichkeit nicht ausschließen“ heißt nicht, davon überzeugt zu sein. Mir fehlen die Begriffe, um diesen Glaubensabfall theologisch kennzeichnen zu können. Und als Gläubige brauche ich diese Begriffe auch nicht, weil ich nun wirklich nicht zum Lehramt der katholischen Kirche gehöre und nie gehören kann.
    3. Für mein Leben im Glauben ist wichtig: Rom ist modernistisch, ökumenistisch, protestantisiert. Es verdient keinen Gehorsam, ich habe mich an den überlieferten Glauben zu halten, den ich in Rom nur noch rudimentär erkennen kann.
    4. Herr Bergoglio ist für mich vom katholischen Glauben weitgehend abgefallen. Mehr noch: Seine Art, diesen Abfall zu demonstrieren, ist nur noch widerwärtig. Nicht weil er ein feiger, opportunistischer, medienabhängiger Mann ist, sondern weil er den Glauben banalisiert. Er macht den Glauben lächerlich. Er ist die üble Karikatur eines Papstes.
    5) Wenn der Stuhl Petri von der „üblen Karikatur eines Papstes“ besetzt ist, vielleicht kann man das eine „ganz besondere, außergewöhnliche Sedisvakanz“ nennen.
    6) Deshalb werde ich nicht zur Sedisvakantistin. Ich weiß nicht, wann diese Sedisvakanz begonnen hat, ich weiß auch nicht, mit welchem Papst. Ich weiß nicht, ob einzelnen häretische Akte einen Papst zum Häretiker machen.
    Ich weiß sicher: Johannes XXIII. durfte das Lehramt der Kirche nicht amputieren, halbieren. Er durfte es nicht beschränken auf die Verkündigung des Glaubens und den Kampf gegen Häresien aufgeben.
    Begann mit ihm deshalb die Sedisvakanz? Mit ihm, der auch ein Verehrer des KOSTBAREN BLUTES war, von dem man sagt, er habe einen „gesunden Menschenverstand“ gehabt, sei persönlich sehr fromm, aber nicht sonderlich intelligent gewesen, was das theologische Abstraktionsniveau betrifft.
    7) Was nun Herrn Bergoglio anbetrifft, bin ich eine „praktische Sedisvakantistin“. Aber ich rufe nicht die Sedisvakanz aus. Weil ich nicht das Lehramt bin, sondern nur eine einfache Gläubige. Ich habe auch keine Vision, die mir befiehlt, ich sollte das tun. Deshalb versuche ich, meinen Glauben zu leben. Nicht dem wiederhergestellten Lehramt vorzugreifen, dass vielleicht einen besseren, treffenderen theologischen Begriff finden wird, als den der Sedisvakanz.
    8) Ich habe der Vorsehung Gottes nicht vorzugreifen.

  36. …Der Espresso fehlte…Nicht dem wiederhergestellten Lehramt vorzugreifen, d a s vielleicht einen besseren, treffenderen theologischen Begriff finden wird…..

  37. Ich habe mich zu korrigieren, bzw. ich habe zu präzisieren: Die bisherigen Konzils- und Nachkonzilspäpste standen mehr oder weniger für eine modernistische, ökumenistische, protestantisierte Theologie. Sie haben damit schwersten Schaden für den katholischen Glauben angerichtet. Obwohl sie subjektiv fromm waren, die Marienverehrung Johannes Paul II. war nicht gespielt…
    Bei Herrn Bergoglio – Franziskus befürchte ich, dass er nicht nur fehlgeleitet ist, sondern mehr oder weniger bewusst die Kirche und das Amt des Papstes zerstören will.
    Sollte es zur Heiligsprechung Johannes XXIII. und Johannes Paul II. kommen, handelt es sich um einen Akt, der unumkehrbar ist. Es sei denn, der Papst wird als Häretiker verurteilt. Dazu wird es dann kommen müssen.
    Ich wiederhole mich: Dieses Urteil, auch über die gesamte Konzilsepoche, steht nur einem rechtgläubigen Papst und/oder dem nächsten Konzil zu.
    Gläubige dürfen sich über diese Ereignisse ein Urteil bilden. Sie dürfen es aber nicht überhöhen und müssen letztendlich die definitive Entscheidung des wiederhergestellten Lehramtes abwarten. Und bis dahin und darüber hinaus dem überlieferten Glauben treu bleiben.

  38. @Pia T. schreibt: „Und bis dahin und darüber hinaus dem überlieferten Glauben treu bleiben.“ – „Sie dürfen es (das Urteil) aber nicht überhöhen“

    Meinen Sie tatsächlich man könne dem Glauben treu sein und gleichzeitig Ketzereien, Gotteslästerungen etc nicht „überhöhen“? Es ist ungefähr so als ob jemand sagt, ich bleibe dem Glauben treu indem ich nur ein klitzekleines Weihrauchkorn dem Götze opfere. Man kann Ketzereien überhaupt nicht überhöhen. Das ist unmöglich. Genausowenig wie man Gott zu viel lieben kann. Das ist beides einfach unmöglich!

    Sie verharmlosen genau dadurch, daß sie sagen, man dürfe nicht überhöhen.

  39. @ Pia

    Nirgends habe ich behauptet, daß es Leute gäbe, die gerade deswegen zur FSSPX gehen, um bürgerliche Anerkennung zu erhalten. Sie verstellen den Sinn meiner Aussage. Ich sage, daß Ihre Darlegungen bezeugen, worum es der FSSPX (und ihrem Umfeld) selbst primär eigentlich geht, nämlich um die Anerkennung seitens der V-Sekte und somit seitens der allgemeinen Gesellschaft. Nun sind aber V2-Sekte und Gesellschaft dezidiert antichristlich. Aber trotzdem will man deren Anerkennung. Und das ist verräterisch. Denn die eigene Hoffnung bezeugt den eigentlichen Geist.

    Ihre Argumente und Darlegungen, Pia, sind leider modernistischer Natur. Und ebenso sind es die Prinzipien des Standpunktes der FSSPX. Das ist meine Aussage. Es ist klar, daß für die Masse der System-Bürger auch die FSSPX „problematisch“ ist. Aber der Maßstab kann nicht der Konsens der Masse sein, sondern der Maßstab muß die wahre Lehre der Kirche sein. Leider richtet sich die FSSPX mit ihrem „Mittelweg“ aber am Konsens der antichristlichen Masse aus…

    Pia: „Mir fehlen die Begriffe, um diesen Glaubensabfall theologisch kennzeichnen zu können. Und als Gläubige brauche ich diese Begriffe auch nicht, weil ich nun wirklich nicht zum Lehramt der katholischen Kirche gehöre und nie gehören kann.“

    Ihr erster Satz mag stimmen. Aber das liegt mehr oder weniger an Ihnen selbst, sich diese anzueignen. Der erste Teil Ihres zweiten Satz ist aber grundfalsch, weil es hier eben nicht um besonders spezifische theologische Begriffe geht, sondern um die allgemeine Regel des katholischen Glaubens, wie sie in JEDEM (vorkonziliaren) Katechismus zu finden ist. Wer aber nicht weiß, wer zur röm.-kath. Kirche gehört und wer nicht, der weiß auch nicht wirklich, was die röm.-kath. Kirche eigentlich ist. Aber da hilft JEDER Katechismus weiter.

    Zudem geht es nicht darum, selber Lehramt zu spielen. Es geht darum, was die Kirche bis V2 allen Gläubigen ganz allgemein gelehrt hat. Und das sind Dinge, die jeder nachlesen kann (wenn man es denn nachlesen will). Ganz offensichtlich scheitert es aber nicht am Können, sondern am Willen (der eben oftmals bereits modernistisch ist).

    Pia: „Rom ist modernistisch, ökumenistisch, protestantisiert. Es verdient keinen Gehorsam, ich habe mich an den überlieferten Glauben zu halten, den ich in Rom nur noch rudimentär erkennen kann.“

    Ja, Rom ist eindeutig nicht mehr römisch-katholisch. Somit sind die entsprechenden Personen keine Katholiken. Das haben Sie richtig erkannt. Aber wenn Sie diese Leute trotzdem als katholische Autoritäten anerkennen, dann verstoßen Sie gegen die Lehre der Kirche, wenn Sie ihnen trotzdem den Gehorsam verweigern. Denn auf diese Weise macht man lediglich Hackfleisch aus der Lehre und dem Selbstverständnis der Kirche.

    Pia: „Herr Bergoglio ist für mich vom katholischen Glauben weitgehend abgefallen.“

    Korrekte Beobachtung! Und weil er ZWEIFELLOS vom röm.-kath. Glauben abgefallen ist, ist er auch kein Katholik. Und als Nicht-Katholik kann er nicht Haupt der röm.-kath. Kirche sein (siehe auch die Bulle „Cum ex apostolatus“ von Paul IV. und „De Romano Pontifice“ des Kirchenlehrers Robert Bellarmin)

    Pia: „Wenn der Stuhl Petri von der “üblen Karikatur eines Papstes” besetzt ist, vielleicht kann man das eine “ganz besondere, außergewöhnliche Sedisvakanz” nennen.“

    Ja natürlich ist dieser Zustand ein „ganz besonders außergewöhnlicher“. Es ist der absolute Alptraum für die Kirche (und auch für die Welt). Das ist der Coup der Modernisten: Eine „Karikatur des Papstes“ zu installieren (auch Paul VI. war nur mehr eine „Karikatur“, wenn auch nicht eine ganz so lächerliche), durch die nicht nur alle Gläubigen geblendet werden, sondern sogar die gesamte ehemalige Hierarchie zum Glaubensabfall geführt wurde.

    Pia: „Ich weiß nicht, wann diese Sedisvakanz begonnen hat, ich weiß auch nicht, mit welchem Papst.“

    Das sind Detailfragen, die in unserer jetzigen Betrachtung weniger von Belang sind. Es geht zunächst um den grundlegenden Punkt, daß Häretiker und Apostaten definitiv keine rechtmäßigen kirchlichen Autoritäten darstellen können. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist der Unsinn, sie doch als rechtmäßige Autoritäten zu betiteln und ihnen zugleich trotzdem den Gehorsam zu verweigern. Das ist eben eine völlig unkatholische und somit unhaltbare Position.

    Pia: „Ich weiß nicht, ob einzelnen häretische Akte einen Papst zum Häretiker machen.“

    Sie müssen das Pferd von der richtigen Seite aufzäumen: Die Lehre der Kirche besagt, daß wenn die Kirche und der Papst (oder auch der Papst alleine) der ganzen Kirche bzw. allen Gläubigen eine verbindliche Lehre verpflichtend auferlegt, dann ist das ein unfehlbarer Akt des kirchlichen Lehramtes. Von dieser Warte aus muß man die ganze Problematik betrachten.

    Nun stellen wir aber – einvernehmlich – fest, daß die Person im „Papstamt“ und mit ihr (nahezu) alle „Bischöfe“ (bei V2 waren sie mehrheitlich sicher noch wahrhaftige und rechtmäßige Bischöfe, später sukzessive nicht mehr) plötzlich Irrtümer und Häresien verkünden und diese – und darauf kommt es an – auch allen Gläubigen zur religiösen Befolgung auferlegen. Nun vergleichen wir diese Tatsache mit der obigen Regel bzw. Lehre der Kirche.

    Wir hätten hier also glasklar einen verbindlichen und unfehlbaren Akt des kirchlichen Lehramtes, wenn dieses „Lehramt“ (bzw. die entsprechende Autorität) tatsächlich das wahre und rechtmäßige Lehramt der röm.-kath. Kirche wäre. Wäre das so, dann wären wir alle auf Todsünde verpflichtet, diese verkündeten V2-„Lehren“ gehorsam anzunehmen und fest zu glauben.

    Da wir alle – und auch Sie, Pia, – aber dank der Gnade Gottes erkennen, daß es sich bei den verbindlich verkündeten V2-„Lehren“ um Verfälschungen und Häresien handelt und wir zugleich wissen, daß das verbindliche Lehramt von Gott mit der Unfehlbarkeit ausgestattet worden ist, schlußfolgern wir somit logischer Weise daraus, daß es sich bei V2 überhaupt nicht um das röm.-kath. Lehramt handeln kann. Und wenn es ein anderes „Lehramt“ ist, dann ist es somit auch eine andere „Kirche“, denn Gott hat Seiner Kirche neben dem unfehlbaren Lehramt kein fehlbares Lehramt gegeben.

    Pia: „Begann mit ihm [Johannes XXIII.] deshalb die Sedisvakanz?“

    Es kommt auf die konkreten Argumente an, die man hierbei vorbringen kann. Ich selber bin der Meinung, daß auch bereits Johannes XIII. in ungültiger Weise sein „Papstamt“ angetreten ist, da er – wie auch Montini – wohl auch schon vorher einer Freimaurerloge beigetreten ist. Für Kleriker bedeutete dies die automatische Exkommunikation.

    Würde es aber so sein, daß er kein Freimaurer war, so könnte er, wenn er guten Glaubens und Sinnes war, das Papstamt gültig angetreten haben. Die Einberufung dieses „Konzils“ stellte er aber explizit unter das Ziel der „Erneuerung der Kirche“. Schließlich war er es, der das „Konzil“ das „neue Pfingsten“ nannte. Somit kann man davon ausgehen, daß er sowieso nicht guten Glaubens und Sinnes war – in ihm also schon vor der „Wahl“ (wenigstens vor der Eröffnung des „Konzils“) ein Wolf steckte…

    Pia: „Was nun Herrn Bergoglio anbetrifft, bin ich eine “praktische Sedisvakantistin”. Aber ich rufe nicht die Sedisvakanz aus.“

    Das ist doch ein löblicher Fortschritt! Sie müssen auch nichts ausrufen. Auch wir rufen die Sedisvakanz nicht aus (das obliegt den rechtmäßigen Hirten, wie z.B. damals Erzbischof Thuc). Wir betrachten die Lehre der Kirche und sagen daraufhin: „Mit V2 hat nicht das Lehramt der Kirche gesprochen. Somit handelt es sich bei dieser fortgesetzten Organisation des V2-Unglaubens NICHT um die röm.-kath. Kirche“. Und aufgrund dieser Schlußfolgerung sagen wir: „Diesen Leuten bzw. Häretikern kann man nicht gehorchen (nicht einmal mit ihnen in irgendeiner Weise paktieren)“.

    Pia: „Deshalb versuche ich, meinen Glauben zu leben.“

    Genau das wollen wir auch. Aber dazu muß man die wahre Lehre der Kirche beleuchten, sie studieren und ihr treu bleiben. Das schaffen Sie auch!

    Pia: „Ich habe der Vorsehung Gottes nicht vorzugreifen.“

    Das tun wir auch nicht. Wir suchen „lediglich“ nach einer wahrhaft katholischen Rechtfertigung, warum wir die V2-„Autoritäten“ und ihre „Lehren“ verwerfen. Gott möge uns durch Seine gnädige Vorsehung wieder einen wahren Papst und eine katholische Hierarchie und Ordnung schenken!

    Pia: „Sollte es zur Heiligsprechung Johannes XXIII. und Johannes Paul II. kommen, handelt es sich um einen Akt, der unumkehrbar ist.“

    Korrekt! Und auch das wäre ein weiterer Beweis, daß es sich nicht um die röm.-kath. Kirche handelt, denn diese ist eben bei Heiligsprechungen unfehlbar. Aber da wir wissen, daß diese „Päpste“ keine Heiligen der röm.-kath. Kirche sind, wissen wir aufgrund der verfehlten „Heiligsprechung“ somit auch, daß es sich bei dieser ganzen Organisation nicht um die röm.-kath. Kirche handeln kann.

    Pia: „Es sei denn, der Papst wird als Häretiker verurteilt.“

    Ja, beten wir eifrigst, daß Gott eingreifen und uns vor noch größerem Übel bewahren möge…

  40. Wieder nur einige Anmerkungen:
    1. Immer wieder werde ich angesprochen, als sei ich eine Sprecherin der FSSPX. Oder eine typische Vertreterin.
    Ich spreche ausdrücklich nur in meinem eigenen Namen. Natürlich habe ich Kontakte, Austausch mit Gläubigen und Priestern der FSSPX. Die wissen, dass ich den Rom-Anbiederungskurs der FSSPX-Leitung verhängnisvoll finde. Das ist es aber schon. Ich bitte sehr darum, für meine Kommentare nicht die FSSPX verantwortlich zu machen. Oder den Widerstand innerhalb der FSSPX. Niemand nimmt Einfluss auf meine Kommentare, ich stehe allein dafür.
    2. Wenn ich den Rom-Anbiederungskurs der FSSPX-Leitung verhängnisvoll finde, kann ich nicht gleichzeitig die Anerkennung Roms suchen. Für mich ist Erzbischof Lefebvre die entscheidende Autorität und nicht Bischof Fellay, der nach meiner Meinung den Kurs des Erzbischofs verrät. Ich kenne seine Motive nicht im einzelnen, aber vielleicht trifft es zu, dass er nach Anerkennung sucht, dass er und seine Mitarbeiter das Kreuz des Außenseiters, des Geächteten nicht mehr ertragen, nicht mehr tragen können.
    3. Erzbischof Lefebvre ist exkommuniziert gestorben. Man muss nicht dem Sedisvakantismus angehören, um Rom als modernistisch, ökumenistisch, protestantisiert zu beurteilen. Sein Widerstand gegen Rom, seine Kritik an Rom, aber vor allem seine Priester- und Bischofsweihen haben den Fortbestand der Kirche gesichert.
    4. Es ist ein absoluter Irrtum, wenn Sedisvakantisten einerseits den Sedisvakantismus ausrufen, andererseits sich noch nicht mal über das Datum einig sind. Und dann behaupten, das Datum sei belanglos. In einer so wichtigen Frage müsste Einigkeit bestehen. Das fehlende Datum, das Nichtwissen, wann dieser Sedisvakantismus begonnen hat, zeigt: Der Sedisvakantismus hat noch nicht mal das entscheidende Kriterium für seine Behauptungen.
    5. Ich wiederhole mich: Gläubige können sich ein Urteil bilden, dass in Rom weitgehend der Glaubensabfall herrscht. Doch nicht nur in Rom. In den meisten Diözesen der katholischen Kirche.
    6. Erst ein wiederhergestelltes Lehramt der Kirche wird diesen Glaubensabfall definitiv bewerten und einordnen können. Sollte es zur Heiligsprechung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. kommen, wird erst NACHTRÄGLICH ein wieder hergestelltes Lehramt Franziskus zum Häretiker erklären. Ich, Pia T., kann der Überzeugung sein, er ist ein Häretiker. Doch ich verwechsle mich nicht mit dem Lehramt. Ein endgültiges Urteil steht dem rechtgläubigen Papst und/oder dem nächsten Konzil zu. Niemand weiß, wann das sein wird. Niemand weiß, wie das Urteil lauten wird, welche Begriffe gewählt werden, um diesen Glaubensabfall zu definieren.
    7. Der Sedisvakantismus ist ständig in der Gefahr, sich endgültig und für immer von Rom zu trennen. Wenn einzelne Bischöfe, Priester und Laien für sich in Anspruch nehmen, jetzt schon VERBINDLICH Urteile zu fällen, die nur dem Lehramt der Kirche zustehen, besetzen sie die Position des Lehramtes. Sie befinden sich in der Gefahr, niemals mehr das Lehramt anzuerkennen, da sie jetzt schon alles wissen.
    8. Wenn sich das Leben des Glaubens darin erschöpfen würde, ob man einzelne Päpste als nicht existent betrachtet, wie armselig wäre dieses Leben, dieser Glaube…

  41. Stephan, man sollte vielleicht bedenken, dass die Bruderschaftstheologen durchaus wissen, dass ein Häretiker außerhalb der Kirche steht. Sie sagen dann eben einfach, dass es objektive Häretiker sind, aber keine subjektiven. Die Konzilssektler wissen also nicht, dass sie Häresien verkünden und sind daher exkulpiert. Es würde mich interessieren, wie man diesem Argument vom Standpunkt des Sedisvakantismus aus begegnet.

  42. @boni
    Das ist schon wieder eine Unterstellung. Welcher „Bruderschaftstheologe“ hat behauptet, die Päpste, die ja wohl gemeint sind, seien „objektive Häretiker, aber keine subjektiven“?
    Ich habe bisher gelesen, dass die FSSPX von „häretischen Akten“ der Päpste sprach, aber offiziell noch keinen Papst als Häretiker bezeichnet hat. Das war vor Franziskus und dem Fellay-Kurs vor allem im vergangenen Jahr.
    Falls ein „Bruderschaftstheologe“ die Päpste als objektive Häretiker bezeichnet haben sollte, was ich nicht weiß, dann wäre es immer noch eine Unterstellung, von den Bruderschaftstheologen zu sprechen.
    Sicher stimmt es, dass innerhalb der FSSPX früher die Konzils-Päpste schärfer kritisiert wurden. Aber sie wurden nicht offiziell als Häretiker bezeichnet.
    Das nur zur Klarstellung.
    Von mir aus können die Sedisvakantisten kritisieren, dass die FSSPX noch keinen Papst als Häretiker verurteilt hat. Es ist jedoch in keiner Debatte erlaubt, der Gegenseite Argumente zu unterstellen, die sie nie verwendet hat.

  43. „PIA“: „8. Wenn sich das Leben des Glaubens darin erschöpfen würde, ob man einzelne Päpste als nicht existent betrachtet, wie armselig wäre dieses Leben, dieser Glaube…“

    Für im heiligen katholischen Glauben treu gebliebene Katholiken ist alles wichtig, auch diese Frage. Es ist eine so wichtige Angelegenheit, dass davon unsere EWIGE SELIGKEIT abhängt. PIA, studieren Sie bitte einmal darüber nach. Ich hoffe, dass Sie auch noch zur Einsicht kommen.

    „PIA“: „7. Der Sedisvakantismus ist ständig in der Gefahr, sich endgültig und für immer von Rom zu trennen. Wenn einzelne Bischöfe, Priester und Laien für sich in Anspruch nehmen, jetzt schon VERBINDLICH Urteile zu fällen, die nur dem Lehramt der Kirche zustehen, besetzen sie die Position des Lehramtes. Sie befinden sich in der Gefahr, niemals mehr das Lehramt anzuerkennen, da sie jetzt schon alles wissen.“

    „PIA“, in Gefahr sind wir alle zu jeder Zeit für ewig verloren zu gehen. Es gibt aber sichere Mittel diese Gefahren zu mindern. Ein Mittel besteht darin, dass wir alles mit dem sicheren Lehramt betrachten, beurteilen und schließlich richtig einordnen.
    Das Lehramt lehrt uns eben:
    a) Häresie ist kirchentrennend;
    b) die Bulle „Cum ex apostolatus officio“ von Papst Paul IV., zur Gültigkeit des Papstes;
    c) der Amtsverlust bei Häresie mit dem CIC 1917, Kanon 188, § 4;
    Ohne diese Sicherheit könnten wir unseren Standpunkt nicht vertreten.
    Jeder Sedisvakantist kann hier nur für sich selbst sprechen. Ich für meinen Teil mache nichts anderes, als mich genauestens am Lehramt auszurichten. Ich bete und sehne mich nach einem gültigen Papst und einer katholischen Hierarchie,die ganz fest zum heiligen katholischen Glauben, zur Sitte und zur Disziplin steht.

  44. @ boni

    Eine sehr gute und wichtige Frage! Ja, die FSSPX versucht sich u.a. auf die Unterscheidung zwischen „materieller“ und „formeller“ Häresie zu stützen. Bei genauerer Untersuchung entpuppt sich aber auch das als verkehrt. Aber das gewichtigere Problem bei der FSSPX liegt darin begründet, daß sie sich eine unkatholische „Rechtfertigung“ basteln, um den von ihnen anerkannten „röm.-kath. Autoritäten“ doch nicht gehorchen zu müssen. Und hierzu verfälschen sie – wie auch die damaligen Modernisten – z.B. die Lehre über das verbindliche Lehramt und den Sinn des Kanons des hl. Vinzenz von Lérins. Und diese Dinge sind es, die wirklich unkatholisch und gefährlich und im Grunde häretisch sind. Daraus entpuppen sich dann alle weiteren Irrtümer bzw. zurechtgebogenen Erklärungsversuche, die aber nicht der Lehre der Kirche standhalten.

    Aber auch die von der FSSPX vorgebrachte Unterscheidung zwischen „materiellem“ und „formellem“ Häretiker ist letztendlich eine Irreführung. Das CIC verwendet diese Begriffe aus gutem Grund nicht, weil sie eben schon an sich irreführend sind. Aber auch die Dogmatiker legen diese Begriffe ganz anders aus, als die FSSPX es so lapidar darstellt. Und schon gar nicht kann man diese Begriffe auf ausgebildete Kleriker anwenden. Das ist wieder so eine völlige Demolierung des Selbstverständnisses der Kirche und ihrer Lehre über den mystischen Leib Christi.

    Zum korrekten Verständnis dieser Thematik empfehle ich folgende Analyse: http://www.strobertbellarmine.net/pertinacity.html

    Auszug: „…the material element involved in being a heretic is conscious dissent from the Catholic rule of faith, while the formal element is the perverse state of the will which this entails. The distinction thus made, a Catholic who inculpably advances a heretical proposition by inadvertence may perhaps be said to have advanced a material heresy; but he cannot be called a material heretic. He is not a heretic in any sense. A heretic is one who dissents altogether from the Catholic rule of faith, and he will be called a material heretic if he is invincibly ignorant of the authority of the Church which he rejects, and a formal heretic if the Church’s authority has been sufficiently proposed to him, so that his dissent from it is culpable. (This is clearly explained by Cardinal Billot: De Ecclesia Christi, ed. 4, pp. 289-290)

    „So according to the correct usage of the term, as outlined above, a Catholic can never become a material heretic. He is not invincibly ignorant of the Church’s authority, and any conscious dissent from her teachings will therefore make him a formal heretic. Material heretics are exclusively those baptised non-Catholics who err in good faith. That is why Dr Ludwig Ott notes that “public heretics, even those who err in good faith (material heretics), do not belong to the body of the Church, that is to the legal commonwealth of the Church. (Fundamentals of Catholic Dogma, p.311)

    „And in fact Dr Ott’s preferred expression – “heretics who err in good faith” is the one used in the Code of Canon Law (Canon 731), which completely eschews the potentially misleading term “material heretics”.“

    Hier erkennen wir glasklar, daß bekennende Katholiken stets als formelle Häretiker im „externen Forum“ betrachtet werden und daß ausgebildete Kleriker schon gar nicht „unschuldig unwissend“ sein können.

    Nehmen wir einmal rein hypothetisch an, daß z.B. Herr Bergoglio wirklich nichts weiß. Das macht ihn vielleicht persönlich „unschuldig“, aber er wird durch seine Unwissenheit trotzdem kein Katholik. Ein Katholik muß seinem Glauben kennen und bekennen. Also auch wenn Herr Bergoglio aufgrund seiner völligen Unwissenheit lediglich ein „materieller Häretiker“ wäre, könnte er trotzdem niemals Haupt der röm.-kath. Kirche sein, da es für dieses Amt erfordert, daß man überhaupt bekennender Katholik ist.

    Bei seinen Vorgängern ist Unwissenheit aber ganz sicher auszuschließen, denn sie haben alle in vorkonziliaren Seminaren usw. studiert. Wojtyla z.B. machte seinen Doktor unter dem weitbekannten und energischen Antimodernisten P. Garrigou-Lagrange O.P. Wojtyla wußte also ganz genau, was wahrhaft katholisch und was häretisch-modernistisch ist. Genau diese Unterscheidung hat er explizit gelernt. Er traf seine Wahl zugunsten des häretischen Modernismus also ganz sicher ganz bewußt… Oder man muß diesen Leuten völlige Unzurechnungsfähigkeit unterstellen, was aber dann auch wiederum den Verlust eines jeden kirchlichen Amtes zur Folge hat, denn Unzurechnungsfähige können keine Hirten sein. Also wie man’s dreht und wendet, die Position der FSSPX ist unhaltbar…

  45. Stephan, die Unterscheidung zwischen materieller und formaler Häresie des Heiligen Robert von Bellarmin, die Sie dankenswerterweise herausgesucht haben, entspricht tatsächlich nicht dem, was z.B. Dr.Dr. Gregorius Hesse, ein der Bruderschaft sehr nahe stehender Priester, dazu sagt. Bei Bellarmin ist bereits der materielle Häretiker schuldhaft abgefallen und beim formellen kommt nur noch die kirchliche Prüfung des Abfalls hinzu.

  46. Stephan, dass man die Häresien Roms nicht einfach als Blödsinn abtun kann, wie es die Bruderschaft wohl tut, also als etwas, das Bellarmin gar nicht als Häresie qualifizieren würde, erkennt man u.a. daran, dass Rom für seinen „Blödsinn“ Gehorsam einfordert.

  47. Auch die Begriffe „formelle“ / „materielle“ Häresie werden (wie vieler andere) nicht einheitlich in der theologischen Literatur gebraucht. Ich bin dabei, einen Aufsatz im Netz dazu rauszusuchen. Auch oben verlinkter Artikel vom strobertbellarmine.net ist sehr interessant.
    „formell“ kann einmal moraltheologisch die persönliche Anrechenbarkeit, also Schuld meinen, ein anderes mal – kirchenrechtlich – die Hartnäckigkeit in der Häresie. Zumindest soweit ich weiß.

  48. @ boni

    Die von mir zitierten Darlegungen entstammen dogmatischen Werken von Kardinal Billot und und dem Standardlehrbuch von Dr. Ludwig Ott. Der ganze Artikel ist nicht von Robert Bellarmin, sondern von einem gewissen John S. Daly.

    „…dass man die Häresien Roms nicht einfach als Blödsinn abtun kann, wie es die Bruderschaft wohl tut, also als etwas, das Bellarmin gar nicht als Häresie qualifizieren würde, erkennt man u.a. daran, dass Rom für seinen “Blödsinn” Gehorsam einfordert.“

    Genau das ist der Knackpunkt! Würden die V2-„Autoritäten“ nicht Verbindlichkeit bzw. Gehorsam fordern, sähe es ganz anders aus. Doch die Bruderschaft sagt, daß die Verkündigungen und „Lehren“ der V2-„Autoritäten“ eben nicht die notwendige Sprache bzw. die notwendigen Kriterien für Verbindlichkeit treffen würden und daß sie auch nicht direkt häretisch wären. Aber selbst wenn es so wäre (was ich nicht glaube, da sie eine komplett neue Religion geschaffen haben), dann wären die V2-„Autoritäten“ trotzdem die nächste Auslegung und man müßte ihnen trotzdem grundsätzlich folgen. Doch die FSSPX beansprucht für sich selbst quasi ein eigenes lebendiges Lehramt, mit dem sie sich die Sachen zurechtbiegen könne…

    @ dspecht

    Ausgebildete Kleriker, zumal wenn sie bereits in vorkonziliaren Seminaren ausgebildet wurden, können nicht lediglich „materielle Häretiker“ sein. Und selbst katholische Laien werden, wenn sie beharrlich sind, grundsätzlich vom Kirchenrecht als formelle Häretiker betrachtet (da ein zeitweiliger Irrtum gar keine Häresie ist). Nun ist aber auch bei den V2-„Autoritäten“ die Hartnäckigkeit (mein obiger Link geht eben genau darauf ein) ganz offensichtlich. Und nun hat auch noch die FSSPX diesen „Autoritäten“ die einzelnen Punkte der katholischen Lehre bei den „Gesprächen“ vorgelegt und trotzdem beharren die V2ler hartnäckig auf ihren antikatholischen Irrlehren…

  49. @Stephan schreibt: „Und nun hat auch noch die FSSPX diesen “Autoritäten” die einzelnen Punkte der katholischen Lehre bei den “Gesprächen” vorgelegt und trotzdem beharren die V2ler hartnäckig auf ihren antikatholischen Irrlehren…“

    Weiß jemand ob es diese „Dubia” von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre und die Antworten aus Rom darauf zwischenzeitlich irgendwo für die Öffentlichkeit gibt?

  50. @ AN ALLE

    PAUL O. SCHENKER RICHTET MIR AUS, DASS ER SEIT TAGEN UND VORAUSSICHTLICH WEITERHIN EINIGE TAGE NICHT ANS INTERNET KANN, INFOLGE EINES TELEFONKABELBRUCHES.

    Alois

  51. „Und hier ist, was der neue Distriktobere von Deutschland, P. Udressy, mit einer heuchlerischen “Traurigkeit” zu sagen hat…“

    Richtig. Eine heuchlerische „Traurigkeit“, denn eine Traurigkeit liegt ganz und gar nicht vor. Diese Weggänge jener Priester und Laien, die dem Fellay/Schmidberger-Kurs nicht folgen, sind erwünscht und in das unselige Programm mit aufgenommen. Und Fellay scheut sich nicht, dies selbst zuzugeben. Er scheute sich auch nicht, den Gründer der Bruderschaft, Marcel Lefebvre, zu verleugnen und sich von ihm loszusagen, dafür aber heimlich
    – mit einem Pack Geld in der Hand – fremde und andersdenkende Leute zu befragen und zu beauftragen, die Priesterbruderschaft von Kopf bis Fuß zu untersuchen und auszukundschaften, um das Image der Bruderschaft zu verbessern.
    Ja Pater Udressy, das Karrieremachen, die Beförderung zum Distriktoberen ist viel zu bestechend. Haben Ehre, Geltung und das Ansehen doch einen viel höheren Stellenwert als im Kreuz, in Verachtung, Verschmähung, im Kampf für den wahren Glauben und im Kampf gegen diese Konzilskirche Christus nachzufolgen? Zum Glück ist Hochwürdiger Pater Dr. Sauer einer von vielen, die ihm in seiner Tapferkeit schon vorausgegangen sind.

  52. Einen kleinen Vorteil hat die Abberufung Udressys aus München aber doch: Statt seiner langweiligen und leeren Predigten sind nunmehr die viel besseren Predigten Pater Trutts auf pius.info zu hören.

  53. @ Stephan, 28.8., 20.06 Uhr

    „…Im Gegenteil tut es weh, den Irrweg der FSSPX mit anzuschauen. Viele gutwillige Seelen geraten durch den Schlingerkurs immer tiefer ins falsche Fahrwasser und “lernen” einen falschen Katholizismus, eine falsche Regel des Glaubens und ein falsches Selbstverständnis der Kirche. Das ist das große Übel.“

    Den Irrweg der FSSPX kann man nicht oft genug beklagen und bedauern. Wer hätte das jemals gedacht, daß der Fürst dieser Welt derart seine Teufelsmacht über die Priesterbruderschaft ausbreiten kann? Was ging in den Seelen der Gläubigen und der Priester vor, daß Gott auf so furchtbare Weise seine Gnade entzog?

    Auch die DOKTRINELLE PRÄAMBEL kann nicht oft genug verabscheut und verworfen werden.

    Diese Doktrinelle Präambel vom 15. April 2012, die im Kopf Fellays schon unterschrieben war, ist auf ein Lügengebäude aufgebaut. Bereits der erste Satz beginnt mit einer Arglist und Falschheit:

    „I. Wir versprechen der Katholischen Kirche und dem Römischen Pontifex, dem Obersten Hirten, Stellvertreter Christi, Nachfolger Petri und Oberhaupt des Bischofskollegiums stete Treue.“

    Und gibt damit zu verstehen: dieser gegenwärtige „Pontifex“ ist das wahre Oberhaupt. Diese Ketzer“kirche“ ist wiederum die wahre, auf dem Felsen Petri erbaute Kirche unseres Herrn.

    Es ist nicht möglich, Treue zu versprechen, solange es zwischen den jetzigen Rom-Besetzern und den bisherigen Päpsten vor dem Konzil derart gravierende Widersprüche in der Lehre gibt.
    Dieses Versprechen bedeutet eindeutig ein Treueversprechen zum Irrglauben, zum Falschglauben. Wenn Fellay der Katholischen Kirche Treue verspricht, wie kann er sich dann mit dieser falschen ehebrecherischen „Kirche“ zusammenschließen? Ein ganz übles Gebahren!

    Und wie wir alle sehen, kein einziger Priester innerhalb der FSSPX hat den Mut, Antwort darauf zu geben und sich bereit zu erklären, Klarheit in die Sache zu bringen und Rechenschaft abzulegen. Tiefes Schweigen umfängt sie. Damit verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit, ihre Überzeugungskraft. Jene, die einst mit Macht predigten, wo sind sie heute? Sie alle werden fliehen und sich zerstreuen, wenn einmal Gefahr droht, fliehen als Mietlinge, weil ihnen an den Schafen nichts liegt. In der Gemeinsamkeit hätten sie diese dunklen Machenschaften bereits zu Beginn im Jahre 2009 niederringen müssen durch ihren offenen gemeinsamen Widerstand – die Ordensschwestern nicht ausgeschlossen.

  54. Alexius,

    fürwahr, die FSSPXler, die weiter unten in der Bruderschaftshierarchie stehen, und auch die FSSPX-Gläubigen müssen endlich anfangen, die Frage auf der Ebene der Ekklesiologie zu stellen. Wenn Sie das nicht tun, tun Sie einem nur noch leid.

  55. @ Alexius

    „Wer hätte das jemals gedacht, daß der Fürst dieser Welt derart seine Teufelsmacht über die Priesterbruderschaft ausbreiten kann? Was ging in den Seelen der Gläubigen und der Priester vor, daß Gott auf so furchtbare Weise seine Gnade entzog?“

    Ich denke, der Hauptgrund liegt in der Anhänglichkeit an die Welt bzw. die herrschenden Prinzipien der modernen Gesellschaft. Die Leute werden das zwar betulich von sich weisen. Aber es ist nun immer offensichtlicher geworden (u.a. auch durch die Äußerungen gewisser Kommentatoren hier), daß sie einerseits nicht wirklich den Liberalismus bzw. Modernismus verstanden haben, den Feind also nicht wirklich erkennen und verstehen, und andererseits selber mehr oder weniger vom Weltgeist und den herrschenden Maßstäben beeinflußt und durchdrungen sind. Sie denken Schritt für Schritt immer modernistischer (bzw. mittlerweile postmodernistischer), obwohl sie sich für ganz „traditionell“ halten.

    Diese „Tradition“ verstehen sie aber mehr äußerlich, es geht ihnen vorwiegend um Äußerlichkeiten. Sie wollen den Anschluß nicht verlieren. Sie wollen mitten in der Gesellschaft stehen. Doch das sind alles Ziele einer weltlichen Ausrichtung. Sie wollen so sein wie alle sind, eben nur mit altertümlichen Riten usw. Ein wahrer Widerstand gegen den „aufklärerischen“ Zeitgeist ist gar nicht wirklich angepeilt. Im Gegenteil wird sogar die satanische westliche Zivilisation als DIE christliche Zivilisation betrachtet bzw. identifiziert. Weder verstehen sie die Essenz des wahren Christentum, noch erkennen sie den Feind. Sie suchen die Anerkennung der antichristlichen Institutionen. Sie richten sich geistig am Fluß der Zeit aus. Sie gehen zur „historisch-kritischen Exegese“ über. Sie wollen unbedingt Ketzer als kirchliche Autoritäten. Dafür verfälschen sie auch die Lehre und das Selbstverständnis der Kirche. Sie können die Wahrheit immer weniger ertragen.

  56. @ Stephan: „Aber es ist nun immer offensichtlicher geworden … daß sie einerseits nicht wirklich den Liberalismus bzw. Modernismus verstanden haben, den Feind also nicht wirklich erkennen und verstehen…“

    Deswegen gilt – heute ganz besonders – was ein Priester des Widerstands schreibt:
    „Es heißt der Kirche unseres Herrn Jesus Christus und dem Heil der Seelen einen unermesslichen Dienst erweisen, wenn man die Machenschaften der Kirchenmänner öffentlich entlarvt…“

    „Es ist somit kein Mangel an Liebe, jemanden ‚schlecht’ zu heißen, der es ist und die Urheber, Begünstiger und Anhänger des Bösen als ‚Bösewichte’ zu bezeichnen…
    Die Urheber und Verbreiter häretischer Lehren sind Soldaten. Ihre Waffen sind das Buch, die Zeitung, die öffentlichen Reden und der persönliche Einfluß. […]
    Das Beste und Wirksamste ist es, den Schützen unschädlich zu machen. So ist es also angemessen, dessen Buch, Zeitung oder Rede herabzusetzen und in Verruf zu bringen und in manchen Fällen, selbst seine Person, die unbestreitbar das wichtigste Element des Kampfes ist. Es ist daher in bestimmten Fällen erlaubt, seine Schandtaten öffentlich bekanntzumachen…“ (Pater Olivier Rioult, Mai 2013)

  57. Pingback: WENN DIE (konsequenten) SEDISVAKANTISTEN RECHT HÄTTEN… | POSchenker

  58. Hier eine ausgezeichnete, sehr prägnante Darlegung (Widerlegung von Einwänden), warum es heutzutage absolut notwendig ist, Sedesvakantist zu sein, um ein wahrer KATHOLIK zu sein!

    Klicke, um auf 21_Objections.pdf zuzugreifen

    Sedesvakantist zu sein basiert naemlich nicht auf einer persönlichen Meinung oder subjektiven Einschätzung oder gar auf Arroganz, sondern ist DOGMATISCH absolut NOTWENDIG!

    … Und was den Beitrag von DSpecht vom 1. Sept, 2013 betrifft, in diesem Zusammenhang möchte ich ebenfalls den oben genannten Link

    Klicke, um auf 21_Objections.pdf zuzugreifen


    empfehlen, da dort (im Punkt 4) auch die Begriffe “formelle” / “materielle” Häresie richtig und korrekt erklärt werden!

  59. Es ist unglaublich, wie hartnäckig monatelang hier Schreiber versuchen, die Ketzerpäpste doch noch auf irgend einem Weg rehabilitieren zu können.
    Wahrlich lächerlich, bei Benedikt XVI. z.B. von „materieller Häresie“ zu sprechen, so als wäre er ein unverschuldeter Unkundiger in Glaubensfragen, ein Ungebildeter, ein unwissender Laie. Wahrlich, Benedikt XVI. ist bestens vertraut mit der Lehre der Katholischen Kirche.
    Ein gutes Beispiel wird uns in dem Link gezeigt: Es wäre so, als würde sich einer als Küchenchef eines Fünf-Sterne-Restaurant vorstellen, aber nicht wissen, was Salat ist.

  60. @ mmh700 11. Oktober 2014 um 15:20

    Die Brüder Dimond sind keine Instanz, worauf man sich berufen könne, um die Frage zu klären, wie die Kirche die Begriffe „formeller“ und „materieller Häretiker“ versteht.

    Offenkundig ist die Auslegung der Brüder Dimond (die interessanter der der „Mittelwegs“-Ideologen entspricht) FALSCH, denn wenn mit „materieller Häretiker“ ein bloß unabsichtlich irrender Katholik („a Catholic erring in good faith“) gemeint sei (und somit gar kein wirklicher Häretiker ist), könnte nicht folgendes gelten:

    “According to Canon 731, it is forbidden to administer the sacraments of the Church to HERETICS and schismatics, even though they be in GOOD FAITH and ask for them, unless they have first been reconciled with the Church after abjuring their errors.” (T. Slater, SJ. “A Manual of Moral Theology”, 1925)

    Denn dann müßte die Kirche ja unabsichtlich irrenden Katholiken die Sakramente verweigern. Sie verweigert die Sakramente aber nur Häretikern bzw. Andersgläubigen. Mit dem Begriff „materielle Häretiker“ bzw. „Häretiker guten Glaubens“ sind also offenkundig jene gemeint, die ein nicht-katholisches Bekenntnis haben, dieses aber nicht aufgrund eines sündhaften Aktes, sondern weil sie in einer nicht-katholischen Gemeinschaft aufgewachsen sind.

    Anstatt der Dimonds wäre z.B. (für Lateinkenner) Kardinal Billot: „De Ecclesia Christi“, ed. 4, pp. 289-290. https://archive.org/details/tractatusdeeccle01bill

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