Bergoglio: Das II. Vatikanische Konzil hat die Kirche GRUNDLEGEND verändert

Noch ein Zitat, diesmal aus dem SPIEGEL:

01. Oktober 2013, 14:56 Uhr

Franziskus-Interview

„Der Hofstaat ist die Lepra des Papsttums“

Franziskus erregt erneut Aufsehen mit deutlichen Worten: Während seine Reformkommission die Arbeit aufnimmt, geht der Papst mit der „Vatikan-zentrierten“ Kurie hart ins Gericht und spricht von narzisstischen Kirchenführern.

Rom – Papst Franziskus redet Klartext. Der 76-Jährige hat eine Nabelschau des Heiligen Stuhls kritisiert und diese „Selbstbezogenheit“ im Vatikan als einen Defekt angeprangert. Die Kirche sei „Vatikan-zentriert“, beklagte er in einem Interview mit der Zeitung „La Repubblica“. Auch wenn die Kurie in Rom in ihrer Gesamtheit kein Fürstenhof sei, so gebe es unter den Mitgliedern der Kirchenverwaltung bisweilen aber Höflinge, sagte Franziskus.

Seine Äußerungen erschienen an dem Tag, an dem sich die vom Papst eingesetzte Beratergruppe aus acht Kardinälen erstmals mit ihm traf, um über Reformen der Kurie zu sprechen. Diese seien „keine Höflinge, sondern weise Personen“, so Franziskus über seine Berater.

„Die Führer der Kirche waren oft narzisstisch, von Höflingen umschmeichelt und zum Üblen angestachelt. Der Hof ist die Lepra des Papsttums“, sagte Franziskus in dem langen Interview mit dem „Repubblica“-Gründer Eugenio Scalfari. Das Treffen des Papstes mit dem namhaften Journalisten und überzeugten Atheisten fand am 24. September in Franziskus‘ Gemächern in Santa Marta im Vatikan statt. Vorausgegangen war ein Schriftwechsel, den die „Repubblica“ veröffentlicht hatte.

Er teile eine auf den Vatikan und seine Interessen ausgerichtete Sicht nicht, so der Papst: „Ich werde alles tun, um sie zu ändern.“ Der Heilige Stuhl müsse im Dienst des Volkes Gottes stehen.

Sein neues Beratergremium hob er dabei mit den Worten hervor, damit beginne „eine Kirche mit einer nicht nur vertikalen, sondern auch horizontalen Organisation“. „Seitdem wurde wenig erreicht“

Franziskus forderte die katholische Kirche auch erneut auf, sich der Neuzeit zu öffnen. Er plädiert seit seiner Wahl zum Papst im März für „eine arme Kirche für die Armen“. In dem Interview sagte er, das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), das die Kirche grundlegend veränderte, habe beschlossen, „der Zukunft mit modernem Geist entgegenzusehen“. Die Väter des Konzils hätten gewusst, dass dies den Dialog mit den anderen Kirchen und den Atheisten bedeute. „Seitdem wurde wenig erreicht in diesem Sinne. Ich habe die Bescheidenheit und den Ehrgeiz, dies machen zu wollen“, sagte der Papst.

Die größten Probleme der Welt seien die Arbeitslosigkeit der Jungen und die Einsamkeit der Alten. Der „wilde Liberalismus“ führe dazu, dass „die Starken stärker, die Schwachen schwächer und die Ausgeschlossenen ausgeschlossener“ würden.

Die Reformkommission will zunächst bis Donnerstag im Vatikan tagen. Sie ist vom Papst beauftragt, ihm persönlich Reformvorschläge für die Kurie und die Kirche vorzulegen. Weitere Zusammenkünfte der Beratergruppe in der nächsten Zeit sind geplant, Franziskus könnte dieses neue Gremium auch noch erweitern.
Dem Papst geht es um die Leitung seiner Weltkirche und um eine Revision der Struktur und Funktionsweise der Kurie. Der Vatikan hatte darauf verwiesen, dass die Kardinäle feste Berater des Papstes seien und selbst nichts entscheiden. Über die Ergebnisse ihrer Beratungen solle auch nichts mitgeteilt werden. Eine schlankere Kurie und eine stärkere Vernetzung der vatikanischen „Regierungsarbeit“ dürften zu ihren Zielen gehören. Franziskus hatte bereits auch Kommissionen für wirtschaftliche Angelegenheiten und Verwaltungsfragen im Vatikan eingesetzt.

In dem Gespräch mit Scalfari wiederholt der Papst seine – in den Augen konservativer Theologen sehr umstrittene – Einschätzung, dass der Mensch ganz gut allein wisse, was gut und was böse sei: „Jeder hat seine Idee von Gut und Böse und sollte dem Guten folgen und das Böse bekämpfen, so wie er beides versteht. Das würde schon reichen, die Welt zu verbessern.“ „Ich glaube nicht an die Seele“, sagt Scalfari. „Sie glauben nicht dran, aber Sie haben eine“, entgegnete Franziskus.

wit/ala/dpa/AFP

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Auch hierzu sind unsere Kommentator/inn/en eingeladen, Stellung zu nehmen!

Bergoglio sagt, er habe die Bescheidenheit und den Ehrgeiz, die Kirche noch „grundlegender“ zu verändern als dies bisher geschehen sei! Er habe beschlossen, der Zukunft mit modernem Geist entgegenzugehen. Dabei will er aus einer vertikalen eine horizontale Organisation machen. Acht „weise Personen (Kardinäle)“ würden ihn dabei beratend unterstützen. (Siehe dazu: „Franziskus macht ernst!„)

9 Kommentare zu “Bergoglio: Das II. Vatikanische Konzil hat die Kirche GRUNDLEGEND verändert

  1. Als der neugewählte ‚Bischof von Rom‘, der damit auch Papst ist, sich zum ersten Mal vorstellte, an jenem denkwürdigen Abend, da war eigentlich vorauszusehen, was er vorhatte, wie er sein Pontifikat gestalten würde. Er bezeichnete sich nur als ‚Bischof von Rom‘, er funktionierte den priesterlichen Segen zu einer Art „Volkssegen“ um: Seine tiefe, lange Verneigung vor „dem Volk“, seine Bitte, „das Volk“ möge für ihn beten, bevor er es segne, sagte schon alles. Für mich bleibt es ein nicht zu lösendes Rätsel, dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. hierzu geschwiegen hat. Auch die Priester der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften hätten warnen müssen, aber sie sind abhängig. Sie sind von Bischöfen abhängig, die jederzeit ihr Wirken beenden können. Nicht nur, dass Bischof Fellay die FSSPX in dieselbe Lage bringen wollte, nein, er schweigt zum Zerstörer Bergoglio-Franziskus, obwohl es ihm als einzigem Generaloberen einer traditionellen Priesterbruderschaft möglich ist, gefahrlos vor dem Zerstörer Bergoglio – Franziskus – zu warnen.
    Er schweigt. Und verpflichtet auch die Mitglieder, die Priester, zum Schweigen, wenigstens öffentlich.
    Die Sätze, die ich jetzt schreibe, finde ich selbst schrecklich, aber mir bleibt keine Wahl: Lassen wir Herrn Bergoglio – Franziskus – wirken. Es ist entsetzlich es mitzuerleben, aber es ist nicht mehr zu ändern: Unsere katholische Kirche wird in ihrem Erscheinungsbild, das sie bis 1962 hatte, völlig zerstört werden. Es wird schnell gehen. Vielleicht ist es sogar „besser“, wenn man das Wort besser in diesem Zusammenhang verwenden darf.
    Er wird die Fassade zerstören, die schon jetzt nicht mehr den inneren Verfall verbergen kann. Das lange Siechtum bis zu Benedikt XVI. scheint sich dem Ende zu nähern, Franziskus ist nicht mehr bereit, zu warten.
    Katholiken, die dem katholischen Glauben treu bleiben wollen in dieser Ausnahme-Situation, können nur noch ihren Priestern vor Ort vertrauen. Einen Generaloberen, der sich bemüht, in den Spuren von Erzbischof Lefebvre zu wandeln, hat die FSSPX nicht mehr. Sie ist geistlich vollständig führungslos. Erzbischof Lefebvre hat keinen Nachfolger. Aber er hat dafür Sorge getragen, dass es noch glaubenstreue Priester gibt. Gott sei Dank!

  2. Wer die Heiligkeit und Unfehlbarkeit auch des ordentlichen Lehramtes leugnet, ist NICHT glaubenstreu. Wer sagt, es seien nur Dogmen unfehlbar und verbindlich, ist NICHT glaubenstreu. Wer sagt, die rechtmäßigen Autoritäten seien nicht zugleich auch das Lehramt, ist NICHT glaubenstreu. Wer sagt, man könne sich allen rechtmäßigen Autoritäten dauerhaft nach eigenem Gutdünken widersetzen, ist NICHT glaubenstreu. Wer sagt, die Kirche könne den Gläubigen etwas für den Glauben schädliches in verbindlicher Form vorlegen, ist NICHT glaubenstreu…

  3. Pingback: “Unsere katholische Kirche wird in ihrem Erscheinungsbild, das sie bis 1962 hatte, völlig zerstört werden.” | POSchenker

  4. Niemand hat gesagt, „man könne sich allen rechtmäßigen Autoritäten dauerhaft nach eigenem Gutdünken widersetzen“, wie es der notorische Verleumder „Stephan“ hier wieder unterstellt.
    Herr Schenker, ich bleibe bei dieser Aussage: „Stephan“ ist ein Verleumder. Jeder weiß, der sich mit dem Thema befasst, dass weder Erzbischof Lefebvre, noch die Mitglieder der FSSPX jemals auch nur ansatzweise gelehrt oder behauptet haben, jeder könne sich allen rechtmäßigen Autoritäten dauerhaft nach eigenem Gutdünken widersetzen.
    Ich weise diese subjektive Fehlinterpretation des Kommentators „Stephan“ als verleumderische Unterstellung zurück!
    Wie lange sollen diese Verleumdungen eigentlich noch geduldet werden, die Katholiken über sich ergehen lassen müssen, die nichts anderes wollen, als dem überlieferten Glauben der Kirche treu bleiben?

  5. Stephan – Was wollen Sie mit diesen Hinweisen zum Ausdruck bringen? Entweder haben Sie den katholischen Glauben nie richtig verstanden, oder Sie wollen die der Tradition treu verpflichteten Priester und Gläubigen, als nicht glaubenstreu bezeichnen? Wenn wir ein Lehramt mit einem Papst haben (in den letzten 50 Jahren waren es viele Päpste), die den Glauben verfälschten bis hin zur Leugnung dessen, was Jesus offenbarte und die Kirche immer gelehrt hat. Wir dürfen diesem Lehramt und dem Papst nicht mehr gehorchen und ihm folgen, obwohl er der rechtmässige Papst ist. Jesus sagte: „Ihr seid das Salz der Erde, wenn das Salz fad geworden ist, wird es weggeworfen und von den Menschen zertreten.“ Ja seid dem II vat. Konzis, wird das Salz (die Priester und Gläubigen die der neuen Lehre folgen) von den Menschen zertreten. Das heisst sie verlassen den Weg mit der wahren Lehre Jsus und werden eins sein mit der Welt. Das ist eine grosse Tragödie, die wir zur Zeit erleben. Voran marschiert Papst Franziskus und zeigt den Weg ins Verderben. Ja man will dabei sein und von der Welt beklatscht, und mit viel Lob von allen falschen Religionen überhäuft werden.
    Es zeigt sich jetzt ganz deutlich, je länger diese Zeit des Niedergangs anhält, umso mehr Menschen kennen den wahren, unverfälschten katholischen Glauben nicht mehr. Darum können auch noch gute katholische Menschen verblendet werden und laufen der abgefallenen „Meute“ nach, da sie nicht gegen den Strom kämpfen wollen. Da kann ich nur sagen: „Nur tote Fische lassen sich mit dem Strom mitreissen, gesunde Fische schwimmen gegen den Strom!“
    Solange die Priesterbruderschaft St. Pius X gegen den Strom geschwommen ist, blieb sie einig und stark. Der sichtbare Segen Gottes begleitete sie. Bald nach dem Tode von Erzbischof Lefebvre, hatte die Führung nicht mehr die Kraft gegen den Strom zu schwimmen. Sie wollte dabei sein, so wie mir ein führendes Mitglied sagte: „Wir wollen dabei sein, wir wollen anerkannt sein, wir wollen nicht mehr länger draussen bleiben u.s.w.“ Ja man will mit der Welt gehen, nicht mehr den steilen Weg hinauf zum ewigen Ziel. Der breite bequeme Weg ins Verderben ist einfacher und bringt viel weltliches Lob.
    Der Preis dafür ist ein hoher, die Einheit wurde zerstört, ein „Scherbenhaufen“ ist übrig geblieben, mit vielen enttäuschten Priestern und Gläubigen. Ich hoffe Bischof Fellay hat den Mut und die Kraft in die Knie zu gehen und die Einheit mit Demut und Verzeihen wieder herzustellen. Das wäre eine Tat der Gottes- und Nächstenliebe.

  6. @“Pia T.“

    Das (von heute 19h34) hat „Stephan“ nicht an Sie oder an Erzbischof Lefebvre gerichtet gesagt, sondern ganz ALLGEMEIN. So verstehe ich es. So ist es auch keine Verleumdung.

  7. Getroffene Hunde bellen…

    Vielleicht wird das mit dem Ungehorsam nicht so direkt formuliert, wie ich es formuliert habe. Aber die Praxis bestätigt das durchaus…

    Und für jene gilt auch immer noch folgendes:

    „Welchen Sinn hat es, den Lehrsatz der Suprematie St. Peters und seiner Nachfolger öffentlich zu verkündigen? Welchen Sinn hat es, immer und immer wieder den Glauben an die katholische Kirche und den Gehorsam zum Apostolischen Stuhl zu wiederholen, WENN DIE HANDLUNGEN DIESEN WORTEN ENTGEGENSTEHEN?
    Ist nicht Ungehorsam um so schändlicher, als Gehorsam Pflicht ist? Erstreckt sich die Autorität des Heiligen Stuhls nicht auf die Maßnahmen, die Wir verpflichtet gewesen sind zu ergreifen? Reicht es vielleicht aus, in Glaubensgemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl zu stehen, ohne gehorsam zu sein? So etwas kann es nicht geben, ohne daß der Katholische Glauben beschädigt wird!
    Tatsächlich, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, geht es darum, die Macht des Heiligen Stuhls anzuerkennen, sogar über die Kirchen, nicht bloß darin, was den Glauben betrifft, sondern auch in dem, was zur Disziplin gehört. Wer das bestreiten würde, ist ein Ketzer; wer das anerkennt, sich aber hartnäckig weigert zu folgen, ist des Anathemas würdig!“ (Pius IX. in „Quae in Patriarchatu“)

  8. @ Pia

    Es ist ja schön, zu erfahren, daß Sie den Wunsch haben, dem überlieferten Glauben der Kirche treu bleiben zu wollen, aber bis jetzt haben Sie ihn hier laufend verworfen…

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