Der Papstprediger: Ehefrauen sollen Ehemännern nicht gehorchen

Von Marian T. Horvat

Ehemänner, liebt eure Frauen, das ist gut. Ehefrauen, unterzieht euch euren Ehegatten, dies ist unannehmbar. Dies war die revolutionäre Botschaft in einer kürzlichen Predigt des Kapuziner-Paters Raniero Cantalamessa, dem Prediger des Päpstlichen Haushaltes.

Pater Cantalamessa kommentierte die Stellen des heiligen Paulus (Eph. 5:21-32), in dem der Vers enthalten ist, der seit langem Feminist(inn)en aus der Fassung gebracht hat, besonders: „Ehefrauen, seid Euren Männern untertan“ (5:22). Gemäß dem Zenit-Bericht hatte Pater Cantalamessa kein Problem mit den Worten des hl. Paulus, mit welchen er ihnen empfiehlt, ihre Frauen zu lieben: „Dies ist gut.“ Der Haken für den päpstlichen Prediger ist „dass er [der hl. Paulus] den Frauen ebenfalls empfiehlt, untergeben zu sein ihren Gatten, und dies – in einer Gesellschaft, die sich betont (und rechtens) bewusst ist der Ebenbürtigkeit der Geschlechter – scheint unannehmbar (P. Cantalamessa über Eheliche Unterordnung“, Zenit, 25. August 2006).

Er fährt fort und erklärt, dass wir die Stelle nicht wörtlich verstehen müssen, da der hl. Paulus in Bezug auf die Autorität des Ehemanns in der Ehe zum Teil bestimmt ist durch die Mentalität des Zeitalters.“ Cantalamessa löst das Problem, indem er erklärt, dass was Christus und die Apostel wirklich gemeint haben für Ehemänner und -Frauen, bedeutet habe, sich zu lieben und sich gegenseitig unterzuordnen (ibid.).

Nun, diese Interpretation ist frontal gegensätzlich und subversiv zu dem, was die Katholische Kirche konstant und konsistent gelehrt hat seit dem heiligen Paulus und bis zum II. Vatikanum.

Ist ein Aufstand oder Protest gegen Pater Cantalamessa’s Kommentar  bevorstehend? Es sieht nicht darnach aus. In der Tat, diese Schlussfolgerung des päpstlichen Predigers wiederholt in gewisser Hinsicht nur die Lehre Johannes Pauls II. in Seinem Apostolische Brief Mulieris dignitatem (15. August 1988). In ihm erwägte Johanne Paul II, dass der in Frage stehende Vers „Frauen seid euren Männern untertan“ effektiv nichtig gemacht werde durch den vorausgehenden Vers 5:21 „Seid einander untertan aus Verehrung für Christus.“ Dieser sei der vorherrschende Vers der Stelle, bekräftigt Woytyla, so dass die „Unterordnung der Frau unter den Mann in der Ehe im Sinne einer ‚gegenseitigen Unterordnung‘ beider ‚aus Verehrung für Christus‘“ (Nr. 24) verstanden werden müsse. Mit dieser „Bibel-Innovation“ soll die Autorität des Ehemannes über die Frau in der Ehe beseitigt werden.

Dies passt den Feminist(inn)en und der gesamten progressivistischen Agenda sehr gut, die die monarchische Struktur aller traditionellen Institutionen abschaffen möchten. Die Familie, wie die Gesellschaft, würden einen angeblich/vermeintlich gesunden Prozess der Evolution erfahren, weg von der Monarchie und auf die Selbst-Regierung/-Verwaltung hin. Es kann weiter zugegeben werden, dass der Ehemann und die Ehefrau verschiedene komplementäre Rollen haben. Aber unter keinen Umständen soll sich die Frau dem Mann unterziehen, denn dies würde eine Verletzung gegen die Gleichheit der Geschlechter bedeuten, eine moderne Norm, welche die Konzilskirche fördert.

Diese Änderung in der Einstellung jedoch ist ein Aufgeben der Katholischen Tradition und des beständigen Lehrens des Magisteriums.

Die frühere Lehre betonte die Unterordnung der Frau unter ihren Ehemann

Es gibt kaum einen Punkt, auf dem die Kirche mehr beharrte, als dass der Vater das Haupt der Familie ist. Die Autorität des Vaters ist zum Wohle der Familie angeordnet als ein Widerschein der Autorität Gottes. Das Konzil von Trient wiederholte die Lehre der Kirchenväter, indem es unterrichtete, dass der Vater als Haupt der Familie handeln müsse und die Mutter ihm „einen bereitwilligen Gehorsam in allen Dingen erweisen solle, die nicht unvereinbar sind mit der christlichen Frömmigkeit“ („Die Pflichten Verheirateter“, Katechismus des Konzils von Trient).

Vielleicht mit einem Auge auf die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts grollenden feministischen Strömungen, behandelte Papst Leo XIII. die Frage der Autorität in der Ehe gleich in seiner Enzyklika „Arcanum divinae sapientiae“ (10. Februar 1880), indem er die uralte Lehre bestätigte:

„Der Ehemann ist das Oberhaupt der Familie und das Haupt der Ehefrau. Die Ehefrau, weil sie Fleisch von seinem Fleische und Bein von seinem Bein ist, muss ihrem Ehegatten untertänig sein und ihm gehorchen, gewiss nicht als eine Dienstmagd, sondern als eine Gefährtin, so dass ihr Gehorsam weder der Ehre, noch der Würde ermangelt. Da der Ehemann Christus vertritt, und da die Ehefrau die Kirche darstellt, mögen stets in beiden, in ihm, der befielt und ihr, die gehorcht, eine vom Himmel gestütze Liebe vorhanden sein, die beide in ihren jeweiligen Pflichten leitet.“ (Nr. 26)

In seiner Enzyklika „Casti Connubi“ vom 31. Dezember 1930 warnte Papst Pius XI. vor den „falschen Lehrern“, welche im Namen der „menschlichen Würde“ die Ehefrauen überzeugen möchten, den Gehorsam aufzugeben, den sie ihren Ehemännern schuldig sind. „Dies ist nicht Emanzipation, sondern ein Verbrechen“, bekräftigte er betont (Nr. 74). Weiter unterstreicht er, dass die wesentliche Ordnung des Haushaltes sich nicht ändern könne, da sie gegründet ist auf etwas Höherem als menschlichter Autorität und Weisheit, das heißt, der Autorität und der Weisheit Gottes (Nr. 77).

Indem er diese Lehre frontal angreift, verkündet Pater Cantalamessa, dass wir diese Ermahnung zum Gehorsam der Ehefrauen, weil der hl. Paulus „von der Mentalität  seines Zeitalters bestimmt gewesen“ sei, missachten können.

Papst Pius XII. sprach ähnliche Worte der Vorsicht/Warnung, indem katholische Frauen instruierte, „moderne Einflüsse“ zu ignorieren, die ihnen beibringen möchten, sie seien in jeder Hinsicht ebenbürtig ihren Männern. Indem er zu einer Gruppe von Frisch-Verheirateten sprach, sagte er zu ihnen: Ihr seid ebenbürtig in der Würde, doch diese Ebenbürtigkeit schließt nicht eine Hierachie aus, welche den Ehemann als Haupt und die Ehefrau als Untergebene von ihm festsetzt. Diese Hierarchie ist nicht nur nötig, sondern unverzichtbar für die Einheit und das Glück. Katholische Männer und Frauen haben die Pflicht, die sich ändernden gesellschaftlichen Bedingungen, welche die Hierarchie in der Familie unterminieren, zu bekämpfen. („Ansprache an die Neuverheirateten“ vom 10. September 1941 in „Die Frau in der modernen Welt“, herausgegeben von den Mönchen von Solesmes, Boston: St. Paul Editions, 1959, SS 64-6).

Das heißt soviel, dass die immerwährende Lehre der Kirche genau das Gegenteil dessen bekräftigt, was der Kommentar des päpstlichen Predigers aussagt.

Die Hierarchie in der Familie wurde nach dem II. Vatikanum umgestoßen/zerrüttet

Vor Vatikan II sehen wir, dass die Päpste die Wichtigkeit der richtigen Familienordnung behandelten, indem sie die Frauen zu einem gebührenden Gehorsam gegenüber den Ehemännern ermahnten. Sie fürchteten sich nicht, das Wort „Untergebung/Unterordnung“ zu benutzen.

Nach Vatikanum II jedoch haben wir gesehen, wie Johannes Paul II. eine andere, revolutionäre Lehre unterstützte und förderte in „Mulieris dignitatem“. Er und andere Konzilspäpste schwiegen zum Thema Gehorsam der Ehefrauen gegenüber ihren Männern. Ich kenne keinen einzigen Fall von ihnen, dass sie Frauen ermahnt hätten, sich ihren Männern unterzuordnen. Stattdessen beharren sie unveränderlich auf der ebenbürtigen persönlichen Würde der Eheleute. Doch nie ein Wort, das bekräftigen würde, dass die Frau sich ihrem Ehegatten unterordnen sollte.

Vatikan II scheint diese Unterlassung zu legitimieren, weil keines der Dokumente das Thema der Autorität des Ehemannes behandelt. Stattdessen werden Partnerschaft und gleiche persönliche Würde in der Ehe betont. „Gaudium et spes“ beschreibt die Ehe als „ein Abbild und Teilen in der Partnerschaft der Liebe zwischen Christus und der Kirche (Nr. 48) und spricht von der „gleichen persönlichen Würde“ der Eheleute (Nr. 49). So weit ich sehen konnte, gibt es nichts anderes. Es ist eine sehr ernsthafte Unterlassung. Genau zu der Zeit, in der die Revolution versuchte, die traditionelle Hierarchie im Familienleben umzustürzen, scheint Vatikan II diese Haltung unterstützt zu haben.

Was den Katechismus der Katholischen Kirche betrifft, der unter JPII im Jahre 1992 promulgiert wurde, schenkt dieser gleicherweise keine Beachtung der früheren Lehre der Kirche betreffend die Autorität des Vaters in der Familie. Er sagt, dass Männer und Frauen gleich sind als Personen und komplementär als männlich und weiblich. In meiner Sicht ist es eine Sprache, die darauf abzielt, Feminismus und Progressismus zu versöhnen.

All diese post-konziliaren Lehren stehen in völliger Abweichung zum konstanten und gleichförmigen Magisterium der Heiligen Mutter Kirche. In der Tat, sie dienen dazu, die Revolution in der katholischen Gesellschaftslehre zu fördern und bringen das Chaos in die Familie.

Dies ist die Lektion, die wir vom päpstlichen Prediger bekommen.

Marian T. Horvat

Quelle: Papal Preacher: Wives Should Not Obey Husbands

(Aus dem Englischen übersetzt von Paul O. Schenker)

Die Frau ist in der gottgewollten Ordnung die Gehilfin des Mannes

Von unserem Leser und Kommentator „Stephan“

“Es gibt immer eine Unordnung, wenn der Mensch allgemein, oder der Mann oder die Frau ihrer von Gott zugedachten Aufgabe nicht entsprechen. Ändern lässt sich das nur, in dem Jeder bei sich selbst anfängt.”

Man muß hier klar zwischen dem männlichen und dem weiblichen Prinzip differenzieren und dabei die göttliche Offenbarung und die irdische Realität betrachten. Wie soll denn jemand bei sich selbst anfangen, wenn man gar nicht weiß, um was es eigentlich geht? Wie sollten denn die Gruppierungen der katholischen Tradition etwas am Irrweg ändern, wenn die Ursachen gar nicht genau beleuchtet werden (insbesondere weil man(n) angst hat, die Frauen zu brüskieren – so wie Adam auch nicht Eva widersprechen wollte…)?

Betrachten wir zunächst die göttliche Offenbarung:

Die Frau wurde also aus dem Mann und für den Mann geschaffen, und nicht umgekehrt. Die Frau ist in der gottgewollten Ordnung also die Gehilfin des Mannes. Der Mann ist also nicht Geld- und Annehmlichkeitenbeschaffer der Frau. Die gottgewollte Ordnung ist also das Patriarchat. Und nochmals betone ich: Bei dieser Thematik geht es nicht um “Mann besser – Frau schlechter; es gibt auch gute Frauen und schwache Männer” usw. Es geht um die Frage der herrschenden Prinzipien, um das herrschende Geschlecht. Und was Gott will, ist eindeutig und offenkundig: das Patriarchat bzw. die Herrschaft des Mannes.

Die Schlange hält sich an Eva und verführt sie mit wohlklingenden Worten. Es ist also offensichtlich, daß Eva – also die Frau allgemein – anfälliger für verführerische, wohlklingende aber verderbliche, unsachliche und verdrehte Worte und Redeweisen ist. Die Sünde Adams besteht darin, eher auf Eva zu hören, als auf Gott. Darin besteht Adams Schwäche und Fall. Adam erfüllt also die gottgewollte Ordnung in jener Weise nicht, als daß er Evas Einwendungen und “Verbesserungsvorschlägen” nachgibt, obwohl er es hätte besser wissen müssen. Adams Fall besteht darin, daß er sich von Eva hat korrumpieren lassen, wobei Evas Fall darin besteht, sich von der Schlange verführen zu lassen.

Betrachten wir nun die gesellschaftliche Realität:

Es wurde bereits festgestellt, daß die gottgewollte Ordnung erst nach der Schwächung des Mannes bzw. der Aufhebung des Patriarchats auf den Kopf gestellt wurde. Also solange das Patriarchat herrschte, war auch noch die gottgewollte Ordnung mehr oder weniger in Takt, zumindest herrschte nicht die heutige totale Verdorbenheit der “aufgeklärten” und “emanzipierten” Gesellschaften. Wenn es also starke Männer gibt, die ihrem göttlichen Auftrag nachkommen, ist auch die Gesellschaft im großen und ganzen nach der gottgewollten Ordnung ausgerichtet.

Nun ist also zu seiner Schande der Mann schwach, okay. Aber warum ist die heutige matriarchale Gesellschaft zugleich so verdorben? Allein weil der Mann schwach ist? Warum ist nach der “Befreiung” bzw. “Emanzipierung” der Frau die gottgewollte Ordnung auf den Kopf gestellt? Warum verschwinden jene Gesellschaften, in denen nicht mehr das Patriarchat, sondern nun das Matriarchat herrscht? Warum treiben sie sich ab? Warum ist mit den freien “reinen Mädchenseelen” nicht alles besser? Wenn die “Befeiung” der Frau etwas gutes ist, dann müßte doch auch heute alles besser sein…

“Dann werden auch die Männer, die das im besten Sinn des Wortes sind, die wahrhaft weiblichen Frauen anziehen und umgekehrt.”

Echte Männer ziehen immer echte Frauen an. Aber auch hier müssen wir den wahren Kern des heutigen Problems sachlich und wahrhaftig beleuchten. Einerseits wissen wir doch alle, daß patriarchalische Männer, die nach der gottgewollten Ordnung leben wollen, weder bei den Antikatholiken, noch bei den “Katholiken” gern gesehen sind. Sie werden als “frauenfeindlich” verachtet, so wie z.B. auch Bischof Williamson. Mit wahrhaftiger Kritik können die meisten Frauen äußerst schlecht umgehen. Und die Frauen lieben das moderne Leben und ihre von der antichristlichen und kirchenfeindlichen Gesellschaft zugesprochenen “Rechte” (dafür sind die Gottlosen gute Verbündete…). Warum heiraten die “katholischen” Frauen nicht konsequent patriarchalische Männer?

Zudem führt die (moderne) Frau nicht nur eine unseligen Krieg gegen den (katholischen) Mann, sondern auch gegen sich selbst. Sie haßt einerseits das Patriarchat – also die gottgewollte Ordnung – aber andererseits ist sie ein biologisches, von Gott für die entsprechende Ordnung geschaffenes Wesen. Wie Sie richtig erwähnen, fühlt sich die Frau – sofern sie nicht bereits völlig erkaltet ist – natürlicherweise zu einem echten, patriarchalischen Mann hingezogen. Aber die moderne Frau ist zwiegespalten: Sie träumt zwar von einem starken Mann aber zugleich kämpft sie gegen ihr eigenes weibliches Wesen und Grundbedürfnis an, weil sie die moderne Ideologie – dahinter verbirgt sich niemand anderes als die Schlange – vollkommen aufgesogen hat, nach der der (starke) Mann unbedingt zu bekämpfen und kleinzumachen ist (das fällt auch unter “antifaschistische Umerziehung”).

Solange sich die Frau nicht aus diesem Irrsinn befreit und solange der Mann (vor allen Dingen die Kleriker) sich nicht über die Ursachen der Misere bewußt ist und er auch nicht gewillt ist, dagegen etwas zu unternehmen und nicht nur einfach Erfüllungsgehilfe der Frau und Befriediger ihrer akatholischen Wünsche zu sein, wird der Niedergang – auch der so genannten traditionellen Gruppen – unaufhaltsam weitergehen.

Natürlich haben Sie recht, daß jeder bei sich selber anfangen muß. Aber die Frau entscheidet eben nun einmal über den (biologischen) Bestand eines Volkes, einer Gesellschaft, einer Gruppe, denn sie entscheidet, mit wem sie sich paart usw. Wenn die Frau aber ihre “Freiheit” will und sich deshalb lieber mit Halbkatholiken und Pantoffelhelden einläßt, damit auch ja alles unter ihrer Kontrolle bleibt, solange feiert die Schlange fröhlich Urständ und es wird sich rein gar nichts ändern…

Dazu paßt auch ein Zitat von Gertrud von le Fort: “Wenn der Mann fällt, so fällt nur der Mann, aber wenn die Frau fällt, so fällt ein ganzes Volk.”

Siehe ferner: die Kommentare zum Artikel „Eine Erklärung über den Andachtsschleier von Simone Mai