DIE MADONNA DER BÜRGERWEHREN – LA MADONNA DELLE MILIZIE

Oder wie die Gottesmutter auf einem Schimmel in Rüstung erschien und die Mohammedaner zugunsten der Christen bezwang

5 Kilometer von Scicli (Ra­gusa, Diözese Noto, Sizilien) entfernt, auf einem anmutigen Hügel, zu dessen Füßen sich eine weite Ebene von Zitro­nen und leuchtendroten To­maten ausdehnt und sich das Meer von Cava d’Aliga bis Donnalucata in einen wunder­schönen Golf ausweitet, er­hebt sich das altehrwürdige Heiligtum der Madonna delle Milizie, Unserer Lieben Frau der Bürgerwehren, der Patro­nin der Stadt.

Sein Ursprung geht auf das Jahr 1091 zurück.

Man befand sich in den Zeit­en der kriegerischen Einfälle der Sarazenen (= Araber = Türken = Mohammedaner) in Sizilien, und Graf Ruggero der Normanne, hatte sich ent­schlossen, jenen barbarischen Horden ein Ende zu setzen, die von Belcane angeführt wurden. Dieser jedoch, nach­dem er Kenntnis erhalten hat­te davon und sich bewußt ge­worden war, daß unmittelba­re Gefahr bevorstand, wandte sich an den Sultan und sah dadurch tatsächlich seine Streitmacht starkvermehrt, so sehr, daß er die Gewißheit hatte, den Sieg zu erringen und sich selbstsicher mit ei­nem Kriegslager am flachen und entblößten Strand von Donnalucata niederließ.

Graf Ruggero verfolgte die Bewegungen Belcante’s, und obwohl er kräftemäßig unter­legen war, ließ er sich nicht abschrecken und verlangte Hilfe von den Kavalleristen des benachbarten Scicli. Diese eilten in Massen herbei; aber ehe sie sich in die Schlacht warfen, brachten sie der Him­mels-Königin ein strenges Fasten zum Opfer dar, damit Sie ihnen zu Hilfe komme und von diesem Tyrannen befreie.

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Madonna delle Milizie, Scicli

Eine Volksüberlieferung, die eifersüchtig gehütet wird, sagt, daß im Gedränge des Gefechtes (des Kampfgetüm­mels) die Himmelskönigin auf einem weißen Pferd erschien, ausgestattet mit einer himm­lischen Rüstung und auf dem Haupte eine Königskrone und in der Hand ein blitzendes Schwert. An ihr Volk gewandt sprach sie dann: „En adsum, ecce me, civitas delecta protegam te destra mea!“ Sie stellte sich darauf an die Spitze des christlichen Hee­res, welches ein großes Blut­bad unter den Feinden ihres Sohnes anrichtete. Nachdem sie über sie den vollen Sieg errungen hatte und zu dem Ort zurückgekehrt war, wo sie zuerst erschienen war, ließ sie in einem harten Stein ihren Fußabdruck eingeprägt und entschwand.

Noch heute sieht man zur Linken, wenn man ins Heilig­tum eintritt, den Eindruck des Fußes, sorgsam behütet in einer konstvollen Einfrie­dung aus Holz. Aus Dankbar­keit für jene mütterliche Hilfe wurde das Heiligtum gebaut, welchem 1931 eine große Einsiedelei angefügt wurde.

Das Volk von Scicli gedenkt jedes Jahr am Samstag vor dem 1. Passionssonntag des aufsehenerregenden Wun­ders mit einer sakralen Dar­stellung auf dem Platz vor der Mutter-Kirche, wo das Stand­bild U.L.F. der Heerscharen auf dem Schimmel verehrt wird.

Salvatore Guastella

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Siehe ferner:

 

Sakraler Populismus – („Frankyboy the Showman“)

Sakraler Populismus – Von Eugen Sorg.

Papst Franziskus besuchte afrikanische Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa. Der Auftritt war eine vatikanische PR-Veranstaltung, ein brillantes aber verantwortungsloses Illusionstheater. Ein Kommentar.

Es war die erste Pastoralreise des neuen Papstes Franziskus, und sie war wie alles, was der argentinische Jesuit Jorge Bergoglio tut, bis ins kleinste Detail durchgeplant und inszeniert. Reiseziel, Verlautbarungen, jede noch so minimale Geste gehorchten einer professionellen Regie, darauf angelegt, den päpstlichen Ausflug mit sakraler Symbolik und Weihe aufzuladen. Am Montagmorgen traf der Pontifex mit einem kleinen Gefolge im Hafen Punta Favaloro auf der Insel Lampedusa ein, jener Insel südlich von Sizilien, die aufgrund ihrer geringen Distanz zur nordafrikanischen Küste zum Ziel von Tausenden von Armutsmigranten geworden ist. Er übergab einen Gerberakranz dem Meer, Gelb-Weiß, die Farben des Vatikans, im Gedenken an jene, die auf der Überfahrt nach Europa mit ihren überfüllten Booten in den Fluten untergegangen oder verdurstet waren.

Er sei nach Lampedusa gekommen, teilte Franziskus mit, um «ein Zeichen der Nähe zu setzen und unser Gewissen zu wecken». Für die Messe auf dem Sportplatz stieg er auf ein einfaches Fischerboot in den italienischen Landesfarben. Kanzel, Messbecher, Kreuz und Hirtenstab waren gefertigt aus Treibholz gekenterter Barkassen. 10 000 Menschen nahmen am Gottesdienst teil, Insulaner, Touristen, ein stattlicher Tross Journalisten und auch 166 Migranten aus Libyen, die zwei Stunden zuvor heil in Lampedusa vor Anker gegangen waren.

Alle fühlten sich ein wenig schuldig

Der weiß gewandte Franziskus massierte den Anwesenden die Seelen und das schlechte Gewissen, beklagte die «Globalisierung der Gleichgültigkeit» und zitierte Gott: «Kain, wo ist dein Bruder Abel?» Alle fühlten sich ein wenig schuldig, aber doch nicht allzu sehr, denn «so sündig wir alle sind, auch ich», wie Franziskus festhielt, so waren andere doch noch ein wenig sündiger als man selber. Nämlich jene, so der Pontifex, die in «der Anonymität Entscheidungen sozialer und wirtschaftlicher Art treffen, die den Weg zu Dramen wie in Lampedusa ebnen.»

Als er zum Schluss der Predigt noch ein Baby küsste, jedem einzelnen der 166 Neuangekommenen und verdutzten Migranten die Hand schüttelte, sie willkommen hiess und ihnen einen gesegneten Fastenmonat Ramadan wünschte (die allermeisten waren Muslime), hatte er die Journalisten für sich gewonnen. «Ein Papst der Armen», schwärmten sie, «Gesten gegen die Gleichgültigkeit», «Wichtiges Symbol», «Starkes Zeichen». «Für die Politiker in Italien ist das ein Warnschuss», fantasierte der sichtlich gerührte Korrespondent von SRF stellvertretend für seine Kollegen der Zunft, «weil ihnen damit klar wird, dass das Thema Flüchtlingspolitik zur Chefsache im Vatikan wird.»

Warum nicht Syrien, Ägypten, Nigeria, Sudan?

Als ob eine Papstmesse die Politiker in Rom beeindrucken könnte, als ob Italien schuld wäre an der wirtschaftlichen Misere afrikanischer Länder und als ob es sich bei den Afrikanern von Lampedusa um Kriegsflüchtlinge und nicht um Wirtschaftsmigranten handeln würde. Franziskus’ Auftritt war eine vatikanische PR-Veranstaltung, ein brillantes aber verantwortungsloses Illusionstheater. Den Einwanderern gaukelt es vor, es gäbe genügend Arbeit in Europa und spurt so weitere Bootsdramen auf dem Mittelmeer vor. Und es zieht den Blick ab von den Haupt­verantwortlichen der afrikanischen Armut, den korrupten und skrupellosen einheimischen Eliten.

Auch darf man sich fragen, warum er sich nicht eine andere Destination für seine erste Tour gewählt hat. Warum nicht Syrien, Ägypten, Nigeria, Sudan? Dort werden christliche Minderheiten tatsächlich verfolgt und sind an Leib und Leben bedroht. Die Messe von Lampedusa ist sakraler Populismus, Elton Johns «Candles in the Wind» für Flüchtlingsaktivisten, heiliger Kitsch, der wohlige Schauer erzeugt und ablenkt von den unangenehmen Realitäten. (Basler Zeitung)

Hinzufügen könnte man noch die Frage, warum er die 166 Begrüßten nicht
in seinen unbewohnten Apostolischen Palast aufnimmt und ihnen dann noch
eine Moschee einrichtet. (H.F.Sch.)
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Siehe auch: