Das frühe Zeugnis eines klarsichtigen, unerschrockenen Priesters der Tradition

KATHOLISCHE TRADITIONALISTEN-BEWEGUNG, NEW YORK

Text des Briefes, der am 15. August 1967 durch den Präsidenten der K.T.B. an Papst Paul VI. gesandt wurde

(Übersetzung [1967] aus dem Englischen von Paul Schenker)

Eure Heiligkeit,

Father Gommar A. De Pauw

Father Gommar A. De Pauw

Ich erinnere mich immer noch sehr lebhaft jenes Abends des 1. Dezembers 1965, als Eure Heiligkeit mich und meine Arbeit mit den traditionalistischen Katholiken, die mich als ihren Sprecher erwählten, persönlich segnete. Ich werde das warme Händeschütteln Eurer Heiligkeit nie vergessen, nachdem ich offen gesagt hatte, dass wir, die traditionalistischen Katholiken, bereit seien, in redlichster Weise mit Papst und Bischöfen für die Verwirklichung der Entscheide des Zweiten Vatikanischen Konzils zusammenzuarbeiten, hingegen weiterhin uns den falschen Auslegungen jener Entscheide widersetzen würden, die schon damals so viel Verwirrung in den Köpfen und Herzen unseres katholischen Volkes verursachten.

Ebenso erinnere ich mich daran, wie Eure Heiligkeit mich buchstäblich anflehte, die Katholiken, die ich in ihrem Kampf für „Wahrheit und Tradition“ führen sollte, zu drängen, den Glauben an die Kirche nicht zu verlieren. Und Eure Heiligkeit rechtfertigte diese Bitte mit den Worten: „Wenn sich einmal der durch das kürzliche Allgemeine Konzil aufgewirbelte Staub wieder gesetzt haben wird, wird die Kirche aus alledem mit erneuerter Kraft und Stärke hervorgehen.“

Darf ich demütig erwähnen, dass ich während dieser vergangenen eineinhalb Jahren so hart gearbeitet habe, wie es überhaupt irgend ein menschliches Einzelwesen tun kann, um genau das zu vollbringen, was Eure Heiligkeit von mir verlangte: den Glauben an unsere Kirche am Leben zu erhalten unter jenen Katholiken, die berechtigterweise so sehr beunruhigt wurden, dass sie sich selbst und anderen öffentlich die Frage stellten: „Was in Gottes Namen geht mit unserer Katholischen Kirche vor sich?!“ Und darf ich hinzufügen, dass einer der hauptsächlichen Gesichtspunkte meiner Bemühungen, jenen Glauben an unsere Kirche am Leben zu erhalten, durchwegs die Betonung des Glaubens an die göttliche Grundlegung des römischen Papsttums und die respektvolle Treue zu seinem gegenwärtigen Amtsinhaber, Eurer Heiligkeit Paul VI., war?

Schon damals, am 1. Dezember 1965, bat mich Eure Heiligkeit zu erkennen, dass unsere Kirche „eine der schlimmsten Krisen ihrer Geschichte“ durchlaufe. Wenn eine solche Beschreibung der Lage unserer Kirche dann zutraf, wieviel mehr kann dann dasselbe gesagt werden von unserer Kirche heute! Zu sagen, dass sie vom Regen in die Traufe fiel, wäre die größte Untertreibung des Jahrhunderts.

Die heutige Lage der Katholischen Kirche ist unter dem Punkte der Häresie in Lehrbelangen, des tatsächlichen Schismas und selbst des Glaubensabfalls. Sie ist in einem Zustand des Chaos und des völligen Zusammenbruchs, infolge der systematischen Vernichtung zuerst unserer liturgischen und anderen Überlieferungen und nun selbst unserer Glaubenssätze und Sitten.

Im Jahre 1965 reichten wir Eurer Heiligkeit ehrerbietig die Bittschrift ein, sich zu vergewissern, dass unsere amerikanischen Bischöfe die neuerlassene Konstitution über die Heilige Liturgie korrekt verwirklichen und die Beibehaltung wenigstens einer traditionell-lateinischen Messe pro Tag für die Millionen von Katholiken des „Lateinischen“ Ritus gestatten, welche nach wie vor viel tiefere geistige Befriedigung in der traditionellen Messe finden, als in irgendeiner der Neuheiten, die ihnen jetzt in ihren Kirchen erhältlich sind.

Wir baten Eure Heiligkeit ebenfalls, die größte Mäßigung von gewissen Mitgliedern der nachkonziliaren Liturgie-Kommission in Rom zu verlangen und die unglaublich radikalen und nutzlosen Änderungen zu verhindern, die sie damals fanatisch vorbereiteten und die dazu angetan waren, wir wiesen darauf hin, die Verwirrung und Verzweiflung zu erhöhen, welche die ersten liturgischen Änderungen bereits unter den Katholiken, Priestern wie Laien, gezeitigt hatten.

Nicht nur wurden unsere Bittstellungen von 1965 missachtet, sondern jene von uns, die es wagten, sie öffentlich zu unterbreiten, wurden verhöhnt, verlästert, verleumdet, geächtet und, ja, verfolgt. (Ich brauche Eure Heiligkeit nicht daran zu erinnern, was ich persönlich unter unserem „liberalen“ Establishment unter der Führung des selben Bischofs von Baltimore leiden musste, den Ihre Berater auf Ihre Liste der neuen Kardinäle zu gerade der Zeit setzten, als er durch Ihr Heiliges Offizium wegen Beschuldigung der Irrlehre untersucht wurde.)

In offener Verletzung aller vergangenen und gegenwärtigen liturgischen Weisungen wurde die römisch-katholische Liturgie, einst Gegenstand des Neides aller anderen Religionen, für alle praktischen Zwecke vernichtet. Und es gibt uns äußerst wenig persönliche Befriedigung, zu wissen, dass alle Verantwortlichen für diese Vernichtung im Voraus unwiderruflich verflucht und durch das immer noch gültige feierliche Dekret des Konzils von Trient: „Wenn jemand sagt, die Messe dürfe nur in der Landessprache gefeiert werden, so sei er verflucht.“ (Kanones des Heiligen Messopfers, Nr. 9).

Zwangsänderungen haben unsere traditionellen Gepflogenheiten mit den „Blitzlichtchen“ unseres Establishments ersetzt, das täglich seine Versuche vermehrt, das „Volk Gottes“ unter das Joch zu zwingen, „protestantische“ Katholiken zu werden. Unsere Kirchen sind nicht mehr katholisch im Äußeren, in der Atmosphäre oder im Zweck. Tische, die wie Metzgerbänke oder Bügelbretter aussehen, haben unsere Altäre ersetzt, in vollkommener Harmonie mit den Weisungen der protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert, die darauf ausgingen, den Glauben an das Dogma der Wesensverwandlung und den Opfercharakter der Messe zu zerstören und sie durch ein symbolisches Transsignifikations-Gemeinschaftsmahl zu ersetzen.

Unsere Heilige Messe ist verschwunden, und an ihrer Statt wird unserem Volke eine heilige Messe angeboten, von einer landessprachlichen Leere, bar der Sicherheit, Ruhe, Einförmigkeit und Würde unserer traditionellen lateinischen Liturgie. Lieder, die in Beziehung stehen mit den antikatholischen Rebellionen Luthers, Calvins und Wesleys haben formlos unsere geliebten katholischen Lieder zu Gott und zur Heiligsten Mutter entwurzelt, während unsere einzigartige katholische gregorianische und mehrstimmige Musik aufgegeben wurde um der Melodien und Instrumente willen, die manchmal vom dekadenten Milieu junger menschlicher Tiere entlehnt sind.

Kommunionbänke werden weggerissen und die heilige Kommunion wird dem „Volk Gottes“ verwehrt, es sei denn, es stehe (und knie nicht), um Ihn zu empfangen, bei der Erwähnung des Namens Dessen alle Knie sich beugen müssten, wenn man immer noch dem Text des „nicht-revidierten“ Neuen Testaments trauen kann, den wir einst in unseren katholischen Institutionen erhielten.

Das Allerheiligste Sakrament, das „am Ehrenplatz in der Mitte“ aufbewahrt werden müsste, gemäß den berechtigten Liturgie-Weisungen, wird abgeschoben in eine dunkle, schuhschachtelähnliche Nische, wo es weit weniger als zweitrangig ist neben dem thronartigen Sitz des präsidierenden klerikalen Buddha, aufgestellt im toten Zentrum einer religiös angestrichenen Diskothekbude, aus welcher die traditionellen Statuen und Kreuzweg-Stationen zur nächsten Versteigerungs-Galerie oder Antiquitäten-Handlung verschifft wurden.

Eine ständig wachsende Zahl von einst unverdächtigen Katholiken gewahren plötzlich, dass sie, wie wir vor mehr als zwei Jahren voraussagten, allmählich, zuerst mit spitzfindigen und dann mit zunehmend dreisten Änderungen in der Liturgie, in einen humanistischen Ritus eines universalen Bruderschaftsmahles eingeführt werden, Ausdruck der existenzialistisch-pantheistischen Auffassungen einer „Ein-Welt-Religion“, die den Weg bahnt für eine kommunistisch-kontrollierte „Ein-Welt-Regierung“.

Aber nicht nur unsere liturgischen Überlieferungen wurden zerstört. Selbst die Glaubens-Gebräuche und Sitten unserer katholischen Erbschaft werden jetzt in unserer sogenannten „Aggiornamento-Kirche“ versteigert. Ständig, tagein, tagaus seit dem II. Vatikanischen Konzil, wurde umstürzlerisch Schlamm in die Köpfe der römischen Katholiken in Amerika abgesetzt.

Newart, New Yersey – 17. Juli 1966 – Bischof Blaise S. Kurz, O.F.M., links, und Rev. Gommar A. De Pauw von der Katholischen Traditionalisten-Bewegung, konferieren vor der Vorlesung im Hotel Robert Treat. (Photo Newark Evening News)

Unsere „katholischen“ Universitäten, Seminarien und Kollegien verwerfen rundweg den religiösen Charakter, der ihre Existenz rechtfertigte, und ihre Lehrer von der „neuen Theologie“ stellen in Frage, wenn sie sie nicht geradezu verwerfen, jeden Lehrsatz unseres doktrinellen Erbgutes. Nicht nur machen sie nun den gegenständigen und historischen Wert sowohl der Schrift wie der Tradition lächerlich, sondern sie merzen sogar selbst so grundlegende christliche Glaubenssätze aus wie die Gottheit unseres Herrn und Erlösers, Seine jungfräuliche Geburt sowie den Glauben an die Heiligste Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiliger Geist, nun äußerst lässig ersetzt durch die unheilige Dreifaltigkeit von Marx, Freud und Teilhard de Chardin.

Sonntag für Sonntag werden unsere überlieferten Dogmen und Sittengesetzte mit pseudomodernen Predigten vom Sozialismus oder schlimmer angeschwärzt, der von unseren Lehrstühlen herkommt, die besetzt sind von Klerikern „neuer Zucht“, deren krankhafte Sexbesessenheit sie auf den tiefen Punkt gebracht hat, nicht nur das Ende des klerikalen Zölibats zu befürworten, sondern sogar Hurerei, Homosexualität, Versuchsehen, künstliche Geburtenkontrolle, Scheidung und Abtreibung zu verzeihen.

Die Presse- und Radio- und Fernseh-Vorstellungen unseres Establishments sind total beschlagnahmt von den gleichen häretischen Mächten. Und unsere einst respektierten Nonnen wurden nicht nur nichtseiende Nullen (nonentity „nones“ – beachten Sie das Wortspiel!) mit absurdem Benehmen und eben solcher Kleidung, sondern sie sabotieren die religiöse Unterweisung unserer Kleinen und Kinder, indem sie unsere traditionellen Katechismen mit Gehirnwäsche-Religionsbüchern ersetzen, die den Geist unserer kommenden Generationen spitzfindig vergiften zur Annahme von zuerst einer unitaristischen, dann einer pantheistischen und schließlich einer atheistischen Lebensphilosophie. Während einige unserer amerikanischen Kardinäle und Bischöfe diesen apostatischen Horden religiöser Aufrühren weit vorangehen, vergräbt der Rest unserer Hierarchie ihre Köpfe im Sand, indem sie ihre Gewissen mit dem sprichwörtlichen „Alles wird i.O. sein!“ in den Schlaf wiegen oder versuchen, das Vertrauen und das Ansehen, das sie im eigenen katholischen Volke nicht mehr genießen, damit zu kompensieren, dass sie mit jenen außerhalb der Herde liebäugeln, nur um nichts als eine oberflächliche Harmonie zwischen den Bekenntnissen zu produzieren, die auf dem Flugsand doktrinellen Kompromisses und falscher Hoffnungen aufgebaut ist. Eure Heiligkeit, wir, die traditionalistischen Katholiken, sehen das Übel sichtbar vorhanden und verwerfen jeglichen Teil dieses Übels!

Eure Heiligkeit weiß besser als irgend eine andere Person, wie wir von der K.T.B. uns zurückhielten, um treu und gehorsam zu bleiben sowohl dem Geiste wie dem Buchstaben des kürzlichen Allgemeinen Konzils, einschließlich jener seiner nicht-doktrinellen Entscheide, von welchen wir weder die Notwendigkeit noch die Zweckmäßigkeit verstehen konnten. Jedoch, indem wir die „konziliare“ Kirche, die man uns im Namen des II. Vatikanums aufgezwungen hat, näher betrachten, und indem wir ganz einfach den Baum an seinen Früchten beurteilen, sind wir versucht, einem Ihrer eigenen, nächsten Mitarbeiter in Rom zuzustimmen, von dem gesagt wurde, das kürzliche Vatikanische Konzil charakterisiert zu haben als: „eine dunkle Burleske, gespielt von einer Anzahl von Taugenichtsen, von welchen einige, trotz den Goldkreuzen auf ihrer Brust, nicht einmal an die Heiligste Dreifaltigkeit oder an die Jungfrau glauben.“

Eure Heiligkeit, wir waren, wir sind, und wir beabsichtigen zu bleiben, Glieder der KATHOLISCHEN Kirche, und wir lehnen es ab, in irgendeine neue KONZILS-Kirche absorbiert zu werden! WIR VERDAMMEN UND VERWERFEN DIE KONZILS-KIRCHE!

Trotz all den gigantischen und ausgedehnten Förderungsmethoden, die gebraucht werden, um sie zu „verkaufen“, misslingt es der „KONZILS“-Kirche, das Publikum zu faszinieren, und sie lehnt es ab, die Einzelperson geistig zu erfrischen. Statt dessen ist sie widerlich bis zum Punkte des Verwerfens, was so tragisch offensichtlich ist im ständigen Tief der Zahl unserer Konversionen und religiösen Berufungen und dem pathetischen Abzug unserer treuesten und ergebensten Katholiken, welche die fast erstickte Kerze der überlieferten katholischen Glaubenslehren und -übungen von unseren entweihten Kirche in die Untergrund-Heiligtümer ihrer Herzen und Heime übertragen.

Eure Heiligkeit, wenn nicht eine UNVERZÜGLICHE MASSNAHME von IHNEN getroffen wird, wird die öffentliche Wirklichkeit der Katholischen Religion sehr bald ausgelöscht sein. Schon ist die Erinnerung an eine „wirkliche“ Messe in den Gedächtnissen unserer jüngeren Generation am Verblassen, währenddem ihre Älteren gleichgültig oder verbittert werden über eine Kirche, die, wenn all ihre früheren Glaubenslehren und -übungen so belanglos waren, dass sie so plötzlich und drastisch ersetzt werden können, sie als den größten Betrug, der je verzeichnet wurde, lieber vergessen.

Eure Heiligkeit, tun Sie einen letzten, scharfen Blick auf die sterbenden Gluten Ihrer Kirche und der unsrigen! Und entscheiden Sie, rundweg und aufrichtig, ob Sie es wünschen, ein PAPST zu sein, Stellvertreter Jesu Christi, Oberster Hirt der einen, wahren Kirche, oder ob Sie Ihr geläufiges Bild als den BISCHOF von Rom, den ersten unter Gleichen, mit einem EHRENplatz, aber ohne Autorität, inmitten der Reihen des sogenannten „Kollegiums“ der Bischöfe verewigen wollen.

Ohne Sie persönlich beleidigen zu wollen, müssen wir wahrhaftig bekennen, dass wir nicht im geringsten interessiert sind am Bischof oder sogar Patriarchen Montini. Die wahre Zuneigung und den gehorsamen Respekt, die wir immer noch für Sie haben, ergehen zu Ihnen nur als PAPST Paul VI., Stellvertreter Christi, Oberster Hirte, mit wahrer Rechtsprechungs-Gewalt über alle Katholiken, einschließlich der Patriarchen, Kardinäle und Bischöfe. Nur ein PAPST, der gewillt ist, seine gottgegebenen Vorrechte auszuüben, kann die Kirche jetzt vor weiterer Zersetzung retten!

Erinnert sich Eure Heiligkeit daran, wie begeistert sie meine Hände in die seine nahm an jenem 1. Dezember 1965, als ich Ihnen ehrerbietigst aber offen sagte, dass wir nicht an 2500 kleine Päpste, sondern vielmehr an 2500 Bischöfe und EINEN PAPST glauben?

Diese politische Standortbestimmung unserer K.T.B. gilt noch heute, mit diesem Unterschied: abgesehen von wenigen Ausnahmen, die wir an den Fingern einer Hand abzählen können, GLAUBEN WIR NICHT MEHR AN UNSERE BISCHÖFE, DIE SIE UND UNS BETROGEN HABEN, aber wir glauben immer noch an einen Papst! Wir glauben sogar immer noch an Papst Paul VI., WENN er beginnt, sofort das zu tun, was er bisher unterlassen hat: ZU HANDELN WIE EIN PAPST!

Eure Heiligkeit, darf ich Ihnen ehrerbietigst, aber mit der Offenheit eines erwachsenen Sohnes, der seinen Vater tief liebt, sagen, dass, entgegen dem, was Ihnen Ihre Umgebung von Flattierern sagt, Ihr Bild bei den traditionalistischen Katholiken, Ihren treuesten Söhnen und Töchtern, dasjenige eines sehr schwachen Papstes ist, der heute dem widerspricht, wozu er sich gestern bekannte und seine Energie mit dem Versuche verschwendet, die Unversöhnlichen zu versöhnen: Wasser und Feuer, Irrtum und Wahrheit, Modernismus und Traditionalismus.

Wir von der K.T.B. lehnen es immer noch ab, uns der wachsenden Zahl jener Katholiken in der ganzen Welt beizugesellen, die Sie anklagen, Mitschuldiger zu sein an dem Team, das darauf aus ist, die Kirche, die wir einst kannten, zu zerstören und weniger daran interessiert zu sein, Oberster Hirte der einen, wahren Kirche Christi zu bleiben, als Chef-Kaplan einer neuen Ein-Welt-Religion im Dienste der Ein-Welt-Regierung zu werden.

Wir von der K.T.B. haben immer noch in der Reserve unserer Herzen die begeisterte Loyalität aufgestaut, die wir, die traditionalistischen Katholiken, ausschließlich für unseren Obersten Hirten beiseite setzen. Und wir würden nichts lieber tun, als die vergangenen vier Jahre zu vergessen und unsere Loyalität auf einen Paul VI. zu ergießen, der sich in einen neuen heiligen Pius X. verwandelt hätte, der den Mut hatte, der Wirklichkeit der Feinde in unseren eigenen Reihen ins Angesicht zu schauen und sie zu verurteilen. Die ersten vier Jahre Ihres Pontifikates, Eure Heiligkeit, waren enttäuschend für die treuesten Ihrer Söhne und Töchter. Aber, mag es auch noch so spät sein, Sie haben immer noch die Gelegenheit, einmal mehr ein Fähiger anstatt ein Schuldiger zu sein (to be capable instead of culpable).

Mögen wir, die traditionalistischen Katholiken, deren unwürdiger Sprecher ich bin, Eurer Heiligkeit aus der Sackgasse helfen, in die Ihre Feinde Sie gedrängt haben, indem wir Ihnen demütig folgende Gesuche unterbreiten:

1. ÖFFENTLICH ÜBER ALLE ZU GEBOTE STEHENDEN INERNATIONALEN ÖFFENTLICHEN MITTEL ANZUKÜNDIGEN, DASS SIE WIEDER DIE VORRECHTE DES OBERSTEN HIRTEN DER EINEN, WAHREN KIRCHE CHRISTI AUSÜBEN WOLLEN UND DASS DIE ZWISCHENREGIERUNGSZEIT VATIKAN II. VORÜBER IST.

Lassen Sie die Welt wissen, dass das Zweite Vatikanische Konzil als ein ehrlicher Versuch von seiten eines wunderbar aufrichtigen aber unverschämt missbrauchten alten Mannes begann, des unvergesslichen „guten Papstes Johannes“, aber sich als ein schrecklicher Fehler herausgestellt hat.

Mag sein, dass es gerade die Angst vor dieser fürchterlichen Möglichkeit war, welche den Heiligen Geist veranlasste, Papst Johannes von allem Anfang an erklären zu lassen, dass Vatikan II ungleich allen vorausgegangenen Oekumenischen Konuzilien, kein doktrinelles Konzil, sondern einfach ein PASTORALES war, womit die Türe offen blieb für irgend einen zukünftigen Papst, es aus der Geschichte zu tilgen.

Eure Heiligkeit, wenn aufrichtige Menschen einen Schnitzer begehen, geben sie ihn zu und versuchen ihn so rasch wie möglich wieder gutzumachen. Vatikan II hat soweit nichts anderes hervorgebracht als Verwirrung und Uneinigkeit unter dem Volke der Kirche Gottes. Es braucht Demut und Mut, zuzugeben, dass selbst ein Papst außerhalb des Bereiches seiner unfehlbaren ex-cathedra-Entscheide, einen Schnitzer begehen kann. Aber es ist gerade diese Sorte von Demut, die einen wahrhaft großen Führer seinen Untergebenen beliebt macht. Selbst so, Sie wissen es besser als alle von uns zusammen, ist es nichts, das Gesicht zu verlieren, verglichen mit dem Verluste der Seelen.

Treten Sie SOFORT UND FÜR IMMER zurück von jenem falsch interpretierten und missbrauchten „Kollegialitäts“-Dekret. Die Last des Papsttums kann nicht geteilt werden, und es war nie die Absicht, dass dem so sei. Petrus und Petrus allein wurden die Schlüssel des Königreiches übergeben. Petrus und Petrus ALLEIN wurde erkoren, den Glauben „seiner Brüder“ zu stärken, die ersten Bischöfe, die die Urkirche regierten, nicht nur MIT, sondern UNTER Petrus. Hören Sie auf, jene Bischofs-Mitra zu tragen, und setzen Sie die päpstliche Tiara zurück auf Ihr gesalbtes Haupt, wohin sie gesetzt wurde am Tage, da Sie es annahmen, als Christi Stellvertreter und Oberster Hirte zu dienen. Sie nahmen das Amt an; Sie haben einen Geschmack von den Verantwortungen; es sind die beiden Seiten dergleichen Münze. Geben Sie uns eine neue Gelegenheit, die Welt einmal mehr wissen zu lassen, dass „HABEMUS PAPAM!, dass wir einen Papst haben!“

Hören Sie auf, Entscheide anzunehmen, die von Ihren angeblichen „Beratern“ getroffen werden. Stehen Sie auf Ihren eigenen zwei Füßen! Diese Berater haben Sie und die Kirche in den Abgrund ihrer antichristlichen Aktivität geführt. Sie haben Sie in eine Weltlage hineingezwängt, sich scheinbar wohl zu fühlen in so unmöglichen Situationen wie Ihr Gebet im „Meditations-Zimmer der pantheistischen Missgeburt der Vereinten Nationen, Ihre Weigerung, dem bevorzugten Seherkind von Fatima die Ehre zu geben, welche öffentlich bekannten reulosen Exempeln von degradierten Weibsbildern gewährt wird, Ihr Liebäugeln und Austausch von Symbolen religiöser Autorität mit Führern von Sekten, die immer noch häretisch sind, und vor allem Ihre Ehrerbietung gegenüber Führern des internationalen Kommunismus, der immer noch darauf aus ist, unsre Kirche zu zerstören und alle andern religiösen Körperschaften ebenso.

Hören Sie auf, auf die politisch eingestimmten und diabolisch-orientierten „Berater“ zu hören, die die höchsten Staffeln unserer Kirche infiltriert haben, genau so wie Unsere Liebe Frau es vorausgesagt hat in ihrer letzten Botschaft von Fatima, die ungerechtfertigterweise nun schon während sieben Jahren unserem katholischen Volke vorenthalten wurde.

Hören Sie auf, auf die rot- und purpurbekleideten Geheim-Atheisten aller Orte zu hören, die Ihre Alitalia-Düsenmaschine für ein anderes Melodrama in Moskau bereiten.

Hören Sie statt dessen auf die wahrhaftigen römischen Katholiken, die traditionalistischen „Männer und Frauen im Kirchenbank“, die wollen, dass ihr Papst wie ein Papst handle; die gleichen Katholiken, die nach wie vor knien, wenn sie ihren lebendigen Gott in der heiligen Kommunion empfangen, die immer noch den Rosenkranz zu ihrer Mutter im Himmel beten, die immer noch die Knie beugen, bei den Worten „Und das Wort ist Fleisch geworden, durch den Heiligen Geist aus der Jungfrau Maria, und ist Mensch geworden“, die immer noch das Letzte Evangelium des hl. Apostels Johannes in ihren ausgetragenen Missalen lesen; die immer noch die Leoninschen Gebete nach der Messe für die Bekehrung Russlands beten, die immer noch an Freitagen sich des Fleisches enthalten, die immer noch am Sonntag in die Kirche gehen anstatt an Samstagen; in einem Wort, die traditionalistischen Katholiken, die es ablehnen, ihre Hinterteile dem Sohne Gottes zuzuwenden, um irgend eines Menschensohnes willen, trotz dem Rot und Purpur, das er stolz aufputzt.

2. SCHAFFEN SIE EINEN NEUEN „LANDESSPRACHLICHEN RITUS“ FÜR JENE, DIE INTERESSE DARAN HABEN UND WIEDERBELEBEN SIE ÖFFENTLICH UNSEREN JETZT SCHLUMMERNDEN, JAHRHUNDERTEALTEN LATEINISCHEN RITUS, INDEM SIE AUS IHM DIE PRÄLATEN UND PRIESTER ELIMINIEREN, DIE SEINE VERNICHTUNG GEPLANT HABEN.

Wenn es immer noch Personen gibt, die es vorziehen, indem nun de facto existierenden „nicht-lateinischen“ Ritus zu verharren, wünschen wir gewiss nicht, dieselben um diese Befriedigung zu bringen. Wir würden ihnen nur vorschlagen, dass sie ihrerseits Eure Heiligkeit bitten, in ihrem nicht-lateinischen Sektor Ihrer Kirche etwas herauszumisten und das Haus zu räumen von solchen Krebsflecken wie Baltimore, Chicago, Detroit, San Francisco, Atlanta, Oklahoma, San Diego und andere Worcesters, die zwangsmäßig das Ganze anstecken. Freunde an der Oberfläche sind die häretischen Pseudokardinäle und Bischöfe, die jenen Diözesen vorstehen. Ihre Feinde hinter Ihrem Rücken, Eure Heiligkeit.

Wir, die traditionalistischen Katholiken, jedoch können unmöglich länger irgend etwas zu tun haben mit einem Establishment, das die Überlieferungen und Glaubenslehren der Kirche unserer Väter völlig verraten hat.

Wir haben Auskünfte erhalten, wonach die kommende Bischofs-Synode, die nächsten Monat in Rom beginnen soll, nun endlich willens ist, die Zelebration einer Messe in Lateinisch jeden Sonntag in jeder Pfarrei zugunsten jener von uns zu empfehlen, die als ältere Katholiken beschrieben werden, die sich noch nicht dem sogenannten „Aggiornamento“ angleichen konnten.

Während wir diese Übereinkunft vor zwei Jahren oder sogar vor einem Jahr hätten dankbar annehmen können, müssen wir heute einen solchen Vorschlag mit Bedauern als „zu wenig und zu spät“ bezeichnen! WIR SIND NICHT MEHR LÄNGER TEIL DES KONZILS-KRICHEN-ESTABLISHMENTS, und keine verspäteten Reste der lateinischen Messe können nun den geistigen Hunger der traditionalistischen Katholiken stillen. Wir könnten einfach den Geruch nicht aushalten eines Wohnraumes, in dem wir wieder unter dem gleichen Dach leben müssten mit den Shehans, den Deardens und andern „Codys“, einer alfrinkitis-infektierten Konzils-Kirche, die einen Bund geschlossen hat mit dem Tod und einen Pakt mit der Hölle.“ (Isaias, 28.25.)

Eure Heiligkeit, ich erkenne vollkommen, wie vermessen es von mir wäre, Eure Heiligkeit in Sachen solcher Natur einfach in meinem eigenen Namen anzugehen. Jedoch, möge es Eurer Heiligkeit gefallen, die folgenden konkreten Vorschläge anzunehmen als herstammend von den Millionen bedrängter und leidender, treuer römischer Katholiken, deren Sprecher ich in den Vereinigten Staaten von Amerika geworden bin, sowie der ungezählten übrigen Katholiken, mit welchen unsere Bewegung in 28 andern Ländern ihre Bemühungen koordiniert hat.

Es ist im Namen jener Millionen loyaler römischer Katholiken, dass ich nun formell Eure Heiligkeit ersuche, einen neuen „Landessprache-Ritus“ für jene zu schaffen, die daran interessiert sind und öffentlich unseren nun eingeschlummerten jahrhundertealten lateinischen Ritus wieder zu beleben durch die Eliminierung aus ihm der Prälaten und Priester, die seine Zerstörung geplant haben.

Dieser verjüngte lateinische Ritus wird natürlich die Lehren des überlieferten „Glaubensbekenntnisses“ sowie seinen begleitenden Antimodernisteneid einschließen, und er wird leben von den Gesetzen und der Liturgie, wie sie bis zum 9. Oktober 1958 existierten, dem Tag, da der heiligmäßige Papst Pius XII. zu seinem ewigen Lohn einging.

Die Mutter, die freizügig einigen ihrer Kinder erlaubt, ihre abessinischen, ihre alexandrinischen, ihre antiochinischen, ihre armenischen, ihre byzantinischen, ihre chaldäischen und andere Riten beizubehalten, sollte nicht weniger tun für ihre Kinder lateinischen Ritus, die der Behandlung als die sprichwörtlichen Stiefkinder überdrüssig sind und sich zu dieser öffentlichen Bestätigung ihrer Reife und ihrer Glaubensliebe ebensosehr berechtigt fühlen.

Respektvoll verlange wir, dass Eure Heiligkeit persönlich und sofort, ohne irgendeine der üblichen bürokratischen Verzögerungen zu durchgehen, den „Vernakularisten“ gewisse Kirchen, Pfarrhäuser, Schuppen, Klöster und Seminarien zuweise, die ihren Bedarf decken und zur selben Zeit feierlich die festgelegten Eigentumsrechte der Traditionalistischen Römischen Katholiken des Lateinischen Ritus über alle übrigen römisch-katholischen Kirchen-Bauten und -Besitztümer in den USA erneut bekräftige.

Wir verlangen ehrerbietigst, dass Eure Heiligkeit den Moderator der K.T.B., seine Exzellenz, Bischof Blaise Kurz, zum Haupt-Ordinarius des traditionalistischen lateinischen Ritus in den USA ernenne und ihm die Macht verleihe, mit der sofortigen Weihe von neuen Bischöfen zu beginnen, die ausgewählt würden von der Liste der einhundertundsechsundfünfzig amerikanischen Priester, die sich mir in dieser letzten, allerstärksten Bemühung, unsere Kirche zu retten, angeschlossen haben.

Darf ich Eure Heiligkeit auch darüber in Kenntnis setzen, dass diese Priester, die Auslese der Ernte, auch noch unterstützt werden durch fünfzehn Schwestern, elf Brüder, elf Seminaristen und zweitausendeinhundertachtundzwanzig amerikanische Familien, die bereit sind, SOFORT unseren erneuerten, jahrhundertealten lateinischen Ritus zu organisieren und zu unterstützen zugunsten der Millionen der übrigen Katholiken, die insgeheim ihre Unterstützung uns gegenüber geäußert haben und nur auf die öffentliche Bestätigung Eurer Heiligkeit warten, um unseren Reihen öffentlich beizutreten.

Eure Heiligkeit! Im Namen Jesu Christi, Ihres und unseres Herrn und Erlösers, haben Sie den Mut, die falschen Hirten fortzujagen und auf Ihr eigenes Gewissen zu hören! Beweisen Sie einmal mehr Freund und Feind zugleich, dass die Pforten der Hölle in der Tat sie (die Kirche) nicht überwältigt haben. Stochern Sie die Gluten einer sterbenden Kirche auf und, mit ritterlicher Verzweiflung, machen Sie ihr einmal mehr ein Haus der Zuflucht, anstatt ein Haus der Verweisung (a House of Refuge in lieu of a house of refuse!) Verbinden Sie und reiben Sie nicht die nagenden Wunden des Mystischen Leibes Christi (bind instead of grind).

Heiliger Vater! Wir bitten Sie, die Appische Sackgasse zu verlassen, in die Ihre Berater Sie gesteuert haben. Wir wollen nicht, dass Sie die Seiten zukünftiger Geschichtsbücher als einer unserer schwachen Päpste beehren und dass Ihr Bild darin gezeichnet werde als „Paul der Schwache“ anstatt „Paul der Große“. Lassen Sie die Geschichte Paul VI. wiedererzählen, als den Papst, der die Kirche wieder zur Wachsamkeit führte (on G-U-A-R-D), den Papst, der nach einer der größten Krisen in ihrer Geschichte, der Kirche ihre Attribute der Größe, Einheit, Autorität, Ehre und Würde (Greatness, Uniformity, Authority, Respect and Dignity) zurückgab. Eure Heiligkeit! Es wäre wirklich sehr ungereimt vom Sprecher der loyalen traditionalistischen römischen Katholiken, Absender von Ultimaten zu werden in seinen Unterhandlungen mit dem Obersten Hirten seiner Kirche. Jedoch, ich wäre nachlässig in meinen Verantwortungen Ihnen gegenüber, unserem Papst, und gegenüber dem Volke, das ich vertrete, wenn ich nicht unmissverständlich betonte, dass die Geduld der traditionalistischen Katholiken den Punkt des Zerreißens erreicht hat.

Wir können nicht mehr länger Teil eines Establishments bleiben, das bereit ist zur äußersten Schändung unserer Heiligen Mutter, der Kirche. WIR MÜSSEN UND WOLLEN DIE KETTEN BRECHEN, DIE UNS IMMER NOCH GEWALTSAM AN EIN SYSTEM GEBUNDEN HALTEN, das Christus verleugnet, auf heiligen Überlieferungen herumtrampelt, einst verehrte Liturgie- und Bußübungen schmäht, den Glauben und die Sitten zukünftiger Generationen vernichtet und eine Hierarchie und einen Klerus verewigt, die/der sich verpflichtet hat, einst freiwillig angenommene Verantwortungen zu ersetzen mit einem Leben erfüllter persönlicher Ambitionen und sittlicher Doppelzüngigkeit.

Eure Heiligkeit! Wenn wir nicht eine zufriedenstellende Antwort von Eurer Heiligkeit erhalten oder wenigstens eine Gelegenheit, unsere Gesuche und Vorschläge innerhalb der nächsten sechs Monate mit Eurer Heiligkeit PERSÖNLICH zu besprechen, werden wir unsere Gesuche als verneint und unsere Vorschläge als abgewiesen erachten und den traurigen und tragischen Schluss ziehen, dass UNSERE MUTTER, DIE KIRCHE, VORÜBERGEHEND DIE BESTEN IRHER KINDER VERLASSEN HAT.

Ich bete zu Gott und zu Seiner Heiligsten Mutter, deren Aufnahme in den Himmel wir heute feiern – und Millionen in der ganzen Welt vereinigen sich mit mir in diesem Gebet – , dass ein so dunkler und tragischer Tag nie kommen möge. Aber, wenn wir keine andere Wahl haben, werden wir die kleine, aber immer noch brennende Kerze unseres traditionellen katholischen Glaubens eifersüchtig beschützen und geduldig unsere geistige „Widerstands“-Bewegung ohne die erhoffte päpstliche Gutheißung weiterführen.

Ich verdanke es Eurer Heiligkeit, hiermit aufrichtig zu sagen, in der vollen Erkenntnis unserer Verantwortung vor Gott, unserer Kirche und den Seelen, die unserer Obhut anvertraut sind, DASS WIR FÜR JEDWEDE EVENTUALITÄT BIS ZU DEM PUNKTE BEREIT SIND, DASS WIR DIE NÖTIGEN SCHRITTE UNTERNOMMEN HABEN, DIE GÜLTIGE APOSTOLISCHE NACHFOLGE INNERHALB UNSERER REIHEN ZU GARANTIEREN.

Heiliger Vater! Verwerfen Sie nicht die besten und treuesten Ihrer Söhne und Töchter! Doch, selbst wenn Paul VI. seine Seele und sein Herz uns verschließen sollte – Quod Deus avertat! – WIR WERDEN DAS PAPSTTUM NICHT VERWERFEN! Verlassen von Ihnen, würden wir traurig beten und warten auf den Tag, da ein neuer Nachfolger des hl. Petrus seine Arme wieder öffnen würde jenen seiner Kinder, deren einziges „Verbrechen“ es war, den Ermahnungen Ihres Namenspatrons nachzuleben: „Selbst wenn ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkünden sollte als jenes, das wir euch verkündeten, so sei er verflucht“ (Gal. 1,8), oder jener andern, frühen Kirchenführer, die uns lehrten: „Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg. 5, 29)

Lieber Heiliger Vater, einmal wurde ich gewarnt von meinem nun Feind gewordenen Freund, Ihrem ehemaligen Delegierten in Washington – jetzt KARDINAL Vagnozzi! -, dass Sie sehr wohl beeinflusst werden könnten von Ihren „Beratern“, Ihren Segen 1965 für mich und die K.T.M. zu ersetzen durch selbst die strengsten disziplinarischen Maßnahmen. Er konnte mich nicht einschüchtern, weil ich immer noch genügend einfachen kindlichen Glauben habe, dass kein Stellvertreter Christi je in eine solche Art von Abgrund hinein kapitulieren könnte.

Unterdessen werde ich fortfahren, jedem selbst-stilisierten „kleinen Papst“ Widerstand zu leisten, der versucht, mich zum Aufgeben zu drängen, und werde fortfahren, ihm die Worte zu zitieren vom hl. Thomas Morus, der sein irdisches Leben mit der Verteidigung der wahren Kirche verwirkte. Als der ihn gerichtlich verfolgende Shehan seiner Tage diesen „Mann für alle Jahreszeiten“ fragte: „Nicht doch, More! Wünschen sie, weiser und besseren Gewissens zu gelten, als alle Bischöfe und Adelige des Königreiches?“ Der hl. Thomas antwortete: „Mein Herr, für einen Bischof mit Ihrer Meinung habe ich hundert Heilige mit der meinigen, und für ein Parlament von euch, und Gott weiß welcher Art, habe ich alle allgemeinen Konzilien der Kirche von 1000 Jahren!“

Lieber Heiliger Vater! Gestatten Sie mir, diesen langen Brief an Eure Heiligkeit zusammenzufassen, indem ich nochmals an Sie den Schmerzensschrei richte, den Sie am 1. September 1963 an UNS, die loyalen traditionalistischen Katholiken richteten: „ES WIRD SPÄT, LASSEN SIE SICH ÜBERZEUGEN, DASS ES NÖTIG IST, GERADE HEUTE ZU ARBEITEN, UNVERZÜGLICH, DASS KEINE STUNDE VERLOREN WERDEN DARF. DIE NOT IST UNERMESSLICH UND ÄUSSERST DRINGEND, KOMMT UND HELFT UNS, DER WELT ZU SAGEN, WO WAHRHEIT UND WO IRRTUM IST!“

Im Gebete die väterliche Antwort Eurer Heiligkeit auf diesen letzten Schmerzensschrei der heutigen „Leidenden Kirche“ erwartend, verbleibe ich

Ihr loyaler und ergebener Sohn in Jesus Christus

(sig.) Father Gommar A. De Pauw
Priester seit 1942
Präsident der K.T.B.

(Zuerst veröffentlicht in „DAS ZEICHEN MARIENS“, 1. JAHRGANG NR. 5, 19. September 1967, Seiten 66-70)
Den englischsprachigen Originaltext können Sie einsehen und ausdrucken über: http://www.latinmass-ctm.org/pub/archive.htm