Aussagen der Päpste über den seligen Josemaría und das Opus Dei

Saint Josémaría

JOSEMARÍA ESCRIVÁ DE BALAGUER

Johannes Paul II.

“Ein klarer Ausdruck der göttlichen Vorsehung ist die jahrhundertelange ununterbrochene von Männern und Frauen, die treu zu Christus mit ihrem Leben und ihrer Botschaft die verschiedenen Epochen der Geschichte erleuchten. Unter diesen grossen Persönlichkeiten nimmt der selige Josemaría Escrivá einen besonderen Platz ein, denn, wie ich schon am Tag seiner Seligsprechung betont habe, erinnerte er die heutige Welt an die universale Berufung zur Heiligkeit und an den christlichen Wert, den die berufliche Arbeit in den normalen Umständen jedes Einzelnen erlangen kann”. (Audienz mit den Teilnehmern des Kongresses über die Lehre des seligen Josemaría, 14.10.1993).

“Mit übernatürlichem Weitblick verkündete der selige Josemaría unermüdlich die universale Berufung zur Heiligkeit und zum Apostolat. Christus ruft alle auf, sich in der Wirklichkeit des täglichen Lebens zu heiligen; für ihn ist auch die Arbeit ein Mittel der Selbstheiligung und des Apostolates, wenn man in Vereinigung mit Christus lebt; denn als der Sohn Gottes Mensch wurde, hat er sich irgendwie mit der ganzen Wirklichkeit des Menschen und der ganzen Schöpfung vereint (vgl. Dominum et vivificantem, 50). In einer Gesellschaft, in der das unkontrollierte Streben nach materiellem Besitz vorherrscht, die Dinge in Idole und in eine Ursache der Gottesferne verwandelt, hat der neue Selige uns daran erinnert, dass genau diese Wirklichkeiten, Geschöpfe Gottes und des menschlichen Genies, zur Ehre Gottes gereichen und Anlass der Begegnung mit Christus sein können, wenn sie in rechter Weise zur Ehre des Schöpfers und zum Dienst an den Brüdern gebraucht werden”. (Seligsprechungszeremonie von Josemaría Escrivá, 17.5.1992).

Johannes Paul I.

“Escrivá de Balaguer sagte oft gemäss dem Evangelium: ‘Christus verlangt nicht nur etwas Güte, sondern viel Güte. Aber er will nicht, dass wir sie mittels ausserordentlichen Handlungen erreichen, sondern durch gewöhnliche Handlungen, wenn auch die Art und Weise wie diese Handlungen ausgeführt werden, aussergewöhnlich sein muss’. Dort, ‘nel bel mezzo della strada’ – im Büro, in der Fabrik – heiligen wir uns jedes Mal, wenn wir unsere Pflicht mit Kompetenz, aus Liebe zu Gott und mit frohem Herzen erfüllen. So verwandelt sich die tägliche Arbeit nicht in eine ‘tägliche Tragödie’ sondern in ein ‘tägliches Lächeln’”.(Artikel in Il Gazzettino, Venedig, 25.7.1978)

Paul VI.

“In seinen Worten haben wir die Begeisterung der brennenden und grosszügigen Spiritualität der gesamten Institution entdeckt, die in unserer Zeit als lebendiges Zeichen der ewigen Jugend der Kirche geboren wurde (…). Wir betrachten mit väterlicher Zufriedenheit wieviel das Opus Dei für das Reich Gottes geleistet hat und weiter leistet; der Wunsch, das Gute zu tun leitet es an; die entfachte Liebe zur Kirche und zu ihrem sichtbaren Haupt unterscheidet es; der brennende Eifer für die Seelen drängt es auf die mühsamen und schwierigen Wege des Apostolates der Präsenz und des Zeugnisses in allen Sektoren unserer Zeit”. (Handschriftlicher Brief an Msgr. Josemaría Escrivá de Balaguer, 1.10.1964).

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Quelle


Chronologie des Heiligsprechungsprozesses

1975-1980:
Seit dem Tod von Msgr. Escrivá de Balaguer am 26. Juni 1975 erhält die Postulatur der Heiligsprechung eine Vielzahl von Zeugnissen, in denen Menschen aus verschiedenen Ländern Erinnerungen aus ihrer Begegnung mit Josemaría Escrivá beschreiben. Es treffen auch nach und nach tausende von Schilderungen ein über Gunsterweisung auf seine Fürbitte hin. Dies veranschaulicht die weitverbreitete persönliche Andacht zu Josemaría Escrivá.

1980:
In Übereinstimmung mit dem von der Kongregation für die Heiligsprechung aufgestellten Zeitraum ersucht die Postulatur anlässlich des fünften Todestages Msgr. Escrivás um Aufnahme des Selig- und Heiligsprechungsprozesses. Der Antrag wird beim Vikariat von Rom gestellt, da Msgr. Escrivá in dieser Stadt gestorben ist.

1981:
Am 30. Januar gibt die Kongregation für die Heiligsprechung nach sorgfältigem Studium der vom röm. Vikariat präsentierten Unterlagen das Nihil obstat für die Promulgation des Dekretes zur Aufnahme der Heiligsprechung durch den Kardinalvikar. Am 5. Februar bestätigt der Papst den Beschluss der Kongregation, und am 19. Februar veröffentlicht Kardinal Poletti, Vikar von Rom, das entsprechende Dekret.

Am 14. März genehmigt die Kongregation die Errichtung eines weiteren Tribunals (neben dem bereits vorhandenen Tribunal des röm. Vikariates) durch den Erzbischof von Madrid, um die Zeugnisse von spanischen Bürgern oder andere in spanisch verfassten Aussagen anzunehmen.

Am 12. Mai findet in Rom die Eröffnung des Prozesses über Leben und Tugenden des Dieners Gottes statt.

Am 18. Mai wird in Madrid unter Vorsitz von Kardinal Enrique y Tarancón der Prozess eröffnet und von dem dort eingerichteten Tribunal weitergeführt.

1982:
Am 21. Januar präsidiert Kardinal Enrique y Tarancón die Konstitution eines weiteren Tribunales, das einen Prozess zur Untersuchung einer wundersamen Heilung, die der Fürsprache des Dieners Gottes zugeschrieben wird, aufnimmt. Der Vorfall ereignete sich 1976 an einer Ordensfrau, die an Krebs im Endstadium litt und plötzlich geheilt war. Am 3. April wird dieser Prozess unter Vorsitz des Madrider Erzbischofs abgeschlossen und die Originalabschrift der Akte an die Kongregation für die Heiligsprechung gesandt.

1984
Am 26. Juni präsidiert der neue Erzbischof von Madrid, Msgr. Angel Suquía, die letzte Sitzung des Madrider Prozesses über Leben und Tugenden des Dieners Gottes. Eine vollständige Originalabschrift der Akte wird der Kongregation für die Heiligsprechung übergeben.

Am 20. November erklärt die Kongregation für die Heiligsprechung in ihrem Ordentlichen Kongress die Gültigkeit des Wunderprozesses.

1986
Am 8. November schliesst unter Vorsitz des Kardinalvikars von Rom der römische Prozess über Leben und Tugenden des Dieners Gottes. Die Postulatur beginnt mit der Ausarbeitung der Positio, der gesamten Unterlagen, die der Kongregation für die Heiligsprechung zur Untersuchung vorgelegt werden müssen. In der Positio werden die in beiden Prozessen – von Rom und Madrid – erhaltenen Ergebnisse gesammelt, einer kritischen Untersuchung über den heroischen Tugendgrad des Dieners Gottes unterzogen, und weitere Dokumente zur Vervollständigung beigefügt. Die Postulatur übernimmt diese Arbeit unter der Leitung von P. Ambrogio Eszer, O.P., Relator der Kongregation für die Heiligsprechung.

1987
Am 3. April erklärt der Ordentliche Kongress der Kongregation für die Heiligsprechung in einem Dekret die Gültigkeit der beiden Prozesse (Rom und Madrid) über den heroischen Tugendgrad des Dieners Gottes; deren Rechtmässigkeit wird somit bestätigt.

1988
Im Juni wird die Ausarbeitung der Positio über Leben und Tugenden des Dieners Gottes abgeschlossen. Das Dokument, das 4 Bände mit insgesamt 6.000 Seiten umfasst, wird der Kongregation für die Heiligsprechung zur endgültigen Untersuchung übergeben.

1989
Am 19. September erhält die Positio das affirmative Votum des Kongresses der Kongregationsberater.

1990
Am 20. März erfolgt das ebenfalls affirmative Votum der Ordentlichen Kongregation der Kardinäle und Bischöfe über die Positio. Am 9. April veranlasst der Papst die Veröffentlichung des Dekretes über die heroischen Tugenden des Dieners Gottes. Nach der Promulgation dieses Dekretes kann die Postulatur nun der Kongregation die Positio des Madrider Prozesses über die angeblich wundersame Heilung vorlegen.

Am 30. Juni kommt der Medizinische Rat der Kongregation in seinem technischen Gutachten zu dem Ergebnis, dass diese Heilung nicht mit natürlichen Ursachen erklärbar ist. Am 14. Juli spricht sich der Kongress der Theologischen Berater nach Prüfung des Falles für den wunderhaften Charakter der Heilung und deren Erfolgen auf die Fürsprache des Dieners Gottes aus.

1991
Am 18. Juni überprüft die Ordentliche Kongregation der Kardinäle und Bischöfe die Unterlagen über das angebliche Wunder und gibt sein affirmatives Votum. Am 6. Juli verfügt der Papst die Erweiterung des Dekretes, in dem diese Heilung als Wunder erklärt wird. Nachdem auf diese Weise alle vom Gesetz über die Heiligsprechung geforderten Requisiten erfüllt sind, geht der Papst zur Seligsprechung über.

1992
Am 17. Mai wird Josemaría Escrivá de Balaguer von Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen.

1993
Die Postulatur für die Heiligsprechung erfährt durch einen Brief vom 15. März 1993 von der Heilung des Arztes Dr. Manuel Nevado Rey. Mit Hilfe der Zusammenarbeit des Betreffenden werden Unterlagen gesammelt und eine umfassende Untersuchung über die Krankheit Dr. Nevados durchgeführt. Nachdem der aussergewöhnliche Charakter der Heilung feststeht, übergibt die Postulatur am 30. Dezember dem Bischof von Badajoz (Diözese in Südspanien) die gesammelten Unterlagen mit der Bitte um entsprechende Aufnahme des Prozesses über das Wunder.

1994
Die diözesane Untersuchung erfolgt in der bischöflichen Kurie von Badajoz von 12. Mai bis 4. Juli. Dann werden die Prozessakte nach Rom überstellt und von der Kongregation für die Heiligsprechung einem formalen Studium unterzogen.

1996
Die Kongregation erklärt am 26. April 1996, dass der Prozess unter voller Einhaltung der Normen und der bestehenden juridischen Praxis durchgeführt wurde (Dekret der Gültigkeit).

1997
Mit Datum vom 10. Juli 1997 bestätigt der Medizinische Rat der Kongregation für die Heiligsprechung einstimmig, dass die Heilung Dr. Nevados von einer “Krebserkrankung durch schwere chronische Radiodermitis in unheilbarem 3. Stadium” “sehr rasch, vollständig und dauerhaft; aus wissenschaftlicher Sicht unerklärlich” erfolgt ist.

1998
Am 9. Januar 1998 geben die Theologischen Berater der Kongregation zum übernatürlichen Charakter dieser Heilung und zur ursächlichen Beziehung zwischen der Anrufung des seligen Josemaría Escrivá de Balaguer und dem Verschwinden der Krankheit einstimmig ihre positive Stimme ab.

2001
Am 21. September bestätigt die Ordentliche Kongregation der Kardinäle zusammen mit Bischöfen der Heiligsprechungskongregation einstimmig den wundersamen Charakter der Heilung von Dr. Nevado auf die Fürsprache des seligen Josemaría Escrivá. Die Verlesung des Dekretes über das Wunder erfolgt in Anwesenheit des Papstes am 20. Dezember.

2002
Am 26. Februar präsidiert der Papst ein Öffentliches Ordentliches Kardinalskonsistorium zur Approbation von Heiligsprechungen verschiedener Seliger. Unter ihnen erscheint Josemaría Escrivá, dessen Heiligsprechung für 6. Oktober 2002 festgesetzt wird.

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Quelle

Bischof Javier Echevarria: Das 1. Werk der leiblichen Barmherzigkeit

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Das erste Werk der leiblichen Barmherzigkeit, zu dem uns die Kirche einlädt, ist der Besuch bei den Kranken und die Sorge um sie.

Während seines Erdenlebens hat sich Jesus Christus dieser Aufgabe beständig gewidmet, wie es uns viele Szenen des Evangeliums zeigen. So sehen wir ihn unter anderem, wie er die Schwiegermutter des Petrus gesund macht, der Tochter des Jairus die Gesundheit wiedergibt, den Gelähmten am Betesdateich heilt oder sich den Gelähmten zuwendet, die ihn vor den Toren Jerusalems erwarteten. Der Schmerz dieser Menschen zeigt uns, dass Gott auf sie zugeht und ihnen die Erlösung verkündet, die allen Menschen zu bringen er auf die Erde gekommen ist.

In den Kranken sah der Herr die Menschheit, insofern sie in besonderer Weise der Heilung und Erlösung bedarf. Wenn wir gesund sind, kann uns die Versuchung überkommen, Gott zu vergessen, aber wenn uns das Leben Schmerzen oder Leid beschert, dann kommt uns vielleicht der Schrei des Gelähmten vor Jericho in den Sinn: „Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Wenn wir schwach sind, merken wir, dass wir wirklich bedürftige Geschöpfe sind.

Halten also auch wir vor den Schwächen der anderen inne, wie wir es Christus tun sehen. Der Heilige Geist, die unendliche Liebe, wird andere Menschen trösten, indem wir ihnen Gesellschaft leisten, sie aufmuntern oder – je nachdem was der oder die Kranke braucht, indem wir im Schweigen unseren Respekt und unsere Hilfsbereitschaft zum Ausdruck bringen. Wir alle haben jeden Tag viel zu tun und die Menge der uns erwartenden Aufgaben nimmt beständig zu, aber wir dürfen nicht zulassen, dass ein voller Terminkalender uns dazu führt, die Kranken zu vergessen.

Es gibt viele Heilige, die uns ein Beispiel der Nachahmung Christi gegeben haben, auch im Hinblick auf dieses Werk der Barmherzigkeit. So erklärte der hl. Josefmaria häufig, dass das Opus Dei – als könnte es nicht anders gewesen sein – in den Krankenhäusern unter den Kranken geboren wurde. Seit er 1926 oder 1927 nach Madrid gezogen war, arbeitete er unentwegt in mehreren Sozialeinrichtungen mit – im Krankenstift, in der Bruderschaft des hl. Philipp Neri usw. –, von wo aus Krankenhauspatienten und Menschen in den Randgebieten der Hauptstadt betreut wurden. Madrid zählte damals mehr als eine Million Einwohner; die Vororte waren weit voneinander entfernt, es gab nur wenige öffentliche Verkehrsmittel, aber um die Kranken in ihren Häusern und Hütten zu besuchen ging er überall hin – immer zu Fuß –, wo er gebraucht wurde und brachte ihnen die Stärke Christi und die Vergebung Gottes des Vaters. Wie viele Menschen sind wohl dank dieser priesterlichen Arbeit des hl. Josefmaria in den Himmel gekommen!

In diese Krankenhäuser oder an andere Orte ging er, vor allem ab 1933, in Begleitung einiger Jugendlicher, denen er geistliche Hilfe zukommen ließ. Mit ihnen zusammen sprach er liebevoll mit den Kranken, oder sie leisteten ihnen notwendige Dienste wie etwa, sie zu waschen, ihnen die Nägel zu schneiden, sie zu kämmen oder ihnen ein gutes Buch zu besorgen. Viele dieser jungen Männer entdeckten im Kontakt mit dem Schmerz und der Armut anderer Menschen auf neue, intensive Weise Jesus im Kranken und im Bedürftigen.

Meine Töchter und Söhne, Freunde und Freundinnen, die ihr an den apostolischen Initiativen der Prälatur teilnehmt: Diese Sorge um die Armen und Kranken darf nicht ein Kennzeichen der Anfänge bleiben. Das Opus Dei wird jeden Tag in dir und in mir geboren und wächst, wenn wir Erbarmen mit den Verlassenen haben, wenn wir Christus in den Seelen der Menschen unserer Umgebung sehen, besonders jener, die von einem Leid heimgesucht werden.

Lassen wir sie nach dem Beispiel Christi durch unseren Einsatz, unsere Gegenwart, unsere Hilfe, ja sogar durch einen einfachen Telefonanruf, Gottes Barmherzigkeit spüren. Wir können sie von den Schmerzen oder der Einsamkeit ablenken, ihnen geduldig zuhören, wenn sie von den sie bedrückenden Sorgen und Nöten erzählen, ihnen Liebe und Stärke vermitteln, damit sie ihre schwere Lage mit Würde tragen; und sie daran erinnern, dass die Krankheit eine Gelegenheit ist, sich mit dem Kreuz Christi zu verbinden.

Im Weg, dem in aller Welt bekannten Büchlein, schrieb der hl. Josefmaria: „Kind. – Kranker. – Seid ihr nicht versucht, diese Worte ganz in großen Buchstaben zu schreiben? Für einen in Ihn verliebten Menschen sind die Kinder und die Kranken wirklich Er.“ Schon seit seiner Jugend – ich beziehe mich auf den hl. Josefmaria – sah er Christus in den Leidenden, denn Jesus heilte die Kranken nicht nur, sondern er teilte ihr Schicksal. Der Sohn Gottes litt schreckliche Schmerzen. Denken wir nur an seine körperliche und geistliche Erschöpfung im Ölgarten, an die unbeschreiblichen Qualen jedes Hiebes bei der Geißelung, an die unerträglichen Kopfschmerzen und die körperliche Schwäche, die ihn im Laufe der Stunden seiner Passion überkamen…

Auf denen, die krank sind und unter Schmerzen leiden, kann ihre Situation wie eine dunkle und sinnlose Last liegen. Das Leben kann düster und ohne erkennbaren Sinn werden. Wenn Gott also erlaubt, dass wir leiden, dann nehmen wir den Schmerz an. Und wenn wir zum Arzt gehen müssen, dann befolgen wir fügsam, was er uns rät. Seien wir gute Patienten. Bemühen wir uns, mit Gottes Hilfe unsere Lage anzunehmen und wünschen wir unsere Gesundung, um uns großzügig für Gott und unsere Mitmenschen einzusetzen. Aber wenn dies nicht sein Wille ist, dann sollten wir mit Maria sagen: Fiat! So soll es sein! Dein Wille geschehe…

Auf diese Weise werden wir uns im Gebet an Gott wenden und ihm sagen: Ich weiß nicht, was du willst, aber ich verlange auch nicht, dass du es mir erklärst. Wenn du die Krankheit zulässt, dann hilf mir, diese Zeitspanne zu ertragen. Sie soll mich mehr mit dir vereinen, sie soll mich mehr mit denen, die bei mir sind, verbinden, sie soll mich mehr mit allen Menschen eins werden lassen. Und mit Worten des hl. Josefmaria vertrauen wir uns dem Heiligen Geist an: „Geist des Verstandes und des Rates, Geist der Freude und des Friedens: Ich will, was du willst, ich will, weil du willst, ich will, wie du willst, ich will, wann du willst.“

Wie gut tut es der Seele eines jeden, Träger der Barmherzigkeit zu sein! Bitten wir Gott durch seine heilige Mutter, er möge uns stark machen, um die Liebe Gottes denen weiterzugeben, die nicht gesund sind, und nehmen wir in innerem Frieden seine Barmherzigkeit an, wenn sein Wille darin besteht, dass wir uns durch das Kreuz mit ihm vereinen.

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Quelle

Der heilige Josemaria Escrivá über: DIE EINHEIT DER CHRISTEN

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Der heilige Josemaria Escrivá

Die Kirche bittet die Christen in der Woche vom 18. bis zum 25. Januar, dem Fest des hl. Paulus, um mehr Gebet für die Einheit.

Bitte Gott darum, daß in der heiligen Kirche, unserer Mutter, die Herzen aller – wie zur Zeit der Urchristen – als ein einziges Herz schlagen, damit das Wort der Schrift sich bis zum Ende der Zeiten wirklich erfülle: »Multitudinis autem credentium erat cor unum et anima una« – die Gläubigen waren ein Herz und eine Seele.
Ich meine das sehr ernst: du darfst diese heilige Einheit nicht verletzen. Betrachte dies in deinem Gebet!
Im Feuer der Schmiede, 632

Wahre Ökumene
Ich verehre mit allen meinen Kräften das Rom des Petrus und des Paulus, das getränkt ist vom Blut der Märtyrer, den Mittelpunkt, von dem so viele hinausgezogen sind in die ganze Welt, um die Heilsbotschaft Christi zu verkünden. Römisch sein bedeutet in keiner Weise Abkapselung, sondern rechte Ökumene; es beinhaltet den Wunsch, das Herz weit zu machen, es allen Menschen mit dem Erlöserverlangen Christi zu öffnen, der alle sucht und alle aufnimmt, weil Er alle zuerst geliebt hat.
Loyal zur Kirche, 28

Nimm folgendes Anliegen in dein tägliches Gebet: daß alle katholischen Christen treu sind, daß wir entschieden um die Heiligkeit kämpfen.
Eine selbstverständliche Aufforderung! Was denn sonst könnten wir denen wünschen, die wir lieben und die mit uns durch das starke Band des Glaubens verbunden sind?
Im Feuer der Schmiede, 925

Die Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist
Ich will mit dem beginnen, was wir beim heiligen Cyprian lesen: Die universelle Kirche zeigt sich uns als ein Volk, dessen Einheit aus der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes hervorgeht.
Das übernatürliche Ziel der Kirche, 1

Die Ausgießung des Heiligen Geistes, die uns christusförmig macht, führt uns zu der Erkenntnis, daß wir Kinder Gottes sind. Der Tröster, der die Liebe ist, lehrt uns, auf diese Tugend unser ganzes Leben zu gründen; und consummati in unum, einsgeworden mit Christus, können wir unter den Menschen das sein, was nach dem heiligen Augustinus die Eucharistie ist: Zeichen der Einheit, Band der Liebe.
Christus begegnen, 87

Jesus spricht: »So sage auch ich euch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden.«
Bete. Bei welcher menschlichen Unternehmung könnte man dir größere Erfolgschancen zusichern?
Der Weg, 96

Die Gemeinschaft der Heiligen
Du wirst deine Pflicht leichter erfüllen, wenn du an die Hilfe denkst, die deine Brüder dir leisten. Und an die Hilfe, die du ihnen versagst, wenn du nicht treu bist.
Der Weg, 549

Im Gedanken an so manche Situation der Geschichte, die der Teufel aufs neue herbeizuführen sucht, scheint mir das, was du über Loyalität schreibst, ins Schwarze zu treffen: »Den ganzen Tag über steigt mir aus Kopf, Herz und Mund das Stoßgebet zum Himmel: Rom!«
Die Spur des Sämanns, 344

Einheit und Vielfalt
Du warst verblüfft darüber, daß ich die mangelnde »Gleichförmigkeit« in diesem Apostolat, in dem du arbeitest, guthieß.
Und ich sagte dir: Einheit und Vielfalt. – Ihr müßt so verschieden sein, wie die Heiligen im Himmel verschieden sind, denn jeder von ihnen hat seine besondere persönliche Note. – Darüber hinaus aber müßt ihr euch gleichen wie die Heiligen, die keine Heiligen wären, wäre nicht jeder von ihnen eins mit Christus geworden.
Der Weg, 947

Treue
Die Kirche ist apostolisch aufgrund ihrer Verfassung. So kommt es, daß jene Kirche, die wirklich die katholische ist und heißt, zugleich die Vorrechte der Einheit, der Heiligkeit und der apostolischen Nachfolge deutlich aufweisen muß. Die katholische Kirche zeigt also eine offensichtliche und vollkommene Einheit auf der ganzen Erde und unter allen Völkern; jene Einheit, deren Grund, Wurzel und unbesiegbarer Ursprung die höchste Autorität und der höchste Vorrang des heiligen Apostelfürsten Petrus und seiner Nachfolger auf dem römischen Stuhle ist. Es gibt keine andere katholische Kirche als jene, die, auf den einen Petrus auferbaut, in der Einheit des Glaubens und der Liebe heranwächst zum einen zusammengefügten und zusammengehaltenen Leib
Wir werden dazu beitragen, die Apostolizität in den Augen aller deutlicher sichtbar zu machen, wenn wir unsere Einheit mit dem Papst, die ja Einheit mit Petrus ist, mit ausgesuchter Treue unter Beweis stellen. Die Liebe zum Heiligen Vater muß eine herrliche Leidenschaft in uns sein, denn in ihm sehen wir Christus. Wenn wir mit dem Herrn im Gebet verkehren, werden wir einen klaren Blick bekommen, der uns auch hinter Ereignissen, die wir vielleicht manchmal nicht verstehen oder die uns Kummer bereiten und die Tränen in die Augen treiben, das Wirken des Heiligen Geistes erkennen läßt.
Loyal zur Kirche, 30

Mit welch wunderbaren Schattierungen hat unser Herr doch von dieser Lehre gesprochen. Er reiht ein Gleichnis und ein Bild an das andere, damit wir sie verstehen, damit diese Leidenschaft für die Einheit unserer Seele tief eingeprägt bleibt. Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet Er ab; jede, die Frucht bringt, reinigt Er, damit sie noch mehr Frucht bringe… Bleibt in mir, und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt viele Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun (Joh 15,1-5).
Loyal zur Kirche, 20

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Quelle