Papst über Ehevorbereitung: „Neues Katechumenat“

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Feierliche Eröffnung des Gerichtsjahres: Papst und Vatikan-Richter der Rota Romana

Der Papst wünscht sich eine bessere und systematischere Begleitung von Eheleuten. In einer Rede an Richter des zweithöchsten Vatikangerichtshofes, der „Rota Romana“, sprach sich Franziskus an diesem Samstag im Vatikan dafür aus, die Ehevorbereitung in Form eines „neuen Katechumenats“ fester in das Ehesakrament einzubinden. Zudem müsse man die Paare auch nach der Hochzeit pastoral besser unterstützen. Die „Rota Romana“ ist unter anderem mit Ehenichtigkeitsverfahren befasst.

Paare, die sich für die katholische Ehe entschieden hätten, lebten oft in ganz unterschiedlichen Glaubenssituationen, hielt Papst Franziskus in seiner Rede fest: „Einige nehmen aktiv am Gemeindeleben teil, andere nähern sich ihm zum ersten Mal, einige haben ein intensives Gebetsleben, andere wiederum sind durch ein allgemeines religiöses Empfinden geleitet, und manchmal hat man es mit glaubensfernen oder glaubenslosen Menschen zu tun.“

Auch für die Ehe gelte: Je mehr sich der Mensch vom Glauben entferne, desto größer sei die Gefahr des Irrtums, so Franziskus mit Verweis auf Ausführungen des heiligen Johannes Paul II. zum Thema. Glaubensferne führe zu einem „tiefen Ungleichgewicht in allen menschlichen Beziehungen, inklusive der Ehe“, zitierte er weiter Papst Benedikt XVI.

„Neues Katechumenat“ für Paare in Ehe-Vorbereitung 

Eine gute Ehevorbereitung sei vor diesem Hintergrund das geeignete Mittel, um die Bedeutung und Tiefe des Sakramentes zu garantieren und neu zu entdecken, so Franziskus. Paare, die sich auf das Ehesakrament vorbereiten, sollten hierbei, vergleichbar mit dem Katechumenat beim Taufsakrament, innerhalb der sakramentalen Ordnung einen eigenen Stand erhalten, plädierte er: „In diesem Geiste möchte ich hier die Notwendigkeit eines ,neuen Katechumenates‘ in Vorbereitung auf die Ehe unterstreichen.“ Vorstöße in diese Richtung habe es im nachsynodalen Schreiben Johannes Paul II. von 1981 und auf der letzten Synode zu Ehe und Familie im Vatikan gegeben, referierte er.

Die Ehevorbereitung sei „heute mehr denn je eine echte Gelegenheit zur Evangelisierung Erwachsener und oft der sogenannten kirchenfernen Menschen“, hielt der Papst weiter fest. „Es gibt in der Tat viele junge Leute, für die die sich nähernde Hochzeit eine Gelegenheit ist, ihren Glauben neu zu entdecken, den sie lange Zeit an den Rand ihres Lebens gedrängt haben.“ Die Zeit der Eheschließung sei durch besondere Offenheit und die Bereitschaft der Paare geprägt, eigene Lebensweisen zu überdenken.

„Konkrete Nähe“ der Kirche

Damit die Ehevorbereitung gelingen kann, sei eine gute „Synergie“ der Priester im Verhältnis zu den Paaren und eine gute Ausbildung der kirchlichen Mitarbeiter nötig, so Franziskus. Überhaupt könne es hilfreich sein, wenn erwachsene Laien den Priester bei der Aufgabe der Ehebegleitung unterstützten, fügte Franziskus an, der in diesem Kontext dazu anregte, im Kontakt mit den Paaren einen nur auf Gesetze und Formfragen fixierten Ansatz hinter sich zu lassen. Angesichts der Flüchtigkeit und Vorläufigkeit der heutigen Kultur erfordere es „großen Mut“ zu heiraten, erinnerte der Papst: „Und diejenigen, die die Kraft und Freude an den Tag legen, diesen wichtigen Schritt zu tun, müssen an ihrer Seite die Zuneigung und konkrete Nähe der Kirche spüren.“

Darüber hinaus bräuchten die jungen Eheleute auch nach der Hochzeit Unterstützung. Es brauche Ausbildungsprojekte und Initiativen, die sich gerade an diese Gruppe richteten, und die mit „Mut und Kreativität“ Wege suchten, zu einem „wachsenden Bewusstsein um das empfangene Sakrament“ beizutragen. Der Papst rief hier dazu auf, auf die Paare zuzugehen, vor allem wenn diese durch ihre Lebenslage sehr in Anspruch genommen seien: „oft werden junge Eheleute sich selbst überlassen, vielleicht einfach weil sie sich weniger in der Kirche sehen lassen. Das passiert vor allem mit den Geburt der Kinder. Aber es ist gerade in diesen ersten Momenten des Familienlebens, in denen größere Nähe und starke geistliche Unterstützung garantiert sein muss, auch mit Blick auf die Erziehung der Kinder.“

Eröffnung des neuen Gerichtsjahres der Rota Romana

Die Audienz markierte zugleich die Eröffnung des neuen Gerichtsjahres der Rota. Die anwesenden Richter, darunter der Dekan der Römischen Rota Pio Vito Pinto, begingen den Festakt nach der Audienz gemeinsam in der Sala Clementina im Vatikan.

(rv 21.01.2017 pr)

Kardinal Müller spricht im italienischen Fernsehen über die Fragen der vier Kardinäle

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Kardinal Müller / ZENIT – HSM, CC BY-NC-SA

„‚Amoris Laetitia’‪‪ ist in seiner Lehre ganz klar“,
so der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre

„Eine brüderliche Zurechtweisung des Papstes scheint mir sehr fernliegend, unmöglich im Moment, weil der Glaube nicht gefährdet ist, wie der heilige Thomas das sagte“. Mit diesen Worten hat Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, im italienischen Nachrichtenkanal TGCOM24 auf die fünf „dubia“ (Zweifel) der vier Kardinäle reagiert, die sich mit der Auslegung des Apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“ zur Frage der Sakramente für zivil Geschiedene und Wiederverheiratete auseinandersetzen.

„Wir sind von einer Korrektur weit entfernt und ich sage, es schadet der Kirche, diese Dinge öffentlich zu diskutieren“, sagt Kardinal Müller. Jeder habe das Recht, einen Brief an den Papst zu schreiben,vor allem die Kardinäle der römischen Kirche. „Aber ich war überrascht zu sehen, dass dieser veröffentlicht und der Papst gezwungen wurde, ja oder nein zu sagen. Das hat mir nicht gefallen.“ Unterzeichnet hatten die vier Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke, Carlo Caffarra und Joachim Meisner, die ihre Fragen in der Tat öffentlich gemacht haben.

„‚Amoris Laetitia’‪‪ ist in seiner Lehre ganz klar“, so die Einschätzung des Glaubenshüters. Die gesamte Lehre Jesu über die Ehe, die ganze Lehre der Kirche in 2.000 Jahren Geschichte könne so ausgelegt werden. Franziskus fordere die Unterscheidung, um die Situation der Betroffenen zu beurteilen, die in einer irregulären Verbindung leben, das heißt, nicht von der Lehre der Kirche über die Ehe her, und er verlange, für diese Menschen einen Weg zu einer neuen Integration in die Kirche entsprechend der Bedingungen der Sakramente, der christlichen Botschaft über die Ehe, zu finden. „Aber ich sehe keinen Widerspruch: Auf der einen Seite haben wir die klare Lehre über die Ehe und auf der anderen Seite die Verpflichtung der Kirche, sich um diese Menschen in Schwierigkeiten zu kümmern.“

Kardinal Agostino Vallini, Vikar des Papstes für die Diözese Rom, sagte ebenfalls in einem Interview mit dem „Vatican Insider“, dass die Lehre der Kirche „immer die gleiche“ bleibe, aber sie sei aufgefordert, sich um Menschen zu sorgen, die von verletzter oder verlorener Liebe betroffen sind, „die sich in der Mitte des Sturms befinden“. Jeder Priester habe eine sehr heikle und wichtige Aufgabe zu erfüllen, Rigorismus und Laxheit zugleich zu vermeiden und nie vom Vorschlag des Ideals der vollen Ehe abzurücken.

Diese pastorale Unterscheidung von Individuen sei sehr heikel und müsse den Grad der Verantwortung berücksichtigen, der nicht in allen Fällen gleich sei, da mildernde Faktoren auch ins Gewicht fielen. „Es ist daher möglich, dass in einer objektiven Situation der Sünde ein Weg gefunden wird, im christlichen Leben zu wachsen, und dazu die Unterstützung der Kirche zu bekommen“, so Vallini. (mk)

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Quelle

Amoris Laetitia: „Keine trockenen formalen Fragen“

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Kardinal Baldisseri mit Papst Franziskus

Die Frage nach der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten von Beichte und Eucharistie ist eine Frage des Weges, eines „wirklichen Prozesses der Unterscheidung“: Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode und damit Organisator der Versammlungen zum Thema Ehe und Familie 2014 und 2015 legte in einem Vortrag seine Sicht auf die „delikate Frage“ dar, wie die Vatikanzeitung Osservatore Romano berichtet.

Der Papst habe in seinem Schreiben Amoris Laetitia, welches das Ergebnis des Synodenprozesses war, von „Annahme, Begleitung, Unterscheidung und Integration“ gesprochen, das dürfe nicht als „allgemeine Nähe“ verstanden werden, die oberflächlich bleibe und jeden letztlich in seiner Situation zurück lasse. Die Normen der Kirche würde nicht angepasst oder den Umständen nach verändert, so der Kardinal, aber die „einzelnen Situationen müssen in ihrer jeweiligen Eigenheit in die Unterscheidung einbezogen werden.“ Ziel müsse die Integration in das Leben der Kirche sein, „nach den Möglichkeiten, dem zurück gelegten Weg und den Möglichkeiten jedes Einzelnen.“

Diesem Einzelfall-Denken entspreche auch das Verhalten der Seelsorger, so der Kardinal, jedem und jeder müsse einzeln begegnet werden, es seien keine „trockenen theologischen order formalen Fragen“, solche würden den Menschen nicht gerecht.

Synodalität

Auf den Konflikt um die Dubia, also die Zweifel am Papstschreiben, die vier Kardinäle in einem Brief an den Papst geschickt und dann veröffentlicht hatten, ging der Kardinal nicht ein, er verwies aber darauf, dass der Ablauf des synodalen Prozesses von der Befragung der Kirche an über die zwei Versammlungen und die Abschlussdokumente bis hin zu Amoris Laetitia die Umsetzung dessen sei, wie der Papst sich Synodalität vorstelle.

Kardial Lorenzo Baldisseri sprach bei einer Konferenz in Civitavecchia, sein Vortrag wurde in der Vatikanzeitung an diesem Mittwoch abgedruckt.

 

(or 04.01.2017 ord)

BRIEF VON JOHANNES PAUL II. AN DIE KINDER IM JAHR DER FAMILIE

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Liebe Kinder!

Jesus wird geboren

In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten, das von allen Kindern in jeder Familie herbeigesehnte Fest. In diesem Jahr wird dies noch mehr der Fall sein, denn es ist das Jahr der Familie. Bevor dieses Jahr zu Ende geht, möchte ich mich an euch Kinder auf der ganzen Welt wenden, um mit euch die Freude dieses stimmungsvollen Festtages zu teilen.

Weihnachten ist das Fest eines Kindes, eines Neugeborenen. Es ist daher euer Fest! Ihr erwartet es voll Ungeduld und bereitet euch mit Freude darauf vor, während ihr die Tage, ja beinahe die Stunden zählt, die noch bis zur heiligen Nacht von Betlehem fehlen.

Ich meine euch vor mir zu sehen: zu Hause, in der Pfarrei, in jedem Winkel der Welt baut ihr die Krippe auf und versucht die Atmosphäre und Umgebung wiederzugeben, in welcher der Heiland geboren wurde. In der Tat! In der Weihnachtszeit nimmt der Stall mit der Krippe in der Kirche den zentralen Platz ein. Und alle machen sich eilends auf die geistliche Pilgerschaft dorthin, wie die Hirten in der Nacht der Geburt Jesu. Später werden die Magier aus dem fernen Osten, die dem Stern folgen, an den Ort kommen, wohin der Erlöser der Welt gelegt wurde.

Und auch ihr besucht in den Weihnachtstagen die Krippen, wo ihr innehaltet, um das auf Stroh gelegte Kind anzuschauen. Ihr seht seine Mutter und den hl. Josef, den Hüter des Erlösers. Während ihr die Heilige Familie betrachtet, denkt ihr an eure eigene Familie, in der ihr auf die Welt gekommen seid. Ihr denkt an eure Mutter, die euch das Licht der Welt erblicken lieb, und an euren Vater. Sie kümmern sich um den Unterhalt der Familie und um eure Erziehung. Denn die Aufgabe der Eltern besteht nicht nur darin, die Kinder zu zeugen, sondern sie auch von ihrer Geburt an zu erziehen.

Liebe Kinder, während ich an euch schreibe, denke ich an die Zeit vor vielen Jahren, als auch ich ein Kind war wie ihr. Damals erlebte auch ich die frohe Atmosphäre von Weihnachten, und wenn der Stern von Betlehem erstrahlte, eilte ich zusammen mit meinen Altersgenossen zur Krippe, um wieder zu erleben, was sich vor zweitausend Jahren in Palästina ereignet hatte. Wir Kinder gaben unserer Freude vor allem durch den Gesang Ausdruck. Wie schön und ergreifend sind die Weihnachtslieder, die sich in der Tradition jedes Volkes um die Krippe ranken! Welch tiefe Gedanken sind darin enthalten und vor allem welche Freude und Zärtlichkeit drücken sie für das göttliche Kind aus, das in der Heiligen Nacht zur Welt gekommen ist!

Auch die auf die Geburt Jesu folgenden Tage sind Festtage: so wird acht Tage danach daran erinnert, daß dem Kind ein Name gegeben wurde, wie es die Tradition des Alten Testamentes wollte: es wurde Jesus genannt. Vierzig Tage darauf wird der für jeden erstgeborenen Sohn Israels üblichen Darstellung im Tempel gedacht. Bei jener Gelegenheit kam es zu einer außergewöhnlichen Begegnung: als die Muttergottes mit dem Kind im Tempel eintraf, kam ihr der alte Simeon entgegen, der den kleinen Jesus in die Arme nahm und die folgenden Worte sprach: »Nun läbt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel« (Lk 2, 29-32). Dann sagte er zu Maria, seiner Mutter: »Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen« (Lk 2, 34-35). So also ist bereits in den ersten Lebenstagen Jesu die Ankündigung des Leidens zu vernehmen, an dem eines Tages auch die Mutter Maria teilnehmen wird: am Karfreitag wird sie schweigend unter dem Kreuz des Sohnes stehen. Übrigens sollte sich der kleine Jesus gar nicht lange nach seiner Geburt bereits einer ernsten Gefahr ausgesetzt sehen: der grausame König Herodes wird anordnen, alle Kinder unter zwei Jahren zu töten; darum wird Jesus mit seinen Eltern zur Flucht nach Ägypten gezwungen sein.

Ihr kennt ja sicherlich diese Ereignisse im Zusammenhang mit der Geburt Jesu. Sie werden euch von euren Eltern, den Priestern, den Religionslehrern, den Katecheten erzählt, und jedes Jahr erlebt ihr sie zur Zeit des Weihnachtsfestes zusammen mit der ganzen Kirche wieder: ihr wißt also Bescheid um die dramatischen Aspekte der Kindheit Jesu.

Liebe Freunde! In dem Geschehen um das Kind von Betlehem könnt ihr das Schicksal der Kinder der ganzen Welt erkennen. Wenn es stimmt, daß ein Kind nicht nur die Freude der Eltern, sondern der Kirche und der ganzen Gesellschaft verkörpert, so stimmt es leider auch, dab in unserer Zeit viele Kinder in verschiedenen Teilen der Welt leiden und bedroht sind: sie erdulden Hunger und Elend, sie sterben an Krankheiten und Unterernährung, sie werden zu Opfern von Kriegen, sie werden von den Eltern verlassen und sehen sich zur Obdachlosigkeit verurteilt, sie erleiden von seiten der Erwachsenen viele Formen von Gewalt und Rücksichtslosigkeit. Wie kann man angesichts des Leidens so vieler Kinder gleichgültig bleiben, besonders wenn es irgendwie von den Erwachsenen verursacht wird?

Jesus vermittelt die Wahrheit

Das Kind, das wir zu Weihnachten in der Krippe betrachten, wuchs im Laufe der Jahre heran. Mit zwölf Jahren zog Jesus, wie ihr wißt, anläßlich des Paschafestes zum ersten Mal mit Maria und Josef von Nazaret hinauf nach Jerusalem. Dort trennte er sich im Gedränge der Pilger von den Eltern und hörte zusammen mit anderen seiner Altersgenossen im Tempel, gleichsam zum »Katechismus-Unterricht«, den Schriftgelehrten zu. Die Feste waren in der Tat passende Anlässe zur Weitergabe des Glaubens an die Kinder, die ungefähr in Jesu Alter waren. Im Verlauf dieser Begegnung geschah es jedoch, daß der außergewöhnliche Heranwachsende aus Nazaret nicht nur sehr kluge Fragen stellte, sondern selbst begann, denen, die ihn eigentlich belehren sollten, tiefgründige Antworten zu geben. Die Fragen und noch mehr die Antworten verblüfften die Schriftgelehrten des Tempels. Es war dasselbe Erstaunen, das später das öffentliche Auftreten Jesu begleiten würde: die Episode im Tempel von Jerusalem war nur der Anfang und so etwas wie die Vorankündigung dessen, was sich einige Jahre später ereignen würde.

Liebe Jungen und Mädchen, Altersgenossen des zwölfjährigen Jesus, fallen euch an dieser Stelle nicht die Religionsstunden ein, die in Pfarrei und Schule abgehalten werden und an denen teilzunehmen ihr eingeladen seid? Ich möchte euch nun einige Fragen stellen: Welche Einstellung habt ihr gegenüber dem Religionsunterricht? Laßt ihr euch so mitreißen wie der zwölfjährige Jesus im Tempel? Besucht ihr eifrig die Religionsstunden in Schule und Pfarrei? Helfen euch dabei eure Eltern?

Der zwölfjährige Jesus war von jener Katechese im Tempel von Jerusalem so ergriffen, daß er in gewisser Hinsicht sogar seine eigenen Eltern vergab. Maria und Josef, die sich mit anderen Pilgern auf dem Rückweg nach Nazaret befanden, bemerkten sehr bald, dab er nicht dabei war. Lange suchten sie ihn. Sie kehrten um, und erst am dritten Tag gelang es ihnen, ihn in Jerusalem im Tempel zu finden. »Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht« (Lk 2, 48). Wie seltsam ist die Antwort Jesu und wie nachdenklich macht sie uns! »Warum habt ihr mich gesucht? – fragte er – Wubtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?« (Lk 2, 49). Das war eine Antwort, die nur schwer hingenommen werden konnte. Der Evangelist Lukas fügt lediglich hinzu, daß Maria »alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte« (2, 51). Es war in der Tat eine Antwort, die erst viel später verständlich werden sollte, wenn der inzwischen erwachsene Jesus zu predigen beginnen und erklären würde, dab er bereit war, für seinen himmlischen Vater jedes Leiden und sogar den Tod am Kreuz auf sich zu nehmen.

Von Jerusalem kehrte Jesus mit Maria und Josef nach Nazaret zurück, wo er im Gehorsam ihnen gegenüber lebte (vgl. Lk 2, 51). Über diese Zeit vor dem Beginn seines öffentlichen Auftretens berichtet das Evangelium nur, daß er »heranwuchs, und seine Weisheit zunahm, und er Gefallen fand bei Gott und den Menschen« (Lk 2, 52).

Liebe Kinder, in dem Kind, das ihr in der Krippe bewundert, könnt ihr bereits den zwölfjährigen Jungen sehen, der im Tempel von Jerusalem mit den Schriftgelehrten redet. Es ist derselbe erwachsene Mann, der später als Dreißigjähriger mit der Verkündigung des Wortes Gottes beginnen und sich die zwölf Apostel aussuchen wird und dem die nach Wahrheit dürstende Menschenmenge folgen wird. Er wird auf Schritt und Tritt seine außergewöhnliche Lehrtätigkeit durch Zeichen göttlicher Macht bestätigen: er wird Blinden das Augenlicht wiedergeben, Kranke heilen, sogar Tote auferwecken. Und unter den Toten, die von ihm ins Leben zurückgerufen werden, wird sich die zwölfjährige Tochter des Jaïrus befinden; auch der Sohn der Witwe von Naïn, den er der weinenden Mutter lebend zurückgibt, wird dazugehören.

Genau so ist es: dieses Kind, gerade erst geboren, wird, sobald es grob geworden ist, als Lehrer der göttlichen Wahrheit eine ausserordentliche Liebe für die Kinder an den Tag legen. Er wird zu den Aposteln sagen: »Labt die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran!«, und er wird hinzufügen: »Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes« (Mk 10, 14). Ein anderes Mal wird er vor die Apostel, die darüber stritten, wer der Größte sei, ein Kind stellen und zu ihnen sagen: »Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen« (Mt 18, 3). Bei jener Gelegenheit wird er auch sehr strenge, warnende Worte sprechen: »Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde« (Mt 18,6).

Wie wichtig ist in den Augen Jesu das Kind! Man könnte geradezu sagen, das Evangelium ist tief durchdrungen von der Wahrheit über das Kind. Ja, man könnte es sogar in seiner Ganzheit als das »Evangelium des Kindes« lesen.

Was heißt denn: »Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen?« Stellt Jesus nicht vielleicht das Kind als Vorbild auch für die Erwachsenen hin? Im Kind gibt es etwas, das in einem, der in das Himmelreich kommen will, nie fehlen darf. Für den Himmel sind alle bestimmt, die einfältig sind wie die Kinder, alle, die wie sie von vertrauensvoller Hingabe erfüllt, voller Güte und Reinheit sind. Sie allein können in Gott einen Vater finden und ihrerseits durch Jesus zu Kindern Gottes werden.

Ist das nicht die wesentliche Botschaft von Weihnachten? Beim hl. Johannes lesen wir: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt« (1, 14); und weiter: »Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden« (1, 12). Kinder Gottes! Ihr, liebe Kinder, seid Söhne und Töchter eurer Eltern. Doch Gott will, daß wir alle durch die Gnade seine Adoptivkinder sind. Hier liegt die wahre Quelle der Weihnachtsfreude, von der ich euch nun am Ende des Jahres der Familie schreibe. Freut euch über dieses »Evangelium der Gotteskindschaft!« In dieser Freude möge das kommende Weihnachtsfest im Jahr der Familie reiche Früchte tragen.

Jesus schenkt sich selbst

Liebe Freunde, eine unvergeßliche Begegnung mit Jesus ist gewiß die Erstkommunion, ein Tag, der als einer der schönsten des Lebens in Erinnerung bleiben soll. Die von Christus beim Letzten Abendmahl am Vorabend seines Leidens und Sterbens eingesetzte Eucharistie ist ein Sakrament des Neuen Bundes, ja das großartigste der Sakramente. In ihm wird der Herr in den Gestalten von Brot und Wein zur Speise der Seelen. Die Kinder empfangen es feierlich zum ersten Mal – eben bei der Erstkommunion – und sind eingeladen, es in der Folge möglichst oft zu empfangen, um in inniger Freundschaft mit Jesus zu bleiben.

Um die heilige Kommunion zu empfangen, muß man, wie ihr wißt, die Taufe empfangen haben: sie ist das erste und für das Heil notwendigste Sakrament. Die Taufe ist ein grobes Ereignis! In den ersten Jahrhunderten der Kirche, wo vor allem die Erwachsenen die Taufe empfingen, endete der Ritus mit der Teilnahme an der Eucharistie und mit der Feierlichkeit, die heute die Erstkommunion begleitet. Als man nach und nach dazu überging, vor allem den Neugeborenen die Taufe zu spenden – das trifft auch auf viele von euch zu, liebe Kinder, die ihr euch in der Tat nicht an den Tag eurer Taufe erinnern könnt -, wurde das feierlichere Fest mehr auf den Tag der Erstkommunion verlegt. Jeder Junge und jedes Mädchen aus katholischer Familie kennt sehr wohl diesen Brauch: die Erstkommunion wird als ein grobes Familienfest erlebt. An jenem Tag empfangen gewöhnlich zusammen mit dem Gefeierten die Eltern, die Geschwister, die Verwandten, die Paten, manchmal auch die Lehrer und Erzieher die Eucharistie.

Der Tag der Erstkommunion ist außerdem ein grobes Fest in der Pfarrei. Ich erinnere mich, als ob es heute wäre, an den Tag, als ich zusammen mit meinen Altersgenossen in der Pfarrkirche meines Dorfes zum ersten Mal die Eucharistie empfangen habe. Man pflegte dieses Ereignis auf Familienphotos festzuhalten, damit es nicht vergessen werde. Solche Momentaufnahmen begleiten den Menschen gewöhnlich für den Rest seines Lebens. Von Zeit zu Zeit wird beim Durchblättern der Photo-Alben die Atmosphäre jener Augenblicke wieder lebendig; man kehrt zurück zu der Reinheit und Freude, die man in der Begegnung mit Jesus erlebt hat, der aus Liebe zum Erlöser des Menschen geworden ist.

Für wie viele Kinder in der Geschichte der Kirche ist die Eucharistie Quelle geistlicher, manchmal geradezu heroischer Kraft gewesen! Wie könnte man zum Beispiel heilige Jungen und Mädchen unerwähnt lassen, die in den ersten Jahrhunderten gelebt haben und noch heute bekannt sind und in der ganzen Kirche verehrt werden? Die hl. Agnes, die in Rom lebte; die hl. Agatha, die in Sizilien das Martyrium erlitten hat; der hl. Tarcisius, der zu Recht Märtyrer der Eucharistie genannt wird, weil er lieber starb als Jesus aufzugeben, den er in Gestalt des Brotes mit sich trug.

Und so sind die Jahrhunderte hindurch bis herauf in unsere Tage unter den Heiligen und Seligen der Kirche immer auch Kinder zu finden. Wie im Evangelium Jesus besonderes Vertrauen in die Kinder bekundet, so hat es seine Mutter Maria nicht unterlassen, den Kleinen im Laufe der Geschichte ihre mütterliche Aufmerksamkeit zu erweisen. Denkt an die hl. Bernadette von Lourdes, an die Kinder von La Salette und in unserem Jahrhundert an Lucia, Francisco und Jacinta von Fatima.

Ich sprach vorhin vom »Evangelium des Kindes«: hat es nicht in unserer Zeit in der Spiritualität der hl. Theresia vom Kinde Jesu einen besonderen Ausdruck gefunden? Es stimmt wirklich: Jesus und seine Mutter wählen oft die Kinder aus, um ihnen Aufgaben anzuvertrauen, die von grober Bedeutung für das Leben der Kirche und der Menschheit sind. Ich habe nur einige weltweit bekannte genannt, aber wie viele andere, weniger bekannte gibt es! Der Erlöser der Menschheit scheint mit ihnen die Sorge für die anderen zu teilen: für die Eltern, für die Schulfreunde und Spielgefährten. Er erwartet so sehr ihr Gebet. Was für eine enorme Macht hat das Gebet der Kinder! Es wird zu einem Vorbild selbst für die Erwachsenen: mit schlichtem und restlosem Vertrauen beten heißt beten, wie die Kinder zu beten verstehen.

Und da komme ich an einen wichtigen Punkt meines Briefes: am Ende des Jahres der Familie möchte ich eurem Gebet, liebe kleine Freunde, die Probleme eurer und aller Familien der Welt anvertrauen. Und nicht nur das: ich habe euch noch andere Absichten anzuvertrauen. Der Papst zählt sehr auf euer Gebet. Wir müssen miteinander und viel beten, damit die Menschheit, die aus mehreren Milliarden von einzelnen Menschen besteht, immer mehr zur Familie Gottes wird und in Frieden leben kann. Ich habe am Anfang an die unsäglichen Leiden erinnert, die so viele Kinder in diesem Jahrhundert erfahren haben, und an jene, die viele von ihnen noch immer erdulden, auch in diesem Augenblick. Wie viele fallen auch in diesen Tagen dem Hab zum Opfer, der in verschiedenen Zonen der Erde wütet: zum Beispiel auf dem Balkan und in einigen Ländern Afrikas. Als ich über diese Geschehnisse nachdachte, die unsere Herzen mit Schmerz erfüllen, habe ich beschlossen, euch, liebe Kinder, zu bitten, das Gebet für den Frieden zu eurem besonderen Anliegen zu machen. Wie ihr wohl wißt: Liebe und Eintracht bauen den Frieden auf, Hab und Gewalt zerstören ihn. Ihr schreckt instinktiv vor dem Hab zurück und werdet von der Liebe angezogen: deshalb ist der Papst sicher, daß ihr seine Bitte nicht zurückweisen werdet, sondern euch seinem Gebet für den Frieden in der Welt mit demselben Schwung anschließen werdet, mit dem ihr für den Frieden und die Eintracht in euren Familien betet.

Lobt den Namen des Herrn!

Labt mich euch, liebe Jungen und Mädchen, am Ende dieses Briefes an die Worte eines Psalms erinnern, die mich immer ergriffen haben: Laudate pueri Dominum! Lobt, Kinder, den Herrn, lobt den Namen des Herrn. Der Name des Herrn sei gepriesen, von nun an bis in Ewigkeit. Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang sei der Name des Herrn gelobt (vgl. Ps 113, 1-3). Während ich über die Worte dieses Psalms nachdenke, ziehen vor meinen Augen die Gesichter der Kinder der ganzen Welt vorüber: vom Osten bis zum Westen, vom Norden bis zum Süden. Euch, kleine Freunde, sage ich ohne Unterschied von Sprache, Rasse oder Nationalität: Lobt den Namen des Herrn!

Und da der Mensch Gott vor allen Dingen mit dem Leben loben soll, vergebt nicht, was der zwölfjährige Jesus im Tempel von Jerusalem zu seiner Mutter und zu Josef sagte: »Wubtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?« (Lk 2, 49). Der Mensch lobt Gott, wenn er der Stimme der eigenen Berufung folgt. Gott ruft jeden Menschen, und seine Stimme läßt sich schon in der Seele des Kindes vernehmen: Er beruft zu einem Leben in der Ehe oder aber dazu, Priester zu werden; er beruft zu einem gottgeweihten Leben oder vielleicht zur Arbeit in den Missionen… Wer weiß? Betet, liebe Jungen und Mädchen, um eure Berufung herauszufinden und ihr dann großherzig zu folgen.

Lobt den Namen des Herrn! In der Nacht von Betlehem blicken die Kinder aller Kontinente gläubig auf das neugeborene Kind und erleben die grobe Freude des Weihnachtsfestes. Mit Liedern und Gesängen in ihren Sprachen loben sie den Namen des Herrn. So verbreiten sich die eindrucksvollen Weihnachtsweisen über die ganze Erde. Es sind zarte, ergreifende Worte, die da in allen menschlichen Sprachen erklingen; wie ein Jubelgesang, der von der ganzen Erde aufsteigt, um sich mit jenem der Engel zu vereinen, die über dem Stall von Betlehem Gottes Herrlichkeit verkünden: »Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade« (Lk 2, 14). Der von Gott geliebte Sohn kommt als neugeborenes Kind zu uns; in seiner Nähe fühlen die Kinder jeder Nation der Erde auf sich den liebevollen Blick des himmlischen Vaters und freuen sich, weil Gott sie liebt. Der Mensch kann nicht ohne Liebe leben. Er ist aufgerufen, Gott und den Nächsten zu lieben, um aber wirklich zu lieben, muß er die Gewißheit haben, daß Gott ihn lieb hat.

Gott liebt euch, liebe Kinder! Das will ich euch am Ende des Jahres der Familie und anläßlich dieses Weihnachtsfestes sagen, das in besonderer Weise euer Fest ist.

Ich wünsche euch, daß es ein Fest voller Freude und Fröhlichkeit sein möge; ich wünsche euch, dab ihr dabei ganz intensiv die Liebe eurer Eltern, eurer Geschwister und der anderen Familienmitglieder erfahrt. Diese Liebe möge sich dann eben durch euch, liebe Kinder, auf eure ganze Umgebung, ja auf die ganze Welt ausweiten. So wird die Liebe alle erreichen, die sie besonders nötig haben, im besonderen die Leidenden und Verlassenen. Welch gröbere Freude kann es geben als jene, die von der Liebe ausgelöst wird? Welch gröbere Freude kann es geben als jene, die du, Jesus, zu Weihnachten in das Herz der Menschen und besonders der Kinder trägst?

Hebe dein Händchen, göttliches Kind,
und segne diese deine kleinen Freunde,
segne die Kinder der ganzen Erde!

Aus dem Vatikan, am 13. Dezember 1994.

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Quelle

„Wir werden von Gott geliebt. Was für eine wundervolle Sache!“

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Audienz „Azione Cattolica Dei Ragazzi“, 19. Dezember 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Audienzansprache von Papst Franziskus
vor den jugendlichen Mitgliedern der „Azione Cattolica Italiana“

Papst Franziskus empfing heute Mittag die jugendlichen Mitglieder der „Azione Cattolica Italiana“ (A.C.R. oder „Azione Cattolica dei Ragazzi“) zum Austausch der Weihnachtsgrüße in Audienz.

Die Audienzbesucher sind aus ganz Italien angereist, um dem Papst persönlich ihre Weihnachtsgrüße zu übermitteln. Papst Franziskus, der sich gern und oft Zeit für Kinder und Jugendliche nimmt, zeigte sich entsprechend froh über den jungen Besuch und übermittelte der gesamten A.C.R. seine Weihnachtsgrüße.

In seiner Ansprache legte der Papst seinen jungen Zuhörern die Bedeutung der Weihnachtsankündigung dar. Die Geburt Jesu sei eine große Freude. Durch die Geburt Jesu nähere sich uns der Herr, bekunde seine Liebe und erlöse uns. „Wir werden von Gott geliebt. Was für eine wundervolle Sache!“, bekräftigte Papst Franziskus und gab den Audienzteilnehmern einen Rat für ihren Alltag mit. Wenn sie das nächste Mal traurig, von einem Freund oder von sich selbst enttäuscht seien, sollten sie sich sagen, dass Gott sie liebe und nicht im Stich lasse. Daher sei das christliche Herz immer von Freude erfüllt.

Teile man diese Freude, vervielfache sie sich. Papst Franziskus zählte auf, wo die Freude überall bezeugt werden könne, in der Familie, der Schule, der Pfarrer, überall. Ihre Mitgliedschaft bei der A.C.R. sei ihnen behilflich, erklärte der Papst an seine Zuhörer gewandt und ging anschließend auf ihr Motto „CIRCOndati di GIOIA“ (von Freude umgeben) ein. Brüderlichkeit, Freude und Mission waren die Worte, die der Papst verwendete, um den jugendlichen Zuhörern die Bedeutung ihres Mottos darzulegen. Auch sie seien Apostel des Evangeliums, wenn sie die Liebe und Zärtlichkeit Jesu verkündeten.

Papst Franziskus forderte die Audienzteilnehmer auf, die Freude mit allen zu teilen, aber vor allem mit den Großeltern. Der Papst erinnert immer wieder an die wichtige Rolle der Großeltern im Familienverband und in der Gesellschaft, zu der sie mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Wissen einen bedeutenden Beitrag leisten können. Daher forderte Papst Franziskus seine Zuhörer dazu auf, den Großeltern zuzuhören und sie um Rat zu fragen.

Abschließend sprach Papst Franziskus lobend den Einsatz der jungen Mitglieder der A.C.R. für den Frieden und die Solidarität in einem Hilfsprojekt in Neapel an und erteilte seinen Segen für das Projekt. Papst Franziskus dankte auch den begleitenden Erwachsenen und wünschte allen und ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest. Nachdem er seinen Segen erteilt und die Audienzteilnehmer dem Schutz der Madonna anvertraut hatte, bat Papst Franziskus darum, auch ihn in die Gebete einzuschließen.

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EU: Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ sammelt weiter

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Im RV-Interview: Edit Frivaldszky – RV

Die Europäische Bürgerinitiative „Mutter, Vater, Kind“ zum Schutz von Ehe und Familie erkennt das von der EU-Kommission mit 11. Dezember festgelegte Ende ihrer Sammelfrist nicht an. Man werde die Unterschriftensammlung wie geplant bis zum 3. April 2017 fortsetzen. Dies habe man auch Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans in einem Schreiben mitgeteilt, teilte die Präsidentin des Bürgerkomitees von „Vater, Mutter, Kind“, die Ungarin Edit Frivaldszky, am Montag in einer Pressemitteilung mit.

Hintergrund ist ein seit einigen Monaten andauernder Streit über den offiziellen Beginn der auch von vielen Kirchenvertretern unterstützten Bürgerinitiative und den damit verbundenen zwölfmonatigen Zeitraum für die Sammlung von EU-weit mindestens einer Million Unterstützungserklärungen. Während für die EU-Kommission die Ein-Jahres-Frist mit der offiziellen Registrierung der Bürgerinitiative durch die Brüsseler Behörde am 11. Dezember 2015 angefangen hat, betont die von einem privaten Bürgerausschuss getragene Initiative, dass mit der Unterschriftensammlung erst am 4. April 2016 begonnen wurde.

Wegen des „komplizierten Verfahrens zur Einrichtung und Erlangung der amtlichen Zulassung“ sei das Online-Portal, auf dem EU-Bürger die Petition via Internet unterstützen können, erst zu diesem Zeitpunkt startbereit gewesen, argumentiert die Komitee-Vorsitzende Frivaldszky: „Viele Menschen haben ,Vater, Mutter, Kind‘ bereits unterstützt, und wir wollen sicherstellen, dass alle, die Ehe und Familie unterstützen wollen, die Zeit haben, die dafür vorgesehen ist.“ Eine offizielle Antwort von Seiten der EU-Kommission liegt bis dato nicht vor.

(kap 06.12.2016 mg)


Acht heilige Helden, die bereit waren, für die Ehe zu sterben

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Diese Männer starben für die Wahrheit, die uns Jesus auch heute lehrt: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ (Mt 19,4-6)

Nicht erst die heutige Kultur versucht, von der Wahrheit der Ehe abzuweichen. Die Natürlichkeit der Ehe ist bereits seit Jahrtausenden ein Streitpunkt.

Einige der größten und meistverehrten Heiligen der Kirche haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um das christliche Ehe-Verständnis zu verteidigen. Auch heute stellt sich Katholiken die Frage: Wären wir bereit, das gleiche zu tun? Hier ihre inspirierenden Geschichten:

 

Heiliger Johannes der Täufer

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John the Baptist, by Juan de Juanes (es), c. 1560

Gemäß den Evangelien hatte König Herodes sich von seiner Frau scheiden lassen und die Frau seines Bruders geheiratet. Der heilige Johannes der Täufer wusste, dass dies nicht recht war und dass Herodes das öffentlich tat, machte die Sache noch schlimmer. So trat er ihm anklagend gegenüber. Er hob nicht die positiven Seiten dieser ehebrecherischen Beziehung hervor oder versuchte, sich Freunde zu machen, sondern sagte im Gegenteil ganz klar: „Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen“ (Mt 14,4).

Doch statt sich zu bekehren, ließ Herodes Johannes verhaften und einkerkern. Die Schrift sagt von Herodes er „wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten“ (Mt 14,5). Als aber seine Stieftochter bei einem Fest den Kopf des Johannes auf einer Schale forderte, stimmte Herodes zu und ließ Johannes enthaupten.

Über die Heiligkeit Johannes des Täufers sagte Jesus selbst: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer“ (Mt 11,11).

Heiliger John Fisher und heiliger Thomas Morus

Heinrich VIII., König von England im XVI. Jahrhundert, wollte unbedingt einen Sohn. Nachdem er viele Jahre versucht hatte, mit Katharina von Aragon einen Sohn zu zeugen, wollte er sich von ihr scheiden lassen. Die Scheidung aber wurde ihm nicht erlaubt und so versuchte er, die Ehe vom Papst annullieren zu lassen. Der Papst untersuchte den Fall und entschied, dass die Annullierung ihn diesem Fall nicht legitim sein.

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Der hl. John Fisher – Bischof und Märtyrer

Der heilige John Fisher, ein englischer Bischof (der kurz vor seiner Hinrichtung zum Kardinal ernannt wurde), verteidigte Katharina energisch. Er trat bei Gericht in ihrem Namen auf und erklärte, dass er, wie der heilige Johannes der Täufer, bereit sei zu sterben, um die Unauflöslichkeit der Ehe zu verteidigen.

Als König Heinrich immer mehr Macht bekam, legte der heilige Thomas Morus, einer der vertrautesten Staatsmänner Heinrichs, sein Amt als Kanzler nieder. Als der König Anne Boleyn heiratete, war er nicht zugegen.

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Thomas Morus – Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, 1527

Der König verpflichtete das Volk zu einem Eid, mit dem es König Heinrich, und nicht den Papst, als Oberhaupt der Kirche in England anerkannte. Diejenigen, die Freundschaft des Königs und ihr Amt in der Regierung oder der Kirche behalten wollten, unterstützten ihn. Der König ließ auch Thomas Morus rufen und forderte ihn auf, den Eid zu leisten und öffentlich die Annullierung der Ehe mit Katharina anzuerkennen. Er verweigerte sich beidem. Der heilige John Fisher weigerte sich ebenfalls, den Eid zu leisten, und wurde im Tower von London eingesperrt.

Beide wurden verurteilt, des Verrates für schuldig befunden und öffentlich enthauptet. Eines ihrer letzten Worte war: „Ich bin ein guter Diener des Königs, aber zuerst ein Diener Gottes.“

Heiliger Papst Nikolaus der Große

134Sicher haben Sie schon vom heiligen Papst Leo dem Großen oder vom heiligen Papst Gregor dem Großen gehört. Aber vom heiligen Papst Nikolaus dem Großen?

Er lebte im neunten Jahrhundert. Der fränkische König Lothar II. wollte sich von seiner Frau scheiden lassen und eine andere heiraten. Er bestach einen päpstlichen Legaten und erreichte, dass ein Konzil lokaler Bischöfe einberufen wurde, um seine Ehe zu annullieren. Als Papst Nikolaus dies erfuhr, beauftragte er ein neues Urteil von Rom, bei dem zwei Erzbischöfe zugegen waren, die die fragliche Annullierung erlaubt hatten. Der Papst befand, dass die Annullierung nicht rechtmäßig gewesen sei und setzte die zwei Erzbischöfe ab.

König Lothar II. sandte wutentbrannt sein Heer nach Rom, nahm die Stadt ein und forderte, dass der Papst die Annullierung anerkenne. Papst Nikolaus wurde zwei Tage ohne Nahrung im Petersdom eingesperrt, aber er weigerte sich, nachzugeben.

Letztendlich überzeugte die römisch-deutsche Kaiserin Engelberga Lothar II., die Stadt zu verlassen. Papst Nikolaus gewährte die besagte Annullierung nie und versuchte sein ganzes Leben lang, König Lothar und seine wahre Ehefrau zu versöhnen.

Die fünf Märtyrer Georgiens

download-1Die Namen der „Märtyrer Georgiens“ sind noch nicht im Kanon aufgenommen, aber ihr Heiligsprechungsprozess ist im Gange. Ihre Geschichte ist unglaublich.

Pedro de Corpa, Blas de Rodríguez, Antonio de Badajóz, Miguel de Añon und Francisco de Veráscola waren Franziskaner und kamen Ende des XVI. Jahrhunderts nach Nordamerika, um den amerikanischen Eingeborenen in der Region, die heute in den Vereinigten Staaten als Bundesstaat Georgia bekannt ist, das Evangelium zu bringen.

Obwohl es an Versorgung mangelte und das Leben schwer war, konnten sie doch einige zum Glauben bekehren. Die christliche Lehre zur Ehe war jedoch für einige Bekehrte schwierig. Wenn also ein Mann, der mehr als eine Frau hatte, sich bekehren wollte, so forderten die Missionare, dass er verspreche, nur eine Ehefrau zu haben.

Ein Mann legte das Versprechen ab, wurde getauft, lebte aber danach mit zwei Frauen weiter. Bruder Pedro de Corpa trat ihm, zusammen mit Pater Blas, entgegen. Statt zu bereuen und das bei der Taufe abgelegte Versprechen zu halten, wurde der Mann wütend und kam mit einer Gruppe von Kämpfern zurück. Die Männer töteten Pater Pedro und hackten ihn mit einem Schwert in Stücke, dann  nahmen sie Pater Blas gefangen.

Bevor sie Pater Blas töteten, erlaubten sie ihm, noch ein letztes Mal die Heilige Messe zu lesen. In seiner Predigt sagte er:

„Meine Kinder, für mich ist es nicht schwer, zu sterben. Auch wenn ihr mich nicht umbringt, so ist doch der Tod dieses Leibes unvermeidbar. Wir müssen jeden Moment darauf vorbereitet sein, zu sterben – wir alle. Aber was mich wirklich schmerzt ist, dass der Böse euch überzeugt hat, euren Gott und Schöpfer zu beleidigen. Es ist eine Quelle tiefen Schmerzes für mich, dass ihr außer Acht lasst, was wir Missionare für euch getan haben, als wir euch den Weg zum ewigen Leben und zum Glück aufgezeigt haben.

Nach der Heiligen Messe wurde auch er mit Schwerthieben getötet und zerstückelt. In den darauffolgenden Tagen brachten sie weitere drei Missionare um.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von ChurchPOP español.

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Quelle