Die Pflicht ruft – Macron verkündet Impfpflicht für Gesundheitspersonal

„Faites-vous vacciner“ – „Lassen Sie sich impfen“, so lauteten die Worte des französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Montag bei seiner Ansprache. Das ist keine nette Bitte, sondern quasi ein Befehl. Denn damit gilt ab kommendem Herbst eine Impfpflicht für das gesamte Personal im medizinischem Bereich. Wer sich nicht impfen lässt, darf ab 15. September nicht mehr arbeiten und wird somit auch nicht längner bezahlt.

In Frankreich stockt es. Die Impfkampagne, die von der französischen Regierung ins Leben gerufen wurde, schlendert vor sich hin. So sind laut offiziellen Zahlen erst 40 Prozent mit zwei Dosen geimpft. Mit 53 Prozent der Bevölkerung haben sich nur wenige mehr immerhin einmal eine Spritze gegen das SARS-CoV-2-Virus verabreichen lassen. Macron ist das zu langsam. Nun gab er am Montagmorgen auf einer Sondersitzung weitere Schritte zur Pandemie-Eindämmung bekannt: eine Impfpflicht für das Gesundheitswesen.

Noch bis Mitte September haben die Menschen im Gesundheitssektor Zeit, sich impfen zu lassen. Dies gilt für alle Beschäftigten, die mit kranken und vulnerablen Personen arbeiten. Somit für Mitarbeiter in Altenheimen, Behinderteneinrichtungen oder das Personal in Kliniken. Nachdruck schafft Emmanuel Macron damit, dass ab 15. September kein ungeimpfter Angestellter in eben diesem Sektor mehr arbeiten dürfe und schließlich auch keinen Lohn mehr ausgezahlt bekommen soll.

Starker Anstieg bei Vergabe der Impftermine nach Ankündigung

Durch den plötzlichen Aufruf des französischen Präsidenten stieg die Impfbereitschaft der Bevölkerung sprunghaft an. In der Nacht von Montag auf Dienstag haben sich knapp eine Millionen Franzosen für einen Impftermin eingeschrieben. Grund dafür dürften auch die kommenden Verschärfungen ab dem 21. Juli für bestimmte Aktivitäten sein: In naher Zukunft sind Theater-, Kino- oder Freizeitparkbesuche nur noch mit einer Impfung, einer überstandenen Corona-Infektion oder einem negativen Corona-Test erlaubt. Damit müssen alle Jugendlichen und Erwachsenen über zwölf Jahren ihren „Pass sanitaire“, in dem der Impfstatus festgehalten wird, stets mitführen. Denn für diesen gilt eine Vorzeigepflicht bei genannten Aktivitäten, aber auch in Restaurants, in Einkaufszentren und auf Langstreckenflügen.

Noch lehnt der französische Präsident eine allgemeine Impfpflicht ab, auch wenn er diese für die nähere Zukunft nicht ausschließen möchte. Mit den Worten: „Wir werden uns ohne Zweifel die Frage der verpflichtenden Impfung für alle Franzosen stellen müssen“, hinterlässt Macron große Unsicherheit. Ob Deutschland dem französischen Vorgehen nachzieht, bleibt abzuwarten. Jedoch übt auch der bayrische Ministerpräsident Markus Söder mit Aussagen wie: „Ohne Impfen keine Freiheit“ großen Druck auf die deutschen Bürger aus.

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Quelle

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