ELEISON-KOMMENTARE DCXCVII (21. November 2020): VIGANÒS ANTWORTEN

Im August dieses Monats sandte Stephen Kokx, ein Journalist von «Life Site News», Erzbischof Viganò, der sich in Italien verbirgt, einen Text zur Frage, wie Katholiken, die ihren Glauben zu bewahren wünschen, in der heutigen Welt leben sollen. Der Titel lautete: “Fragen für Viganò: Seine Exzellenz hatte bezüglich Vatikan II recht. Doch was sollten die Katholiken seiner Ansicht nach jetzt tun?» Der Erzbischof antwortete zunächst am 1. September. Er versicherte Stephen Kokx, er werde die Fragen gerne beantworten, weil sie Themen berührten, «die für die Glaubenstreuen sehr wichtig sind». Die Antwort des Erzbischofs wird unten zusammengefasst, und am Ende dieser «Kommentare» wird ein zentraler Punkt hervorgehoben:

Kokx fragte den Erzbischof: «Wer gehört der katholischen Kirche an, und wer steht ihr fern?» Der Erzbischof entgegnete, wer eine der falschen Doktrinen des Konzils vertrete, könne unter keinen Umständen Katholik sein. Ebenso wenig könne Katholik sein, wer eine dieser Doktrinen akzeptiere, obwohl er wisse, dass sie einen Bruch mit der unveränderlichen katholischen Lehre darstellte. Andererseits gelte: Wenn ein Mensch getauft sei, sich als Katholiken betrachte und die katholische Hierarchie anerkenne, heisse dies nicht unbedingt, dass er die Konzilsdoktrin akzeptiere oder der Konzilskirche angehöre, wenn er wisse, dass diese der katholischen Tradition widerspricht. Ein solcher Mensch stehe nicht zwangsläufig ausserhalb der Kirche. Doch selbst die Inhaber geistlicher Ämter, die innerhalb der Kirche Autorität ausübten, könnten schwerlich als Katholiken gelten, wenn sie die Konzilsdoktrin anerkennten, obgleich sie sich bewusst seien, dass sie der katholischen Tradition zuwiderläuft. Zwar besässen sie in der Kirche Autorität, könnten diese jedoch nicht ausüben. Einzig und allein ihre Autorität befähige die Konzilsanhänger zu behaupten, sie seien Katholiken anstatt bloss Mitglieder einer Sekte.

Aus diesen Gründen gehörten traditionalistische Katholiken der Kirche an, Modernisten hingegen nicht. Ausserdem dürften, ja müssten der Tradition treu gebliebene Laien oft Priester, Gemeinden und Institute auswählen, welche ebenfalls in Treue zur Tradition stünden, insbesondere bei der Zelebrierung der heiligen Messe. In dieser Hinsicht seien Kleriker weniger frei als Laien, gehörten sie doch einer Hierarchie an, der unter normalen Umständen Gehorsam gebühre, doch besässen sie dasselbe Recht, ja dieselbe Pflicht, ihren Glauben auszuüben, jenen Glauben, der ihre Verwendung der alten Messeriten rechtfertige und erheische. Und wenn sich die Kirche eines Tages aus dem Trümmerhaufen, den die Neukirche hinterlassen habe, wieder erheben wolle, müsse man sich unbedingt Rechenschaft darüber abgeben, dass die Treue wahrer Gläubiger auch unter innerkirchlicher Verfolgung, innerhalb der Kirche gefunden werden muss, und nicht ausserhalb, um den Modernismus zu besiegen.

Durch seinen Verbleib in der Kirche sei Erzbischof Lefebvre zu einem Muster an Glaubenstreue unter Verfolgung geworden. Seine Priesterbruderschaft St. Pius X. sei ein lebendiger Vorwurf an die Modernisten gewesen, und es sei ihr vergönnt gewesen, durch die Bischofsweihe von 1988 zu überleben, so dass die wahre Messe wieder zelebriert werden und Vatikan II in die Schranken gewiesen werden konnte. Bischof Tissier de Mallerais habe mit seiner Aussage recht, gegenwärtig lebten eine wahre Kirche und eine falsche «Kirche» unter einem Dach zusammen, aber dieses Dach sei katholisch, so dass es der wahren Kirche gehöre, während die falsche Konzilskirche nichts anderes als ein Eindringling sei. Wir müssten hoffen und beten, dass viele heute noch schlafende Hirten erwachen würden, um zu erkennen, wie sehr sie getäuscht worden sind.

Es sei ein Privileg, an diesem notwendigen Kampf für Unseren Herrn und Seine Mutter teilnehmen und hiermit zur Wiedererweckung von Ehre, Treue und Heroismus beitragen zu dürfen. Durch das Sakrament der Firmung seien wir Soldaten Christi, und Christen hätten in einer grossen Schlacht nach der anderen fechten müssen, um die Wahrheit, das Gute und das Schöne zu verteidigen. Widerstehen wir dem Modernismus mit Wahrheit und Nächstenliebe!

Viganò schliesst mit einem Aufruf:

Die Anhänger des Modernismus sind im Irrtum befangen, nicht wir, die wir ihn anprangern! Mögen die Laien überhaupt an Messen teilnehmen, die ihren Glauben nicht verletzen, sondern nähren. Gott wird uns wieder wahre Pastoren schenken; die unwahren Pastoren werden aussterben. Mögen die Laien sorgen für die guten Priester, Barmherzigkeit üben, sich vor Spaltung und Rebellion hüten und respektvoll ihren Rat anbieten, wobei sie nicht die Kirchenautorität angreifen sollen, sondern die Art und Weise, wie diese missbraucht wird. Gott wird es nicht unterlassen, unsere Treue zu belohnen und Seine Kirche wiederherzustellen, indem Er junge Männer aus Familien, die den Glauben behalten haben, in den Priesterstand beruft. Alle schweren Probleme sind menschliche Probleme. Alle menschlichen Probleme haben eine katholische Lösung.

Und der Punkt, der besonders hervorzuheben ist? Man beachte, wie der Erzbischof alles an der Wahrheit und am Glauben misst.
 

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