ES GIBT NUR E-I-N-E ÜBERNATÜRLICHE RELIGION

Das Wort „Religion“ kommt von re-ligare, wobei „ligare“ anbindenverbinden heißt (vgl. ligation), und die Vorsilbe „re“ wieder und zurück bedeutet. Zusammen also: (Wieder-)Anbindung, Zurückbindung an Gott. Das ist auch die etymologische Interpretation des Kirchenvaters Lactantius (250-317) und des Kirchenlehrers Augustinus (354-430), der auch noch den Ehrentitel „Kirchenvater“ trägt! Auch der hl. Isidor von Sevilla (560-636) als „letzter Kirchenvater des Westens“ deutet das Wort „Religion“ so: «Llamada religión porque por ella religamos nuestras almas a Dios».

Religion ist demnach das Gesamt des Spezifischen dessen, was uns Menschen mit Gott verbindet. (Ist das Band des Geschöpfes zum Schöpfer.) Da es nur einen wahren Gott gibt, gibt es auch nur eine wahre Religion. Danebst gibt es viele Pseudo-Religionen: Glaubenssysteme, die sich „Religion“ nennen und „Religion“ genannt werden, es aber in Wirklichkeit, vor dem einen GOTT, nicht sind, weil sie der einen, von GOTT Selbst offenbarten Religion widersprechen. Religion hat und religiös ist also nur derjenige, der verbunden ist mit dem einen wahren Gott durch den einen wahren Glauben, und dieser ist der CHRISTLICHE und kein anderer.

Und echt und wahr und vollkommen christlich ist nur der Glaube, der ALLES umfasst, was CHRISTUS und der von IHM bis zum Ende der Zeiten gesandte HEILIGE GEIST offenbart und lehrt und gebietet, und ALLES ausschließt, was ER, was der HEILIGE GEIST als Unwahrheit, als Verführung, als Täuschung, als Lüge, als Irrlehre verurteilt.

Die römisch-katholische, apostolische Kirche, das Reich Christi auf Erden, ist dieTrägerin, die Hüterin und Schatzmeisterin und Ausspenderin (der „Kanal“) dieser einen Religion. „ICH BIN der WEG, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch MICH.“ (Johannes 14,6)

 

Zitat aus „Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften.“ Zweite Auflage. Freiburg im Breisgau. Herder’sche Verlagshandlung, 1897 (Hervorhebungen durch uns):

Der Anfang der übernatürlichen Religion ging aber wie die ganze Schöpfung von Gott aus; denn nach der Lehre der heiligen Schrift hat Gott nicht nur den Menschen nach Leib und Seele erschaffen, sondern ihn auch übernatürlich ausgestattet und persönlich mit ihm verkehrt. Da nach allgemeiner Annahme die übernatürliche Ausstattung im ersten Augenblick der Erschaffung des Menschen erfolgte, so hatte der erste Mensch von Anfang an eine übernatürliche Religion. Zwar ging die ursprüngliche Gerechtigkeit durch die Sünde verloren, aber damit konnte doch nicht alle Erinnerung und alle Übung der Religion verschwunden sein. Tatsächlich hat also ihrem Ursprunge nach nie eine natürliche Religion bestandenDie heidnischen Religionen sind nur Verunstaltungen der Uroffenbarung, Verirrungen des Verstandes und der Leidenschaften. Auch haben fast alle Völker die Erinnerung an ein verschwundenes glückliches Zeitalter bewahrt und des Glaubens gelebt, daß Gott sich in der Urzeit den Vorfahren geoffenbart habe. Daß die Cultusvölker ihre heiligen Schriften auf Offenbarung zurückführen, ist bei jeder Deutung dieser Thatsache ein Beweis für das Verlangen, der Religion einen übernatürlichen Ursprung zu wahren. Wenn nichtsdestoweniger von einer „natürlichen Religion“ gesprochen wird, so wird sie katholischerseits mit der natürlichen Gotteserkenntniß identificiert (vgl. Theologische Quartalschrift 1889, 202 ff.), dagegen von rationalistischer und evolutionistischer Seite absichtlich der Offenbarung entgegengestellt. Gläubigerseits hat man früher die schon bei Scävola und Varro erwähnte religio naturalis = Philosophie als theologia naturalis gefaßt. Raimund von Sabunde (s. d. Art.) schrieb unter diesem Namen die erste Religionsphilosophie, und M. Canus unterschied zwischen theologia naturalis und supernaturalis. Erst bei den Deisten und Rationalisten trat das auf, was man natürliche Religion im modernen Sinne zu nennen pflegt. Von da an wurden auch nach den Vorgängen der alten Philosophen verschiedene Versuche zur Erklärung des Ursprungs der Religion, die man nur als ein Product des natürlichen Geistes gelten lassen wollte, angestellt. Man suchte diesen Ursprung in äußeren und inneren Gründen. Von jenen soll die Zurückführung auf den Betrug der Staatsmänner oder Priester oder auf einen Vertrag zwischen Herrschern und Völkern nur erwähnt sein, weil sie zu augenscheinlich durch die Geschichte der Religionen widerlegt wird. Mehr Berechtigung scheint die Ableitung aus dem Verhältnisse des Menschen zu der Natur zu haben. Seit Epicur, Lucretius und Petronis bis zu Hume und Strauß mußte die Furcht der Religion oft den Grund leihen; primus in orbe deos ficit timor (Statius, Thebais 3, 661), lautet seit Statius der Wahlspruch der Naturalisten. Diese Hypothese zählt unter den Linguisten, Culturhistorikern und Naturforschern zahlreiche Vertheidiger. Allein so gewiß auch die gewaltigen Naturereignisse und die zahllosen Gefahren, denen der Naturmensch ausgesetzt ist, auf die religiösen Anschauungen einwirken, so wenig wahrscheinlich ist es, daß letztere aus ersteren abgeleitet worden sind. Denn die Furcht vor den Göttern oder übersinnlichen Wesen, welche schädlich oder nützlich in der Natur wirken, setzt den Glauben an ihre Existenz voraus. Der Begriff des Übersinnlichen, einer höheren Macht muß bereits gegeben sein. Ohne das Gefühl der Abhängigkeit nicht nur von der Natur, sondern auch von einer höheren in derselben wirksamen Macht könnte die Religion gar nicht entstehen. Jenes Gefühl ist aber überall bereits vorhanden, und es kann nicht bloß auf einer vorübergehenden Einbildung beruhen, sonst ginge es schnell vorüber und würde mit der bessern Einsicht in die Natur verschwinden. Ohne eine ursprüngliche Verbindung und Berührung mit Gott fehlt dem Übergange vom Naturereigniß zum Gottesbegriff der zureichende Grund. Auch wenn man die Furcht vor dem Tode mit der Furcht vor den schädlichen Einflüssen der Natur verbindet, kommt man nicht auf den Ursprung der Religion, denn die Wilden glauben nicht an eine natürliche Ursache des Todes, sondern suchen diese in einem bösen Einflusse der Geister. Der Fetisch soll gerade gegen diesen Einfluß schützen, setzt also den Glauben oder Aberglauben schon voraus. Deßhalb ist es auch unrichtig, den Fetischismus (s. d. Art.) als das Anfangsstadium der Religion zu betrachten. Auch die Furcht vor den Geistern der Verstorbenen und der Ahnencult können die Entstehung der Religion nicht erklären. Aus den Ahnen können nur göttliche Wesen gemacht werden, wenn man die Idee von solchen schon besitzt. Das Erscheinen derselben im Traume wäre weder für den Glauben an höhere Wesen noch für den Glauben an die Unsterblichkeit ausreichend. Nie ist ein Ahnengeist zu einem Volksgott geworden. Selbst der bei den Wilden weit verbreitete Ahnencult enthält noch andere Elemente. – Als innere Ursachen für den Ursprung der Religion werden die verschiedenen Seelenkräfte bezeichnet, die Phantasie, der Verstand, das Gefühl mit dem Willen. Daß die letzteren bei der Religion thätig sind, wurde schon bemerkt, hervorbringen können sie dieselbe aber nicht. Alle diese Erklärungsversuche scheitern schon an dem gemeinsamen Fehler, daß sie die mit der Religion unzertrennlich verbundenen Verpflichtungen und das Vorhandensein der Religion bei hochcivilisirten Völkern nicht erklären können. Die Phantasie ist am wenigsten für den Ernst der Religion geeignet. Ihr Spiel kann bei der Ausschmückung und in der Mythologie thätig sein, wird aber als solches erkannt, ohne daß deßhalb die Religion allgemein aufgegeben würde. Der Verstand hat das Bedürfniß nach der Erforschung der Ursachen, ohne bis zur Lösung aller Räthsel vorzudringen. Wenn er aber daraus auf eine erste Ursach schließt, so hat er Gott nicht geschaffen, ja nicht einmal erkannt. Der Glaube an Gott ist überall bereits vorhanden. Die größten Geister, wie Plato und Aristoteles, haben mit ihren Forschungen den Volksglauben nicht beseitigen können. Die niederen Völker konnten also noch weniger dadurch zur Religion gelangt sein. Wollte man aber die allmälige Entwicklung aus dem Thierreiche zu Hilfe nehmen, so wäre vor Allem zu bemerken, daß beim Thier weder von Religion noch von Sittlichkeit die Rede sein kann. Die so gedeuteten Instincte reichen nicht aus, auch nur die Anfänge religiösen Lebens wie Opfer, Gebet, Begräbniß zu veranlassen. Die Geschichte beweist aber, daß alle Völker, auch die Wilden, bereits derartige Gebräuche haben. Die Religion setzt also eine specifische Anlage des vernünftigen Menschen voraus und zieht alle Kräfte desselben in den Kreis ihrer Wirksamkeit. Wie diese Anlage zur Entwicklug kommt, läßt sich aus der Entwicklung des Menschen zur Sprach- und Vernunftthätigkeit bloß vermuthen. Thatsächlich ist der Mensch auf die Einwirkung seiner Mitmenschen angewiesen, und der erste Mensch ist in vollem Gebrauch seiner körperlichen und geistigen Kräfte erschaffen worden.

Nach der Darstellung der heiligen Schrift hat sich die wahre Gotteserkenntniß und Gottesverehrung, welche aus der Uroffenbarung geflossen war, nur bei der sethitischen Linie erhalten. Noe rettete dieselbe über die Sintflut und wurde in ihr durch den Bund mit Jehova gestärkt. Er vererbte sie auf seine Söhne, aber sie wurde nur bei den Semiten bewahrt. Auch aus diesen mußte Abraham ausgesondert werden, um Träger der Verheißungen und Stammvater des auserwählten Volkes zu werden. Dieses wurde unter Moses durch die Gesetzgebung am Sinai constituirt und hielt, von Propheten gemahnt und belehrt, die Verehrung des wahren Gottes bis zur Zeit der Erfüllung im Messias aufrecht, verlor aber das Verständniß für die messianische Vollendung. Deßhalb wurde die alte Synagoge verworfen und ein neues Israel, die christliche Kirche, gegründet. In dieser ist die wahre Religion mit der Gnade und Wahrheit und die wahre Verehrung Gottes im Geiste und in der Wahrheit vorhanden. Die Völker aber, welche Gott ihre Wege gehen ließ, verloren den Schatz der Uroffenbarung immer mehr. Nur wenige Strahlen haben die Finsterniß des Heidenthums erhellt. Vom ursprünglichen Monotheismus verfielen sie in den Polytheismus, Pantheismus, Naturalismus; vom unschuldigen Paradieseszustand führen zahlreiche Abwege zu den häßlichsten sittlichen Verirrungen der Unzucht, der Menschenopfer und des Kannibalismus. Von den verschiedenen Eintheilungen der heidnischen Religionen sei nur die in Cultur- und Naturreligionen genannt, weil sie den absteigenden Gang der Entwicklung bezw. die Depravation zeigt. Will man bei den ersten die allerdings nicht mit den Rassenunterschieden zu identificirenden Gruppen, welche die vergleichende Sprachforschung ergeben hat, beiziehen, so erhält man die Religionen der Indogermanen, Semiten und Turanier. Die Indogermanen (Inder, Iranier, Griechen, Römer, Kelten, Germanen, Sklaven) bildeten ursprünglich das arische Urvolk und zeigen in Dyaus noch den gemeinsamen Himmelsvater. Die Semiten (Assyrier, Chaldäer, Aramäer, Araber, Canaaniter) haben in dem gemeinsamen El den Einen Gott an der Spitze, haben sich aber auch im Cult durch Grausamkeit und Wollust ausgezeichnet. Die Aegypter bilden eine chamitische Vorstufe nach Sprache und Religion, hatten aber schon sehr früh eine hohe Culturstufe erreicht. Die turanischen Chinesen sind in ihrer Schrift stationär geblieben, haben aber in ihrer Religion gewechselt. Ihr „Himmelsherr“ erinnert noch an den Monotheismus. Die übrigen Turanier haben es zu keiner ausgebildeten Schrift und Religion gebracht oder sind wieder herabgesunken. Dasselbe ist der Fall bei den Völkern der Südsee, Australiens und Amerika’s wie bei der vielleIcht den Semiten näher stehenden schwarzen Rasse. (Vgl. außer den Lehrbüchern der Apologetik von Gutherlet, Schill, Stöckl und Anderen Schanz, Apologie des Christenthums I, 2. Aufl. , Freiburg 1895, 73 ff.; II. 1888, 1 ff. und die zahlreiche daselbst verzeichnete Literatur, sowie Chantepie de la Saussaye, Lehrbuch der Religionsgeschichte, Freiburg 1887 bis 1889). (Schanz.)

2 Kommentare zu “ES GIBT NUR E-I-N-E ÜBERNATÜRLICHE RELIGION

  1. Auch das Christentum. wird wie vielen Religionen zuvor, wieder vergehen. Insofern ist doeser Glaubensrassismus völlig unangebracht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.