Die Grenzen der päpstlichen Autorität und das Schicksal eines ketzerischen Papstes: ein Exklusivinterview mit Bischof Schneider

Rom, 25. März 2019 (LifeSiteNews) — Bischof Athanasius Schneider veröffentlichte kürzlich einen Aufsatz, in dem er die Möglichkeit der theologischen Ansicht, dass die Kirche einen ketzerischen Papst absetzen könnte, in Betracht zieht und zurückweist.

In seinem Essay (das hier zu sehen ist ) vertritt der Weihbischof von Astana die Auffassung, dass die Annahme der Möglichkeit eines ketzerischen Papstes aber mit der Ablehnung, dass er abgesetzt werden könnte, weit entfernt davon, einen übertriebenen Ultramontanismus zu reflektieren, ein durchdachtes und angemessenes Verständnis der päpstlichen Autorität darstellt.

In einem Exklusivinterview mit LifeSite erläutert Bischof Schneider bestimmte Fragen, die sich aus seinem Essay ergeben: die Autorität der Theologen, mit denen er nicht einverstanden ist, die Möglichkeiten für eine Debatte in dieser Frage und die seit dem Beginn entstandenen Missbräuche des letzten Jahrhunderts aus einer übertriebenen Sichtweise der päpstlichen Autorität.

 

Hiernach unser Interview mit Bischof Athanasius Schneider:

LifeSite: Exzellenz, können Sie die Position, die Sie in Ihrem Essay zur Frage eines ketzerischen Papstes dargelegt haben, kurz zusammenfassen?

Bischof Schneider: Die Hauptidee des Essays ist folgende: Ein Papst kann von niemandem abgesetzt werden und er kann sein Amt nicht aus irgendeinem Grund ipso facto verlieren. Die Kirche hat diese Wahrheit seit zweitausend Jahren beachtet, und es ist nie vorgekommen, dass ein Papst wegen Häresie abgesetzt wurde oder dass sein Pontifikat wegen Häresie für ungültig erklärt wurde. Kein Grund, auch wenn er von einem Heiligen oder berühmten Theologen vorgeschlagen wird – der jedoch nur eine Meinung und keine Lehre der Kirche bleibt – rechtfertigt einen Bruch mit dieser unerschütterlichen, ständigen Tradition. Es würde die revolutionäre Neuheit der Absetzung eines Papstes oder den Verlust seines Amtes aufgrund von Häresie einführen.

Die andere Hauptidee ist, ein konkretes kanonisches Verfahren vorzuschlagen, das im Falle eines ketzerischen oder halbketzerischen Papstes durchgeführt werden könnte – ein Verfahren, das der göttlichen Verfassung der Kirche nicht widerspricht. Dieser Vorschlag ist nur als Impuls und Beitrag zur weiteren theologischen und kanonischen Debatte gedacht.

Die andere relevante Absicht des Aufsatzes besteht darin, das Bewusstsein für den bereits Jahrhunderte alten fehlerhaften und ungesunden Zustand des Papstzentrismus oder der Papolatrie, d.h. des Phänomens eines aufgeblähten Begriffs der päpstlichen Autorität im Leben der Kirche, zu wecken, gewissermaßen eine Karikatur des päpstlichen Amtes. Sie macht den Papst zum allgegenwärtigen Brennpunkt des täglichen Lebens der Kirche auf weltweiter Ebene und unterstellt, dass ein Papst niemals einen Fehler machen kann. Dadurch entsteht eine völlig neue päpstliche Unfehlbarkeit, die den Papst unbewusst in eine Art Halbgott verwandelt. Ein solches Phänomen ist der gesunden Tradition der Apostel und der Kirchenväter fremd. Es ist in der Tat Zeit, diesbezüglich ein Warnsignal auszustoßen.

Warum haben Sie sich entschieden, diesen Essay jetzt zu veröffentlichen?

In letzter Zeit gab es Diskussionen über die Theorie oder Meinung zu einem ketzerischen Papst im Internet und in anderen Medien. Ich habe Briefe von vielen Leuten erhalten, sogar von ernsthaften Theologen, die die Angelegenheit besprechen und meine Herangehensweise kennenlernen wollen.

Ich bemerkte, dass es bis zu einem gewissen Grad mangelnde Klarheit des Denkens gab, eine Tendenz, sich auf Emotionen zu stützen, und Lösungen vorgeschlagen wurden, die in ihren endgültigen Konsequenzen die gefährlichen Prinzipien des Sedevakantismus und des Konziliarismus enthalten.

Die Ansicht, dass ein ketzerischer Papst wegen Häresie abgesetzt werden kann oder sein Amt ipso facto verliert, widerspricht letztlich der göttlichen Verfassung der Kirche, die besagt, dass die dem Papst übertragene Macht direkt von Gott kommt und nicht von der Kirche, d.h. nicht von einer kirchlichen Institution (Kardinalskollegium oder Konzil). In Zeiten weitverbreiteter Lehrverwirrung und einer beispiellosen Krise in Bezug auf das päpstliche Lehramt besteht die Gefahr, die emotionale Ruhe und intellektuelle Klarheit und Nüchternheit zu verlieren – Eigenschaften, die für das sichere Finden eines Ausweg aus der Krise unerlässlich sind – inmitten des Lärms einer wachsenden Anzahl zunehmend lauter und widersprüchlicher Stimmen.

Was ist die höchste Autorität in der Tradition, die ausdrücklich mit Ihrer Position übereinstimmt?

Die höchste Autorität ist für mich die konstante Tradition der Kirche, die nie offiziell gelehrt hat, dass ein Papst aus irgendeinem Grund legitim abgesetzt werden kann, und die niemals eine solche Absetzung in der Praxis durchgeführt hat. Was eine sogenannte Papolatrie und einen übertriebenen päpstlichen Zentrismus angeht, ist es wiederum die gesunde und sichere Tradition der Kirchenväter und der Päpste des ersten Jahrtausends, die dagegen sprechen.

Glauben Sie, dass ein Katholik in gutem Ansehen behaupten könnte, dass ein ökumenisches Konzil oder die Kardinäle es zustande bringen könnten, dass ein Papst abgesetzt würde, obwohl Sie der Meinung sind, dass diese Meinung falsch ist? Mit anderen Worten, ist es eine Frage, die legitimen Debatten unter katholischen Theologen offen steht?

Da die oberste Autorität der Kirche, d.h. das Päpstliche Lehramt oder das Lehramt eines Ökumenischen Konzils, bis jetzt noch keine einschlägigen Lehren oder verbindlichen Normen darüber abgegeben hat, wie die Kirche einen Papst behandeln sollte, der Häresien oder Halbhäresien verbreitet, bleibt die Möglichkeit einer legitimen Debatte unter den katholischen Theologen bestehen.

Was würden Sie jemandem sagen, der der Meinung ist, dass die Autorität von Cajetan, Suarez, Johannes von St. Thomas und Bellarmine so groß ist, dass es keinen Sinn macht, Ihre Autorität anstelle ihrer zu übernehmen?

Ich wollte mit meinem Aufsatz meine Meinung niemandem aufzwingen. Meine Absicht war es, einen Impuls zu geben und einen Beitrag zu einer ernsthaften Debatte zu diesem konkreten Thema zu leisten. Die Autorität selbst renommierter Theologen ist dennoch nur eine Meinung. Ihre Meinungen repräsentieren nicht die Stimme des Lehramtes – und sicherlich nicht die Stimme des konstanten und universellen Lehramtes der Kirche. Wie ich in meinem Essay erwähnte, gab es bekannte Theologen, die über eine beträchtliche Zeit eine objektiv falsche Meinung über die Angelegenheit des Sakraments der Orden lehrten, d.h., dass die Materie dieses Sakraments die Übergabe der Instrumente war, eine Meinung, die während des gesamten ersten Jahrtausends fehlte. Die Übergabe der Instrumente wurde während des ersten Jahrtausends in der gesamten Kirche in Ost und West nicht praktiziert. Die vorgenannten Theologen stellen nicht den Beweis für die Universalität und das Altertum der gesamten Kirche dar, was in einer so wichtigen Frage notwendig ist.

Denken Sie, dass Bellarmine’s Befürwortung der Position, dass Gott einem Papst nicht erlaubt, ein formeller Ketzer zu sein, nur eine fromme Meinung oder eine falsche Theologenmeinung ist?

Wir müssen die Tatsache berücksichtigen, dass es zur Zeit des hl. Robert Bellarmine immer noch eine theologische Debatte über die konkreten Grenzen und die Art und Weise der Ausübung des Charismas der Unfehlbarkeit im päpstlichen Lehramt gab. Ich bin geneigt anzunehmen, dass der heilige Robert Bellarmine der Meinung war, dass der Papst keine formelle Ketzerei aussprechen kann, wenn er endgültig lehrt oder, um die Terminologie des Ersten Vatikanischen Konzils zu verwenden, wenn er „ex cathedra“ lehrt.

Die von Ihnen vorgeschlagenen praktischen Schritte betonen die Arbeit von individuellen Personen, die einen Papst korrigieren könnten, aber auch die Vorstellung einer Gruppe von Bischöfen, die dies gemeinsam tun. Entspricht dies der klassischen dominikanischen Idee eines „unvollkommenen Konzils“ von Bischöfen, das Anklagen wegen päpstlicher Häresie untersuchen könnte?

Ich lehne die Idee eines sogenannten „unvollkommenen Konzils“ der Bischöfe kategorisch ab.
Der Begriff an sich ist theologisch widersprüchlich und steht im Wesentlichen für die Häresie des „Konziliarismus“ oder der „Synodalität“ in der Art der orthodoxen Kirchen.

Die Vorstellung eines Gremiums in der Kirche, das die Rolle eines Untersuchungsrichters ausüben und über den Papst, der das sichtbare Oberhaupt der Kirche ist, ein Urteil aussprechen würde, widerspricht der göttlichen Verfassung der Kirche. Am Ende ist dies die Methode der orthodoxen Kirche. Diese Herangehensweise war die tiefste Wurzel des Großen Orientalischen Schismas zwischen der griechischen Kirche und dem Heiligen Stuhl im Jahr 1054. Damals untersuchte der Patriarch von Konstantinopel zusammen mit seiner Synode in einer Art „unvollkommenem Konzil“ Anschuldigungen wegen angeblicher päpstlicher Häresien.

Mein Vorschlag, dem Papst eine Berichtigung zukommen zu lassen, entspricht dem Beispiel des hl. Paulus in seiner Berichtigung des ersten Papstes hl. Petrus und stellt kein Urteil über den Papst dar. Es gibt einen subtilen, aber entscheidenden Unterschied zwischen einer Korrektur – einer brüderlichen Korrektur – auch in einer öffentlichen Form, und der Tat eines Ermittlungsrichters und der Entscheidung eines Urteils.

Die Korrektur, die ich mir vorstelle, könnte auch von einer Gruppe von Bischöfen zum Ausdruck gebracht werden, aber nicht als formal zusammengesetzte Gruppe. Vielmehr geht es darum, ihren individuellen Konsens über die Tatsache der Häresie oder der Halb-Häresie eines Papstes zu sammeln – dann ihre Unterschriften zusammenzustellen und einen von ihnen zu beauftragen, die Korrektur an den Papst zu übermitteln. Dies ist keine gerichtliche Untersuchung des Papstes, sondern eine Bestätigung einer offensichtlichen Tatsache. Eine solche Korrektur hätte im Wesentlichen dieselbe Bedeutung wie die Korrektur des heiligen Petrus. In diesem Fall würde dies jedoch kollektiv von einer Gruppe von Kardinälen oder Bischöfen oder sogar Gläubigen durchgeführt werden.

Würden Sie sagen, dass die Frage zumindest zweifelhaft genug ist, dass es voreilig und äußerst unvorsichtig wäre, einen ketzerischen Papst abzusetzen?

Dies würde der göttlichen Verfassung der Kirche widersprechen und würde auf praktischer Ebene unweigerlich zu enormer Verwirrung führen, wie dies während des Großen Schismas am Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts der Fall war. Wir müssen aus der Geschichte lernen.

Wie wichtig ist es, dass ein ökumenisches Konzil einen ketzerischen Papst posthum verurteilt?

Wir haben bereits das Beispiel von drei ökumenischen Konzilien, die Papst Honorius I. posthum verurteilt haben. Dies ist sicherlich wichtig, und die Kirche muss die Verbreitung von Irrlehren oder falschen und mehrdeutigen Lehren stoppen, die ein ketzerischer, ein halbketzerischer oder ein sehr nachlässiger Papst nach seinem Tod zurückließ. In der Tat hat die Kirche niemals die Existenz und Verbreitung von Häresien oder Zweideutigkeiten in der Lehre für längere Zeit toleriert. Ebenso toleriert eine gute Mutter keine schädlichen Nahrungsmittel für ihre Kinder, und ein guter Arzt toleriert die Ausbreitung von Infektionskrankheiten nicht. Häresien und mehrdeutige Lehren im Leben der Kirche sind nichts anderes als schädliche Nahrung und Infektionskrankheiten.

Sie werfen die Frage auf, wie eine aufgeblähte Auffassung der päpstlichen Autorität Neuheiten in der römischen Liturgie ermutigt hat? Denken Sie, dass Pius X., Pius XII. Und Paul VI. Ihre Autorität als Papst überschritten haben, als sie die liturgischen Änderungen vorgenommen haben, die sie gemacht haben? Und denken Sie, dass der Kanon von Trient, der die Schaffung neuer Riten verbietet, den Papst wie auch andere Pastoren der Kirche bindet?

Die Art und Weise, wie sich die ständige Tradition der Kirche und aller Päpste bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verhalten hat, sollte ein sicherer Hinweis sein. In der Tat hat die Kirche in den neunzehn Jahrhunderten nie drastische, anorganische oder revolutionäre Änderungen am Lex orandi vorgenommen, d.h. an der Heiligen Liturgie.

Die Tatsache, dass liturgische Feiern nicht streng dogmatisch sind oder, wie die Menschen heute sagen, eine pastorale Angelegenheit sind, bedeutet nicht, dass ein Papst eine revolutionäre liturgische Reform durchführen kann. Hier sind die orientalische oder die orthodoxe Kirche ein hervorragendes Beispiel für einen äußerst sorgfältigen und etwas gewissenhaften Umgang mit liturgischen Reformen. Meines Erachtens missbrauchten die vorgenannten Päpste ihre Macht, indem sie radikale und anorganische liturgische Reformen durchführten. Die radikale Natur dieser Reformen war der gesamten Tradition der Kirche in Ost und West für neunzehn Jahrhunderte, d.h. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, fremd.

Die Canones des Konzils von Trient, die bei der Feier der Sakramente die Schaffung neuer Riten verboten hatten, bezogen sich auf eine solche revolutionäre und anorganische liturgische Reform. In diesem Sinne sollten diese Canones von allen Päpsten beobachtet werden, auch wenn sie für einen Papst nicht streng verbindlich sind. Jeder Papst sollte jedoch diese Canones des Konzils von Trient als Aufruf an die nachgewiesene Weisheit der ständigen und sicheren Tradition der Kirche betrachten. Es wäre ein Zeichen der Kühnheit und des päpstlichen Absolutismus und daher der Unvorsichtigkeit, diesen Rat nicht zu befolgen.

Es gibt ein bekanntes Prinzip aus der Zeit der Apostel und der ersten Päpste, das wie folgt lautet: „Nihil innovetur, nisi quod traditum est„, d.h. „Keinerlei Neuerung außer was überliefert ist.“ Mit diesen Worten will ich meinen Aufsatz absichtlich abschließen.

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Quelle

(Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS])

12 Kommentare zu “Die Grenzen der päpstlichen Autorität und das Schicksal eines ketzerischen Papstes: ein Exklusivinterview mit Bischof Schneider

  1. Und nun von offizieller Seite her die (immer) wiederkehrende Frage:

    Aus http://www.kath.net/news/67374 :
    21 März 2019, 12:05
    Über die Fragestellung eines häretischen Papstes

    Lesermeinungen:
    @Wunderer
    Eine Prüfung
    Papst Franziskus ist unkritisch sowohl gegenüber Martin Luther als auch gegenüber dem Islam und dem Marxismus, aber sehr kritisch und teiweise ablehnend gegenüber den Lehren Christi und der Kirche.
    Obwohl von Europäern abstammend, nimmt er eine ziemlich ablehnende Haltung gegenüber Europa und seiner Geschichte ein.
    Er sitzt zu Gericht über die Kirche und Europa, klagt beide an und das gehört zu unserer kulturellen Art, dies nämlich tun zu können. Man muß es durch Gebet und Opfern auszuhalten versuchen.
    Und das ist wohl ein gewichtiges Anliegen von WB Schneider. Und die Dinge, wie er es macht, benennen, ist schon der entscheidende Schritt.
    Es ist wohl wie eine Epidemie, wie die große Pest im 14. Jahrhundert. Man könnte fast nichts dagegen tun, aber irgendwann ebbte sie ab, so wie sie gekommen war. Es läuft wohl nicht anderes nach „unserer“ Vernunft; Gott ist anders. Er lenkt die Geschicke.

    @Hedwig v. Beverfoerde
    DANKE an Weihbischof Athanasius Schneider!
    Dies ist m.E. einer der wichtigsten Texte eines Bischofs der letzten Jahre. Hier hilft uns endlich ein Oberhirte, das, was viele von uns in Verzweiflung und Verwirrung stürzt, nicht nur richtig einzuordnen sondern auch in der rechten Weise damit umzugehen.
    Zitat: „… In der Auseinandersetzung mit dem tragischen Fall eines häretischen Papstes müssen alle Glieder der Kirche, beginnend mit den Bischöfen bis zu den einfachen Gläubigen alle legitimen Mitteln ausschöpfen, wie etwa private und öffentliche Ermahnungen des irrenden Papstes, beständige und glühende Gebete und öffentliche Bekenntnisse der Wahrheit, damit der Apostolische Stuhl wieder mit Klarheit die göttlichen Wahrheiten bekenne, die der Herr dem Petrus und all seinen Nachfolgern anvertraut hat. …“

    @Zeitzeuge
    Sehr geehrter Couperin!
    Herzlichen Dank für die Literaturhinweise
    bzgl. der Tagebücher von Prof.Dr. Josef Andreas Jungmann SJ!
    Ich werde versuchen, mir Jg. 57 aus 2003 der ZS Heiliger Dienst zu besorgen, darin ist auf S. 244-259
    die Abhandlung eines renommierten
    österreichischen Liturgiewissenschaftlers über das
    Konzilstagebuch zu finden! 🙂
    Es war sicher eine nicht leichte Gelehrtenarbeit, die Texte von der
    Kurzschrift in die Reinschrift zu übertragen!
    Eine Edition der Tagebücher ab 1965
    wäre natürlich sehr begrüßenswert!

    Nochmals wünsche ich eine gesegnete,
    besinnliche restliche Fastenzeit!

    @Couperin
    @Zeitzeuge
    Die (in Gabelsberger-Stenographie verfassten) Tagebücher Jungmanns sind in Artikeln und in einem Buch verwertet, darunter ist je eine Beschreibung des Konzilstagebuchs und (italienisch) der privaten Tagebücher. Eine Edition gibt es bisher nicht.

    @Fides Mariae
    Schweres Kreuz
    @Diadochus: Ja, Sie haben recht, ich laviere. Ich gestehe meine Unfähigkeit, mit dem Problem wirklich geradlinig umzugehen. Dass Papst Franziskus die katholische Morallehre mit seiner Flapsigkeit und absichtlichen Ungenauigkeit in Zweifel gezogen hat, empfinde ich als unsäglich schweres Kreuz. Was mache ich, wenn ich im Flugzeug sitze und der Flugzeugführer weicht von der Route ab. Das ging in bekannten Fällen sehr schlecht aus. Und trotzdem fühle ich mich verpflichtet zur Loyalität, weil die Muttergottes dazu aufruft, meiner Überzeugung nach. Und weil die Kirche auf dem Felsen Petri gründet. Da führt kein Weg daran vorbei. WB Schneider bringt ja das Bild vom unvertrauenswürdigen Familienvater. Ich denke, dass es eine Strafe für unsere Sünden ist – als Kirche, als Ganzes. Man hat den Papst, den man verdient.

    @Zeitzeuge
    Sehr geehrter Couperin!
    Danke für Ihre Stellungnahme zum Latein!

    Der „späte“ Prof.Jungmann
    war durchaus krit. gegenüber manchen liturgischen Entwicklungen nach dem Konzil. Das wissen Sie als Jungmann-Experte natürlich noch viel besser als ich, sind die nachkonziliaren Tagebücher dieses Gelehrten eigentlich
    auch in Druckform lieferbar?

    Für Sie als Fachmann brauche „keine Eulen nach Athen zu tragen“, daher
    für evtl. Mitleser einige Literaturhinw. von bed.
    Kritikern dieser, wohl von den Konzilsvätern mehrheitl so nicht gewollten Reform:

    Joseph Ratzinger: Das Fest des Glaubens

    Helmut Hoping(Hrsg.): Messe und
    Liturgie in der
    Moderne, berück-
    sichtigt auch die
    Kritiker

    Alles zum Thema von Georg May und Klaus Gamber, siehe kath.net 24783 v. 3.12.09!

    kath-info.de – Klaus Gamber über die
    Liturgiereform

    Für eine kl. Info über die Jungmann-Tgb. wäre ich dankbar u. wünsche eine
    gesegnete restl. Fastenzeit!

    @lesa
    Die wirre Lage erhellen und Lügen beim Namen nennen
    @Bernhard Joseph: Sie schreiben: „Darum ist es wichtig sich diesen häretischen Bestrebungen durch ein klares Glaubensbekenntnis entgegen zu stellen und solchen Kräften in der Kirche keinen Gehorsam zu leisten.“ Volle Zustimmung. Immer wieder zum inneren Frieden und Vergebungsbereitschaft finden, aber ohne Kompromisse mit Zersetzung und Irrlehre und mit stündiger Bereitschaft, „gelegen oder ungelegen“ an die Lehre zu erinnern.
    In der Tagespost vom 21.März finden sich übrigens ebenfalls sehr gute Beiträge zur Erhellung der wirren Lage.

    @Couperin
    @Zeitzeuge
    Der 1964 gegründete Rat zur Durchführung der Liturgiekonstitution (Consilium) war 1966 mit seiner Arbeit längst nicht fertig. Das wusste Kardinal A. Cicognani sicher. – Was das Latein betrifft, bedauere ich auch, dass es so stark zurückgedrängt wurde, v. a. im Mess-Ordinarium. Die Formel der Liturgiekonstitution „Latein beibehalten, aber den Volkssprachen mehr Raum geben“ war allerdings ein Kompromiss (nachzulesen im LThK-Kommentar des Konzilsberaters Josef A. Jungmann). Art. 113 der Liturgiekonstitution nennt Latein (anders, als manche Kreise wollten) nicht unter den Kennzeichen der feierlichen Liturgie, sondern verweist nur auf Art. 36, 54 etc.

    @Bernhard Joseph
    Werter Zeitzeuge – Banalisierung der Liturgie
    In den Bänden (7/1 und 7/2) „Zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils“ beschreibt Papst Benedikt XVI. in diversen Aufsätzen, wie von progressistischen Kräften in der Kirche die Konzilsbeschlüsse direkt nach dem Konzil umgedeutet und so missbraucht wurden, um im Handstreich eine Liturgie“reform“ durchzuziehen, die mit dem, was das Konzil beabsichtigte, nur noch herzlich wenig gemeinsam hatte.

    Auch heute versuchen Kräfte unter Vorsitz von Kardinal Marx im Handstreich die Lehre der Kirche in ihrem relativistischen Sinn umzudeuten und so Fakten zu schaffen.

    Darum ist es wichtig sich diesen häretischen Bestrebungen durch ein klares Glaubensbekenntnis entgegen zu stellen und solchen Kräften in der Kirche keinen Gehorsam zu leisten.

    Man muss den wahren Geist entlarven, der hinter dem Relativismus steckt. Darum ist es auch hier auf kath.net wichtig, dass viele ihre Stimme gegen den Missbrauch des Glaubens erheben und den Bischöfen klar machen, dass hier eine Grenze überschritten wird.

    @lesa
    Klar lehren und beharrlich um Befreiung beten
    In Zeiten, in denen der Rauch Satans beißenden Nebel erzeugt, wächst auch die Gefahr irrationaler, unüberlegter Aktionen, die „das Gewand Christi“ erneut zerreißen können.
    Dieser dankenswerte Text liefert lauter Fakten über die theologische Grundlegung von Papsttum und Kirche.

    Es ist gut, ihn zusammen mit dem gestern auf kath.net veröffentlichen Auszug aus dem Buch von Kardinal Sarah
    immer wieder durchzulesen.

    Es sind die Sünden, die den Dämonen so viel Aktionsraum gegeben haben, so dass dieser schier undurchdringliche satanischen Verwirrungsqualm viele Hirten mitsamt dem Stellvertreter Christi vernebelt, ja geradezu fesselt.
    „Wenn ein Papst Irrtümer oder auch Häresien verbreitet, dann ist er in geistigen Ketten oder in einem geistigen Gefängnis. Die ganze Kirche muss eine übernatürliche Beharrlichkeit in so einem Gebet und eine übernatürliche Hoffnung in die Wahrheit haben, dass es letztlich Gott und nicht der Papst ist, der Seine Kirche leitet,“ sagt Bischof Athanasius.

    @Zeitzeuge
    Werter Couperin!
    Wenngleich ich den Begriff „Abschluß“ nicht verwendet habe, ging ich doch
    pers. davon aus, daß Kard.
    A. Cicognani es so gemeint hat, schliessl. war das 65er Missale weltweit
    gedruckt u. verbreitet, meine Meinung
    ist nat. subjektiv!

    Den weiteren Verlauf kann man nachlesen
    bei Prof.Dr. Georg May:

    Die alte und die neue Messe

    Ob das Missale 1969 eine qualifizierte Mehrheit auf dem Konzil selbst gefunden hätte, sei dahingestellt.

    Vielleicht geben Sie mir aber wenigstens
    Recht darin, daß die Quasi-Verbannung des Lateins aus der Hl. Messe wirklich nicht von den Konzilsvätern beabsichtigt
    war, noch am 30.09.1966 wiesen die deutschen Bischöfe darauf hin, daß auch
    Art. 54 beachtet werden sollte, wörtl.
    „schon die Kinder sollen auch diese Gesänge (Anm.: auf Latein) lernen.“

    Ich pers. gehe in die o. und die
    a.o. Form der hl. Messe, die o. Form auf
    Latein gibt es weit und breit nirgendwo,
    daß ist sicher nicht im Sinn der Mehrheit der Konzilsväter, genau so wenig wie der Austausch d. Altäre!

    @Couperin
    @Zeitzeuge
    „Anschluss an die Liturgie-Konstitution“ kann hier nur heißen: gemäß dem damaligen Stand, entsprechend den schon verfügten ersten Reformschritten. Aber der Kardinalstaatssekretär weiß auch, dass die vom II. Vaticanum gewünschte „allgemeine Erneuerung der Liturgie“ (SC 21) erst begonnen hat. Wie schon Pius XII. in „Mediator Dei“ (1947) unterscheidet SC 21 zwischen kraft göttlicher Einsetzung unveränderlichen und dem Wandel unterworfenen Elementen der Liturgie. Dass durch die Reform unveränderliche Elemente preisgegeben wurden, kann man wohl nicht behaupten.

    @Diadochus
    @Fides Mariae
    Sie sind Weihbischof Schneider dankbar für die Bestärkung in unsicheren Zeiten. Gleichzeitig relativieren Sie Ihre Aussage, indem Sie sagen, er gehe mit seinem Aufsatz bis an die Grenze des Erträglichen. Was die Passage über Papst Franziskus anbelangt, so nehmen Sie eine gewisse ausgeprägte Respektlosigkeit wahr.
    Das sehe ich nicht so. Weihbischof Schneider sagt schlicht, wie der gegenwärtige Befund ist und wie so ein Fall in der Kirchengeschichte bisher gehandhabt wurde. Einen bissigen Unterton kann ich da nicht heraushören. Er trägt seinen Exkurs in Liebe zur Kirche und zu Jesus Christus vor. Ich bin froh, dass er es so gesagt hat und schließe mich dem an. Ertragen wir einander in Liebe, auch wenn’s nicht einfach ist.

    @Selene
    Das Glaubensmanifest von Kardinal Müller
    ist eine gute Antwort auf die derzeitigen Verwirrungen und daran halte ich mich.

    Der Artikel von Weihbischof Schneider ist interessant, bietet aber keine wirkliche Lösung an, wohingegen Kardinal Müller gewissermaßen eine praktische Handreichung geliefert hat, mit klaren Aussagen.

    @agora
    Unvorstellbar,
    daß ein Papst, der Kinder/Jugendliche/Abhängige sexuell mißbrauchen würde, nicht amtsenthoben werden könnte! Er würde einem weltlichen Gericht übergeben und des Amtes enthoben werden müssen. Wenn schon ein alter Mann (Benedikt XVI.) sein Papstamt abgeben kann, dann könnte in einem solchen Fall auch einem vielleicht noch jüngeren Papst das Amt genommen werden. Und auch einem Häretiker!

    @mampa
    Danke
    Bischof Schneider ist ein Trost für
    die wirre Situation in der momentanen
    Verunsicherung in unserer Kirche.

    @Zeitzeuge
    Werter Couperin!
    Sie wissen natürlich, daß Kardinal Ciognani auch im besagten Vorwort
    geschrieben hat:

    „Eigenart und Kernpunkt dieser Neubearbeitung ist der vollzogene
    Anschluß an die Liturgie-Konstitution
    des Konzils.“

    Das kann man durchaus in dem Sinn interpretieren, daß damit die Liturgie-
    konstitution umgesetzt war, von Abschluß
    habe ich nicht gesprochen!

    Sie wissen als Fachmann natürl., daß
    b.d. Bischofssynode 1967 der Entwurf
    einer „Missa normativa“ keine hinreichende Mehrheit gefunden hat,
    da war doch wohl mehr als ein Bischof
    überzeugt, daß das Missale 1965, daß ja
    weltweit gedruckt u. benutzt wurde, hinreichend wäre, wurden die Bischöfe überhaupt 1969 nochmals befragt?

    Bzgl. Pius IX. sollte man m.E. nicht
    ein einziges Zitat dazu benutzen, einen
    Gesamteindruck zu vermitteln, amtl.
    ist die päpstl. Antwort DH 3117, die ich
    ja schon erwähnt habe, diese zeigt von
    Absolutismus keine Spur!

    Hinweis: Das war mein 6. Beitrag für
    heute, so daß mein Kontingent erschöpft ist.

    Laudetur Jeus Christus!

    @Pilgrim_Pilger
    Der Nebel lichtet sich…. es wird heller
    Ein sehr guter und lehrreicher Kommentar von von Bischof Athanasius Schneider, vielen Dank an Bischof Athanasius Schneider und kath.net für die Übersetzung und Veröffentlichung.

    Jetzt sind die Zeichen dieser Zeit klarer und deutlicher zusehen, es wurde endlich eine angemessene Reaktion darauf manifestiert.

    Was bleibt, ist wie bereits von anderen erwähnt, das Menetekel um die Emeritierung von Papst Benedikt XVI. „Nihil innovetur, nisi quod traditum est“, d.h. „Es soll nichts neu eingeführt werden, außer was überliefert ist.“

    Aber auch dass werte ich, als Zeichen dieser Zeit.

    @Couperin
    @Zeitzeuge
    Kardinalstatssekretär Amleto Cicognani spricht in seinem Schreiben an den Beuroner Erzabt vom 28. Mai 1966, das in Faksimile der 1966er-Auflage des „Schott“ beigegeben ist, keineswegs vom Abschluss der Liturgiereform. Es heißt dort: „So wünscht der Heilige Vater von Herzen, der neue ‚Schott‘ möge mit Gottes Hilfe in dieser Zeit der nach dem Konzil beginnenden liturgischen Reformarbeit Quelle reichen Segens sein und wertvolle Hilfe zu echter liturgischer Tat […].“

    @Fides Mariae
    Schwerster Tobak
    Huch. Ein Artikel, der schwer im Magen liegt.
    Ich bin Weihbischof Schneider dankbar für die Bestärkung in unsicheren Zeiten. Seinen Artikel lese ich in erster Linie so, dass man den amtierenden Papst auf jeden Fall als Papst ansehen soll. Diese beruhigende Versicherung war dringend nötig, da viele Gläubige angesichts der Zweifel an Papst Franziskus‘ Amtsführung sich fragen, ob sie noch vertrauen können.
    Anderseits geht WB Schneider in seinem Aufsatz meiner Meinung nach bis an die Grenze des Erträglichen und vielleicht darüber hinaus, wenn er Papst Franziskus inmitten seiner Ausführungen in einem Paragraphen namentlich nennt und ihn so praktisch zum Gegenstand seiner Ausführungen macht. Eine gewisse ausgeprägte Respektlosigkeit nehme ich da schon wahr, die mir Kummer macht. Der Aufsatz wird WB Schneider nicht förderlich sein. Ich schätze es, dass er Petrus „ins Angesicht widersteht“ bzw. widerstehen würde, wenn er Gelegenheit hätte, aber es wäre besser, dies ehrfurchtsvoller zu tun.

    @Couperin
    @Zeitzeuge
    „La tradizione sono io“ war natürlich keine lehramtliche Äußerung, aber das Wort zeigt doch, wie Pius IX. vom Papsttum dachte.

    @Stephaninus
    Papalismus
    vielleicht ist es schlicht und ergreifend auch so, dass der überbordende Papalismus der Neuzeit nun zum Bumerang für die katholische Kirche wird.

    @Wunderer
    Zum besseren Verständnis
    Ich fand und finde die Resignation und Emeritierung von Papst Benedikt XVI. bedauerlich.
    Aber sollte Papst Benedikt den von Weihbischof Athanasius Schneider zitierten Satz des Papstes Stephan I. nicht gekannt haben und es dennoch für nötig befunden zu haben so zu handeln wie er handelte?
    Könnte der seltene Fall eines häretischen Papstes diesen Satz von Papst Stephan I. nicht ebenfalls, der Notlage entsprechend, außer Kraft setzen?

    @vk
    Wer sucht der findet
    Solange es die Bücher von Benedikt XVI gibt und er für den Papst als zur zur Verfügung steht, solange Kardinal Müller lebt wird und es eine Glaubenskongregation gibt, die den Hirten von Rom auf mögliche Problematiken aufmerksam macht mache ich mir nur Sorgen um manche Theologische Universitäten

    @girsberg74
    Ein Text zu rechter Zeit!
    Danke, eine riesige Arbeitsleistung.

    @Ginsterbusch
    Es ist alles genau so eingetroffen, wie es Bischof Schneider beschreibt
    Wenn ich den folgenden Abschnitt von Bischof Schneider lese und an die Dubia denke, an die Veröffentlichung des Glaubensmanifest, mir die Worte von Kardinal Sarah und Brandmüller, Kardinal Müller und Bischof Schneider der letzten Jahre ins Gedächtnis rufe, erinnert mich das exakt an diesen Abschnitt:
    Verbreitet ein Papst lehrmäßige Irrtümer oder Häresien, hat die göttliche Struktur der Kirche schon ein Gegenmittel zur Verfügung: das in diesem Fall springen ein in ersetzender Weise das Dienstamt der Vertreter des Episkopates und der unerschütterliche sensus fidei der Gläubigen; dabei ist allerdings der numerische Gesichtspunkt nicht entscheidend. Es ist schon ausreichend, wenn einige Bischöfe die Integrität des Glaubens verkünden und auf diese Weise die Irrtümer eines häretischen Papstes korrigieren. Es ist ausreichend, dass die Bischöfe ihre Herde unterrichten und vor den Irrtümern eines häretischen Papstes schützen; ebenso sollen es ihre Priester und die Eltern in den katholischen Fa

    @Bernhard Joseph
    Die Häresie und die Jesuiten
    Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Jesuiten, die heute die Hauptverbreiter häretischen Gedankengutes in der Kirche sind, in nicht so ferner Zukunft ihr verdientes Schicksal erfahren werden und in der Bedeutungslosigkeit versinken.
    Dieser Orden ist in sich verfault und dem Zeitgeist restlos verfallen.

    @Wunderer
    Was ist mit einem Papst em.?
    „Es soll nichts neu eingeführt werden, außer was überliefert ist.“

    Herzlichen Dank an Bischof Schneider für sein wahrhaft evangelisches Engagement.
    Dieser von ihm uns Lesern zitierte Satz, hieße der nicht, daß die Resignation von Papst Benedikt XVI. und seine Emeritierung zumindest zu hinterfragen wären? Denn ein Papst em. gab es noch nie in der Kirchengeschichte; Papst Johannes Paul II., der Heilige, hatte eine Papstemeritierung ausgeschlossen.

    @Zeitzeuge
    Liebe griasdigott!
    Da diese Situation bisher von den Theologen wegen Fehlens eines praktischen
    Falles nur theoretisch erörtert werden konnte, muß offenbleiben, wie im Ernstfall zu verfahren ist, das scheint
    auch die Meinung von P. Zimmer in dem
    von mir zitierten Aufsatz in kath.net
    vom 12.4.16 -54779- zu sein, lehramtlich oder im CIC gibt es keine
    Ausführungsbestimmungen dazu!

    Darüber müssten dann rechtgläubige, kluge Fachgelehrte sich Gedanken machen, mehr vermag auch ich nicht dazu zu sagen.

    Beten wir täglich für eine geistig-moralische Wende im Sinne einer echten
    Re-Katholisierung unserer hl. Kirche,
    damit wir wieder frohen, ehrlichen Herzens singen können: Ein Haus voll Glorie schautet, immer, aber besonders heute, Maria breit den Mantel aus und
    Fest soll mein Taufbund immer stehen,
    in diesem Sinn grüßt, im Gebet verbunden,

    Ihr alter Zeitzeuge!

    @Zeitzeuge
    Pius IX. hatte während einer stürmischen Unterredung
    (Brandmüller) mit Kardinal Guidi den bis
    heute gern von „Liberalen“ zitierten Ausspruch „La Tradizione sono io“ getan,
    das war natürlich absolut keine lehramtliche Verlautbarung.
    Er hatte auch keinen Gebrauch von seiner Unfehlbarkeit gemacht, im Gegenteil: Als nach dem I. Vaticanum
    falsche Interpretationen über das Unfehlbarkeitsdogma in D verbreitet wurden, verfaßten die dtsch. Bischöfe eine richtigstellende Erklärung, in der
    u.a. auch bemerkt wurde, daß der Papst
    gebunden ist an Schrift, Tradition und
    die bereits getroffenen, lehramtl. Entscheidungen (DH 3116), diese Erklärung wurde von Pius IX. als genuine, kath. Lehre gebilligt (DH 3117), also kein Absolutismus!

    Die Liturgiereformen St. Pius X. und Pius XII. sind nicht vergleichbar mit
    den nachkonziliaren liturgischen Umwälzungen, siehe Georg May: Die alte
    u.d. neue Messe! Im Vorwort zum Schott
    v. 1966 sagt Kard. Ciognani, daß damit
    die Liturgiereform umgesetzt sei, wäre es gut dabei geblieben!

    Ironie ist unwissenschaftlich!

    @griasdigott
    @Zeitzeuge – wer ist zuständig?
    Werter @Zeitzeuge, sie schreiben im letzten Absatz, die formale Absetzung im Fall eines papa haereticus wäre gar nicht erforderlich, die Feststellung der kirchenrechtlichen Tatsache reiche aus.
    1364,2 CIC betrifft wohl alle exkommunizierten Amtsinhaber als beauftragte Hirten (papa ) mit Verlust der Amtsgeschäfte und Leitungsgewalt gem. 1331,1 CIC.

    Nur, wie geht das praktisch? Wer macht das, wer spricht das aus? Wer gibt bekannt?

    Haben wir nicht teilweise solche Situationen und niemand fühlt sich zuständig? Wäre die Glaubenskongregation zuständig?

    Im normalen Arbeitsleben bekommt man vom Chef eine Kündigung, muss Schlüssel abgeben und evtuell Arbeitskleidung zurückgeben.

    @mut
    …bisher gab es keine lehramtlichen Aussagen?
    Und was ist mit „Cum ex apostolatus officio“ von Papst Paul IV ?

    @Eliah
    Franziskus ist sehr wohl das größte Problem
    @petrafel: Franziskus ist sehr wohl das größten Problem, denn er ist ja wohl nicht zu dumm, um eindeutig zu formulieren. Er lässt ganz bewusst Tür und Tor offen für Wölfe mit Hirtenstab, die Schafe ins Verderben führen wollen. Er widerspricht selbst dem katholischen Verständnis vom Papstamt.

    @lakota
    Ein herzliches Vergelt’s Gott
    Bischof Schneider für diese hochinteressanten Ausführungen.
    „Die Kirche ist wirklich ein einziger organischer Leib. Wenn ein Versagen und ein Mangel im Haupt des Leibes (der Papst) auftreten, dann ergänzt der übrige Leib (die Gläubigen) oder herausragende Glieder des Leibes (die Bischöfe) das zeitliche päpstliche Versagen.“ Und nicht nur das päpstliche Versagen!
    Was mir dabei wieder bewußt wurde ist, daß Deutschland, Europa nicht allein den Leib der Kirche ausmachen. Ganz gleich, was unsere Bischöfe hier zeitgeistmäßig verbrechen – in Afrika sieht es z.Bsp. ganz anders aus. Was mir ein befreundeter Priester aus Tansania erzählt, geschieht dort viel, was das Schlechte bei uns wieder ausgleicht.
    Diesen Artikel werde ich mir aufheben.

    @Couperin
    La tradizione…
    Von Pius IX. stammt das Wort: „La tradizione sono io!“ (Die Tradition bin ich!) Klingt doch sehr nach absoluter Monarchie.

    @Lucija
    EURE EMINENZ , EWIGES VERGELT’S GOTT !
    IHR SEID DAS SALZ DER ERDE-die, die wirksam sind !
    IHR SEID DAS LICHT DER WELT-die, Die ausstrahlend sind!
    Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man’s salzen?Es ist zu nichts mehr nütze,als Daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten.
    Ihr seid das Licht der Welt .Es kann die Stadt,die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter;so leuchtet es allen, die im Haus sind.
    So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten ,damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
    (Matth.5,13-16)

    @petrafel
    Der Papst-das größte Problem?
    Zumindest für Deutschland ist der Papst ganz sicher nicht das größte Problem.
    Was Papst Franziskus sagt, lässt oftmals sehr viel Spielraum zur Interpretation und ich wünschte es wäre anders. Das eigentliche Dilemma ist doch aber, was Bischöfe und Priester daraus machen. Ja, der Papst sollte die Lehre der Kirche präsentieren und repräsentieren, am besten unmissverständlich. Aber ein in dieser HInsicht schwacher Papst, ist kein Freibrief für Bischöfe, nach Lust und Laune zu agieren. Gerade die Brüder im Bischofsamt müssten dann das Papstamt stützen, behutsam und gemeinsam. Den Papst als Häretiker hinzustellen und lautstark auf einen Nachfolger zu hoffen, ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung. Das widerspricht dem katholischen Verständnis vom Amt des Stellvertreters Christi auf Erden.
    Abgesehen davon gingen die Probleme in Westeuropa nicht erst vor sechs Jahren los. Hier werden jetzt die faulen Früchte geerntet, die schon seit Jahrzehnten – an Rom vorbei – gezüchtet wurden.

    @Couperin
    hl. Pius X.
    Ach, jetzt ist sogar Pius X. ein kleiner Häretiker, weil er die Psalmverteilung im Brevier verändert hat. Wen wird die lefebvrianische Briderschaft nun zum Patron ernennen?

    @Bernhard Joseph
    Ein sehr guter Text
    Bischof Athanasius Schneider beleuchtet sehr klar die Probleme, die sich mit der Frage eines häretischen Papstes stellen. Dass auch Hirten vom Glauben abfallen können, ist eine geschichtlich belegte Tatsache, die auch den Papst nicht ausklammert.

    Bischof Athanasius Schneider weist zu recht darauf hin, dass die Wahrheit des katholischen Glaubens durch keinen Papst infrage oder in ihr Gegenteil verkehrt werden können.

    Die Wahrheit des katholischen Glaubens ist unveränderlich und steht somit über der Zeit. Sie kann sich in der Zeit deutlicher ins Bewusstsein bringen, sie kann aber nicht heute eine andere sein als gestern.

    Kein Papst kann also etwas bindend verkünden, was gegen den katholischen Glauben steht, so wie er von Anfang an in der Kirche gelehrt und erkannt wurde.

    Unseren Hirten ist also nur dann zu gehorchen(folgen), wenn ihre Verkündigung nicht der Lehre der Kirche, wie sie immer bestanden hat, widerspricht.

    Danke für diesen Text!

    @Zeitzeuge
    „…es zuliess, daß der unbefleckte Glaube durch einen profanen Verrat befleckt wurde.“
    Geschieht nicht genau das seit 50 Jahren?

    Häretiker sind nach § 1364(2) zwar ipso facto exkommuniziert, aber es ist natürlich die Aufgabe der Verantwortlichen, dieses öffentlich festzustellen mit Konsequenzen!

    Ausser einigen Lehrbefugnis-Entziehungen geschah so gut wie überhaupt nichts zum Schutz des Glaubens und der Gläubigen vor Irrlehren, z.B. verliefen die zaghaften
    Ermittlungen gegen Herbert Haag oder
    Bernhard Häring „im Sande“,auch wurden z.B. Küng oder Ohlig nie öffentl. exkommuniziert!

    Der Missbrauch der Missio canonica ist
    mittlerweile Legion und die Verantwortlichen schweigen.

    Über unseren Papst will ich jetzt gar nicht reden,
    aber § 1364,2 CIC betrifft alle Katholiken!
    Ein exkommunizierter Amtsinhaber verliert gem. § 1331,1
    CIC die Amtsberechtigung und kann keine
    Akte der Leitungsgewalt setzen.

    Eine formale Absetzung wäre somit i. Fall eines Papa haereticus gar nicht erforderlich, die Feststellung der kirchenrechtl.Tatsachen reichte aus, vgl, kath.net 54779 v. 12.04.16!

    @julifix
    was aber…
    …wenn, zusätzlich zum Papst, ein großer Teil des Episkopats ebenfalls häretische Lehren lehrt und vom Glauben abfällt und das Volk entsprechend lehrt?
    und momentan sieht es danach aus, dass insbesondere z.B. ein großer Teil des deutschen Episkopats genaud dieses vorhat/tut!
    Gott sei’s von Herzen gedankt für das Glaubensmanisfest von Kard. Gerhard Müller – hoffentlich wird er der Nachfolger und bald!

    @Sureno
    Herzlichen Dank für die Veröffentlichung des Übersetzung!

    @Stanley
    Kommuniqué des Generaloberen der Priesterburderschaft St. Pius X.
    Zitat aus der Verlautbarung:
    „Das von Papst Franziskus und dem Großen Imam von Al-Azhar unterzeichnete Dokument der Brüderlichkeit aller Menschen für Weltfrieden und Zusammenleben ist nur ein auf Sand gebautes Haus. Es ist darüber hinaus eine Gottlosigkeit, die Gottes erstes Gebot verachtet, und die die Weisheit Gottes, in Jesus Christus Mensch geworden und für uns am Kreuz gestorben, sagen lässt, dass „der Pluralismus und die Vielfalt der Religionen“ „ein weiser göttlicher Wille“ sei.
    Solche Aussagen stehen im Widerspruch zu dem Dogma, dass die katholische Religion die einzig wahre Religion ist (vgl. Syllabus, These 21). Wenn es sich um ein Dogma handelt, so bezeichnet man das, was ihm entgegensteht, als Häresie. Gott kann sich nicht selbst widersprechen.“
    Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat Papst Franziskus damit der Gottlosigkeit, der Verachtung des 1. Göttlichen Gebotes sowie der Häresie bezichtigt.
    Wir müssen tatsächlich auf die Nachfolger warten.

    @Eliah
    Auf die Nachfolger warten?
    Zitat: „Weil er von seinen Nachfolgern verurteilt wurde, konnten die Worte des Papstes Honorius I der Tatsache der Irrtumslosigkeit im Glauben des Apostolischen Stuhls keinen Schaden zufügen. Sie wurden auf ihren wahren Wert reduziert, als einen Ausdruck seiner eigenen persönlichen Meinung.“
    Was bedeutet das für uns heute? Anwarten, ob „die Nachfolger“ Worte von Franziskus verurteilen?

    XXXXX
    Dass überhaupt diese Frage ( „ein haeretischer Papst“ ) heute gestellt wird/werden muss ist eigentlich wider jeglicher katholischen Theologie, Tradition und des kath. Glaubens. Wer aber -Alta Vendita- kennt der wird auch das WARUM verstehen.

  2. Dazu noch eine interessante Ergänzung:

    Aus https://katholisches.info/2019/03/22/ein-haretischer-papst-die-wurzel-des-problems-ist-das-zweite-vatikanische-konzil/ :
    27. März 2019
    Suche nach:
    Ein häretischer Papst? Die Wurzel des Problems ist das Zweite Vatikanische Konzil
    Paolo Pasqualucci antwortet Msgr. Athanasius Schneider
    22. März 2019 6
    Papst Franiskus: Ein Rechtsphilosoph reagiert auf die Ausführungen von Bischof Athanasius Schneider über einen häretischen Papst.
    Papst Franiskus: Ein Rechtsphilosoph reagiert auf die Ausführungen von Bischof Athanasius Schneider über einen häretischen Papst.

    Die Diskussion ist eröffnet. Gestern veröffentlichte Msgr. Athanasius Schneider, Weihbischof von Astana, eine ausführliche Reflexion über die Möglichkeit eines häretischen Papstes und wie die Kirche damit umgehen sollte. Die Überlegungen sind theoretischer Natur, allerdings anlaßbezogen. Auf seine Überlegungen reagierte der Rechtsphilosoph Paolo Pasqualucci mit Anerkennung, Zustimmung, aber auch Kritik.
    Bischof Athanasius Schneider
    Bischof Athanasius Schneider

    Die Überlegung von Bischof Schneider sind der Versuch, auf eine große Verunsicherung zu antworten, die in Teilen der kirchlichen Hierarchie und mehr noch im gläubigen Volk um sich greift. Bischof Schneider zeigte eine Fehlentwicklung auf, die des „päpstlichen Absolutismus“, und nannte dazu konkrete Beispiele im Bereich der betenden (Pius X., Pius XII. und vor allem Paul VI.) und der lehrenden Kirche (Papst Franziskus).

    Auf die Mühe dieses Nachdenken von Bischof Athanasius Schneider reagierte der Paolo Pasqualucci, emeritierter Professor für Rechtsphilosophie an der Universität Perugia. Er lehrte auch Politische Ideengeschichte an den Universitäten Rom, Neapel und Teramo. Mit den Büchern „Unam Sanctam“, „Das Parallel-Konzil“ und weiteren unterzog er das Zweite Vatikanische Konzil einer kritischen Analyse.

    Als Beitrag zu einer notwendigen Diskussion veröffentlichen wir seine Anmerkungen zum Aufsatz von Bischof Schneider, den er als „mutig“ und „begrüßenswert“ anerkennt.
    Einige Anmerkungen zum Dokument von Msgr. Schneider zum häretischen Papst

    von Paolo Pasqualucci

    Es ist ein wichtiges Dokument, keine Frage, das von Msgr. Athanasius Schneider vorgelegt wurde und einige Frage auf den Punkt bringt, auch aus praktischer Sicht.

    Dennoch irritieren mich einige Punkte.
    1.

    Es ist richtig, trotz allem, optimistisch zu sein, was die Möglichkeit der Kirche betrifft, die Krise zu überwinden, indem man sich auf die Göttlichen Verheißungen über den Beistand für die Kirche und auf die Art stützt, wie im historischen Präzedenzfall die monotheletische Krise mit der letztlichen Thronbesteigung eines Papstes überwunden wurde, der die Dinge wieder in Ordnung brachte.
    Dennoch: Msgr. Schneider verharrt nur auf dieser historischen Erfahrung mit gutem Ausgang. Es gibt aber noch andere, die weniger gut endeten oder zumindest ziemlich schwerwiegende und langanhaltende Folgen nach sich zogen. Ich beziehe mich auf die arianische Krise, die Msgr. Schneider im Dokument nicht zu erwähnen scheint, obwohl er seit längerem und wiederholt darauf verwiesen hat. Gab es nicht auch dort in einem bestimmten Moment die aktive Mitschuld eines Papstes, der zumindest mit der Häresie flirtete? Der Arianismus führte für Jahrzehnte zu einem Bürgerkrieg in der Christenheit. Die Germanen, mit Ausnahme der Franken, waren alle arianische Christen. Geisereich, der König der Vandalen, ein überzeugter Arianer, eroberte Nordafrika und zerstörte, was er von der vorhandenen rechtgläubigen Kirche zerstören konnte. Der heilige Augustinus starb in Hippo während der Belagerung durch die Vandalen. Man lese Vittore de Vita: „Geschichte der vandalischen Verfolgung in Afrika“ (Storia della persecuzione vandalica in Africa, Rom 1981).
    Die Apostasie, die heute die Kirche quält, ist ein Hinweis auf einen Zustand der Sünde, wie ihn das alte Israel befallen hatte, das deshalb, wie wir wissen, von Gott auf schreckliche Weise bestraft wurde. Deshalb scheint es mir, bei allem Respekt für Msgr. Schneider, eine wenig überlegte Haltung, sich einen Optimismus zurechtzulegen, daß am Ende schon die Göttliche Vorsehung auf wohlwollende und befriedende Art eingreifen und alles in Ordnung bringen wird. Wenn wir dann auch noch an die bekannten Prophezeiungen denken, die Visionen apokalyptischer Strafen für die ganze Kirche und die Welt enthalten (La Salette, Fatima), scheint der Optimismus noch weniger berechtigt. Natürlich (sofern wir uns nicht bereits am Vorabend der Parusie, des endzeitlichen adventus Domini, der Wiederkunft Jesu Christi befinden) wird der Herr die Dinge in Ordnung bringen, aber erst, wenn es in dieser Weise weitergeht, nachdem er mit Feuer und Schwert gereinigt hat, will sagen, wenn die Probleme nicht an den Wurzeln angegangen werden, vor allem jener Tumor, der das Konzil war und ist, von dem Bergoglio lediglich die jüngste Erscheinungsform seiner wuchernden Metastasen ist.
    2.

    Meines Erachtens wäre das Konzept des „päpstlichen Absolutismus“ näher zu präzisieren. Mir scheint es überzogen, die doch begrenzten liturgischen (und zudem notwendigen) Reformen des heiligen Pius X. und von Pius XII. als Ausdruck des „päpstlichen Absolutismus“ zu präsentieren, indem sie zudem fast auf dieselbe Stufe mit der von Paul VI. vollzogenen Revolution gestellt werden, die wirklich mit einem beeindruckenden „Absolutismus“ aufgezwungen wurde, um den Wünschen des Konzils zu entsprechen. Nahm nicht auch der heilige Gregor der Große eine sehr kleine Änderung des Kanons vor? Er verbesserte – wie es sich versteht – in der Form, nicht in der Substanz (siehe Klaus Gamber).
    3.

    Die Frage des berühmten Satzes im Decretum Gratiani vom Papst, über den niemand richten darf, außer wenn er vom Glauben abirrt: Das darin zum Ausdruck gebrachte Verständnis scheint ohne Zweifel in Übereinstimmung mit dem sensus fidei zu sein. Das geht auch aus den Lehren des heiligen Paulus hervor, der ihn in Antiochien gegenüber dem heiligen Petrus in die Praxis umsetzte, allerdings in Form einer Ermahnung. Das Problem ist: Was ist hier mit „richten“ gemeint? Msgr. Schneider lädt auch die Laien dazu ein, und wir sind ihm dafür dankbar, sich in angemessener Form einzusetzen, um die Irrtümer zu brandmarken, selbst dann, wenn sie vom Papst bekannt werden. Das ist auch eine Form von Urteil, das sich aber in Rügen, Warnungen und Ermahnungen ausdrückt, sich eines Besseren zu besinnen und zu widerrufen, und nicht in einem wirklichen Urteil.
    Der Eindruck ist aber, daß die Richtschnur Gratians ein wirkliches „Urteil“ über den Papst meinte und nicht bloß Ermahnungen. Wer ist also befugt, dieses Urteil zu fällen? Die Diskussion darüber ist seit Jahrhunderten offen. Der Umstand, daß die beiden Codices des Kirchenrechts den Satz des Gratian nicht enthalten, ist nicht entscheidend. Zu den Rechtsquellen zählen auch die consuetudines, die Gewohnheiten, sofern sie angemessen und sehr alt sind.

    Zudem:
    1.

    Die Tatsache, daß Papst Honorius erst nach seinem Tod verurteilt wurde, kann kein Präzedenzfall sein im Sinne, daß ein häretischer Papst zwar verurteilt werden kann, aber erst als Toter. Könnte es nicht vielleicht von den Umständen abhängig gewesen sein, daß er erst als Toter verurteilt wurde?
    2.

    Die beiden Päpste, die hauptsächlich mit Häresien verstrickt waren, haben sich in den subtilen, doktrinellen Irrtümern über die schwierige christologische Theologie verfangen. Der Fall von Johannes XXII. zählt nicht: Er schlug eine neue Lehre zu einem Punkt vor, der noch nicht definiert schien. Er schlug sie als Privat-Lehrer vor und widerrief sie dann bewußt auf dem Sterbebett, nachdem es zu heftigen Polemiken gekommen war. Er handelte im guten Glauben.
    3.

    Der Fall Bergoglio ist heute viel schwerwiegender. Indem er sich auf ein ökumenisches, wenn auch nur pastorales Konzil stützt, das die Reform der ganzen Kirche durch Öffnung für die Moderne [sic] förderte, behauptet er, die Reformen vollständig anzuwenden, und in diesem Werk zerstört er systematisch die christliche Moral. Die Anerkennung der Homosexualität scheint eines seiner Hauptziele zu sein. Mit Amoris laetitia legalisierte er die abirrende Praxis der Kommunion für wiederverheiratete, geschiedene Paare, aber auch für Homosexuelle – anstatt sie zu verhindern, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Es ist offensichtlich, daß angesichts einer so beispiellosen Situation Verweise auf die Vergangenheit nur bis zu einem bestimmten Grad von Bedeutung sind.
    4.

    Die jahrhundertealte Maxime, die von vielen, wenn nicht von allen in der Kirche anerkannt ist, laut der ein häretischer Papst nicht gerichtet werden kann, ist zu überdenken, um zu erkennen, ob sie einen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation bietet. Ich habe einen Vergleich mit dem Konzept der Gewohnheit gezogen, um eine Analogie herzustellen. Das dictum des Gratian kann nicht im eigentlichen Sinn als Gewohnheit gelten, weil es kein rechtlich relevantes Verhalten betrifft, das von der Rechtsordnung zugelassen ist, weil rationabilis und seit langer Zeit praktiziert. Es drückt dennoch eine theologische Meinung aus, die von vielen, auch Maßgeblichen seit Jahrhunderten geteilt wird. Jedenfalls müssen wir sagen, daß sie dem sensus fidei wie der recta ratio entspricht.
    5.

    Msgr. Schneider nennt absurderweise, wenn ich es richtig verstanden habe, das Beispiel eines offen homosexuellen Papstes: Nicht einmal in diesem Fall könnte man ihn absetzen? Nicht einmal wegen offenkundiger moralischer Unwürdigkeit? Von absurden Beispielen einmal abgesehen können wir meines Erachtens eine Einstellung nicht akzeptieren, die – selbst wenn man es nicht will – „normalisierend“ wirkt.
    6.

    Msgr. Schneider fordert gleichzeitig, richtigerweise dazu auf, nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern auf angemessene Weise auf die in die Praxis umgesetzten falschen Lehren zu reagieren. Ich erinnere daran, was der zu früh verstorbene Mario Palmaro kurz vor seinem Tod schrieb:

    „Was muß noch in dieser Kirche passieren, damit die Katholiken aufstehen. Damit sie sich erheben und ihre ganze Empörung gegen die wuchernden Abscheulichkeiten von den Dächern schreien?“
    

    Was würde er heute sagen, da sich die Lage noch verschlechtert hat, aber der Widerspruch gegen die Irrtümer noch immer so zaghaft ist? Ich bedauere, es sagen zu müssen, Tatsache ist aber, daß die mutigen doktrinell-pastoralen Stellungnahmen von Msgr. Schneider und der Kardinäle der Dubia dem Problem nicht wirklich auf den Grund gehen. Abgesehen davon, daß sie Bergoglio nicht offen der Irrtümer, die er ausstreut (eine Tatsache, die man nicht verschweigen kann), anklagen und ermahnen, stellen sie diese Irrtümer nicht in Verbindung mit ihrem offensichtlichen Grund, der – wie alle wissen – im Konzil zu suchen ist. Kurzum, sie verlangen (siehe Msgr. Gherardini) weder eine Diskussion über jenes unheilvolle Konzil (1) noch scheinen sie sich bewußt zu sein, daß Bergoglios Irrtümer eine Abfolge von Irrtümern sind, die seit dem Konzil auch im Lehramt seiner Vorgänger zu finden sind, auch wenn er sich als braver Jesuit und Schüler seiner schlechtesten Lehrmeister, der de Lubacs, Rahners, Martinis usw., am weitesten aus dem Fenster lehnt.
    7.

    Schlußfolgerung: Wenn es drauf ankommt, will man das Krebsgeschwür immer mit Aspirin behandeln.

    Übersetzung: Giuseppe Nardi
    Bild: Chiesa e postconcilio

    (1) Msgr. Schneider zeigte, sich dessen bewußt zu sein, wenn er auch nie eine offiziellen Diskussion darüber begann, die zudem immer abgelehnt wurde, ausgenommen mit der Piusbruderschaft (FSSPX), und mit der nur hinter verschlossenen Türen und mit dem Ergebnis, das wir kennen… (Anm. der Theologin Maria Guarini von Chiesa e postconcilio).

  3. Jetzt: An Verlogenheit und Verrat an Christus nicht zu überbieten,

    man sehe selbst:

    http://kath.net/news/67444
    27 März 2019, 13:40
    Warum durften Gläubige nicht den Fischerring küssen?
    In sozialen Netzwerken wird viel über ein Video diskutiert, in dem Papst in Loreto offensichtlich verhindert, dass Irgendjemand seinen Fischerring küsst – Der Vatikan verweigert eine Stellungnahme – Das VIDEO

    Papst verweigert Küssen des Fischerringes in Loreto from kath.net on Vimeo.

    XXXXX

    Ich bin schockiert und fassungslos. Diese Bilder sprechen doch mehr als tausend (falsche) Worte. -Hygiene – lächerlicher geht`s wohl jetzt nicht mehr!

    Wie blind muss man denn noch sein??????????

  4. Eine Hl. Mutter Theresa hätte sich in Grund und Boden geschämt für solch einen sog. „Papst“ !!!!!!!!!!!!!!!

  5. Aus http://kath.net/news/67454
    Lesermeinungen

    @JBE
    Das ist wohl ein Scherz?
    Die Begründung aus Hygienegründen des Vatikans ist doch wohl ein Scherz? Millionen von Gläubigen haben den Ring von Papst Johannes Paul II geküsst. Es ist aber nichts davon bekannt, dass er oder ein Pilger sich je dadurch angesteckt hätten?

    XXXXX
    Wie wahr, wie wahr! Dem ist nicht hinzuzufügen.

  6. Sehr interessant sind dazu die Vorschläge von Bischof Schneider, wie einem häretischen Papst begegnet werden sollte.

    https://www.lifesitenews.com/news/bishop-schneider-on-how-to-handle-a-heretical-pope
    Als praktische Maßnahme schlägt Bischof Schneider Folgendes vor:

    Ein Papst kann in keiner Form und aus irgendeinem Grund abgesetzt werden, auch nicht aus Gründen der Häresie.

    Jeder neu gewählte Papst ist nach seinem Amtsantritt verpflichtet, kraft seines Dienstes als oberster Lehrer der Kirche den Eid zu leisten, die gesamte Herde Christi vor den Gefahren der Häresien zu schützen und in seinen Worten und Taten jeden Schein zu vermeiden Ketzerei in Übereinstimmung mit seiner Pflicht, alle Hirten und Gläubigen im Glauben zu stärken.

    Ein Papst, der offensichtliche theologische Fehler oder Häresien verbreitet oder durch seine Handlungen und Unterlassungen zur Verbreitung von Häresien beiträgt, sollte vom Dekan des Kardinalskollegiums zwangsweise in einer geschwisterlichen und privaten Form korrigiert werden.

    Nach erfolglosen privaten Korrekturen ist der Dekan des Kardinalskollegiums verpflichtet, seine Korrektur öffentlich zu machen.

    Zusammen mit der öffentlichen Korrektur muss der Dekan des Kardinalskollegiums den Papst um ein Gebet bitten, damit er die Kraft wiedererlangen kann, die gesamte Kirche im Glauben eindeutig zu bestätigen.

    Zur gleichen Zeit sollte der Dekan des Kardinalskollegiums eine Formel eines Glaubensberufs veröffentlichen, in der die theologischen Fehler zurückgewiesen würden, die der Papst lehrt oder toleriert (ohne notwendigerweise den Papst zu nennen).

    Wenn der Dekan des Kardinalskollegiums die Korrektur, den Aufruf zum Gebet und die Veröffentlichung eines Glaubensberufs unterlassen sollte oder nicht, sollte dies jeder Kardinal, Bischof oder eine Gruppe von Bischöfen tun, wenn auch die Kardinäle und Wenn Bischöfe dies auslassen oder dies nicht tun, sollte jedes Mitglied der katholischen Gläubigen oder eine Gruppe katholischer Gläubiger dies tun.

    Der Dekan des Kardinalskollegiums oder ein Kardinal oder ein Bischof oder eine Gruppe von Bischöfen oder ein gläubiger Katholik oder eine Gruppe katholischer Gläubiger, die die Korrektur vorgenommen haben, das Gebet anrufen und die Veröffentlichung des Glaubensberufs veröffentlichen, kann nicht unterstellt werden zu kanonischen Sanktionen oder Strafen oder wegen Missachtung des Papstes aus diesem Grund.

  7. Weiter aus http://kath.net/news/67454
    Lesermeinungen

    @nada te turbe am 27.3.2019
    Bin völlig schockiert!
    Die VERACHTUNG für die Gläubigen, die aus diesen Gesten spricht, ist ERSCHÜTTERND!

    Man hat den Eindruck er macht sich einen schlechten Scherz daraus, den Fischerring der Ehrerbietung zu entziehen!!!

    Mit der Hand, die diesen Ring voll Demut tragen müsste,
    schubst er dann die völlig verdutzten Gläubigen zur Seite!

    Das aufgesetzte Lächeln widerspricht
    der
    unwürdigen und herabwürdigenden Geste vollkommen!

    Ich bin einfach nur schockiert!!!

    Was ist los mit diesem Mann?

    XXXXX
    Und die Leserschaft ist weiter bestürzt darüber … !

  8. @Pierre 1. April 2019 um 17:15

    Die Geste der wegziehenden Hand von Papst Franziskus sieht grotesk aus. Es wäre besser, wenn er zu Beginn der Audienz deutlich mitteilen würde, dass niemand seinen Fischering küssen soll und er auf diese Ehrerbietung verzichten will.

  9. @Stefan1 1. April 2019 um 23:49

    Richtig. Hätte er machen können. Wäre auch irgendwie besser verständlich gewesen und auch besserherübergekommen. Keine Frage.
    ABER nur WARUM denn keine Ehrerbietung (mehr)?
    Der Hygiene/“Hygiene“ – Grund ist für mich vorgeschoben. Wenn dem wirklich so wäre dann gehört das Küssen überhaupt abgeschafft, egal wo. Selbst bei J.PII hat es funktioniert. Also, was soll das ganze Gefasel und Getue ?! Das glaubt doch keiner.
    Ehe könnte man aber mutmaßen dass Bergoglio wieder (s)eine falsche Demut an den Tag legt. “ Wer bin ich schon dem man die Hand, resp. der Ring, küsst oder vor dem man sich niederzuknien hat?
    Noch schlimmer wäre zu glauben dass für ihn Jesus, resp. die Kath. Kirche, nichts (mehr) zählt?
    Vielleicht (bewußte vorsätzlich) Auflösung der Hierarchie zugunsten einer geschwisterlichen – brüderlichen (freimaurerischen) Kirche?

    Nur bitte, nicht mit dem Argument der Hygiene wieder kommen!! Da lachen schon die Hühner. Ach ja, bitte, den Herpes habe ich just vergessen. Kann schon mal vorkommen …. wahrlich, eine Tragödie so eine Erkrankung!

  10. @Pierre 2. April 2019 um 08:40

    Das mit der Hygiene könnte ein Argument sein, aber es wäre ein schlechtes, denn der Kuss müsste ohnehin kurz über dem Ring enden. Eine Andeutung würde ja reichen um der Ehrerbietung genüge zu leisten.

    Wenn aber ein Papst auf die Ehrerbietung verzichten will (was er kann), dann soll er es deutlich vorher ankündigen. Es braucht auch den Knicks nicht zwingend. Meines Wissens hat Papst Franziskus nicht darauf hingewiesen, dass er darauf verzichten möchte. Der Gruppendruck ist doch da, so dass jeder es dem Vormann oder Vorderfrau nachtut. Klare Kommunikation wäre da sehr angebracht.

    Mit Auflösung von Hierarchie oder ähnlichem hat das nichts zu tun. Das wäre äusserst schwach. Dem weit aus mächtigeren (militärisch) Präsident der USA küsst auch niemand den Ring. Die Vorgängerpäpste haben diesbezüglich einige „alte Zöpfe“ abgeschaffen, wie z.B. die Krönung mit der Tiara (auch im Wappen nicht mehr seit Papst Benedikt), der prunkvollen, purpurnen Rauchmantel

    Die Ferula (Kreuzstab) und andere Sachen sind noch im Gebrauch.

  11. @Stefan1 2. April 2019 um 11:40

    Dieses verstörende Video zeigt doch ALLES sehr GENAU. Es bedarf keiner weiteren (rechtfertigenden) Erklärungsmodelle.
    Sehen Sie denn nicht, frage ich Sie?
    Man kann doch nicht so bild sein, oder?

  12. @Pierre 2. April 2019 um 15:15

    Sie wollen hier den Papst schlecht machen. Da mache ich nicht mit. Das ist nicht so schlimm wie sie es dramatisieren wollen. Ich würde an seiner Stelle gleich handeln und auf das rituelle Niederfallen und Ringkuss verzichten. Allerdings würde ich es vorher sagen. Jeder der dann trotzdem auf dem Bauch liegen will, dem würde ich väterlich eins auf die Wange tätscheln.

    Ausser vielleicht bei den Piusbrüdern (wenn ich es wüsste). Von dieser Gruppe würde ich als Papst natürlich die Unterwerfung verlangen, auch wenn es bisweilen groteske oder bigotte bzw. nicht ehrlich gemeinte Gesten wären. 🙂

    Mir ist nicht bekannt, in wie weit und seit wann solche Riten bestehen auf die möglicherweise in Zeremonienmeister achtet. Vielleicht liegt es auch am Zeremonienmeister hier auf den Papstwunsch einzugehen. Es wäre doch interessant zu sehen, wie Papst Franziskus reagieren wird, wenn niemand mehr sich unterwirft und ihm den Ring küsst?

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