„Von welchem Planeten stammen unsere kirchlichen Leiter?“

Kardinal Zen, emeritierter Erzbischof von Hongkong, kritisiert vatikanische Chinapolitik scharf: „Die Aufforderung, der [chinesischen] Regierung zu vertrauen, ist unglaublich!“

Vatikan-Peking (kath.net) „Die Aufforderung, der [chinesischen] Regierung zu vertrauen, ist unglaublich! Fehlen Informationen über die jüngsten Unterdrückungsmaßnahmen bei unseren Vorgesetzten im Vatikan?“ So scharf kritisierte Kardinal Joseph Zen, emeritierter Erzbischof von Hongkong, erneut die aktuelle Chinapolitik des Vatikans. Das berichtete der „Catholic Herald“. Zen reagierte mit einem Blogbeitrag auf Kardinal Fernando Filonis (Substitut des Vatikanischen Staatssekretariates) Lob für den umstrittenen Deal zwischen der kommunistischen Volksrepublik China und dem Vatikan. Der Vatikan versucht schon seit längerem, den Konflikt um die nicht von Chinas Regierung anerkannten katholischen Untergrundkatholiken zu entschärfen. Die Katholiken in China teilen sich in zwei Gruppen, eine bis vor kurzem nicht vom Vatikan anerkannten katholischen Staatskirche (die nicht alle Teile der katholischen Lehre anerkennt) und den katholischen Untergrundkatholiken, die teilweise massive Verfolgung erlitten hatten und offenbar weiter erleiden.

Kardinal Zen erläuterte: „Der Heilige Stuhl beabsichtigt, den Dialog mit China als einen homogenen Prozess von Johannes Paul II. über Benedikt bis Papst Franziskus zu präsentieren.“ Dabei bleibe unerwähnt, „dass Johannes Paul II. und Benedict, die unter totalitären Regimen gelebt haben, niemals an die Theorie der Ostpolitik geglaubt haben“. Mit der Wahl von Pietro Parolin zum Staatssekretär des Vatikans „gab Papst Franziskus der Gruppe der mächtigen Männer der Kurie die Gelegenheit, ihr Projekt der Ostpolitik wiederaufzunehmen“. Indem Parolin „Papst Franziskus in seinem Optimismus folgt“, drängten ihn diese „mächtigen Männer der Kurie“ „gefährlich zu einer leichten Kapitulation und verbergen das schreckliche Gesicht des chinesischen Kommunismus, dessen er [Parolin] sich genau bewusst ist“.

Die Verhandlungen zwischen China und dem Vatikan lagen teilweise auch in den Händen des inzwischen nach massiven Missbrauchsvorwürfen laisierten US-Kardinals Theodore McCarrick, was für weitere Brisanz beim umstrittenen Deal sorgt.

Vergl. dazu auch: Prof. Thomas Schirrmacher: „Das Rot in Kardinal Zens Kleidung steht wahrhaftig für Märtyrerblut“

Quelle — 14 März 2019, 16:00

2 Kommentare zu “„Von welchem Planeten stammen unsere kirchlichen Leiter?“

  1. Von welchem Planeten ?
    Die geistigen Leiter dieser aus dem 2. Vat.“Konzil“ hervorgegangen
    neuen Religionsgemeinschaft stammen aus dem ewigen Feuersee
    welcher für den Fürsten dieser Welt und seine Engel geschaffen wurde !

  2. @Jo 15. März 2019 um 19:00

    Das können Sie nicht beurteilen. Dazu haben wir einfach kein Recht. Vom bequemen Sessel in Europa sind die Schwierigkeiten und die Folgen der Menschenrechtsverletzungen in China kaum vorstellbar. Selbst unvollkommene christliche Bemühungen des Individuums in einem totalitären und unterdrückendem Staat wie China sind nicht ohne ihren Wert bei Gott.

    Uns hingegen wird die unbekümmerte Gier nach günstigen Produkte „Made in China“ möglicherweise belastend angerechnet sowie die Hoffierung der Mächtigen in China für das Wirtschaftswachstum in Europa durch unsere Regierungen. Da ist der „Fürst der Welt“ wahrscheinlich eher zu finden.

    Hierin ist auch meine leise Kritik an diesen Erzbischof, der vergleichsweise noch relativ unversehrt in Hongkong leben kann. Das ist bestimmt kein Vergleich zu den Problemen der verfolgten Christen in China selbst.

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