Kardinal Müller bezeichnet Kritiker seines Manifests als „politische Strategen und theologische Ignoranten“.

Cardinal Gerhard Ludwig Muller (Getty)

Der Kardinal sagte auch, das Motiv für sexuellen Missbrauch sei nicht der priesterliche Zölibat, sondern „unbeherrschtes sexuelles Verlangen“.

Kardinal Gerhard Müller hat Kritiker seines „Manifests des Glaubens“ – insbesondere jener, die ihn beschuldigen, als „Anti-Papst“ zu handeln – als „politische Strategen und theologische Ignoranten“ bezeichnet.

In einem Interview für den Catholic World Report sagte Kardinal Müller, die Kritiker hätten seine früheren Arbeiten unter päpstlicher Obergewalt offenbar nicht gelesen. Er fügte hinzu: „Dieselben Leute, die kritisch oder sogar feindlich gegenüber den Päpsten Johannes Paul II. Und Benedikt XVI. waren, die sie als Verräter des Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils angeprangert haben, rufen jetzt Papst Franziskus an.“

Kardinal Müller hat sein Manifest im vergangenen Monat veröffentlicht, weil „viele Christen sich der grundlegenden Lehren des Glaubens nicht mehr bewusst sind, so dass die Gefahr wächst, den Weg zum ewigen Leben zu verpassen.“

Das Dokument bekräftigte die traditionelle kirchliche Lehre zu Themen wie der Kommunion für Geschiedene und Wiederverheiratete und der Kommunion für Protestanten.

Es gab jedoch scharfe Kritik von Anhängern von Papst Franziskus, darunter Kardinal Walter Kasper, der Müller mit Martin Luther verglich: „Einer, der sich zu Recht für Reformen in der Kirche einsetzt, diese jedoch hinter dem Rücken des Papstes verfolgen und gegen ihn durchsetzen will.”

Kardinal Müller schlug jedoch im Interview mit dem Catholic World Report zurück und beschuldigte Kritiker, Papst Franziskus als „Vehikel für ihre linksliberale Agenda zur Entsakramentalisierung der Kirche“ zu verwenden.

„Wenn es um die sexuellen Verbrechen einiger Priester geht“, fuhr er fort, „halten sie den priesterlichen Zölibat oder die Sakramentalität der bischöflichen und priesterlichen Ämter für verantwortlich, anstatt auf den Zusammenbruch des priesterlichen Ethos und der sexuellen Moral in den achtziger Jahren zu achten, an welchen die intellektuellen Vorgänger dieser Kritiker schuld waren.“

In Bezug auf die Kirchenreform sagte der Kardinal, dass echte Reform „geistige und moralische Erneuerung in Christus bedeutet und nicht die Entchristlichung der Kirche oder ihre Umwandlung in eine NGO, in der die globale Erwärmung wichtiger ist als das Bewusstsein, dass Gott die Quelle und das Ziel des Menschen und der ganzen Schöpfung ist.“

Er sagte auch, warnte davor, das Wort „Klerikalismus“ zu missbrauchen, als er versuchte, die Ursachen der Missbrauchskrise zu finden, und sagte, der Begriff werde als „Schlachtruf gegen das von Gott eingesetzte Amt“ verwendet.

„Worum es beim Begriff „Klerikalismus“ geht, ist der Missbrauch von Autorität, um persönliche Vorteile durch die Unterstützung von Freunden zu erlangen, die trotz ihrer Inkompetenz und Unwürdigkeit Positionen in der Kirche einnehmen.

„Das Motiv des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und kirchlichen Untergebenen ist jedoch nicht der Durst nach Macht über andere, sondern das ungebührliche sexuelle Verlangen, das zur Lustsünde führt und die Opfer entmenschlicht.“

Das beste Mittel gegen die Krise, sagte er, war nicht das Reden um Veränderung von Strukturen, sondern einfach für den Erhalt des traditionellen Unterrichts.

„Die sakramentale Konstitution der Kirche, der Gehorsam gegenüber den Zehn Geboten und die Treue gegenüber dem Ruf eines getauften, ordinierten oder verheirateten / unverheirateten Christen – dies ist der beste Schutz gegen alle Formen des Ungehorsams gegenüber unserem Schöpfer und Erlöser und gegen die Verletzung der Liebe Gottes und des Nächsten, diese Liebe, die alle Gebote umfaßt.“

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Quelle

(Übersetzung ins Deutsche von mir [POS]

10 Kommentare zu “Kardinal Müller bezeichnet Kritiker seines Manifests als „politische Strategen und theologische Ignoranten“.

  1. Kardinal Müller hat so recht. Ein guter wahrer Hirte dem ich gerne folge, denn er ist Gott treu. Viele Priester denken nicht mehr wie Herr Müller und das ist traurig genug. Ich kann nie genug von Kardinal Müller hören weil es ist wie Balsam für die Seele. Mensch erkenne Gottund sei ihm folgsam. Gelobt sei Jesus Christus! In Ewigkeit Amen!

  2. @Bianca Reichelt 8. März 2019 um 21:48

    Ja, Kardinal Müller hat recht.

    Zitat
    Es gab jedoch scharfe Kritik von Anhängern von Papst Franziskus, darunter Kardinal Walter Kasper, der Müller mit Martin Luther verglich: „Einer, der sich zu Recht für Reformen in der Kirche einsetzt, diese jedoch hinter dem Rücken des Papstes verfolgen und gegen ihn durchsetzen will.”

    Das verstehe ich jetzt nicht, wer ist da wie gemeint?

  3. @Stefan1

    Kardinal Müller will damit sagen, dass Kardinal Kasper sich zurecht (generell) für Reformen in der Kirche einsetzt; es gibt ja solche, die durchaus fällig sind / sein können. Aber gerade Kardinal Walter Kasper will solche auch „hinter dem Rücken des Papstes verfolgen“ und teils auch gegen ihn durchsetzen.

  4. @POSchenker 9. März 2019 um 20:05

    Viele Dank für die Erläuterung. Ich kann es jetzt verstehen. Gleichzeitig scheint es mir jetzt irgendwie strategisch und manipulativ zu sein von Kardinal Müller. Egal welches Thema so ist Papst Franziskus heute nur schwer auf dem traditionellen und kirchenrechtlichen Kurs zu halten und seinen nur schwer gebändigten Drang zum Modernismus ist spürbar. Das weis natürlich Kardinal Kasper und Co. und versuchen ihrerseits ihre unklugen Ziele zu erreichen, die Kirche dem Zeitgeist anzupassen. Möglicherweise lässt Papst Franziskus dann ganz gerne das eine oder andere hinter seinem Rücken geschehen.

    Ich gehöre nicht zu der Sorten von Katholiken, die glauben, dass das 2. vatikanische Konzil verfehlt oder gar unnötig gewesen wäre. Was daraus gemacht und fehlt interpretiert wurde hingegen, mag ich gar nicht.

    Papst Franziskus ist trotzdem das Werkzeug Gottes in besonderer Weise und das ist durchaus auch spürbar. Ob er will oder nicht oder ob er anders will, es gelingt ihm nur, was auch in der göttlichen Vorsehung angelegt ist. Das Jahr der Barmherzigkeit wollte er möglicherweise noch etwas anders verstanden wissen und nur wenige Jahre später muss er sich erzwungenen Massen mit den eigenen Abgründen innerhalb der Kirche, insbesondere mit dem Klerus, befassen. Niemand spricht mehr von Barmherzigkeit, sondern von Wiedergutmachung, klare Bekenntnisse, Umkehr und um Verzeihung bitten bei den Opfern sowie Täterbestrafung kirchenrechtlich wie auch nach den staatlichen Gesetzen.

    Es kommen weitere sehr gefährliche Themen auf die Kirche zu, die ein klares Votum zur Kirchenlehre und Tradition gebrauchen, wie es Kardinal Müller oder Schneider es tun. Dazu gehören Abtreibung (als Dauerthema), „Heirat für alle“, Leihmutterschaft, Kinder für Gleichgeschlechtliche auf jeder erdenkliche Art, Aufhebung des Zölibats, Frauenordination usw.

    Papst Franziskus sieht sich in der Zukunft anderen, sehr harten Themen gegenüber und er wird sich zu klaren Positionen gedrängt sehen. Ich zweifele nicht daran, dass er es bald und im katholischen Sinne tun wird und sich dabei gehörigen weltweiten Ärger einhandeln wird. Das kann der Anfang einer neuen Verfolgung der Kirche mit Papst werden.

  5. die Verfolgung der Kirche hat schon begonnen, die Priesterzahlen schrumpfen der Teufel geht umher und verschlingt alles wie ein Löwe. Die Menschen beten zu wenig Beichten überhaupt nicht, oder nur noch selten. Das sind alles Einfallstore für den Bösen. Aber hach dann sind ja da viele Katholiken die glauben nicht mal mehr an den Teufel was wiederum für den Teufel gut ist. Hauptsache die Menschen gehen weg von Gott. Viele gehen auf der breiten Straße ins Verderben, aber nur wenige gehen auf den schmalen Pfad.
    Kardinal Müller so ein guter Mann ist einer davon! Sein Manifest bringt die Menschen wieder zurück zum richtigen Glauben und nicht zum Hockuspokus. Es wird Zeit das die Menschen sich wieder darauf konzentrieren. Die Opfer des Missbrauchs werden nie ganz geheilt sein, die Kirche die die nicht Schuldig wurden werden es besser machen. Kinderschänder werden sich immer Berufe suchen wo sie sich an Kinder vergehen könne , man muss die Kinder richtig aufklären.

  6. Ja, der übernatürliche Glaube ist in der aus dem „Konzil“ hervorgegangenen Novus Ordo Kirche total verloren gegangen.
    Vor einiger Zeit erschien in einem „katholischen“ Gemeindebrief hier ein Artikel mit der Überschrift „Abschied vom Teufel“. Darin wurde die Existenz der gefallenen Engel als Märchen aus dem Mittelalter dargestellt.
    Dem Autor dieses Beitrags schrieb ich er solle dies nicht den „Katholiken“ sondern den Satanisten des nahen Rockcafes oder den
    Muselmännern erzählen.
    Dort bekommt er dann den „Frack so voll“ dass er wider weiß dass es den Teufel gibt.

    Die Missbrauchsfälle haben wirklich absolut nichts mit dem Zölibat
    zu tun, denn über 80% der Fälle betreffen männliche Kinder und Jugendliche. Täter mit dieser bestimmten Veranlagung würden dies auch tun wenn sie „verheiratet“ wären.

  7. Ich meine es sind doch sogar verheirateten Paaren die enthaltsam leben möchten Zölibatär. Es wäre jedem Menschen möglich enthaltsam zu leben. Aber nur wenige sind dazu bereit. Aber was Priester betrifft ist es nicht schön wenn man weiß dieser Pfarrer lebt zölibatär und nimmt die Beichte ab? Oder bei der Sakrament Vergabe? Gott liebt doch sowas wenn Menschen sich rein halten!
    Ich weiß das unser lieber Papst Franziskus gutes tut, aber ich bin froh denn es gibt noch einen Papst Benedikt der auch im Vatikan wohnt und allezeit betet für die Kirche für uns für alle Menschen. Er weiß wie dringend Gebete sind. Lassen wir uns vom Bösen nicht ablenken oder aufschieben. Unsere Liebe Frau Maria hilft uns ebenso wir sind nicht alleine . Sie liebt ihre Kinder und ist bei Ihnen. Ihre Arme sind weit geöffnet sie erwartet uns alle Zeit

  8. @ Frau Reichelt,
    es ist schön zu sehen dass es auch in der Novus Ordo Kirche noch
    Christen gibt welche unsere allerseligste himmlische Mutter Maria
    lieben.
    Sie ist die Frau von der schon in Genesis beschrieben steht dass sie
    dem stolzen „Fürsten der Welt“ den Kopf zertreten wird.
    Sie ist unsere Fürsprecherin und Mittlerin aller Gnaden bei ihrem göttlichen Sohn Jesus Christus
    wenn wir uns ihrem unbefleckten Herzen weihen und Zuflucht zu ihr
    nehmen.
    Dann haben die Engel der Finsternis keine Macht mehr über uns.
    Beten wir deshalb ihrem Wunsch gemäß jeden Tag den Rosenkranz
    für unsere Mitmenschen die nicht beten oder für welche niemand betet.
    Die Rosenkranzkönigin hat uns versprochen dass am Ende ihr unbeflecktes Herz ( und die Herzen ihrer wahren Kinder) triumphieren wird.

  9. @Bianca Reichelt 11. März 2019 um 14:08

    Das Böse trachtet in gemeiner Weise nach der Kirche und ebenso nach dem Papst. Zu Recht bat Papst Franziskus beim Antritt seines Pontifikats und immer wieder um unser Gebet für ihn. Papst Franziskus möchte helfen und es vielen Recht machen. Das ist seine Natur und wohl auch seine Schwäche, doch es wird gerade ihm nicht gelingen. Das könnte dann seine Lektion und geistige Marder werden. Theologisch eher schwach ist er trotzdem aufgestellt gegen das Böse anzukämpfen. Er wird bald erkennen, dass nicht das intellektuelle Gestalten, sondern der unerbittliche Kampf gegen seine Gegner (Agnostiker, Atheisten, Satanisten, Hedonisten und leider auch Sedisvakantisten) und seiner wahren Berufung „Fels sein“ gefordert werden. Die Vorsehung hat seine Gründe, warum es nach dem grossen Theologen Papst Benedikt nicht ein Dogmatiker und Kirchenlehrer sein wird, sondern eher ein Pragmatiker. Ich bin überzeugt, dass er es auf seine Weise tun wird. Er wird ein Papst sein, dem man nicht vorwerfen kann, dass er die Christen der Verfolgung unbedacht ausgeliefert hat. Das Böse wird dafür keinen Grund finden können und es mit den schlimmsten Lügen versuchen. Wir kleinen Leute können ausser dem Gebet diesem grossen Welttheater nur mit Staunen, Ärger und wohl auch Ängsten begegnen.

    Die säkulare Mehrheit der Welt will nichts mehr vom katholisch bzw. Christ sein wissen. Die Menschen wollen Macht haben, der Gier nach Vergnügen, Reisen, sexualisierte Kultur frönen. Die Mehrheit hat weltlich die Macht und wird die Christen in sehr grosse Gefahr, materielle Verarmung (mangels wirtschaftlicher Aufstiegsmöglichkeiten) und Verfolgung bringen. Das fängt mit den Themen an, die ich bereits angedeutet habe: „Ehe für alle“, legalisierte Abtreibung und vieles mehr. Innerkirchlicher Ungehorsam (weltweiter sexueller Missbrauch von Nonnen durch Priester, Pädophilie und Homosexualität unter dem Klerus) werden die Kirche und den Papst an die Grenzen und an den Abgrund bringen, eben ganz Nahe an den Kalvarienberg unter das Kreuz.

    Der Papst ist der sichtbare Stellvertreter Christi auf Erden. Mit Betonung auf sichtbar (ohne dieses Wort wäre es eine Häresie) wird auch klar, dass es immer bis zum Ende der Menschheit einen Papst geben wird. Wie Christus hat er Verräter in den eigenen Reihen. Hoffen wir, dass er bald auf die wahren Freunde hört. Kardinal Müller gehört dazu.

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