Benedikt XVI. wehrt sich gegen Vorwurf, er sei für Judenmission

Papst Benedikt XVI. zu Besuch in Berlin 2011 (by WDKrause)

In einem ungewöhnlichen Schritt bricht der emeritierte Papst Benedikt XVI. erneut sein Schweigen und wehrt sich energisch gegen den Vorwurf, er habe sich für die Judenmission ausgesprochen und die Grundpfeiler des jüdisch-christlichen Dialogs infrage gestellt. „Diese Behauptung ist schlichtweg falsch“, schreibt der 91-Jährige in einer „Richtigstellung“ für die Dezember-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“. Unterzeichnet ist der Beitrag mit „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“

Es gehe nicht um Mission, sondern um Dialog, heißt es in dem Artikel, denn „Judentum und Christentum“ stünden für „zwei Weisen der Auslegung der Schrift“. Für Christen seien die Verheißungen an Israel die Hoffnung der Kirche, und „wer daran festhält, stellt keinesfalls die Grundlagen des jüdisch-christlichen Dialogs infrage“.

“ Eine in höchstem Maße unwahre Unterstellung ”

Benedikt XVI. wehrt sich vor allem gegen einen Artikel des Wuppertaler Theologen Michael Böhnke in der September-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“. Was dieser ihm vorwerfe, sei „grotesker Unsinn und hat nichts mit dem zu tun, was ich darüber gesagt habe. Ich weise deshalb seinen Artikel als eine in höchstem Maße unwahre Unterstellung zurück.“

Böhnke hatte unter anderem geschrieben, Benedikt XVI. habe in einem im Juli veröffentlichten Aufsatz für die Zeitschrift „Communio“ ein problematisches Verständnis zum Judentum bewiesen und das Leiden verschwiegen, das Christen Juden angetan haben.

„Nur die Juden kannten schon den unbekannten Gott“

Benedikt XVI. geht in seiner „Richtigstellung“ neben mehreren anderen theologischen Aspekten auch auf die heikle Frage der Judenmission ein, also auf die Frage, ob die Kirche den Juden die Botschaft von Christus verkünden darf. „Eine Mission der Juden ist nicht vorgesehen und nicht nötig“, schreibt er wörtlich. Mission in allen Völkern und Kulturen sei zwar der Auftrag, den Christus hinterlassen habe. Deshalb sei „der Missionsauftrag universal – mit einer Ausnahme: Eine Mission der Juden war einfach deshalb nicht vorgesehen und nicht nötig, weil sie allein unter allen Völkern den ,unbekannten Gott‘ kannten.“

Für Israel gelte daher nicht Mission, sondern der Dialog darüber, ob Jesus von Nazareth „der Sohn Gottes, der Logos“ ist, auf den – gemäß den an sein Volk ergangenen Verheißungen – Israel und, ohne es zu wissen, die Menschheit warte. Diesen Dialog neu aufzunehmen, sei „der Auftrag, den uns diese Stunde stellt“.

(kna – cs)

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Quelle

14 Kommentare zu “Benedikt XVI. wehrt sich gegen Vorwurf, er sei für Judenmission

  1. — Die (heutigen) Juden mit ihrem (heutigen) jüdischen Glauben sind nicht in der Wahrheit — Der Messias ist Jesus Christus.

    “ In einem ungewöhnlichen Schritt bricht der emeritierte Papst Benedikt XVI. erneut sein Schweigen und wehrt sich energisch gegen den Vorwurf, er habe sich für die Judenmission ausgesprochen und die Grundpfeiler des jüdisch-christlichen Dialogs infrage gestellt. “

    Stolz und froh hätte em. P.Benedikt sein können auf diesen Vorwurf hin. Aber leider.

    “ Es gehe nicht um Mission, sondern um Dialog, heißt es in dem Artikel, denn „Judentum und Christentum“ stünden für „zwei Weisen der Auslegung der Schrift“. Für Christen seien die Verheißungen an Israel die Hoffnung der Kirche, und „wer daran festhält, stellt keinesfalls die Grundlagen des jüdisch-christlichen Dialogs infrage“. “

    “ „zwei Weisen der Auslegung der Schrift“ “
    Was soll das? Es gibt NUR EINE Auslegung und die hat die Kath.Kirche bereits getroffen und alle anderen Religionen haben das zu akzeptieren, bzw. sich danach auszurichten. Weil eben nur die Wahrheit (Kath.Kirche mit ihrer Religion) Rechte hat. Nicht der Irrtum oder ein falscher Glaube (= Götzendienst).
    P. Benedikt tut den Juden nichts Gutes wenn er sie mit seiner Sicht- und Verhaltensweise so gut wie im Irrtum beläßt.
    WICHTIG: Was soll denn das Ziel dieses „Dialogs“ sein, wenn ich fragen darf? Hoffentlich die Bekehrung mit der Taufe zur WAHRHEIT, dem Kath. Glauben, der Kath. Kirche?!?

    “ Für Israel gelte daher nicht Mission, sondern der Dialog darüber, ob Jesus von Nazareth „der Sohn Gottes, der Logos“ ist, auf den – gemäß den an sein Volk ergangenen Verheißungen – Israel und, ohne es zu wissen, die Menschheit warte. Diesen Dialog neu aufzunehmen, sei „der Auftrag, den uns diese Stunde stellt“. “

    Ganz einfach: Wer NICHT Katholik ist der darf und soll missioniert werden dürfen bis zur Bekehrung. Da gibt es keine Ausnahmen!

    “ „der Sohn Gottes, der Logos“ “

    Wer den Sohn leugnet der leugnet auch den Vater und hat auch den Vater ( also Gott ) nicht. Man kann dies nicht beschwichtigen oder die Sache der derzeitigen jüd. Religion schönreden. Die jetzige jüdische Religion ist ein Irrglaube. Nichts weiter. Da hilft es nichts nur über die Vergangenheit (alter Bund) zu reden. Der ist vorüber.

    Die WAHRHEIT hat JETZT und ist einzig allein die Röm. Kath. Kirche ( = der neue Bund ). Jede andere Religion muss sich Mission gefallen lassen nach dem Auftrage Jesu. Ausnahmslos!

    “ … auch auf die heikle Frage der Judenmission ein, also auf die Frage, ob die Kirche den Juden die Botschaft von Christus verkünden darf. „Eine Mission der Juden ist nicht vorgesehen und nicht nötig“, schreibt er wörtlich. Mission in allen Völkern und Kulturen sei zwar der Auftrag, den Christus hinterlassen habe. Deshalb sei „der Missionsauftrag universal – mit einer Ausnahme: Eine Mission der Juden war einfach deshalb nicht vorgesehen und nicht nötig, weil sie allein unter allen Völkern den ,unbekannten Gott‘ kannten.“ “

    Einfach nur zum schämen!!!
    “ den ,unbekannten Gott‘ kannten.“ “ “
    Und IHN (den vormals unbekannten Gott) doch nicht erkannten !!!!!!!!!
    Aha, Jesus hatte diese Ausnahme(!!) auch hinzugefügt? Ja, jetzt glaubichs wohl!
    In meiner Hl. Schrift lese ich nichts von AUSNAHME!

    Ja, man lese weiter bei Lesermeinungen auf http://www.kath.net/news/66024 26 November 2018, 14:14
    ‚Eine Mission der Juden ist nicht vorgesehen und nicht nötig‘

  2. LINK o. aus Lesermeinungen:
    @liah schreibt:
    @elmar69
    “ Wenn ich Sie richtig , verstehen Sie Dalog in diesem Zusamenhang als eine Art Mission light, die man nur nicht so nennt. Oder sehen Sie den Begriff im Sinne von Martin Buber („Das echte Gespräch“)? Ich frage mich allerdings, ob die Fragestellung „wer denn der Sohn Gottes ist“ so von Benedikt XVI. stammt. Das würde doch bedeuten, beide Seiten sind sich einig, dass es einen Sohn Gottes gibt, aber man ist verschiedener Meinung über seine Identität. Es erschiene mir eher ein Dialog über die Frage Christi selbst denkbar, für wen „die Leute“ ihn halten – für den Sohn Gottes, oder für einen der Propheten, oder… “

    @prim_ass schreibt:
    “ Frage an Theologen
    Falls hier Theologen mitlesen, eine Frage: Wenn Benedikt XVI. sagt, eine Judenmission wäre nicht notwendig, heisst das dann, es gibt einen theologischen Sonderweg zur Erlösung für die Juden? “

    XXXXX
    Letzterer Kommentar ist doch interessant, oder!

    Bzgl. -Sohn- Gottes könnte auch so verstanden werden wie -Kinder-Gottes, d.h. Jesus wäre nicht Gott selbst sondern nur eines seiner besonderen Geschöpfe, das vollkommenste irische Geschöpf.
    Nun ist es so, auch der SOHN Gottes, Jesus, IST GOTT selbst. Das ist wohl ganz schwierig für die Juden zu verstehen. Wieso soll Gott einen Sohn haben und der sollte dazu auch noch Gott selbst sein? Wie soll das gehen? Gott kann nicht in zwei oder gar drei Personen erscheinen. Das ist für die Juden nicht nachvollziehbar. Es gibt nur eine Person Gottes, Auserwählte (aber nicht göttliche, mit Gottes Vollmacht ausgestattete) Geschöpfe sind eine andere Sache.

    Auch wir Katholiken tun uns nicht leicht mit der Trinität (Dreifaltigkeit). Es ist und wird vermutlich immer ein letztes Geheimnis (Mysterium) bleiben.

  3. @Pierre 26. November 2018 um 17:32

    Wenn Ihnen die Juden-Mission so wichtig ist, dann frage ich Sie, welche sichtbaren Missionstätigkeiten die Piusbruderschaft bei den Juden tätigt. Ich habe auf jeden Fall noch nichts davon gehört, dass die Piusbruderschaft aus eigenem Antrieb und Überzeugung aktiv auf der ganzen Welt Juden-Mission betreibt und damit mit gutem Beispiel vor an geht. Aus der sicheren Deckung heraus schreien, das ist zu einfach. Erzählen Sie mal über die allgemeine Missionstätigkeit der Piusbruderschaft.

  4. @Pierre 26. November 2018 um 20:17

    Das eine tun und das andere nicht lassen. Sie schreiben eben gerade nicht darüber; Sie kritisieren. Aktive schreibende Mission wäre aus eigenem Antrieb die Dinge erklären und auf Juden zugehen mit der Absicht Sie zu überzeugen. Hier liest kaum oder selten bzw. zufällig ein Jude mit. Wenn dann, so denkt er sich, dass die Christen sich erst einmal selber einigen sollten. Zudem sind Sie ein Laie im Berufsleben. Wenn schon, dann müssten die Verantwortlichen der Piusbruderschaft ernsthafte, aktive und weltweite Missionstätigkeiten bei den Juden durchführen.

  5. @Stefan1 26. November 2018 um 21:26

    “ ein Laie im Berufsleben. “
    Und mehr können Sie von mir nicht verlangen. Und wer sind Sie? Auch ein Laie, verheiratet?, etc. oder schreiben Sie auch was Persönliches von Ihnen? Darf man Sie weiter kennenlernen? 😉
    Was die FSSPX tut ist deren Sache. Was die Amtskirche vorzuweisen hat ebenfalls. Nur, wenn man kritisiert dann zu recht und wo auch angebracht. Auch das darf als Teil einer Missionierung i.w.S. verstanden werden. POS mit seinen Themen ist dazu ein idealer Impulsgeber, wie ich meine.

  6. @Pierre 26. November 2018 um 21:42

    Nein, ich werde nichts Persönliches von mir geben. Ich habe meine Gründe. Warum wollen Sie aber die Kirche mit Papst für etwas kritisieren, dass die FSSPX ebenfalls nicht tut, obwohl sie es nach ihrem Verständnis tun müssten? Das ist paradox bzw. widersprüchliches Verhalten. Sie sollten mehr Selbstkritik zu der FSSPX zu lassen. Was unter Missionierung zu verstehen ist, sind klare Grenzen gesetzt. Was Sie bzw. wir hier tun, ist keinesfalls Missionierung, eher Abschreckung 🙂

  7. @Stefan1 26. November 2018 um 21:57

    Nehme ich zur Kenntnis wie Sie eingangs schreiben.

    “ Was Sie bzw. wir hier tun, ist keinesfalls Missionierung, eher Abschreckung 🙂“

    🙂 ?, doch wohl eher meinten Sie 😦

    Abschreckung? Wen denn?

  8. @Pierre 26. November 2018 um 22:41

    Nun, Abrschreckung. Die Missionierung ist eine sehr sensible Angelegenheit, wofür eindeutig eine Missio (Beauftragung) und entsprechende göttliche Gnade (und damit Legitimation) vorausgesetzt werden muss. Pfarrer von Ars gehört eindeutig zu diesen begnadeten Missionare im eigenen Land. Gegen Ende seines Lebens kamen Tausend zur Beichte nach Ars. Sehr viele Ungläubige haben sich bekehrt. Ich selber bin ein paar Priester dieser ähnlichen Art begegnet, die zur Missionierung berufen waren. Es sind keinesfalls solche, die es sein wollten; sie waren es einfach.

    Man beruft sich nicht selber zum Missionar, sondern man wird dazu berufen bzw. gerufen. Andere werden zu anderen Aufgaben berufen.

  9. Nun, die Wahrheit ist mal in der Welt. Wer darf sich nicht auf den Schlips getreten fühlen wenn man sagt dass nur unsere Religion die einzig Wahre und Richtige ist? Die meisten sind es aber und fühlen sich brüskiert und dskrimniert. Ja, wie und was darf man noch sagen um andere nicht zu beleidigen? Auch in den freundlichsten Worten muss mal klar gesagt werden was Sache ist. Die ist einfach auszuhalten. Mehr geht nicht. Sich von seinm Irrtum loszusagen ist schwerund schmerzvoll. Keine Frage. Dafür hat jeder Verständnis. Aber anders geht es leider nicht bei einer Hinführung zum wahren Glauben. Und man sollte dakbar sein nach diesen Geburtswehen. 😉

  10. @Pierre 27. November 2018 um 12:26

    Wahre Missionierung beginnt mit der Verkündigung des Evangeliums, Verbesserung der sozialen Bedingungen, Stärkung der Familienverhältnisse, durchaus klare Worte bezüglich den Anforderungen und Erwartungen usw.

    Eine Missionierung als reine und ständige Kritik an anderen um selber besser dastehen zu wollen, wird früher oder später scheitern. Bei gewissen Sekten hat es sogar zur Katastrophe geführt.

  11. @Stefan1 27. November 2018 um 22:07

    “ … um selber besser dastehen zu wollen, … “

    Das glauben Sie. Nicht ich.
    Mein Beitrag ist die Menschen aufzuklären. Das ist völlig legitim und moralisch verantwortungsvoll. Alles andere “ … um selber besser dastehen zu wollen, … “ interessiert mich nicht. Sollte das wieder eine Unterstellung sein? Ich verzeihe Ihnen.
    FG

  12. @Stefan1 28. November 2018 um 20:07

    Jeder Gefirmte hat auch den Auftrag dieses Feuer hinauszutragen. Daher und dazu ist man berufen den Geist Gottes wirksam werden zu lassen und nicht nur für sich zu behalten. Jeder wie er kann und so gut erkann. Aber bitte man tute man sich keinen Zwang an. Natürlich bleiben.

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