Papst Franziskus an die Teilnehmer der 68. nationalen Liturgischen Woche in Italien

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE TEILNEHMER DER 68. NATIONALEN LITURGISCHEN WOCHE IN ITALIEN

Audienzhalle
Donnerstag, 24. August 2017

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Liebe Brüder und Schwestern,
guten Tag!

Ich heiße euch alle herzlich willkommen und danke dem Präsidenten, Bischof Claudio Maniago, für die Worte, mit denen er diese Nationale Liturgische Woche im 70. Jahr des Bestehens des »Zentrums für Liturgische Aktivität« vorgestellt hat.

In diesem Zeitraum haben in der Geschichte der Kirche und insbesondere in der Geschichte der Liturgie Ereignisse stattgefunden, die wesentlich und alles andere als oberflächlich waren. So wie man das Zweite Vatikanische Konzil nicht vergessen darf, so wird man auch die Liturgiereform berücksichtigen müssen, die aus ihm hervorgegangen ist.

Es handelt sich bei Konzil und Reform um zwei direkt miteinander verbundene Ereignisse, die nicht plötzlich aufgetreten sind, sondern lange vorbereitet wurden. Das bezeugt die sogenannte »Liturgische Bewegung« ebenso wie die Antwort der Päpste auf das, was man im Gebet der Kirche als unbefriedigend wahrnahm. Wenn ein Bedürfnis erkennbar wird, dann ist es notwendig, sich in Bewegung zu setzen, auch wenn die Lösung nicht sofort erfolgt.

Ich denke an den heiligen Pius X., der eine Neuordnung der Kirchenmusik[1] sowie eine Wiederherstellung der Sonntagsoffizien[2] verfügte und eine Kommission für die allgemeine Reform der Liturgie einrichtete, im Bewusstsein, dass dafür eine »große und lange Arbeit nötig« sein würde: »Deshalb bedarf es einer langen Reihe von Jahren, bis, um so zu sagen, dieser Prachtbau der Liturgie […] wieder glänzend durch Würde und Ebenmaß und von allem Staub des Alters befreit sich zeige.«[3]

Das Reformprojekt wurde von Pius XII. mit der Enzyklika Mediator Dei [4] und der Errichtung einer Studienkommission[5]aufgegriffen; auch er traf konkrete Entscheidungen hinsichtlich der Version des Psalters[6], der Abmilderung des eucharistischen Fastengebots, des Gebrauchs der Volkssprache im sowie hinsichtlich der bedeutenden Reform der Liturgie der Osternacht und der Karwoche.[7] Dies war der Impuls, der nach dem Vorbild anderer Länder den Anstoß zur Errichtung des »Zentrums der Liturgischen Aktivität« in Italien gab, unter der Leitung von Bischöfen, denen die Sorge für das ihnen anvertraute Volk am Herzen lag, und unter Mitarbeit von Wissenschaftlern, die neben der Liebe zur Liturgiepastoral eine große Liebe zur Kirche hegten.

Das Zweite Vatikanische Konzil ließ dann als gute Frucht am Baum der Kirche die Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium heranreifen, deren Leitlinien einer allgemeinen Reform die Antwort waren auf die wirklichen Bedürfnisse und die konkrete Hoffnung einer Erneuerung: Man ersehnte eine lebendige Liturgie für eine Kirche, die durch die gefeierten Geheimnisse ganz neu belebt werden sollte. Es ging darum, in neuer Weise die ewige Lebendigkeit der betenden Kirche zum Ausdruck zu bringen und Sorge zu tragen, damit »die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewusst, fromm und tätig mitfeiern« (SC 48). Darauf wies auch der selige Paul VI. hin, als er die ersten Schritte der angekündigten Reform erläuterte: »Es ist gut, dass man sieht, dass es gerade die Autorität der Kirche ist, die diese neue Art des Betens will, unterstützt, ins Leben ruft und so ihre geistliche Sendung stärker fördert […]; und wir dürfen nicht zögern, selbst als erste zu Schülern und dann zu Unterstützern der Schule des Betens zu werden, die im Entstehen begriffen ist.«[8]

Den Prinzipien der Achtung der gesunden Überlieferung und des berechtigten Fortschritts (vgl. SC 23)[9] folgend, nahm die vom Konzil vorgegebene Richtung Gestalt an in den vom seligen Paul VI. promulgierten liturgischen Büchern, die von den Bischöfen, die beim Konzil anwesend waren, gut aufgenommen wurden und die seit nunmehr fast 50 Jahren im Römischen Ritus allgemein in Gebrauch sind.

Die praktische Umsetzung unter der Leitung der Bischofskonferenzen der jeweiligen Länder ist weiterhin im Gange, denn um die Mentalität zu erneuern, reicht eine Reform der liturgischen Bücher nicht aus. Die den Dekreten des Zweiten Vatikanums entsprechend erneuerten Bücher haben einen Prozess in Gang gesetzt, der Zeit erfordert sowie eine treue Annahme, praktischen Gehorsam, weise Umsetzung im Gottesdienst zunächst von Seiten der geweihten Amtsträger, aber auch von den anderen mit einem Dienst Beauftragten, den Sängern und allen, die an der Liturgie teilnehmen. Wir wissen, dass die liturgische Bildung von Hirten und Gläubigen in Wirklichkeit eine Herausforderung darstellt, die stets neu in Angriff genommen werden muss.

Papst Paul VI. hat selbst ein Jahr vor seinem Tod zu den im Konsistorium versammelten Kardinälen gesagt: »Es ist jetzt die Zeit gekommen, alle Formen, die die Einheit stören und die nach beiden Seiten hin Schaden stiften, endgültig aufzugeben und die Reform, die wir in Ausführung des Konzilsvotums approbiert haben, vollständig und im Sinne ihrer wahren Leitlinien anzuwenden.«[10]

Heute gibt es weiterhin Arbeit in dieser Richtung zu tun, insbesondere indem man die Gründe für die mit der Liturgiereform vollzogenen Entscheidungen wiederentdeckt und unbegründete, oberflächliche Lesarten ebenso überwindet wie eine nur teilweise Rezeption und entstellende Gepflogenheiten. Es geht nicht darum, die Reform noch einmal zu überdenken und ihre Entscheidungen zu korrigieren, sondern darum, die dahinterliegenden Gründe besser kennenzulernen, auch durch die historischen Dokumente, deren Leitgedanken zu verinnerlichen und die Regelungen zu befolgen. Im Anschluss an dieses Lehramt, an diesen langen Weg können wir mit sicherer Gewissheit und lehramtlicher Autorität bekräftigen, dass die Liturgiereform unumkehrbar ist.

Die Aufgabe, die Liturgie zu fördern und zu bewahren, ist von Rechts wegen dem Apostolischen Stuhl und den Diözesanbischöfen anvertraut, auf deren Verantwortungsbewusstsein und Autorität ich in der gegenwärtigen Zeit stark zähle; wobei die nationalen und diözesanen Einrichtungen für Liturgiepastoral ebenso beteiligt sind wie die Ausbildungsstätten und Priesterseminare. In diesem Bereich der Bildung hat sich in Italien das »Zentrum für liturgische Aktivität« mit seinen Initiativen ausgezeichnet – darunter die jährlich stattfindende »Liturgische Woche«.

Nachdem ich an die Etappen dieses Weges erinnert habe, möchte ich nun im Licht des Themas »Eine lebendige Liturgie für eine lebendige Kirche«, über das ihr in diesen Tagen nachgedacht habt, einige weitere Aspekte ansprechen. – Die Liturgie ist »lebendig« durch die lebendige Gegenwart dessen, »der durch seinen Tod unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen hat« (vgl. Osterpräfation I ). Ohne die reale Gegenwart des Mysteriums Christi gibt es keine liturgische Lebendigkeit.

Wie es ohne den Herzschlag kein menschliches Leben gibt, so gibt es ohne das schlagende Herz Christi kein liturgisches Handeln. Denn was die Liturgie auszeichnet, ist in der Tat die Vergegenwärtigung des Priestertums Christi in den heiligen Zeichen, das heißt die Hingabe seines Lebens bis zur Ausbreitung der Arme am Kreuz, ein Priestertum, das beständig vergegenwärtigt wird durch Riten und Gebete, in höchster Form in seinem Leib und Blut, aber auch in der Person des Priesters, in der Verkündigung des Wortes Gottes, in der in seinem Namen zum Gebet versammelten Gemeinde (vgl. SC 7). Zu den sichtbaren Zeichen des unsichtbaren Mysteriums gehört der Altar, Zeichen Christi, des lebendigen Steins, der von den Menschen verworfen dennoch zum Eckstein des geistigen Hauses geworden ist, in welchem dem lebendigen Gott der Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit dargebracht wird (vgl. 1 Petr 2,4; Eph 2,20). Daher wird der Altar – das Zentrum, auf das sich in allen unseren Kirchen die Aufmerksamkeit richtet[11] – geweiht, mit Chrisam gesalbt, inzensiert, geküsst, verehrt: Auf den Altar richtet sich der Blick der Betenden, des Priesters und der Gläubigen, die zur heiligen Versammlung um ihn zusammengekommen sind.[12] Auf den Altar wird die Gabe der Kirche gelegt, die der Heilige Geist zum Sakrament des Opfers Christi wandelt. Vom Altar werden uns das Brot des Lebens und der Kelch des Heils ausgeteilt »damit wir in Christus ein Leib und ein Geist werden« (Eucharistisches Hochgebet III).

– Liturgie ist Leben für das ganze Volk der Kirche. [13] Denn die Liturgie ist ihrem Wesen nach »dem Volk zugehörig« und nicht klerikal, da sie – wie die Etymologie des Wortes lehrt – Handeln für das Volk ist, aber auch Handeln des Volkes. Zahlreiche liturgische Gebete weisen darauf hin, dass Liturgie Handeln Gottes für sein Volk ist, aber auch Tun des Volkes, das auf Gott hört, der spricht, und das antwortet, indem es ihn lobt, ihn anruft und die unerschöpfliche Quelle des Lebens und der Barmherzigkeit empfängt, die den heiligen Zeichen entströmt. Die betende Kirche versammelt all jene, die ein auf das Evangelium hörendes Herz haben, ohne irgendjemand auszuschließen: Große und Kleine, Reiche und Arme, Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Gerechte und Sünder, alle sind gerufen.

Als Abbild der »großen Schar«, die im himmlischen Heiligtum die Liturgie feiert (vgl. Offb 7,9), überwindet die liturgische Versammlung in Christus alle Grenzen von Alter, ethnischer Herkunft, Sprache und Nation. Die das ganze Volk einbeziehende Liturgie ist inklusiv und nicht exklusiv, sie fördert die Gemeinschaft aller, ohne jedoch Unterschiede aufzuheben, denn sie fordert jeden mit seiner Berufung und Originalität auf, zum Aufbau des Leibes Christi beizutragen: »Die Eucharistie ist nicht ein Sakrament ›für mich‹, sie ist das Sakrament vieler, die einen einzigen Leib, das heilige gottgläubige Volk, bilden.«[14] Wir dürfen also nicht vergessen, dass vor allem die Liturgie die pietas des ganzen Gottesvolkes zum Ausdruck bringt, die sich dann fortsetzt in Übungen der Andacht und Verehrung, die wir unter dem Namen Volksfrömmigkeit kennen, welche wiederum im Einklang mit der Liturgie geschätzt und gefördert werden soll.[15]

– Liturgie ist Leben und keine Idee, die man verstehen muss. Denn sie führt zu einer Initiationserfahrung, das heißt zu einer Wandlung des Denkens und Verhaltens, und nicht zu einer Bereicherung der eigenen Ideen über Gott. Liturgischer Gottesdienst ist »nicht in erster Linie eine Lehre, die verstanden werden muss, oder ein Ritus, der vollzogen werden muss. Er ist auch das, aber auf einen andere Art und wesentlich anders: Er ist eine Quelle des Lebens und des Lichtes für unseren Glaubensweg.«[16] Geistliche Reflexionen sind etwas anderes als Liturgie: »Die Liturgie besteht gerade darin, in Gottes Mysterium einzutreten; sich zum Mysterium führen zu lassen und im Mysterium zu sein.«[17]

Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Tatsache zu sagen, dass Gott existiert, und dem Spüren, dass Gott uns liebt so wie wir sind, jetzt und hier. Im liturgischen Gebet erleben wir Gemeinschaft, nicht als abstrakten Gedanken, sondern als Handlung, deren Träger Gott und wir selbst sind, Christus und die Kirche.[18] Die Riten und Gebete (vgl. SC 48) werden daher als das, was sie sind, und nicht durch die Erklärungen, die wir ihnen beifügen, zu einer Schule des christlichen Lebens, die allen offensteht, deren Ohren, Augen und Herzen empfänglich sind, um die Berufung und Sendung der Jünger Jesu zu erlernen.

Das steht im Einklang mit der mystagogischen Katechese der Kirchenväter, die auch im Katechismus der Katholischen Kirche aufgegriffen wurde, wo dieser von der Liturgie, der Eucharistie und den anderen Sakramenten im Licht der Texte und Riten der aktuellen liturgischen Bücher handelt. Die Kirche ist wirklich lebendig, wenn sie – ein einziges lebendiges Wesen mit Christus bildend – Leben schenkt, mütterlich ist, missionarisch ist, dem Nächsten entgegengeht, bereitwillig dient, ohne weltliche Macht zu erstreben, die sie unfruchtbar macht. Wenn sie die heiligen Geheimnisse feiert, erinnert sie daher an Maria, die Jungfrau des Magnifikat, und betrachtet in ihr »wie in einem reinen Bilde […], was sie ganz zu sein wünscht und hofft« (SC 103).

Und schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass der Reichtum der betenden Kirche, da sie »katholisch« ist, über den Römischen Ritus hinausgeht, der zwar der am weitesten verbreitete, aber nicht der einzige Ritus ist. Durch das Wirken des einen Heiligen Geistes verleiht die Harmonie der Traditionen verschiedener Riten des Ostens und Westens der einen Stimme der Kirche Ausdruck, die durch Christus, mit Christus und in Christus zum Lob und Ruhm des Vater und zum Heil der Welt betet.

Liebe Brüder und Schwestern, ich danke euch für euren Besuch und ich ermutige die Verantwortlichen des »Zentrums für liturgische Aktivität«, ihre Arbeit fortzusetzen in Treue zur ursprünglichen Inspiration: dem Gebet des heiligen Gottesvolkes zu dienen. In der Tat hat sich das »Zentrum für liturgische Aktivität« stets ausgezeichnet durch die Aufmerksamkeit und Sorge im Hinblick auf die Liturgiepastoral getreu den Weisungen des Apostolischen Stuhls und der Bischöfe, deren Unterstützung es genoss. Die langjährige Erfahrung der Liturgischen Wochen, die in zahlreichen Diözesen Italiens veranstaltet wurden, hat zusammen mit der Zeitschrift »Liturgia« geholfen, die liturgische Erneuerung in das Leben der Pfarreien, der Priesterseminare und der Ordensgemeinschaften zu tragen. Es hat nicht an Mühen gefehlt, aber auch nicht an Freude! Und dieser Einsatz ist es, um den ich euch auch heute bitte: den geweihten Amtsträgern wie den anderen Beauftragten, den Sängern, den Künstlern, den Musikern zu helfen, zusammenzuarbeiten, damit die Liturgie »Quelle und Höhepunkt der Lebendigkeit der Kirche« (vgl. SC10) sein möge. Ich bitte euch, für mich zu beten, und erteile euch von Herzen den Apostolischen Segen.


1 Vgl. Motu proprio Tra le sollecitudini, 22. November 1903: AAS 36 (1904), 329-339.

2 Vgl. Apostolische Konstitution Divino afflatu, 1. November 1911: AAS 3 (1911), 633-638.

3 Motu proprio Abhinc duos annos, 23. Oktober 1913: AAS 5 (1913) 449-450.

4 20. November 1947: AAS 39 (1947) 521-600.

5 Vgl. Sacrae Congr. Rituum, Sectio historica, 71, »Memorandum zur Liturgiereform« (1946).

6 Vgl. Pius XII., Motu proprio In cotidianis precibus24. März 1945: AAS 37 (1945), 65-67. 7 Vgl. Sacrae Congr. Rituum, Decretum Dominicae Resurrectionis9. Februar 1951: AAS 43 (1951) 128-129; Dies., Decretum Maxima Redemptionis, 16. November 1955: AAS 47 (1955)838-841.

Generalaudienz vom 13. Januar 1965.

9 »Die Reform der Riten und der liturgischen Bücher ist fast unmittelbar nach der Veröffentlichung der Konstitution Sacrosanctum Concilium in Angriff genommen worden und wurde in wenigen Jahren durchgeführt dank der beachtlichen und selbstlosen Arbeit einer großen Zahl von Experten und Hirten in allen Teilen der Welt (vgl. SC 25). Diese Arbeit ist nach dem Leitprinzip des Konzils vorgenommen worden: Treue zur Tradition und Öffnung für einen legitimen Fortschritt  (vgl. ebd., 23). Darum kann man sagen, dass die Liturgiereform streng traditionsgebunden nach der ›Norm der Väter‹ ist (Vgl. ebd., 50; Römisches Messbuch, Vorwort, 6)« (Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Vicesimus annus quintus, 4).

10 »Ein besonderer Bereich im Leben der Kirche zieht auch heute wieder die Aufmerksamkeit des Papstes auf sich: die unbestreitbar segensreichen Früchte der Liturgiereform. Mit der Verkündigung der Konstitution des Konzils Sacrosanctum Concilium hat eine breite Entwicklung eingesetzt, die sich an die Vorarbeiten der liturgischen Bewegung seit Ende des 19. Jahrhunderts anschließt und de das brennende Anliegen erfüllt, für das sich Männer der Kirche und Fachleute durch Arbeit und Gebet eingesetzt haben. Nach einer langen und verantwortungsbewussten Vorbereitung durch die zuständigen Organe haben wir den neuen Ritus der heiligen Messe veröffentlicht, der jetzt neben dem Römischen Kanon, der im Wesentlichen unverändert geblieben ist, weiter Eucharistische Hochgebete enthält. Dieser Ritus zeigt schon segensreiche Auswirkungen: stärkere Teilnahme an der liturgischen Handlung, wacheres Bewusstsein beim heiligen Geschehen, tiefere und breitere Kenntnis des unerschöpflichen Reichtums der Heiligen Schrift, wachsender Sinn für Gemeinschaft in der Kirche. Der Verlauf dieser Jahre zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Leider aber gibt es – auch unter der breiten Mehrheit der gesunden und gutwilligen Kräfte des Klerus und der Gläubigen – Missbräuche und Willkür in der konkreten Gestaltung der Liturgie. Es ist jetzt die Zeit gekommen, alle Formen, die die Einheit stören und die nach beiden Seiten hin Schaden stiften, endgültig aufzugeben und die Reform, die wir in Ausführung des Konzilsvotums approbiert haben, vollständig und im Sinne ihrer wahren Leitlinien anzuwenden « (Ansprache Gratias ex animo, 27. Juni 1977: in Papst Paul VI., Wort und Weisung im Jahr 1977, Vatikanstadt und Kevelaer 1978, S. 354f).

11 Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, 259; Ritus der Altarweihe, Einführung, 155, 159.

12 »An diesem Altar werden wir gestärkt mit dem Leib und Blut eines Sohnes, um deine Kirche, die eine und heilige Kirche, zu bilden« (Ritus der Altarweihe, 213, Präfation).

13 »Die liturgischen Handlungen sind nicht privater Natur, sondern Feiern der Kirche, die das ›Sakrament der Einheit‹ ist; sie ist nämlich das heilige Volk, geeint und geordnet unter den Bischöfen. Daher gehen diese Feiern den ganzen mystischen Leib der Kirche an, machen ihn sichtbar und wirken auf ihn ein« (SC 26).

14 Predigt in der heiligen Messe am Hochfest des Leibes und Blutes Christi (18. Juni 2017): in O.R. dt., Nr. 25, 23.6.2017, S. 3.

15 Vgl. SC 13; Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 24. November 2013, 122-126.

16 Predigt in der heiligen Messe am 3. Sonntag in der Fastenzeit, Pastoralbesuch in der römischen Pfarrei »Ognissanti« am 7. März 2015: in O.R. dt., Nr. 12/13, 20.3.2015, S. 8.

17 Predigt in der heiligen Messe in Santa Marta, 10. Februar 2014: in O.R. dt., Nr. 8, 21.2.2014, S 11.

18 »Deshalb tut uns das eucharistische Gedächtnis so gut: Es ist kein abstraktes Gedächtnis, kalt und begrifflich, sondern das lebendige und tröstliche Gedächtnis der Liebe Gottes. […] In der Eucharistie ist der ganze Genuss der Worte und der Handlungen Jesu, der Geschmack seines Paschamysteriums, der Duft seines Geistes. Wenn wir sie empfangen, prägt sich unserem Herzen die Gewissheit ein, von ihm geliebt zu sein« (Predigt in der heiligen Messe am Hochfest des Leibes und Blutes Christi (18. Juni 2017): in O.R. dt., Nr. 25, 23.6.2017, S. 3).

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16 Kommentare zu “Papst Franziskus an die Teilnehmer der 68. nationalen Liturgischen Woche in Italien

  1. Das ist mir fast ein zu schönes Loblied auf die Reformbemühungen der hl. Messe. Missbräuche und eigenmächtige Auslegungen durch modernistische Priester sind heute leider vorhanden. Trotzdem gibt es viele Priester, die die hl. Messe in der KIRCHE (mit Papst) nach Vorgabe ehrfürchtig feiern. Die Kommunionbank und die Mundkommunion sollten wieder Norm werden.

  2. @Stefan1

    Ich bin einverstanden mit Ihnen: Ja, die Kommunionbank und die Mundkommunion sollten wieder Norm werden!

    Die folgende Passage dieses Textes (von mir mit fetter Schrift hervorgehoben) könnte, so scheint mir, auf eine falsche, ja gefährliche Intention des Papstes hinweisen:

    Papst Paul VI. hat selbst ein Jahr vor seinem Tod zu den im Konsistorium versammelten Kardinälen gesagt: »Es ist jetzt die Zeit gekommen, alle Formen, die die Einheit stören und die nach beiden Seiten hin Schaden stiften, endgültig aufzugeben und die Reform, die wir in Ausführung des Konzilsvotums approbiert haben, vollständig und im Sinne ihrer wahren Leitlinien anzuwenden.«[10]

    Wenn das den von Papst Benedikt XVI. approbierten vorkonziliaren „außerordentlichen“ Ritus (den Usus extraordinarius Ritus Romani, die Tridentinische Messe) miteinschließen sollte, dann müsste sich dessen/deren weltweite Anhängerschaft dem Papst entschieden entgegenstellen.

  3. @POSchenker

    Ja, der gleiche Gedanke kam mir beim Durchlesen an dieser Stelle auch, da haben Sie recht. Wenn Papst Paul VI. damals als er diesen Satz gesagt hat, die fatalen Fehlentwicklungen der Liturgiereform (Modernismus und durchaus nicht einheitlich!) oder gar eine abwegige Auslegung durch einen künftigen Papst erahnt hätte, so hätte er wohl auf diese Aussage verzichtet. Für Papst Paul VI. stand natürlich die Einheit auch bezüglich der Liturgieform im Vordergrund seiner Bemühungen. Eigentlich war das zu keinem Zeitpunkt der Kirchengeschichte nachhaltig verwirklicht.

    Wenn also Papst Franziskus die vom Papst Benedikt XVI. approbierte Tridentinische Messe verbieten sollte, dann wäre das höchst bedrohlich und wäre auch aufgrund heftiger Widerstände schlicht nicht realisierbar. Davon bin ich überzeugt.

    Ich werde auf dieses Thema nochmals zurückkommen.

  4. @Stefan1 25. August 2018 um 15:16

    “ Wenn also Papst Franziskus die vom Papst Benedikt XVI. approbierte Tridentinische Messe verbieten sollte, dann wäre das höchst bedrohlich und wäre auch aufgrund heftiger Widerstände schlicht nicht realisierbar. Davon bin ich überzeugt. “

    Wieso bedrohlich? Wenn der (wahre, richtige) Papst das sagt dann kann das ja nicht bedrohlich sein, oder? ER ist der Papst in diesen Dingen. Sie wissen: Roma locuta causa finita – Rom hat entschieden, die Sache ist erledigt – ist ein Rechtsgrundsatz.

    Für mich als FSSPX- ler tangiert diese Sache sowieso. Das hat sich das V2 mit den nachfolgenden Päpsten selbst eingebrockt. Das Dilemma ist nicht zu Ende. Die Folge: Schisma etc. … Sie wissen schon.

    Und:
    http://kath.net/news/64846
    22 August 2018, 14:00
    Papst: „Amoris laetitia“ in der Tradition des Lehramts

    Ja, so geht es auch (weiter). Wieso gab es dann so einen grossen Aufstand wenn doch alles in Ordnung ist? Und das hat weder mit der FSSPX noch was mit den Sedis zu tun. Wenn schon innerhalb der V2-Kirche diese lehramtlichen Differenzen bestehen. Der Papst hat jetzt aber alles bereinigt. Alles ist orthodox und fügt sich problemlos in die Tradition ein. Na, wie schön und gut dass wir so einen einsichtigen, durchsichtigen und verständnisvollen Papst haben.

  5. Aus http://kath-zdw.ch/maria/kommunionhelfer.html#Dekret%20%C3%BCber%20die%20Handkommunion :
    Dekret über die Handkommunion

    Aus der Erklärung der Kongregation für den Gottesdienst
    über die Handkommunion. 3. April 1985

    Der Apostolische Stuhl hält zwar die traditionelle Art der Kommunionspendung aufrecht, hat aber seit 1969 denjenigen Bischofskonferenzen, die darum gebeten hatten, die Erlaubnis erteilt, die Kommunion in der Weise zu spenden, daß den Gläubigen die Hostie in die Hand gelegt wird. Diese Erlaubnis wird bestimmt durch die Instructio Memoriale Domini und die Instructio Immensae caritatis sowie durch das Rituale De sacra Communione.

    Dennoch scheint es angebracht zu sein, sein Augenmerk auf folgende Punkte zu richten:

    Genauso wie bei der Mundkommunion sollte man bei der Handkommunion der Realpräsenz Christi in der Eucharistie gebührende Ehrfurcht erweisen. Daher sollte, so wie es die Kirchenväter getan haben, auf die Würde der Geste des Kommunikanten großen Wert gelegt werden.

    Demgemäß wurden Ende des 4. Jahrhunderts die neu Getauften angewiesen, beide Hände auszustrecken und „mit beiden Händen einen Thron zu bilden, welche den König empfangen“.

    Wiederum nach den Lehren der Väter muß eindringlich auf die Bedeutung des Amen hingewiesen werden, mit dem man dem Priester auf die Formel „Der Leib Christi“ antwortet; dieses Amen ist eine Bekräftigung des Glaubens: „Cum ergo petieris, dicit tibi sacerdos et tu dicis , hoc est , quod confitetur lingua, teneat affectus“.
    Wenn der Kommunikant die Eucharistie in die Hand empfangen hat, soll er sie verzehren, indem er beiseite tritt, jedoch mit dem Gesicht zum Altar gewandt, um dem ihm Nachfolgenden die Möglichkeit zu geben, sich dem Priester zu nähern.
    Die Gläubigen erhalten die Hl. Eucharistie, die Teilhabe am Leib des Herrn und an der Kirche; von der Kirche; aus diesem Grunde sollte der Kommunikant die Hostie nicht von der Patene oder aus dem Gefäß nehmen, so wie man es mit gewöhnlichem Brot machen würde, sondern die Hände müssen ausgestreckt sein, um sie von dem die Kommunion austeilenden Priester zu empfangen.
    Aus Ehrfurcht vor der Eucharistie wird Reinlichkeit der Hände erwartet; Kinder müssen daran erinnert werden.
    Es ist unerläßlich, daß die Gläubigen eine gute fundierte Katechese diesbezüglich erhalten und daß mit Nachdruck auf die Empfindung der Verehrung und der Ehrfurcht hingewiesen wird, die dieses Allerheiligste Sakrament verlangt. Es muß darauf geachtet werden, daß kein Teilchen der konsekrierten Hostie verlorengeht.
    Die Gläubigen sollen nicht gezwungen werden, die Handkommunion zu praktizieren; jeder kann frei entscheiden, auf weiche Art er kommunizieren möchte. Diese Richtlinien und jene, die in den oben genannten Dokumenten angegeben sind, sollen an die Pflicht der Ehrfurcht vor der Eucharistie und deren Anwendung erinnern, unabhängig von der Art des Kommunionempfangs. Diejenigen, die in der Seelsorge tätig sind, sollten nicht nur auf die notwendigen Vorkehrungen für einen fruchtbaren Kommunionempfang dringen, der in gewissen Fällen ein Zurückgreifen auf das Sakrament der Versöhnung verlangt, sondern auch auf eine äußere Haltung, die im allgemeinen ein Empfingen von Ehrfurcht ausdrückt und im einzelnen den Glauben der Gläubigen an die Eucharistie.

    Kongregation für den Gottesdienst, 3. April 1985

    Weiter aus http://kath-zdw.ch/maria/kommunionhelfer.html#10-Punkte-%20Zerst%C3%B6rungsprogramm
    10-Punkte- Zerstörungsprogramm

    Im Jahre 1991 hat Don Gobbi bei den großen Exerzitien in Valdragone (San Marino) über drei Punkte eines 10-Punkte- Zerstörungsprogrammes gesprochen, das sich die Freimaurer ausgedacht haben, um die kath. Kirche zu vernichten. (Dieses Programm steht in einem Buch, das in Brasilien in portugiesischer Sprache herausgekommen ist.) Hier die drei Punkte:

    „Wir müssen die Katholiken dazu bringen, daß sie stehend kommunizieren, denn wenn sie vor ihrem Gott nicht mehr knien, dann werden sie auch bald nicht mehr an ihn glauben.“
    Was sagt uns aber der heilige Apostel Paulus im Philipperbrief 2,10: „… auf daß vor dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge im Himmel, auf der Erde und unter der Erde.“ Die heilige Hostie ist aber nicht der Name Jesu, sondern Jesus selbst!
    „Wir müssen ihnen die Hostie in die Hand geben, damit sie jede Ehrfurcht vor dem Heiligen verlieren.“
    „Wir müssen ihren Opfergottesdienst zu einer Gemeinschaftsfeier umfunktionieren.“
    Diese drei Punkte sind mit der ganzen Brutalität kirchlicher Behörden und mit aller Macht des bischöflichen Amtes durchgesetzt worden. Und wehe dem Priester, wenn er diese drei Punkte mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, dann ist er schon seiner Pfarrei enthoben.
    Was will man damit erreichen? Glaubt man, daß durch solche Änderungen und Ehrfurchtslosigkeiten die Kirchen wieder gefüllt und der stille Auszug aus der Kirche gestoppt werden kann?
    Und glaubt man etwa, daß mehr Menschen zur Kirche finden, wenn Moral und die Gebote Gottes untergraben werden?

    XXXXX

    Hat das was mit Verschwörungs – THEORIE (!!!) was zu tun? Mit Verschwörung ja, mit Theorie nein.

  6. @Pierre 26. August 2018 um 01:05

    Vergessen Sie nicht, dass mit dem NOM bereits eucharistische Wunder geschehen sind und wissenschaftlich seriös untersucht wurden (ich habe diejenigen nach dem 2. vatikanischen Konzil aufgeführt, deshalb ist natürlich die Auflistung nur ein Ausschnitt):

    In Argentinien, Buenos Aires (1992 – 1994 – 1996):
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda_c.html?nat=argentina&wh=buenosaires&ct=Buenos%20Aires,%201992-1994-1996

    In Indien, Chirattakonam (2001):
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda.html?nat=india&wh=chirattakonam&ct=Chirattakonam,%202001

    In Polen, Sokółka (2008):
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda_c.html?nat=polonia&wh=sokolka&ct=Sokółka%202008

    In Venezuela, Betania (1991)
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda.html?nat=venezuela&wh=betania&ct=Betania,%201991

    Diese tolle Internetseite und weltweiten Ausstellungen (sogar in China) über die weltweiten eucharistischen Wunder von CARLO ACUTIS* steht übrigens unter der Schirmherrschaft von Kardinal Edmond Burke.
    *https://poschenker.wordpress.com/2018/07/12/heroischer-tugendgrad-fuer-den-cyber-apostel-der-eucharistie/

    Es ist also für Gott nicht die Frage des Messformulare (Gültigkeit des NOMs, der oft zu Unrecht bezweifelt wird!) und deren Gültigkeit. Die Probleme mit dem NOM sind die modernistischen Auswüchse (welche mit den Beschlüssen des 2. vatikanischen Konzils nichts zu tun haben und nicht gewollt waren, wie z.B. Tanz, Theater, Essen oder sogar absichtliche Weglassungen von elementaren Teilen der Messe, z.B. falsche oder fehlende Wandlungsworte, Hochgebet, usw.).

    Ich bin überzeugt, dass es in keiner anderen Gruppierung ausserhalb der KIRCHE mit Papst je ein eucharistisches Wunder geben wird. Wer nicht autorisiert (KIRCHE mit Papst) die hl. Messe feiert, tut es nicht nach dem Willen Gottes. Das ist ausgeschossen und mit der Vernunft erfassbar. Gott wird sich dort niemals in dieser offensichtlichen Weise zeigen. In diesem Sinne nützen auch noch so gut gemeinte fromme Gesten und Handlungen nichts. Selbst das perfekt abgelesene Messformular kann da nicht helfen oder heilen. Gott will jetzt die Demütigung und Zerrissenheit der KIRCHE (mit Papst) zulassen und wer wegläuft, der wird dafür nicht belohnt.

    Eigentlich sollten Sie es langsam begreifen, dass Gott seine KIRCHE mit Papst begleitet bis an das Ende der Menschheit, durch alle eigenen theologischen Schwächen, weltlichen Stürmen und andere demütigenden Schwierigkeiten (z.B. Pädophilie, Modernismus usw.). Das zur KIRCHE halten von Gott, trotz allen Beleidigungen an ihn durch die KIRCHE ist sein Versprechen und das bricht Gott niemals, selbst wenn die Katholiken noch schwereren Schaden in der KIRCHE anrichten als wir heute schon feststellen müssen. Wer ausserhalb ist, der ist eben ausserhalb und er ist es heutzutage mit voller Verantwortung und freiem Willen.

    Trotzdem beobachten alle Katholiken mit Besorgnis die Entwicklungen, wenn Papst Franziskus quasi „Veränderungen“ des Messformulares anspricht. Es ist nicht die Zeit dafür (fehlender Gehorsam und theologische Widersprüche im Klerus selbst) und es steht für mich die Ermahnung Garabandals im Hintergrund, wonach die Priester, Bischöfe und Kardinäle nicht mehr einig werden und wir sind offensichtlich in dieser Phase. Zudem wurde in Garabandal gesagt, dass es eine Zeit kurz vor der WARNUNG geben wird, wo es scheint, dass die katholische Kirche fast verschwunden ist. Also nicht die Zeit für Experimente, sondern die Zeit, wo die Katholiken zusammenstehen sollten und endlich wissen wollen, wo sie zu stehen haben (eher nicht bei der Piusbruderschaft).

  7. @Pierre 26. August 2018 um 01:05

    Das eucharistische Wunder konnte 1998 (also 7 Jahre später) noch in einer speziellen Weise beobachtet werden. Dem jungen Gläubigen Daniel J. aus New Jersey Senford gelang es, als er das Kloster der Augustinerinnen während
    einer Pilgerreise besuchte, um die Bluthostie zu sehen, ein weiteres Wunder zu filmen. Und hier der Bericht:

    Am 12. November 1998 war ich mit einer Gebetsgruppe in Betania und wir wurden zu der Bluthostie von Betania in die Kapelle der Augustinerinnen von Los Teques gebracht. Unser geistlicher Leiter Pater Mazzarella zelebrierte die Heilige Messe. Anschließend öffnete er den Tabernakel, in dem die Bluthostie aufbewahrt wurde. Mit großer Verwunderung sah ich die Hostie, die aussah, als ob sie in Flammen stünde, und in ihrer Mitte war ein schlagendes Herz, aus dem Blut floss. Ich sah dieses Bild etwa 30 Sekunden. Danach sah die Hostie wieder normal aus. Es ist mir gelungen, einen Teil dieses Wunders mit meiner Videokamera zu filmen…

    Die Informationen finden sich in schriftlicher Form hier:

    In Venezuela, Betania (1991)
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda.html?nat=venezuela&wh=betania&ct=Betania,%201991

    Jetzt frage ich Sie, wo noch Ihre Zweifel dann bestehen und ob Sie nicht so langsam mal etwas überdenken wollen?

  8. @Pierre 26. August 2018 um 01:05

    Das Blutwunder von St. Januarius wurde nach der Verehrung durch Papst Franziskus zum Teil flüssig. Also bekommt Papst Franziskus auch seine Zeichen in unserer Zeit.

  9. @Stefan1 26. August 2018 um 13:12

    Sie schreiben:
    “ Es ist also für Gott nicht die Frage des Messformulare (Gültigkeit des NOMs, der oft zu Unrecht bezweifelt wird!) und deren Gültigkeit. Die Probleme mit dem NOM sind die modernistischen Auswüchse (welche mit den Beschlüssen des 2. vatikanischen Konzils nichts zu tun haben und nicht gewollt waren, wie z.B. Tanz, Theater, Essen oder sogar absichtliche Weglassungen von elementaren Teilen der Messe, z.B. falsche oder fehlende Wandlungsworte, Hochgebet, usw.).

    Ich bin überzeugt, dass es in keiner anderen Gruppierung ausserhalb der KIRCHE mit Papst je ein eucharistisches Wunder geben wird. Wer nicht autorisiert (KIRCHE mit Papst) die hl. Messe feiert, tut es nicht nach dem Willen Gottes. Das ist ausgeschossen und mit der Vernunft erfassbar. “

    Erstens,
    zu differenzieren gilt es zwischen A)Gültigkeit und B)Missbrauch.
    Was den B) reinen Missbrauch anbelangt ist sowieso klar. Andererseits aber ergibt sich dieser vielleicht eben aus den misslungenen vollzogenen Neuerungen der Liturgiebeschlüsse. Also das eine bedingt indirekt auch das andere.

    Zweitens zur A) Gültigkeit: Hier ist man sich uneins ob von schon per se eine Ungültigkewit von vorn herein besteht, bzw. die Ungültigkeit erst beim Zelebrieren eine Möglichkeit wird weil ein falsches Intensionsverständnis vorliegt/vorliegen kann, s. Vorwort zum ursprünglichen NOM- Messbuch.

    Nun meine Ansicht: Ich glaube Gott lässt den NOM zu/gewähren weil die Mehrheit der Gläubigen eine Änderung nicht fassen würden und somit viele irregeführte unwissende Gläubige ihr Seelenheil wirklich aufs Spiel setzten, bzw. verloren gehen könnten/würden. Unkraut- Weizen- Gleichnis.
    ABER nochmals zur Gültigkeit zurück. Nach meiner Ansicht kann Gott einen Menschenmachwerksritus nicht gewollt haben, aber doch zugelassen haben. Und wenn man noch genauer die Sache beleuchtet dann müsste ich zur gleichen Überzeugung kommen wie @Alexius, dass sogar Strafen folgen wer einen veränderten Ritus oder einen mehr oder weniger neuen Ritus einführt, vglb. den Sakramentenänderungen. Aber diesbezüglich will ich mich nicht festlegen, kann es mir aber vorstellen.

    In der Praxis: Der NOM beherrscht dzt. die Kirche und auch viele willentlich gute Priester versuchen sich daran zu halten. Auch viele Gläubige wollten sich darauf beziehen und Gnaden daraus schöpfen. Schön und gut. ALLEIN und wirklich NUR ALLEIN aus diesem Grunde kann ich mir vorstellen dass Gott dies (noch) gewähren lässt und auch viel Eucharistische Wunder zulässt ZUR BEKEHRUNG ( die die FSSPX ja nicht braucht!) ! Aber von wahrer Gottgewolltheit kann ich als FSSPX- ler nie reden wenn es um den NOM geht.

    Dzt. kann ich mir eine Kirche OHNE FSSPX ( ob mit oder ohne Williamson- Gemeinschaft ) N I C H T vorstellen. Den Glauben den ich habe hat mir die sog. V2- Kirche NIE vermitteln können bzw. sogar verhindert. Nur die FSSPX u. a. nahestehende V2- Kritiker konnten in mir erst den WAHREN Glauben näherbringen. HERZLICHSTEN DANK dafür!!!!!

    SO IST DAS, @Stefan1

  10. @Pierre

    Zitat
    Nun meine Ansicht: Ich glaube Gott lässt den NOM zu/gewähren weil die Mehrheit der Gläubigen eine Änderung nicht fassen würden und somit viele irregeführte unwissende Gläubige ihr Seelenheil wirklich aufs Spiel setzten, bzw. verloren gehen könnten/würden.

    Das ist sogar wahrscheinlich. Das gilt aber auch für die Tridentinische Messe, die 1570 in drei nicht völlig textidentischer Form (!) das erste Mal gedruckt wurde. Galt aber auch für alle unklaren Messformen vorher, da ja die Tridentinische Messe mehr Klarheit und Unterscheidung zum Protestantismus wollte. Doch auch die Messen vorher hat Gott gültig gewähren lassen. Zudem gab es eucharistische Wunder auch zu diesen Zeiten (siehe nur ein Beispiel). Wer würde es bezweifeln wollen?

    In Österreich, Fiecht (1310)
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda.html?nat=austria&wh=fiecht&ct=Fiecht,%201310

    Zitate aus:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tridentinische_Messe
    Das Missale Romanum von Pius V. wurde unter den nachfolgenden Päpsten mehrfach durchgehend revidiert sowie den Erfordernissen der jeweiligen Zeit angepasst, beispielsweise neue Feste in den liturgischen Kalender des Kirchenjahres eingefügt und entsprechende Messformulare erstmals geschaffen. Auch hier hat Gott gewähren lassen und es sind wiederum eucharistische Wunder in dieser Zeit geschehen.

    Längerfristige Stabilität erlangte das Missale Romanum erst mit Papst Urban VIII. (1634). In der Folgezeit wurden zahlreiche neue Feste eingefügt, im 20. Jahrhundert, noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, auch neue Präfationen aufgenommen. Auch während dieser Zeit geschahen eucharistische Wunder. Ein Beispiel dafür:

    In Frankreich, Bordeaux (1822)
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda.html?nat=francia&wh=bordeaux&ct=Bordeaux,%201822

    Überarbeitete Ausgaben des sogenannten „tridentinischen“ Missale Romanum wurden beispielsweise 1604, 1634, 1888 (durch Leo XIII., gedruckt in Regensburg), 1920 („a Pio X. reformatum“), 1955 und 1962 veröffentlicht. Die Neuerungen im reformierten Missale Papst Pius X., das ab 1917 gedruckt sowie 1920 vollendet und approbiert wurde, waren so zahlreich, dass darüber ein eigenes Buch erschien.

    Eine tiefgreifende Änderung des Missale Romanum noch vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils bildet die unter Papst Pius XII. durchgeführte Neuordnung der Liturgie der Osternacht und der Karwoche. Deren Vorbild war die Klassische Römische Liturgie, nicht die Kurialliturgie des späten Mittelalters. Die durch Pius XII. erneuerte Ordnung wurde alleinige Vorschrift, die zuvor übliche „tridentinische“ Form nicht länger erlaubt (Dekret der Ritenkongregation vom 20. November 1955: ad omnibus … in posterum unice adhibendam). Die Zelebrationsvorschriften des bisherigen Missale Romanum insgesamt wurden 1960 durch den unter Pius XII. erarbeiteten Codex Rubricarum abgelöst und dementsprechend in der als Interimsausgabe gedachten Editio typica von 1962 neugefasst („Missale Pianum saec. XX“).

    Also Änderungen und Anpassungen des Messformulars gab es auch vor dem 2. vatikanischen Konzil.

  11. “ Also Änderungen und Anpassungen des Messformulars gab es auch vor dem 2. vatikanischen Konzil. “

    Richtig.
    Empfiehlt doch P.Josef Boxler, „Mysterium fidei“, auch die wesentlich unveränderte Version des alten Messbuches bis von/vor 1958. Nicht die von 1961/62 durch P.Joh.XXIII. bereits wesentlich geänderte Version, die nicht die wahre vollständige trident. Liturgie des Hl.P.Pius V. ist. Leider ist das aber die heute offiziell genehmigte Form, die auch die FSSPX liest. Zu meinem Bedauern.

    Und der Hl. Josef im Kanon: Es geht um das Prinzip dass eben der Kanon nicht aufgebrochen werden darf! Nicht darum, dass diesem aussergewöhnlichem Heiligen sowieso große Ehre gebührt. Das wird doch wohl jeder verstehen.

    Und bzg. gewisser nachteiliger Änderrungen durch/von P.Pius XII. streitet man sich noch heute. Spekulation: P. Pius XII. sei beeinflusst worden etc. Gott allein weiß es (noch).

  12. @Pierre 26. August 2018 um 17:46

    Ja, aber es gab auch Änderungen vor 1958 und seit 1570. Darunter auch Präfationen. Doch Gott scheint das wenig zu beeindrucken, denn es gab zu allen Zeiten eucharistische Wunder bis heute.

    Selbst wenn Papst Pius V. in seiner Bulle Quo primum 14. Juli 1570 apodiktisch die heute so genannte Tridentinische Messe „für immer“ einsetzte und untersagte, sie je zu modifizieren oder abzuschaffen („… noch kann das vorliegende Schreiben [Quo primum] irgendwann je widerrufen oder modifiziert werden, sondern es bleibt für immer im vollen Umfang rechtskräftig bestehen“), so folgten doch unmittelbar da nach Änderungen und Anpassungen bis zum zweiten vatikanischen Konzil.

    Wie auch immer, eucharistische Wunder gab es zu allen Zeiten bis heute. Damit bekräftigt Gott seine Verbundenheit zur KIRCHE mit Papst und er wird es tun bis an das Ende der Menschheit. Die KIRCHE mit Papst ist heilig (Nicht deren Glieder), sichtbar, lehramtlich, mit Recht ausgestattet und deshalb unzerstörbar.

  13. “ Wie auch immer, eucharistische Wunder gab es zu allen Zeiten bis heute. Damit bekräftigt Gott seine Verbundenheit zur KIRCHE mit Papst und er wird es tun bis an das Ende der Menschheit. “

    Stimmt. Ist auch gut so.

    “ … , denn es gab zu allen Zeiten eucharistische Wunder bis heute. “

    Wie ich schon schrieb, nicht die FSSPX braucht die Wunder, die V2- Kirche hat diese v.a. nötig zu DEREN Bekehrung, wie ich meine.

    “ … so folgten doch unmittelbar da nach Änderungen und Anpassungen bis zum zweiten vatikanischen Konzil. “

    Richtig, nur diese Änderungen betreffen nicht die Gesamtwesenheit der Messe. Unbedeutende Änderungen fallen nicht ins Kalkül. Wobei ich mit den Strafen nicht sicher bin ob diese nicht schon damals zu wirken begonnen hatten. Hier ist wirklich genau darauf einzugehen und kann nicht pauschal abgeurteilt werden. Ich habe sogar Unterlagen dazu vom Verleger von „Mysterium fidei“ gebeten, müsste aber genau recherchieren. Ist dzt. zu zeitaufwendig.
    NUR, den KANON sogar aufzubrechen ist mehr als „gut“ gemeint, finden Sie nicht auch – selbst wenn es eben der Hl. Josef ist, in allen Ehren!!! Das ist sicher nicht im Sinne des „Erfinders“, von P. Pius V. Das ergibt sich ganz von selbst.

  14. @Pierre 26. August 2018 um 21:21

    Zitat
    Richtig, nur diese Änderungen betreffen nicht die Gesamtwesenheit der Messe. Unbedeutende Änderungen fallen nicht ins Kalkül.

    Sie machen es sich zu einfach. Es steht da geschrieben:

    Wir setzen fest und ordnen an, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, daraus etwas weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.

    Das ist apodiktisch und betrifft alles, selbst das unbedeutendste Detail. Wer wollte dann entscheiden, was gerade nicht in das Kalkül gehört und was nicht? Die Piusbruderschaft? Die Sedisvakantisten? Ganz bestimmt nicht, dafür ist der Papst und das Lehramt zuständig.

    Zudem kann gerade beim NOM zugestanden werden, dass alle wesentlichen Teile einer hl. Messe durchaus in guter Qualität vorhanden sind. Gerade die Traditionellen Gruppen wollen jedes i-Pünktchen jotamässig realisiert sehen; Wehe der Priester macht versehentlich nur den kleinsten Fehler; der kann dann gleich in die Wüste (ausser es ist einer von Seinen). Da ist niemals von Kalkül oder unbedeutenden Änderungen die Rede.

    Es ist unlogisch, dass im NOM nur eucharistische Wunder quasi als Warnung geschehen und früher bei der Tridentinischen Messe nur zur Bestätigung. Das wäre Heuchelei, Hochmut und ganz klar eine Fehleinschätzung. Selbstverständlich sind die göttlichen Gründe dafür immer die Selben. Sie können davon ausgehen, dass es bei der Tridentinischen Messe nie wieder ein eucharistisches Wunder geben wird, so lange dieses Messformular quasi als Kampf (im Ungehorsam) gegen den NOM verwendet wird. Gott unterstützt das nicht; die bleiben alle in der geistigen Wüste.

  15. @Stefan1

    Schauen Sie, was wollten Sie erkennen was wirklich Gottes Wille ist?

    Wenn ein Eucharistisches Wunder passiert dann gilt das für die ganze Kirche ( und dazu gehört auch die FSSPX weil diese KEINE Paralellkirche ist ) zur Glaubensvertiefung und nicht zur Bestätigung der Echtheit des einen oder anderen Ritus. Den freien Willen des Menschen wird Gott nicht angreifen und jemandem zum Glauben ( zum Ritus ) zwingen. Nur, wenn der Hl. Geist mit der helfenden Gnade Gottes einen erfasst hat dann spürt man „instinktiv“ wonach man suchen muss. Und die Wahrheit lässt sich finden – wenn man bereit ist.
    So wie ich sie (die Wahrheit) fand und VIELE andere A U C H.

  16. @Pierre 27. August 2018 um 22:26

    Ja, Sie müssen aber auch verstehen, dass es heute Unwillige (Sie wissen genau, welche ich meine) gibt, die behaupten, dass der NOM ungültig und wirkungslos ist. Sie werden eben durch diese eucharistische Wunder beschämt und belehrt. Das muss man demütig annehmen und ist Gottes Wille. Auch Modernisten müssen es zur Kenntnis nehmen und die tun sich sogar sehr schwer damit. Die profane Welt noch mehr und auch für die Ungläubigen sind eucharistische Wunder zur Bekehrung ein sehr schönes Wirken Gottes zur Stärkung der Gnaden.

    Doch es geht auch auf ganz anderen Wegen. Gerade hat Wallner in einem Vortrag erzählt, dass er sehr viele Muslime hat, die katholische Christen werden wollen. Diese gehen ein sehr hohes persönliches Risiko ein. Sogar Priesteranwärter gibt es.

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