‚Erschütternde Untreue der österreichischen Bischöfe‘

Katholischer Philosoph Josef Seifert übt schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn, weil diese zum 50. Jubiläum von Humanae Vitae nur Gegner auf den Websites und via kathpress zu Wort kommen lassen

Wien (kath.net)
Der bekannte österreichische, katholische Philosoph Josef Seifert hat gegenüber dem US-Magazin „OnePeterFive“ schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn geübt, weil diese zur 50-Jahresfeier von Humanae vitae via Kathpress nicht weniger als fünf Artikel von Moraltheologen und anderen Katholiken veröffentlichen ließen, die die Enzyklika mehr oder weniger offen angreifen. Seifert kritisierte in dem Zusammenhang vor allem den Wiener Kardinal, weil dieser noch 2008 in einem Hirtenwort die Mariatroster Erklärung mit ihrem „verwaschenen doppelzüngigen Lob“ als Irrtum bezeichnet habe. Wörtlich stellte Seifert fest: „Sie stellen nicht nur die zentrale Aussage und in Humanae Vitae verkündete Wahrheit, dass jeder Akt der Empfangnisverhütung in sich schlecht ist, in Frage, sondern führen zur Unterstützung ihres Irrtums auch noch allgemeinere schwerste und geradezu absurde Irrtümer an, wie etwa den des Moraltheologen Lintner, der behauptet, das moralische Gesetz müsse sich einer Entwicklung unterwerfen, wenn ein Großteil der Menschen ihm nicht folgt und sich nicht nach HV richtet. Wird etwa der Ehebruch gut, weil sehr viele Menschen ihre Ehe brechen? Wird die Abtreibung gut oder zu einer weniger schweren Sünde, ja ist sie nicht mehr ein himmelschreiendes Verbrechen, weil Millionen sie begehen? Wird das Gebot, Gott über alles zu lieben, außer Kraft gesetzt, weil ein Großteil der Menschen es heute bricht? Nichts könnte absurder sein als ein solcher historischer ethischer Relativismus. Und doch finden wir diesen absurden Irrtum sogar auf bischöflichen Webseiten zur 50 Jahresfeier von Humanae Vitae.“

Der bekannte österreichische Philosoph hoffe, dass die österreichischen Bischöfe endlich die Wahrheit der 2008 von Kardinal Schönborn ausgesprochenen Worte begreifen und einstimmig die verkehrte Maria Troster Erklärung widerrufen werden und sich kompromisslos und klar für die Wahrheit der Lehren von Humanae Vitae und Familaris Consortio aussprechen werden. „Empfängnisverhütung ist aus vielen Gründen in sich schlecht (nicht nur, weil die Pille zwei frühabtreibende Wirkungen hat und daher in einem erheblichen Prozentsatz ihrer Anwendung Mord ist und weil Verhütung den prokreativen vom unitiven Sinn des ehelichen Aktes loslöst).“ Wörtlich meint Seifert dann: „Was für eine Schande für die Kirche in Österreich, das 50. Jubiläum von Humanae Vitae in der Kirche Österreichs durch eine Orgie ihrer Gegner auf bischöflichen Webseiten zu begehen!“

Der Philosoph fragt sich, warum die österreichischen Bischöfe nicht Artikel auf ihre Webseite setzen und Redner „zu einer Tagung über Humanae Vitae einladen, die, wie der exzellente österreichische Priester, Pfarrer und Professor in Heiligenkreuz Helmut Prader, Humanae Vitae wunderbar begründen und eine ausgedehnte Pastoral betreiben, die die Wahrheit dieser Enzyklika vielen Ehepaaren und Brautpaaren in beglückender und klarer Form vermittelt? „Auch Weihbischof Andreas Laun, der vielleicht als einziger österreichischer Bischof durchwegs klare Worte über Humanae Vitae gesprochen hat, sowie Bischof Athanasius Schneider, der durch seine schlichte Klarheit unter allen Bischöfen der Welt herausragt und sich oft in wunderbarer Weise zu HV geäußert hat, sollte zu einer solchen Jubiläums-Tagung über Humane Vitae als Redner eingeladen werden und ihre Vorträge oder Aufsätze sollten die bischöflichen österreichischen Webseiten zieren und von der gegenwärtigen Schmach der dort publizierten Aufsätze befreien.“

Vgl. dazu auch: Kardinal Schönborn 2008: ‚Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt‘

Archivvideo: KATH.NET-Interview mit Prof. Seifert

_______

Artikel auf http://www.kath.net/news/64516, 19 Juli 2018, 16:01

Ein Kommentar zu “‚Erschütternde Untreue der österreichischen Bischöfe‘

  1. „Katholischer Philosoph Josef Seifert übt schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn, weil diese zum 50. Jubiläum von Humanae Vitae nur Gegner auf den Websites und via kathpress zu Wort kommen lassen“

    Ja so was?
    Wir dachten, es ist Ihre Katholische Kirche mit Papst. Und da rührt sich Ihr Papst nicht, unterstützt Seifert nicht und verurteilt nicht? Ein seltsamer Papst, wahrlich ein gemachter „Papst“, fingiert und vorgetäuscht, nicht wahr?

    Wurde Prof. Josef Seifert nicht gar vom Erzbischof von Granada wegen Kritik an amoris laetitia suspendiert und dann aus der Internationalen Akademie für Philosophie entlassen, die er selbst mitgegründet hatte?
    Eine saubere Katholische Kirche „mit Papst“!

    Wie glücklich können wir uns preisen, nicht dieser Gaunerwirtschaft anzugehören – einfach mit ihnen nichts zu tun haben zu müssen!

    Doch das ist alles das Endresultat – so auch bei Bischof Athanasius Schneider – wenn man es nicht fertig bringt, das, was wahr ist, laut zu verkünden, nämlich daß diese Sektenhäupter nicht gleichzeitig Oberhaupt der Kirche sein können. Ketzer bittet man einfach um nichts. Das ist eines Katholiken unwürdig. Beide Genannten u.a. baten den Ketzer, „einige Irrtümer – auch „objektiv härtische“ zurückzunehmen.

    Hier aber beginnt der Grundfehler. Denn beide erklären der Welt, daß ein Papst Irrtümer verbreiten könne. Daß man einen Papst ermahnen und kritisieren dürfe.
    Das geht schon zurück zu Erzbischof Lefebvres Zeiten. Obgleich er sich oft seiner Sache nicht sicher war, ob er es mit einem wahren Papst zu tun hat und manchmal eher glaubte, es besteht Sedisvakanz, richtete er seinen Blick dennoch nach Rom. Obwohl die Heilige Schrift davon spricht, dass nach einer ein- oder zweimaligen Warnung, die nichts gebracht hat, diese Unbelehrbaren angesehen werden sollen als Ungläubige, als Heiden, richtete er dennoch sieben Briefe an Paul VI. und drei an Johannes Paul II. und begann sie mit „Heiliger Vater! Möge Eure Heiligkeit uns gestatten…“
    Wie unzutreffend und absurd, Ketzer um etwas zu bitten!

    „Ich mahne euch, Brüder, nehmt euch in acht vor denen, die Zwietracht und Ärgernisse anrichten im Widerspruch zu der Lehre, die ihr empfangen habt; geht ihnen aus dem Weg“ (Röm 16,17)

    Weder Schneider, noch Fellay noch Seifert gingen ihm aus dem Weg.
    Auch die Dubia der vier Kardinäle in dieser Form ist nicht zulässig.
    Eine Dubia kann es nur geben zur Zeit der Beratungen vor einem Lehrschreiben. Dann kann ein Kardinal oder mehrere eine Dubia nach Rom schicken, in der sie auf verschiedene Punkte hinweisen, die noch präziser und tiefgehender z.B. verfaßt werden könnten. Hat der Papst das Lehrschreiben dann verkündet, gibt es kein Zurück mehr und auch keine Korrektur: „Rom hat gesprochen – der Fall ist erledigt“, war die Devise! Wann hat es jemals eine Rücknahme eines Lehrschreibens, eines Apostolischen Schreibens, einer Enzyklika gegeben?

    Und die „formelle correctio fraterna“, die „Correctio filialis“ ? Einen wahren Papst kann man nicht „brüderlich!“ zurechtweisen.
    Lefebvre hätte notfalls einen seiner Priester oder auch Mitbrüder ein Mahnschreiben zukommen lassen können. Aber seinem Papst? Dem Papst eine Zusammenfassung schicken mit seinen Hauptirrtümern? Ausgeschlossen!
    Die Correctio filialis ist eine Zurechtweisung von Häresien. Man gab der Welt also kund: Der Papst der Katholischen Kirche vermag euch Falsches zu lehren. Passt auf, ihr könnt nicht alles glauben, was von Rom kommt.
    Nun gut, die Gläubigen sollen nun hergehen und entscheiden, was zu glauben ist und was nicht?
    Seifert schreibt: „Zudem könne „nur der Papst, und vielleicht das Kardinalskollegium,“ diese Aussage korrigieren“

    Nein, auch kein Kardinalskollegium kann es!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.