Papst Franziskus an die Priester der Schönstatt-Bewegung

Schoenstatt Fathers‘ [Arizona] Retreat Summer 2018

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE PRIESTER DER SCHÖNSTATT-BEWEGUNG

 Konsistoriensaal
Donnerstag, 3. September  2015

[Multimedia]


 

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst!

Ich freue mich, bei dieser Begegnung mit euch zusammen zu sein. Juan Pablo danke ich für seine Worte und auch für das Zeugnis der Zuneigung im Namen der Mitglieder der Bewegung. Die Begegnung vom letzten Jahr habe ich noch in lebendiger Erinnerung. Das 5. Generalkapitel, das ihr soeben abgeschlossen habt, fand im Jahr des 50. Jubiläums der Gründung des Instituts durch Pater Josef Kentenich statt. Und nach den Jahren dieser Wegstrecke wollt ihr dafür Sorge tragen, das Gründungscharisma lebendig zu erhalten und auch die Fähigkeit, es an die Jüngeren weiterzugeben.

Es ist auch mir ein Anliegen, dass sie das Charisma beibehalten und weitergeben, so dass es ihr Leben und ihre Sendung weiterhin inspirieren und stützen möge. Ihr wisst, dass ein Charisma kein Ausstellungsstück im Museum ist, das dort unangetastet in der Vitrine bleibt, um betrachtet zu werden, und nichts weiter. Die Treue, das Charisma in seiner Reinheit erhalten, das bedeutet nicht, es in einer versiegelten Flasche zu verschließen, als wäre es destilliertes Wasser, das von außen nicht verunreinigt werden darf. Nein, das Charisma bewahrt man nicht, indem man es absondert. Man muss es öffnen und es herauskommen lassen, damit es mit der Wirklichkeit in Kontakt kommt, mit den Menschen, mit ihren Sorgen und Problemen. Und so, in dieser fruchtbaren Begegnung mit der Realität wächst das Charisma, erneuert sich. Auch die Wirklichkeit verändert, verwandelt sich durch die geistliche Kraft, die dieses Charisma in sich trägt. Pater Kentenich hat das sehr gut zum Ausdruckgebracht, wenn er sagte, dass man »die Hand am Puls der Zeit und das Ohr am Herzen Gottes« haben muss. Das sind die beiden Pfeiler eines wahren geistlichen Lebens. Auf der einen Seite: der Kontakt mit Gott. Er hat Priorität. Er hat uns zuerst geliebt. Bevor uns etwas in den Sinn kommt, ist er uns mit seiner übergroßen Liebe bereits zuvorgekommen. Und der heilige Paulus ermahnt  uns, uns selbst nichts zuzuschreiben, als  wenn es von uns käme, weil jede Fähigkeit von Gott kommt (vgl. 2 Kor 3,4-6).

In der heutigen Lesehore war in der Lesung aus einem Text vom heiligen Gregor dem Großen die Rede vom Priester, der mitten in seinem Volk als Wächter steht, um zu sehen, was von weitem kommt (vgl. Homilien zu Ezechiel, I,II,4). Ich meine hier einen wachen Priester, denn der eingeschlafene Priester sieht nichts, so hoch er auch stehen mag. So ist der Priester. Wie seine Brüder steht auch er im Tal seiner Schwachheit, seiner geringen Kraft. Aber der Herr beruft ihn, damit er in der Höhe steht, damit er auf den Wachturm des Gebets steigt, zur Höhe Gottes empor. Er beruft ihn zu einem Dialog mit ihm: Dialog der Liebe, von Vater zu Sohn, von Bruder zu Bruder, Dialog, in dem man den Herzschlag Gottes spürt und  lernt, weiter in die Ferne zu sehen, tiefer zu sehen.

Mich hat die Gestalt des Mose immer beeindruckt, der mitten in seinem Volk stand, mitten in Schwierigkeiten, den Auseinandersetzungen mit dem Pharao, den schweren Problemen, die er lösen musste. Zum Beispiel als er am Ufer des Meeres stand und das Heer des Pharao kommen sah: »Was mache ich jetzt?« Ein Mann, den Gott berufen hat, Wächter zu sein. Er ließ ihn in die Höhe aufsteigen und sprach von Angesicht zu Angesicht mit ihm. Was für ein toller Kerl, hätten wir gesagt. Und was sagt die Bibel? Dass er der demütigste Mensch auf Erden war. Es gab keinen anderen Menschen, der so demütig war wie Mose. Wenn wir uns bis auf den Wachturm des Gebets erheben lassen, bis zur Höhe der Vertrautheit mit Gott, um den Brüdern zu dienen, dann ist die Demut das Zeichen dafür. Ich weiß nicht, setzt euch damit auseinander. Wenn ihr dagegen ein wenig »den großen Mann spielt«, ein wenig überheblich seid, dann deshalb, weil wir auf halbem Weg sind oder glauben, uns selbst zu genügen. Der Herr wartet auf uns im Gebet – Bitte unterlasst es nicht! –, in der Betrachtung seines Wortes, im Stundengebet.

Es ist kein guter Weg, das Gebet zu vernachlässigen, oder schlimmer noch, es aufzugeben mit der Ausrede eines aufzehrenden Dienstes, denn »wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut« (Ps 127,1). Es wäre ein großer Irrtum, zu meinen, dass das Charisma lebendig bleibt, wenn man sich auf die äußeren Strukturen, auf die vorgegebenen Modelle, auf Methoden oder die Form konzentriert. Gott befreit uns vom Geist des Funktionalismus. Die Lebendigkeit des Charismas ist verwurzelt in der »ersten Liebe« (vgl. Offb 2,4). Aus dem zweiten Kapitel des Propheten Jeremia: »Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist.« Die erste Liebe, zur ersten Liebe zurückkehren. Die erste Liebe, die jeden Tag erneuert wird: in der Bereitschaft, zu hören und mit der Großherzigkeit des Verliebten zu antworten, sowie in der Betrachtung, bei der wir uns der Neuheit des Heiligen Geistes öffnen, den Überraschungen, wie du gesagt hast. Lassen wir uns vom Herrn überraschen  und dass er uns Wege der Gnade in unserem Leben eröffnet. Dann findet in uns diese gesunde und notwendige Dezentrierung statt, in der wir zur Seite treten, damit Christus der Mittelpunkt unseres Lebens sei. Bitte, seid dezentriert! Niemals im Zentrum.

Der zweite Pfeiler wird mit den Worten bezeichnet: »den Puls der Zeit fühlen«, den Puls der Realität, der Menschen. Man darf keine Angst vor der Realität haben. Und die Realität muss man nehmen, wie es kommt, so wie der Torhüter: Wenn der Ball geschossen wird, versucht er ihn von dort, aus der Richtung abzufangen, aus der er kommt. Dort wartet der Herr auf uns, dort teilt er sich uns mit, dort offenbart er sich uns. Der Dialog mit Gott im Gebet führt uns auch dahin, seine Stimme in den Menschen und Situationen zu hören, die uns umgeben. Es sind nicht zwei verschiedene Ohren, eines für Gott und ein anderes für die Realität. Wenn wir mit unseren Brüdern und Schwestern zusammen sind, vor allem mit jenen, die in unseren Augen und denen der Welt weniger angenehm sind, was sehen wir da? Werden wir uns bewusst, dass Gott sie liebt, dass sie dasselbe Fleisch haben, das Christus angenommen hat, oder bleibe ich ihren Problemen gegenüber gleichgültig? Um was bittet mich der Herr in dieser Situation? Den Puls der Realität zu fühlen, erfordert die Betrachtung, die vertraute Beziehung zu Gott, das beständige und sehr häufig langweilige Gebet, das aber in den Dienst mündet. Im Gebet lernen wir, keinen weiten Bogen zu machen um Christus, der in seinen Brüdern leidet. Im Gebet lernen wir das Dienen. Dienen ist das vorherrschende Merkmal im Leben eines Priesters! Nicht umsonst ist unser priesterliches Dienstamt ein Dienst am allgemeinen Priestertum, das aus der Taufe kommt. Ihr seid praktisch die letzte Wirklichkeit der von Pater Kentenich gegründeten Bewegung und das enthält eine große Lehre, es ist etwas sehr Schönes.

»Die Letzten sein«, das spiegelt ganz klar den Platz, den die Priester in Bezug auf ihre Brüder und Schwestern einnehmen. Der Priester steht nicht höher und auch nicht weiter vorne als die anderen, sondern er geht an ihrer Seite und liebt sie mit der Liebe Christi, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele (vgl. Mt 20,28). Ich denke, das ist im Grunde das, was euer Gründer für die Priester im Sinn hatte: der Kirche, allen Gemeinschaften, der Bewegung uneigennützig dienen, um deren Einheit und Sendung zu bewahren. Der Priester muss einerseits auf den Wachturm der Kontemplation steigen, um in das Herz Gottes einzutreten, auf der anderen Seite muss er sich klein machen – im christlichen Leben bedeutet Fortschritte machen sich klein machen –, er muss sich klein machen im Dienen und die Wunden seiner Brüder und Schwestern waschen, versorgen und verbinden. So viele tödliche und geistige Wunden, die sie abseits vom Weg des Lebens zu Boden drücken. Bitten wir den Herrn, uns Schultern zu verleihen wie seine, die stark sind, um uns alle aufzuladen, die keine Hoffnung haben, die verirrt zu sein scheinen, jene, denen man nicht einmal einen Blick gönnt… Und, bitte, er möge uns befreien vom »escalafonismo« [Karrierismus] in unserem Leben als Priester. Zweifelsohne ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe, die erträglich und sogar schön wird durch die priesterliche Brüderlichkeit. Bitte, niemals allein. Den priesterlichen Dienst darf man nicht auf individuelle oder, noch schlimmer, auf individualistische Weise verstehen. Die Brüderlichkeit ist eine große Schule der Jüngerschaft. Sie setzte eine große Hingabe an Gott und an die Brüder voraus. Sie hilft uns, in der Liebe und in der Einheit zu wachsen, und bewirkt, dass unser Lebenszeugnis fruchtbarer wird.

Nicht wir sind es, die wir unsere Brüder auswählen. Aber wir sind es doch, die die bewusste und fruchtbare Entscheidung treffen können, sie so zu lieben, wie sie sind, mit ihren Fehlern und Tugenden, mit ihren Grenzen und Potentialen. Bitte, in euren Gemeinschaften darf es niemals Gleichgültigkeit geben. Verhaltet euch menschlich. Wenn es Diskussionen oder Meinungsverschiedenheiten gibt, dann macht euch keine Sorgen. Besser die Hitze der Diskussion als die Kälte der Gleichgültigkeit, die das wahre Grab der brüderlichen Liebe ist. Letztendlich kann man mit Liebe, Verständnis, Dialog, echter Zuneigung, Gebet und Buße alles überwinden, und die Brüderlichkeit gewinnt neue Kraft und neuen Elan. Das erfüllt euer Priestertum mit Freude. Lernt, euch zu ertragen, zu streiten und zu vergeben. Lernt vor allem, einander zu lieben.

Kontemplation, Dienst, Brüderlichkeit. Diese drei Haltungen, die im priesterlichen Leben eine Hilfe sein können, möchte ich euch mit auf den Weg geben Erlaubt mir, euch am Schluss unserer Begegnung in aller Demut drei Dinge zu empfehlen. Erstens: Begleitet die Familien und wendet ihnen eure Sorge zu. Sie brauchen die Begleitung, damit sie ihren Bund des Lebens und der Liebe heilig leben können, vor allem jene, die Momente der Krise oder Schwierigkeiten durchmachen. Zweitens und mit dem Blick auf das kommende Jubiläum der Barmherzigkeit: Widmet dem Sakrament der Versöhnung viel Zeit. Seid sehr vergebungsvoll, bitte. Mir tut es gut, mich an einen Pater in Buenos Aires zu erinnern, der groß ist in der Vergebung. Er ist fast genauso alt wie ich, und manchmal kommt ihm der Zweifel, dass er zuviel vergeben hat. Eines Tages habe ich ihn gefragt: »Und was machst du, wenn dir Zweifel kommen?« »Ich gehe in die Kapelle, blicke auf den Tabernakel und sage: ›Herr, vergib mir, heute habe ich zu viel vergeben. Aber es ist klar, dass du es bist, der mir das schlechte Beispiel gegeben hat!‹“« Unsere Gemeinden sollen Zeugen der Barmherzigkeit und der Zärtlichkeit Gottes sein. Drittens bitte ich euch, für mich zu betten, weil ich es brauche. Ich vertraue euch liebevoll der Fürsorge unserer Dreimal Wunderbaren Mutter an. Und Gott segne euch. Danke.

_______

Quelle

13 Kommentare zu “Papst Franziskus an die Priester der Schönstatt-Bewegung

  1. Eine weitere Bewegung innerhalb der KIRCHE (mit Papst), die seit Jahren einen guten Einfluss auf die Menschen ausübt. In den kommenden schwierigen Zeiten für die KIRCHE (mit Papst) werden auch sie bereit sein, die KIRCHE (mit Papst) zu stützen und tragen so lange es notwendig sein wird.

  2. „In den kommenden schwierigen Zeiten“

    Sind Sie ein Prophet ?

    „Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben……ihr Kleingläubigen !!“

    Um all das sorgen sich die Heiden.

    …Sorget darum nicht ängstlich für den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner Plage.

  3. Niemand kann auch nur erahnen, wie erleichternd und freimachend es ist, nicht diesem Abschaum von Abtrünnigen anzugehören, sich ganz und gar von ihnen abzuwenden und zu ignorieren, nichts zu tun haben wollen auch nicht mit einer Schar „Priester“, vom Mittelpunkt des Gotteshauses sich abwendend, unernst dastehend und lachend sich hinwendend zum Menschen, gleichzeitig vorzugeben, diesem gegenwärtigen Wolf im Schafspelz in Rom anzugehören; apathisch und schläfrig anzugeben, dieser sei ihr Hirte und Führer, ihr Vater, Lenker des Erdkreises! Der „Barmherzigkeit“ vortäuscht, ein Herz aber aus Stein hat und die Wahrheit mit Füßen tritt.

    Niemand wird dies verstehen, der dieser widerlichen Sekte angehört und sie gar als „Offizielle Amtskirche“ – „mit Papst“ bezeichnet, der doch die Schafe raubt und zerstreut.
    „Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig sind sie reißende Wölfe“
    Hütet euch aber auch vor jenen, die die Wahrheit verdrehen.

  4. Und welche amtliche Vollmacht gibt der CIC den Sedis? Keine.

    Also handeln Sedis rechtswirdig wenn diese nicht im Einklang mit der OFFIZIELLEN Kirche handeln. Fakt. Das dürften die Sedis wohl noch immer missachten. Unverständlich.

    Noch immer nicht verstanden dass Gleichnis mit dem Unkraut und dem Weizen.

  5. @Ludwig 17. Juli 2018 um 13:56

    Zitat
    „In den kommenden schwierigen Zeiten“
    Sind Sie ein Prophet ?

    Dazu braucht man keinen Propheten zu sein. Ich akzeptiere die Darstellungen der künftigen Ereignisse nach Garabandal. Wenn es zutrifft, dann werden die Zeiten schwierig.

  6. zu @Pierre, 17. Juli 2018 um 21:24 Uhr

    Wie kann es einen Einklang mit Abtrünnigen geben?

  7. @Josua 17. Juli 2018 um 22:27

    zu @Pierre, 17. Juli 2018 um 21:24 Uhr

    “ Wie kann es einen Einklang mit Abtrünnigen geben? “

    Zwar richtig, aber trotz allem:
    Der Boden der offiziell staatlichen Rechtsordnung kann nicht verlassen werden. Das ist gottgewollt. Alles andere ist Anarchie (Gesetzlosigkeit).

    Die einzige Lösung ist mit dem Gleichnis von dem Weizen und dem Unkraut zu verstehen. Eine andere Lösung gibt es dzt. nicht. Und das hat Lefebvre erkannt und auch unter größten Schwierigkeiten umgesetzt. Versuchen wir nur ansatzweise das zu verstehen.

  8. @Alexius 17. Juli 2018 um 20:55

    Sie sollten sich in der Wortwahl mässig; Wörter wie „Abschaum“, „widerliche Sekte“ usw. sind nicht angemessen. Sie fallen wiederholt mit übertrieben albern bis bornierter Wortwahl auf. Ermutigen Sie ihre „Priester“ zu solchen Aussagen in der Öffentlichkeit?

  9. https://gloria.tv/article/YLpEfC7QjsAg3wJGbZ2udjD39
    Das ist also die „Offizielle Amtskirche“ nach @Pierre und die „Offizielle Amtskirche“ – „mit Papst“ nach @Stefan1!
    Wirklich angemessen: „der Abschaum“ – echt widerlich!

    Hilary White, COR ORANS: Ein weiterer böser Geist des II. Vatikanums
    23. Juli 2018Traditio et Fides

    Anbei ein neuer Artikel von Hilary White über den geplanten Kahlschlag der weiblichen kontemplativen Orden. Hilary verwendet den Begriff purge – „Reinigung, Säuberung, Läuterung“, welcher jedem Osteuropäer oder politisch belesenen Menschen unter dem Begriff der „Tschistka“ einer (vorwiegend) stalinischen Säuberung der Parteireihen bekannt ist. Was verbindet man mit einer Tschistka? Nächtliche Verhaftungen, Schauprozesse, Hinrichtungen und Verbannung nach Sibirien. Das DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] eine eigene Reihe über Cor orans plant, so begann er gestern, am 27.06.2018, die eigene Lektüre dieses Dokuments, welcher er die Lesung von Perfectae caritatis (28.10.1965), dem konziliaren Dekret über die Erneuerung des Ordenslebens voranstellte. Ja, wir ahnen es. Dort wo die nachkonziliare Walze von Perfectae caritatis etwas übrig ließ und dies sind nach 50 Jahren fast ausschließlich weibliche kontemplativen Orden, dort muss Cor orans ran, um die eventuellen Keimlinge zu stutzen oder gleich auszureißen. Der Niedergang des Ordenslebens wurde mit Perfectae caritatis eingeführt und besiegelt und wir werden ausführlich schreiben, weswegen, wie und warum. Aber kehren wir zu Cor orans zurück. DSDZ hat 8 von 33 Cor orans– Seiten bislang gelesen. Es ist ein juristisches Dokument, welches wie eine Schachstrategie sich gegen jede Möglichkeit des Auflebens des kontemplativen Ordenslebens absichert. Es ist wie folgt gedacht:

    „Wenn die Nonnen A machen, dann setzten wir dem B entgegen.“
    „Wenn die Nonnen aber C planen, dann erwartet sie die Rochade D bis F.“

    In einem hat Cor orans absolut recht. Es ist wirklich die Implementierung und die letzte Konsequenz der Konzilsreformen. Cor orans fürchtet neue Ordensgründungen wie die Pest, welche durch die Gesetzgebung dieses Dokuments praktisch ausgeschlossen ist. Hatte bislang nur der Ortsbischof die Entscheidungsgewalt, so gibt es jetzt fünf nachfolgende Etappen und Gremien. Die ausführliche Analyse wird noch folgen, aber ausschließlich rational ist der Frage nicht beizukommen, warum man sich dermaßen intensiv mit etwas dermaßen Kleinem befasst. Wie viele Katholiken gibt es? 1,3 Milliarden. Wie viele Priester? 415,656. Wie viele weibliche Ordensschwestern, inklusive Klausurnonnen? 670,320 laut vatikanische Quelle für das Jahr 2015. Wie viele endlich kontemplative Klausurnonnen? Um die 50.000 weltweit. Als DSDZ im Jahre 1998 für eine Nachrichtenagentur gearbeitet hatte und über dieses Thema schrieb, betrug die Anzahl der Klausurschwestern ca. 56.000. Die neueren Zahlen sind ihm nicht bekannt, also ist es sicher diese 50.000 anzunehmen, bis wir Sicheres wissen. Wir sprechen also von einem wirklichen Bruchteil aller Katholiken und einem Bruchteil aller Ordensfrauen. Warum also dieses Dokument und dieser Aufschrei? Weil, wie wir bereits schrieben, die kontemplativen Frauenorden noch überhaupt Berufungen haben, Heiligkeit „generieren“ und hier und da gar ein neues Kloster gründen. Das darf nicht sein! Und durch Cor orans wird es praktisch unmöglich gemacht. […]

    Säuberung des Papstes der verbleibenden katholischen Nonnen
    […]
    Wie ich schon viele Male an anderen Stellen geschrieben habe, ist das einheitliche Charakteristikum des gegenwärtigen Pontifikates die Säuberungsaktion. Es ist nun klar, dass Jorge Bergolio von einer Gruppe Progressiver aus den 1960er Jahren dazu gewählt wurde, die endgültige Beseitigung der letzten Elemente innerhalb der katholischen Kirche herbeizuführen, die der Revolution des II. Vatikanums widerstanden haben. Nach 50 Jahren voller Zweideutigkeiten der beiden unversöhnlich gegensätzlichen „Paradigmen“, die in einem wackeligen Waffenstillstand in der selben Institution lebten, blieben diese wenigen Aufsässigen übrig die sich weigerten, die neuen liturgischen Formen, theologischen „Formulierungen“ und neue Disziplin zu akzeptieren; diese werden nun gezwungen, sich anzupassen oder zu gehen.

    In allen katholischen Institutionen ist der sogenannte „konservative“ Mittelweg, die Position des sicheren und vernünftigen Kompromisses, die unter dein beiden letzten Pontifikaten hatte existieren dürfen, nun verdunstet. Wie nach Amoris Laetitia [in Zukunft] alle Priester und Seminaristen aus den Seminaren hinausgezwungen werden die sich weigern unbußfertigen Ehebrechern die heilige Eucharistie zu spenden, so wird Cor orans dazu verwendet werden, „konservative“ kontemplative Nonnen zu entfernen, die sich weigerten, das volle Programm der „Erneuerung“ des religiösen Lebens nach dem II. Vatikanum anzunehmen.
    […]
    Bei einem Treffen der Verantwortlichen für die Ordensausbildung im April 2015 in Romsagte Carballo ganz klar, dass das II. Vatikanum Vorrang vor den klassischen Charismas des Ordenslebens haben müsse.

    „Mit dieser klaren Erwähnung des II. Vatikanums weisen wir auf unsere tiefe Überzeugung hin, dass in der Ausbildung zum geweihten Leben das Konzil der nicht verhandelbare Bezugspunkt ist.“

    In seiner Ansprache in Avila[3], Spanien, sprach Carballo einen Monat später sogar noch klarer, indem er die „vielen fundamentalistischen Gruppen“ im Ordensleben anprangerte; er sagte: „Das kommt nicht vom Geist“. „Das II. Vatikanum ist unser Kompass“, sagte er und fügte hinzu, dass der Papst „sich vom II. Vatikanum leiten lässt“.
    […]
    Mit diesem Papst wurde ihnen der Auftrag gegeben, diejenigen, die noch immer aushalten, zu zerschlagen und, anstatt zu „singen“ nun offen „die neue Kirche ins Sein zu zwingen”. Die Sprache von Cor orans, in Zusammenschau mit Carballos klaren Botschaften in seinen verschiedenen Reden, hat es unmissverständlich klar gemacht: dies ist eine Säuberungsaktion.

    Und das Dokument ist ebenso klar über seinen Status als ein Dokument der kirchlichen Gesetzgebung. Dies ist kein Vorschlag; Obere berichten bereits, dass sie Nachricht aus Rom erhalten haben, auch die existierenden Föderationen und Assoziationen, dass sie [Cor orans] „sofort“ umsetzen müssen. Es beauftragt, Mitglied in einer Föderation zu werden, mit dessen Vorsitzender und dem Gremium, die nie dagewesene Macht haben über Finanzen, Neugründungen, Ausbildung, und – von entscheidender Bedeutung – Entscheidungen über die Auflösung von Klöstern.
    [….]
    Und ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen, die das klausurierte kontemplative Leben lieben, die es als den höchsten Ausdruck katholischen Lebens in dieser Welt und eine absolute Notwendigkeit für das Überleben der Kirche betrachten, auch eine Rückkehr zu diesem Ideal als den Weg nach vorn – vielleicht – tatsächlich – seine ihre einzige Hoffnung[4]. Aber wenn wir denken, dass die Menschen in Rom, welche derzeit für das Ordensleben verantwortlich sind, diese Meinung teilen und auch nur im geringsten Interesse daran haben, das Ordensleben wie wir es bis dato kennen zu erhalten, gelingt es uns nicht, die derzeitigen Realitäten zu begreifen.
    […]
    Die meisten Klöster werden bereits von Föderationen und Assoziationen geführt, und alle erwarten von ihren Mitgliedern, dass sie die Treffen und Ausbildungskurse außerhalb der Klostermauern besuchen. Der Auftrag von Cor orans, gemeinsame „kontinuierliche Ausbildungs-“-Programme durchzuführen, – bezüglich derer Carballo oben klar gemacht hat, dass sie das Instrument seien, mittels dessen das Neue Paradigma aufgezwungen werden würde – wurden bereits von der Mehrheit der Klöster und klausurierten Konvente angenommen. Und der Druck auf die wenigen verbleibenden Verweigerer, die es vorziehen, ihre eigenen Novizen und Jungprofessen auszubilden, ist angeblich enorm und dauerhaft.

    Die Betonung liegt bei den Föderationen und Assoziationen auf immer weiteren Zusammenschluss – in Wahrheit mehr Zentralisation und Abhängigkeit von der Assoziation. Gemeinsame Ausbildungsprogramme, wie sie Cor orans vorschreibt, werden nicht von den eigenen Novizenmeisterinnen der Klöster vorbereitet, sondern von „Professionellen“, die von der Leitung der Assoziation ausgewählt werden. Diese „Experten“ sind Leute mit Universitätsabschlüssen in „Pastoralpsychologie“ und ähnliches. Und dies geht schon seit Jahrzehnten so[5].

  10. „Homosexualistischer Kurienkardinal lebte mit Kardinal McCarrick in einer Wohnung“

    Das also ist die „Offizielle Amtskirche“ nach @Pierre und die „Offizielle Amtskirche“ – „mit Papst“ nach @Stefan1!
    Wirklich angemessen: „der Abschaum“ – echt widerlich!

  11. https://gloria.tv/article/w8nESfzhd3gF2RzNxDmwe7tr1

    Koptisch-orthodoxes Hochamt in römischer Basilika

    Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II. von Alexandria in Ägypten hat am 8. Juli eine vierstündige Göttliche Liturgie in der römischen Basilika St. Paul vor den Mauern gefeiert.

    Die Kopten sind formal Schismatiker und Häretiker, die immer noch dem Monophysitismus anhängen. Diese Häresie leugnet die zwei Naturen Christi.

    Letztes Jahr erlaubte Papst Franziskus eine anglikanische Vesper („Evensong“) im Petersdom.

    Derartige Ereignisse führen dazu, dass Katholiken glauben, es sei egal, ob man katholisch, koptisch oder anglikanisch ist.

    Gleichzeitig wäre es undenkbar, dass in einer römischen Basilika ein Pontifikalamt im alten römischen Ritus gefeiert würde.
    ___________
    Häretisch-schismatischer Bischof Tawadros II. Thront in einer katholischen Basilika!
    [Verbessert werden müßte: Derartige Ereignisse führen nicht dazu, sondern haben schon dazu geführt, sind bereits gang und gäbe, dass die Konzilsgläubigen annehmen, egal, ob katholisch, protestantisch oder anglikanisch, Hauptsache wir sind nett zueinander.]
    ____________
    Der Abfall des postkatholischen Vatikans schreitet fort. Obwohl die Modernisten unsere katholischen Kirchen schon lange mit ihrem schrecklichen Novus-Ordo-Gottesdienst beschmutzt haben, haben sie das immer unter dem Etikett „katholisch“ getan. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, in der selbst ein häretisch-schismatischer Bischof in einer katholischen Basilika „thronen“ darf, der sich aber ausdrücklich als etwas anderes bezeichnet als „katholisch“!
    Mit der vollen Erlaubnis von Bergoglio, also der angeblichen „Offiziellen Amtskirche“ – „mit Papst“ wurde Häretikern „Gottesdienst“ angeboten in St. Paul vor den Mauern.

  12. Niemand behauptet, dass die angekündigten Zeiten der Verwirrungen innerhalb der KIRCHE (mit Papst) durch Garabandal und Emmerich für die treuen Gläubigen einfach werden wird. Es wird sich noch weiter steigern bis zur WARNUNG (Seelenschau). Trotzdem wird die KIRCHE (mit Papst) bis an das Ende der Menschheit bestehen bleiben und es wird auch wieder gute Phasen geben (wie auch Emmerick angekündigt hat) durch den Schutz der Gottesmutter.

  13. Die „selbstzerstörte Kirche“ mit „häretischen KetzerPapst“ noch bis zum Ende der Menschheit..? Gute Nacht, das sind Aussichten!

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