Weihbischof Athanasius Schneider: Das wahre Gesicht der Freimaurerei

 

Vortrag für die TV-Reihe THEMA der Päpstlichen Stiftung
KIRCHE IN NOT

In diesem Jahr feiert die Freimaurerei dreihundert Jahre ihres offiziellen Bestehens. Nach der offiziellen Version entstand diese Organisation am 24. Juni 1717 in London. Das war das Ergebnis der Vereinigung von vier „Logen“ oder Geheimgesellschaften, aus denen dann die Großloge von London entstand. Ein protestantischer Geistlicher namens James Anderson schrieb die ersten Freimaurersatzungen.

Was ist nun eigentlich die Freimaurerei? Schon zwanzig Jahre nach deren offizieller Gründung hat die Kirche diese religionsähnliche Vereinigung verurteilt und zwar mit der höchsten kirchlichen Strafe der Exkommunikation. Und warum? Weil die Freimaurerei eine naturalistische Religion ist, ein Gemisch von Pantheismus und Gnosis mit Selbsterlösung. Diese Religion ist nur scheinbar tolerant. In der Tat ist sie jedoch äußerst anspruchsvoll und intolerant. Die Freimaurer betrachten sich als „Eingeweihte“, als „Vollkommene“ und „Erleuchtete“, den Rest der Menschen hingegen als „profan“, „unvollkommen“ und „verfinstert“. Die Freimaurerreligion bezweckt die Unabhängigkeit vom wahren Gott, so dass der Mensch selber an die Stelle Gottes tritt und entscheidet, was gut und böse ist. In den Anfangsgraden wird eine unbestimmte, nebelhafte Gottheit, der sogenannte „Große Baumeister der Welt“ verehrt, welcher in den höheren und dann in den höchsten Graden immer konkreter wird, dort wird er nämlich als Luzifer, als Satan, als der Gute, als der Widersacher Gottes identifiziert und der wahre Gott wird dann als der Böse aufgefasst.

Die Kirche erkannte, dass es sich bei der Freimaurerei um eine wahre und immer mächtiger werdende Geheimgesellschaft mit pseudoreligiösem Inhalt handelt, die sich rasch in zahlreichen Zweitorganisationen und oft unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitete und in die Machtpositionen der Gesellschaft, vor allem in Politik und in das Finanzwesen, eindrang. Es war Papst Pius VIII., der im Jahre 1829 eine der prägnantesten und zutreffendsten Definitionen der Freimaurerei gab: Es handelt sich um eine satanische Sekte, welche den Dämon als ihren Gott hat (cf. Traditi humilitati nostrae).

Das Wesen der Freimaurerreligion besteht in der Perversion, in der Umdrehung der von Gott gegebenen Schöpfungsordnung. In der Übertretung der Gesetze Gottes sehen die Hochgradfreimaurer den wahren Fortschritt der Menschheit, den geistigen Bau des Tempels der Menschheit. Anstelle der Offenbarung Gottes tritt das Freimaurergeheimnis und der Mensch macht sich letztlich selbst zum Gott (vgl. X. Dor, Le Crime contre Dieu, Chiré-en-Montreuil, 2016, 162).

In der Tat ist die Freimaurerei die perfekte Anti-Kirche, wo alle theologischen und sittlichen Grundlagen des katholischen, von Gott geoffenbarten Glaubens und Seiner der Kirche ins Gegenteil verkehrt sind. Einmal sagte ein Mitglied der Freimaurerei in einem vertrauten Gespräch zu seiner Schwester: „Weißt du, was wir Freimaurer eigentlich sind? Wir sind die Gegen-Kirche“. Historiker erkannten in der Freimaurerei schon den Keim des politischen Totalitarismus (z.B. A. Cobban, Historia de las Civilizaciones, zitiert in: A. Bárcena, Iglesia y Masonería, Madrid 2016, 71). Das Verwirrende und Täuschende dabei ist, das sich die Freimaurerei mit attraktiven Begriffen wie „Philanthropie“, „Humanismus“, „Intellektualität“ und „Toleranz“ lobt und gleichzeitig auch tarnt. Mit der Ablehnung der übernatürlichen göttlichen Offenbarung lehnt die Freimaurerei auch das Naturgesetz ab. Das ist aber genau der Punkt, der zu allen totalitaristischen Systemen führt. Schon der Genfer Freimaurer und Philosoph Jean-Jacque Rousseau bekannte:

„Das Leben des Menschen ist nicht nur eine Gabe der Natur, sondern ein bedingtes Geschenk des Staates“ (Der Gesellschaftsvertrag, II, 5).

Der politische und gesellschaftliche Anarchismus ist ein Phänomen, das am meisten den Geist der Freimaurerei verkörpert, da ja einer ihrer zentralen Leitsätze lautet: „Ordo ab chao“. Das bedeutet, dass man muss zuerst ein Chaos schaffen muss, um dann eine neue, d.h. eine andere Ordnung zu bilden. Im Ritual der Freimaurerei des sogenannten „Alten und Angenommenen Schottischen Ritus“ aus dem Jahre 1892 erhält der Anwärter des vorletzten 32. Grades folgende Belehrung:

„Der erste Kanonendonner erfolgte, als Luther sich die Rebellion des Verstandes in den Kopf setzte; der zweite Kanonendonner war, als in Amerika verkündet wurde, dass jede menschliche Regierung seine Autorität vom Volk erhält und nur vom Volk; der dritte Kanonendonner war, als in Frankreich die Menschenrechte in der Formulierung Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verkündet wurden“ (M. Tirado Rojas, La Masoneria en Espana, 1892, I, 163). Der Anwärter des 33. Grades erhält dann diese Belehrung: „Weder das Gesetz, noch das Eigentum, noch die Religion dürfen über den Menschen bestimmen; und da sie den Menschen vernichten, indem sie ihm seiner wertvollsten Rechte berauben, so sind das Gesetz, das Eigentum und die Religion Mörder, an denen wir geschworen haben, fürchterlichste Rache zu nehmen; sie sind Feinde, gegen die wir einen unerbittlichen Krieg um jeden Preis geschworen haben. Von diesen drei verrufenen Feinden muss die Religion der ständige Gegenstand unserer tödlichen Angriffe sein. Wenn wir die Religion zerstört haben, werden wir das Gesetz und das Eigentum zu unserer Verfügung haben und können die Gesellschaft regenerieren, indem wir über den Leichen jener Mörder, die freimaurerische Religion, das freimaurerische Gesetz und Eigentum errichten“ (ebd. 169-170). Unter „Religion“ ist in diesem Sprachgebrauch des Freimaurerritus letztlich die christliche und näherhin die katholische Religion gemeint.

Es ist bekannt, dass die europäische Freimaurerei und insbesondere Kerensky, der Großmeister des Großen Orients von Russland, die kommunistische Oktoberrevolution von 1917, im zweihundertsten Jahr der Gründung der Freimaurerei, logistisch und politisch entscheidend unterstützten. Lenin und die neuen kommunistischen Machthaber duldeten nach ihrem Sieg keine Konkurrenz, deswegen verboten sie in der Sowjetunion die traditionelle Freimaurerei. Beim dritten Kongress der Kommunistischen Internationale im Jahre 1921 erhielt die traditionelle Freimaurerei folgende bezeichnende Beurteilung: „Die Freimaurerei erinnert uns durch ihre Riten an religiöse Gebräuche. Wir wissen aber, dass jede Religion das Volk unterdrückt. Die Freimaurerei stellt eine gesellschaftliche Kraft dar und wegen dem Geheimhaltungscharakter ihrer Sitzungen und der absoluten Verschwiegenheit ihrer Mitglieder, stellt sie eine Art Staat im Staat dar“.

Die Freimaurerei unterstützte z. B. auch die sogenannten sexuelle Revolution von 1968. Die beiden Großmeister der größten Freimaurerverbände in Frankreich Frederic Zeller und Pierre Simon waren mit einigen ihrer Logenmitglieder aktiv an den Studentenrevolten in Paris im Mai 1968 beteiligt. Der erwähnte Großmeister Pierre Simon war dann Assessor der Ministerin Simone Weil, die in Frankreich die Abtreibung legalisiert hatte. Im Jahre 2012 publizierte die Pariser Zeitung „Figaro“ ein ausführliches Dossier über die Freimaurerei und ließ hohe Amtsträger der verschiedenen Freimaurerlogen zu Wort kommen. Einer dieser Amtsträger sagte offen, dass die Gesetze über die Freigabe der Abtreibung, die sogenannten gleichgeschlechtlichen Ehe oder „Ehe für alle“ und die Euthanasie in den ideellen Werkstätten der Freimaurerlogen vorbereitet werden und dann durch deren Mitglieder in Parlament und Regierung und deren Lobbyarbeit effektiv durchgesetzt werden.

Die Analyse, die Papst Leo XIII. im Jahre 1894 über das Wesen, die Grundsätze und die Tätigkeit der Freimaurer gab, ist in ihrer Genauigkeit kaum zu übertreffen und behält ihre volle Aktualität:

„Die Freimaurerei ist eine Gesellschaft, deren unheimlicher Druck schon lange namentlich auf den katholischen Nationen lastet. Unter der Gunst verworrener Zeitverhältnisse emporgekommen, maßlos stolz im Hinblick auf ihre Stärke, ihre Machtmittel und Erfolge, zielen die Freimaurer mit aller Anstrengung dahin, ihre Herrschaft immer mehr zu befestigen und weiter auszubauen. Wo immer sie ihren Fuß hinsetzt, da drängt sie sich in alle Volksschichten und in alle Einrichtungen des Staates ein, um schließlich überall den Ton anzugeben und alles ihrem Gutdünken zu unterwerfen. Angeblich um die allgemeinen Menschenrechte zu verteidigen und die bürgerliche Gesellschaft geistig zu erneuern, kämpft sie unerbittlich gegen das Christentum an, verwirft die von Gott geoffenbarte Wahrheit und verspottet die Übungen der Frömmigkeit, die göttlichen Sakramente und anderes, was uns heilig ist, als Aberglauben. Sie strebt danach, die Ehe, die Familie, die Jugenderziehung und den öffentlichen wie privaten Unterricht alles christlichen Geistes zu berauben und den Völkern alle Ehrfurcht vor göttlicher und menschlicher Autorität aus der Seele zu reißen. Sie schreibt ferner für den Menschen die Verehrung der Natur vor, und nur ihre Grundsätze seien Regel und Richtschnur für Wahrheit, Sittlichkeit und Gerechtigkeit. Auf diese Weise muss der Mensch augenscheinlich wieder in den Sitten und Lebensgewohnheiten der heidnischen Völker zurückfallen. Das moderne Heidentum wird sogar noch lasterhafter sein, da jetzt die Reizmittel für die Sinne viel zahlreicher sind als im Altertum.“ (Exhortatio Apostolica Praeclara gratulationis).

Eine der raffiniertesten, eben satanischen Weisen des Kampfes der Freimaurerei gegen ihren Erzfeind, die katholische Kirche, besteht in der Infiltrierung in die Kirche. Der folgende, von vielen Historikern als echt betrachteter und von Bischof Rudolf Graber zitierte Auszug aus den Anweisungen der Alta Vendita, einer Art Regierungszentrum der europäischen Freimaurerei im 19. Jahrhundert, beleuchtet das: „Der Papst, wer er auch immer sei, wird nie zu unseren Geheimbünden kommen; darum müssen die geheimen Verbindungen den ersten Schritt zum Papste und zur Kirche tun, mit der Absicht, beide in Fesseln zu schlagen. Das Werk, an welches wir herangehen, ist nicht die Arbeit eines Tages, eines Monats oder Jahres. Es kann viele Jahre, vielleicht ein Jahrhundert dauern. Wir beabsichtigen ja nicht, den Papst für unsere Sache zu gewinnen. Das wäre ein lächerlicher Traum. Und selbst wenn möglicherweise ein Kardinal oder Bischöfe aus vollem Herzen oder aus List der Eingeweihte unserer Geheimnisse und unser Mitglied würde, so dürften wir doch darum noch nicht seine Erhebung auf den Stuhl Petri wünschen. Ja diese seine Erhebung wäre auch unser Ruin. Denn wie er aus bloßem Ehrgeiz zur Apostasie gekommen wäre, ebenso müsste ihn das Bedürfnis der Macht dazu bestimmen, uns zu opfern. Was wir suchen, und worauf wir harren müssen, das ist ein Papst nach unseren Bedürfnissen. Damit werden wir weit sicherer zum Angriff auf die Kirche schreiten. Um den hohen Felsen, auf dem Gott Seine Kirche gebaut hat, zu zerschmettern, brauchen wir nicht länger Waffen. Wir haben den kleinen Finger des Nachfolgers Petri in die Unternehmung verwickelt. Um also einen Papst nach unserem Herzen zu machen, handelt es sich vor allem darum, diesem künftigen Papst eine Generation von Priestern zu erziehen, welche des von uns gewünschten Regimentes würdig ist. Gehet geradewegs auf die Jugend und wo möglich sogar auf die Kinder los. Habt ihr einmal das Vertrauen der Professoren und Studenten gewonnen, so sorgt dafür, dass besonders die Kandidaten des geistlichen Standes euren Umgang aufsuchen. In etlichen Jahren wird dieser junge Klerus durch die Macht der Umstände Ämter bekleiden. Er wird regieren, verwalten, richten, den Rat des Papstes bilden, und berufen sein, den künftigen Papst zu wählen. Und dieser Papst wird, wie die meisten seiner Zeitgenossen, notwendigerweise mehr oder weniger mit den revolutionären und humanitären Prinzipien, die wir im Begriff sind, in Umlauf zu bringen, erfüllt sein. Spannet eure Netze aus im Inneren der Sakristeien, der Seminare und Klöster. Ihr werdet sogar zu den Füssen des Apostolischen Stuhles Freunde fischen. So habt ihr dann im Netze eine Revolution in Tiara und Chormantel, eine Revolution, die nur kleiner Hilfe bedarf, um das Feuer in allen vier Weltgegenden anzustecken“. (Bischof Dr. Rudolf Graber, Athanasius und die Kirche unserer Zeit, a.a.O.). Dass diese Aussagen nicht erfunden sind, erkannt man aus dem folgenden Zitat eines führenden italienischen Modernisten, der im Jahre 1905 in seinem Buch schrieb: “Wir wollen unsere ganze Aktion zielgerichtet ordnen. Eine katholische Freimaurerei? Jawohl, eine Freimaurerei der Katakomben. […]. Man muss darauf hinarbeiten, den römischen Katholizismus im progressistischen, theosophischen Sinn zu reformieren durch einen Papst, der sich von diesen Ideen überzeugen lässt” (A. FOGAZZARO, Il Santo, Milano, 1905, p. 44 e 22).

Die Tatsachen zeigen zur Genüge, dass die Freimaurerei der größte denkbare Gegensatz zur katholischen Religion ist. Deswegen hat die Kirche im Jahre 1983 folgende, immer noch gültige, Erklärung gegeben: „Das negative Urteil der Kirche über die freimaurerischen Vereinigungen bleibt also unverändert, weil ihre Prinzipien immer als unvereinbar mit der Lehre der Kirche betrachtet wurden und deshalb der Beitritt zu ihnen verboten bleibt. Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen“ (Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung vom 26. November 1983).

Am 11. April 2001 sprach im italienischen Fernsehkanal Rai2 Giuliano Di Bernardo, Großmeister der Freimaurerloge GLRI (Gran Loggia Regolare d’Italia) in den Jahren 1990-1993, folgende bezeichnende Worte über den Religionscharakter der Freimaurerei: „Man wird Freimaurer durch eine Initiation (Einweihung). Die Initiation ist ein konstitutiver Akt, durch den dem Menschen eine Dimension verliehen wird, die er vorher nicht hatte. Eine Analogie finden wir in der Taufe. Man wird nicht als Christ geboren, man wird Christ durch die Taufe. Und so wird man auch Freimaurer mit der Initiation. Das bedeutet, dass man Freimaurer für das ganze Leben bleibt. Auch wenn einer dann die Freimaurerei ablehnt, bleibt er Freimaurer. Auch wenn man schläft, auch wenn man ein Feind der Freimaurerei wird, man bleibt immer Freimaurer, weil man die Initiation erhalten hat, und die Initiation ist ein heiliger Akt“.

Die Herrschaft der Freimaurerreligion in Politik und Gesellschaft erreichte in unserer Tagen einen Höhepunkt, indem sie in der ganzen Gesellschaft eine Ideologie der Lebensvernichtung durch Abtreibung und Euthanasie verbreitet und den Begriff und die Wirklichkeit der Familie durch die staatlich angeordnete Gehirnwäsche der Genderideologie zerstört. Jeder noch selbständig denkende Mensch und erst Recht jeder Christ muss soweit möglich Widerstand leisten und den gesunden Menschenverstand und das Gesetz Gottes selbst unter Inkaufnahme von Nachteilen verteidigen. Als Christen sollen wir aber wissen, dass Christus Sieger über alles Böse in dieser Welt ist, dass Gott, und nicht die Freimaurerei, der Herr der Geschichte ist. Wir gehören zur Mannschaft der Sieger, selbst wenn uns die Feinde Christi als Besiegte betrachten. Unser katholischer Glaube ist stärker als alle verdrehten Fantasiegebilde und Intrigen der Freimaurerreligion. Wir fürchten uns nur vor Gott.

Gleichzeitig sollen wir aber die Mitglieder der Freimaurerei, weil sie Opfer einer gewaltigen Verblendung geworden sind, von Herzen bemitleiden. Ein Freimaurer ist letztlich der unfreieste Mensch, dessen ewiges Seelenheil am meisten gefährdet ist. Möge in der Kirche eine Bewegung entstehen, um die Seelen unserer freimaurerischen Mitmenschen zu retten, vor allem durch das Gebet des Rosenkranzes und die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens. Ihr Unbeflecktes Herz wird triumphieren, wie Sie es in Fatima gesagt hat. Es wird triumphieren auch über die Freimaurerei und den Kommunismus und durch Maria wird Gott der Menschheit und der Kirche eine Zeit des Friedens schenken.

 

+Athanasius Schneider (2017)

Ein Kommentar zu “Weihbischof Athanasius Schneider: Das wahre Gesicht der Freimaurerei

  1. „Man muss darauf hinarbeiten, den römischen Katholizismus im progressistischen, theosophischen Sinn zu reformieren durch einen Papst, der sich von diesen Ideen überzeugen lässt.“

    Es war zweifellos das Ziel der Kirchenfeinde, den Papststuhl zu besetzen, aber es muß auch klar sein, daß ein manifest häretischer Akatholik keinesfalls wirklich das Papstamt innehaben und von Christus den Primat über seine Kirche empfangen kann. Im Kirchenrecht von 1917 in Canon 2335 ist sogar ausdrücklich mit der Mitgliedschaft in einer Freimaurersekte die automatische Exkommunikation als Tatstrafe verbunden. Die Kirchenfeinde konnten nur die unkanonische Wahl eines Gegenpapstes betreiben und im Falle des Erfolgs versuchen, möglichst viele Gläubige darüber zu täuschen, so daß sie diesen als „Papst“ anerkennen.

    Kirchenrecht 1917 Can. 2335.: „Wer sich in eine Freimaurersekte oder in andere ähnliche Organsisationen einschreibt, welche gegen die Kirche oder die rechtmäßig eingesetzte weltliche Obrigkeit handeln, zieht sich die lediglich dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene automatische Exkommunikation als Tatstrafe zu (Nomen dantes sectae massonicae aliisve eiusdem generis associationibus quae contra Ecclesiam vel legitimas civiles potestates machinantur, contrahunt ipso facto excommunicationem Sedi Apostolicae simpliciter reservatam).“

    Die Tatsache, daß im Codex der Konzilskirche von 1983 kein Hinweis mehr auf die Freimaurerei enthalten ist, ist ein deutliches Indiz dafür, daß die Freimaurerei ihr Ziel erreicht hat. Ihr weiteres Bestreben muß logischerweise darauf gerichtet sein, die Fiktion oder Täuschung einer mit Jurisdiktion ausgestatteten, aber gegen die Interessen der Kirche arbeitenden apostatischen Kirchenführung möglichst lange, möglichst Vielen gegenüber aufrecht zu halten.

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