Papst Franziskus: Apostolische Konstitution „Veritatis gaudium“ über die kirchlichen Universitäten und Fakultäten

Einleitung

1. Die Freude der Wahrheit (Veritatis gaudium) verleiht dem brennenden Wunsch Ausdruck, der das Herz jedes Menschen unruhig macht, solange er nicht dem Licht Gottes begegnet ist, in ihm wohnt und es mit allen teilt[1]. Die Wahrheit ist nämlich keine abstrakte Idee, sondern sie ist Jesus, das Wort Gottes, in dem das Leben, das Licht der Menschen, ist (vgl.Joh 1,4); er ist der Sohn Gottes, der zugleich der Sohn des Menschen ist. Nur er »macht in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung«[2].

In der Begegnung mit ihm, dem Lebendigen (vgl. Offb 1,18) und Erstgeborenen unter vielen Brüdern (vgl. Röm 8,29), erprobt das Herz des Menschen schon jetzt, im Auf und Ab der Geschichte, das unvergängliche Licht und Fest der Vereinigung mit Gott wie auch der Einheit mit den Brüdern und Schwestern im gemeinsamen Haus der Schöpfung, dessen es sich ohne Ende in der Fülle der Gemeinschaft mit Gott erfreuen wird. Im Gebet Jesu an den Vater – »Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein « (Joh 17,21) – ist das Geheimnis der Freude enthalten, die Jesus uns in Fülle mitteilen will (vgl. Joh 15,11) vom Vater durch die Gabe des Heiligen Geistes: Geist der Wahrheit und der Liebe, der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Einheit.

Die Kirche wird von Jesus dazu angetrieben, eben diese Freude in ihrer Sendung ohne Unterlass und mit immer neuer Leidenschaft zu bezeugen und zu verkünden. Das Volk Gottes ist auf den Pfaden der Zeit pilgernd unterwegs, in ehrlichem und solidarische Umgang mit den Männern und Frauen aller Völker und aller Kulturen, um mit dem Licht des Evangeliums den Weg der Menschheit auf eine neue Kultur der Liebe hin zu erhellen. Die evangelisierende Sendung der Kirche geht aus ihrer eigenen Identität hervor, die ganz darauf angelegt ist, das authentische und ganzheitliche Wachstum der menschlichen Familie bis zu ihrer endgültigen Erfüllung in Gott zu fördern. Mit dieser Sendung eng verbunden ist das breite und vielgestaltige Programm der kirchlichen Studien, die durch die Jahrhunderte hindurch aus der Weisheit des Volkes Gottes unter der Leitung des Heiligen Geistes und im Dialog und in der Unterscheidung der Zeichen der Zeit wie auch der verschiedenen kulturellen Umstände erblüht sind.

Es verwundert also nicht, dass das Zweite Vatikanische Konzil, das kraftvoll und prophetisch die Erneuerung des Lebens der Kirche förderte, im Hinblick auf eine wirksamere Mission in dieser geschichtlichen Epoche mit dem Dekret Optatam totius eine treue und schöpferische Revision der kirchlichen Studien empfohlen hat (vgl. Nrn. 13-22). Nach genauem Studium und kluger Erprobung hat dieses Vorhaben in der Apostolischen Konstitution Sapientia christiana, die vom heiligen Johannes Paul II. am 15. April 1979 erlassen wurde, Ausdruck gefunden. Dank ihrer ist der Einsatz der Kirche zugunsten der »kirchlichen Fakultäten und Universitäten […], die sich insbesondere mit der christlichen Offenbarung befassen und mit solchen Fragestellungen, die mit dieser verbunden sind und deshalb im engeren Sinne zum eigentlichen Verkündigungsauftrag der Kirche gehören«, weiter gefördert und vollendet worden. Dies gilt in gleicher Weise für jene anderen Fächer, »die zwar keine direkte Verbindung mit der christlichen Offenbarung haben, aber doch eine gute Hilfestellung bei der Aufgabe der Verkündigung geben können«[3].

In Treue zum Geist und den Leitlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils und als seine angemessene Aktualisierung ist nach fast vierzig Jahren heute ein aggiornamento jener Apostolischen Konstitution dringend notwendig. Auch wenn sie in ihrer prophetischen Vision und mit ihrem klaren Gedankengang ihre Gültigkeit völlig beibehält, muss sie doch durch die zwischenzeitlich erlassenen normativen Bestimmungen ergänzt werden. Zugleich ist hier der Entwicklung der letzten Jahrzehnte im Bereich der akademischen Studien Rechnung zu tragen, ebenso dem weltweit gewandelten soziokulturellen Kontext wie auch den Empfehlungen auf internationaler Ebene hinsichtlich der Ausführung der verschiedenen Initiativen, denen der Heilige Stuhl beigetreten ist.

Die Gelegenheit ist günstig, um mit überlegter und prophetischer Entschlossenheit eine Neubelebung der kirchlichen Studien auf allen Ebenen zu fördern, und zwar im Zusammenhang mit der neuen Phase der Sendung der Kirche, die durch das Zeugnis der Freude gekennzeichnet ist, die aus der Begegnung mit Jesus und der Verkündigung seines Evangeliums erwächst, wie ich es dem ganzen Volk Gottes im Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium programmatisch ausgeführt habe.

2. Die Apostolische Konstitution Sapientia christiana stellte in jeder Hinsicht die reife Frucht des großen Reformwerks der kirchlichen Studien dar, das durch das Zweite Vatikanische Konzil in Gang gesetzt wurde. Insbesondere nimmt sie die Ergebnisse auf, die in diesem entscheidenden Bereich der Sendung der Kirche unter der weisen und umsichtigen Leitung des seligen Paul VI. erreicht wurden. Zugleich gibt sie einen Ausblick auf den Beitrag, der dann in Kontinuität dazu vom Lehramt des heiligen Johannes Paul II. geleistet wurde.

Wie ich schon bei anderer Gelegenheit hervorheben konnte, war »einer der wichtigsten Beiträge des Zweiten Vatikanischen Konzils […] das Bestreben, diese Trennung zwischen Theologie und Pastoral, zwischen Glauben und Leben zu überwinden. Ich wage zu sagen, dass es die Grundordnung der Theologie – das Handeln und Denken aus dem Glauben heraus – gewissermaßen revolutioniert hat«[4]. Eben in diesem Licht lädt das Dekret Optatam totius die kirchlichen Studien mit Nachdruck ein, »harmonisch darauf hinzustreben, den Alumnen immer tiefer das Mysterium Christi zu erschließen, das die ganze Geschichte der Menschheit durchzieht [und] sich ständig der Kirche mitteilt«[5]. Um dieses Ziel zu erreichen, fordert das Konzilsdekret dazu auf, die Betrachtung und das Studium der Heiligen Schrift, der »Seele der ganzen Theologie«[6], mit der beständigen und bewussten Teilnahme an der heiligen Liturgie, der »erste[n] und notwendige[n] Quelle des wahrhaft christlichen Geistes«[7], sowie mit dem systematischen Studium der lebendigen Tradition der Kirche im Dialog mit den Menschen der heutigen Zeit, im genauen Hinhören auf ihre Probleme, ihre Verletzungen und ihre Erfordernisse[8] zu verbinden. Auf diese Weise – so unterstreicht Optatam totius – soll »die pastorale Sorge […] die gesamte Erziehung der Alumnen durchdringen«[9], um sie daran zu gewöhnen, »über die Grenzen der eigenen Diözese, der Nation oder des Ritus zu blicken und für die Bedürfnisse der ganzen Kirche einzustehen […], stets bereit, das Evangelium überall zu verkünden«[10].

Meilensteine auf dem Weg, der von diesen Leitlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils bis zu Sapientia christiana führt, sind besonders das Apostolische Schreiben Evangelii nuntiandi und die Enzyklika Populorum progressio von Paul VI. und – nur ein Monat vor der Promulgation der Apostolischen Konstitution – die Enzyklika Redemptor hominis von Johannes Paul II. Die prophetische Eingebung des Apostolischen Schreibens Pauls VI. über die Evangelisierung in der Welt von heute hallt kraftvoll in der Einleitung von Sapientia christiana nach, und zwar dort, wo gesagt wird: »Der besondere Verkündigungsauftrag der Kirche fordert nicht nur, dass das Evangelium in immer größeren geographischen Räumen und für wachsende Zahlen von Menschen gepredigt wird, sondern auch, dass die Kraft dieser Frohbotschaft die Denkweisen, die Maßstäbe des Urteils und die Handlungsnormen prägt; kurz gesagt, die gesamte Kultur des Menschen soll vom Evangelium durchdrungen werden«[11]. Johannes Paul II. hat seinerseits, besonders in der Enzyklika Fides et ratio, für den Bereich des Dialogs zwischen Philosophie und Theologie die Überzeugung bekräftigt und untermauert, welche die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils anregte, dass nämlich »der Mensch imstande ist, zu einer einheitlichen und organischen Wissensschau zu gelangen. Das ist eine der Aufgaben, deren sich das christliche Denken im Laufe des nächsten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung wird annehmen müssen«[12].

Auch die Enzyklika Populorum progressio hat bei der Neustrukturierung der kirchlichen Studien im Lichte des Zweiten Vatikanums eine entscheidende Rolle gespielt. Gemeinsam mit Evangelii nuntiandi hat sie, wie es aus der Entwicklung der verschiedenen Ortskirchen ersichtlich ist, bedeutsame Impulse und konkrete Anleitungen für die Inkulturation des Evangeliums und für die Evangelisierung der Kulturen in den verschiedenen Regionen der Welt in Bezug auf die Herausforderungen der Gegenwart gegeben. Diese Sozialenzyklika Pauls VI. unterstreicht nämlich wirkungsvoll, dass die Entwicklung der Völker – als unabdingbarer Schlüssel zur weltweiten Verwirklichung von Gerechtigkeit und Frieden – »umfassend sein [muss], sie […] jeden Menschen und den ganzen Menschen im Auge haben«[13] muss. Zugleich macht sie darauf aufmerksam, dass »weise Menschen mit tiefen Gedanken, die nach einem neuen Humanismus Ausschau halten, der den Menschen von heute sich selbst finden lässt«[14], vonnöten sind. Populorum progressio deutet also mit prophetischer Vision die Soziale Frage als anthropologisches Problem, welches das Schicksal der gesamten Menschheitsfamilie berührt.

Dieser entscheidende Verständnisschlüssel hat die weiteren Dokumente zur Soziallehre der Kirche inspiriert: von Laborem exercens über Sollecitudo rei socialis und Centesimus annus von Johannes Paul II., Caritas in veritate von Papst Benedikt XVI. bis zu Laudato siʼ. Papst Benedikt XVI. griff die Anregung von Populorum progressio im Hinblick auf einen neuen Frühling des Denkens auf und wies auf die dringende Notwendigkeit hin, »die Globalisierung der Menschheit im Sinne von Beziehung, Gemeinschaft und Teilhabe zu leben und auszurichten«[15]. Er unterstrich dabei, dass Gott die Menschheit in jenes unaussprechliche Geheimnis von Gemeinschaft aufnehmen will, welche die Allerheiligste Dreifaltigkeit ist, während die Kirche in Jesus Christus Zeichen und Werkzeug dieser Gemeinschaft ist[16]. Um dieses Ziel realistisch zu erreichen, lädt er dazu ein, »die Vernunft auszuweiten und sie fähig zu machen, diese eindrucksvollen neuen Dynamiken zu erkennen und auszurichten«, die die Menschheitsfamilie bedrängen, »indem man sie im Sinn jener Kultur der Liebe beseelt, deren Samen Gott in jedes Volk und in jede Kultur gelegt hat«[17]. Zugleich soll man sich darum bemühen, »die verschiedenen Ebenen des menschlichen Wissens« – die theologische und die philosophische sowie die soziale und die wissenschaftliche Ebene – »interagieren zu lassen«[18].

3. Dieses reiche Erbe an Vertiefungen und Orientierungen wurde dank des beharrlichen Bemühens um eine kulturelle und soziale Vermittlung des Evangeliums durch das Volk Gottes in verschiedenen Kontinenten und im Dialog mit den verschiedenen Kulturen sozusagen „auf dem Feld“ geprüft und vermehrt. So ist nun die Zeit gekommen, dass es in die weise und mutige Erneuerung der kirchlichen Studien einmündet, wie sie die missionarische Neuausrichtung einer Kirche „im Aufbruch“ erfordert.

In der Tat steht heute als vordringlichste Aufgabe auf der Tagesordnung, dass das ganze Volk Gottes sich darauf vorbereitet, „mit Geist“[19] eine neue Etappe der Evangelisierung zu beschreiten. Dies verlangt »einen entschiedenen Prozess der Unterscheidung, der Läuterung und der Reform«[20]. In einem solchen Prozess spielt eine angemessene Erneuerung des kirchlichen Studiensystems eine strategische Rolle. Die kirchlichen Studien sind nämlich nicht nur dazu da, Orte und Programme qualifizierter Ausbildung für Priester, Personen des geweihten Lebens oder engagierte Laien anzubieten, sondern sie bilden eine Art günstiges kulturelles Laboratorium, in dem die Kirche jene performative Interpretation der Wirklichkeit ausübt, die dem Christusereignis entspringt und sich aus den Gaben der Weisheit und der Wissenschaft speist, durch die der Heilige Geist in verschiedener Weise das ganze Volk Gottes bereichert: vom sensus fidei fidelium zum Lehramt der Hirten, vom Charisma der Propheten zu dem der Lehrer und der Theologen.

Und das ist für eine Kirche „im Aufbruch“ ein unverzichtbarer Wert! Das gilt umso mehr heute, da wir nicht nur eine Zeit des Wandels, sondern einen regelrechten Zeitenwandel[21] erleben, der von einer umfassenden anthropologischen[22] und sozio-ökologischen Krise[23] gekennzeichnet ist, in der wir jeden Tag mehr »Symptome eines Bruchs […] bemerken, aufgrund der großen Geschwindigkeit der Veränderungen und der Verschlechterung. Diese zeigen sich sowohl in regionalen Naturkatastrophen als auch in Gesellschafts- oder sogar Finanzkrisen«[24]. Es geht schließlich darum, »das Modell globaler Entwicklung in eine [andere] Richtung [zu] lenken« und den »Fortschritt neu zu definieren«[25]: »Das Problem ist, dass wir noch nicht über die Kultur verfügen, die es braucht, um dieser Krise entgegenzutreten. Es ist notwendig, leaderships zu bilden, die Wege aufzeigen«[26].

Diese beachtliche und unaufschiebbare Aufgabe verlangt auf der kulturellen Ebene akademischer Bildung und wissenschaftlicher Forschung die großherzige und gemeinsame Anstrengung hinsichtlich eines radikalen Paradigmenwechsels, ja mehr noch – ich erlaube mir zu sagen – hinsichtlich einer »mutigen kulturellen Revolution«[27]. Hierbei ist das weltweite Netz kirchlicher Universitäten und Fakultäten berufen, als entscheidenden Beitrag den Sauerteig, das Salz und das Licht des Evangeliums Jesu Christi und der lebendigen Tradition der Kirche – immer offen für neue Situationen und Vorschläge – einzubringen.

Es wird heute immer deutlicher sichtbar, dass es »einer wahren Hermeneutik im Einklang mit dem Evangelium [bedarf], um das Leben, die Welt, die Menschen besser zu verstehen. Keine Synthese ist nötig, sondern eine geistige Atmosphäre der Suche und der Gewissheit, gegründet auf die Wahrheiten der Vernunft und des Glaubens. Philosophie und Theologie erlauben es, Überzeugungen zu erwerben, die die Intelligenz strukturieren und stärken sowie den Willen erhellen … aber all dies ist nur fruchtbar, wenn man es mit einem offenen Geist und auf Knien tut. Der Theologe, der sich an seinem vollständigen und abgeschlossenen Denken ergötzt, ist mittelmäßig. Der gute Theologe und Philosoph hat ein offenes Denken, das heißt es ist nicht abgeschlossen, immer offen für das „maius“ Gottes und der Wahrheit, immer in Entwicklung begriffen, jenem Gesetz entsprechend, das der heilige Vinzenz von Lérins folgendermaßen beschreibt: „annis consolidetur, dilatetur tempore, sublimetur aetate“ (Commonitorium primum, 23: PL50,668).«[28]

4. Vor diesem weiten und neuen Horizont, der sich vor uns auftut, stellt sich die Frage: Welche sind die Grundkriterien im Hinblick auf eine Erneuerung und Wiederbelebung des Beitrags der kirchlichen Studien für eine missionarische Kirche im Aufbruch? Mindestens vier solcher Kriterien können hier genannt werden, die sich aus der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils und aus der Erfahrung der Kirche ergeben, die in diesen Jahrzehnten in ihrer Schule, im Hören auf den Heiligen Geist und auf die grundlegendsten Bedürfnisse und akutesten Fragen der Menschheitsfamilie, gereift ist.

a)Das erste und beständigste Kriterium ist das der Kontemplation und der geistlichen, intellektuellen und existentiellen Einführung ins Herz desKerygma, also der immer neuen und faszinierenden Frohbotschaft des Evangeliums Jesu [29], »das immer mehr und besser« im Leben der Kirche und der Menschheit »assimiliert wird«[30]. Dies ist das Heilsgeheimnis, dessen Zeichen und Werkzeug die Kirche in Christus mitten unter den Menschen ist[31]: »ein Geheimnis, das in der Heiligsten Dreifaltigkeit verwurzelt ist, dessen historisch konkrete Gestalt aber ein pilgerndes und evangelisierendes Volk ist, dass immer jeden, wenn auch notwendigen institutionellen Ausdruck übersteigt« und sein »letztes Fundament in der freien und umgeschuldeten Initiative Gottes hat«[32].

Aus dieser lebenswichtigen und freudigen Ausrichtung auf das in Jesus Christus geoffenbarte Antlitz Gottes des Vaters, der reich an Erbarmen ist (vgl. Eph 2,4),[33] ergibt sich die befreiende und verantwortliche Erfahrung, als Kirche eine »Mystik des Wir«[34] zu leben, die zum Sauerteig jener universalen Brüderlichkeit wird, »die die heilige Größe des Nächsten zu sehen weiß; die in jedem Menschen Gott zu entdecken weiß; die die Lästigkeiten des Zusammenlebens zu ertragen weiß, indem sie sich an die Liebe Gottes klammert; die das Herz für die göttliche Liebe zu öffnen versteht, um das Glück der anderen zu suchen, wie es ihr guter himmlischer Vater sucht«[35]. Von daher kommt der Imperativ, im Herzen auf den Schrei der Armen und der Erde zu hören[36] und ihn im Geiste nachklingen zu lassen, um der »sozialen Dimension des Evangelisierens«[37] als integralem Bestandteil der Sendung der Kirche konkrete Gestalt zu verleihen: denn »Gott erlöst in Christus nicht nur die einzelne Person, sondern auch die sozialen Beziehungen der Menschen untereinander«[38]. Es ist nämlich wahr: »Die eigene Schönheit des Evangeliums kann von uns nicht immer angemessen zum Ausdruck gebracht werden, doch es gibt ein Zeichen, dass niemals fehlen darf: die Option für die Letzten, für die, welche die Gesellschaft aussondert und wegwirft«[39]. Diese Option muss die Darstellung und die Vertiefung der christlichen Wahrheit durchdringen.

Von dort ergibt sich im Rahmen der Ausbildung zu einer christlich inspirierten Kultur der besondere Akzent, in der ganzen Schöpfung die trinitarische Prägung zu entdecken, die den Kosmos, in dem wir leben, zu einem »Gewebe von Beziehungen« macht: »Jedes Lebewesen« hat darin »die Eigenschaft, auf etwas anderes zuzustreben«, und so wird das Heranreifen einer »Spiritualität der globalen Solidarität« begünstigt, »die aus dem Geheimnis der Dreifaltigkeit entspringt«[40].

b)Ein zweites Leitkriterium, das aufs engste mit dem ersten zusammenhängt und aus ihm folgt, ist das des Dialogs auf allen Gebieten: nicht als rein taktische Vorgehensweise, sondern aus dem inneren Bedürfnis heraus, gemeinsam die Erfahrung der Freude der Wahrheit zu machen und ihre Bedeutung sowie die praktischen Auswirkungen gründlich zu untersuchen. Das, was das Evangelium und die Lehre der Kirche heute fördern sollen – und zwar in großzügiger und offener Synergie mit allen positiven Instanzen, die das Wachstum eines universalen menschlichen Bewusstseins nähren –, ist eine wahre Kultur der Begegnung[41], ja eine Kultur der Begegnung zwischen allen echten und vitalen Kulturen dank einem gegenseitigen Austausch der je eigenen Gaben in jenem lichtvollen Raum, den die Liebe Gottes allen seinen Geschöpfen eröffnet.

Wie Papst Benedikt XVI. betont hat, ist »die Wahrheit […] „lógos“, der „diá-logos“ schafft und damit Austausch und Gemeinschaft bewirkt«[42]. In diesem Lichte lädt Sapientia christiana unter Berufung auf Gaudium et spes dazu ein, den Dialog mit den Christen der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften und mit jenen, die anderen Religionen oder humanistischen Überzeugungen angehören, zu fördern und gemeinsam »mit den Fachleuten der anderen Disziplinen in Verbindung [zu] bleiben, mit Gläubigen wie mit Nichtgläubigen, und deren Thesen zu verstehen, sie zu werten und im Licht der geoffenbarten Wahrheit zu beurteilen [zu] suchen«[43].

Daraus ergibt sich die günstige und unmittelbare Gelegenheit, in dieser Perspektive und in diesem Geist den Aufbau und die methodische Dynamik der vom kirchlichen Studiensystem vorgeschlagenen Lehrpläne im Hinblick auf ihre theologische Fragestellung, auf ihre Leitprinzipien und ihre unterschiedlichen Ebenen der fachlichen, pädagogischen und didaktischen Gliederung neu zu prüfen. Diese Gelegenheit konkretisiert sich in einer anspruchsvollen, aber äußerst fruchtbaren Aufgabe: Zielsetzung und Gliederung der Disziplinen und der in kirchlichen Studien erteilten Lehren in dieser spezifischen Logik und Intention überdenken und aktualisieren. In der Tat ist heute »eine Evangelisierung nötig, welche die neuen Formen, mit Gott, mit den anderen und mit der Umgebung in Beziehung zu treten, erleuchte und die grundlegenden Werte wachruft. Es ist notwendig, dorthin zu gelangen, wo die neuen Geschichten und Paradigmen entstehen«[44].

c)Daraus folgt das dritte Grundkriterium, das ich in Erinnerung rufen will: eine im Licht der Offenbarung mit Weisheit und Kreativität ausgeübte Inter- und Transdisziplinarität. Die Einheit des Wissens in aller Differenzierung und unter Achtung der vielfältigen, miteinander verbundenen und sich überschneidenden Ausdrucksformen ist das Lebens- und Vernunftprinzip, welches das akademische Bildungs- und Forschungsangebot des kirchlichen Studiensystems sowohl inhaltlich als auch methodisch auszeichnet.

Durch die verschiedenen Zweige der kirchlichen Studiengänge soll eine Pluralität an Wissensgebieten angeboten werden, die dem vielfältigen Reichtum der Wirklichkeit entsprechen, so wie sie vom Offenbarungsgeschehen erhellt wird. Dabei muss gleichzeitig auf harmonische und dynamische Weise die Einheit seines transzendenten Ursprungs erfasst werden, der sich in seiner historischen und metahistorischen Intentionalität eschatologisch in Jesus Christus entfaltet: »In ihm – sagt Paulus – sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen« (Kol 2,3). Dieses theologische, anthropologische, existenzielle und epistemologische Prinzip ist von zentraler Bedeutung und muss seine Wirkkraft sowohl innerhalb des kirchlichen Studiensystems zeigen, dem es Einheit zusammen mit Anpassungsfähigkeit, organische Gliederung zusammen mit Dynamik ermöglicht, als auch im Zusammenhang mit dem heute bruchstückhaften und nicht selten zersplitterten Panorama der Universitätsstudien und mit einem unsicheren, konfliktreichen oder relativistischen Pluralismus der Meinungen und kulturellen Angebote.

Schon Benedikt XVI. hat in Caritas in veritate in Vertiefung der kulturellen Botschaft Pauls VI. in Popolorum progressio betont: »dass es an Weisheit, an Reflexion, an einem Denken fehlt, das imstande ist, eine richtungsweisende Synthese aufzustellen«[45]. Genau hierum geht es bei der mission der kirchlichen Studiengänge. Diese präzise und Orientierung gebende Leitlinie macht nicht nur die innere Wahrheitsbezogenheit des kirchlichen Studiensystems deutlich, sondern unterstreicht auch, gerade heute, seine tatsächliche kulturelle und humanisierende Bedeutung. Deshalb ist die gegenwärtige Wiederentdeckung der Interdisziplinarität ohne weiteres positiv und vielversprechend[46]: nicht so sehr in der „schwachen“ Form einer einfachen Multidisziplinarität im Sinne eines Ansatzes, der einen Forschungsgegenstand zur besseren Erfassung unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht, sondern vielmehr in der „starken“ Form der Transdisziplinarität, bei der alles Wissen in den Raum des „Lichts und Lebens“, den die von der Offenbarung herkommende Weisheit bietet, gestellt wird und von diesem durchdrungen wird.

Wer im Rahmen von Einrichtungen des kirchlichen Studiensystems ausgebildet wurde, weiß darum – so erhoffte es der selige John Henry Newman –, »wo er und seine Wissenschaft ihren Platz haben; er ist sozusagen von einer Höhe zu ihr herabgekommen, er hat einen Überblick über alles Wissen gewonnen«[47]. Auch der selige Antonio Rosmini forderte schon im 19. Jahrhundert eine entschiedene Reform des christlichen Erziehungswesens durch eine Rückkehr zu den vier Säulen, die es in den ersten Jahrhunderten des christlichen Zeitalters sicher stützten: »Die Einheit des Wissens, die Vermittlung von Heiligkeit, das gemeinsame Leben, die wechselseitige Liebe«. Das Wesentliche ist ihm zufolge, der Wissenschaft die Einheit im Inhalt, in der Sichtweise und im Ziel wiederzugeben. Das geschieht vom Wort Gottes und seiner Vollendung in Jesus Christus, dem fleischgewordenen Logos, aus. Wenn diese lebendige Mitte fehlt, besitzt die Wissenschaft »weder Wurzeln noch Einheit« und bleibt nur »an das jugendliche Gedächtnis angeheftet und sozusagen angehängt«. Nur so kann die »unheilvolle Trennung von Theorie und Praxis« überwunden werden, denn die Einheit von Wissen und Heiligkeit ist »genau die wahre Eigenschaft der Lehre, welche die Welt retten wird« und deren »Vermittlung [in der früheren Zeit] sich nicht auf eine kurze tägliche Unterrichtsstunde beschränkte, sondern in einem ständigen Austausch der Schüler mit den Lehrern bestand«[48].

d)Ein viertes und letztes Kriterium betrifft die Notwendigkeit, ein „Netzwerk“ zwischen all den verschiedenen Einrichtungen zu bilden, die auf der ganzen Welt die kirchlichen Studien pflegen und fördern. Dabei sollen auch die geeigneten Synergien mit den akademischen Einrichtungen der verschiedenen Länder und den Studienzentren verschiedener kultureller und religiöser Traditionen entschieden gefördert werden. Gleichzeitig sollen Forschungseinrichtungen ins Leben gerufen werden, die sich auf das Studium der epochalen Probleme, welche die Menschheit heute bedrücken, spezialisieren und geeignete, realistische Lösungsvorschläge machen.

Wie ich in Laudato si’ betont habe, hat sich »seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und nach Überwindung vieler Schwierigkeiten […] allmählich die Tendenz durchgesetzt, den Planeten als Heimat zu begreifen und die Menschheit als ein Volk, das ein gemeinsames Haus bewohnt«[49]. Das Bewusstsein dieser Interdependenz »verpflichtet uns, an eine einzige Welt, an einen gemeinsamen Plan zu denken«[50]. Hier soll gerade die Kirche im überzeugten und prophetischen Einklang mit der vom Zweiten Vatikanum geförderten Hinwendung zu einer erneuerten Präsenz und Sendung in der Geschichte erfahren, dass die Katholizität, welche sie als Sauerteig der Einheit in Vielfalt und der Gemeinschaft in Freiheit kennzeichnet, »diese Spannungspolarität zwischen dem Teil und dem Ganzen, zwischen dem Einen und dem Vielen, zwischen dem Einfachen und dem Komplexen« benötigt und fördert. »Diese Spannung aufzuheben widerspricht dem Leben des Geistes«[51]. Es muss daher eine Erkenntnisweise und eine Wirklichkeitsdeutung im »Geist Christi« (vgl. 1 Kor 2,17) zur Anwendung kommen, dessen Vorbild und Lösungsmodell nicht »die Kugel [ist], die den Teilen nicht übergeordnet ist, wo jeder Punkt gleich weit vom Zentrum entfernt ist und es keine Unterschiede zwischen dem einen und dem anderen Punkt gibt«, sondern »das Polyeder, welches das Zusammentreffen aller Teile wiedergibt, die in ihm ihre Eigenart bewahren«[52].

Tatsächlich »verfügt das Christentum, wie wir in der Geschichte der Kirche sehen können, nicht über ein einziges kulturelles Modell, sondern „es bewahrt voll seine eigene Identität in totaler Treue zur Verkündigung des Evangeliums und zur Tradition der Kirche und trägt auch das Angesicht der vielen Kulturen und Völker, in die es hineingegeben und verwurzelt wird“[53]. In den verschiedenen Völkern, die die Gabe Gottes entsprechend ihrer eigenen Kultur erfahren, drückt die Kirche ihre authentische Katholizität aus und zeigt die „Schönheit dieses vielseitigen Gesichtes“[54]. In den christlichen Ausdrucksformen eines evangelisierten Volkes verschönert der Heilige Geist die Kirche, indem er ihr neue Aspekte der Offenbarung zeigt und ihr ein neues Gesicht schenkt«[55].

Es ist offensichtlich, dass eine solche Sichtweise die Theologie wie auch – je nach ihren Fachkompetenzen – die weiteren Disziplinen der kirchlichen Studiengänge vor eine anspruchsvolle Aufgabe stellt. Mit einem schönen Bild hat Benedikt XVI. in Bezug auf die kirchliche Tradition unterstrichen, dass »die Tradition nicht die Weitergabe von Dingen oder Worten, keine Ansammlung toter Dinge ist. Die Tradition ist der lebendige Fluss, der uns mit den Ursprüngen verbindet, der lebendige Fluss, in dem die Ursprünge stets gegenwärtig sind«[56]. »Dieser Fluss bewässert unterschiedliche Länder, speist unterschiedliche geographische Zonen und lässt das Beste jenes Landes, das Beste jener Kultur aufkeimen. Auf diese Weise nimmt das Evangelium auch weiterhin in allen Teilen der Erde Gestalt an, auf immer neue Weise«[57]. Die Theologie muss zweifelsohne in der Heiligen Schrift und der lebendigen Tradition verwurzelt und auf sie gegründet sein. Genau deshalb muss sie aber gleichzeitig die kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen begleiten, besonders die schwierigen Übergänge. Gerade »in dieser Zeit muss die Theologie sich auch der Konflikte annehmen: nicht nur jener, die wir innerhalb der Kirche erleben, sondern auch jener, die die ganze Welt betreffen«[58]. Wir müssen bereit sein »den Konflikt zu erleiden, ihn zu lösen und ihn zum Ausgangspunkt eines neuen Prozesses zu machen«, in einer Weise, die erlaubt, »Geschichte in einem lebendigen Umfeld zu schreiben, wo die Konflikte, die Spannungen und die Gegensätze zu einer vielgestaltigen Einheit führen können, die neues Leben hervorbringt. Es geht nicht darum, für einen Synkretismus einzutreten, und auch nicht darum, den einen im anderen zu absorbieren, sondern es geht um eine Lösung auf einer höheren Ebene, welche die wertvollen innewohnenden Möglichkeiten und die Polaritäten im Streit beibehält«[59].

5. Bei der Neubelebung der kirchlichen Studien ist es dringend notwendig, der wissenschaftlichen Forschung an unseren kirchlichen Universitäten und Fakultäten einen neuen Impuls zu geben. Die Apostolische Konstitution Sapientia christiana führte die Forschung als eine »grundlegende Aufgabe« in beständigem »Kontakt mit der Wirklichkeit« ein, die »Lehre den Menschen dieser Zeit weiterzugeben, die ja ganz verschiedenen Kulturen angehören«[60]. Aber in unserer Zeit, die durch multikulturelle und multiethnische Verhältnisse geprägt ist, verlangen neue soziale und kulturelle Dynamiken eine Ausweitung dieser Ziele. Um nämlich die Heilssendung der Kirche zu erfüllen, »[genügt] die Sorge des Evangelisierenden, jeden Menschen zu erreichen, nicht«, da »das Evangelium auch an die Kulturen im Ganzen verkündet wird«[61]. Die kirchlichen Studien können sich nicht darauf beschränken, Männern und Frauen unserer Zeit, die in ihrem christlichen Bewusstsein wachsen wollen, Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen zu vermitteln. Sie müssen sich vielmehr der dringenden Aufgabe stellen, intellektuelle Instrumente zu entwickeln, die sich als Paradigmen eines Handelns und Denkens erweisen, die für die Verkündigung in einer Welt, die von einem ethisch-religiösen Pluralismus geprägt ist, nützlich sind. Dies erfordert nicht nur ein fundiertes theologisches Bewusstsein, sondern auch die Fähigkeit, Systeme zur Darstellung der christlichen Religion zu entwerfen, auszuarbeiten und zu verwirklichen; eine Darstellung, die tief in verschiedene kulturelle Systeme eindringen kann. All dies fordert eine Anhebung der Qualität der wissenschaftlichen Forschung sowie einen fortschreitenden Anstieg des Niveaus des theologischen Studiums und der verwandten Wissenschaften. Es geht nicht nur darum, das Feld der Diagnose zu erweitern und die Datenmenge zu vermehren, die zur Verfügung steht, um die Wirklichkeit zu verstehen[62], sondern es geht um Vertiefung, um so »die Wahrheit des Evangeliums in einem bestimmten Kontext bestmöglich mitzuteilen, ohne auf die Wahrheit, das Gute und das Licht zu verzichten, die eingebracht werden können, wenn die Vollkommenheit nicht möglich ist«[63].

In erster Linie betraue ich die Forschung an den Universitäten, Fakultäten und kirchlichen Instituten mit der Aufgabe, jene »ursprüngliche Apologetik«, auf die ich in Evangelii gaudium hingewiesen habe, zu entwickeln und so »die Voraussetzungen zu schaffen, damit das Evangelium von allen gehört wird«[64].

In diesem Zusammenhang wird die Schaffung neuer qualifizierter Forschungszentren unerlässlich, in denen Wissenschaftler mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund und aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen mit verantwortungsvoller Freiheit und gegenseitiger Transparenz interagieren können – wie ich es in der Enzyklika Laudato si’ gewünscht habe –, um »einen Dialog miteinander aufzunehmen, der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist«[65]. In allen Ländern stellen die Universitäten den primären Ort der wissenschaftlichen Forschung für den Fortschritt des Wissens und der Gesellschaft dar und spielen dabei eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung, besonders in einer Zeit wie der unseren, die geprägt ist von schnellen, ständigen und beachtlichen Veränderungen in Wissenschaft und Technologie. Auch in den internationalen Abkommen wird hervorgehoben, dass die Universität eine zentrale Verantwortung in der Forschungspolitik einnimmt und es notwendig ist, diese zu koordinieren, indem Netzwerke von Fachzentren geschaffen werden, um so unter anderem die Mobilität der Forscher zu erleichtern.

In diesem Sinne werden eben interdisziplinäre Leistungszentren und Initiativen geplant, um die Entwicklung fortgeschrittener Technologien, die Qualifizierung der Humanressourcen und die Integrationsprogramme zu begleiten. Auch kirchliche Studien im Geiste einer Kirche „im Aufbruch“ sollen mit Fachzentren ausgestattet werden, die den Dialog mit den verschiedenen Wissenschaftsbereichen vertiefen. Vor allem die gemeinsame und sich überschneidende Forschung von Fachleuten verschiedener Disziplinen bildet einen qualifizierten Dienst für das Volk Gottes, insbesondere für das Lehramt; ebenso unterstützt sie die Sendung der Kirche, allen die Frohbotschaft Christi zu verkünden im Dialog mit den verschiedenen Wissenschaften, die einer immer tieferen Durchdringung der Wahrheit und ihrer Umsetzung im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben.

Die kirchlichen Studien werden so in der Lage sein, ihren besonderen und unersetzlichen Beitrag zur Inspiration und Orientierung zu erbringen. Sie werden ihre eigene Aufgabe auf neue, kritische und realistische Art herausarbeiten und ausdrücken. Es war und wird immer so sein! Die Theologie und die christlich inspirierte Kultur waren ihrer Sendung gewachsen, wenn sie kühn und treu an die Grenze zu gehen wussten. »Die Fragen unseres Volkes, seine Leiden, seine Auseinandersetzungen, seine Träume, seine Kämpfe, seine Sorgen besitzen einen hermeneutischen Wert, den wir nicht unbeachtet lassen dürfen, wenn wir das Prinzip der Menschwerdung ernst nehmen wollen. Seine Fragen tragen dazu bei, dass wir uns Fragen stellen, seine Probleme stellen uns vor Probleme. All das hilft uns, das Geheimnis des Wortes Gottes zu vertiefen: Dieses Wort erfordert und verlangt, dass man einen Dialog führt, dass man in Gemeinschaft eintritt«[66].

6. Vor unseren Augen zeichnet sich heute »eine große kulturelle, spirituelle und erzieherische Herausforderung ab, die langwierige Regenerationsprozesse beinhalten wird«[67], auch für die kirchlichen Universitäten und Fakultäten.

Der freudige und unerschütterliche Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus, Mitte und Herr der Geschichte, leite, erleuchte und stütze uns in dieser anspruchsvollen und faszinierenden Zeit, die von der Verpflichtung zu einer neuen und weitblickenden Gestalt der kirchlichen Studien gekennzeichnet ist. Seine Auferstehung mit der überreichen Gabe des Heiligen Geistes »bringt überall Keime dieser neuen Welt hervor; und selbst wenn sie abgeschnitten werden, treiben sie wieder aus, denn die Auferstehung des Herrn hat schon das verborgene Treiben dieser Geschichte durchdrungen«[68].

Die selige Jungfrau Maria, die bei der Verkündigung des Engels das Wort der Wahrheit mit unaussprechlicher Freude empfangen hat, begleite unseren Weg. Sie erhalte uns vom Vater aller Gnade den Segen voll Licht und Liebe, den wir in kindlichem Vertrauen von seinem Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, in der Freude des Heiligen Geistes hoffnungsvoll erwarten!


[1] Vgl. Augustinus, Bekenntnisse X,23.33; I,1,1.

[2] Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 22.

[3] Apostolische Konstitution Sapientia christiana, Einleitung, III. (vgl. unten, Anhang I).

[4] Videobotschaft anlässlich des Internationalen Theologischen Kongresses an der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien „Santa Maria de los Buenos Aires“ (1.-3. September 2015).

[5]Nr. 14.

[6] Ebd., 16.

[7] Ebd.

[8] Vgl. ebd.

[9]Ebd., 19.

[10] Ebd., 20.

[11] I.

[12] Nr. 85.

[13] Nr. 14.

[14] Nr. 20.

[15] Enzyklika Caritas in veritate, 42.

[16] Vgl. ebd, 54; Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1.

[17] Enzyklika Caritas in veritate, 33.

[18] Ebd., 30.

[19] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, Kap. 5.

[20] Ebd., 30.

[21] Vgl. Ansprache zum 5. Nationalen Kongress der Kirche in Italien (Florenz, 10. November 2015).

[22] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 55.

[23] Vgl. Enzyklika Laudato si, 139.

[24] Ebd., 61.

[25] Vgl. ebd., 194.

[26] Ebd., 53; vgl. Nr. 105.

[27] Ebd., 114.

[28] Ansprache an die Gemeinschaft der Päpstlichen Universität Gregoriana, des Päpstlichen Bibelinstituts und des Päpstlichen Ostkirchlichen Instituts (10. April 2014): AAS 106 (2014), 374.

[29] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 11; 34ff; 164-165.

[30] Ebd. 165.

[31] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1.

[32] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 111.

[33] Vgl. Verkündigungsbulle des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae Vultus (11. April 2015).

[34] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 87 u. 272.

[35] Ebd. 92.

[36] Vgl. Enzyklika Laudato si, 49.

[37] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 176; vgl. Kap. 4.

[38] Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Kompendium der Soziallehre der Kirche, 52; vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 178.

[39] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 195.

[40] Vgl. Enzyklika Laudato si, 240.

[41] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 239.

[42] Enzyklika Caritas in veritate, 4.

[43] Einleitung III.; vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 62.

[44] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 74.

[45] Nr. 31.

[46] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 134.

[47] The Idea of a University, Discourse VII, 7.

[48] Vgl. Delle cinque piaghe della Santa Chiesa, Kap. II., passimOpere di Antonio Rosmini, a cura di A. Valle, vol. 56, Città Nuova Ed., Roma, 21998.

[49] Nr. 164.

[50] Ebd.

[51] Videobotschaft anlässlich des Internationalen Theologischen Kongresses an der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien „Santa Maria de los Buenos Aires“ (1.-3. September 2015).

[52] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 236.

[53] Johannes Paul II, Apostolisches Schreiben Novo Millennio ineunte (6. Januar 2001), 40

[54] Ebd.

[55] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 116.

[57] Videobotschaft anlässlich des Internationalen Theologischen Kongresses an der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien „Santa Maria de los Buenos Aires“ (1.-3. September 2015), hier mit Bezug auf Evangelii gaudium, 115.

[59] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 227-228.

[60] Einleitung, III.

[61] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 133.

[62] Vgl. Enzyklika Laudato si, 47; Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 50.

[63] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 45.

[64] Ebd. 132.

[65] Nr. 201.

[66] Videobotschaft anlässlich des Internationalen Theologischen Kongresses an der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien „Santa Maria de los Buenos Aires“ (1.-3. September 2015).

[67]Enzyklika Laudato si, 202.

[68] Enzyklika Evangelii gaudium, 278.

_______

Quelle

11 Kommentare zu “Papst Franziskus: Apostolische Konstitution „Veritatis gaudium“ über die kirchlichen Universitäten und Fakultäten

  1. Ach, schon wieder ne Gaudi, das vierte Mal, dass die Novus-Ordo-Sekte offiziell im „Freudengeheul“ sich befindet. Und wieder ist POS eifrig-freudig besorgt, die „Freud'“ schnell an den Mann zu bringen.

    Jener, der alles andere tut als von der Wahrheit Zeugnis abzulegen, will die Welt über die Wahrheit belehren. Jener, der aus der Konzilssekte stammt, die den Irrtum und die Wahrheit auf die gleiche Stufe stellt, hat sich auf höhnische Weise weitere Unwahrhaftigkeiten ausgedacht. Unwahrheiten sollen gelehrt werden als Grundlage für seinen weiteren Kurs. Doch wir wissen Bescheid; hat uns doch der Völkerapostel Paulus belehrt: „Von der Wahrheit aber wird man das Ohr abwenden und sich Fabeleien zuwenden. DU ABER SEI WACHSACH..“

    [Nur] „der Papst hat die göttlichen Versprechen; immer ist er unbesiegbar und unerschütterlich; Er ist der Bote der Wahrheit und Gerechtigkeit, das Prinzip der Einheit der Kirche; Seine Stimme verurteilt Fehler, Götzendiener, Aberglauben; Er verurteilt Ungerechtigkeiten..“ (Pius XII, 20. Februar 1949)

    Doch dieser Scheinpapst verurteilt NICHTS. „Bote der Wahrheit“? Sagt diese obige Päpstliche Lehraussage nicht eindeutig, dass dieser Mann in Rom niemals legitimer Papst der Katholischen Kirche war. Er sucht die Freude an der Unwahrheit, an der Ungerechtigkeit, am Aberglauben, am Götzendienst.
    Doch der Generalobere der Piusbruderschaft beurteilte ihn anfangs als einen „Mann des Glaubens“. Und ein anderer Oberer derselben Bruderschaft spricht in Flavigny 2014 gar von „Verbitterung aufgeben und die Freude suchen und die Kritiken am II. Vatikanum zu unterlassen.“ Er belehrt uns nach Bergoglio-Manier: „Das erste ist die Nächstenliebe nicht die Wahrheit. Wir müssen nicht danach streben, den Papst zu bekehren und die Konzilsgläubigen… Man muss Vertrauen haben in Rom, das Beweise des guten Willens gegeben hat…“

    Wer ist imstande, diesen Absturz, diesen Verrat auszuhalten?

  2. @Alexius 31. Januar 2018 um 21:45

    Wer ist imstande, diesen Absturz, diesen Verrat auszuhalten?

    Sie natürlich 🙂

  3. @Ci-devant 1. Februar 2018 um 09:16

    Zitat
    Kann man bitte diesen Troll Stefan1 von dieser Seite entfernen?

    Das hätten Sie gerne. Troll war hier jemand anders. Oder Sie verstehen nicht, was ein Troll ist.

  4. „Freitag, 2. Februar 2018
    Piusbrüder ziehen skeptische Bilanz: Das wird wohl auch 2018 noch nichts mit dem Vatikan!“ (gloria.tv):

    „Natürlich steht in dem heute per Rundmail versandten Dokument des deutschen Distriktes der Piusbrüder nicht „Das wird wohl nichts!“, aber ich interpretiere das jetzt mal so, wenn ich diese lange Auflistung lese unter dem Titel „Die Beziehungen zu Rom seit dem Jahr 2000 – ein Überblick“, verfasst von P. Franz Schmidberger, dem Regens des Priesterseminars in Zaitzkofen.
    Am Schluss fasst er zusammen, es gebe im Laufe der Jahre zwar eine „schrittweise Annäherung“, aber den Piusbrüdern werde bis heute eine kirchenrechtliche Anerkennung „versagt“… “
    __

    „Liegt alles in Gottes Hand“, brüstete sich der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. Auch die Millionen Rosenkränze der naivgebliebenen Gläubigen der Piusbruderschaft lagen in Gottes Hand. Und ER war es, der diese Rosenkränze einsetzte, um die Piusbruderschaft mit ihrem Teufelsplan zu beschämen. Wir haben aber daraus gelernt, wieviele Priester imstande sind, einem solchen Plan gegen den Willen Gottes zuzustimmen. Wieviele waren es denn, die diesem Plan widerstanden? Nicht nur das Vertrauen, auch die Glaubwürdigkeit leidet in einem solchen Fall schwer! Wieviele sind schweigend mitgelaufen! Jahrelang wurde das Konzil, die Neue Messe, die synkretistischen Veranstaltungen, die falschen Heiligsprechungen von der Piusbruderschaft verteufelt. Plötzlich galt das alles nicht mehr! Das Konzil, die Neue Messe, das Neue Kirchenrecht alles war annehmbar und gültig promulgiert. Die „Exkommunikation“ der Bischöfe war auf einmal eine reale Exkommunikation, die zurückgenommen werden mußte. Die Messe Pius‘ V. mußte als „verbotene Messe“ aufgehoben werden, wenngleich niemals ein Verbot bestand nach den Festlegungen des heiligen Papstes. Für Fellay ist die Konzilssekte auf einmal die Römisch-katholische Kirche, und diese Römisch-katholische Kirche hat plötzlich ein irrtumbehaftetes Lehramt. Also in seinen Augen ist es das wahre Lehramt der Katholischen Kirche, das irren kann.

    Fellay kommentierte auch, dass die Bruderschaft selbstverständlich anerkenne (jetzt auf einmal!), dass der Papst auf Erden das letzte Wort habe! Es gilt also für die FSSPX und ihrer Priesterschaft: in »Amoris Laetitia» hat Jorge das letzte Wort. Dann hat er es auch in »Vertitatis gaudium« und im Auflösen des Zölibats. Das letzte Wort hat Bergoglio, wenn er die versteckten, weil verfolgten Bischöfe in China ihren Verfolgern ausliefert.
    Sauberes Prinzip!

  5. @Alexius 2. Februar 2018 um 17:27

    Die gegenseitige Annäherung Priesterbruderschaft St. Pius X und der röm.-kath. Kirche ist richtig und gewollt. Dieser Prozess wird noch lange dauern, doch letztendlich muss es das Ziel bleiben. Die globalen und innerkirchlichen Schwierigkeiten dürfen kein Argument sein. Das liegt in Gottes Händen, der seine Kirche immer schützen wird, auch wenn die Kirche Probleme hat und macht.

  6. Wer für Annäherung ist muss die Kirche zwangsläufig für eine Jahrmarktsveranstaltung halt, wo jeder seinen Stand aufstellt und sein jeweiliges Angebot an den Mann oder die Frau bringen will.

    Die wahre Kirche Jesu Christi erkennt man allerdings daran, dass sie eine Gemeinschaft ist, wo alle Gläubige und Geistliche ein und den selben Glauben haben.

    Das Jahrmarktsprinzip, das Bischof Fellay und seine Gesinnungsgenossen anstreben ist also der Wahrheit 180° entgegen.

  7. »Veritatis gaudium« bedeutet, wer heute Theologie lehrt, muss mit den Irrlehren der „Theologen“ des Konzils übereinstimmen, heißt also, den Irrlehren Bergoglios treu ergeben sein und somit auch »Amoris Laetitia« und allen Irrlehren seiner Vorgänger.

    Jene, die den Glauben und die Moral lehren, müssen begreifen, dass sie diese Aufgabe nur in voller Übereinstimmung mit dem irrtumsbehafteten „Lehramt“ der Konzilssekte durchführen können. Das ist die Quintessenz, die eine Entscheidung fordert!
    Bis heute haben diese Entscheidung weder die Dubiagegner, noch Bischof Fellay, noch die kasachischen Bischöfe getroffen.

  8. Berichtigung: Bis heute haben diese Entscheidung weder die DUBIA-UNTERZEICHNER noch Bischof Fellay noch die kasachischen Bischöfe getroffen.

  9. „Franziskus ist kein wahrer Hirte, sondern ein Mietling; er kümmert sich nicht um die Schafe (Joh 10,13). Der heilige Paulus warnt uns vor Menschen wie ihm: ‚Solche Menschen sind Lügenapostel, heimtückische Arbeiter, die sich als Apostel Christi ausgeben'(2 Kor 11,13).

    Franziskus verführt die Menschen fortwährend dazu, den Blick auf das Zeitliche zu richten und führt sie so in eine große Gefahr, vor der Christus im Gleichnis vom Sämann warnt: ‚Und andere sind da, die in Dornen gesät sind: das sind die, welche das Wort hören und in den Sorgen der Welt und den Reichtümern des Lebens, die Lüste nach anderen Dingen, das Wort ersticken, und es wird fruchtlos bleiben‘ (Mk 4,18-19).
    Er predigt das, was wir das ‚Evangelium des Menschen‘ nennen, ein falsches Evangelium, das sich fast ausschließlich auf das Zeitliche, das Alltägliche, das Natürliche konzentriert. Seine Anliegen sind immer mit dieser Welt beschäftigt: Ob es darum geht, Bedürftigen zu helfen, Armut zu beseitigen, Bildung zu verbessern, wirtschaftliche Ungerechtigkeit zu bekämpfen, für eine „Kultur der Begegnung“ oder „Zärtlichkeit“ zu plädieren oder Arbeitsbedingungen für Bergleute in Indonesien zu verbessern „Papst“ ist immer da mit seiner ach so zärtlichen Fürsorge und unaufgeforderten Ratschläge.

    Während diese Ziele fast alle an und für sich achtbar sein können, werden die Leute schlussendlich herausfinden, dass niemand wirklich einen Papst oder eine katholische Kirche braucht, wenn das ultimative Ziel einfach die Bekämpfung sozialer Probleme ist durch natürliche, humanistische Mittel, was genauso gut von den Vereinten Nationen, Kiwanis International oder dem Roten Kreuz geleistet werden könnte.

    Und da haben wir es [seine Ansprache über den Tod]: Eine „päpstliche“ Reflexion über den Tod, die überhaupt nichts Übernatürliches sagt. Dies geht einher mit seinen wiederholten Behauptungen, dass das Jüngste Gericht nicht zu befürchten ist, ein wirklich teuflischer Ratschlag!

    Wir sehen hier noch einmal, dass Franziskus sich nur mit diesem zeitlichen Leben beschäftigt, nicht mit der Ewigkeit. Selbst den Tod benutzt er nicht, um über das übernatürliche Schicksal und die Tatsache zu sprechen, dass wir unmittelbar nach unserem Tod gerichtet werden, um entweder in den Himmel oder in die Hölle zu gehen.

    Und so hat es Francis geschafft, über eines der sogenannten „Vier letzten Dinge“ (Tod, Gericht, Himmel, Hölle) zu sprechen, ohne die anderen drei zu erwähnen. In seinen Worten gibt es keine Erwähnung von Seele, Gnade, Ur- und Todsünde, Gericht, Fegefeuer, Himmel, Hölle, Buße, Bekehrung, Glaube, Hoffnung oder [wahre] Nächstenliebe, [die sich auf das Seelenheil des Nächsten richtet]. Statt dessen erzählt er von einer Reise, einem Vermächtnis und etwas über die Erinnerung. Vielleicht sind das seine eigenen “ Three Last Things.“

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