POLEN: Herrsche über uns, Christus!

Herrsche über uns, Christus

Ehrwürdige Priester – ihr Hirten der Kirche Christi. Seit 1925 verehrt die Kirche in ihrer Liturgie Jesus Christus als den König des Weltalls. Der Ausdruck dessen waren die Praktiken, die in den Pfarreien wie auch in den Familien und im privaten Leben ausgeübt worden sind.

In den Schriften von der Dienerin Gottes, Rozalia Celakówna lesen wir: „Polen geht nicht verloren unter der Bedingung, dass es Christus als seinen König annimmt im wahrsten Sinne des Wortes; wenn es sich den Gesetzen Gottes unterordnen wird, dem Gebot Seiner Liebe.“ An anderer Stelle lesen wir: „Es wird eine schreckliche Katastrophe über die Welt kommen […]. Es werden nur diejenigen Länder überleben […], die Ihn als ihren König und Herrn anerkennen […]. Es gibt Rettung für Polen, wenn es Mich durch Inthronisation (vollkommen) als seinen König und Herrn anerkennt.

Diejenigen Länder und Nationen, die das nicht annehmen und sich der süßen Liebe Jesu nicht ergeben werden, werden von der Erdfläche verschwinden und nie wieder aufkommen“.

Damit es zur Inthronisation auf höchster Ebene kommen kann, muss man damit aber erst ganz unten anfangen, in den kleinsten Pfarreien. Wichtig ist es, dass an der Inthronisation die Geistlichen sowie die nicht geistlichen Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Kreise teilnehmen. Es gibt schon sehr viele Beispiele dafür, wie der Akt der Inthronisation durchgeführt werden soll. Langfristig soll der Akt mit der Anteilnahme der Kirche und der ganzen Nation durch ihre Vertreter vollzogen werden.

Die Inthronisation sollte sich nicht nur auf bestimmte religiöse Praktiken im Bereich einer Pfarrei oder Familie beschränken oder nur mit privater Verehrung verbunden sein, sondern sie sollte ein national – gesellschaftliche Dimension haben. Es geht hier natürlich nicht nur um eine Formalität. Papst Pius XII schreibt in seiner Enzyklika „Quas primas“: „Ihr werdet erst dann Gottes Segen erlangen, wenn Jesus, der Herr, über euch und eure Völker herrschen wird“.

Wir übergeben in eure Hände, ihr ehrwürdigen Priester, Vorschläge bezüglich der Vorbereitungen zu diesem Fest mit Gebeten und Hinweisen, wie der Akt der Inthronisation in einer Pfarrei vollzogen werden kann. Bei der Vorbereitung der Andacht wurden Gebete, Lieder und Textfragmente aus den Schriften der Dienerin Gottes, Rozalia Celakówna, verwendet. Die Vorschläge enthalten außerdem auch andere Texte, die mit der Tradition der Verehrung des Christkönigs verbunden sind, wie auch mit dem Werk der Inthronisation in Polen. Wir möchten sie auch gerne auf das Buch „Dienerin Gottes Rozalia Celakówna – ihr Leben und ihre Mission“ aufmerksam machen, wodurch Sie sich mit der Persönlichkeit der Dienerin Gottes und der Theologie, die in dem Akt der Inthronisation des Christkönigs besteht, was eine immense Wichtigkeit für die Rettung der Welt hat, vertraut machen können. Wir appellieren an die priesterlichen
Seelen, wir erinnern sie an ihre Verantwortung für die Kirche und die ganze Welt.

Pr. Ryszard Kubasiak
Diözesan Seelsorger
der Gebetsgemeinschaften der Inthronisation
des Christkönigs

 

Die Predigt des Fürsten
Kardinal Adam Stefan Sapieha

zum Fest des Christkönigs (Zeitschrift „Sonntagsglocke“ 1934)

Christus, unser Herr, wandte sich an den Glauben des Volkes, das Ihn als seinen König berufen wollte. Seine ganze Gestalt strahlte mit einer gewissen Majestät und drängte sich den Menschen unwiderstehlich auf, denn sogar Pilatus selbst fragte Ihn, als Er in Seiner tiefsten Demütigung vor ihm stand, ob Er der König sei. Und die Juden – spürten zwar dieselbe Majestät – riefen aber gegen alle eigenen tiefsten Wünsche, Wir haben keinen König, sondern Cesar!, womit sie sich vor ihrem feindlichen römischen Führer erniedrigten.

Indem die Menschheit durch all die neunzehn Jahrhunderte die Person Jesu Christi anschaute und betrachtete, fing sie an, den Kern des Königreichs Christi besser zu verstehen – das Königreich, das nicht von dieser Welt ist, sondern für diese Welt; und fing auch an, Christus, dem Herrn als Seine Untertanen die höchste Ehre zu erweisen, indem sie Ihn als Christus – den König bezeichnet.

Das Wort und die Bezeichnung Christus – der König, macht uns das Wesentliche unseres Heiligen Glaubens bewusst, nämlich, dass Christus der Gott ist, der Schöpfer, der Heiland des ganzen menschlichen Geschlechtes und deshalb führt uns diese Bezeichnung zum Verständnis unserer Verpflichtungen Christus gegenüber. In heutigen Zeiten kann Er mehr tun als je zuvor, man muss jedoch der Menschheit die allerhöchsten Gesetze und die Macht Christi wieder bewusst machen.

Wo immer man schaut, sieht man die Ungewissheit, Angst vor dem nächsten Tag. Mit Anstrengung und größter Mühe bleibt der innere Frieden erhalten. Die Menschheit benötigt den einzigen, standhaften Mittelpunkt des Rückhalts und eine Autorität. Niemand anderes als gerade wir, die Katholiken, sollten der Menschheit Ihn zeigen und sie zu den unendlichen Schätzen der Gnaden und des Glücks führen, die wir dank Christus – dem König – in Gott und Seiner Kirche finden; und wir – nicht jemand anders – sollten die Fahne Christi – des Königs – hochheben und zwar so hoch, dass sie die ganze Menschheit sehen kann und ihre Verpflichtungen Christus – dem König – gegenüber erkennen kann!

In dem Dienst für Christus – den König – sollten wir nicht vergessen, dass man zwei Herren nicht dienen kann – und wer nicht mit Christus ist, ist gegen Ihn; dass wir auf keine Kompromisse mit dem Bösen eingehen dürfen. Wir sollten daran denken, dass auch der Satan Christus (als Versuchung) die Macht über die Erde und alle Reiche des Erdkreises und ihre Herrlichkeit geben wollte, indem er sagte: Das alles gebe ich dir. Er fügte jedoch noch einen Kompromissvorschlag hinzu: – wenn du vor mir niederfällst. So viele Menschen handeln auf diese Weise: Sie sind bereit, sich sonntags vor Gott zu verneigen, und sonst verhalten sie sich so, als würden keine Göttliche Vorschriften gelten. Sie sind bereit, Christus als König zu bezeichnen, aber gleichzeitig strengen sie sich an, Ihn in den Mauern der Kirchen einzuschließen und allein auf religiöse Feiern zu begrenzen. Noch schlimmer, wir beobachten den Versuch des Verbindens der Ehre Christi mit dem Dienst an anderen Göttern, die die Menschen sich selbst erfinden. Satan stieß auf einen strengen Widerstand des Heilands, denn die Macht Christi steht über allem und hasst Kompromisse, die sie begrenzen oder irgend etwas unterordnen. Der selbe Jesus, der so viel Verständnis und Barmherzigkeit den Sündern gegenüber zeigte, wie stark hat Er Unehrlichkeit, Pharisäertum und Heuchelei verurteilt hat!

Wir leben heute in den Zeiten des Chaos und der Dunkelheit. Wie oft erfahren wir, dass man uns mit Gewalt verschiedene Gesinnungen aufdrängt, die wir oft anzunehmen gezwungen werden. Uns, den Katholiken, wird der blinde Glaube an die von Gott offenbarten Wahrheiten vorgeworfen, dabei verlangen dieselben Menschen den blinden Glauben an ihre menschlichen, oft falschen Ansichten und den Gehorsam, der durch Geschrei, Gewalt und Angst erzwungen wird. Das Bewusstsein, dass wir Christus – dem König – dienen, sollte uns den Mut geben, dass wir uns nicht beängstigen und nicht von unseren Überzeugungen abbringen lassen; unser Verhalten nicht ändern lassen. Das Reich Gottes leidet unter Gewalttätigkeit – also sollten wir die falschen Verführungen des Feindes mit Entschlossenheit ablehnen können.

Wenn Christus, unser Herr, der König ist, und wir seine Diener und Untertanen, so dürfen wir als Seine Diener nicht untätig bleiben und nur zuschauen, sondern wir müssen für Seine Macht und Seine Rechte arbeiten und kämpfen; Wir müssen in uns selbst das Himmlische Königreich vertiefen und uns bemühen, es auch um uns herum zu verbreiten; – das himmlische Königreich, dass der einzige Weg zum Glück der einzelnen Personen, Familien und aller Völker ist.

Das Hochfest Christkönig bringt uns gewiss auf viele Gedanken. Lasst uns sie abwägen und uns in Geduld wappnen, im Dienste Christi, den wir als unseren Herrn und König bezeichnen. Lasset uns Ihm die Ehre erweisen, die nur Ihm, dem einzigen Gott, zusteht! Lasset uns die Dankbarkeit für die Gnaden der Erlösung zeigen. Lasset uns Ihm dafür danken, dass Er uns gewürdigt hat, zu Seinem Reich – der Heiligen Kirche – zu gehören. Und vereint im Seinem Geist – als Antwort auf die Rufe der Gottlosen: Wir wollen nicht, dass er herrscht – lasset uns (nicht nur mit Worten, sondern auch durch das katholische Leben und unsere Taten) unaufhörlich rufen: „Herrsche über uns, Christus!“

Der Fürst Adam Stefan Sapieha – Krakauer Erzbischof

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Quelle

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