VON DER ZAHL DER AUSERWÄHLTEN – 04

The Sermon on the Mount — Carl Bloch, 1890

von José Ricart Torrens, Barcelona

Aus dem Französischen übersetzt von Prinziessin Maria-Christina von Habsburg

(4. Folge)

II. Kapitel

DIE FRAGE DER ZAHL

Auf den ersten Blick kann es unnütz und unpassend schei­nen, über die Zahl der Auserwählten zu streiten. Aber es ist nicht reine Neugierde oder rein rhetorisches Studium, wenn wir versuchen, unsere Meinungen mit den Angaben der Offen­barung in Einklang zu bringen. Die Heiligen haben lange Ab­handlungen verfasst, haben über das Thema geschrieben, davon gepredigt und festgestellt, was für heilsame Früchte man erntet, wenn man von diesem schrecklichen Problem spricht.

Schließlich vertreten wir folgende Thesen:

1. „Es kennt der Herr die Seinen“ (2. Brief an Timotheus, II, 19).

2. Viele werden gerettet. „Nach diesem sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen, und Völkern und Sprachen“, sagt uns der heilige Johannes, als er von den Auserwählten spricht. (Apokalypse VII, 9). Bedenken wir nur, dass nach einigen Historikern die Zahl der Märtyrer während der ersten drei Jahrhunderte der Kirche mehrere Millionen betrug… und dass nicht alle Heiligen jener Epoche Märtyrer waren. Die damalige Kirche bestand nur aus einem kleinen Kern. Die Schar, welche das Lob der Heiligen Dreifaltigkeit im Himmel singen wird, wird sicher sehr groß sein. Es bleibt jedem Menschen überlassen, selig zu werden, weil „Gott will, dass alle Menschen selig werden und zur Er­kenntnis der Wahrheit gelangen“. (2. Br. an Timotheus, II, 4).

3. Sehr zahlreich sind diejenigen, die sich verdammen: Multi = Viele (Matthäus, VII, 13).

4. Die Lehre, nach welcher alle Menschen gerettet werden, ist verworfen worden.

„Man soll zumindest hoffen, dass das ewige Heil allen jenen, die nicht im Schoße der wahren Kirche Christi leben, zugesichert sei.“ (SYLLABUS, verworfene Proposition Nr. 17).

Wie es der heilige Prosper sagt: „Wenn einer gerettet wird, dann durch die Gnade des Erlösers; wenn andere verdammt werden, dann durch die eigene Schuld.“ Das Konzil von Quiersy lehrte das gleiche im Jahre 853 (Denziger 318): „Der Allmächtige Gott will, dass alle selig werden ohne Ausnahme (1. Brief an Timotheus, II, 4), obwohl nicht alle gerettet wer­den. Diejenigen, die gerettet werden, verdanken es der Gnade des Herrn; diejenigen, die sich verdammen, sind selbst schuld daran.“

Die Kirche hat diese Frage immer offen gelassen. Es gibt darüber kein dogmatisches Dekret. In einer Oration des Missale beten wir: „Deus, cui soli cognitus est numerus electorum in superna felicitate locandus“ (1) und sie erinnert uns an Seine unendliche Barmherzigkeit: „Deus, cuius misericordiae non est numerus et bonitatis infinitus est thesaurus“ (2).

Aber das hindert uns nicht daran, dass wir demütig behaup­ten können, ohne diese Lehre als definitiv zu bezeichnen, ohne ihr eine theologische Note geben zu wollen, nachdem es die Kirche nicht getan hat, ohne jemandem unsere Denkweise auf­zwingen zu wollen, die Zahl der Auserwählten im Vergleich mit der Zahl der Verdammten sei klein, und zwar, indem wir die Gründe anführen, welche in den folgenden Kapiteln analysiert werden.

Wir werden zuerst die Antwort auf Einwände geben, welche einige gegen die Zweckmäßigkeit der Behandlung dieser Frage bei Verteidigung der traditionellen Lehre erheben.

I. — SPRECHEN SIE VON ANDEREN DINGEN!

Diese Frage der (relativ) kleinen Zahl der Auserwählten be­unruhigt viele unserer Modernisten, sowie übrigens diejenige der Hölle. Aber warum beunruhigt sie?

Studieren Sie die Argumente derjenigen, welche sich gegen sie erheben; sie behaupten: „Gott ist zu gut, um zu verdam­men.“ Studieren Sie gründlich die verschiedenen, mehr seriö­sen Einwände: Man kann sie in diesen vier Worten zusammen­fassen: „Gott ist zu gut“. Wenn der Einwand stichhaltig wäre, würde er sowohl für einen, als auch für tausend gel­ten. (Auf Grund dieses schlecht ausgelegten Argumentes be­haupten einige sogar, dass niemand in der Hölle sei. „Gott ist zu gut“).

— Sprechen Sie doch von anderen Dingen! sagt man manch­mal. Gewiss, es wäre manchmal angenehmer, das zu hören. Aber wir sind der Ansicht, dass wir das Recht nicht haben, diese theologische Meinung, die wir für begründet erachten, zu verschweigen. In unserem Zeitalter der freidenkerischen und laisierten Entstellungen bilden sich die Menschen ein, sie hätten das Recht, mit Gott nicht mehr zu rechnen. Oder es muss ein Gott sein, von dem sie selbst bestimmen, wie Er zu sein habe, ein Gott, dem man einer „Moral der Lage“ ent­sprechend dienen könne. Ein Gott, von dem man Rechenschaft verlangen könne… den man zensurieren könne… ein Gott nach ihrem Gutdünken. Wenn dieser Gott ihre Forde­rungen nicht annimmt, lehnen sie Ihn ab. „Qui habitat in coelis irridebit eos“ „Der im Himmel wohnt, lacht über sie und der Herr spottet ihrer“ (Psalm II, Vers 4).

Im Psalm X ruft David aus: „Der Sünder erbittert den Herrn, nach der Größe seines Zornes frägt er nichts“ (Vers 4).

„Denn er spricht in seinem Herzen: Ich werde nicht wanken, ohne Unglück sein von Geschlecht zu Geschlecht“ (Vers 6).

Aber es genügt dem Sünder nicht, hienieden damit nicht zu rechnen. Er weiß sehr gut, dass ihn Gott auf dem Wendepunkt zur Rechenschaft ziehen wird. Dann ruft er, wie ein Kind, lauter, um sich zu beruhigen:

„Gott hat’s vergessen, hat abgewandt sein Angesicht, damit er’s nimmermehr sehe“ (Vers 11) und Psalm X fügt hinzu:

„Der Herr erforscht den Gerechten und den Gottlosen; wer aber die Missetat liebt, hasst seine Seele“ (Vers 6).

„Es regnet Schlingen über die Bösen; Feuer und Schwefel und Sturmwind ist der Anteil ihres Bechers.“ (Vers 7)

„Denn der Herr ist gerecht und liebt die Gerechtigkeit; auf Billigkeit schaut sein Angesicht.“ (Vers 8)

Es ist notwendig, dass der Mensch verstehe, auch im XX. Jahrhundert, dass Gott Gott ist… dass Er der Schöpfer ist… der Unendliche; dass wir nur Nichts sind. Es ist notwendig, dass wir armen Zwerge, die eine gewisse Zahl Stunden auf diesem Planet Erde leben werden, einen der kleinsten des Sonnensystems, verirrt im Spiralnebel, zu dem er gehört, die­ser wiederum verloren inmitten anderer bekannter und un­bekannter Milchstraßen, diese präliminären Begriffe erfassen. Nein, der Schöpfer zittert nicht vor uns. Der heilige Paulus spricht, in Eingebung des Heiligen Geistes: „Gott lässt Seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.“ (Galater, VI, 7-8). Würden wir sagen: „Nein, der heilige Paulus hat sich geirrt; man kann weiterhin über Gott spotten? Nachdem „Gott gut ist“ wird Er alle diejenigen retten, welche bis zum Ende Seiner spotteten?“ Im Grunde genommen ist das Problem vorhanden. Nur dann, wenn er es ernst genommen hat, wird der Sünder alle seine schlechten Neigungen aufgeben.

II. DIE LEHRE VON DER RELATIV KLEINEN ZAHL DER AUSERWÄHLTEN IN ERINNERUNG ZU RUFEN WIDERSPRICHT DER CHRISTLICHEN HOFFNUNG.

Wir antworten, indem wir Mgr. Charriere, Bischof von Genf, Lausanne und Fribourg zitieren:

„Die christliche Hoffnung ist gewiss die Tugend, die uns erlaubt, von Gott Seine Gnade zur Einhaltung Seiner Gebote zu erhalten. Um auf diese göttliche Hilfe zu rechnen und sie ununterbrochen in vertrauenswürdiger Erwartung zu erflehen, gibt uns Gott die Tugend der Hoffnung; deren Motiv ist die Allmacht Gottes, der unendlich gut und treu in Seinen Versprechen ist. Aber die Allmacht Gottes soll uns von der Hand­lung nicht befreien. Im Einklang mit unserem freien Willen will Gott unsere Kräfte unterstützen, aber nicht uns von deren Gebrauch befreien. Der Weg, der zum Himmel führt, ist nicht die breite, gepflasterte Strasse, auf der man mit einer Ge­schwindigkeit von fast hundert Stundenkilometern beinahe ohne Erschütterungen rasen kann. Es ist der schmale, steinige Pfad, auf dem man zu Fuß emporsteigt, auf dem man sich die Füsse verletzt, wo das Herz ermüdet; der Aufstieg ist schwer. „Wer Mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme täg­lich sein Kreuz auf sich, und folge Mir nach.“ (Lukas, IX, 23). Es ist eine in unserer Zeit weit verbreitete Täuschung, dass es genügt, mit dem Strom zu schwimmen, um ein guter Christ zu sein. Man hat bald genug getan; alles ist rasch gut genug für Gott. Es ist im Grunde genommen immer derselbe Gedanke, derselbe Irrtum: Gott ist nicht mehr Gott; wenn Er existiert, soll Er sich damit begnügen, dass man Ihn nicht ganz vergisst. Seine unbegrenzte Güte halten wir für eine lächerliche GUT­MÜTIGKEIT.

„Denken wir daran, dass sich alle Seine Eigenschaften ver­einigen und dass Seine Güte ohne Seine Gerechtigkeit nicht dankbar wäre. Man soll nicht deswegen, weil man früher zur Zeit des Jansenismus und seiner Nachahmungen zu wenig an die Güte Gottes glaubte, heute ins andere Extrem verfallen und vergessen, dass die göttliche Güte uns davon nicht befreit, unser Kreuz mit Jesus zu tragen, in der Nachfolge der Heiligen. Ja, das christliche Leben ist ein Kampf. Der heilige Paulus sagt uns: „Denn auch wer im Wettkampfe streitet, wird nicht gekrönt, wenn er nicht gesetzmäßig gekämpft hat, „nisi qui legitime certaverit“ (2. Br. an Timotheus, II, 5).

(Auszug aus dem Hirtenbrief — Fastenzeit 1957 — „Christliches Leben und Fälschung“)

III. DAS IST GLAUBENSSTRENGE UND JANSENISMUS

Die Behauptung, dass die traditionelle Lehre von der Zahl der Auserwählten (an und für sich groß und „unzählig“, aber im Verhältnis zu denen, die sich verdammen, relativ klein) eine vom Jansenismus abgeleitete Lehre sei, kann einen nur zum Lachen bringen.

  1. Mehr als tausend Jahre vor den Jansenisten wurde sie schon in der Kirche gelehrt, durch den heiligen Irenäus, den heiligen Augustinus, den heiligen Hieronymus, den heiligen Johannes Chrysostomus, den heiligen Gregor den Großen, usw.
  2. Seither sind alle Heiligen, die darüber abgehandelt haben, vollkommen einig über die Frage der (relativ) kleinen Zahl der Auserwählten.

Ihre Doktrin hatte mit den Irrlehren der Jansenisten nichts gemeinsam, welche behaupteten, der Heiland sei nur für eine kleine Zahl gestorben, und die mit den Kalvinisten an dieser Lästerung von der Vorherbestimmung festhielten: Viele werden schuldlos verdammt werden, weil sie von Gott die Gnade nicht erhalten hätten.

Im Gegenteil, die traditionelle Lehre von der (relativ) kleinen Zahl der Auserwählten, eine Lehre, die wir ganz offen unsere eigene nennen, lehrt mit dem heiligen Paulus: „Gott will, dass alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“ (1. Br. an Timotheus, II, 4). Allerdings bemerkt der heilige Ambrosius dazu: „Gott will, dass alle selig werden, aber wenn sie zu Ihm kommen wollen; Er will nicht, dass sie selig werden können auch dann, wenn sie sich nicht bekehren wol­len.“

Denken wir immer daran, dass der Heiland für alle gestorben ist und eine der Strafen der Verdammten gerade darin bestehen wird, sich bewusst zu sein, dass sie Gott erschaffen hatte, um sie zu erlösen, dass Er ihnen alle erforderlichen Gnaden verlie­hen, dass Jesus Christus für alle ihre Sünden auf dem Kreuze ge­sühnt hatte, dass sie sich hätten retten können und wegen ihrer eigenen Schuld verdammt worden sind.

Man soll mit sehr großer Liebe, sehr großer Ehrfurcht alle Sünder, welcher Art sie auch seien, empfangen, ihnen die unendliche und barmherzige Liebe vergegenwärtigen, die sie ein­lädt, die immer bereit ist, zu verzeihen, wenn sie ergeben zu Ihm zurückkehren… Man soll ihnen die Sorge um das verirrte Schaf, die Liebe zum verlorenen Sohn vor Augen führen. Man soll zu Maria Zuflucht nehmen und die Hoffnung mit diesen vertrauensvollen Worten der heiligen Theresia vom Kinde Jesu entfachen:

„Ich erhebe mich nicht deshalb zu Gott mit Vertrauen und Liebe, weil ich vor der Todsünde bewahrt worden bin. Ach! Ich fühle, dass ich, auch wenn ich alle Verbrechen die man begehen könnte, auf dem Gewissen hätte, doch nichts von meinem Vertrauen verlieren würde; ich würde zum Heiland gehen, das Herz vor Reue fast gebrochen, und würde mich in die Arme des Heilands werfen. Ich weiß, dass Er das verlorene Kind liebt, ich habe Seine Worte an die heilige Magdalena vernommen, an die Ehebrecherin, an die Samariterin. Nein, niemand könnte mich erschrecken, denn ich weiß, woran ich mich bei Seiner Liebe und Barmherzig­keit halten soll. Ich weiß, dass diese ganze Menge von Sünden in einem Augenblick gelöscht würde, wie ein Wassertropfen, den man in ein loderndes Feuer fallen ließ.“

Nichts davon ist jansenistisch oder glaubensstreng im Sinne einer Abweichung von der herrschenden Kirchenlehre.

Der Missbrauch von doppelsinnigen Wörtern, Bezeichnun­gen, deren Bedeutung unbestimmt ist und wo sich ein Irrtum hinter der darin enthaltenen Wahrheit verbirgt, führt heutzutage zum unentwirrbaren Missklang der Geister.

Mit doppeldeutigen Bezeichnungen hat man viele Geister, die keinen Verdacht schöpften, irregeführt.

Man spricht von Freiheit, um die Ausschweifung durchge­hen zu lassen; von Neutralität, um die verbrecherische Unge­rechtigkeit des Laizismus zu tarnen; von Öffnung nach links, um mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten.

Wenn man unter Glaubensstrenge versteht, die Lehre unse­res Herrn und Seiner römisch-katholischen Kirche ernst zu nehmen — denn nur sie allein ist die Seine und nur sie allein ist die Seligmachende — gebe ich zu, dass wir eifrig und streng ihre Lehren befolgen. Wir muten uns das Recht nicht zu, „ei­nen Preis zu bestimmen“ oder „Rabatt“ zu gewähren, wenn es um ein Dogma und um die Moral geht…

IV. ES IST ENTSETZLICH, DIE KRIECHERISCHE FURCHT ZU PREDIGEN.

Es ist bestimmt notwendig, die einfache unterwürfige Furcht und die Zerknirschung oder unvollkommene Reue zu lehren und zu predigen (der Schmerz über die Beleidigung Gottes vor allem auf Grund der Angst vor den göttlichen Strafen). Die Heilige Kirche hat die Jansenisten und die Pro­testanten verdammt, weil sie behaupteten, diese Furcht sei schlecht.

Wie viele arme Sünder kommen darüber nicht hinaus und werden dank dieser unvollkommenen Reue gerettet! Wie gut ist Er, Gott, dass Er sich damit im großen und ganzen be­gnügt! Der heilige Augustinus rief aus: „Aber wer sind wir, o Herr, dass Du uns dermaßen liebst, dass Du uns mit der Hölle drohst, falls wir Dich nicht lieben!“ Derselbe Heilige sagt in seinem „De catechisandis rudibus“ (Kapitel V): „Ra­rissime quidem advenit, immo vero nunquam, ut quisquam veniat, volens fieri christianum, qui non sit aliquo Dei timore perclusus“. „Es geschieht nur sehr selten, eigentlich niemals, dass jemand käme, um Christ zu werden, ohne mehr oder weniger durch die Furcht vor Gott dazu angeleitet worden zu sein.“ Wie schade, dass diejenigen, welche neue Formu­lierungen suchen, dieses kleine Buch des heiligen Augustinus nicht durchstudieren!

Niemand hat besser als der heilige Ignatius in einigen Zeilen diese Frage der „Furcht“ und der „Liebe“ erklärt, die der Teufel mit Vergnügen durcheinander zu bringen scheint, um die Seelen zu betrügen. Es steht in den „Regeln, um mit der Kir­che zu empfinden“ in seinen „Geistlichen Übungen“: „Ob­wohl wir vor allem wünschen sollten, dass die Menschen Gott, unserem Herrn, aus reiner Liebe dienen würden, müssen wir doch die Furcht vor der Göttlichen Majestät sehr loben; denn nicht nur die kindliche Furcht ist fromm und sehr heilig, sondern sogar die unterwürfige Furcht; wenn sich der Mensch zu nichts besserem und nützlicherem aufschwingen kann, hilft sie ihm sehr, sich von der Todsünde zu befreien, und wenn er von ihr befreit ist, gelingt es ihm leicht, die Gott angenehme und liebe kindliche Furcht zu erwerben, die unzertrennlich mit Seiner Liebe vereint ist.“

Johannes XXIII. sagt uns: (4, XI, 61) „Die Gottesfurcht ist ein Zeichen der Weisheit; sie ist und wird immer die Regel für das Verhalten und die Taten des guten Katholiken sein. Dieses Grundprinzip ist im Alten Testament klar verkündigt worden (es genügt, die Propheten zu lesen). Im Neuen erweitert sich der Horizont auf unaussprechliche Weise. Unser Herr Jesus Christus, unser göttliche Meister und unser Erlöser, gibt uns Sein Evangelium veritatis et pacis (Wahrheits- und Friedens­evangelium), welches einen unvergleichlichen Schatz für die­jenigen enthält, die den Weg der Entsagung, des Opfers, der Liebe beschreiten; Weg, auf welchen alle berufen sind, die Christus nachfolgen. Im Laufe der Jahrhunderte gab es Zeit­abstände mit grösserem oder weniger großem Eifer. Aber es fehlte nie die Hauptnote: Wenn man die Lage und die Um­stände sorgfältig prüft, findet man immer, daß die Haupt sorge im Augenblick die Rückkehr zum timor Domini (zur Gottes­furcht) ist. (3)

(Fortsetzung folgt)

ANMERKUNGEN:

(1) 0 Gott, der Du allein die Zahl der zur ewigen Seligkeit Be­stimmten kennst.

(2) 0 Gott, Dessen Barmherzigkeit und Güte unendlich ist.

(3) Johannes XXIII. Aus dem Spanischen übersetzt. Kein entsprechender Text zur angegebenen Referenz (4.XI. 61) konnte gefunden werden.

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