“Virgo – Maria, Urbild der Kirche”

Schloss Spindlhof / Wikimedia Commons – Smardis, CC BY-SA 3.0

Geweihte Jungfrauen aus ganz Europa tagten in Schloß Spindlhof in Regenstauf

Ganz im Zeichen der beiden Jubiläen „100 Jahre Patrona Bavariae“ und „100 Jahre Erscheinungen von Fátima“ wurde die Jahrestagung der Geweihten Jungfrauen unter das Leitwort „Virgo – Maria, Urbild der Kirche“ gestellt. Vom 30. September bis zum 3. Oktober 2017 fand in Regenstauf im Bildungshaus Schloss Spindlhof eine Tagung mit Vorträgen und Gottesdiensten statt, zu der die Hauptabteilung Orden – Geistliche Gemeinschaften im Bistum Regensburg sowie die Hauptabteilung Kirchliches Leben im Bistum Augsburg eingeladen hatten. Das internationale Treffen führte wieder zahlreiche Geweihte Jungfrauen (Virgines consecratae) sowie Kandidatinnen und Interessentinnen aus ganz Europa zum Gebet, Gedankenaustausch und zur geistlichen Weiterbildung zusammen. María Luisa Öfele, Ordinariatsrätin in der Hauptabteilung Orden – Geistliche Gemeinschaften im Bistum Regensburg, freute sich besonders über eine größere Anzahl von Teilnehmerinnen aus Osteuropa (Tschechien und Slowakei, Ungarn und Russland). Seit einigen Jahren schon gibt es diese Tagung, die seit drei Jahren von den beiden Hauptabteilungen Augsburg und Regensburg organisiert wird.

Die marianische Dimension der Berufung zur Jungfrauenweihe

In diesem Jahr bildete Maria, als Mutter des Glaubens, den Themenschwerpunkt der viertägigen Tagung im Spindlhof. So sprach u.a. die Münchner Theologin und Geweihte Jungfrau Nicole Pitta zu „Grundgedanken über die Kirche und Maria in Lumen Gentium“ und María Luisa Öfele zu „Das Fiat Mariens – Das Ja einer Braut“. Der Passauer Diözesanpriester und Mitglied im Neuen Schülerkreis Joseph Ratzinger/Papst em. Benedikt XVI., Dr. Manuel Schlögl, referierte zum Thema: „Du Gottes Tochter und Mutter und Braut – Marias Stellung in der Lehre der Kirche“. Eine Betrachtung nach dem Evangelium und Texten der Liturgie unter dem Titel „Maria – Urbild der Kirche“, gab der Ettaler Abt Barnabas Bögle OSB. Die tägliche Eucharistiefeier, das Stundengebet der Kirche und die Eucharistische Anbetung bildeten den geistlichen Rahmen dieser Tagung. Zur Pontifikalvesper am Sonntagnachmittag verließen die Tagungsteilnehmerinnen Regenstauf und feierten in Regensburg mit Weihbischof Dr. Josef Graf in der Stiftsbasilika U.L.F. zur Alten Kapelle das Abendgebet der Kirche.

„Maria als Urbild der Betenden Kirche“

Ein Vortrag, der besondere Beachtung fand, stammte von Prof. Pater Dr. Wolfgang Buchmüller O.Cist., „Maria als Urbild der Ecclesia orans – Zur Genese der marianischen Symbolsprache“. Der gebürtige Konstanzer ist seit 2001 Professor für Spirituelle Theologie und Ordensgeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz im Wienerwald. „Symbole bestimmen und bewegen unser Leben“, so Professor Buchmüller, „und sie verlangen vom Betrachter ein hohes Maß an Phantasie“. Er gab eine Einführung in die Bilderwelt des Alten und Neuen Testamentes. So wurde die Beziehung Jahwes zum Volk Israel gerne in ein poetisches Bild gekleidet, man sprach von der Ehefrau, der Mutter, der Geliebten oder der Tochter. Die Kindheitsgeschichte bei Lukas versteht sich als Verheißung des Alten Bundes und ist bewusst so komponiert. Der Gruß des Engels, „Freu Dich, Begnadete“ schlägt eine Brücke zum Propheten Zefanja „Freue Dich, Tochter Zion“. Wir finden im Neuen Testament aber auch das Bild „Die Frau als Braut des Lammes, als unbefleckte Kirche“. Professor Buchmüller sprach im Blick auf „Maria, als Vorbild der betenden Kirche“ von der Gottesmutter auch als „Zeichen der Endzeit und Prophetin“ und von einem Marianischen Zeitalter. Er spannte da einen Bogen von den Marienerscheinungen von 1830 (Paris) über 1846 (La Salette) und 1858 (Lourdes) bis hin zum Jahr 1917 (Fátima). Im Anschluss an den Vortrag feierte Prof. Pater Dr. Wolfgang Buchmüller O.Cist. mit den Teilnehmerinnen in der Hauskapelle die hl. Messe zum Erntedankfest.

Die Geweihte Jungfrau und die Jungfrauenweihe

„Eine Geweihte Jungfrau – lateinisch: Virgo consecrata“, so erklärt Ordinariatsrätin María Luisa Öfele, selbst diesem Stand angehörend, „ist eine Frau, die sich von der Liebe Gottes hat ergreifen lassen und nicht anders kann, als sich ihm ganz und gar, mit Leib und Seele, zu schenken“. Sie lebt mitten in der Welt, nicht wie Ordensfrauen in einer Gemeinschaft, und geht ihrem Beruf nach. Es gibt Architektinnen, Ärztinnen und Anwältinnen, Pastoral- und Gemeindereferentinnen, Frauen die in der Forschung und der Pflege tätig sind, Lehrerinnen und Erzieherinnen. „Es ist nur wichtig“, so führt María Luisa Öfele aus, „dass sie in ihrem Beruf auch ihre Berufung leben kann und die Zeiten hat, die sie für die Pflege ihrer Beziehung zu Gott benötigt“. Weltweit gibt es sicher gut über 3.000 Geweihte Jungfrauen, die immer eng mit der Kirche und ihrem Bistum verbunden sind. Es gibt weltweit keine einheitlich geregelte Vorbereitung auf die Jungfrauenweihe, das wird im einzelnen in den verschiedenen Diözesen durch den Ortsbischof geregelt. „Meist hat die Kandidatin schon mehrere Jahre so gelebt“, so María Luisa Öfele weiter, „und erbittet nun von der Kirche, dieses Charisma, diese Lebensweise bestätigt zu bekommen. Der Diözesanbischof ist der ordentliche Spender der Jungfrauenweihe, die im Rahmen einer Pontifikalmesse gefeiert wird. Im Bistum Augsburg und Regensburg arbeiten wir in punkto Vorbereitung zusammen“, erklärt María Luisa Öfele, „da haben die beiden Diözesanbischöfe eine Handreichung und Leitlinien erlassen, die die Vorbereitung für Kandidatinnen geregelt haben“.

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg, 04.10.2017)

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