Rafik Schami – Urchrist, der gerne erzählt

Rafik Schami wurde in Damaskus in Syrien geboren, seine Familie gehört zur Minderheit der aramäischen Christen. 1970 musste er aus seiner Heimat fliehen und kam 1971 nach Deutschland. Heute gehört der ehemalige Chemiker zu den wichtigsten Gegenwartsautoren im deutschen Sprachraum und gilt ein hervorragender Vortragskünstler. Er bewundert Papst Franziskus in vielen Fragen der menschlichen Werte, vor allem seinen Mut.

Herr Suheil Fadél, Sie sind im deutschen Sprachraum unter Ihrem Künstlernamen Rafik Schami bekannt, was Freund aus Damaskus bedeutet. Rafik: Freund und Schami: Damaskus. Mittlerweile leben Sie schon länger in Deutschland als in Syrien. Sind Sie im Herzen Syrer geblieben oder ist Ihre Heimat Deutschland geworden?

Meine Heimat ist Deutschland geworden, aber mein Herz bleibt syrisch, damaszenisch. Genauer gesagt, das christliche Viertel in Damaskus ist sehr verbunden mit meiner Kindheit. Das verändert sich nie. Je älter man wird, umso gültiger ist das, dass man zurückkehrt zur Kindheit. So ist mein Herz dann doch damaszenisch geblieben.

Sie sind vom Beruf promovierter Chemiker, sind aber im Verlauf ein Meister der deutschen Schriftstellerei geworden. Sie haben eine Vielzahl von Romanen, Hörspielen, Essays und Kinderbücher geschrieben, die in 30 verschiedenen Sprachen erschienen sind. Auch in arabischer Sprache?

Erst vor ein paar Jahren, seit dem ich großen Erfolg habe, hat ein libanesischer Verlag den Mut gefunden, meine Bücher unzensiert zu veröffentlichen. Das war ja meine Bedingung: Es gab Anfragen von ägyptischen, jordanischen und marokkanischen  Verlagen, aber die wollten alle zensieren. Ich bestand aber darauf, nicht zu zensieren. Jetzt hat ein libanesischer Verlag die Bücher unzensiert, insgesamt fünf Bücher, hintereinander herausgegeben. Pro zwei Jahre, ein Buch.

Herr Schami, Sie sprechen die Sprache von Jesus von Nazareth – natürlich in der modernen Form und Sie sind aramäischer Christ und gehören dieser Minderheit in Syrien an. Auf Wunsch ihres Vaters, habe ich gelesen, sollten sie Pfarrer werden. Doch das Schicksal hatte für sie  ein  anderes Ziel vorgesehen. Sie sind nach dem Verlassen ihrer Heimat als Rafik Schami einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwartsliteratur geworden. Welche Grunderinnerung, im Herzen, haben Sie aus Syrien, dem 1001Nacht-Märchenland, nach Deutschland mitgenommen?

Viele eigentlich. Viele Erinnerungen und Anregungen begleiten mich, seitdem ich Damaskus verlassen habe. Sie müssen wissen: Das Kloster, das fast jesuitisch ausgerichtet ist,  hat mir ein Geschenk gemacht: Nämlich das Lesen, obwohl ich die großartige Bibliothek nie gesehen habe . Die Liebe zu Büchern habe ich nach Damaskus mitgebracht, nach drei Jahren schwerer Krankheit, der Meningitis, im Kloster.  Von da an lernte ich die Kunst des mündlichen Erzählens. Das habe ich mitgebracht, das mündliche Erzählen eine große, feine Kunst ist, die in unserer Kultur verloren geht. Ich habe mir zur Aufgabe genommen, diese Kunst zu verteidigen. Das hat mir sehr viel Erfolg in Deutschland beschert, dass ich nicht vorlese wie die deutschen Autoren, sondern gehe auf die Bühne wie ein Schauspieler. Dort erzähle ich frei wie ein orientalischer Erzähler – ohne Kitsch. Ich erzähle alle meine Geschichten frei. Das hat mir Damaskus, die Bibliothek des Klosters geschenkt.

Sie sind ja auch berühmt wegen ihrer Vortragskunst. Sie lesen nicht nur vom Text, sondern sprechen frei. Ist das ein Naturtalent oder haben Sie diese Technik der natürlichen Wiedergabe Ihrer Gedanken und Werke angeeignet? Ich meine, schreiben Sie gut, weil Sie gut reden können oder reden Sie gut, weil Sie gut schreiben können?

Das ist eine wunderbare Frage. Eine gewisse Begabung muss sein. Es gibt Autoren, die sehr schüchtern sind, die können nicht erzählen oder haben eine schlechte Stimme oder ein schlechtes Gedächtnis. Sie sind aber geniale Autoren. Das mündliche Erzählen verlangt gutes Gedächtnis, viel Übung, Geduld und äußerst große Freundlichkeit. Ein Schriftsteller muss nicht freundlich sein, wenn er schreibt. Wenn er aber einem Publikum begegnet, muss er sehr freundliche sein, er muss das Publikum lieben. Das können viele Autoren nicht. Davon lebt die Kunst des mündlichen Erzählens. Ich hab erstmal das Zuhören geübt. Zuhören macht die Zunge weise, habe  ich mal gesagt. Die Zunge wird weiser über das Ohr und nicht über das Auge – über das Zuhören. Ich habe von einem Profi-Erzähler in Damaskus gelernt, welche Tricks sie machen, welche Spannung sie aufbauen, damit sie philosophische und theologische, witzige Inhalte liefern – ohne das Publikum zu langweilen.  Das habe ich gelernt, das ist ein Handwerk.

Vielen Dank, dass Sie uns dieses Geheimnis weitergeben. Ich merke,  es handelt sich um eine Kunst, die man nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln kann.
Sie sind ein offener Kritiker des Assad-Regimes. Leben Sie aus diesem Grund in Deutschland gefährlicher als andere Schriftstellerkollegen?

Vielleicht. Aber ich bin erstens in keiner Partei, zweitens bin ich gegen Gewalt und drittens bin ich ein vereinzelter Autor. Von daher stelle ich keine große Gefahr für das Regime dar. Die Regimegegner, die gejagt werden, sind mit anderen Ländern verbunden, die gegen das Regime sind – meinetwegen Saudi-Arabien oder Katar. Ich bin draußen, ich bin ein freier Schriftsteller, der die Würde und Freiheit des Menschen sowie die gute Behandlung von Kindern und Frauen verteidigt. Das gefährdet  das Regime nicht. Ich bin nur gefährdet, Beschimpfungen zu bekommen. Die bekomme ich, ich bekomme leise Bedrohungen. Aber ich war noch nie in Lebensgefahr.

Was unterscheidet Hafiz al-Asad, vor dem Sie geflüchtet sind, vom derzeitigen Regime seines Sohnes Bashar al-Assad?

Als Bashar al-Assad 2001 die Macht übernahm, hat kurze Zeit eine Illusion geherrscht, er sei ein Reformer. Das war gelogen. Die brauchten nur die Zeit, um eine neue Generation an die Führung zu bringen. Die alte Garde musste mit dem Vater ganz friedlich ausscheiden, die war gefährlich. Von daher hatte er so die Nähe des Volkes gespielt sozusagen. Nach zwei Jahren hatte auch er wieder die Gefängnisse voll. Heute, wenn ein Herrscher – ob jung oder alt – mit schöner Frau, sein eigenes Volk mit Giftgas bewirft, hat er alle Grenzen überschritten. Da ist die deutsche Presse manchmal idiotisch. Die loben die Schönheit seiner Frau, als ob wir davon leben könnten.

Man sagt: Nichts wird sich in der arabischen Welt wirklich zum Besseren ändern, solange die Macht der Sippen und Clans nicht gebrochen ist. Wird man diesem Sippensystem jemals Herr werden können?

Eine sehr gute Frage, wieder. Das ist sehr schwer. Diese These vertrete ich in meinen Büchern, Essays und Vorträgen auch. Die Sippe zerstört uns. Sie war zwar die Rettung in der Wüste, weil man zusammenhält, das Brot gemeinsam teilt und einen starken Mann nachfolgt – in die Rettung oder das Verderben. Heute geht das nicht. Die Demokratie ist ein Werk der Mehrheit. Demokratie, mit allen ihren Schwierigkeiten , ist die Freiheit des Menschen. Das ist die neue Zivilisation. Die ist europäisch geprägt, ob das uns, den Asiaten oder Afrikanern gefällt. Der Grundsatz dieser Zivilisation lautet: Menschenrechte, das Individuum steht im Mittelpunkt und kann Erfindungen machen, streiten, Thesen stellen, und um die Wahrheit diskutieren. Das gibt es in der Sippe nicht: Die Sippe hat Loyalität, Sklaven-Gehorsam. Das geht in der Moderne nicht. Leider Gottes, sind die Machtzentren, die Geld haben – Katar, Saudi-Arabien und Bahrain -, die sind dafür, dass die Sippe steht. Wenn ein Land wagt, mit demokratische Strukturen die Sippe abzuschaffen, wird er bekämpft. Das ist auch ein Grund, warum die Opposition in Syrien verseucht durch diese Erdölgelder sind. Die Kämpfer gegen Assad sind nicht besser wie er – abgesehen vom Widerstand der Bevölkerung. Wenn jemand von Katar finanziert wird, verspreche ich mir keine Zukunft mit ihm.

Sie stehen der derzeitigen europäischen Flüchtlingspolitik eher skeptisch gegenüber: Selbstverständlich hätten Menschen aus Kriegsgebieten ein Recht auf Hilfe, sagen Sie. Die Grenzen seien aber unüberlegt geöffnet und später geschlossen worden. Europa bilde ein Bild des Chaos. Voller Bewunderung sehen sie dagegen die unermüdliche Arbeit zahlreicher Ehrenamtlicher  für Flüchtlingshilfe. Was zählt in diesen Zeiten mehr: Barmherzigkeit, Freundschaft, Solidarität? 

Es gab eine kurze Rede vom Kommissar für Flüchtlings- und Menschenrechtsfragen bei der UN. Bei der hat er knallhart gesagt: Es geht nicht um Liebe und Solidarität. Es geht um vielmehr, nämlich das Menschenrecht auf Schutz. Das primitive Recht eines Flüchtlings, geschützt zu werden. Dabei muss man weder die Grenzen fallen lassen, wie die Deutschen das gemacht haben, noch so chauvinistisch werden, dass man mit Stacheldraht gegenüber Kindern und Frauen reagiert. Ich denke, Barmherzigkeit und Solidarität sind Ideale und sogar ganz wunderbare. Aber man muss den Flüchtlingen auch zivilisiert und korrekt helfen und alles im Rahmen halten, sodass kein Chaos entsteht. Wo ist diese europäische Haltung? Es gibt 15 Haltungen. Da hätte man eine gemeinsame Haltung finden müssen. Da wäre dann auch den Flüchtlingen besser geholfen gewesen. Auch wenn das jetzt kalt und zurückweisend wirkt, aber dann hätte man eine gemeinsame Politik. Die Deutschen machen das, die Franzosen was anderes, die Italiener haben die größte Belastung im Süden, die Griechen ersticken und die Länder im Norden schauen zu. Das ist Chaos. Meine Bitte ist: Halten wir die europäische Gemeinschaft aufrecht. Diese wunderbare Leistungen der EU sind nicht zu unterschätzten. Wir sollen wirklich das Menschenrecht auf Schutz in den Vordergrund stellen. Ich habe eine These vertreten, die vollkommen gescheitert ist: Wir sollen Druck auf die Golfstaaten ausüben, die keinen einzigen Flüchtling aufnehmen. Dass sie Gelder zur Verfügung stellen – und die Europäer können Druck ausüben, aber diesmal sind sie schwach.

Würden Sie uns ganz kurz Ihr Urteil über Papst Franziskus abgeben – es waren ja die Werte Barmherzigkeit und Solidarität, die dieser Papst den Menschen von heute ans Gewissen und Herz richtet?

Ich bewundere den Mut von Papst Franziskus und wünsche ihm, langsamen Erfolg. Ich halte nämlich von langsamen Erfolg viel mehr als von spontanen und großem Erfolg, der dann zusammenbricht – ich bin für Evolution statt für Revolution, für langsame Schritte. Wenn wir diese Werte wieder in die Kirche zurückholen, die langsam verloren gegangen sind. Was er sagt, stimmt auch, dass die Kirche eine Organisation geworden ist. Er will sie zurück haben bei den Menschen, übertrieben gesagt: Zurück zu den Armen, wo sie hergekommen ist. Aber zurück zu den Menschen mit diesen Werten der Barmherzigkeit und der bedingungslosen Solidarität. Christus im Wort ist Solidarität, ist Liebe – sogar gegenüber dem Feind. Niemand vor Christus und niemand nach ihm hat das so auf den Punkt gebracht: Liebet Eure Feinde. Wir sollen zunächst einmal anfangen, unsere Brüder und Schwestern zu lieben. Deshalb kann ich die Golf Staaten nicht ausstehen: Die lassen ihre muslimischen Brüder und Schwestern ohne Hilfe.  Das ist nicht nur anti-christlich, sondern auch anti-islamisch, denn: Der Prophet Mohammed hat gesagt „Helft Euch gegenseitig“. Das machen sie aber nicht. Papst Franziskus bringt das Allerschwerste in einer schweren Zeit der Isolierung und des Egoismus, des schnellen Wachstums und der Macht weniger Konzerne weltweit, er bringt es wieder zurück zu den Werten, den Einzelnen zu lieben, ihm zu helfen sein Schwächen zu verlieren. Das bewundere ich sehr.

Unter den zahlreichen Ehrungen, die Ihnen zuteil wurden, ist auch der Preis der ökumenischen Stiftung  „Bibel und Kultur“. Überreicht wurde Ihnen die Auszeichnung von der deutschen Botschaftern beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan. Was bedeutet Ihnen der Preis? 

Sehr viel. Ich war sehr gerührt, ich hatte das nicht erwartet. Sie sollen wissen, dass die Bibel einer meiner Lehrerinnen zu Weisheit, zur Liebe an Menschen und zu wunderbaren Texte ist. Dann bekomme ich den Preis – das war ein einmaliges Erlebnis. Ich bin sehr stolz darauf.

Wie würden Sie sich selbst gegenüber den Hörerinnen und Hörern beschreiben?

Ich bin ein Urchrist, der gerne erzählt.

(rv 16.07.2017 ap)

19 Kommentare zu “Rafik Schami – Urchrist, der gerne erzählt

  1. Das ist natürlich kein Urchrist, sondern ein syrisch-„orthodoxer“ Schismatiker und Häretiker, dessen Schicksal die Hölle ist, sofern er sich nicht bekehrt.

  2. Ci- devant,
    passen Sie nur auf dass Sie nicht dieses
    Schicksal erleiden wenn Sie so über
    Ihre Mitmenschen urteilen.
    Dieses Urteil steht nur dem Herrn zu !

  3. Das ist Dogma. Lehnen Sie das Dogma ab?

    Papst Eugen IV., Konzil von FLORENZ, Bulle Cantate Domino, 1442, ex cathedra
    [Die Kirche] glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand, der sich außerhalb der katholischen Kirche befindet, nicht nur keine Heiden, sondern auch keine Juden oder Häretiker und Schismatiker, des ewigen Lebens teilhaft werden können …“ (DH 1351)

  4. Joseph Ratzinger, Erklärung „DOMINUS IESUS“, 17: Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt, insofern sie die katholische Lehre vom Primat nicht annehmen, den der Bischof von Rom nach Gottes Willen objektiv innehat und über die ganze Kirche ausübt.“

    Schismatiker und Häretiker sind gemäß der neuen Novus-Ordo-Lehre Teil der Kirche. Denn die katholische Kirche, wie sie im Credo bekannt wird, sei nicht identisch mit der Kirche Christi. Die Kirche Christi sei größer als die katholische Kirche. Denn die katholische Kirche sei gemäß dem V2-„Konzil nicht voll katholisch (allumfassend).

    Paul VI., Unitatis redintegratio, 4: „Aber gerade die Spaltungen der Christen sind für die Kirche ein Hindernis, daß sie die ihr eigene Fülle der Katholizität in jenen Söhnen wirksam werden läßt, die ihr zwar durch die Taufe zugehören, aber von ihrer völligen Gemeinschaft getrennt sind. Ja, es wird dadurch auch für die Kirche selber schwieriger, die Fülle der Katholizität unter jedem Aspekt in der Wirklichkeit des Lebens auszuprägen.“

    Es gäbe „in Wahrheit“ noch keine „allumfassende“, d.h. katholische, Kirche Gottes.

    Unitatis Redintegratio, 1: „Fast alle streben, wenn auch auf verschiedene Weise, zu einer einen, sichtbaren Kirche Gottes hin, die in Wahrheit allumfassend und zur ganzen Welt gesandt ist, damit sich die Welt zum Evangelium bekehre und so ihr Heil finde zur Ehre Gottes.“

    Nach der Lehre der wahren Kirche, der ich angehöre, aber ist die katholische Kirche die einzige und wahre Kirche.

    Papst Clemens VI., Super quibusdam, 20.9.1351: „Wir fragen als aller erstes, ob ihr und die „Kirche der Armenier“, die euch hörig ist, glauben, daß all jene, die in der Taufe den gleichen katholischen Glauben erhalten haben, und sich von der Kommunion dieser gleichen, Römischen Kirche, die die einzige katholische ist, zurückgezogen haben und sich in Zukunft zurückziehen werden, schismatisch und häretisch sind, wenn sie hartnäckig vom Glauben der Römischen Kirche getrennt bleiben.“ (DZ 570a)

    Und Häretiker und Schismatiker sind nicht Teil der Kirche.

    Papst Leo XIII., Enzyklika Satis cognitum, 29. Juni 1896: „So hat die Kirche stets gehandelt, gestützt auf das einstimmige Urteil der Väter; diese waren immer der Überzeugung, es sei aus der katholischen Gemeinschaft ausgeschlossen und von der Kirche abgefallen, wer auch nur im geringsten von der durch das beglaubigte Lehramt vorgetragenen Lehre abgewichen sei.

  5. @Ci-devant

    Fußnote 82 zur „Erklärung Dominus Iesus„:

    (82) II. Vat. Konzil, Dekret Ad gentes, 2. In dem hier erklärten Sinn muss auch die bekannte Formel »Extra Ecclesiam nullus omnino salvatur« (IV. Konzil im Lateran, Kap. 1. Der katholische Glaube: DH 802) interpretiert werden. Vgl. auch den Brief des Hl. Offiziums an den Erzbischof von Boston: DH 3866-3872.

  6. Ein Dogma läßt sich nicht nachträglich ins Gegenteil umerklären – auch nicht unter dem Vorwand eines angeblich richtigen Verständnisses oder der göttlichen Barmherzigkeit. Das Dogma ist so zu glauben, wie es die Kirche einmal erklärt hat.

    Erstes Vatikanisches Konzil, 3. Sitzung, 4. Kap., Glaube und Vernunft:
    Daher muß bezüglich der heiligen Dogmen für immer jener Sinn festgehalten werden, den die heilige Mutter Kirche einmal erklärt hat, und niemals darf von diesem Sinn, auch nicht unter dem Anschein und im Namen eines tieferen Verständnisses, abgewichen werden.

    Es keine strenge oder lockere Auslegung des Dogmas, es gibt nur das, was die Kirche einmal erklärt hat.

    Papst Gregor XVI., Mirari Vos (Nr. 7), 15. Aug. 1832: “ … von dem, was ordnungsgemäß bestimmt worden ist, nichts vermindert, nichts geändert, nichts hinzugefügt werden darf, sondern alles nach Wort und Sinn unverletzt zu bewahren ist.“
    https://poschenker.wordpress.com/category/enzykliken-papstliche-dokumente/gregor-xvi-mirari-vos/

    Die Idee, daß man Dogmen interpretieren kann, ist verurteilt.

    Hl. Papst Pius X., Lamentabili sane exitu, Die Irrtümer der Modernisten, 3. Juli 1907, 22.: „Die Dogmen, welche die Kirche als Offenbarungen hinstellt, sind keine vom Himmel gefallenen Wahrheiten, sondern eine Auslegung der religiösen Tatsachen, welche sich der menschliche Verstand mit mühsamer Anstrengung errungen hat.“

    Hl. Papst Pius X., Lamentabili sane exitu, Die Irrtümer der Modernisten, 3. Juli 1907, 54: „Die Dogmen, die Sakramente, die Hierarchie, sind sowohl dem Begriff wie der Tatsache nach nur Auslegungen und Entwicklungen des christlichen Bewusstseins, welche den kleinen, im Evangelium verborgenen Keim mit äußeren Zutaten vermehrt und ausgebildet haben.“

  7. @Ci-devant

    Konsultieren Sie auch dieses Dokument:
    „Das Christentum und die Religionen“: VORSTELLUNG des Dokuments der Internationalen Theologischen Kommission.

    Ich zitiere daraus:

    Abschließende Überlegungen

    Das Dokument bewegt sich in zwei Richtungen: zum einen stellt es sich dar als eine respektvolle Annahme der Werte anderer Religionen, ganz auf der Linie der lehramtlichen Beispiele. Zum anderen geht es ihm darum, jeden Relativismus zu vermeiden, indem es diese Religionen eben nicht als Heilsweg bezeichnet – wenngleich die Möglichkeit nicht bestritten wird, dass einige ihrer Aspekte ihren Anhängern durchaus zu Hilfsmitteln auf dem Weg des Heils werden können. Dabei wird allerdings auch deutlich, dass es in den Religionen nicht nur Gutes gibt, sondern auch Mängel, Unklarheiten und Fehler. Mögen sie auch einige Strahlen der Wahrheit widerspiegeln, so sind sie doch nie von ihrer Fülle erleuchtet.

    Letztlich geht es vor allem darum, deutlich zu machen, dass alles, was in ihnen gut und wertvoll ist, von Christus kommt und auf den Geist zurückzuführen ist, der nach seiner Auferstehung vergossen wurde. An der Einzigkeit der Mittlerschaft „des Menschen Jesus Christus“ (1 Tim 2,5) muss unter allen Umständen festgehalten werden. Er ist der einzige Weg zum Vater (vgl. Joh 14,6), und kein Weg, der nicht mit diesem konvergiert, kann wahr sein. Komplementäre oder parallele Wege gibt es nicht. Aus diesem Grund kann niemand gleichgültig bleiben vor der Begegnung mit Christus und der Eingliederung in seinen Leib, die Kirche. Und darum hat auch die Kirche die ungebrochene Pflicht, Christus denen zu verkünden, die ihn noch nicht kennen, bis zu seiner herrlichen Wiederkunft am Ende der Zeit, wenn er kommt, zu richten die Lebenden und die Toten.

    Weitere päpstliche Erläuterungen liefert Ihnen auch das folgende Dokument:

    GIOVANNI PAOLO II — UDIENZA GENERALE — Mercoledì, 31 maggio 1995

  8. POSchenker 5. August 2017 um 10:15: „Zum anderen geht es ihm darum, jeden Relativismus zu vermeiden, indem es diese Religionen eben nicht als Heilsweg bezeichnet – wenngleich die Möglichkeit nicht bestritten wird, dass einige ihrer Aspekte ihren Anhängern durchaus zu Hilfsmitteln auf dem Weg des Heils werden können.“

    Das heißt, daß falsche Religionen nicht als Heilsweg bezeichnet werden, es aber gleichwohl durchaus sein können. Das ist die Lehre der Novus-Ordo-Organisation. Eine totale Verleugnung Jesu Christi. Ich spare mir die Zitate, nach denen diese Organisation lehrt, daß selbst Juden, die Jesus Christus offen ablehnen, gerettet werden und nicht bekehrt werden dürfen.

  9. Falsche Religionen
    Dir große TV- Diskussion: Islam in Österreich
    „Die Kirche kommt ihrer zentralen Aufgabe schon längst nicht mehr nach“
    Sehenswert!!

  10. @jan:

    Die Heilsexklusivität der Kirche ist Dogma.
    Die einzige Entschuldigung für Herrn Schami, die man für ihn anführen kann
    (nämlich in seiner Sekte zu verbleiben), ist die, daß die Konzilssekte definitv ein teuflischer Irrweg ist, und die katholische Kirche praktisch kaum wahrzunehmen ist.

  11. @ Inquisitor,

    unser Herr ist die Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
    Glauben Sie im Ernst, dass alle „Konzilskatholiken“ weltweit verloren gehen ?
    Die Meisten haben doch keine Ahnung von den Zusammenhängen !
    Unser Herr sagte: … wer nicht glaubt wird verdammt werden.
    Wer den Herrn kennen lernte und bewusst ablehnt für den gilt dies.
    Was ist aber mit den Milliarden die den Herrn nie kennen lernten oder nie
    kennen lernen ?
    Werden diese alle verdammt ?
    Ich glaube da wirkt dann doch die Barmherzigkeit.
    Diese Menschen retten sich in, aber nicht durch ihre Religion oder Weltanschauung.
    Oder glauben Sie im Ernst dass nur die wenigen, untereinander total zerstrittenen
    „Sedisvakantisten“ gerettet werden ?

  12. jan 11. August 2017 um 18:39: „Unser Herr sagte: … wer nicht glaubt wird verdammt werden. Wer den Herrn kennen lernte und bewusst ablehnt für den gilt dies.“

    Das ist Ihre irrige schwärmerische Meinung. Entscheidend ist, was die Kirche lehrt.

    jan 11. August 2017 um 18:39: „Was ist aber mit den Milliarden die den Herrn nie kennen lernten oder nie kennen lernen ? Werden diese alle verdammt ? Ich glaube da wirkt dann doch die Barmherzigkeit. Diese Menschen retten sich in, aber nicht durch ihre Religion oder Weltanschauung.“

    Sicher werden sie alle verdammt. Das ist die Lehre der Kirche. Deswegen missionieren wir.

    EUGEN IV., Konzil von FLORENZ, Bulle Cantate Domino, 1442, ex cathedra
    http://archive.today/87ZyZ
    Sie glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand, der sich außerhalb der katholischen Kirche befindet, nicht nur keine Heiden, sondern auch keine Juden oder Häretiker und Schismatiker, des ewigen Lebens teilhaft werden können, sondern daß sie in das ewige Feuer wandern werden, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist“ [Mt 25,41], wenn sie sich nicht vor dem Lebensende ihr angeschlossen haben, und daß die Einheit mit dem Leib der Kirche eine solch große Bedeutung hat, daß nur denen, die in ihr verharren, die Sakramente der Kirche zum Heil gereichen und Fasten, Almosen und die übrigen Werke der Frömmigkeit und übungen des christlichen Kriegsdienstes ewige Belohnungen zeitigen. Und niemand kann, wenn er auch noch so viele Almosen gibt und für den Namen Christi sein Blut vergießt, gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt“.“ (DH 1351)

    Es heißt ausdrücklich, daß keine Heiden, Juden, Häretiker und Schismatiker gerettet werden können, „wenn sie sich nicht vor dem Lebensende [ante finem vitae] ihr [der Kirche] angeschlossen haben“. Aber es genügt, wenn es heißt, daß die Kirche fest glaubt, bekennt und verkündet, daß niemand, der sich außerhalb der katholischen Kirche befindet, gerettet werden kann. Sie kann dann nicht außerdem fest glauben, bekennen und verkünden, daß jemand außerhalb der Kirche unsichtbar angeblich deswegen, weil Gott ja so barmherzig ist, trotzdem irgendwie noch gerettet werden kann.

    Ihre Anmerkung, daß sie nicht DURCH ihr Heidentum gerettet werden, ist zwar richtig, aber irrelevant. Ohne Taufe und Minimalglauben kann niemand gerettet werden.

    Konzil von Florenz, 8. Sitzung, Athanasische Glaubensregeln (dogmatisch):
    Wer auch immer gerettet sein will, muß vor allem den katholischen Glauben festhalten. Wer ihn nicht ganz und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel auf ewig verloren sein. Der katholische Glaube besteht darin, daß wir den einen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit verehren. Zum ewigen Heil ist es aber auch notwendig, die Inkarnation unseres Herrn Jesus Christus treu zu glauben.

    Papst Eugen IV., Konzil von Florenz, 8. Sitzung, Unionsbulle der Armenier (Exultate deo), ex cathedra:
    „Den ersten Platz unter allen Sakramenten nimmt die heilige Taufe ein, sie ist die Pforte zum geistlichen Leben. Durch sie werden wir nämlich zu Gliedern Christi und dem Leib der Kirche zugehörig.“

    jan 11. August 2017 um 18:39: „Oder glauben Sie im Ernst dass nur die wenigen […] gerettet werden ?“

    Die Zahl der nach dem endzeitlichen Massenabfall Geretteten wird klein sein.

    2 Thessalonich 2:3 „Denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme …“

    Lukas 18:8 „Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden?“

    Lukas 17:26 „Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird’s auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes.“

    In der Arche wurden nur acht Personen gerettet.

  13. @ Ci-devant,
    danke für die wahren Erklärungen ; das ist alles wahr.
    Wer den Herrn und seine wahre Kirche ablehnt und nicht in dieser verbleibt
    geht verloren.
    Aber die Milliarden von Menschen, welche nie eine Chance hatten oder haben den Herrn und seine Kirche kennen zu lernen sollen alle verdammt sein ?
    Das kann und werde ich nie glauben !

  14. @ jan:

    „Oder glauben Sie im Ernst dass nur die wenigen, untereinander total zerstrittenen
    „Sedisvakantisten“ gerettet werden ?“

    Also ich halte das mit der Zerstrittenheit für ziemlich übertrieben dargestellt.

    Außerdem gebe ich folgendes zu bedenken:
    die Loge versucht alles, um den katholischen Widerstand zu marganilisieren.
    Die hat mit Sicherheit ihre Agenten unter den Sedisvakantisten.

    Beispiel ist Bischof Musey, der Skandale verursachte und viel dazu beitrug, um den Ruf der Thuclinie zu ruinieren. Dieser Musey hatte Verbindungen zur freimaurerischen John Birch Society.
    Diese widerum scheint mit der SSPV unter einer Decke zu stecken.

  15. Dieser „Wundertäter“ ist als Schismatiker und Häretiker in der Hölle. Er hat gemäß diesem Büchlein, auf welches Sie verwiesen haben, hartnäckig die Hierarchie und die Lehre der Kirche abgelehnt. Das hat nichts mit Vorurteilen zu tun, sondern damit, daß ich der Kirche treu bleibe und keinen östlichen schismatischen Sekten anhänge.

  16. @Ci-devant

    Zugehörigkeit durch Gottes allgemeinem Heilswillen: „Hinordnung“ auf das Gottesvolk

    Das Gnadenwirken des Heiligen Geistes in der Kirche betätigt sich aber auch ausserhalb der Kirche – wie sollten sie sonst den Weg zur Kirche finden? -, um sie zur Kirche zu führen und sie mit der Kirche in Verbindung zn bringen. So erklärt sich der Ausdruck „zur Seele der Kirche gehören“ bezüglich solcher, die äußerlich nicht zum sichtbaren Leibe derselben gehören. Im weiteren Sinne gehören auf diese Weise zur Seele der Kirche alle, die irgendwie unter dem Einfluss des Heiligen Geistes stehen, d. h. alle Erdenpilger (viatores) hienieden.[8][9]

    Das Zweite Vatikanische Konzil bezog die Erlösung durch Tod und Auferstehung Jesu Christi auf „alle Menschen guten Willens, in deren Herz die Gnade auf unsichtbare Weise wirkt“: „Der Heilige Geist bietet allen die Möglichkeit an, in einer Gott bekannten Weise dem österlichen Mysterium zugesellt zu werden.“ (Gaudium et spes 22) In der Kirchenkonstitution Lumen gentium heißt es: Die Menschen, „die das Evangelium noch nicht empfangen haben, sind auf das Gottesvolk auf verschiedene Weise hingeordnet.“ Besonders genannt werden die Juden, „jenes Volk, dem der Bund und die Verheißungen gegeben worden sind und aus dem Christus dem Fleische nach geboren ist (vgl. Röm 9,4-5 EU)“, und an zweiter Stelle „die, welche den Schöpfer anerkennen“, „besonders die Muslime, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten“. „Aber auch den anderen, die in Schatten und Bildern den unbekannten Gott suchen, auch solchen ist Gott nicht ferne. […] Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluß der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen.“ (Lumen gentium 16).

    Zitiert aus: Kathpedia: „Mystischer Leib Christi“.

  17. Gnade außerhalb der Kirche gibt es in Form der Konversionsgnade. Das hat die Kirche immer gelehrt. Unter Papst Alexander VIII. verwarf das Heilige Offizium am 7.12.1690 folgenden Irrtum der Jansenisten: „Heiden, Juden, Häretiker und andere Derartige empfangen überhaupt keinen Einfluß von Jesus Christus; und insofern kann man daraus folgern, daß in ihnen der Wille bloß und wehrlos ohne jede zureichende Gnade ist“ (DH 2305). Aber das Gnadenleben, d.h. die Erhebung in den Gnadenstand, die Rechtfertigung, gibt es nur innerhalb der Kirche. Was der Auszug aus Kathpedia gegenteilig zitiert, sind die bekannten schrecklichen Häresien der neuen V2-Religion. Es ist einfach eine neue Religion, die nicht die wahre katholische ist und nicht in den Himmel führt.

    Entgegen dem Kathpedia-Artikel kann man in Wahrheit nur „zur Seele der Kirche gehören“, wenn man sichtbar dem Leib Christi angehört.

    Papst Leo XIII., Satis Cognitum, 29. Juni 1896: „Gerade weil die Kirche ein Leib ist, ist sie mit den Augen wahrnehmbar.

    Die Kirche ist der Leib Christi und der Heilige Geist ist dessen Seele. Beide sind untrennbar verbunden.

    Papst Leo XIII., Divinum illud munus: „Und es soll genügen, dies zu bekräftigen, daß, während Christus das Haupt der Kirche ist, der Heilige Geist ihre Seele ist: Was in unserem Leib die Seele ist, das ist der Heilige Geist im Leib Christi, der die Kirche ist.

    Papst Pius XII. bekräftigt dies in Mystici corporis, 29. Juni 1943: „Diese Gegenwart und Wirkung des Geistes Jesu Christi hat Leo XIII. ja in seiner Enzyklika Divinum illud durch folgende Worte kurz und treffend ausgedrückt: Es ist soll genügen, dies zu bekräftigen: Während Christus das Haupt der Kirche ist, ist der Heilige Geist ihre Seele.

    Pius XI., Enzyklika Mortalium animos, 6. Januar 1928, Nr. 10: „Der mystische Leib Christi, das ist die Kirche, ist ja eine Einheit, zusammengefügt und zusammengehalten wie der physische Leib Christi, und so ist es unangebracht und töricht zu sagen, der mystische Leib könne aus getrennten und zerstreuten Gliedern bestehen. Wer mit dem mystischen Leib Christi nicht eng verbunden ist, der ist weder ein Glied desselben, noch hat er einen Zusammenhang mit Christus, dem Haupte.“

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