„Die Doppelmoral ist nicht christlich“

Angelus, 29. Januar 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

„Triffst du dich mit Jesus? Betest du zu Jesus?“. Dies sei vielleicht die erste Frage, die man einem Christen stellen sollte, so erklärte Papst Franziskus am heutigen Sonntag, dem 2. Juli 2017, in seiner kurzen Meditation vor dem Angelusgebet.

Tatsächlich sollte im Zentrum des Lebens jeder christlichen Nachfolge, eines jeden Jüngers, ob „ein Laie oder eine Laiin, ein Priester, ein Bischof“,  immer die „vorrangige Beziehung“ mit dem Herrn, also mit Jesus, stehen.

Dieses Verhältnis sei so grundlegend, dass Franziskus das Buch der Schöpfung (2,24) paraphrasierte. „Darum wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich an Christus binden, und die beiden werden eins sein“, so erklärte der Papst den Pilgern auf dem Petersplatz.

„Wer sich in dieses Band der Liebe und des Lebens mit dem Herrn Jesus einbinden lässt, wird zu seinem Vertreter, zu seinem ‚Botschafter’‪‪, insbesondere mit seiner Art zu sein, zu leben“, fuhr der Papst fort. Der Missionar verkünde tatsächlich nicht sich selbst, sondern Jesus.

Dabei spiele es keine Rolle, ob — wie jede menschliche Person — einer Grenzen oder auch Fehler habe, sofern er die Demut habe, dies zuzugeben. Und vor allem sollte er oder sie kein „doppeltes Herz“ haben, was „gefährlich“ sei.

“Nein, dies geht nicht”, warnte Franziskus. „Er soll kein doppeltes Herz haben, sondern ein einfaches Herz, ein vereintes; er soll den Fuß nicht in zweierlei Schuhen haben, sondern ehrlich mit sich selbst und mit den anderen sein.“

Während er darauf hinwies, dass „die Doppelmoral nicht christlich“ sei, formulierte Franziskus ein „aut-aut“. „Entweder bist du mit Jesus, mit dem Geist Jesu, oder du bist mit dem Geist der Welt“, so sagte der Papst, der am Schluss seiner Betrachtung die „Gegenseitigkeit“ der priesterlichen Sendung betonte.

„Je näher ein Priester dem Volk Gottes ist, desto näher wird er sich Jesus nahe fühlen; und je näher ein Priester Jesus ist, desto näher wird er sich dem Volk Gottes fühlen“, erklärte er.

Nach dem heutigen Angelus-Gebet richtete der Papst erneut die Aufmerksamkeit auf die Lage in Venezuela und machte einen Aufruf für eine „friedliche und demokratische Lösung“ in der „geliebten Nation“ Südamerikas, wo in den letzten drei Monaten bei Strassenprotesten gegen die Regierung des Präsidenten Nicolás Maduro schon mehr als 80 Menschen das Leben verloren haben.

_______

Quelle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s