Bolivien: Abtreibungsgesetz „Niederlage für Gesellschaft“

Demo für die Legalisierung von Abtreibung, La Paz, September 2016

Das neue Abtreibungsgesetz in Bolivien ist ein „Schritt zur Kultur des Todes“ und eine „Niederlage für die ganze bolivianische Gesellschaft“. Mit diesen drastischen Worten hat die Bischofskonferenz des südamerikanischen Landes auf ein neues Gesetz zur Freigabe von Abtreibungen in bestimmten Fällen reagiert.

Der Verfassungsausschuss des Abgeordnetenhauses hatte am Freitag einen Gesetzesantrag gebilligt, mit dem Abtreibungen unter bestimmten Umständen straffrei werden. Das ist der Fall, wenn die Kindesmutter in Armut lebt, Schülerin ist, kindliche Fehlbildungen prognostiziert werden oder die Schwangerschaft Folge von Vergewaltigung oder Inzest ist.

Die Bischöfe kritisieren, dass die gesetzliche Neuregelung die Forderung Hunderttausender Bolivianer ignoriere, die mit Briefen und Demonstrationen gegen die Legalisierung von Abreibung eingetreten seien.

„Diese Entscheidung zeigt unseren Kindern ein Land, das sich nicht seinen ureigenen Problemen stellt, nämlich dem Respekt und dem Schutz des Lebens und der Würde der Verwundbarsten“, schreiben die Bischöfe. Vielmehr wolle der Staat mit solchen Maßnahmen die Unschuldigen beseitigen, urteilen die Bischöfe in ihrer Erklärung.

Bereits vor der Abstimmung im Parlamentsausschuss hatten die Bischöfe die Pläne der sozialistischen Regierung kritisiert, Abtreibungen zu erleichtern.

(pm/rv 23.05.2017 fr)

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