Fatima: Die Pilgerfahrten der Päpste

Papst Johannes Paul II. und Schwester Lucia dos Santos im Mai 1995 in Fatima

Papst Franziskus wird am Samstag mit seiner Pilgerfahrt am Samstag das vierte katholische Oberhaupt in Fatima sein. Und immer ging es bei den Papst-Besuchen um den Frieden in der Kirche und der Welt – ganz in der Tradition der Offenbarungen der Marien-Erscheinung. Der heilige Johannes Paul II. war der Papst, der Fatima am öftesten besucht hatte.

Als erster Papst kam Paul VI. im Mai 1967 in den Wallfahrtsort. Damals feierte er mit Gläubigen das 50-jährige Jubiläum der ersten Erscheinung. In seiner Predigt bat er um Frieden in der Welt, sprach sich aber auch für einen inneren Frieden in der Kirche aus. „Menschen, bleibt Menschen. Menschen, bleibt gut, bleibt klug, öffnet euch für das allgemeine Wohl in der Welt. Menschen, bleibt großherzig,“ das ist vielleicht eines der bekanntesten Zitate aus seiner damaligen Predigt.

Papst Johannes Paul II war am häufigsten Gast in Fatima. Dreimal pilgerte er an den Wallfahrtsort, mit dem ihn zeitlebens eine besondere Beziehung verband.

Das erste Mal kam er am 13. Mai 1982. Genau ein Jahr zuvor war er Opfer eines Attentats auf dem Petersplatz geworden. Schon damals hatte der Papst das auf ihn verübte Attentat in enger Verbindung mit dem – damals nur wenigen Eingeweihten bekannten – dritten Teil des Geheimnisses von Fatima gebracht. Er war davon überzeugt, es „unserer Lieben Frau von Fatima“ zu verdanken, dass er das Attentat überlebt hatte. Die Kugel, die ihn 1981 getroffen hatte, schenkte Johannes Paul II. dem Heiligtum von Fatima; sie ist dort bis heute in der Krone der Marienstatute angebracht.

1991 kam er das zweite Mal in den Wallfahrtsort. In seiner Predigt bezeichnete er Fatima als das „Neue Jerusalem“. Damit bezog er sich auf das Alte Testament, in dem nach der Apokalypse eine neue Stadt, ein „Neues Jerusalem“ prophezeit wird. Wörtlich sagte der Papst: „Mit einem tief bewegten Herzen und voll Bewunderung vor den Schöpfungs-und Heilsplänen Gottes, um die Fülle zu verwirklichen, zu der Er uns berufen hat, fordere ich, der ich mit Euch Pilger zu diesem Neuen Jerusalem bin, euch dazu auf, liebe Brüder und Schwestern, die Gnade und den Aufruf, den man an diesem Ort greifbarer und durchdringender verspürt, anzunehmen, mit dem Ziel, unsere Wege an Gott auszurichten.“

Neun Jahre später, am 13. Mai 2000, besuchte Johannes Paul II zum dritten und letzten Mal das Marien-Heiligtum. Vor Ort sprach er die zwei Seherkinder Francisco und Jacinta selig. Lucia dos Santos, das dritte Seherkind und das einzige der Kinder, das das Erwachsenenalter erreicht hatte, war damals noch am Leben.

Auch Johannes Pauls Nachfolger Papst Benedikt XVI. pilgerte nach Fatima. Im Jahr 2010 bete der Papst am Ende des Abschlussgottesdienstes vor der Kathedrale für die Kranken: Als Christ sei es möglich, dem Treibsand des Todes und der Krankheit zu entkommen und fest auf dem Felsen der göttlichen Liebe zu stehen. Der deutsche Pontifex ließ es sich nicht nehmen, auch seine Landsleute in Fatima zu grüßen: „Auch heute ruft uns die Muttergottes hier in Fatima zum Gebet für die Bekehrung der Sünder und den Frieden in der Welt auf. Gerne vertraue ich euch und eure Familien ihrem unbefleckten Herzen an. Maria führe euch zu ihrem Sohn Jesus Christus.“

Papst Franziskus wird am Wochenende das erste Mal nach Fatima reisen. Die Madonna aus der portugiesischen Wallfahrtskathedrale hat er aber im Jahr seiner Wahl, am 13. Oktober 2013, bereits am Petersplatz zu einer Marienmesse in Empfang genommen. Er bat damals die Muttergottes in einem Gebet, den Menschen in ihren Sorgen und Nöten zu helfen.

In Fatima wird Franziskus schließlich das vollenden, was Johannes Paul II. 2000 mit der Seligsprechung begonnen hat: Am 13. Mai 2017, dem 100. Jahrestag der ersten Erscheinung, wird er die beiden Seherkinder Jacinta und Francisco heiligsprechen.

(rv 12.05.2017 fr)

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