Berufung der Laien: Auf dem Weg zur echten Synodalität

Umringt von Fahnen: Papst Franziskus inmitten der Mitglieder der ACI

Die Berufung der Christen im Alltag ist immer missionarisch, gleich wo sie gelebt wird, dies gelte auch und vielleicht besonders für die Laien. Papst Franziskus empfing an diesem Sonntag Zehntausende von ihnen auf dem Petersplatz. Dorthin hatte die Azione Cattolica Italiana (ACI) geladen.

Die ACI ist der größte Laienverband Italiens, etwa eine halbe Million Katholiken sind in ihm organisiert. Entstanden war er in den politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die italienische Staatengründung, die Auflösung des Kirchenstaates und die Frage nach politischer Beteiligung von Katholiken. Der Verband begeht in diesen Tagen seinen 150. Geburtstag. Höhepunkt der Feiern war die Audienz durch den Papst.

Solch ein Geburtstag sei aber nicht dazu da, nur zurück zu schauen, so der Papst in seiner Ansprache, „er ist nicht dazu da, sich im Spiegel zu betrachten, er ist nicht dazu da, sich bequem in einen Sessel zu setzen, das macht nur dick.“ Erinnerung sei dazu da, sich bewusst zu werden, wie viele Menschen gemeinsam auf dem Weg gewesen seien und sind.

Der Papst sprach von der Wichtigkeit der Verbindung von universaler und lokaler Kirche, die AC verkörpere genau diese Verbindung. Es sei besonders die Berufung der Laien, ihre Heiligkeit im Alltag zu leben. „Werdet nicht müde, den Weg zu gehen, auf dem eine echte Synodalität wachsen kann, eine Weise Volk Gottes zu sein, wo jeder seine eigene aufmerksame, bedachte, durchbetete Sicht auf die Zeichen der Zeichen beitragen kann, um den Willen Gottes erkennen und leben zu können.“

Pfarreien seien keine vorübergehende Struktur, so der Papst, hier würde die Kirche im Alltag präsent und würde Ort der Hilfe, der Nächstenliebe und Begleitung. Der Laienverband solle dabei helfen, dass aus den Pfarreien keine umständlichen Strukturen würden, sondern in ständigem Kontakt mit den Menschen blieben.

Es gelte, die „Samen des Evangeliums“ auszustreuen und sich nicht in Selbstbewahrung zu beschränken, es brauche einen „missionarischen Geist“: „bringt euch in die Politik ein, aber bitte in die große Politik, in die Politik mit Großbuchstaben geschrieben! Habt Leidenschaft für die Bildung und beteiligt euch an Begegnungen mit der Welt der Kultur.“ Niemand sei davon entschuldigt, sich vor allem für die Armen und für soziale Gerechtigkeit einzusetzen, betonte der Papst.

„Bleibt offen für die Wirklichkeit um euch herum und sucht ohne Angst den Dialog mit denen , die um euch herum leben, die anders denken aber wie ihr Frieden, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit wollen,“ lautete der abschließende Aufruf des Papstes. „Durch den Dialog bauen wir den Frieden auf, durch die Sorge um alle und den Dialog mit allen.“

 

(rv 30.04.2017 ord)

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