„Die unersetzbare Rolle Ägyptens“: Papst trifft Regierung

Franziskus beim Treffen mit Präsident Al-Sisi und weiteren Politikern

Und wieder begann der Papst mit dem Friedensgruß: Wie auch schon bei seiner ersten Ansprache in Ägypten sprach er Präsident und Regierung samt dem versammelten Diplomatischen Corps mit „Al Salamò Alaikum! / Der Friede sei mit euch!“ an, als er sich im Kairoer Hotel Al-Màsah an die staatlichen Autoritäten wandte.

Ägypten habe in der Geschichte der Religion und der ganzen Welt immer eine bedeutende Rolle gespielt, der Papst zitierte Mose und die Patriarchen des Volkes Israel. Diese Gastfreundschaft sei aber nicht eine Sache der Vergangenheit: „Auch heute finden hier Millionen von Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern wie Sudan, Eritrea, Syrien und Irak Aufnahme, und mit lobenswertem Einsatz versucht man, sie in die ägyptische Gesellschaft zu integrieren.“

Der Papst sprach die „unersetzbare Rolle“ des Landes für den gesamten Nahen Osten und die Lösung von Problemen dort an. „Diese Bestimmung und diese Aufgabe Ägyptens stellen auch den Grund dar, der das Volk dazu gebracht hat, ein Ägypten zu fordern, in dem es niemandem an Brot, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit fehlt“, ein Hinweis auf die jüngere Vergangenheit des Landes und den so genannten ‚arabischen Frühling’.

Ägypten habe die Aufgabe, den Frieden in der Region zu stärken, „selbst wenn es auf eigenem Boden durch blinde Gewalt verwundet wird“. Er gedachte der Opfer von Gewalt in der Bevölkerung und unter Sicherheitskräften. „Ich denke ebenso an diejenigen, die von den Anschlägen auf die koptischen Kirchen im vergangenen Dezember wie auch unlängst in Tanta und Alexandrien getroffen wurden.“

Der Papst sprach von Entwicklung, Wohlstand und Frieden, er sprach von unveräußerlichen Menschenrechten sowie der Gleichheit aller Bürger. Religions- und Meinungsfreiheit und die Rolle der Frauen: alles Themen, die er in seiner Ansprache aufgriff. „Angesichts einer heiklen und komplexen globalen Situation, die an das denken lässt, was ich einen ,stückweisen Weltkrieg‘ genannt habe, ist es notwendig zu bekräftigen: Man kann keine Kultur aufbauen, ohne jede Ideologie des Bösen und der Gewalt zurückzuweisen wie auch jegliche extremistische Interpretation, die sich anmaßt, den anderen auszuschalten und die Verschiedenheiten zunichte zu machen, indem sie den heiligen Namen Gottes missbraucht und beleidigt.“ Ägypten sei gerufen, Frieden in der Region zu säen, man kann „in Eintracht mit den anderen glauben und leben, indem man mit ihnen die grundlegenden menschlichen Werte teilt und die Freiheit und das Leben aller achtet.“ Friede sei ein Geschenk Gottes, aber auch ein Werk der Menschen, betonte Papst Franziskus:

„,Gesegnet ist Ägypten, mein Volk‘, sagt der Herr im Buch Jesaja (19,25). Shukran wa tahìah misr! / Danke und es lebe Ägypten!“

(rv 28.04.2017 ord)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s