Papst über seine Ägyptenreise: „Geste des Friedens“

Gebet um Frieden: Messe in Alexandria

 

Wenige Tage vor seiner Abreise nach Kairo hat Papst Franziskus in einer Videobotschaft an seine ägyptischen Gastgeber auf die Bedeutung des Besuches hingewiesen. In dem vierminütigen Videobeitrag am Tag des Heiligen Markus, des Gründers der Kirche Ägyptens, begrüßt der Papst das „geschätzte ägyptische Volk“. Er erinnert daran, dass Ägypten nicht nur die Wiege der Kultur sondern auch ein Ort sei, wo Gott „seine Stimme hören ließ“, sodass dsa Land auch einen biblischen Bezug habe.

Er besuche Kairo als „Freund, Friedensbotschafter und Pilger“ fasst Franziskus das Motiv seiner Reise zusammen. Es sei für ihn eine Ehre, jenes Land zu betreten, welches „Fluchtort der Heiligen Familie“ war.

Namentlich bedankt sich der Papst beim Präsidenten Fattah al-Sisi sowie dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Tawadros II., für die Einladung. Auch der Großimam der Al-Azhar wird mit Dankesworten erwähnt.

Er wolle, dass der Besuch „eine persönliche Geste des Trostes und der Ermutigung für alle Christen im Nahen Osten sei“, so der Papst weiter. Es gehe ihm um die „Botschaft der Freundschaft“ aber auch um Geschwisterlichkeit und Versöhnung, die die gesamte Region so dringend bräuchten. Es sei sein Wunsch, „dass dieser Besuch auch ein wirksamer Beitrag zum interreligiösen Dialog mit der islamischen Welt sowie zum ökumenischen Dialog mit der verehrten und geliebten Koptisch-Orthodoxen Kirche sei“.

Abermals erinnerte der Papst daran, dass die heutige Welt „von blinder Gewalt“ getroffen sei. Es bedürfe also Menschen, „die Frieden stiften, und solche, die frei sind und befreien“. Man müsse hierbei von der Vergangenheit lernen können, um eine Zukunft aufzubauen, ohne sich in Vorurteilen zu verschließen, so der Papst.

Seine Videobotschaft schloss er wiederum mit einem arabischen Satz: „Bitte betet für mich! Shukran wa Tahiaì Misr!“

 

 

Hier die Botschaft in einer offiziellen deutschen Übersetzung:

Geschätztes ägyptisches Volk! Al Salamò Alaikum! Der Friede sei mit euch!

Voll Freude und Dankbarkeit im Herzen werde ich in wenigen Tagen eure geliebte Heimat besuchen: Wiege der Kultur, Geschenk des Nils, Land der Sonne und der Gastfreundschaft, wo Patriarchen und Propheten lebten und wo Gott, der Gütige und Barmherzige, der Allmächtige und Eine, seine Stimme hören ließ.

Ich bin wirklich glücklich, als Freund, als Bote des Friedens und als Pilger in das Land zu kommen, das vor mehr als zweitausend Jahren der Heiligen Familie, als sie vor der Bedrohung durch König Herodes geflohen war (vgl. Mt 2,1-16), Zuflucht und Gastfreundschaft gewährt hat. Ich bin geehrt, das Land zu besuchen, das die Heilige Familie aufgesucht hat!

Ich grüße euch herzlich und danke euch, dass ihr mich eingeladen habt, nach Ägypten zu kommen, das ihr „Umm il Dugna“ – Mutter der Welt nennt.

Ich danke vielmals dem Präsidenten der Republik Ägypten sowie Seiner Heiligkeit Patriarch Tawadros II., dem Großimam der Al-Azhar und dem Koptisch-Katholischen Patriarchen, die mich eingeladen haben; und ich danke jedem von euch, die ihr mir einen Platz in euren Herzen gebt. Mein Dank gilt auch allen Menschen, die dafür gearbeitet haben und gerade arbeiten, um diese Reise möglich zu machen.

Ich möchte, dass dieser Besuch eine persönliche Geste des Trostes und der Ermutigung für alle Christen im Nahen Osten sei; eine Botschaft der Freundschaft und Wertschätzung an alle Einwohner Ägyptens und der gesamten Region; eine Botschaft der Brüderlichkeit und der Versöhnung an alle Söhne und Töchter Abrahams, insbesondere an die islamische Welt, in der Ägypten eine führende Stellung einnimmt. Es ist mein Wunsch, dass dieser Besuch auch ein wirksamer Beitrag zum interreligiösen Dialog mit der islamischen Welt sowie zum ökumenischen Dialog mit der verehrten und geliebten Koptisch-Orthodoxen Kirche sei.

Unsere Welt, die von blinder Gewalt, die auch das Herz eures geschätzten Landes getroffen hat, zerrissen wird, braucht Frieden, Liebe und Barmherzigkeit; sie braucht Menschen, die Frieden stiften, und solche, die frei sind und befreien; mutige Menschen, die von der Vergangenheit lernen können, um eine Zukunft aufzubauen, ohne sich in Vorurteilen zu verschließen; sie braucht Brückenbauer des Friedens, des Dialogs, der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Liebe ägyptische Brüder und Schwestern, junge und alte Menschen, Frauen und Männer, Muslime und Christen, Reiche und Arme …, ich umarme euch herzlich und bitte den allmächtigen Gott, euch zu segnen und euer Land vor jedem Übel zu beschützen.

Bitte betet für mich! Shukran wa Tahiaì Misr! – Danke und es lebe Ägypten!

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Quelle

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