Zu Benedikts 90. Geburtstag: Ein Strauß guter Worte aus seinem eigenen Munde

Papa Benedetto XVI in piazza Duomo a Milano.

Von Paul Badde / Die Tagespost

„Kirchenlehrer“ nennt Erzbischof Gänswein seinen verehrten Dienstherrn im neuen Buch „Über den Wolken„. Fest steht: Benedikt XVI. ist ein homme des lettres, mehr noch, ein Mann nicht nur der Buchstaben, sondern des Fleisch gewordenen Wortes, des Logos Gottes.

Zu seinem biblischen 90. Geburtstag hat Paul Badde dem Jubilar aus den Protokollen seiner spontanen Auskünfte an Journalisten diesen kleinen Strauß höchst frischer eigener Zitate gebunden.

Von einer großen Liebe und Erkenntnis getragen zu sein, ist kein schweres Gepäck, sondern es sind Flügel und es ist schön, ein Christ zu sein. 

Es gibt einen Kirchenvater, der einmal das Sonderbare sah, dass die Kirche im Lauf der Jahre nicht älter, sondern immer jünger wird, weil sie immer mehr dem Herrn entgegengeht, das heißt immer mehr der Quelle entgegen, von der Jungsein,  Neuheit, Erfrischung, die frische Kraft des Lebens kommt.

Wenn ich an meine Jugend denke, dann war dies eine völlig von der heutigen verschiedene Welt. Manchmal denke ich, ich lebe auf einem anderen Planeten, wenn ich die Welt heute mit der vergleiche, die bestand, als ich ein Bub war.

Dass wir in diesem Kontinent leben, der das Weltgeschick bestimmt hat – im Guten und im Bösen – gibt uns den bleibenden Auftrag, wieder das Wahre, das Reine und das Große und Zukunft Gebende zu entdecken und damit weiterhin und auf eine neue und wohl bessere Weise im Dienst der ganzen Menschheit zu stehen.

Wir müssen nicht irgendeinen Gott wiederentdecken, sondern den Gott mit einem menschlichen Antlitz.  Wenn wir Jesus Christus sehen, sehen wir Gott.

Wenn ich Karol Wojtyla  beten gesehen habe, dann habe ich gesehen – und nicht nur verstanden –, dass er ein Mann Gottes war.  Er war grundsätzlich ein Mann, der nicht nur mit Gott, sondern auch in Gott lebte.

Dass es zahlreiche Punkte gibt, wozu der christliche Glaube Nein sagen muss, ist wahr.

Es ist nicht eine katholische Erfindung ist, dass Mann und Frau füreinander geschaffen sind, damit die Menschheit weiterlebt – das wissen eigentlich alle Kulturen.

Was die Abtreibung angeht, gehört sie nicht ins sechste, sondern ins fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten!“

Entstanden ist das Christentum im vorderen Orient. Und lange Zeit hat es dort auch seinen Schwerpunkt gehabt und sich viel weiter nach Asien ausgedehnt, als uns heute nach der Veränderung durch den Islam bewusst ist. Allerdings hat es dann eben dadurch seine Achse erheblich nach dem Westen und nach Europa verschoben. Europa hat dann das Christentum in seiner großen, auch intellektuellen und kulturellen Gestalt weiter ausgebildet. Aber es ist wichtig, an die Christen im Orient zu erinnern, denn im Moment besteht die große Gefahr, dass gerade diese Ursprungsorte des Christentums leer werden von Christen. Dazu treten heute die anderen Kontinente mit gleichem Gewicht in das Konzert der Weltgeschichte ein. Insofern wird die Kirche vielstimmiger und das ist auch gut so, dass die eigenen Temperamente, die eigenen Begabungen Afrikas, Asiens und Amerikas, besonders auch Lateinamerikas, erscheinen können.

Es gibt diesen großen Kampf der Kirche für das Leben. Papst Johannes Paul II. hat ihn zu einem grundlegenden Punkt seines ganzen Pontifikats gemacht. Wir setzen  diese Botschaft fort, dass das Leben ein Geschenk und keine Bedrohung ist.

Das Leben ist schön, es ist nichts Zweifelhaftes, sondern ein Geschenk und das Leben bleibt auch unter schwierigen Bedingungen immer ein Geschenk.

Ich bin überzeugt, dass sich in Brasilien zumindest zum Teil – und zwar zum grundlegenden Teil – die Zukunft der katholischen Kirche entscheidet. Das war für mich immer klar.

In allen Teilen der Welt gibt es überaus viele, die nicht auf das hören wollen, was die Kirche sagt. Wir hoffen, dass es wenigstens an ihr Ohr gelangt; dann können sie auch anderer Meinung sein; aber es ist wichtig, dass sie es zumindest vernehmen, damit sie antworten können. Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch unserem Herrn nicht gelungen ist, dass ihm alle zugehört haben.

Es ist wichtiger, gute Priester zu haben als viele Priester.

Ich würde nicht wirklich von einem Verfall der Religion in Europa sprechen. Sicher befindet sie sich hier in einer Krise, ebenso wie in Amerika und Australien. Doch jetzt, in diesem historischen Augenblick, beginnen wir zu verstehen, dass wir Gott brauchen. Wir können viele Dinge tun, aber wir können unser Klima nicht erschaffen. Wir denken nur, wir könnten es tun, aber wir können es nicht. Wir benötigen das Geschenk der Erde, das Geschenk des Wassers, wir bedürfen des Schöpfers. Der Schöpfer erscheint in seiner Schöpfung wieder und deshalb können wir ohne ihn nicht wirklich glücklich sein, ohne ihn können wir nicht wirklich Gerechtigkeit für die ganze Welt suchen, wir können nicht ohne ein Kriterium leben, an dem wir unsere Ideen messen. Und auch nicht ohne einen Gott leben, der gerecht ist und der uns Licht und Leben schenkt.

Es wird sich zeigen, dass wir immer wieder eine Rückkehr zum Glauben erleben werden, weil der christliche Glaube einfach wahr ist und weil die Wahrheit immer in der Welt des Menschen gegenwärtig sein wird, denn Gott wird immer Wahrheit sein und bleiben. In diesem Sinne bin ich entschieden optimistisch.

Es gibt Dinge, die einfach immer schlecht sind, und Pädophilie ist immer ein Übel.

Jeden Tag haben die Konzilsväter die heilige Messe nach dem alten Ritus gefeiert. Sie waren aber gleichzeitig der Auffassung, dass eine natürliche Entwicklung der Liturgie in diesem Jahrhundert nach erneuerten Kriterien notwendig ist. Die Liturgie ist eine lebendige Realität und bewahrt ihre Identität auch dann, wenn sie sich weiterentwickelt.

Der Festtag der heiligen Bernadette ist auch mein Geburtstag. Dies genügt schon als Beweggrund, dass ich mich der kleinen Heiligen, diesem jungen, reinen, demütigen, kleinen Mädchen, mit der die Muttergottes gesprochen hat, sehr eng verbunden fühle.

Der Auftrag des Herrn an den Nachfolger Petri lautet, die „Brüder im Glauben zu stärken“: das zu tun versuche ich.

Die Kirche ist katholisch, das heißt universal, offen für alle Kulturen, für alle Kontinente; sie ist in allen politischen Systemen präsent und so ist die Solidarität ein inneres Prinzip, das grundlegend ist für den Katholizismus.

Natürlich ist die Erbsünde auch in der Kirche da.

Das Problem des Atheismus stellt sich in Afrika fast gar nicht, weil die Wirklichkeit Gottes in den Herzen der Afrikaner so präsent, so real ist, dass nicht an Gott zu glauben, ohne Gott zu leben, nicht als Versuchung auftritt.

Ich denke, dass die wirksamste, am meisten präsente Realität im Kampf gegen Aids gerade die katholische Kirche mit ihren Bewegungen und verschiedenen Strukturen ist.

Als Gläubige sind wir überzeugt, dass das Gebet eine echte Kraft ist: Es öffnet die Welt für Gott. Wir sind überzeugt, dass Gott uns hört und dass er in der Geschichte handeln kann. Ich denke, wenn Millionen Gläubige beten, ist es wirklich eine Kraft, die Einfluss hat und dazu beitragen kann, dass es im Frieden Fortschritte gibt.

Die Pilgerfahrt ist ein wesentliches Element vieler Religionen, auch des Islams, der jüdischen Religion und des Christentums. Sie ist auch ein Bild für unser Leben, das ein Vorwärtsgehen ist, auf Gott hin und so auch auf die Gemeinschaft der Menschheit zu.

Ich würde gemeinsame Tage des Gebets für den Frieden im Nahen Osten vorschlagen, für die Christen und die Muslime gemeinsam, um Möglichkeiten des Dialogs und von Lösungen vorzugeben.

Aus dem Schiffbruch des Paulus ist für Malta das Glück hervorgegangen, den Glauben zu haben; so dürfen auch wir denken, dass die Schiffbrüche des Lebens Gottes Projekt für uns Wirklichkeit werden lassen können und auch nützlich sein können für neue Anfänge in unserem Leben.

Unter dem Neuen, das wir heute in der Botschaft von Fatima entdecken können, ist auch die Tatsache, dass die Angriffe gegen den Papst und die Kirche nicht nur von außen kommen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche.

Ich würde sagen, dass eine Kirche, die vor allem versucht, attraktiv zu sein, schon auf dem falschen Weg ist. Denn die Kirche arbeitet nicht für sich, sie arbeitet nicht dafür, ihre Mitgliedszahlen und damit die eigene Macht zu vergrößern. Die Kirche steht im Dienst eines Anderen, sie dient nicht sich selbst, um stark zu sein, sondern sie dient dazu, die Verkündigung Jesu Christi zugänglich zu machen, die großen Wahrheiten, die großen Kräfte der Liebe, der Versöhnung, die in dieser Gestalt sichtbar geworden sind und die immer von der Gegenwart Jesu ausgehen. In dieser Hinsicht sucht die Kirche nicht die eigene Attraktivität, sondern sie muss für Jesus Christus transparent sein.

Die Pilgerfahrt vereint: Gemeinsam gehen wir auf das Andere zu und so finden wir uns gegenseitig. Die Jakobswege sind ein Element für die Bildung der geistigen Einheit des europäischen Kontinents gewesen.

Der christliche Glaube findet seine Identität nur in der Öffnung zur Vernunft und die Vernunft wird nur sie selbst, wenn sie sich auf den Glauben hin übersteigt. Aber genauso wichtig ist die Beziehung zwischen Glauben und Kunst, weil die Wahrheit, das Ziel der Vernunft, sich in der Schönheit ausdrückt und in der Schönheit sie selbst wird und als Wahrheit erweist. Die Beziehung zwischen Wahrheit und Schönheit ist unauflöslich.

Die Weltjugendtage sind Lichtkaskaden; sie verleihen dem Glauben Sichtbarkeit, sie verschaffen der Gegenwart Gottes in der Welt Sichtbarkeit und verleihen den Mut dazu, Gläubige zu sein.

Man kann alle möglichen Verhaltensweisen, Verfügungen und Aktivitäten einem anderen mit Gewalt aufzwingen, aber nicht die Wahrheit! Die Wahrheit öffnet sich nur gegen die Freiheit hin, in freier Übereinstimmung, und deshalb sind Wahrheit und Freiheit sehr eng miteinander verbunden, die eine ist die Bedingung für die andere.

Die Suche nach der Wahrheit und nach der Würde des Menschen ist die größte Verteidigung der Freiheit.

Die Saat Gottes geht immer schweigsam auf und erscheint nicht sofort in den Statistiken.

Hölderlin hat gesagt: Am meisten vermag doch die Geburt. Und das spüre ich natürlich auch. Ich bin in Deutschland geboren und die Wurzel kann nicht abgeschnitten werden. Ich habe meine kulturelle Formung in Deutschland empfangen. Meine Sprache ist deutsch und die Sprache ist die Weise, in der der Geist lebt und wirksam wird.

Aber bei einem Christen kommt etwas anderes dazu. Er wird in der Taufe neugeboren, in ein neues Volk aus allen Völkern und Kulturen hinein, in dem er nun wirklich ganz zu Hause ist, ohne seine natürliche Herkunft zu verlieren.

Es wäre wichtig zu erkennen, dass in der Kirche zu sein nicht bedeutet, irgendeinem Verein anzugehören, sondern im Netz des Herrn zu sein, in dem er gute und schlechte Fische aus den Wassern des Todes ans Land des Lebens zieht. Es kann sein, dass in diesem Netz ausgerechnet ich neben schlechten Fischen bin und dass ich das spüre, doch bleibt wahr, dass ich da nicht wegen diesem oder jenem bin, sondern weil es das Netz des Herrn ist. Es ist etwas anderes als alle menschlichen Vereine, eine Wirklichkeit, die den innersten Grund meines Seins berührt.

Das Buch „Über den Wolken mit Papst Benedikt XVI.“ ist hier online erhältlich. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der „Tagespost“.

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Quelle

2 Kommentare zu “Zu Benedikts 90. Geburtstag: Ein Strauß guter Worte aus seinem eigenen Munde

  1. Der Strauß „guter Worte“ aus seinem eigenen Mund, nämlich dem Mund von Benedikt XVI.:

    Der „erste Strauß“ (er erinnert uns an den „Geistlichen Strauß“ Bischof Fellays!) war seine erste Aussage nach der Ankündigung seiner Wahl zum „Papst“:
    Es war die Proklamation der absoluten Verteidigung und Rechtfertigung des Zweiten Vatikanums mit seiner gesamten Häresie und Zweideutigkeit! Das war der „erste Strauß guter Worte“.

    Er sei entschlossen und sehe es als Verpflichtung, mit der Vatikan II-Agenda fortzufahren und in die Praxis umzusetzen. Wir warten bis auf den heutigen Tag auf die guten Früchte dieser Umsetzung! Wir sehen die „guten Früchte“ und den „Strauß guter Worte“ in einer abgrundtiefen Krise des Glaubens und der Moral, die die katholische Welt heute erfährt.

    Dann fuhr er fort, die falsche Theorie des „Anonymen Christen“ von Karl Rahner zu übernehmen; gleichzeitig begann er, das II. Vatikanum im Sinne der Verbrüderung mit den falschen Religionen fortzusetzen. Er unterstützte die progressiven Initiativen im Hinblick auf die Religionsfreiheit, der falschen konzilaren Ökumene, der Kollegialität, das Zustreben auf ein vermeintliches Fehlen der Einheit der Kirche. Eine oberste Priorität, so behauptet er, ist sein offener und aufrichtiger Dialog mit den falschen Religionen, von den wahren Päpsten längst verurteilt.
    Es ist derselbe Jargon, den die „Päpste“ seit Johannes XXIII. ausgerufen haben, es ist nichts anderes als ein Zustimmen und Beisteuern zur universalen Weltreligion!

    Es geht diesen falschen Hirten immerzu um das Menschsein, um die Menschlichkeit, um „Werte“ des Menschen die vor Gott keine sind, um die Rechte des Menschen. Es geht nicht um das innere Leben der Seele, um die Gnade, die nur aus Gott kommt, es geht nirgendwo um die Heiligmachende Gnade, die aus den Sakramenten entspringt.
    Nein, „im Dienst der ganzen Menschheit“, „dass das Leben ein Geschenk und keine Bedrohung ist“, das sind die bekannten Schlagwörter. Ratzinger kann den Begriff „Erbsünde“ nicht erklären und hat ihn auch nirgends nach katholischer Lehre erklärt.

    „Natürlich ist die Erbsünde auch in der Kirche da“, sagt er.

    Welch eine wahnsinnige Lüge und Entstellung der Wirklichkeit! Hat je ein wahrer Hirte von einer „Erbsünde in der Kirche“ gesprochen? Dass jeder Mensch, der geboren wird, mit der Erbsünde behaftet in die Welt eintritt, davon weiss Ratzinger offenbar nichts.
    Hier sehen wir, was er unter „Taufe“ versteht:
    „Aber bei einem Christen kommt etwas anderes dazu. Er wird in der Taufe neugeboren, in ein neues Volk aus allen Völkern und Kulturen hinein, in dem er nun wirklich ganz zu Hause ist, ohne seine natürliche Herkunft zu verlieren.“

    VON EINEM EINGEGOSSENEN GNADENSTAND, VON DER TILGUNG DER ERBSÜNDE, VOM GESCHENK DER HEILIGMACHENDEN GNADE KEIN WORT!

    „Ich denke, wenn Millionen Gläubige beten, ist es wirklich eine Kraft, die Einfluss hat und dazu beitragen kann, dass es im Frieden Fortschritte gibt.“

    Heißt also, wenn Götzendiener, Buddhisten oder Zauberer zu ihren Göttern beten, glaubt Ratzinger,“ dass es im Frieden Fortschritte gibt“. Doch die gegenwärtige Lage beweist das Gegenteil!

    Ratzinger weiss auch nicht, was eine Wallfahrt ist, was Katholiken unter Wallfahren verstehen:

    „Die Pilgerfahrt ist ein wesentliches Element vieler Religionen, auch des Islams, der jüdischen Religion und des Christentums. Sie ist auch ein Bild für unser Leben, das ein Vorwärtsgehen ist, auf Gott hin und so auch auf die Gemeinschaft der Menschheit zu.

    Für ihn ist der jüdische Gott und Allah also der Dreifaltige Gott, der gleiche Gott, den die Christen verehren und anbeten. Der Islam schreitet aber nicht hin auf Gott, dem wahren und Einzigen. Und wo hat uns Christus gelehrt, wo steht geschrieben, daß der Rechtgläubige auf die Gemeinschaft der Menschheit zugehen muss?

    „Ich würde gemeinsame Tage des Gebets für den Frieden im Nahen Osten vorschlagen, für die Christen und die Muslime gemeinsam, um Möglichkeiten des Dialogs und von Lösungen vorzugeben.“

    In diesen schlimmen Zeiten des Hasses auf Christus, der unzähligen Kriege und Verfolgungen der Christen sieht er die Lösung nicht in der Erfüllung der Forderungen von Fatima. Nein, Ratzinger will „Lösungen“ vorgeben und „Dialog“ führen mit Völker ohne den wahren Glauben! Welche Verrücktheit!

  2. „Unter dem Neuen, das wir heute in der Botschaft von Fatima entdecken können, ist auch die Tatsache, dass die Angriffe gegen den Papst und die Kirche nicht nur von außen kommen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche.“

    Dass die Verfolgung der Gläubigen aus dem Nichtbefolgen der Botschaft von Fatima entstanden ist, darüber sagt Ratzinger kein Wort. Das also ist seine erfundene „Fatimabotschaft“, daß in der Kirche die Sünde existiert. Doch die unbefleckte Braut, von Christus erwählt, SEINE KIRCHE, ist makellos und ohne Sünde. Das Verwerfen der Botschaft von Fatima ist DIE GROSSE SÜNDE!

    Es ist unglaublich, wieviele sog. Konservative und naive Traditionalisten Ratzinger (und auch Wojtyla) zu retten versuchten, alles beschwichtigen, bis die Führung der Piusbruderschaft dann anfing, dies ganz öffentlich zu tun durch ihr unerträgliches Stillschweigen.

    Als Nachfolger zum Präfekt der Glaubenskongregation erkor er dann Erzbischof William Levada, der sich geweigert hat, die Tridentinische Messe in seiner Erzdiözese zuzulassen.

    Schließlich gab es einen „Strauß guter Worte“ in seinem Begleitschreiben zur Veröffentlichung des erfundenen falschen Dritten Geheimnisses von Fatima, in dem kein einziges Wort der Muttergottes vorkommt, diese ihre Worte also unterschlagen wurden, dafür aber Ratzinger eine Korkeichen- und Gießkannen-Vision erfunden hat mit einem LEEREN Kreuz aus Korkeiche (doch nicht das Kreuz hat uns erlöst, sondern Christus am Kreuz!) und Engel mit einer Gießkanne und eines Bischofs in Weiß.

    Wie wir alle wissen, hat die Muttergottes in Fatima vorher nie von einem „Bischof in Weiß“ gesprochen, sondern ausdrücklich gesagt, unter welchem Papst es sein würde, unter dessen Regierung der Zweite Weltkrieg beginnen wird. Schwester Lucia antwortete auf die Frage Pater Jongen: „Hat Unsere Liebe Frau wirklich von Pius XI. gesprochen“? Lucia: „Ja, Unsere Liebe Frau hat von Pius XI. gesprochen.“

    Wenn Engel jemals das Kostbare Blut auffingen und dies oftmals nachgebildet wurde, dann haben die Engel das Kostbare Blut in einer Goldenen Schale oder in einem Kelch aufgefangen, doch nie in einer Gießkanne!

    Ratzinger gab zu verstehen, daß Fatima also jetzt ein „vergangenes Ereignis“ sei und sprach verleumderisch von „Bildern“, die die Kinder von Fatima aus Büchern gesehen haben mögen. Er leugnete das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens, indem er die Muttergottes erst „rein“ werden lässt durch das Hinschauen auf Gott. Er sagt: „‚Mein Unbeflecktes Herz wird siegen‘, was heißt das? Das für Gott geöffnete, durch das Hinschauen auf Gott rein gewordene Herz ist stärker als Gewehre und Waffen aller Art…“!!!)

    Kardinal Ratzinger war es, der zusammen mit Kardinal Bertone für die Auslöschung der Fatima-Botschaft sorgte. Weder hat er die von Maria geforderte Weihe Rußlands vollzogen, noch die Fünf Herz-Mariä-Samstage, noch die Andacht zum Unbefleckten Herzen weltweit eingeführt und gefördert.
    Das Dritte Geheimnis von Fatima besteht in keiner Weise in einer x-beliebigen, willkürlichen Interpretation von Ratzinger; denn er schreibt, einen „Versuch“ unternehmen zu wollen, das Geheimnis zu interpretieren. Völliger Unsinn!

    Durch die Bekanntgabe des angeblichen Dritten Geheimnisses im Jahre 2000 sollte erreicht werden, daß über Fatima endlich der Mantel des Schweigens gebreitet wird und alle Spekulationen aufhören. Das Kapitel sollte endlich geschlossen werden. Nichts mehr über die Irrtümer von Rußland, die sich weltweit ausbreiten, nichts mehr von der bevorstehenden Züchtigung, die Maria angekündigt hat. Vielmehr ist Ratzinger der gleichen Politik von Wojtyla gefolgt im Hinblick auf die kommunistischen Patriarchen in Moskau einerseits und der verratenen allein gelassenen Untergrundkirche andererseits. Und so leugnet Ratzinger auch den missionarischen Charakter der Kirche und das Fordern der Rückkehr der Orthodoxen in die Römisch-Katholische Kirche, das mit Fatima unweigerlich zusammenhängt.

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