„Zahl der Widersprüche ist beschränkt“: Was der FSSPX noch zur Versöhnung mit Rom fehlt

Interview mit Pater Franz Schmidberger,
Regens des Priesterseminars der Piusbruderschaft

Nach der Beichte jüngst auch die Eheschließung: Mittlerweile können katholische Paare in Gottesdiensten der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) gültig heiraten. Stimmen also Spekulationen in den Medien, dass die Piusbruderschaft schon bald in den Rang einer Personalprälatur erhoben wird? Was steht aus Sicht der Piusbrüder noch einer Versöhnung im Weg? Und: Was ist dran an dem Gerücht, dass Papst Franziskus in Fatima eine solche bekanntgeben will? Antworten von Pater Franz Schmidberger, Regens des Priesterseminars „Herz Jesu“ und ehemaliger Distriktoberer der Bruderschaft in Deutschland und Österreich.

PAUL BADDE: Herr Pater Schmidberger, in das Priesterseminar der Erzdiözese von München und Freising ist zuletzt, wie ich gehört habe, ein einziger Priesternachwuchskandidat eingetreten. – Wie sieht die Situation bei Ihnen  im Priesterseminar „Herz Jesu“ von der Priesterbruderschaft Pius X. aus?

SCHMIDBERGER: Unser Seminar zählt im Augenblick 31 Seminaristen, von denen einer ein Pastoraljahr in einem Priorat in den USA verbringt. Die gute Hälfte von ihnen stammt aus dem deutschen Sprachraum, die andere Hälfte vor allem aus den Ländern des Ostens: Polen, Tschechien, Litauen, Russland und Ungarn. Im Herbst 2016 hatten wir 9 Eintritte, darunter vier Deutsche. Deshalb planen wir einen Erweiterungsbau. Natürlich gibt es auch immer den einen oder anderen Abgang, wie man dies bei einem lebendigen Organismus nicht anders erwarten kann. Schließlich geht es ja bei der Erneuerung der Kirche nicht um Quantitäten, sondern um die Heranbildung eines gut geschulten, frommen und seeleneifrigen Klerus. Und in diesem Sinn werden unsere jungen Leute, einmal zum Priester geweiht, unsere Stellungen im deutschen Sprachraum und in den Ländern des Ostens wesentlich stärken und festigen. Die Ausbildung in unserem Seminar könnte auch beispielhaft für andere Seminare sein. Um sich davon zu überzeugen, brauchen Sie nur unseren Seminarfilm anzuschauen.

BADDE: Wie erklären Sie diesen Unterschied und was bedeutet er für die Zukunft der Kirche in Deutschland?

SCHMIDBERGER: Die „Konzilskirche“ in Deutschland ist ein auslaufendes Modell. Von geistiger Konkursverwaltung zu sprechen ist nicht übertrieben. Man kann darum jedem jungen Mann, der zum Priestertum berufen ist, sagen: „Lass die Toten die Toten begraben; du aber, verkünde das Evangelium und arbeite für das Leben in den Seelen und für die Erneuerung der Kirche an Haupt und Gliedern.“

BADDE: Es ist immer wieder zu hören, dass eine vollständige Aussöhnung der Bruderschaft mit Rom kurz bevor stehe. Es würden nur noch letzte Unterschriften fehlen, sonst sei alles wohl vorbereitet. Was können Sie uns als sicher mitteilen?

SCHMIDBERGER: Was die zukünftige Struktur der Priesterbruderschaft St. Pius X. bei einer Anerkennung von Rom anbetrifft, so ist diese im Wesentlichen tatsächlich ausgearbeitet. Man wird aber noch über eine lehrmäßige Erklärung sprechen müssen, insbesondere bezüglich des II. Vatikanischen Konzils. Das Datum für eine endgültige Regelung liegt selbstverständlich in erster Linie bei der göttlichen  Vorsehung, die alles lenkt und leitet. Es braucht eben viel Geduld, aber auch den festen Willen, mit Energie auf dieses Ziel hinzuarbeiten zum Wohle der ganzen Kirche.

BADDE: Als wir das letzte Mal – im Februar 2012 – miteinander sprachen, ließen Sie durchblicken, dass „die Zeit für Sie arbeite“ , trotz Ihres Zögerns vor Benedikt XVI, der Ihnen bis dahin so weit entgegen gekommen war wie noch kein Papst zuvor. Ein Jahr nach unserem Gespräch trat Benedikt als Papst zurück, den Sie mit Ihrem Erzbischof Williamson in die bis dahin schwerste Krise seines Pontifikats gestürzt hatten.  Wie haben Sie damals auf die Nachricht des Rücktritts reagiert und was hat er in der Priesterbruderschaft bewirkt?

SCHMIDBERGER: Wir alle haben unter den inakzeptablen Äußerungen von Bischof Williamson gelitten. Natürlich sahen wir sehr wohl, wie die Feinde der Kirche diese benützt haben, um auf den Papst einzuschlagen, wie er dies ja auch selber in seinem Brief an die Bischöfe gesagt hat. Wir haben seinen Rücktritt bedauert, umso mehr, als er mit Summorum Pontificum der Kirche einen großen Dienst erwiesen und dann auch mit der Rücknahme des Exkommunikationsdekrets 2009 einen weiteren Schritt auf eine Normalisierung hin getan hat.

BADDE: Dennoch scheint die Zeit Ihrer Einschätzung von damals Recht zu geben – zumindest was die Annäherung der Bruderschaft mit Rom betrifft und umgekehrt. Was hat Papst Franziskus, das Papst Benedikt nicht hatte?

SCHMIDBERGER: Nicht die Zeit gibt uns Recht, sondern die Gnade Gottes in ihrem Wirken in der Zeit, die jene nicht verlässt, welche glauben, lehren und beten, wie die Kirche immer geglaubt, gelehrt und gebetet hat. Lesen Sie das demnächst erscheinende Buch von Prälat Georg May mit dem Titel „300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie“; dann werden Sie die richtige Einschätzung bezüglich der heutigen Lage gewinnen.

Papst Franziskus hat zu unserer eigenen Überraschung uns gegenüber ein ausgesprochenes Wohlwollen. Andererseits hat er mit seiner Geringschätzung der Lehre in der Kirche viel Verwirrung gestiftet, aber wiederum auch der Konzilsideologie ein Ende bereitet. Und genau hier liegt die Möglichkeit zu einer Verständigung. Da der Papst an die Ränder geht, ist es logisch, wenn er jene nicht vergisst, die als treue Söhne der Kirche jahrelang marginalisiert worden sind.

BADDE: Gleichwohl tragen die wichtigsten Dokumente der Annäherung heute die Unterschrift Kardinal Müllers, der als Erzbischof von Regensburg Ihr schärfster Opponent in Deutschland war. In allem Streit scheint er die Konstante Ihrer Debatten geblieben zu sein. Wie deuten Sie dieses Paradox?

SCHMIDBERGER: Es ist vor allem der Papst und auch der Sekretär der Kommission Ecclesia Dei, Erzbischof Pozzo, die in einer echten Hirtensorge sich unsrer annehmen und einen jetzt schon 40 Jahre lange dauernden Konflikt beenden wollen. Wenn Kardinal Müller dieses Bemühen mitträgt, dann können wir uns darüber nur freuen. Vielleicht sind dem Kardinal auch in Rom die Augen für die Katastrophe in der Kirche aufgegangen und sucht er nach Verbündeten im Kampf gegen die Zerstörer.

BADDE: Vor sechs Jahren zitierten Sie vor mir  die Ansprache von Papst Benedikt an die Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken vom 24. September 2011, wo er sagte: „Die eigentliche Krise der Kirche in der katholischen Welt ist eine Krise des Glaubens. Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, werden alle strukturellen Reformen wirkungslos bleiben.“ Und Sie kritisierten, dass durch das Konzil eben nicht der Geist der Kirche die Welt durchdrungen habe, sondern umgekehrt sei  der Geist der Welt in die Kirche eingedrungen. Scheint der Prozess eines derart verstandenen  „aggiornamento“ aber nicht gerade unter Papst Franziskus an sein Ziel zu kommen, der Ihnen nun die Türen in Rom weiter öffnet als jeder seiner Vorgänger? Erklären Sie uns bitte diesen Widerspruch.

SCHMIDBERGER: Wiederholen wir: Die Verwirrung in der Kirche ist groß, vielleicht größer als je zuvor in ihrer ganzen Geschichte. Wir erleben einen wahren Zusammenbruch in der Theologie, der Moral, der Disziplin, der Liturgie und der Spiritualität. Man darf  ohne Übertreibung vom großen Glaubensabfall sprechen. Schlechte Ratgeber bieten dabei verderbliche Falschlösungen an, wie z.B. die Weihe von viri probati oder auch das Frauendiakonat. Gewiss darf man das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche nicht übersehen, der sich menschlicher Werkzeuge bedient und vielleicht unsere Bruderschaft als die größte geschlossene religiöse Gruppe benützen will, die eben aus einem Guss heraus auf diesen Zusammenbruch antworten will und in einem bescheidenen Rahmen antworten kann. Jedenfalls haben wir ein Gesamtkonzept für eine wahre Neuevangelisierung.

BADDE: Ohne vorbehaltlose Anerkennung der Konzilsdekrete wird die Bruderschaft des heiligen Pius X in der „una sancta catholica ecclesia“ keine Heimat finden, erst recht nicht, nachdem inzwischen auch die Konzilspäpste Johannes XXIII. und Paul VI. heilig und selig gesprochen worden sind, woran die Bruderschaft mit vernünftigen Argumenten des Glaubens nicht mehr rütteln kann.  Bisher – so hatte es den Anschein – forderten Sie  immer die Umkehr Roms. Ist inzwischen aber nicht auch die Bruderschaft umgekehrt und was können Sie uns dazu sagen?

Erzbischof Lefebvre hat im Konzil immer drei Teile unterschieden: Einen Löwenanteil, der mit der bisherigen Lehre der Kirche vollkommen übereinstimmt, einen zweiten Teil an Zweideutigkeiten, die dringend eines klärenden Wortes bedürfen, und schließlich eine verhältnismäßig beschränkte Zahl von Widersprüchen, die so nicht stehenbleiben dürfen, wie z.B. gewisse Aussagen im Dekret über den Ökumenismus oder in der Erklärung über die Religionsfreiheit. Natürlich ergibt sich hier ein Fragezeichen bezüglich der Kanonisation der zwei Konzilspäpste und auch Johannes Paul II. mit dem Skandal der Assisi-Treffen und daraus folgend der Diktatur des Relativismus. In diese Frage Licht zu bringen wird dann unter anderem die theologische Arbeit sein, die nach einer kirchenrechtlichen Anerkennung der Bruderschaft auf uns alle wartet.

BADDE: Nun verdichten sich die Gerüchte, dass Papst Franziskus die Priesterbruderschaft anlässlich seiner Reise nach Fatima wieder ganz in den Schoß der Mutter Kirche heimholen und die praktische Trennung beenden will. Was halten Sie von diesen Gerüchten?

SCHMIDBERGER: Wahrscheinlich ist hier eher der Wunsch der Vater des Gedankens oder des Gerüchtes.

BADDE: Fürchten Sie in dem Fall aber nicht eine enorme Zerreißprobe und mögliche Spaltung der Bruderschaft, weil ein nicht geringer Teil von Ihnen diesen Schritt womöglich nicht mehr mitmachen will – nach all den Jahren ihrer leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit Rom?

SCHMIDBERGER: Bei einer Regularisierung unserer Beziehung zu Rom würde uns vielleicht der eine oder andere Mitbruder verlassen; viele werden es aber bestimmt nicht sein. Bei der Bischofskonsekration 1988 waren es 17. Jedenfalls sehe ich nicht die Gefahr einer Spaltung.

ZAITZKOFEN , 17 April, 2017 / 9:29 AM (CNA Deutsch).-

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Quelle

15 Kommentare zu “„Zahl der Widersprüche ist beschränkt“: Was der FSSPX noch zur Versöhnung mit Rom fehlt

  1. Zwei verschiedene Positionen nebeneinander? Jeder wache und gläubige Katholik weiß was das bedeutet. Als ein Verteidiger des wahren katholischen Glaubens könnte ich nichts Falsches neben mir dulden!

    Hat man denn bei der Bruderschaft vergessen, dass Schweigen eine schwere Sünde ist?

  2. Aus http://www.kath.net/news/59240 :

    Ein @SCHLEGL schreibt am 14.4.2017 :
    an @siebenschlaefer
    Wenn Sie es als „herumhacken“ bezeichnen wollen, wenn ich daran erinnere, was B.Fellay mehrfach öffentlich gesagt hat, dann ist das Ihre Sache!
    Alle möglichen Interessensgruppen haben in der Geschichte versucht ihr Süppchen im Vatikan mitzukochen! Auch die Kommunisten in der Zeit der Sowjetunion noch unter Johannes Paul II.
    Die Nazis haben auch versucht Einfluss zu nehmen und vorher waren es eben „gekrönte Häupter“(Ich erinnere an Kaiser Franz Joseph, der durch den Bischof von Krakau die Exklusive gegen Kardinal Rampolla beim Konklave 1903 ausgesprochen hat).
    Ich bekam von Anfang an das Informationsblatt von Econe, wo sogar einmal behauptet wurde, Paul VI sei von Freimaurern ermordet worden und durch ein Double ersetzt! Von Bastardsakramenten Roms war hier die Rede usw.
    Jetzt möchte Fellay nach Rom zurück? Gleichzeitig wird er von seinem ehemaligen Freund Williamson wüst beschimpft.Ich glaube FSSPX wird es zerreißen.1.Teil nach Rom,2.Teil bei Williamson,3. Teil Sedisvakantismus!

  3. SCHMIDBERGER: “ Bei einer Regularisierung unserer Beziehung zu Rom würde uns vielleicht der eine oder andere Mitbruder verlassen; viele werden es aber bestimmt nicht sein. Bei der Bischofskonsekration 1988 waren es 17. Jedenfalls sehe ich NICHT die Gefahr einer Spaltung. “

    Was also wird passieren, wird man sich besorgt fragen? Eine weitere Spaltung, ja oder nein?

    “ Ich glaube FSSPX wird es zerreißen.1.Teil nach Rom, 2.Teil bei Williamson, 3.Teil Sedisvakantismus! “

    Ergänzend und nicht zu vergessen: Der 4.Teil ist ja bekanntlich die FSSP (Petrusbruderschaft), die sich schon damals abgespalten hatte.

  4. “ In diese Frage Licht zu bringen wird dann unter anderem die theologische Arbeit sein, die nach einer kirchenrechtlichen Anerkennung der Bruderschaft auf uns alle wartet. “

    Frage: Wird hier nicht das Pferd von hinten aufgezäumt?!?

    Dogmatische/lehramtliche ( inkl. liturgische Fragen) Fragen MÜSS(T)EN doch VORAB gelöst werden VOR kirchenrechtlichen Fragen. Die ganze Unternehmung/Mission scheitert doch im Vorhinein wenn nicht das Fundament in Ordnung ist. Oder denke ich falsch?
    Hatte nicht einst Lefebvre ZUERST auf die Bekehrung Roms gesetzt BEVOR man überhaupt daran denken konnte mit Rom weiter zu korrespondieren? Was blieb von dieser Idee übrig?

    Wie darf man sich eine V2- integrierte FSSPX wirklich vorstellen?!? Ist das dann noch die originäre Lefebvre-FSSPX (inkl.altem CIC) oder doch nur ein weiterer Verschnitt einer FSSP?!?

    Wenn dem so wäre, dann hätte man das wahrlich billiger haben können!

  5. https://poschenker.wordpress.com/2016/10/30/papst-benedikt-xvi-zur-richtigen-rezeption-und-hermeneutik-des-ii-vatikanischen-konzils/

    Also fügt sich auch ein P.Schmidberger ein … ? Hat es ihm die Hermeneutik des V2 auch angetan?

    https://poschenker.wordpress.com/2016/11/10/papst-keine-ruecknahme-der-liturgiereform/

    Auch diese Position des Papstes sollte einem P.Schmidberger wohl klar sein?

    Um Gottes Willen, was will die FSSPX unter dieser Bergoglio – Kirche noch erwarten?!?

  6. POS
    Eine Frage an Sie (aber auch an andere) bitte:

    P.Schmidberger sagt: “ .. , und schließlich eine verhältnismäßig beschränkte Zahl von Widersprüchen, die so nicht stehenbleiben dürfen, … “

    Können Widersprüche Teile des ORDENTLICHEN UNFEHLBAREN Lehramtes sein?!?

  7. Wie zeigt sich der Widerspruch?

    In einem ungewollten unabsichtlichen Irrtum oder in einer bewusst gesetzten Falschlehre?
    Sind diese sog. V2- Widersprüche nur SCHEIN- Widersprüchlichkeiten, also nur falsche u./o. ungenaue Formulierungen die aber die eigentliche Lehre unberücksichtigt lasssen?
    Sind ab V2 nun Ausdeutungen/Interpretationen (Hermeneutik) ergänzend notwendig und um die Lehre Christ (besser) verstehen zu können?

    Sind also Widersprüchlichkeiten per se kein Anlass an der Unfehlbarkeit der christl.Heilslehre/ des kath.Lehramtes zu zweifeln?

  8. Ist denn dann alles nur RELATIV zu betrachten und zu beurteilen?

    Ist die Hl.Schrift mit ihren Inhalten vielleicht auch nur RELATIV zu bewerten?
    Z.B. ein sog. „Widerspruch“/Schein- Widerspruch

    AT Aug um Aug, Zahn um Zahn
    NT Liebet und betet für euer Feinde und haltet die andere Wange hin

    Beim Vergleich dieser beider Hl.(!!!) Aussagen würde man doch nie auf den einen und denselben Gott (Hl.Dreifaltigkeit) schliessen?!

    Nur das Hl. Lehramt kann uns die Deutung der Bibel zuverlässig und verbindlich erklären. Selbstdeutungen sind unzulässig.

    Steht aber jetzt nach V2 die Hermeneutik (Selbsteinschätzung) ÜBER dem Hl.Lehramt der Kirche?!? Wohingegen doch das Hl.Lehramt SELBST uns die Erklärungen bieten sollte!?!

  9. http://www.priesterseminar-herz-jesu.de/index.php/priesterbruderschaft.html

    “ Die gewichtigsten Irrtümer, die heute im offiziellen Raum der Kirche verbreitet sind, sind der Ökumenismus und die Religionsfreiheit, die alle Religionen mehr oder weniger auf eine Stufe stellen. Dies widerspricht der Einzigkeit der Wahrheit, denn es können nicht mehrere sich widersprechende Religionen gleichzeitig wahr sein. Christus hat nur eine Religion gestiftet und nur eine Kirche gegründet, das sind die katholische Religion und die katholische Kirche. Er sagt von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Die anderen Religionen sind daher Irrtümer und Irrwege, die den Menschen nicht zum Heil führen, sondern im Gegenteil sein ewiges Heil in Frage stellen. “ lt. Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X.
    S.E. Msgr. Bernard Fellay

    Fellay spricht von IRRTÜMERN !!! Nicht nur von sog.“Widersprüchlichkeiten“ die nur einer erklärenden Ergänzung (Hermeneutik) bedürfen.

  10. Das ist die Abwicklung der FSSPX. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.

  11. Schmidberger: „Das Datum für eine endgültige Regelung liegt selbstverständlich in erster Linie bei der göttlichen Vorsehung, die alles lenkt und leitet“

    Nach Schmidberger wäre es also die Göttliche Vorsehung, die diesen Teufelsbund mit Ketzern herbeiführen will.. Er erklärt aber nicht, warum diese Vorsehung, „die alles lenkt und leitet“, nicht auf die Gebete in der Piusbruderschaft eingeht. Merkwürdigerweise „lenkt und leitet“ diese „Göttliche Vorsehung“ trotz der millionenfachen Rosenkranzaktionen alles GEGEN die Absichten der Piusbruderschaft und zerschlägt seit fast 20 Jahren immer wieder die Pläne von Bischof Fellay.

    „…und schließlich eine verhältnismäßig beschränkte Zahl von Widersprüchen, die so nicht stehenbleiben dürfen, wie z.B. gewisse Aussagen im Dekret über den Ökumenismus oder in der Erklärung über die Religionsfreiheit. Natürlich ergibt sich hier ein Fragezeichen bezüglich der Kanonisation der zwei Konzilspäpste und auch Johannes Paul II. mit dem Skandal der Assisi-Treffen und daraus folgend der Diktatur des Relativismus. In diese Frage Licht zu bringen wird dann unter anderem die theologische Arbeit sein, die nach einer kirchenrechtlichen Anerkennung der Bruderschaft auf uns alle wartet.“

    Also genau die entgegengesetzte Richtung, die auf dem Generalkapitel 2006 beschlossen wurde: Zuerst die lehrmäßige Regelung, zuerst die Rückkehr Roms zur wahren Lehre und zur Tradition, dann die kirchenrechtliche Regelung!
    Heute zuerst die kirchenrechtliche Anerkennung durch Ketzer, die nach Schmidberger dann angeblich ermöglichen werden, Licht zu bringen in den Glaubensabfall von Rom! Eine Utopie, ein Wahnbild, ein Phantasiegebilde ohnegleichen!

    Tissier de Mallerais bezeichnet Benedikt XVI. in einem Zeitungsartikel vom Dezember 2008 als Häretiker und Modernisten und lehnt jede Versöhnung mit dem „besetzten Rom“ ab.

    Ein Kommentator nimmt zum obigen Interview-Artikel Stellung:

    „Es ist ein vollkommen falscher Weg, den P. Schmidberger da sieht: Zuerst die kirchenrechtliche Anerkennung und dann erst die „theologische Arbeit“ bezüglich der Unklarheiten und Widersprüche.
    Ferner nimmt Schmidberger wohl ganz selbstverständlich in Kauf, daß sich Priester von der FSSPX im Falle einer Einigung abwenden.
    Nun denn …
    Gebe Gott, daß die Bischöfe der FSSPX nicht den Weg gehen, den schon Bischof Rifan in Südamerika ging. Ebenso hoffe ich, daß die FSSPX ihren Widerstand gegen den Modernismus innerhalb der Kirche nicht preisgibt und sich nicht in die recht belanglosen Ecclesia-Dei-Gemeinschaften einreiht, die ihren Widerstand weitestgehend schon aufgegeben haben.“

    „daß sich Priester..abwenden“ werden. Schmidberger unterschlägt, daß gleich zu Beginn des Teufelsspiels mit Rom sage und schreibe: 43 Priester auf einmal der FSSPX den Rücken gekehrt hat. Er tut so, als würden alle Priester geschlossen hinter diesem Wahnsinn stehen und bis zur endgültigen Bankrotterklärung mitmachen. Weltweit sind es ca. hundert Priester, die sich bereits entfernt haben. Diese Priester haben Schmidberger und Fellay auf dem Gewissen!

    Ein anderer Kommentar dazu:
    „Pater Schmidberger ist wirklich geistig völlig erblindet. Er schreibt den Fortschritt bei der Annäherung mit der V2-Kirche tatsächlich dem Wirken Gottes zu, wenn man mal unterstellen will, daß er nicht absichtlich lügt.
    Und dann glaubt er auch noch, daß er dort in der Konzilskirche die Gelegenheit erhalten wird, für die Tradition zu wirken. Wenn Papst Bergoglio der rücksichtslose Zerstörer der Franziskaner der Immakulata und Ernenner wüstester Modernisten zu Bischöfen, die FSSPX in die Konzilskirche lockt, dann, um genau das Gegenteil zu erreichen. Die Piusbruderschaft wird gefesselt und geknebelt werden. Sie traut sich heute schon nicht mehr etwas gegen Amoris Laetitiae zu sagen und versteckt sich dabei lieber hinter Kardinal Burke oder Weihbischof Athanasius Schneider. Was für eine armselige Vorstellung bietet hier Pater Schmidberger, der in der Vergangenheit sicher auch sehr viel Gutes für die Tradition getan hat. Er ist halt ein autoritätsgläubiger Deutscher und singt das Lied seines Herrn, Bischof Fellay.“

  12. In der üblichen und treffsicheren Form hat Kommentarschreiber @Rückkehr-Ökumene auf dieses Interview geantwortet:

    Herr Badde stellt u.a. an HH Pater Schmidberger die Frage: „Bisher – so hatte es den Anschein – forderten Sie immer die Umkehr Roms. Ist inzwischen aber nicht auch die Bruderschaft umgekehrt und was können Sie uns dazu sagen?“
    Aber Pater Schmidberger antwortet nicht auf die Frage, ob sich die Bruderschaft inzwischen verändert hat.
    Ich versuche nun, die fällige Antwort zu geben:

    Ja, Herr Badde, die Piusbruderschaft hat sich inzwischen verändert, und zwar in den folgenden entscheidenden Punkten.

    Die Bruderschaft verzichtet darauf, die Neue Messe als mit dem katholischen Glauben unvereinbar zu behaupten, sondern stellt ihre Vorbehalte gegen sie nur noch als Ausdruck subjektiver Befindlichkeit dar, was sie z. B. in folgenden Formulierungen zum Ausdruck bringt: Wir sind der Überzeugung, dass die Neue Messe kein würdiger Ritus der Kirche ist, bzw. Wir können mit unserem Gewissen eine Zelebration derselben nicht vereinbaren.

    Damit rückt sie von der Position von Erzbischof Lefebvre ab, denn dieser nannte die Neue Messe „Satans Meisterstück“. Unter dem Titel „Die Luthermesse“ veröffentlichte die Piusbruderschaft im Jahre 1975 zwei Predigten des Erzbischofs, wobei die erste unter dem Titel steht „Von der Luthermesse zur neuen Messordnung.“ In dieser stellt er: „… eine befremdende Übereinstimmung der gegenwärtigen Messordnung mit der Reform Luthers“ fest und kommt zu dem Ergebnis:
    „Es ist für die Katholiken psychologisch, pastoral und theologisch unmöglich, eine Liturgie, die für sie wahrhaft Ausdruck und Stütze ihres Glaubens bedeutet, zu verlassen, um neue, von Irrlehren ausgedachte Riten zu übernehmen, ohne dadurch ihren Glauben in allergrößte Gefahr zu bringen. Man kann nicht auf unbestimmte Zeit die Protestanten nachahmen, ohne nicht am Ende selber protestantisch zu werden.“

    Wie gesagt, ist die Piusbruderschaft in den letzten Jahren von dieser Position abgerückt. Sie sagt schon seit langer Zeit nicht mehr „Es ist für die Katholiken […] unmöglich, eine Liturgie, die für sie wahrhaft Ausdruck und Stütze ihres Glaubens bedeutet, zu verlassen, um neue, von Irrlehren ausgedachte Riten zu übernehmen, ohne dadurch ihren Glauben in allergrößte Gefahr zu bringen“, sondern sie sagt nur noch: Wir sind der Überzeugung, …, Wir können es mit unserem Gewissen nicht vereinbaren…, wodurch sie den Kampf gegen die Neue Messe auf der objektiven Ebene aufgegeben hat, und gegen sie nur noch mit ihren als subjektiv deklarierten Ansichten operiert.
    Das moderne Rom kann dazu sagen: Nun gut, da ihr nicht mehr, wie früher, den Anspruch erhebt, dass die Neue Messe in sich schlecht ist, sondern euren Einwand als subjektive Befindlichkeit herabstuft, können wir das anerkennen, weil wir auf eure subjektive Befindlichkeit Rücksicht nehmen wollen; ihr seid eben Nostalgiker, denen wir diese Barmherzigkeit erweisen.

    2: Für das moderne Rom war es ausschlaggebend, dass die Bruderschaft die wichtigsten und höchstrangigen Dokumente des Konzils anerkennt und das sind die sogenannten dogmatischen Konstitutionen, insbesondere die Kirchenkonstitution Lumen gentium, die die Grundlage für den pastoralkonziliaren Ökumenismus und die Religionsfreiheit des Konzils bildet..
    Wenn ihr, so konnte das moderne Rom sagen, im Gegensatz zu euren früheren Vorbehalten gegen Lumen gentium, z. B. gegen die Kollegialität, die ihr in unseren theologischen Gesprächen vorgebracht habt, nun alle dogmatischen Konstitutionen des Konzils anerkennt, dann gestatten wir euch, Vorbehalte anzumelden bezüglich des Ökumenismus und der Religionsfreiheit. Denn diese Vorbehalte betreffen dann die pastorale Ebene (wie Erzbischof Pozzo bemerkte). Ihr, die Piusbruderschaft, habt ja die Grundlagen des Ökumenismus und der Religionsfreiheit mit der Anerkennung von Lumen gentium einschlussweise anerkannt. Zu diesen Grundlagen gehört insbesondere die Abkehr von dem durch alle christlichen Jahrhunderte bis zum Konzil erhobenen Absolutheitsanspruch der Kirche, den das Konzil mit der subsistit-in-Lehre aufgegeben hat, was für uns, als vom Konzil geprägten Rom, von ausschlaggebender Bedeutung ist.

    Das moderne Rom kann also sagen: Die Piusbruderschaft hat bezüglich der Neuen Messe ihre ursprüngliche Position aufgegeben, mit der sie behauptet hatte, dass diese in sich schlecht ist. Sie behauptet nur noch, dass die Neue Messe nach ihrer subjektiven Überzeugung für sie nicht akzeptabel ist. Darin sehen wir den Ausdruck ihrer nostalgischen Mentalität, auf die wir großzügig Rücksicht nehmen.
    Bezüglich des Konzils haben wir die Hauptsache durchgesetzt, nämlich die Anerkennung der dogmatischen Konstitutionen durch die Bruderschaft. Ihre Vorbehalte gegen den Ökumenismus und die Religionsfreiheit spielen nur auf der nachgeordneten, pastoralen Ebene eine Rolle, weshalb wir sie akzeptieren können.

    Danke für diese gründliche Erklärung.

  13. @Alexius 18. April 2017 um 19:20

    “ … ihr seid eben Nostalgiker, denen wir diese Barmherzigkeit erweisen. “
    “ Darin sehen wir den Ausdruck ihrer nostalgischen Mentalität, auf die wir großzügig Rücksicht nehmen. “

    Irgendwie liegen Sie, @Alexius richtig, wollte ich meinen:

    Und aus https://poschenker.wordpress.com/2016/11/10/papst-keine-ruecknahme-der-liturgiereform/ :

    “ … „einer bestimmten Mentalität verschiedener Gruppen und Einzelpersonen“ entgegengekommen, „die nostalgisch waren und sich entfernt hatten“. Dies bleibe jedoch die Ausnahme. „Deswegen sprechen wir ja auch von der außerordentlichen Form des Ritus. Das ist nicht die ordentliche Form,“ sagte Franziskus … “

    Wenn es nicht wirklich stimmt müsste man ernsthaft meinen bzw. zu dem Schluss kommen die FSSPX ist in der Tat nur noch ein (weiterer) NOSTALGIKER- Verein, inhaltlich „leer“ ( V2- adaptiert ), genannt die FSSP 2.0.

  14. Aus o.LINK:
    Ein @SCHLEGL schreibt am 12.4.2017 :
    “ Es ging um die Frage, ob Marcel Lefebvre tun wollte, was die Kirche tun WILL! Das ist das Problem. Objektiv hatte der abgefallene Bischof NICHT gewollt, was die Kirche will, aber er hat getan, was die Kirche tut! Das heißt Marcel Lefebvre befand sich in einem irrigen Gewisseszustand. Er litt an einem gewissen Realitätsverlust, wie auch sein Buch „Ich klage das Konzil an“ (er klagt also über 2000 Konzilsväter an!) Dass er sich dabei selbst auch anklagt,weil er alle Konzilsdokumente unterschrieben hat, hat er nicht mehr verstanden. “

    Was sagt man dazu? Sollte man entrüstet sein?
    Ja, dass es noch immer Gläubige (Kleriker) gibt die Lefebvre nicht oder NIE verstehen/verstanden bzw. verstehen woll(t)en und nein, weil auch einem Lefebvre vielleicht Fehler passieren durften denen er sich möglicherweise schämt diese begangen zu haben. Was will man denn konstruieren?

  15. @ Pierre, ich glaube nicht dass man gegen Erzbischof Marcel Lefebvre etwas konstruieren will. Es sollte doch bekannt sein, dass er hin- und hergerissen war.

    Ich gestehe zu, dass er in einer sehr schwierigen Lage war. Wir als einfache Gläubige haben immer leicht reden und wirvsind in der Lage leicht zu handeln. Das ist alles keine Kunst. Aber in der Position eines Hirten zu stehen ist etwas ganz und gar anderes. Da liegt eine ungeheure Verantwortung drin. Ich bin froh, dass ich nicht in seiner Lage war und bin.

    Erzbischof Lefebvre hat seine Fehler gemacht, ohne Zweifel. Und jetzt liegt es aber an jedem von uns aus diesen Fehlern zu lernen.

    Die Wahrheit erträgt keinen Kompromiss. Wer sich auf jene einläßt, die nicht in der Wahrheit sind, betreibt ein gefährliches Spiel.

    Die Verantwortlichen der Bruderschaft sind entweder blind oder es gibt darunter welche, die bereitwillig für die Feinde arbeiten. Die ganze Sache wurde ganz raffiniert eingefädelt. So wollte das Erzbischof Lefebvre sicher nicht. Das Vertrauen in Bischof Fellay habe ich schon ganz lange verloren. Dieser Herr kam mir schon lange merkwürdig vor und ganz besonders 2008 in Lourdes. Da war etwas das mir nicht gefiel. Er hielt eine Predigt über ein Angebot von Rom …

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