„Ein Wasser, das jeden Durst stillt“

Angelus vom Sonntag, dem 19. März 2017

Im Zentrum der Katechese von Papst Franziskus vor dem Angelusgebet am Sonntag, dem 19. März, stand die Perikope aus dem Evangelium des Johannes, mit dem Dialog Jesu mit einer Samariterin am Jakobsbrunnen (4,5-42).

Wie Franziskus erklärte, finde die Begegnung in Samarien, zwischen Judäa und Galiläa, statt, dessen Bevölkerung von den Juden verachtet würde, weil als schismatisch und häretisch angesehen. Genau diese Bevölkerung werde eine der ersten sein, so erinnerte der Papst, die der christlichen Verkündigung der Apostel beigetreten sei.

Während die Jünger in das Dorf gingen, um Essen zu holen, bleibe Jesus bei einem Wasserbrunnen und bitte eine Frau, ihm zu trinken zu geben. Darauf hin entwickle sich ein Dialog. „Wieso lässt ein Jude sich herab, eine Samariterin etwas zu fragen?“

Die Antwort Jesu: „Wenn du wüsstest, wer ich bin und welches Geschenk ich für dich habe, dann würdest du mich bitten und ich würde dir ‚lebendiges Wasser’ geben, ein Wasser, das jeden Durst stillt und eine unerschöpfliche Quelle im Herzen von jenem wird, der es trinkt.“

Zum Brunnen gehen und Wasser schöpfen sei anstrengend und langweilig; es wäre schön, eine sprudelnde Quelle zur Verfügung zu haben, so sagte Franziskus, der aber anmerkte, Jesus spreche von einem anderen Wasser.

Als die Frau merke, dass der Mann, mit dem sie spreche, ein Prophet sei, vertraue sie ihm ihr  eigenes Leben an und stelle ihm religiöse Fragen. „Ihr Durst nach Zuneigung und vollem Leben ist nicht von den fünf Ehemännern gestillt worden, die sie gehabt hatte, im Gegenteil, sie hatte nur Enttäuschungen und Täuschungen erlebt“, so Franziskus.

Als sie daraufhin ahne, dieser Mann könne der Messias sein, bestätige Jesus – „etwas sehr Seltenes“ – dies: „Ich bin es, ich, der mit dir spricht“. Jesus, so merkte der Papst an, erkläre, er sei der Messias, gegenüber einer Frau, „die ein so unordentliches Leben hatte“.

„Liebe Brüder“, erinnerte der Papst,  „das Wasser, das das ewige Leben schenkt, ist in unseren Herzen am Tag unserer Taufe ausgegossen worden; dann hat Gott uns verwandelt und mit seiner Gnade erfüllt.“

„Aber es kann sein, dass wir dieses große Geschenk vergessen oder zu einer rein meldeamtlichen Tatsache reduziert haben; und vielleicht sind wir auf der Suche nach ‚Quellen’‪‪, deren Gewässer uns nicht stillen“, so fuhr Franziskus fort. „Wenn wir das wahre Wasser vergessen, gehen wir auf die Suche nach Quellen, die kein sauberes Wasser haben“, warnte er.

„Dieses Evangelium ist also genau für uns! Nicht nur für die Samariterin, für uns. Jesus spricht zu uns wie zur Samariterin“ , betonte der Papst, der die Gläubigen dazu aufrief, in der Fastenzeit die Gnade der Taufe zu erneuern, sich am Brunnen des Wortes Gottes und seines Heiligen Geistes zu stillen.

„Möge die Jungfrau Maria uns helfen, ständig die Gnade zu schöpfen von diesem Wasser, das aus dem Felsen herausspringt, der Jesus der Erlöser ist, damit wir mit Überzeugung unseren Glauben bekennen können und mit Freude die Wunder der Liebe Gottes barmherzig und Quelle jeder Güte, verkünden“, so schloss Franziskus seine heutige Betrachtung.

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