Kardinal Koch: „Der Papst übt eine Art von ökumenischem Primat aus“

Der „Chef-Ökumeniker“ des Vatikans: Kardinal Kurt Koch

Einer der größten Stolpersteine auf dem Weg der Ökumene: So hat der selige Paul VI. sein Amt, das Papstamt, einmal genannt. Sollten die Päpste also ihren Anspruch herunterschrauben, um kein ökumenisches Ärgernis mehr zu sein? Jein, antwortet auf diese Frage Kardinal Kurt Koch. Der Schweizer leitet den Päpstlichen Einheitsrat.

„Sicher stimmt es auf der einen Seite, was Papst Paul VI. beim Besuch des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen Ende der sechziger Jahre gesagt hat: dass er sich sehr wohl bewusst sei, dass sein Amt eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit ist. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass das Papstamt eine großartige Möglichkeit für die Einheit der Christen ist! Und da hat sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sehr viel entwickelt. Wenn ich jetzt gerade bei Papst Franziskus sehe, wie viele Repräsentanten anderer Kirchen nach Rom kommen wollen, mit dem Papst reden wollen, dem Papst begegnen möchten, und wie viel Zeit der Papst sich dafür nimmt – dann muss ich eigentlich sagen, dass der Papst schon so eine Art von ökumenischem Primat ausübt. In der Art und Weise, wie er sich Zeit für die Ökumene nimmt.“

„Ich bin zuversichtlich, dass kein Papst das rückgängig machen kann“

Er sehe die Christen längst auf dem Weg „vom größten Hindernis zu einer Möglichkeit der ökumenischen Einheit im Papstamt“. Das liege auch daran, „dass wir seit dem Konzil alles ökumenische Päpste gehabt haben“. „Johannes XXIII. hat diese Öffnung gebracht. Paul VI. war ein großartiger Ökumeniker, vor allem mit seinen Gästen. Wenn ich daran denke, wie er einen orthodoxen Metropoliten empfängt, indem er sich vor ihn kniet und ihm die Füße küsst… im Unterschied zu seinem (Vor-) Vorgänger, der das von Orthodoxen verlangt hat! Dass er dem anglikanischen Primas 1967 den Ring geschenkt hat. Das sind alles großartige Zeichen gewesen. Johannes Paul II. war ein großartiger Ökumeniker, der aus der Hoffnung gelebt hat, dass das dritte Jahrtausend das Zeitalter der Einheit sein muss. Papst Benedikt XVI. hat theologisch viel für die Einheit der Christen gearbeitet, Papst Franziskus führt das weiter. Ich bin absolut zuversichtlich, dass kein Papst das rückgängig machen kann, wenn er dem Zweiten Vatikanischen Konzil treu bleiben will, und dazu gehört die ökumenische Verpflichtung.“

Natürlich sei die Frage, „die Johannes Paul II. in die ganze Christenheit hineingegeben hat“, immer noch aktuell, so Kardinal Koch. Der heilige Papst aus Polen hatte in seiner Enzyklika „Ut Unum Sint“ eine Debatte darüber angeregt, wie das Papstamt so ausgeübt werden könne, dass es auch für die getrennten christlichen Geschwister akzeptabel sei. „Da müssen die Dialoge weitergeführt werden“, sagt Koch.

Der Chef-Ökumeniker des Vatikans äußerte sich auch zum Stand des Dialogs mit den Lutheranern – schließlich läuft ja gerade das Reformations-Gedenkjahr. Die letzten lehrmäßig strittigen Punkte zwischen beiden Seiten sollen in einem Konsenspapier ausgeräumt werden. Da geht es um Kirche, Eucharistie und kirchliches Amt. Rückt, wenn ein solches Dokument einmal zustande gekommen sein wird, die Einheit der Kirchen in Reichweite?

„Dann wäre Kirchengemeinschaft in Reichweite“

„Also, zunächst einmal ist das die logische Konsequenz, weil das in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (von Augsburg) selber gesagt wird, dass damit die ekklesiologischen Fragen dieses Konsenses noch nicht gelöst sind. Und deshalb ist der Vorschlag, den ich eingebracht habe, jetzt eine Gemeinsame Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt zu verfassen, nur die logische Konsequenz, die sich aus diesem Konsens ergibt. Es wäre wirklich ein großartiger Schritt, wenn das gelingen könnte, zu dieser Gemeinsamen Erklärung zu kommen: Das scheint mir der unabdingbare Schritt für Kirchengemeinschaft und auch Eucharistiegemeinschaft zu sein!“

Noch einmal nachgefragt: Wenn eine solche Gemeinsame Erklärung einmal vorliegt – wäre dann die Eucharistiegemeinschaft in Reichweite? Koch: „Dann wäre Kirchengemeinschaft in Reichweite – und das ist die unmittelbare Voraussetzung für Eucharistiegemeinschaft.“ – Frage: „Ja, aber in zwanzig Jahren hat man eine solche Erklärung doch fertig…“ – Koch: „Ich weiß nicht, ob ich es noch… Also, ich werde es sicher noch erleben. Ich weiß nur nicht, ob ich noch auf Erden bin oder schon im Himmel. Aber erleben werde ich es, davon bin ich überzeugt!“

„Mein Vorbild in der Ökumene ist Mose“

Frage: „Aber so nah dran sind wir also an der Möglichkeit einer Einheit mit der lutherischen Kirche?“ – Koch: „Das hängt jetzt von den Antworten ab, die da kommen und was da erarbeitet werden soll. Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass dieser Vorschlag auf offene Ohren und Herzen stößt und dass die Bereitschaft da ist, sich auf den Weg zu begeben. Dann werden wir sehen, wann und wie das geht… Wissen Sie: Mein Vorbild in der Ökumene ist Mose. Der muss sein Volk in das Gelobte Land führen. Aber er ist nicht traurig, weil er das Gelobte Land nicht mehr erreicht. Das ist meine Spiritualität: Es kommt für mich nicht darauf an, was ich erreiche, sondern ich sehe meine Aufgabe darin, diesen Weg zu bereiten, das andere ist ohnehin das Departement des Heiligen Geistes.“

Kardinal Koch äußerte sich am Rand einer Buchvorstellung am Donnerstagabend in Rom. In der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima stellte er ein Buch von Kardinal Gerhard Ludwig Müller, dem Präfekten der Glaubenskongregation, mit dem Titel „Der Papst“ vor.

(rv 17.03.2017 sk)

6 Kommentare zu “Kardinal Koch: „Der Papst übt eine Art von ökumenischem Primat aus“

  1. Welch ein Schwachsinn aus dem Munde eines vermeintlichen kirchlichen Würdenträgers. Der Ökumenismus ist nichts anderes als die Wahnvorstellung der frevelhaften Nachfolger Pius XII, des letzten katholischen Papstes.

  2. Niemand soll sich von der Hetze der Sedisvakantisten-Sektierer beeindrucken lassen. Es ist Unsinn und Unfug.

    Was Kardinal Koch hier ausbreitet, ist interessant und wohl auch notwendig in der Frage der Verständigung, gegenseitigem Respekt und auch Belehrung. Die röm.-kath. Kirche wird das Eucharistie-Verständnis den Aussenstehenden erklären und nur bei Umkehr wird eine Einigung möglich werden (Koch: „Das hängt jetzt von den Antworten ab, die da kommen und was da erarbeitet werden soll“).

    Ich bin überzeugt, dass Gott eingreifen wird, wenn die Gefahr für seine KIRCHE (die amtl. röm.-kath. Kirche, hat nichts mit den Sedisvakantisten-Sekten- oder anderen Kirche zu tun) ein von ihm festgelegtes Mass übersteigen wird. Das kann z.B. mit der Seelenschau (Aviso, Garabandal) erfolgen, wo ein künftige Bedeutungsschwund der Eucharistie angemahnt wurde. Es wird meiner Ansicht nach auch die Zeit sein, wo deutlich wird, dass Gott in all seinen Worten (auch durch Propheten und Erscheinungen) immer nur seine KIRCHE gemeint hat. Die anderen Sekten (inkl. Sedisvakantismus) werden dann schmerzlich erfahren, dass sie nicht dazugehören, wenn sie nicht umkehren.

  3. „Einer der größten Stolpersteine auf dem Weg der Ökumene: So hat der selige Paul VI. … das Papstamt, einmal genannt. […] dann muss ich eigentlich sagen, dass der Papst schon so eine Art von ökumenischem Primat ausübt. […] Johannes XXIII. hat diese Öffnung gebracht. Paul VI. war ein großartiger Ökumeniker […] Wenn ich daran denke, wie er einen orthodoxen Metropoliten empfängt, indem er sich vor ihn kniet und ihm die Füße küsst… im Unterschied zu seinem (Vor-) Vorgänger, der das von Orthodoxen verlangt hat! Dass er dem anglikanischen Primas 1967 den Ring geschenkt hat. Das sind alles großartige Zeichen gewesen.
    […] Und deshalb ist der Vorschlag, den ich eingebracht habe, jetzt eine Gemeinsame Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt zu verfassen, nur die logische Konsequenz, die sich aus diesem Konsens ergibt.“

    Das sind unverschleierte Worte. Viel offener geht es nicht mehr. Wer immer noch nicht erkennen will, daß das keine Katholiken sind, dem ist nicht zu helfen. Diese Leute hassen die Kirche und das Papstamt, auf welchem die Kirche gründet. Es sind höchstens Apostaten durch und durch, falls sie überhaupt je katholisch waren.

  4. Wie verrückt muss man eigentlich sein, zu glauben, dass es eine Einheit in Gegensätzlichkeit geben kann.

    Dieser falsche Ökumenismus ist der totale Schwachsinn.

    Einig kann man nur in der Wahrheit sein, was ein Stück Himmel bedeutet. Einig im Kampf gegen die einzig wahre Kirche Jesu Christi ist die Hölle, die schon auf Erden sichtbar wird.

    Es gibt nur ein zurück zur einigen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Die Frage ist nur, wem kann ich heute noch trauen und mich anschließen, die diesen Glauben bewahrt haben.

  5. katholisch und ökumenisch schliessen sich gegenseitig aus. So will es die Logik. Doch der Frevler Roncalli und seine Epigonen waren von der Wahnvorstellung besessen, die Logik nicht beachten zu müssen. Daraus hervorgegangen ist das Ungeheuer Konzilssekte, derten Gurui nicht mehr katholisch sein wollen. Hat nichtz der Frevler Bergoglio erklàrt, Gott sei bestimmt nicht katholisch

  6. Die heilige katholische Kirche ist eine Gemeinschaft, wo alle Gläubigen und Hirten ein und den selben Glauben haben.

    Bitte die Logik anwenden, dann weiß man, was Bergoglio und alle seine Gesinnungsgenossen sind.

    Die Wahrheit ist immer ganz leicht zu verstehen, wenn man sie will und sein Herz öffnet.

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