Fastenexerzitien mit Franziskus: „Eine Zeit der Einkehr“

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Archivbild: Der Papst während der Fastenexerzitien in Ariccia

Jeder Gläubige sollte in der Fastenzeit einen „Augenblick der Ruhe“ finden, „um sich auf die eigene Berufung zurückzubesinnen“. So umschreibt der Leiter der diesjährigen Fastenexerzitien für die römische Kurie, Franziskanerpater Giulio Michelini, die Einkehrtage in den römischen Albanerbergen. Der Papst und eine Gruppe der vatikanische Kurie wird vom 5. bis 10. März im Dorf Ariccia – wie in den vergangenen Jahren – an den Fastenexerzitien teilnehmen. Pater Michelini ist 53 Jahre alt, stammt aus Mailand und doziert am theologischen Institut in Assisi. Er sei überrascht gewesen, als ein „enger Mitarbeiter des Papstes“ ihn gebeten habe, die diesjährigen Fastenexerzitien für Franziskus durchzuführen. „Aber mein Seelsorger sagte mir, ich solle einfach so sprechen, als ob ich zu einem der Apostel Christi sprechen würde, so wie ich es immer täte“, sagt P. Michelini gegenüber Radio Vatikan.

Der Franziskanerpater gilt als ein Experte des Evangelisten Matthäus und wird in seinen Betrachtungen über das „erste der vier Evangelien“ meditieren, so P. Michelini. „Dieses Evangelium wird auch als das ,kirchliche Evangelium´ bezeichnet“, fügt er an und dies passe deshalb gut als Meditation für das Kirchenoberhaupt und seine Mitarbeiter an der Kurie. Im Übrigen habe auch Papst Franziskus einen „persönlichen Bezug“ zum Evangelisten Matthäus, erinnert P. Michelini. Der Papst habe mehrmals betont, dass sein spirituelles Leben stark von der „Berufung des Evangelisten Matthäus“ geprägt sei. „Der Begriff ,éleos´ – Barmherzigkeit – kommt im Matthäus-Evangelium öfters vor als in den anderen Evangelien“, erläutert P. Michelini.

Die Fastenexerzitien seien nicht nur für den Papst und die Kurie wichtig, betont er weiter. „In unserem Leben gehen wir meist weiter und unternehmen viele Dinge. Es tut uns allen gut, während des Tages – und gerade in der Fastenzeit – einen ,Augenblick der Einkehr´ zu finden und uns zu fragen: Wo gehe ich hin? Was mache ich jetzt? Wer führt mich? Lasse ich mich vom Heiligen Geist leiten oder eher vom Drang nach Erfolg? Lasse ich mich von Geld und Macht leiten? Es macht Sinn, jeden Tag Bilanz zu ziehen und die Fastenzeit ist gerade dies: anhalten und Rückschau halten.“

(rv 26.02.2017 mg)

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