Papst Franziskus: Inklusion heißt aktive Teilhabe

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Papst Franziskus bei der Audienz für die Gemeinschaft von Capodarco – RV

Die Vertreter eines italienweiten Projektes zur Inklusion von Menschen mit körperlichem Handicap, Suchtproblemen oder mentalen Krankheiten waren an diesem Samstag im Vatikan zu Gast. Papst Franziskus würdigte in seiner Ansprache die 50-jährige Erfolgsgeschichte der „Comunità di Capodarco“, die sich von einem Projekt in den Marken mittlerweile über ganz Italien ausgebreitet hat. Nur eine Gesellschaft, die sich auch der schwächeren Mitglieder annehme, könne von sich selbst behaupten, auf den Prinzipien wie Recht und Gerechtigkeit zu basieren, betonte der Papst: „Die Lebensqualität innerhalb einer Gesellschaft misst man in großem Maße durch die Fähigkeit, diejenigen einzubeziehen, die am schwächsten und hilfsbedürftigsten sind, mit effektivem Respekt für ihre Würde als Männer und Frauen. Und die Reife erreicht man, wenn diese Inklusion nicht als etwas Außergewöhnliches wahrgenommen wird, sondern als normal. Auch der Mensch mit körperlichen, geistigen oder moralischen Behinderungen muss am Leben der Gesellschaft teilhaben können und ihm muss dabei geholfen werden, sein Potential, je nach seinen Möglichkeiten, zu entfalten.“

Formen der Diskriminierung

Eine Diskriminierung, die aufgrund der Fähigkeit erfolge, inwieweit man in der Gesellschaft produktiv wirken könne, sei nicht weniger gravierend als eine Diskriminierung aufgrund des Glaubens, der Hautfarbe oder des Gesellschaftlichen Status, fuhr der Papst fort. Es zeichne die Gemeinschaft von Capodarco aus, dass sie in ihrer langjährigen Tätigkeit auf italienischem Terrain stets die Nöte und Anliegen ihrer Schützlinge im Auge behalten habe und sie bei der Ausbildung ihrer Fähigkeiten kundig unterstütze – dieser Ansatz sorge dafür, dass die betreuten Menschen am Leben der Gesellschaft aktiv teilhaben könnten und nicht innerhalb der engen Grenzen ihrer Gemeinschaft zu verbleiben hätten, würdigte Franziskus den Einsatz der Priester und Laien, die sich in der Gemeinschaft engagieren.

Ermutigung

„Ich ermuntere euch, auf diesem Weg weiter zu gehen, der in erster Linie den persönlichen Einsatz der Menschen mit Behinderung selbst vorsieht. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme und negativen Folgen der Globalisierung versucht eure Gemeinschaft, denjenigen zu helfen, die in Gefahr geraten sich ausgeschlossen oder an den Rand gedrängt zu fühlen. Ihr helft ihnen, im Gegenteil, dabei, an vorderster Front zu gehen.“

Gerade die Kirchengemeinschaft müsse diesen „Kleinen“ einen besonderen Platz einräumen, denn sie seien besondere Zeugen der Zärtlichkeit Gottes, von denen alle anderen viel zu lernen hätten, so Franziskus. Der Papst erinnerte auch an die Ursprünge der Gemeinschaft, die in den Pilgerfahrten nach Lourdes und Loreto lagen. Die Gottesmutter Maria, so schloss der Papst seine Ansprache, sei in den Werken der Gemeinschaft stets präsent gewesen und werde auch weiterhin präsent sein, „indem sie euch hilft, jedes Mal neue Energien zu finden und stets den Stil des Evangeliums, die Zärtlichkeit, die Fürsorge, die Nähe und auch den Mut sowie den Geist der Aufopferung zu bewahren – denn es ist nicht einfach, auf dem Gebiet der persönlichen und sozialen Härtefälle zu arbeiten.“

(rv 25.02.2017 cs)

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