„Der Weg der ‪wahren Gerechtigkeit“

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Angelus, 22. Januar 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Angelus am Sonntag, dem 19. Februar 2017

Um 12 Uhr genau zeigte sich Papst Franziskus am Sonntag, dem 19. Februar, am Fenster seines Arbeitszimmers, um den sonntäglichen Angelus mit den Pilgern auf dem Petersplatz zu beten.

Am Beginn seiner Betrachtung unterstrich der Papst, dass die heutige Perikope, Matthäus 5,38-48, eine der Seiten des Evangeliums sei, die „am besten die christliche ‚Revolution’“ ausdrücke.

Im Tagesevangelium zeige Jesus den Weg der ‪„wahren Gerechtigkeit“ durch das Gesetz der Liebe, die das Talionsprinzip „Auge um Auge und Zahn um Zahn“ überwinde.

„Jesus fragt seine Jünger nicht, das Böse zu erleiden, sondern zu reagieren, aber nicht mit einem anderen Übel, sondern mit dem Guten“, so erklärte Franziskus. Nur so zerbreche man die Kette des Bösen, betonte er.

‪„‪Das Böse ist tatsächlich eine ‚Leere’‪‪, eine Leere des Guten, und eine Leere füllt man nicht mit einer anderen Leere, sondern nur mit einer ‚Fülle’‪‪, das heißt mit dem Guten“, so erläuterte der Papst. ‪„Die Vergeltung führt nie zur ‪Lösung von Konflikten“, so warnte er ausdrücklich.

Für Jesus könne die Ablehnung von Gewalt auch den Verzicht auf ein legitimes Recht beinhalten, so fuhr Franziskus fort. ‪„Dieser Verzicht bedeutet aber nicht, dass die Ansprüche der Gerechtigkeit übersehen oder widersprochen werden, nein, im Gegenteil, die christliche Liebe, die sich in besonderer Weise in der Barmherzigkeit zeigt, stellt eine höhere Verwirklichung der Gerechtigkeit dar“, betonte Papst Franziskus.

‪„Das was Jesus uns lehren will“, erklärte er, ‪„ist der klare Unterschied, den wir zwischen Gerechtigkeit und Vergeltung machen müssen.“ Die Vergeltung sei nie gerecht, so sagte er. Sie sei nur Ausdruck des Hasses und der Gewalt.

‪„Jesus möchte kein neue Zivilordnung vorschlagen — so Franziskus –, sondern eher das Gebot der Liebe zum Nächsten, die auch die Feindesliebe umfasst: ‚Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen’ (V. 44).“

Dies — so erklärte der Papst weiter — solle nicht verstanden werden, als ob Jesus das vom Feind begangenen Übel billige, sondern als eine Einladung zu einer höheren Perspektive, zu einer großmütigen Perspektive, die der des himmlischen Vaters ähnlich sei.

‪Auch der Feind sei eine menschliche Person, als solche nach dem Bild Gottes geschaffen, obwohl dieses Bild durch ein unwürdiges Verhalten getrübt sei, erläuterte Franziskus.

Bei ‪„Feinden‪“  solle man nicht an völlig andere oder weit entfernte Personen denken, sondern auch an uns selbst, weil auch wir mit unserem Nächsten in Konflikt geraten können, sogar mit unseren nächsten Verwandten.

‪„Feinde sind auch diejenigen, die über uns schlecht reden, die uns verleumden und die uns Unrecht antun“, fuhr der Papst fort. Wir seien dazu aufgerufen, all jenen zu antworten mit dem Guten, „das auch seine eigene von der Liebe inspirierten Strategien hat“, so sagte Franziskus, während er die Jungfrau bat, sie möge uns helfen, Jesus auf diesem anspruchsvollen Weg zu folgen.

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