„Immer das Herz und die Hände offen haben“

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Angelus, 29. Januar 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Angelus am Sonntag, dem 29. Januar 2017

Das Herz der Katechese von Papst Franziskus vor dem Angelusgebet am Sonntag, dem 29. Januar 2017, war die Perikope aus dem Matthäus-Evangelium über die Bergpredigt und die Seligpreisungen (5,1-12a), die Papst Franziskus als die ‪„Magna Charta“ des Neuen Testamentes bezeichnete. Es sei die Offenbarung des Willens Gottes, die Menschen zum Glück zu führen, so der Papst.

Diese Botschaft sei schon von den Propheten verkündet worden, betonte er: Gott sei den Armen und Unterdrückten nahe und befreie sie von ihren Peinigern. In der Bergpredigt verfolge Jesus aber einen Sonderweg, so Franziskus. Er beginne mit dem Begriff „selig“, d.h. „glücklich“, erkläre danach die Voraussetzung, um glücklich zu sein, und ende mit einer Verheißung.

Wie Franziskus betonte, handele es sich nicht um einen automatischen Mechanismus, sondern um einen Lebensweg in der Nachfolge des Herrn. Dieser verlange aber eine Bekehrung. „Man ist nicht selig, wenn man keine Bekehrung gemacht hat, fähig die Gaben Gottes zu schätzen und zu leben“, erklärte der Papst, der sich in der heutigen Katechese mit der ersten Seligpreisung befasste: ‪„Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“.

Arm vor Gott sein, bedeute die Gefühle und die Haltung jener Armen anzunehmen, die in ihrer Lage nicht rebellisch seien, sondern demütig, gehorsam und bereit für die Gnade Gottes, erklärte Franziskus.

Das Glück der ‪„Armen vor Gott“ habe eine zweifache Dimension. Er sei einerseits „mäßig“ gegenüber den Gütern der Welt. Dies bedeute nicht notwendig Verzicht, erläuterte Franziskus, sondern die Fähigkeit, das Wesentliche zu kosten, des Teilens, die Fähigkeit, jeden Tag das Staunen über die Güte der Dinge zu erneuern.

Gegenüber Gott bedeute dies andererseits Lobpreis und die Anerkennung, dass die Welt ein Segen sei und dass ihr Ursprung die schöpfende Liebe des Vaters sei.

Er sei auch offen gegenüber Gott und seiner Herrschaft. ‪„Er ist es, der Herr, er ist der Große, nicht ich bin groß, weil ich so viele Dinge habe!“, betonte der Papst.

Der Arme vor Gott sei der Christ, der nicht auf sich selbst vertraue, auf materielle Reichtümer, der nicht auf seiner eigenen Meinung beharre, sondern respektvoll zuhöre und sich bereitwillig den Entscheidungen anderer füge. „Wenn es in unseren Gemeinden mehr Arme vor Gott gäbe, dann würde es weniger Spaltungen, Kontraste und Auseinandersetzungen geben‪“, so Franziskus.‪

„Die Demut, wie die Nächstenliebe, ist eine wesentliche Tugend für das Zusammenleben in den christlichen Gemeinden“, so erklärte der Papst, der die Gläubige dazu einlud, das Teilen dem Besitz vorzuziehen. ‪„Immer das Herz und die Hände offen haben, nicht geschlossen“, so sagte er, während er seine Worte mit den entsprechenden Gesten unterstrich.

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