„Nicht die Kleider wechseln, sondern die Gewohnheiten“

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Angelus von Sonntag, dem 22. Januar 2017

Im Zentrum der Katechese von Papst Franziskus vor dem sonntäglichen Angelusgebet hat das Evangelium des dritten Sonntags im Jahreskreis A gestanden, in dem Matthäus den Beginn der Verkündigung Jesu und die Berufung der ersten Jünger beschreibt.

Wie Franziskus erklärte, habe Jesus das Bergdorf Nazareth verlassen um sich in Kafarnaum am Ufer des Sees Genezareth niederzulassen. Diese Wahl sei vielsagend, denn der vor allem von Heiden bewohnte Ort sei ein Knotenpunkt zwischen dem Mittelmeer und dem mesopotamischen Hinterland gewesen.

Die unmittelbaren Empfänger der Verkündigung Jesu waren also nicht nur seine eigenen Landsleute, sondern auch alle, die sich im kosmopolitischen ‪„Galiläa der Völker“ angesiedelt hatten. Aus Jerusalemer Sicht sei dieser Landstrich geografisch an der Peripherie und religiös unrein gewesen, weil er voller Heiden war, erläuterte der Papst.

„Von Galiläa erwartete man sicher keine großen Dinge für die Heilsgeschichte“, erklärte Franziskus weiter, aber gerade von dort verbreitete sich das Licht, das Licht Christi. „Es verbreitet sich gerade von der Peripherie aus“, betonte der Papst.

Die Botschaft Jesus spiegele die des Täufers wider: die Verkündigung des Himmelreichs. Es handele sich dabei nicht um die Erschaffung einer neuen politischen Macht, sondern um die Erfüllung des Bündnisses zwischen Gott und seinem Volk, ‪„die eine Zeit des Friedens und der Gerechtigkeit einläuten wird“.

Es gibt aber eine Bedingung, um dieses Bündnis mit Gott zu schließen. Der Papst erinnerte daran, dass jeder dazu aufgerufen sei, sich zu bekehren und die eigene Denk- und Lebensweise zu ändern. Dies sei wichtig. Sich zu bekehren, bedeute nicht bloß die Lebensweise zu ändern, sondern auch die Denkweise. „Es ist eine Umwandlung des Denkens. Es handelt nicht davon, die Kleider zu wechseln, sondern die Gewohnheiten!“

Wie der Papst bemerkte, waren es der Stil und die Methode, die Jesus von Johannes dem Täufer unterschieden. Jesus habe es vorgezogen, ein Wanderprediger zu sein. Er warte nicht auf die Menschen, sondern gehe auf sie zu, sagte der Papst: ‪„Jesus ist immer unterwegs!“

Und so habe er auch die ersten Jünger berufen, „inmitten ihrer alltäglichen Arbeit“, als er am See von Galiläa entlangging, denn sie waren Fischer. Der Herr offenbare sich nicht auf außergewöhnliche oder eklatante Weise, sondern im Alltag unseres Lebens, erklärte der Papst. ‪„Dort müssen wir den Herrn finden.“

Und die Reaktion der Fischer sei unmittelbar und bereitwillig erfolgt. „Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm“, heißt es im Evangelium.

An dieser Stelle richtete der Papst sich an die Gläubigen. ‪„Wir, die Christen von heute, haben die Freude, den Glauben zu verkündigen und zu bezeugen“, betonte er, „weil es diese erste Verkündigung gegeben hat, weil es diese schlichten und mutigen Männer gegeben hat, die großzügig den Ruf Jesu beantwortet haben.“ „Am Ufer des Sees, in einem unwahrscheinlichen Landstrich, ist die erste Gemeinschaft von Jüngern Jesu entstanden“, sagte der Papst.

‪„Möge das Bewusstsein dieser Anfänge in uns den Wunsch erwecken, das Wort, die Liebe und die Zärtlichkeit Jesu in jeden Kontext zu tragen, auch in den unzugänglichsten und widerständigsten. Das Wort in alle Peripherien tragen!“, sagte er am Schluss seiner Betrachtung. ‪„Alle Bereiche des menschlichen Lebens sind Böden, auf dem das Saatgut des Evangeliums auszusäen ist, damit es Früchte des Heils bringe.“

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