Kardinal Müller spricht im italienischen Fernsehen über die Fragen der vier Kardinäle

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Kardinal Müller / ZENIT – HSM, CC BY-NC-SA

„‚Amoris Laetitia’‪‪ ist in seiner Lehre ganz klar“,
so der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre

„Eine brüderliche Zurechtweisung des Papstes scheint mir sehr fernliegend, unmöglich im Moment, weil der Glaube nicht gefährdet ist, wie der heilige Thomas das sagte“. Mit diesen Worten hat Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, im italienischen Nachrichtenkanal TGCOM24 auf die fünf „dubia“ (Zweifel) der vier Kardinäle reagiert, die sich mit der Auslegung des Apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“ zur Frage der Sakramente für zivil Geschiedene und Wiederverheiratete auseinandersetzen.

„Wir sind von einer Korrektur weit entfernt und ich sage, es schadet der Kirche, diese Dinge öffentlich zu diskutieren“, sagt Kardinal Müller. Jeder habe das Recht, einen Brief an den Papst zu schreiben,vor allem die Kardinäle der römischen Kirche. „Aber ich war überrascht zu sehen, dass dieser veröffentlicht und der Papst gezwungen wurde, ja oder nein zu sagen. Das hat mir nicht gefallen.“ Unterzeichnet hatten die vier Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke, Carlo Caffarra und Joachim Meisner, die ihre Fragen in der Tat öffentlich gemacht haben.

„‚Amoris Laetitia’‪‪ ist in seiner Lehre ganz klar“, so die Einschätzung des Glaubenshüters. Die gesamte Lehre Jesu über die Ehe, die ganze Lehre der Kirche in 2.000 Jahren Geschichte könne so ausgelegt werden. Franziskus fordere die Unterscheidung, um die Situation der Betroffenen zu beurteilen, die in einer irregulären Verbindung leben, das heißt, nicht von der Lehre der Kirche über die Ehe her, und er verlange, für diese Menschen einen Weg zu einer neuen Integration in die Kirche entsprechend der Bedingungen der Sakramente, der christlichen Botschaft über die Ehe, zu finden. „Aber ich sehe keinen Widerspruch: Auf der einen Seite haben wir die klare Lehre über die Ehe und auf der anderen Seite die Verpflichtung der Kirche, sich um diese Menschen in Schwierigkeiten zu kümmern.“

Kardinal Agostino Vallini, Vikar des Papstes für die Diözese Rom, sagte ebenfalls in einem Interview mit dem „Vatican Insider“, dass die Lehre der Kirche „immer die gleiche“ bleibe, aber sie sei aufgefordert, sich um Menschen zu sorgen, die von verletzter oder verlorener Liebe betroffen sind, „die sich in der Mitte des Sturms befinden“. Jeder Priester habe eine sehr heikle und wichtige Aufgabe zu erfüllen, Rigorismus und Laxheit zugleich zu vermeiden und nie vom Vorschlag des Ideals der vollen Ehe abzurücken.

Diese pastorale Unterscheidung von Individuen sei sehr heikel und müsse den Grad der Verantwortung berücksichtigen, der nicht in allen Fällen gleich sei, da mildernde Faktoren auch ins Gewicht fielen. „Es ist daher möglich, dass in einer objektiven Situation der Sünde ein Weg gefunden wird, im christlichen Leben zu wachsen, und dazu die Unterstützung der Kirche zu bekommen“, so Vallini. (mk)

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