Papst: Das Martyrium ist die Geschichte der Kirche

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Der Papst beim Angelus

Am Zweiten Feiertag, dem Stephanstag, gedenkt die Kirche ihres ersten Märtyrers und aller, die ihm gefolgt sind. So auch Papst Franziskus während seinem Angelusgebet auf dem Petersplatz. Der heilige Stephanus wurde um die 40 nach Christus wegen seines Glaubens umgebracht. Sein Opfer lade dazu ein, das Zeugnis, das er durch sein Opfer gegeben habe, zu bewahren, formulierte der Papst. „Es ist das große Zeugnis eines christlichen Märtyrers, der gelitten hat für die Liebe Jesu Christi, das Martyrium, das in der Geschichte der Kirche von Stephanus bis heute fortdauert.“

Von diesem Zeugnis spreche auch das Tagesevangelium (Mt 10, 17-22), in dem Jesus seine Jünger auf Ablehnung und Verfolgung um seinetwillen vorbereitet. Der Papst erklärte, warum Christen so „verhasst“ sind: „Die Welt hasst die Christen aus dem gleichen Grund, aus dem sie Jesus gehasst hat, weil er das Licht Gottes gebracht hat, und die Welt bevorzugt die Dunkelheit, um die schlechten Werke zu verbergen. Deshalb gibt es da einen Widerspruch zwischen der Mentalität des Evangeliums und der weltlichen. Jesus nachfolgen bedeutet, seinem Licht nachzufolgen, das die Nacht von Betlehem erleuchtet hat, und die Dunkelheit der Welt abzustreifen.“

Doch Jesus lädt jeden Menschen auf der Welt ein, das Licht und das Leben zu wählen, erklärt Franziskus. Genau das sei die tiefe Bedeutung seiner Ankunft als Kind in der Krippe. So wie Stephanus Christus, das Leben und das Licht gewählt habe. Er wurde zwar das Opfer des Bösen, doch am Ende habe Christus gesiegt, erklärte Franziskus. „Auch heute erlebt die Kirche an verschiedenen Orten Verfolgung, weil sie das Zeugnis von Licht und Wahrheit abgibt, bis hin zur höchsten Prüfung des Martyriums. Wieviele unserer Schwestern und Brüder im Glauben leiden unter Missbrauch, Gewalt und werden gehasst wegen Jesus! Ich sage ihnen eines: Die heutigen Märtyrer sind zahlreicher als die frühen der ersten Jahrhunderte! Wenn wir die Geschichte der ersten Jahrhunderte hier in Rom anschauen, lesen wir von viel Grausamkeit gegenüber den Christen. Ich sage aber, die gleiche Grausamkeit und gegenüber einer noch viel größerer Zahl gibt es auch heute gegenüber Christen. Heute wollen wir an sie denken und ihnen mit unserer Zuneigung, unserem Gebet und unseren Tränen nahe sein. Gestern, am Weihnachtstag, haben die verfolgten Christen im Irak in ihrer zerstörten Kathedrale Weihnachten gefeiert. Das ist ein Beispiel für die Treue zum Evangelium!“ Die irakischen Christen trotzten mit ihrem Weihnachten allen Gefahren; das zeuge von dem Mut, Christus zu folgen und dem Evangelium treu zu sein, würdigte Franziskus die verfolgten Christen von heute.

Nach seinem Angelus-Gebet bedankte sich der Papst für die Weihnachtswünsche, die er aus aller Welt erhalten habe. Da er nicht allen einzeln antworten könne, wolle er auf diesem Weg Danke sagen.

(rv 26.12.2016 pdy)

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